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emmenrausch2006
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Hallo, hier seht ihr nun meine MZ.

Wie so viele Motorräder ihre Geschichte haben so hat auch dieses seine.......

wie ich zur Mz kam?

Irgendwann 1998 wurde in mir der Wunsch wach, Motorrad fahren zu wollen...schließlich hatte ich ja seit 1978 den Führerschein dafür. Aber außer auf dem Fahrschulmotorrad und einmal auf einer geliehenen 80er hatte ich kein Motorrad mehr unterm Hintern gehabt.

Dann las ich in der hier ortsansässigen Kleinanzeigenzeitung "DER HEISSE DRAHT" eine Anzeige:

MZ ETZ 250, leichter Elektrikschaden, DM 200,-

Ich dachte, so viel Elektrik kann an einer MZ nicht sein, ich wußte zu dem damaligen Zeitpunkt schon, wie eine ETZ 250 aussah, denn ich kannte jemanden, der eine solche als Gespann fuhr.

Ich sah mir also diese ETZ an und....kaufte sie. Zustand: nicht fahrbereit, TÜV 1/2 Jahr vorher abgelaufen. Unterlagen waren auch dabei: Handbuch mit Schaltplan.

Ich lieh mir einen Transporter, um die ETZ zunächst in die Garage meines Bruders zu bringen, dort hatte sie erstmal einen trockenen Platz und dort war es dann auch möglich, nähere Untersuchungen vorzunehmen......als erstes baute ich die Batterie aus und da diese ziemlich trocken war, befüllte ich sie und schloß sie über Nacht ans Ladegerät an.

Nachdem am nächsten Tag die Batterie geladen war und ich anhand des Schaltplanes kontrolliert hatte, ob die wesentlichen Verbindungen (Batterie, Lichtmaschine, Sicherungen, Zündung etc.) vorhanden waren, prüfte ich zunächst alle Beleuchtungseinrichtungen und stellte fest, das alles funktionierte. Nun dachte ich, könnte ich es versuchen, den Motor zu starten. Nach einigen Versuchen sprang dieser auch an, lief aber eher mäßig als gut. Es reichte aber, um das Motorrad von Langenhagen nach Seelze zu überführen.

Vor der Wiederzulassung und der damit verbundenen TÜV- HU waren aber noch einiges zu tun.

Die Speichen und Felgen wurden gereinigt, Bremsbeläge vorne und hinten erneuert und der Bilux-Scheinwerfer gegen einen H4 getauscht.

Die HU wurde auf Anhieb bestanden. Nun konnte es nach der Zulassung eigentlich losgehen, wenn da nicht........eines schönen Tages der Tritt auf den Kicktstarter ins Leere ging. Ein Gang ließ sich auch nicht einlegen.Also war Anschieben auch nicht möglich. Da ich zu diesem Zeitpunkt keinen fachkundigen MZ-Fahrer kannte blieb mir nur der gang in eine Werkstatt: Arne P. in Ronnenberg, der allgemein alte Motorräder repariert. Auf dem Weg dorthin wurde die MZ von einem unsachgemäß fahrenden Kurierfahrer unsanft auf die Seite gelegt, dabei erhielt das Glas des Tachometers einen Sprung und der rechte Spiegel ging zu Bruch.

Es stellte sich heraus das die Kupplung von der Welle gerutscht war, wie weshalb und warum auch immer......keine Ahnung.Das sollte sich noch zweimal wiederholen, bis schließlich ein Zahnrad von einer Welle abscherte, das vorher jemand der glaubte ganz schlau zu sein, versucht hatte, anzuschweißen.Das war dann das Aus für diesen Motor.

Inzwischen hatte ich jemanden kennengelernt, der selber MZ (Michael H.) fuhr und eine Hobbywerkstatt hatte und mir einen gebrauchten Motor verkaufte.Wie alt der eine und der andere Motor war, war mir nicht klar, nur eins......der vorhandene war Schrott und der andere lief. Also gesagt gekauft und getan. das einzige Teil was aus dem alten in  oder an den "neuen" Motor wanderte, war die komplette Lichtmaschine denn die andere daran befindliche funktionierte nicht.

Inzwischen schrieb man das Jahr 2001 und die zweite HU war ohne Mängel bestanden und ich konnte es jetzt mal wagen kleinere Ausflüge zu unternehmen.

Da ich selber keine Schrauberecke habe, von den speziellen Werkzeugen, die über das Bordwerkzeug hinausgehen ganz zu schweigen, war ich froh, nach und nach immer mehr Leute kennenzulernen, die MZ fuhren und mir bei technischen Problemen helfen konnten.

2002

Anbau eines anderen, breiteren Lenkers, eines Gepäckträgers und Lederpacktaschen. somit hatte ich es leichter, werkzeug und Öl mitzuführen.

eine kontaktlose Zündanlage, die EBZA von MZ wurde eingebaut.

2003

ein 42 Liter Topcase kommt hinzu.

Komplette Gabelrevision: neue Simmerringe, neues ÖL. Stoßdämpfer hinten werden auch ersetzt.Federbeine vom Gespann werden eingebaut.Elektronische Zündung will auf einmal nicht mehr. Rückrüstung auf Normale Kontaktzündung. Mechanischer Regler wird gegen elektronischen ersetzt. Vergaser wird zerlegt, gereinigt und neu gedichtet. danach etwas besserer Leerlauf.

Normale Sitzbank ersetzt durch Einzelsitze, danach erheblich besseres Sitzen vor allem auf längeren Fahrten.

Vorderrad wird komplett erneuert, Tüv- Vorführung, Lenker wird eingetragen.HU ohne Mängel.

Im September wird deutlich, das nun eine Motorüberholung ansteht.der Motor macht unnormale Geräusche. Nach Abnehmen vom Zylinder und Kolben zeigt sich: Kolbenbolzenlager ist hin.

Im November erfolgt dann die Überholung des Motors: neue Kurbelwelle, neue Lager, Schaltgabel vom 3.Gang neu, Schaltfeder neu.Zylinderblock wurde ausgeschliffen auf das nächste Übermaß, Zylinderdeckel erneuert.

Inzwischen habe ich jemanden kennengelernt, der mir um vieles bei meiner mz weiterhelfen konnte, insbesondere mit enormen fachwissen und seiner werkstatt.

Hartmut G. hab ich zu verdanken das meine MZ so gut läuft wie heute.

Nach der Motorüberholung, 2004:

Die MZ erhält ein komplett neues Gepäckträgersystem mit 2 Koffern. Dazu kommt noch eine Dessauer Bugkanzel, die Hartmut G. mit der passenden Farbe versieht.

Erste größere Touren wurden bereits gemacht, denn im Winter stand die MZ nicht still. Der Motor läuft gut und hat jetzt ca 2000km runter. Der Vergaser wurde teilerneuert. nun läßt sich der Leerlauf noch besser einstellen, der Motor tourt nach Gaswegnahme besser ab, weniger Schieberuckeln beim Gaswegnehmen und bergabfahren.

 

13.06.2004

Ein schwarzer Tag für mich und die MZ.

Auf einer Fahrt von Helmstedt nach hause benutzte ich die A2 um den Weg zu verkürzen.

In der Höhe von Braunschweig passierte es dann.....Kolbenklemmer!!

ich hab nicht schnell genug reagiert mit dem ziehen der Kupplung....und da lag ich auch schon mitsamt motorrad auf dem Seitenstreifen.....zum Glück war es der Seitenstreifen.....

Mit Prellungen und Schürfungen wurde ich ins nächste Krankenhaus gebracht....zunächst hatte alles den Anschein, das nichts gebrochen ist.....den gebochenen Zeigefinger entdeckte erst eine Woche später mein Hausarzt. Die MZ wurde per Pickup-Service vom ADAC zu mir nach Hause gebracht.

3 Wochen nach dem Unfall machte ich eine Bestandsaufnahme.....

Lenker verbogen, Fußraste verbogen, von der Scheibe fehlt ein Stück, Handprotektor weggebochen , Spiegel weggebochen (alles auf der rechten Seite) Vorderrad mitsamt Bremsscheibe ein Fall für den Schrotthaufen....

Eine nähere Untersuchung des Rahmens und der Gabelholme ergab das beides unversehrt geblieben ist. Nach und nach machte ich mich an die Reperatur.....ein neuer Lenker mußte her, den fand ich recht schnell bei Ebay, eine Fußrastenanlage, eine klappbare mit Seitenständer (NVA-Ausführung) hatte ich bereits vor dem Unfall erworben. Der Motor wurde ausgebaut, der Zylinder und der Kolben zu einer Zylinderschleiferei in Freital gechickt.Da der Motor seit der letzten Überholung erst ca 3500km gelaufen war, reichte das nachhohnen des Zylinders aus, um die Klemmspuren zu beseitigen, der Kolben wurde ebenfalls von Klemmspuren gereinigt,und somit konnte ich beides wieder verwenden. Nun muß nur noch ein neues Vorderrad beschafft werden, sowie Ersatz für den zerstörten rechten Spiegel.

September 2004

Nach einigem Suchen fand ich bezüglich des Vorderrades eine preisgünstige Lösung. Ein MZ-Teilehändler (didt in mutterschied) bot mir im Tausch gegen die alleinige Radnabe ein preisgünstiges Vorderrad. Also speichte ich die ohnehin schrottreife Felge aus und schickte die Nabe weg.

Neben der Bremssscheibe erneuerte ich auch die Bremszange und die Bremsleitung mit fachkundiger Hilfe von Hartmut G. Die ersten Fahrten zeigten, das der Leerlauf nicht einwandfrei sich einstellen ließ und es irgendwo ein Problem im Bereich der Zündanlage gab. Nach langem Suchen entpuppte sich der Zündkondensator als Fehlerquelle. Nach einiger Zeit, wohl dann, wenn der Motor betriebswarm war, neigte die Zündanlage zu plötzlichen Ausfällen, sobald der Motor eine Drehzahl von ca 2000 UPM unterschritt. Das Auswechseln des Kondensators schaffte insofern Abhilfe, das diese Ausfälle unterblieben. Ein Leerlauf mit Drezahlen unter 1000 UPM läßt sich zur Zeit nicht realiesieren. Bei einer Leerlaufdrehzahl etwas unter 1000UPM neigt der Motor nach ca 2 Minuten zum Absterben. Muß vielleicht doch anderer, ein BING-Vergaser her?. Der vorhandene BVF hat zwar eine neue Haupt und neue Leerlaufdüse bekommen, alle anderen Teile wurden lediglich intensiv gereinigt und wieder verbaut.

Im Januar 2004 konnte ich dann endlich einen BING-Vergaser erwerben. Gabor P. ein Mz-Teilehändler aus Berlin brachte mir einen BING-Vergaser samt passenden Ansaugstutzen und Bowdenzügen mit zum Wintertreffen auf Schloß Augustusburg. Der wurde dann eine Woche später angebaut. Es war genau so wie Gabor es sagte: anbauen, warmfahren, Leerlauf einstellen, fertig. Nun ließ sich auch ein Leerlauf mit einer Drehzahl um die 800Upm einstellen es gab kein Nachschlagen mehr und der Motor hing besser am Gas als je zuvor. Auch der Kaltstart war kein großes Problem mehr.

Mai 2005

Durch den Unfall infolge des Kolbenklemmers traumatisiert (immer mit zwei Fingern am Kupplungshebel fahren war auf Dauer doch etwas nervig) machte ich mir so meine Gedanken ob nicht ein Motorrad mit 4Takt-Motor für mich besser wäre. Da ich aber gerne bei MZ bleiben wollte sah ich mich nach den 500er Modellen mit dem Rotax-Motor um. Ich wurde schließlich bei Motorrad Ente in Wolfenbüttel fündig. Und so kam ich zu einer Saxon Country 500, fast eine Rarität, denn von diesem Modell wurden nicht allzu viele hergestellt. Dieses Motorrad hatte trotz seiner 12 Jahre sage und schreibe erst 4010km auf dem Tacho!

 

Passend zu diesem Motorrad erwarb ich dann noch ein Trägersystem von Hepco&Becker.

Die ETZ 250 konnte ich recht schnell und unkompliziert verkaufen, das einzige Zubehör was ich behielt, war das Kappa-Topcase, welches alsbald auf die "Country" montiert wurde.

Da Koffer von H&B neu sehr teuer und gebraucht auch nicht viel billiger waren, ging ich auf das Angebot eines Anbieters ein, der bei Ebay Metallboxen für Enduros verkaufte, die sich an jeden Rohrträger montieren ließen. So erwarb ich zwei 29 Liter Boxen und mit Hilfe meines Freundes Hartmut G. wurden diese dann an den Träger angepaßt.

Im Juni bei ca 5500km wollte auf einmal die Zündung nicht mehr. Zündbox kaputt. Und das Teil sollte teuer sein......ca 250 Euro!

Ich rief bei MZ an und schilderte mein Problem in der Hoffnung das sich vielleicht noch auf dem Kulanzwege etwas bewegen ließ (weil die Maschine doch erst so wenige km runter hatte)

Antwort: vielleicht.....aber das Motorrad mußte in eine MZ-Vertragswerkstatt. Diese war schnell gefunden und die "Country" einige Tage später dort hin verfrachtet. Die tatsächliche Diagnose lautete Zündbox im Eimer und von MZ das Angebot 50% Kulanz auf das Ersatzteil. Immerhin dann nur noch 125 Euro....das war doch schon was. Darüber hinaus wurde dann auch noch gleich die 6000er Inspektion gemacht.

Mit neuer Zündbox und frischem ÖL ging es einige Tage später heimwärts.

Einige Sorgen bereitete mir der Dellorto-Vergaser der immer wieder dazu beitrug den Motor im Leerlauf aus heiterem Himmel absterben zu lassen. LL Drehzahlen unter 2000 UPM waren nicht drin. Und diese Drehzahl schwankte beträchtlich. Hinzu kam das sich die Leerlaufgemisch-Schraube nur mit einem Spezialwerkzeug verstellen ließ das es aber von MZ nicht mehr gab. Also machte ich mich auf dem Weg nach Wolfenbüttel zu Motorrad Ente. Mit dem Erfolg, das wir beide feststellen mußten das jemand diese Schraube verklebt hatte, warum auch immer....jedenfalls saß diese bombenfest.

Nach langen Hin und Her entschloß ich mich einen Bing-Vegaser zu erwerben. Mit diesem wurden die zuletzt gebauten 500er Modelle ausgestattet. der Anbau gestaltete sich schwierig denn der Bing-Vergaser war etwas klobiger als der Dellorto und es ist sehr wenig Platz zwischen Motor und Luftfilterkasten, es war eine ganz schön langwierige Popelei bis der Vergaser endlich richtig saß.Anschließend mußten auch neue Züge verlegt werden. (für Choke und Gas).

Die mühevolle Anbauarbeit wurde schließlich belohnt durch einen wesentlich ruhigeren Leerlauf bei einer Drehzahl von ca 1500 UPM.

Hier nun die "Country" im reisefertig ausgerüsteten Zustand.Das Foto entstand bei einer Pause in Quedlinburg anläßlich einer Ausfahrt im Rahmen des Sommertreffen des MZ-Club Deutschland.

Aber nicht nur bei diesem Treffen sah man mich mit meiner neuen Errungenschaft. Im August 2005 erfolgte die bislang weiteste Reise nach Zschopau zum Emmenrausch. An dem besagten Wochenende legte ich mit der "Country" ca 1000km zurück.

 

 

 

Ankunft am Quartier in Zschopau, Emmenrausch 2005

Im September 2005 fuhr ich noch zum MZ-Treffen in Hollriede

 

 

 

Im Winter 2005/2006 konnte ich die "Country" bei meinem Freund Hartmut G. in der Werkstatt unterstellen, diese Gelegenheit nutzte ich dann auch, einige Arbeiten zu erledigen, die erforderlich waren. Zunächst wurden die Räder poliert, eine mühevolle Arbeit, dann mußte der vom Rost befallene Auspuff ausgebaut und lackiert werden. Beim Ausbau stellte ich fest, das kurz vor dem Schalldämpfer der Auspuff zu brechen drohte. Hier half nur noch Hartmut mit dem Schweißgerät und es war die bange Frage ob das denn mit dem E-Schweißgerät überhaupt machbar war. Mit der allerkleinsten Elektrode klappte das schließlich. Anschließend verteilte ich eine ganze Dose Auspuff-Lack (von Louis) gleichmäßig auf dem Auspuff. Natürlich in mehrern Arbeitsgängen.

Der Steinschlagschutz, aus einfachem Plastik, wurde ersetzt durch einen aus Blech, angefertigt von Hartmut G.

Die nachfolgenden Bilder zeigen die Country am bzw im Winterquartier

   

 

 



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