Hier finden Sie eine Reihe von Beiträgen & Texten, die mich sehr ansprechen.

Vielleicht haben Sie ja Lust sie zu Lesen !

 

 Aus dem SOS - Kinderdorfkalender für 2006

Einen Menschen erziehen heißt, ihn zu sichselbst verhelfen.

(Peter Altenberg)

 

TagesmutterModell

Herr, ihr bastelt aber lange
an der Figur "Tagesmutter"

Als der liebe Gott die Tagesmutter schuf, machte er bereits den sechsten Tag Überstunden. Da erschien der Engel und sagte: "Herr. Ihr bastelt aber lange an dieser Figur!" Der liebe Gott sprach: "Hast Du die speziellen Wünsche auf der Bestellung gesehen? Sie soll Nerven wie Drahtseile haben und einen Schoß, auf dem zehn Kinder gleichzeitig sitzen können und trotzdem muss sie auf einem Kinderstuhl Platz haben. Sie soll einen Rücken haben, auf dem sich alles abladen lässt und sie soll in einer überwiegend gebückten Haltung leben können. Ihr Zuspruch soll alles heilen, von der Beule bis zum Seelenschmerz: und sie soll sechs paar Hände haben!"

Da schüttelte der Engel den Kopf und sagte: "Sechs Paar Hände, das wird kaum gehen!" "Die Hände machen mir keine Kopfschmerzen", sagte der liebe Gott, "aber die drei paar Augen, die eine Tagesmutter haben muss!" "Gehören die denn zum Standardmodel!?" fragte der Engel. Der liebe Gott nickte: "Ein Paar Augen, das durch geschlossene Türen blickt. während sie fragt: Was macht ihr denn da drüben? - Obwohl sie es längst weiß. Ein zweites Paar im Hinterkopf, mit dem sie sieht, was sie nicht sehen soll, aber wissen muss. Und natürlich noch die zwei Augen hier vorn, aus denen sie ein Kind ansehen kann, das sich unmöglich benimmt und die trotzdem sagen: Ich verstehe dich und habe dich lieb", ohne dass sie ein einziges Wort spricht"

"O Herr!" sagte der Engel und zupfte ihn leise am Ärmel, „geht schlafen und macht morgen weiter." "Ich kann nicht", sagte der liebe Gott, "denn ich bin nahe dran, etwas zu schaffen, das mir einigermaßen ähnelt. Ich habe es bereits geschafft, dass sie viele Kinder mit einem winzigen Geburtstagskuchen zufriedenstellt; dass sie einen Sechsjährigen dazu bringen kann, sich vor dem Essen die Hände zu waschen; einen Dreijährigen davon überzeugt, dass Plastilin nicht essbar ist und übermitteln kann, dass Füße überwiegend zum Laufen und nicht zum Treten von mir gedacht waren!"

Der Engel ging langsam um das Modell der Tagesmutter herum. "Zu weich", seufzte er. "Aber zäh", sagte der liebe Gott energisch. "Du glaubst gar nicht, was diese Tagesmutter alles leisten und aushalten kann!" "Kann sie denken?" "Nicht nur denken, sondern sogar urteilen, Kompromisse schließen und vergessen!", sagte der liebe Gott.

Schließlich beugte sich der Engel vor und fuhr mit dem Finger über die Wange des Modells "Da ist ein Leck", sagte er, "Ich habe Euch ja gesagt, Ihr versucht zuviel in das Model hineinzupacken!". "Das ist kein Leck", sagte der liebe Gott, "das ist eine Träne." "Wofür ist Sie'?" "Sie fließt bei Freude, Trauer, Schmerz, Enttäuschung und Verlassenheit" "Ihr seid ein Genie", sagte der Engel.

Da blickte der liebe Gott versonnen: "Die Träne". sagte er leise, "ist das Überlaufventil"

Die beiden Hände

Es sagte die kleine Hand zur großen Hand:
Du, große Hand, ich brauche dich,
weil ich bei dir geborgen bin.
Ich spüre dich,
wenn ich wach werde und du bei mir bist,
wenn ich Hunger habe und du mir zu essen gibst,
wenn ich mit dir meine ersten Schritte versuche,
wenn du mir hilfst, etwas zu halten und aufzubauen,
wenn ich zu dir kommen darf, weil ich Angst habe.
Ich bitte dich, bleib in meiner Nähe und halte mich.

Und es sagte die große Hand zur kleinen Hand:
Du, kleine Hand, ich brauche dich,
weil ich von dir ergriffen bin.
Ich spüre dich,
Weil dein Vertrauen unendlich ist,
weil ich mit dir spielen, lachen und herumtollen darf,
weil ich mit dir die kleinen wunderbaren Dinge entdecke,
weil ich deine Wärme spüre und dich lieb habe,
weil ich mit dir zusammen wieder bitten und danken kann.
Ich bitte dich, bleib in meiner Nähe und halte mich!

Besondere Kinder

Kinder sind wie Schmetterlinge im Wind.
Einige können höher fliegen als andere.
Aber jeder einzelne fliegt so gut er kann.
Jeder Einzelne ist verschieden.
Jeder Einzelne ist schön.

Jeder Einzelne ist etwas ganz Besonderes.



Sind so kleine Hände

Sind so kleine Hände, winz´ge Finger dran
darf man nie drauf schlagen, die zerbrechen dann

sind so kleine Füße, mit so kleinen Zeh´n
darf man nie drauf treten, könn´sie sonst nicht gehn

sind so kleine Ohren, scharf und ihr erlaubt
darf man nie zerbrüllen, werden davon taub

sind so schöne Münder, sprechen alles aus
darf man nie Verbieten, kommt sonst nicht´s mehr raus

sind so klare Augen, die noch alles sehn
darf man nie Verbinden, könn´sie nichts verstehn

sind so kleine Seelen, offen und ganz frei
darf man niemals Quälen, geh´n kaputt dabei

ist so´n kleines Rückgrat, sieht man fast noch nicht
darf man niemals Beugen, weil es sonst zerbricht

gerade klare Menschen, wär´n ein schönes Ziel
Leute ohne Rückrat, haben wir schon zuviel

Bettina Wegner (die Autorin + Sängerin) sagt zu diesem Lied: "Ein Lied für meine Kinder, für alle Kinder und erst Recht für Erwachsene"

Achtung! Kinder sind hier zu Hause

Freund, wenn du dieses Haus betrittst,
vieles nicht ganz sauber blitzt.
Du merkst, dass es hier Kinder gibt,
die man mehr als putzen liebt.

Da gibt es Spuren an den Wänden,
kreiert von flinken kleinen Händen.
Wir machen das mal später weg,
jetzt spielen wir zuerst Versteck!

Spielzeug liegt an jedem Ort,
doch eines Tages ist es fort.
Die Kinder sind uns kurz geliehen,
bis sie erwachsen von uns ziehen.

Dann wird auch alles aufgeräumt,
dann läuft der Haushalt wie erträumt.
Jetzt erfreu`n wir uns an uns´ren Gören
und lassen uns dabei nicht stören!


(Edith Bond)
 
Was ist ein Kind?

Das, was das Haus glücklicher,
die Liebe stärker,
die Geduld größer,
die Hände geschäftiger,
die Nächte kürzer,
die Tage länger
und die Zukunft heller macht.
    

Erlebt ein Kind Nachsicht, lernt es Geduld.

Erlebt ein Kind Ermutigung, lernt es Zuversicht.

Erlebt ein Kind Lob, lernt es Empfänglichkeit.

Erlebt ein Kind Bejahung, lernt es lieben.

Erlebt ein Kind Zustimmung, lernt es, sich selbst zu mögen.

Erlebt ein Kind Anerkennung, lernt es, dass es gut ist, ein Ziel zu haben.

Erlebt ein Kind Ehrlichkeit, lernt es, was Wahrheit ist.

Erlebt ein Kind Fairness, lernt es Gerechtigkeit.

Erlebt ein Kind Sicherheit, lernt es Vertrauen an sich selbst und in jene über ihm.

Erlebt ein Kind Freundlichkeit, lernt es die Welt als Platz kennen, in dem gut wohnen ist.

Deine Kinder ...   

Deine Kinder
sind nicht deine Kinder.
Sie sind die Töchter und Söhne
der Sehnsucht des Lebens
nach sich selbst.
Sie kommen durch dich
aber nicht von dir und
obwohl sie bei dir sind
gehören sie dir nicht,
du kannst ihnen deine Liebe
geben, aber nicht deine Gedanken,
denn sie haben eigene Gedanken,
du kannst ihrem Körper ein Heim geben,
aber nicht ihrer Seele, denn ihre Seele
wohnt im Haus von morgen, das du
nicht besuchen kannst, nicht einmal
in deinen Träumen.
Du kannst versuchen, ihnen
gleich zu sein, aber suche nicht, sie
dir gleich zu machen, denn das Leben
geht nicht rückwärts und verweilt nicht
beim Gestern.
Du bist der Bogen, von dem deine Kinder
als lebende Pfeile ausgeschickt werden.
Laß deine Bogenrundung in der Hand des Schützen
Freude bedeuten!!

(Khalil Gibran)

 

        

 

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