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 Hassana, ein blühendes Dorf mußte geräumt werden
 

Hassana, ein Dorf an der irakischen Grenze, mußte im November 1993 auf Anordnung des türkischen Militärs geräumt werden. 1991 besuchte ich dieses blühende Dorf zum letzten Mal. Eine alte Webtradition war dort lebendig, die es nur in diesem Dorf gab. Wasser gab es genügend, auch Gärten und Felder. Die Aktion “Brot für die Welt“ und der “Weltrat der Kirchen“ hatten erhebliche Mittel zur Verfügung gestellt, um dieses Dorf zu entwickeln. Heute kann man dieses Dorf nicht mehr besuchen. Im November 1993 mußten die Christen nach einem Ultimatum des türkischen Militärs und trotz vieler internationaler kirchlicher Proteste das Dorf verlassen. Es wurde “ethnisch gesäubert“. Warum? In der Nähe des Dorfes befand sich ein großes PKK-Lager, das vom Türkischen Militär zerschlagen werden sollte. Denn so sieht immer noch die Realität aus: Im Südosten der Türkei herrscht Bürgerkrieg zwischen türkischem Militär und PKK. Die Christen von Hassana waren im Weg und sie sind es immer wieder. Sie mußten gehen.

 
 
 

Das Dorf ist heute vermint und gehört zum Sperrgebiet; die Häuser sind ausgeraubt, zerfallen und zerstört. Das Dorf mit seiner reichen Kultur, mit seiner alten Kirche und mit seinen alten Häusern steht nur noch auf dem Papier; das gehört der Vergangenheit an. Wieder haben die Christen im Tur Abdin eines ihrer alten Dörfer verloren, ohne daß sie sich wehren konnten! Der Pfarrer, Abuna Thomas, den ich einige Monate später im Kloster Mar Gabriel traf, sagte mir mit Tränen in den Augen: “Uns wurde alles genommen. Wir haben alles verloren. Unser Herz weint. Aber unseren Glauben kann uns niemand nehmen".

 

Hassana macht deutlich, daß die Christen gleichsam zerrieben werden wie zwischen zwei großen Mühlsteinen. Das türkische Militär und die Dorfwächter - eine paramilitärische Schutztruppe, die vom türkischen Militär bezahlt wird - die PKK und die “Hisbollah“, die “Gottes Partei“, eine aggressive, fundamentalistische Strömung des Islam, alle vier Gruppen bedrängen die Christen, bedrohen sie und wollen sie in ihrer Andersartigkeit nicht leben lassen.

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Das Kloster Mar Gabriel

 
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Und wenn Menschen schutzlos werden und anderen ausgeliefert sind, fliehen sie, auch wenn sie damit ihre Heimat aufgeben, in der sie als Minderheit schon lebten, bevor sie Christen wurden. Die zunehmenden islamistischen Tendenzen in der heutigen Türkei, vor allem auch im Südosten des Landes, sind beunruhigend. Wo sollen die Minderheiten bleiben, wenn die Islamisten weiteren Einfluß gewinnen? Werden sie auch weiterhin in dem Land leben Können, in dem sie schon seit Jahrtausenden leben, längst bevor es eine Türkei gab?

 

Der Erzbischof Timotheos

Quelle: Tur Abdin Homepage  Neues Adresser der Hompage Tur Abdin Tur Abdin in Kurdistan Nurd-Irak

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