Presseartikel 

 

 

 

 

Oberberg-Aktuell (Internetzeitung für die Region), 06.09.2007:

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Delmenhorster Kurier, 28.08.2007:

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NWZ (Nordwest Zeitung), 27.08.2007:

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Neue Kirchenzeitung (Wochenzeitung für das Erzbistum Hamburg), 08.04.2007:

Tag der offenen Tür im Hospizzentrum

Hamburg (ms). Das Malteser Hospiz-Zentrum Bruder Gerhard, Halenreie 5 in Volksdorf lädt am 14. April von 14 bis 18 Uhr zum Tag der offenen Tür. (...) Zu sehen ist auch die Fotoausstellung "Über Tod und Sterben" von Nadine Stange (Fotos) und Johannes Münninghoff (Text).

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 Markt, 05.04.2007:

Hospiz-Zentrum - Tag der offenen Tür

Volksdorf (vm/me). (...) Das Team von vier hauptamtlichen und 80 ehrenamtlichen Mitarbeitern lädt zu einem Tag der offenen Tür in das Hospiz Bruder Gerhard, Halenreie 5. (...) Die Ausstellung "Über Tod und Sterben" mit Fotos von Nadine Stange und Texten von Johannes Münninghoff stellt dar, was gerne verdrängt wird und motiviert durch die eindrucksvolle Darstellung den Betrachter, sich mit den Themen Tod und Sterben auseinander zu setzen.

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 eternity, Ausgabe April 2007:

Über Sterben und Tod - "Ein Tabu überwindet man durch reden"

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Rheinischer Anzeiger vom 15.11.2006:

Ausstellung mit Fotos im Paradies

Dormagen (-oli) - Seit Sonntag und noch bis zum 21. November ist in der Pfarrkirche St. Michael, Kölner Straße 38, die Fotoausstellung "Über Sterben und Tod" zu sehen. Die Fotos von Nadine Stange und Johannes Münninghoff können täglich von 16 bis 18 Uhr im "Paradies" der Kirche sowie vor und nach den Gottesdiensten besichtigt werden. Die Ausstellung wird mit einem Vortrag von Brian Müschenborn am Dienstag, 21. November, um 19 Uhr beendet. Veranstalter sind die Hospizbewegung Dormagen und das TrauerHaus Müschenborn.

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 SCHAUFENSTER vom 31.10.2006:

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  Neuss-Grevenbroicher Zeitung vom 28.10.2006:

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Presseinformation der Klinik für Palliativmedizin im Dr. Mildred Scheel Haus in Köln vom 04.September 2006:

Gemischte Gefühle bei der Eröffnung der Fotoausstellung "Über Sterben und Tod"

"Den Schwerstkranken ein Sprachrohr sein" ist eine Intention, die Nadine Stange mit ihren Fotografien und Johannes Münninghoff mit seinen Texten verfolgen. Sie wollen darstellen, was gerne verdrängt wird und aufrütteln, sich mit dem Thema Tod zu beschäftigen.

Bei der Eröffnung ihrer Fotoausstellung in der Klinik für Palliativmedizin am 4. September schilderten die beiden zu Beginn emotional und ergreifend die Hintergründe der Ausstellung: Im Alter von 25 Jahren wurde der Fotografin Nadine Stange eine verheerende Diagnose mitgeteilt: Sie sei an einem malignen Melanom, an Hautkrebs erkrankt. Sie habe auch schon Metastasen im Unterleib. Die vermeindlichen Metastasen waren tatsächlich ein Embryo. Wie sich wenige Wochen später herausstellte war sie schwanger. Todesangst und Lebensfreude verursachten in dieser Zeit extreme Wechselbäder der Stimmungen. Sie recherchierte im Internet über Krankheit und Tod und diskutierte dort in Foren mit Betroffenen. Dort lernte Nadine Stange den Hospizhelfer Johannes Münninghoff kennen. Münninghoff pflegte seine Eltern lange Zeit bis um Tod und kam so zu seinem Engagement in der Hospizbewegung.

Einer engagierten Ärztin vedankte Nadine Stange, dass sie keine Chemotherapie machen musste und sie ihre nun gut zwei Jahre alte Tochter damals nicht abgetrieben hat. Die Gewebeproben wurden erneut untersucht und festgestellt, dass es sich nur um eine Vorstufe eines Melanoms handelte. Frau Stange ist heute noch immer beschwerdefrei und erwartet ihr zweites Kind.

Tod wird oft symbolhaft dargestellt und mit Bildern umschrieben. Selten wird er direkt beschrieben. Dieser dokumentarische Charakter der Ausstellung erzeugt unterschiedlichste Emotionen bei den Betrachtern. Während die einen derart direkte Exponate in der Nähe Betroffener anprangern, sehen andere gerade darin die Chance einer Identifikation der Betroffenen mit dem Dargestellten. "Die Bilder sind sehr deutlich und lassen wenig Spielraum" war eine Rückmeldung. Genau aber das ist der Zweck der Bilder, "den Tod nicht in Watte zu packen".

Als selbst Betroffene wissen Stange und Münninghoff was sie darstellen. Und die Diskussionen, die sie mit der Ausstellung ausgelöst haben sind beabsichtigt. Es wird über Tod und Sterben gesprochen. Die Ausstellung wird erstmals in Köln gezeigt. Sie besteht aus rund 20 Schwarz-Weiß-Fotografien mit Texten. Die Exponate können noch bis zum 18. September im Eingangsbereich des Dr. Mildred Scheel Hauses besichtigt werden.

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  DINGOLFINGER ANZEIGER vom 17. Juni 2006:

Ausstellung zum Thema „Tod“

 

Ausstellung mit Fotografien und Texten in der Frontenhausener Straße eröffnet

 

Reisbach. Eine Fotoausstellung mit einem ganz außergewöhnlichen Thema wurde am Donnerstag in den Räumlichkeiten von Bestattungsdienstleistungen Silka Köppe in der Frontenhausener Straße eröffnet. Die Bilder und Texte von Fotografin Nadine Stange und Buchautor Johannes Münninghoff beschäftigen sich mit Sterben und Tod.

 

Die Bilder und Texte bringen aber auch Hoffnung und Glaube zum Ausdruck. Da gerade dieser sensible Bereich von vielen Menschen weggeschoben wird, bietet die Ausstellung gute Gelegenheit, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen, ohne konkret davon betroffen zu sein. Bis zum 23. Juni ist jedermann eingeladen, die Fotografien und eindrucksvollen Texte auf sich wirken zu lassen. Peter Leopold hieß die Gäste zur Eröffnung willkommen, unter ihnen Pfarrer Christian Moosauer, Pfarrer Ludwig Dallmeier, Diakon Walter Rohtlehner sowie die Leiterin des Senioren- und Pflegeheimes St. Josef Monika Unverricht, ehe Silka Köppe das Projekt näher vorstellte. Ein Besuch dieser Ausstellung solle die Möglichkeit geben, Tod und Sterben ins Leben zu holen, nachdem der Bereich aus der Gesellschaft weitgehend ausgegrenzt wird. Das Projekt „Über Sterben und Tod“ entstand, als die 25-jährige Fotografin Nadine Stange nach ihrer Krebsdiagnose mit dem Hospizhelfer und Buchautor Johannes Münninghoff ins Gespräch kam. Heute gilt sie als medizinisch gesund. Da die Menschen mit dem Sterben selten konfrontiert werden ist der Gesellschaft weithin die Fähigkeit abhanden gekommen mit Verlust und Trauer umzugehen.

„Erinnerung“, „Mea Culpa“, „Der Schrei“, „Hand reichen“ … so heißen die Titel der bewegenden Zeilen, die beim Durchlesen durchaus eine Gänsehaut hervorrufen, wobei immer wieder auch die Krankheit Krebs ein Thema ist. Wenn sich der Autor auch mit dem Sterben befasst, so sind seine Gedanken doch voller Hoffnung und ist der Glaube deutlich spürbar in Zeilen wie etwa „… Der Himmel wird wohl schon offen sein …“. Jeweils passend zu den verfassten Gedanken ist eine Schwarz-weiß-Fotografie zu sehen.

Die Eintrittsgelder in Höhe von drei Euro gehen zu gleichen Teilen an zwei Hilfsorganisationen. (...)

Anschließend trug Pfarrer Christian Moosauer Texte von Johannes Münninghoff vor, musikalisch und gesanglich eindrucksvoll umrahmt von Bettina Weigelt und Cathleen Schubert.

Vorgestellt wurde auch das Buch zur Ausstellung mit dem gleichnamigen Titel „Über Sterben und Tod“. Dieses ist zu erwerben. Der Erlös hieraus wird der evangelischen Kirche in Reisbach für die Finanzierung eines Kreuzes am Kirchturm bereitgestellt.

 

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 bestattungskultur (Fachzeitschrift für das Deutsche Bestattungsgewerbe), Ausgabe 5/2006:

Gedränge beim Bestatter
 
Ausstellungseröffnung und Buchpräsentation "Über Sterben und Tod"
 
Bis in die letzte Ecke drängten sich die Menschen während der Eröffnung der Fotoausstellung, die im Februar in den Räumen des Wittlicher Bestattungsinstitutes Eller-Schrot stattfand. Die Ausstellung ist im Rahmen eines Buchprojektes entstanden, das der Buchautor Johannes Münninghoff gemeinsam mit der Fotografin Nadine Stange umgesetzt hat.
 
Den Tod ins Leben holen
 
Bestattermeister Guido Eis berichtete von seiner Motivation, Ausstellung und Buch zu unterstützen. Laut Eis sterben die Menschen in unserer Zeit überwiegend hinter den Mauern von Kliniken, Krankenhäusern und Altenheimen.
 
Weil die Menschen nicht mehr mit dem Sterben konfrontiert werden, ist der Gesellschaft auch weithin die Fähigkeit abhanden gekommen, mit Verlust und Trauer umzugehen. In dieser Situation ist der Bestatter oft der erste und leider auch häufig der einzige Ansprechpartner.
 
Guido Eis möchte durch Unterstützung des Projektes "Über Sterben und Tod" erreichen, dass das Thema wieder ins Bewusstsein der Menschen gerufen wird. Seiner Meinung nach gehört dazu auch, noch zu Lebzeiten "das Haus zu bestellen".
 
Mut machen
 
Buchautor Johannes Münninghoff las Texte aus seinem Buch "Über Sterben und Tod", die seinen persönlichen Bezug zu diesen Themen deutlich machten. Er wies auf Parallelen zwischen seinem Gedicht "Susanne" und der Krankheitsgeschichte der an der Ausstellung beteiligten Fotografin Nadine Stange hin.
 
Die 28-jährige Fotografin hatte nach einer ärztlichen Diagnose selbst um ihr Leben gebangt, bis sich der Befund als Fehldiagnose herausstellte. Nadine Stange ließ die Anwesenden tief in das Seelenleben eines Menschen blicken, der den Tod vor Augen hat.
 
Ihr Bericht über den Verlauf ihrer Krankheit war emotional geprägt und warf kein gutes Licht auf unser Gesundheitssystem: anonyme Krankenhäuser, unnötige Behördengänge und Ärzte, die wenig sensibel mit der Situation von Todkranken umgehen. Aber Nadine Stange berichtete auch über Hoffnung und Trost spendende Erfahrungen, die sie während ihrer Krankheit gemacht hat, etwa das Lächeln einer alten Frau, das ihr in einer ausweglosen Situation Mut gemacht hat.
 
Die Fotoausstellung war noch bis zum März in den Geschäftsräumen der Firma Eller-Schrot Bestattungen in Wittlich zu sehen. Die Ausstellung kann auch von anderen Bestattungsunternehmen oder Hospizgruppen ausgeliehen werden.

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   Trierischer Volksfreund vom 17.02.2006:

Gedränge beim Bestatter

WITTLICH. (red) Bis in die letzte Ecke drängten sich die Menschen während der Ausstellungseröffnung einer ungewöhnlichen Fotoausstellung an einem ungewöhnlichem Ort.

 

 
120 Menschen bei ungewöhnlichem Wagnis: Ausstellung mit Buchpräsentation "Über Sterben und Tod"
Anwesend waren Dieter Burgard (MdL), Dechant Halffmann und Vertreter von Selbsthilfegruppen und verschiedenen karitativen Organisationen. Musikalisch untermalt wurde die Ausstellung von Mitgliedern des Chors 95 unter Leitung von Regionalkantor Reinhold Schneck. Durch das Programm führte Realschulrektorin Marlies Sachau-Zeies, und Bestattermeister Guido Eis berichtete von seiner Motivation, Ausstellung und Buch zu unterstützen. Laut Eis "sterben die Menschen in unserer Zeit überwiegend hinter den Mauern unserer Kliniken, in Krankenhäusern und in Altenheimen. Durch den fehlenden Umgang mit dem Sterben ist der Gesellschaft auch weithin die Fähigkeit abhanden gekommen, mit Verlusten und Trauer umzugehen. In dieser Situation ist der Bestatter oft der erste – und leider auch immer öfter der einzige – Ansprechpartner. Eis möchte durch Unterstützung des Projekts "Über Sterben und Tod" erreichen, dass das Thema wieder ins Bewusstsein der Menschen gerufen wird. Seiner Meinung nach gehört dazu auch, noch zu Lebzeiten "das Haus zu bestellen".
Buchautor Johannes Münninghoff las Texte aus seinem Buch, die seinen persönlichen Bezug zu Sterben und Tod sehr deutlich machen. Er wies auf Parallelen zwischen seinem Gedicht "Susanne" und Nadine Stanges Krankheitsgeschichte hin. Anschließend ließ Nadine Stange, die Fotografin der Bilder, die Anwesenden tief in das Seelenleben eines "sterbenden" Menschen blicken.

Bewegt, manche stumm nickend oder auch die eine oder andere Träne wegwischend, lauschten die Besucher ihren Worten, die unter anderem auch von den Missständen unseres Gesundheitssystems berichteten. "Mitten in der Arbeit trifft es eine junge Frau, ohne Vorwarnung, Abducken geht nicht, der Schreck lähmt eiskalt", "Befund übers Telefon, anonym", "die Welt, die da zusammenbrach, die kannte er ja nicht, ich bin ja nur eine Nummer". "Mein Gott, warum muss man mit einer solchen Diagnose unbedingt zur Krankenkasse, um den stationären Aufenthalt genehmigen zu lassen?" Aber auch von Tröstendem und Hoffnungsvollem aus ihrem persönlichen Erleben erzählte sie. "Warme Blicke einer alten Frau an mich, sie lächelte, und dieses Lächeln fiel auf in dieser Atmosphäre, sie fing mich medizinisch und religiös auf, sie sprach mir Mut zu, auch als es noch keine Entwarnung gab".

Nadine Stange appelliert an die Besucher: "Sie können nur versuchen, auf Wünsche, Ängste und Sorgen einzugehen, sofern sie es können. Das Wichtigste – was leider auch meist fehlt – ist das Angenommenfühlen, so wie man ist." Das Lied "Am Tag als Conny Kramer starb", gesungen von Konstanze und Valeska Münninghoff, leitete über zum Text "Anne", der sich mit dem Drogentod junger Menschen beschäftigt: "Und während unsere Tränen auf dein Grab fallen, setzt sich ein Schmetterling auf eine der vielen Blumen. Dort wo du bist, bist du froh".

Johannes Münninghoff dankte am Ende "all denen, die uns voran gingen" und sprach für sie das Gedicht "Hinter der Wand", welches mit den Worten endet: "Der Himmel wird wohl schon offen sein." Und während der Chor 95 "Wir werden sein wie die Träumenden" sang, bemerkte ein Besucher, "man müsse nur mehr drüber reden" und drückte Autor und Fotografin die Hand.

Die Fotoausstellung ist noch bis zum 3. März, von Montag bis Freitag, 8 bis 17 Uhr, in den Geschäftsräumen der Firma Eller-Schrot Bestattungen in Wittlich, Untere Kordel 7, zu sehen. Weitere Informationen unter:  www.johannesspricht.de oder  www.nadine-stange.de.

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   Trierischer Volksfreund vom 08.02.2006:

Tröstende Worte zwischen Särgen
 
Autorenlesung im Bestattungsunternehmen: Hospizhelfer Johannes Münninghoff wagt Ungewöhnliches
Von unserer Redakteurin Dagmar Schommer
WITTLICH. In einem Wittlicher Bestattungsunternehmen trägt Hospizhelfer Johannes Münninghoff am Sonntag erstmals seine Gedichte über den Tod und das Sterben vor. Dazu werden Fotografien einer jungen Frau gezeigt, die nach einer Krebsdiagnose selbst in Lebensangst schwebte - und so den Hospizhelfer kennen lernte.

Die Totenhemden für sich und seine Frau liegen feinsäuberlich im Schrank: "Man muss sich dem Gedanken an die eigene Endlichkeit, stellen", sagt Johannes Münninghoff, der schon als Zivildienstleistender im Altenheim mit dem Thema konfrontiert wurde. Seine demenzkranke Mutter hat der 53-jährige Familienvater bis zu ihrem Tod gepflegt hat. Der Abschied sei ihm sehr schwer gefallen. Schmerzhaft war für ihn, als seine Mutter selbst mitbekam, dass sie ihr Gedächtnis verliert. "Am Ende war sie nur noch ein Körper, der gewaschen, gepflegt und versorgt werden musste", sagt Münninghoff. 2000 starb die Mutter, 1998 machte der Wittlicher eine Schulung zum Hospizhelfer.
Von verschlossenen Türen und tierischer Angst
Seither geht er zu Sterbenden ins Krankenhaus, spricht mit ihnen oder ist einfach nur da. "Manchmal ist es nur die Tasse Kaffee, die man den Angehörigen ermöglicht", sagt er bescheiden. Oft war er schon dabei, wenn Sterbende sich irgendwann zur Wand drehen, nur noch auf die Wand starren - und lächeln. "Dieser Moment hat für mich sakramentalen Charakter. Da begegnen die Sterbenden Gott, und alle Angst weicht von ihnen", ist der Hospizhelfer, der sich selbst als religiösen Menschen bezeichnet, überzeugt. Als Hospizhelfer müsse man Nähe zulassen können und "die Menschen mögen". Sein Engagement sei für ihn bereichernd: "Ich lebe bewusster." Obwohl oder gerade weil ihm manches Erlebnis sehr zu Herzen geht.
Besonders schwer fiel ihm, hinter dem Sarg eines Mannes zum Friedhof zu gehen, den er nur vier Tage kannte - "und der dennoch in meinen Armen gestorben war". Kein Verwandter, kein Nachbar hätte diesen Platz eingenommen. "Alle haben gewartet, da bin ich vorangegangen." Erlebnisse wie dieses hat er in Gedichten festgehalten. "Und dennoch/Und ich weiß nicht wieso/Liefen Tränen über mein Gesicht" lauten die letzten Zeilen zu dieser Geschichte. "Es ist für mich eine Form der Verarbeitung", sagt Münninghoff. So wie spinnen und weben: "Etwas Unfertiges in die Hand nehmen und verarbeiten."
Unter 
www.johannesspricht.de ist der Wittlicher seit sechs Jahren auch im Internet aktiv. "Bei mir können sich die Menschen auch nachts melden, wenn sie weder Freunde noch Angehörige stören wollen." Über das Internet meldete sich auch eine junge Frau aus Dormagen, nachdem ihr die Ärzte gesagt hatten, dass sie nicht mehr lange zu leben hätte. "Ich war 25 Jahre, hatte Todesangst und war schwanger. Ich habe nach Antworten gesucht", sagt Nadine Stange. Die 28-Jährige bangt inzwischen nicht mehr um ihr Leben. Die entarteten Muttermale stellten sich als Fehldiagnose heraus. Unvergessen bleiben ihr aber die Stunden der Angst - und der Trost des Wittlichers. Besonders berührt war sie von seinem Gedicht "Die Tür", das bei "johannesspricht" zu lesen ist. "Tod ist nicht Abschied/Nur ein Vorausgehen/Durch eine/Uns noch verschlossene Tür" lauten die ersten Zeilen. Worte, die Nadine Stange sofort ansprachen. Die Zeilen noch im Ohr, stand sie ergriffen vor einer zugemauerten Tür - Überreste einer mittelalterlichen Stadt in Dormagen-Zons.
"Ja, genau so verschlossen kommt mir dieser Weg vor", schoss es ihr durch den Kopf. Sie sandte dem Wittlicher ein Foto der Tür - der Beginn der Zusammenarbeit von Hospizhelfer und Arzthelferin. "Man könnte sicher bessere Fotografen finden, aber niemand, der meine Gedichte so gut umsetzt", sagt Münninghoff. Außer Frage stand für ihn das gemeinsame Projekt, als sie ein Gedicht bebilderte, das von einem Sterbenden erzählt, der sich inmitten seiner wild gestikulierenden Verwandtschaft vor einem Hund fürchtet. "Der Hund taucht oft bei Sterbenden auf", sagt Münninghoff, der darin die Todesangst symbolisiert sieht. Stange lieferte den Schattenriss einer Hand, der wie der Kopf eines Hundes aussieht.

HINTERGRUND

Lesung beim Bestatter
ERÖFFNUNG:
Die Ausstellung mit Lesung im Wittlicher Bestattungsunternehmen Eller-Schrot (Untere Kordel 7) ist am Sonntag, 12. Februar, um 15 Uhr. Dort gibt es das Erstlingswerk von Johannes Münninghoff "Johannesspricht über Sterben und Tod - Nachdenkliches und Tröstendes" mit Fotografien von Nadine Stange zu kaufen. "Guido Eis vom Bestattungsunternehmen gebührt mein großer Dank. Er hat das Buch durch seine Unterstützung erst ermöglicht", sagt Münninghoff. Für ihn war es deshalb keine Frage, zu seiner ersten Lesung ins Besttungsunternehmen einzuladen.
MUSIK: Zudem gibt's auch Musik. Regionalkantor Reinhold Schneck und der Wittlicher Chor 95 unterhalten die Gäste. Die Eröffnungsrede hält die Rektorin der Kurfürst-Balduin-Realschule, Marlies Sachau-Zeies.
WANDER-AUSSTELLUNG: Münninghoff würde sich freuen, wenn das Projekt als Wanderausstellung weiter laufen würde. Etwa in Krankenhäusern, Hospizgruppen oder Seniorentreffs. Auch als Referent und Gesprächspartner zum Thema Sterben und Tod bietet sich der Wittlicher an.
KONTAKT: Johannes Münninghoff, Am kleinen Rotenberg 1, 54516 Wittlich, Telefon 06571/ 3367. Weitere Infos gibt es auch im Internet unter 
www.johannesspricht.de .

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   Wochenspiegel, Ausgabe Wittlich, vom 08.02.2006:

"Über Sterben und Tod"

Ausstellung und Präsentation

Wittlich. In der Fotoausstellung und Buchpräsentation "Über Sterben und Tod" am 12. Februar, 15 Uhr in den Geschäftsräumen der Firma Eller-Schrot Bestattungen, Untere Kordel 7, sollen Betroffene und Interessierte die Möglichkeit haben, sich mit dem Thema Tod auseinander zu setzen. Aus der Zusammenarbeit eines Hospizhelfers und einer krebskranken Frau entstanden ein Lyrikband und eine Fotoausstellung, die als Wanderausstellung vom 13. Februar bis 3. März von Montag bis Freitag von 8 - 17 Uhr zu sehen ist. Die Auseinandersetzung mit dem Sterben hat bei beiden zu einem tieferen Bewusstsein des Lebens geführt. Weitere Informationen unter: www.johannesspricht.de, www.nadine-stange.de

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