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Sie sind Besucher Nr. E-Mail info@zauberblume.net meine Homepage: http://www.zauberblume.net 002 D Muenchen ON Toronto NS Halifax http://www.beepworld.de/members55/kanada-2003-002/ zuerst das Tagesgedicht: Heimat und Gezeiten © Brigitte Obermaier, München, 2003-06-10 Nur wer bereit ist den Aufbruch am Namen zu nennen. Weiss, der Weltgeist will uns Freude bereiten. Die Sehnsucht nach der Heimat lernst du schätzen Und aufs Neue erkennen. Bericht 2 Koffer packen Die Frage was wir in den Koffer packen sollten war schwierig. Warme Kleidung für eventuelle kalte Nächte oder trübe Tage? Oder lieber kurze Shorts und kurzärmelige T-Shirt so wie in unserer Heimatstadt. Auf alle Fälle haben wir für jede Wetterbedingungen Kleidung eingepackt. Pünktlich wurde ich wach. Mein Ehegespons murrte und sagt ich will nicht so früh aufstehen, lass mich schlafen. Ich blickte noch mal auf die Uhr und wiederholte, es sei sechs Uhr da könnte man schon aufstehen. Ich schlug mein Bett auf zum lüften und glättete das frisch überzogene und sonnengetrocknete Bettlaken wieder straff. Es war leicht duster draußen. Endlich, nach dem dritten Murren blickte ich mit meinen verschlafenen Augen auf die Armbanduhr. Oh Schreck.. Es war tatsächlich erst fünf Uhr. Nach kurzem Augenschein erkannte ich, dass die Wanduhr, die ich zur Reserve auf den Stuhl gestellt hatte, sich leicht nach rechts geneigt hatte und somit die Zeit falsch widerspiegelte. Die Aufforderung, doch so früh aufzustehen nahm ich an und machte rein Tisch. Putzte die Treppen von oben bis unten und den Flur. Packte meinen Koffer fertig ein und surfte noch eine Runde im Internet. Gegen halb Neun rief ich Mama an, die gerade Semmeln für das Frühstück geholt hatte und sagte ihr, wir seien startklar. Einstweilen stellte sich ein LKW-Zug mit langen Anhänger vor unser Haus auf und versperrte den Eingang. Die Koffer wurden auf Umwegen ins Auto gehievt und am Moosacher Bahnhof kaufte ich uns ein XL Ticket für zwei Personen für neun Euro fünfzig. Eine Streifenkarte kostet neun Uhr, wo ich acht Streifen abstempeln lassen mußte für den Weg Richtung Flughafen. Das XL-Ticket gilt bis fünf Personen und konnte bis sechs Uhr des folgenden Morgen genutzt werden. Am Flughafen kamen wir am Zentral-Terminal an und mussten zu Gate B zum einschecken. Es ging flott voran und wir gingen gleich durch die Pass-Kontrolle. Das Gepäck wurde gründlichst durchleuchtet. Der Laptop wurde extra inspiziert. Den Rucksack wollte sie genauer sehen und ich öffnete die obere Tasche. In einem kleinen Geldbeutel befand sich ein vierer Satz Batterien, dass sie nicht störte. Es war etwas kleines komisches auf dem Bildschirm sagte sie und suchte selbst weiter. Sie entdeckte meine Spitzerdose, die in ihrem Bildschirm eine komische Form zeigte. Ich nahm einen Bleistift aus dem Fach und zeigte ihr wie der Spitzer funktionierte. Den Inhalt wollte sie dann doch nicht mehr sehen, sondern sie lächelte verlegen. In der Atlantic-Lounge gab es Erfrischungen, wie verschiedene Getränke, Knabbereien und Kekse. Elf Uhr fünfundvierzig sollte die Maschine startklar sein. Erst um zwölf Uhr fünf und fünfzig hoben wir ab und hatten einen angenehmen und ruhigen Flug bis Toronto. Eine etwas wohlgeformte Dame mit kurzen aschblonden Haarschnitt hatte zwei liebliche farbige Kleinkinder bei sich. Ihre eng geflochtenen Zöpfchen waren mit bunten Schleifen und Spangen verziert. Das kleinere Mädchen babbelte samt Schnuller abwechslungsreich mal Deutsch und mal amerikanisch. Sie wuchsen mit zwei Sprachen auf, dass später für sie bestimmt zum Vorteil wird. Meine Blase, die sich schon am Flughafen zum ärgern meldete, bekam aus der Apotheke ein medizinisches Mittel, dass ich jedoch erst gegen einen Rückruf bei unserem Hausarzt ausbezahlt kam. Als die Apotheken-Angestellte nach dem Hausarzt fragte, viel mir nur der hintere Teil des Namens ein. Acho, klar war das nicht richtig und gleichzeitig dachte ich mir: Komisch, sonst fällt mir nur der erste Buchstabe ein. Wie beim rätseln, der erste Buchstabe hilft weiter. Nach längerem auf und ab empfahl sie mir den Besuch des Flughafen-Arztes. Jedoch das kostete Zeit und wer weiss wie lange man das warten muss. Glücklicherweise kam noch der goldene ABC-Abruf in mein Gedächtnis und das M war gefunden. Ich bezahlte eine hohe Summe und die ich gegen ein Rezept nach dem Urlaub zurückbekommen sollte. Zwei verschiedene Tabletten, nämlich die für meinen Rücken, Katolodon, führten zu verschwommenen Versionen, die mich auf dem Flug ins Reich der verworrenen Träume entrückte. Benommen vernahm ich den langweiligen, in deutscher Sprache übersetzten Film mit Jack Nickolson, der mit sechsundsechzig sich ein neun Meter langes und neues Wohnmobil zulegte und die Welt zwischen seiner Wohnung und seiner Tochter erobern wollte. Die Einsamkeit nach dem Tod eines Partners, durch neue Eindrücke bewältigen, war eine gute Idee. Das Thema wäre bestimmt interessant, um es nochmals aufzugreifen, nur diese Version war -boring- oder wie es auf amtsdeutsch heisst -langweilig-. Dialoge die sich um einen unwichtigen Gegenstand drehen, um ja den Film zu füllen, nein das war nicht der Sinn einer aufmunternden Unterhaltung, auch wenn es ein berühmter Schauspieler war. Somit liess ich mich nach dem ersten Drittel freiwillig von ihm einschläfern. Des öfteren kam die Stewardess vorbei, um unseren Vorrat am Wasserhaushalt für den Körper zu füllen. Es ist erwiesen, dass der Körper im Flugzeug wesentlich mehr Wasser nötig hat, als auf der Erde. Alkohol und Cola sollte man vermeiden. Zwischendurch die wichtigen Entspannungsübungen, wie strecken und dehnen nicht vergessen. Ein guter Tipp ist das Trinken von Karottensaft, dass man täglich acht Tage vor dem Flug machen sollte. Das Karotin hilft die körperlichen Schwankungen aufzufangen. Das Essen war deutsche Nahrung in kanadischen Format. Gabel und Löffel aus Metall und das Messer aus Plastik. Schon beim durchleuchten der Koffer am Airport wurde nach spitzen Gegenständen und Messer gefandet. Wir hatten alles zu Hause gelassen oder im Koffer verstaut. Batterien, Laptop und elektronische Geräte mussten im Handgepäck mitgeführt werden. Acht Stunden Flug sind eine lange Zeit, die ich mit Lesen und Zeichnungen in mein Tagebuch verzauberte. Eintragungen vom Flug und Ortszeit habe ich nicht vergessen. Höhe 37.000 feet, Längen und Breitengrad wie 59,18 N und 44:05 W, zeigten an dass wir mit 482 mp/h oder 796 km/h, bei minus fünfundsiebzig Grad an der Südspitze von Greenland, ich meine damit Grönland, dass zu Dänemark gehört, vorbeiflogen. Einige glitzernde Punkte könnten Eisbären sein, eine Antwort die bestimmt nicht richtig war. Über Kanada konnten wir von oben den langen Arm des Sankt Lorenz Stromes deutlich erkennen. Neufundland im Osten und das weite und flache, mit Wasser reichbedeckte kanadische Land Richtung Norden. Kurz vor Toronto war geschlossene Wolkendecke, die erst den Blick aufs Land freigab, als der Pilot seinen konstanten Höhenflug verliess. Der Lehrbub durfte die Maschine landen, dass er uns gehörig spüren liess. Vierundzwanzig Grad hatte es in Toronto und der Himmel war bedeckt. Keine Aussichten für sonniges und schönes Wetter. Im Flughafen Gebäude merkt man eh nichts davon, da überall die Airconditionen liefen. Ein langärmeliger Pullover schütze uns davor. Die Passkontrolle ging zügig voran, sowie die Ausgabe der Koffer. Überall Schilder mit dem S.A.R.S. Hinweisen, die kaum einer beachtete. Auf Terminal 1 kamen wir an und wurden mit dem Schuttle-Bus zum Terminal drei gebracht. Den CanJet Schalter hat uns der Busfahrer hilfreich gezeigt. Es klappte alles wie am Schnürchen. Nur am Gate C 25 konnten wir nicht einsteigen, da unsere CanJet Maschine nicht am Gate andocken konnte, da der Elefantenrüssel, ich meine die bewegliche Gangway, eine gebrochene Nase hatte. Wir mussten mit Gangway C 24 vorlieb nehmen. Der Direkt-Flug ging über den riesigen Ontario-See und Maine/USA . Von oben sah ich überrascht die zu einer länglichen Oval geformten Halbinsel Nova Scotia. Weite dichte Grüne Wälder und tausende von Seen durchzogen die Landschaft. Der Mond spiegelte sich in mehreren Wasserreichen Lakes, da wir schnellen Fluges darüber hinwegglitten. Im Hintergrund der weite Atlantik. Richtung Süden die USA, im Norden New Brunswick und im Osten Neufundland. Wenn man Glück hatte, konnte man während der Sommerzeit schwimmende, abgebrochene Eisberge von Grönland sehen. Das Auto von Avis haben wir direkt am Flughafen übernommen. Die Nacht überdeckte schnell mit ihren Schatten die Aussicht auf die Natur. Wir beschlossen die Fahrt Richtung Halifax mit einer Übernachtung in einem Motel zu unterbrechen. Fünf Stunden war nun der Zeitunterschied, sechs Stunden waren es in Toronto. Frühstück wurde uns nicht angeboten, dafür der ruhige Blick aus dem ersten Stock oder wie man hier sagte Second Level, auf das leere Schwimmbad, das auf den neuen Farbanstrich für die kommende Ferienzeit wartete. Abendessen gab es auch nicht und zu trinken schon gleich gar nicht. Also machten wir gegen elf Uhr Nachts noch eine Fahrt zur Tankstelle und zum Mac Donald, die beide rund um die Uhr geöffnet hatten. Pommes frites, sorry, French fries und Sprite waren die schnelle sättigende Mahlzeit. Junkfood, wie es auf amerikanisch heisst und die Körper der Menschen ohne Probleme in die Breite gehen liess. Das ca. zwanzig Quadratmeter kleine Zimmer besass ein Queen-Size-Bed mit Badezimmer. Handtücher und Seife waren vorhanden. Die Fernbedienung bekamen wir an der Rezeption mit, wobei wir erst nach einschalten des Lichtschalters merkten, dass der Fernseher läuft. Bei kanadischem Gebabbel wurden wir schnell eingelullt. besondere Anmerkung: Bevor ichs vergesse: Wer einen Fehler findet darf ihn behalten oder mir mitteilen, damit ich ihn ausbessern kann. "Fehler sind dazu da, dass sie gemacht werden, sonst wären es keine Fehler!" Zitat BRiOBE 2003-08-01 Copyright und Linkhinweise beachten: www.zauberblume.net Wichtiger Disclaimer-Haftungs-Ausschluss oder unter Ausschluss oder Alle Bilder die in den Texten erscheinen sind mein Eigentum. 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