freturntoinnocence

Warning: death, sad (?), OOC, rape (andeutungsweise), AU

/..../ = Gedanken

Return to Innocence- Prolog

Schmerzen. Seine ganze Welt bestand nur noch aus Schmerzen. An seinem Körper schien es keine Stelle mehr zu geben, die nicht weh tat.... aber er war an Schmerzen gewöhnt.... hatte gelernt sie zu ignorieren.
Er hatte gekämpft, er war verletzt worden..... er hatte verloren. Sein Gegner war zu stark gewesen. Er hatte versagt. Aber das machte nichts. Nein, das war überhaupt nicht schlimm. Er würde wieder gesund werden und dann würde dieser Mistkerl für das, was er ihm angetan hatte, bluten müssen.... im wahrsten Sinne des Wortes.
Er würde auf herkömmliche Weise wieder gesund werden müssen, denn in dem endlosen Krieg um die Unabhängigkeit von Freezer und seinen Schergen waren inzwischen alle Medi-Tanks zerstört worden.
Mit einer schier unglaublichen Willensanstrengung drehte sich Vegeta aus seiner zusammengekrümmten Seitenlage auf den Rücken, woraufhin eine neue, heiße Schmerzwelle durch seinen gepeinigten Körper schoss. "Rache", flüsterte er rau. Flüstern war das einzige, wozu er noch in der Lage war, seine Stimme wollte ihm nicht mehr gehorchen. Am Anfang hatte er noch vor Schmerzen geschrieen, aber inzwischen war er heiser und hatte nicht mehr genügend Kraft dazu.
Er wusste nicht, wie lange er schon in diesem Bett auf der Krankenstation lag, aber er spürte, dass sein Vater die ganze Zeit bei ihm war. Es war ein beruhigendes Gefühl, denn obwohl er ihm an Kraft längst überlegen war, sah er immer noch zu dem König der Saiyajins auf .... und obwohl er fühlte, wie das Leben aus unzähligen Wunden aus ihm hinausfloss, tröstete ihn die Nähe seines Vaters und gab hm die Kraft weiterzukämpfen.
Vegeta knurrte wütend. Nein, so würde er nicht abtreten. Getötet von IHM? Nie!
Er durfte nicht sterben. Er war die letzte Hoffnung für sein Volk. Der Prinz der Saiyajins. Der stärkste Krieger seines Volkes. Der einzige, der den Sprung zum SuperSaiyajin schaffen könnte und den Krieg somit für dieses stolze Kriegervolk entscheiden konnte. Er hätte laut aufgelacht, wenn er gekonnt hätte. So ein paar Verletzungen würden ihn doch nicht umhauen! War ja lachhaft!
Jeder Atemzug kostete ihn mehr Mühe, doch er klammerte sich verzweifelt an das Leben.
/Was ist, wenn alle Recht haben? Wenn nach dem Tod die große Leere, das Nichts kommt?! Ich kann doch nicht einfach aufhören zu existieren!? Ich.... will nicht....!/
Vegeta konnte fühlen, wie der Tod mit eisigen Fingern nach ihm griff. Er versuchte die kalten Klauen, die sich um sein Herz schlossen, beiseite zu schlagen, wollte den ungebetenen Besucher aus seinem Körper vertreiben. /Nein..... meine Zeit ist noch nicht vorüber..... ich habe Angst..... ich will nicht sterben! Vater..... hilf mir!/
Eine Hand legte sich auf seine Schulter. "Vegeta? Vegeta!"
Schwach, wie durch Watte drang die Stimme seines Vaters an sein Ohr. /Vater? Ich will noch nicht...... So unternimm doch etwas!/ Er wollte schreien, aber seine Stimme versagte ihm endgültig ihren Dienst. Es reichte nicht einmal für ein leises Krächzen. Vegeta hörte, wie sein Vater immer und immer wieder seinen Namen rief, er wollte antworten, aber es gelang ihm nicht. Die eingeatmete Luft genügte schon lange nicht mehr, um seinen ganzen Körper mit Sauerstoff zu versorgen und nachdem seine Arme und Beine angefangen hatte zu kribbeln, spürte er jetzt überhaupt nichts mehr. Seine Verletzungen brannten wie Feuer und plötzlich wusste er mit Gewissheit, dass er seine Rache niemals bekommen würde. Egal wie sehr er kämpfte, er würde immer verlieren. Er konnte keinen Kampf gewinnen, der mit IHM zu tun hatte. Das war schon immer so gewesen.
Normalerweise hätte ihn dieser Gedanke wütend gemacht, ihn dazu angestachelt, härter zu kämpfen, aber jetzt erfüllte er ihn mit tiefer Melancholie. Er meinte, das höhnische Lachen zu hören, das so oft erklang und das ihn Tag und Nacht verfolgte. "Oh Vegeta! Du bist so ein böser Junge. Du weißt doch, dass du nur umso mehr Schmerzen hast, wenn du dich dagegen wehrst, dass ich von deinem Körper Besitz ergreife."
/Geh weg.... lass mich in Ruhe.... kannst du nicht einmal jetzt aufhören, mich zu verfolgen?!/
Das Bild seines Peinigers schob sich vor sein inneres Augen. Vegeta versuchte es fortzuschieben- das war sicherlich nicht das Letzte, das er vor seinem Tod sehen wollte, aber er hatte keinen Erfolg und gab resignierend auf.
/Müde. Ich bin diesen endlosen Kampf so leid......./
Er ließ zu, dass die unerträgliche Spannung aus seinem Muskeln wich, entspannte sich und gab diesen sinnlosen Kampf auf. Das Bild verschwand und machte einer tiefen Schwärze Platz. /Ich fühle nichts, ich sehe nichts, ich höre nichts..... ist das der Tod, die Ewigkeit?/
Plötzlich erschien genau vor ihm en helles, weißes Licht. Strahlender als alles, was er bisher gesehen hatte und aber dabei so sanft, das es nicht blendete. Seine Wärme vertrieb die lähmende Kälte aus Vegetas Körper und der Prinz streckte eine Arm danach aus. /Nimm mich mit.... lass mich nicht hier../ Er stand auf, ließ sich zu dem Licht hinziehen und spürte, wie ihn ein bisher nie gekannter Friede erfüllte.
"VEGETA!"
Der verzweifelte Aufschrei seines Vaters ließ ihn den Kopf wenden und ein bizarres Bild erblicken. Er sah sich selbst auf einen Bett liegen, blutüberströmt, aber mit einem fast friedlichen Gesichtsausdruck. Sein Vater stand über ihn gebeugt, hatte ihn an den Schultern gepackt und sah ihn mit hilfloser Verzweiflung an.
"Es ist vorbei, mein König. Wir können nichts mehr für ihn tun. Euer Sohn ist tot."
/Tot? Ich bin nicht tot! Im Gegenteil, ich fühle mich besser als je zuvor!/ Er sah zu wie sich sein Vater langsam aufrichtete und starr auf seinen Körper hinunter blickte, während kleine glänzender Perlen seine Wangen hinunterliefen. Vegeta spürte, wie sich sein Herz zusammenkrampfte. Er hatte seinen Vater noch nie weinen sehen. Er wollte zu ihm, ihn in den Arm nehmen, trösten, doch der Gegenzug des Lichtes war stärker.
Plötzlich war Vegeta seine gegenwärtige Lage egal und er wollte nicht mehr wissen, was sich hinter diesem Licht verbarg. Schmerzen vergingen, konnten ignoriert werden, aber er konnte es nicht ertragen seinen Vater weinen zu sehen. /VATER!/ Er streckte in einer hilflosen Geste die Arme nach dem König aus und wurde dann von dem warmen weißen Licht verschluckt. /Verzeih mir Vater, dass ich nicht bei dir bleiben konnte./

TBC

So, das war's fürs Erste. Ich hoffe, es hat euch gefallen. Vergesst nicht zu reviewen!!! ^^ Eure Fellfie

 

Widmung: Federvieh, Lady Cai

 

Warning: OOC, sad(?), rape (andeutungsweise), AU

 

Anmerkung: DB ist in meiner Fic wirklich passiert, aber DBZ und DBGT gibt es nicht. Goku hat nach seinem Tod von Enma Daio, dem König der Unterwelt, alles über seine Vergangenheit erfahren. Dass er ein Saiyajin ist, als Baby auf die Erde geschickt wurde, um diese zu vernichten etc. Zudem könnte es sein, dass ihr euch etwas an ‚Shadow of the Past’ erinnert fühlt. Es könnte sein dass mich diese tolle Story unbewusst zu einigen Elementen der Fic inspiriert hat, also lasst euch nicht stören.

Die Geschichte ist aus Vegetas und aus Gokus Sicht geschrieben und die Perspektive wechselt eigentlich mit schöner Regelmäßigkeit, aber es kann auch passieren, dass einer von den beiden zweimal hintereinander kommt, also müsst ihr etwas aufpassen, okay?

Die Hölle ist eigentlich so, wie ihr sie aus DBZ kennt, aber an einigen Stellen habe ich mir ein paar künstlerische Freiheiten rausgenommen.

 

 

*.....* sind Flashbacks bzw. Erinnerungen, manchmal auch Träume (alles in der 3. Person Singular geschrieben)

 

„......“ ist Gequatsche

 

/....../ sind Gedanken und

 

‚.....’ ist die böse kleine Stimme in Veggies bzw. Kakis Kopf (kommt eben auf die Perspektive an)

 

[Zahl] sind Anmerkungen, die ich ans Ende des Kapitels geschrieben habe, um nicht ständig reinquatschen zu müssen.

 

1.Kapitel- Begegnung

 

Ich sah mich um, während ich zielstrebig auf den großen Palast des Daikaios zulief. Ich hatte schon fast vergessen, wie der Himmel aussah. Na gut, die Unterschiede zur Hölle waren nicht soooo gewaltig, aber dieser Platz strahlte den Frieden aus, den ich insgeheim so lange vermisst hatte.

Als die Einladung zur Geburtstagsparty des Daikaios gekommen war, hatte ich zuerst gezögert wieder hierher zu kommen. Vielleicht aus Angst festzustellen, was mir in der Hölle alles fehlte. Aber letztendlich hatte ich mir ein Herz gefasst und hatte meine Arbeit dort unten einfach einmal Arbeit seien lassen. Ich hatte gegrübelt, welche Kleidung wohl angemessen wäre, ob ich vielleicht im Anzug erscheinen sollte, aber hey, das war der Daikaio. Der alte vollkommen durchgeknallte Opa, der mal wieder ein Jährchen älter wurde und wahrscheinlich selbst nicht mehr wusste, wie alt er nun eigentlich wirklich war. Deshalb hatte ich einfach meinen orange-roten Kampfanzug anbehalten. So kannten mich schließlich auch alle.

Vor der großen Tür zögerte ich und lächelte. Die Leute dort drinnen schienen einen Mordsspaß zu haben; die Musik und das Gelächter drangen bis hier her.

Eine schrille Stimme rief hinter mir erfreut: „Goku! Endlich sehe ich dich mal wieder!“

Ich drehte mich um und sah eine Seele auf mich zufliegen. „Oh, hi Chichi! Lange nicht mehr gesehen.”

„Ich dachte schon, ich sehe dich nie wieder“, schluchzte die Seele. „Seit du diesen Job in der Hölle angenommen hast, lässt du dich überhaupt nicht mehr blicken.“

„Nah, Chichi! Ich habe so viel zu tun und deshalb überhaupt keine Zeit, dem Himmel einen Besuch abzustatten. Was machst du überhaupt hier? Ich dachte, die Seelen halten sich woanders auf!?“

„Tun sie ja auch, aber ich bin den ganzen weiten Weg gekommen, nur um dich zu sehen. Du kommst ja nie vorbei.... trainierst immer nur, wenn du den Himmel mit einem deiner viel zu seltenen Besuche beehrst.“

/Ja, was hast du denn gedacht? Ich bin ein Saiyajin. Training und Kampf sind mein Leben.../

Plötzlich wurde die Tür geöffnet und Meister Kaio lachte mir entgegen. „Ich wusste doch, dass ich etwas gehört habe, komm doch rein.“ Er packte mich und zog mich mit sich. Ich hatte nicht einmal Gelegenheit, mich von meiner Ex-Ehefrau [1] zu verabschieden.

„Ich hatte schon befürchtet, dass du gar nicht kommst. Da werden sich aber alle freuen!“

Und ehe ich mich versah, befand ich mich in dem großen Festsaal, umringt von alten Bekannten und Freunden, die alle durcheinander riefen. Ich lachte, erleichtert wieder in so angenehmer Gesellschaft zu sein. „Ihr habt mir gefehlt, Leute!“

„Hast du viel Ärger in der Hölle?“, fragte Paikuhan.

„Ach, es geht so“, erwiderte ich, während ich nach dem Buffet Ausschau hielt. „Inzwischen scheinen sich die meisten daran gewöhnt zu haben, dass ich stärker bin und ihnen ordentlich den Marsch blasen kann, wenn sie mal wieder Dummheiten anstellen.“

„Na, dann freu dich mal nicht zu früh“, erwiderte eine dunkle Stimme und als ich aufsah erkannte ich Enma Daio [2] und blinzelte verwirrt. „Wieso?“

„Ich habe heute früh einen in die Hölle geschickt, der dir noch ziemliche Schwierigkeiten bereiten wird. Er ist ein Saiyajin genau wie du. Ich hab ihm seinen Körper gelassen, weil er wirklich ein guter Krieger war und ich dachte, du bräuchtest mal wieder einen Trainingspartner da unten und was macht der Kerl als erstes? Anstatt sich zu bedanken, schießt er mir ein Loch in die Wand und verzieht sich dann ohne ein weiteres Wort zu verlieren mit einem grimmigen Gesichtsausdruck in die Hölle.“

Ich fühlte mich grinsen. Etwas, das nun eigentlich nicht typisch für mich war, das sich aber doch immer wieder auf mein Gesicht schlich, wenn es um einen guten, ehrlichen Kampf ging. „Hört sich interessant an. Ich hatte schon lange keinen richtigen Gegner mehr.“ Gleich morgen würde ich mich auf die Suche nach ihm machen. Ich bin sicher, meine Augen leuchteten vor Vorfreude und ich spürte wie sich mein Herzschlag erwartungsvoll beschleunigte. Das waren ja gute Aussichten für den morgigen Tag! Plötzlich fiel mir der Blick auf, mit dem Paikuhan mich bedachte und ich fühlte mich plötzlich wie irgendein Snack, der kurz davor stand, von einem sehr Hungrigen verspeist zu werden. Ich runzelte die Stirn und fragte: „Is’ was?“

„Ich hab mich nur gerade gefragt, ob du wieder stärker geworden bist. Es sieht ja ganz so aus, als hättest du fleißig weitertrainiert.“

Ich lachte. „Na für dich reicht's immer noch!“ Mal sehen, ob er auf die versteckte Herausforderung einging. Ich fühlte mich rundum zufrieden. Es tat gut, wieder unter Freunden zu sein.

„Das ist noch nicht raus. Aber wir können es gerne testen.“

In diesem Moment entdeckte ich jedoch das reichlich gedeckte Buffet und Paikuhans Herausforderung war plötzlich zweitrangig für mich. „Nicht jetzt“, wehrte ich ab, während ich mir hungrig die Lippen leckte und mich dann auf den Weg machte, um mir die Köstlichkeiten auf dem Tisch einzuverleiben.

Zwischen Sandwich und Truthahn wanderte meine Gedanken wieder zu dem fremden Krieger von dem mir Enma Daio gerade erzählt hatte. Ein Saiyajin, einer von meiner Rasse, jemand, der mir vielleicht mehr über unser Volk erzählen konnte, als es Enma Daio vermocht hatte. Es wäre gelogen gewesen, hätte ich behauptet, dass ich mich nicht darauf freute, diesen Krieger zu treffen, mit ihm zu kämpfen. Plötzlich wünschte ich mir, ich wäre zu Hause geblieben. Dann hätte ich ihn vielleicht sogar noch heute treffen können. Geduld war wirklich nicht meine Stärke, aber die paar Stunden bis morgen, würde ich sicher noch überleben..... hoffentlich.

 

*******

Frustriert sah ich von dem Papierkram auf meinem Schreibtisch auf. Wie konnte sich innerhalb von vierundzwanzig Stunden nur so viel anhäufen? So wie es aussah, würde ich heute doch noch nicht dazu kommen, auf die Suche nach dem Neuankömmling zu gehen. Und morgen nicht, übermorgen nicht und überübermorgen nicht, weil sich jeden Tag so ein Berg hier anhäufte.

Mit einem ärgerlichen Ruck stand ich auf. Dabei versetzte ich dem Stuhl solch einen Stoß, dass dieser, nachdem er ein paar Sekunden auf den beiden hinteren Beinen gestanden hatte, als wäre er sich noch nicht ganz schlüssig darüber, ob er nun doch stehen blieb oder nicht, mit einem lauten Poltern umfiel.

Wieso hatte ich damals, als Meister Kaio mich fragte, ob ich vielleicht in der Hölle für Ordnung sorgen wollte, nicht einfach abgelehnt? Warum hatte ich dem Vorschlag, der Höllenchef zu werden, ohne zu zögern zugestimmt? Musste wohl ein Zustand vorübergehender Hirnerweichung meinerseits gewesen sein. Ich fluchte kurz und für mich völlig untypisch, warf noch einen Blick auf das Chaos auf meinem Schreibtisch, zuckte dann aber mit den Schultern und verließ den Raum. Manchmal musste man eben Prioritäten setzen.

Als ich aus dem Haus hinaus trat, streckte ich mich ausgiebig und blinzelte zum klaren, blauen Himmel auf. /Herrliches Wetter. Geradezu ideal zum Trainieren./ Ich beschloss mich etwas zu entspannen und dann zu meinem angestammten Trainingsplatz zu fliegen und meinem Körper und meiner Saiyajinseele etwas Gutes zu tun.

Dieser Ort hieß zwar Hölle, hatte aber auch etliche schöne Flecken. Ich machte mich auf den Weg zu meinem Lieblingsplatz und ließ mich dort unter einem großen Baum mit weit ausladender Krone nieder. Von hier aus konnte ich genau zu dem kleinen Wasserfall blicken, der den tief blauen See mit Wasser versorgte. Die Blätter des Baumes über mir bewegten sich leise raschelnd im Wind und ab und zu blitzte das Sonnenlicht durch das dichte Laubwerk. Ich lehnte den Kopf zurück und lauschte dem Rauschen des Wasserfalls und erlaubte meinen Augen zuzufallen. Plötzlich trug der Wind einen schwachen Geruch zu mir herüber, der mir gänzlich unbekannt war und der merkwürdige Empfindungen in mir weckte, die ich im Moment noch nicht zuordnen konnte. Verwirrt öffnete ich die Augen und schnüffelte, aber der Duft war verschwunden. Etwas enttäuscht ließ ich meinen Blick kurz über die Umgebung schweifen und kurz bevor ich mich wieder entspannt zurücklehnen wollte, fiel mein Blick auf etwas, das meinen Unterkiefer vor Überraschung herunterklappen ließ. Ich sah bestimmt aus wie ein kompletter Vollidiot, aber in dem Augenblick war für solche Nebensächlichkeiten in meinem Kopf kein Platz

Auf der anderen Seite des Sees stand ein junger Mann auf einem Felsen. Stolz und aufrecht mit schwarzen Haaren, die wie eine Flamme nach oben zeigten, den Begriff ‚Erdanziehungskraft’ zu belächeln schienen und die sich im Moment sanft im Wind wiegten. Seine Gesichtszüge waren ebenmäßig, ja geradezu perfekt, und aus seinem Augen sprach ein unbeugsamer Willen. Er stand einfach nur da und blickte mit undeutbarem Ausdruck ins Leere.  Er wirkte.... wild, unbezähmbar..... und war einfach nur wunderschön.

Mein Herz beschleunigte seinen Schlag und ich spürte wie mir die Wärme in die Wangen stieg. Ich hatte noch nie solch offenkundige Bewunderung für einen Mann empfunden, aber....

Ich schluckte hart. /Wer um alles in der Welt ist das???/ Meine Augen verfolgten bewundernd jeder Bewegung, als der Fremde plötzlich begann seine Stiefel und Handschuhe auszuziehen und mit einem eleganten Kopfsprung von dem Felsen in das klare, blaue Wasser eintauchte.

/Perfektion hat einen Namen!/ Ich lehnte mich etwas vor, um besser auf den See blicken zu können und mein Blick folgte dem Fremden wie magisch angezogen, als dieser mit kräftigen Zügen mehrere Runden in dem herrlich kühlen See drehte. Die Haare zeigten dabei, obwohl sie nass waren, immer noch nach oben.

/Ob er der Saiyajin ist, von dem mir Enma Daio erzählt hat?/ Vielleicht hatte ich ja durch Zufall den gefunden, den ich seit gestern hatte treffen wollen. Selten habe ich mir etwas so gewünscht.

 

Das kühle Wasser glitt fast zärtlich an meiner Haut vorbei und kühlte die zahlreichen oberflächlichen Verletzungen, die ich mir im Kampf mit einigen anderen Bewohnern dieses seltsames Ortes zugezogen hatte.

Hiermit war es also amtlich. Man löste sich nach dem Tod nicht einfach auf und hörte auf zu existieren, sondern kam in eine Welt voller seltsamer Geschöpfe, die nur eines im Sinn zu haben schienen: dich klein zu kriegen. Ich spürte, wie meine Lippen sich zu dem typischen Saiyajingrinsen verzog, das so viele andere Völker gefürchtet hatten. Da konnten sie aber lange warten. Jedes Mal wenn ich einen von ihnen zusammengeschlagen hatte, dachte ich die Plage wäre nun ein für alle Mal erledigt, aber langsam gewöhnte ich mich an den Gedanken, dass dieses Masochisten anscheinend nicht genügend Schläge kriegen konnten.

Wahrscheinlich, so dachte ich im Stillen, waren sie so feindselig, weil ich noch neu war und mir noch keine feste Stellung erkämpft habe. /Na, wartet bloß. Wenn ich mit euch fertig bin, werdet ihr mich auf Knien anflehen, mir dienen zu dürfen!/

Plötzlich registrierten meine feinen Saiyajinsinne die Anwesenheit einer weiteren Person ganz in meiner Nähe. Ich stoppte meine Schwimmzüge und sah mich misstrauisch und vorsichtig um. Wieder jemand, der mich herausfordern wollte?

Ich spürte fremde Augen auf mir ruhen und begann mich sehr unwohl zu fühlen und fragte mich, ob dieser jemand wohl eine ernsthafte Bedrohung für mich darstellen würde. Was natürlich eine lachhafte Frage war. Ich war der Prinz der Saiyajins, mir konnte niemand das Wasser reichen. /Niemand... wirklich niemand.... ich bin stärker als jeder, der es je gewagt hat mich herauszufordern... stärker.../ Diesen Satz wiederholte ich seit Jahren immer und immer wieder, wenn mir eine Herausforderung bevorstand, so lange, dass ich inzwischen beinahe selbst davon überzeugt war. Ich war stärker als jeder andere hier....

,.... und trotzdem schwächer als ER..... nicht wahr, kleiner Prinz?’ Ich versuchte die spöttische Stimme zu ignorieren und mich auf den Fremden zu konzentrieren. Und endlich entdecke ich ihn. Er saß unter einem Baum, fast unsichtbar im Wechselspiel von Licht und Schatten. Einen absurden Moment lang schien es mir als würde er riesige weiße Schwingen auf dem Rücken tragen, doch ich schüttelte sogleich den Kopf darüber und mein übliches zynisches Grinsen vertiefte sich. Es war schwachsinnig, so etwas gesehen haben zu wollen. Es gab keine Engel!

Ich schwamm langsam zu ihm herüber und ließ ihn dabei nicht aus den Augen, aber er machte keine Anstalten sich von seinem Sitzplatz zu erheben und mich anzugreifen. Wie lange er wohl schon dort saß und mich beobachtete? Mein Herz begann plötzlich ohne ersichtlichen Grund schneller zu schlagen und in meinem Bauch fing es an zu kribbeln. Ärgerlich versuchte ich beide Gefühle auszuschalten, doch ganz gelang es mir nicht.

Langsam verließ ich das Wasser und schritt würdevoll auf ihn zu. Ich wusste selbst nicht, warum ich hier war, was ich herausfordern wollte. Ich blieb zwei Schritte entfernt von ihm stehen und blickte ihn stumm an. Er sah aus seinen klaren, schwarzen Augen zu mir auf und der Sprung, den mein Herz bei diesem Anblick machte, überraschte mich. Seine Augen waren so anders, als die der meisten hier. Ohne Hass und Ablehnung. Einfach nur freundlich.... und warm.... Doch bevor ich mich in ihnen verlieren konnte, verengte ich meine Augen und fauchte: „Wer hat dir erlaubt, mich zu beobachten?“

Er ging überhaupt nicht auf meinen aggressiven Tonfall ein, sondern antwortete in einer merkwürdig unschuldigen Art, wie sie mir noch nie begegnet war: „Das hier ist ein öffentlicher Platz Wenn du baden willst, ohne dass dir jemand zusieht, musst du das zu Hause tun. Ich habe dich noch nie hier gesehen. Bist du neu?“

Hatte dieser Typ denn überhaupt keinen Respekt? Eigentlich hätte er vor Angst zittern müssen, aber stattdessen saß er seelenruhig vor mir und wagte es, von sich aus das Wort an mich, dem Prinzen eines Volkes starker und stolzer Krieger zu richten. Wäre ich noch zu Hause.... ich brach den Gedanken ab, bevor sich mein Herz sich in Erinnerung an die Tränen meines Vaters wieder schmerzhaft zusammenziehen konnte.

„Dämliche Frage. Natürlich bin ich neu hier.“ Irgendwie kam ich nicht so richtig in Fahrt. Der Schwall von spöttischen und drohenden Worten blieb mir im Halse stecken und ich wusste nicht, wieso er solch eine Wirkung auf mich hatte. „Wage es nie wieder, mich so ungeniert zu begaffen“, zischte ich noch, bevor ich mich abwandte und zu meinen Sachen zurückkehrte. Erst nachdem sie ausgesprochen waren, fiel mir auf, wie prüde diese Worte geklungen hatten. Sicher, auf Vegeta-sei hatte es kaum jemand gewagt, mich anzublicken, weil ich es als Herausforderung hätte verstehen können, aber hier lief irgendwie sowieso alles anders. Ich biss mir auf die Unterlippe und ärgerte mich über meine unbedachte Reaktion. Hier war ich kein Prinz, hier war ich nur.... einer von vielen.... ein Nichts.... etwas das man übersehen konnte, wenn man wollte.....

‚Warst du das nicht schon immer- ein Nichts? Konntest nicht einmal gegen ihn zu Wehr setzen, als er dir deine Unschuld raubte und versuchte auf die grausamste Art und Weise deinen Stolz zu brechen..... Schwächling! Du bist nicht würdig, der Prinz der Saiyajins zu sein!’

„Nein“, keuchte ich und spürte, wie sich ein noch längst nicht vergessener Schmerz tief in  mein Herz schnitt. „Ich... ich bin würdig..... ich bin nicht schwach..... wenn ich überlebt hätte, hätte ich ihn zu Hackfleisch verarbeitet....... ganz sicher....“ Ich spürte, dass meinen Worten die Überzeugungskraft fehlte und wie der Zweifel an mir nagte. Wäre ich wirklich jemals in der Lage gewesen, Zarbon zu besiegen?

Ich versuchte, diese Gedanken auszuschalten und auf andere Bahnen zu lenken. Und das ging am besten bei einem guten, harten Training. Ich zog mir mit einem ärgerlichen Ruck meine Handschuhe an und schlüpfte in meine Stiefel. Dann verließ ich den Ort des Geschehens mit merkwürdig langsamen Schritten.

Ich spürte seine Blicke in meinem Rücken und eigentlich hätte es mich anwidern und zur Eile antreiben müssen, aber das Gegenteil war der Fall. Der herausfordernde Schwung meiner Hüfte fiel mir erst auf, als ich außer Sichtweite war. Erschrocken stellte ich ihn sofort ein.

/Was ist nur los mit dir, Vegeta? Wieso präsentierst du dich auf so eine Art und Weise?/ Ich seufzte tief. Zum Glück war die Hölle groß genug, dass ich diesem verwirrendem jungen Mann nie mehr über den Weg laufen musste, wenn ich mir etwas Mühe gab.

 

Ich kuschelte mich in eine Ecke der Couch und sorgte dafür, dass die Kekse in greifbarer Nähe standen. Dann wandte ich mich dem äußerst interessanten Stück Papier auf meinem Schoß zu. Ich hatte es aus meinem Büro mitgehen lassen, weil ich lieber Ruhe um mich herum haben wollte, wenn ich es las und nicht ständig damit rechnen musste, dass irgendjemand hineinstürmte und mir mitteilte, dass es schon wieder irgendwo ein Problem gab.

Der Lebenslauf des vor kurzem hier eingetroffenen Saiyajins.

Ich atmete einmal tief durch und öffnete dann die Akte. Was ich erblickte, ließ mein Herz schneller schlagen. Aus dem Bild in der rechten oberen Ecke blickten mich zwei faszinierende Augen an und der Stolz, der sich in ihnen wiederspiegelte, betonte die königlichen Gesichtszüge ihres Besitzers hervorragend. Natürlich erkannte ich ihn sofort wieder. Ich war ihm heute am See begegnet. In meinem Inneren brachen wahre Chöre voll Jubelgesang los. Meine Gebete waren erhört worden. Er war es.....

Meine Augen rissen sich von seinem Bild los, um nach seinem Namen zu suchen.

Vegeta. Prinz Vegeta.

Ein Prinz also. Der Prinz meines Volkes. MEIN Prinz. Kein Wunder, dass er so stolz und unberührbar wirkte. Jetzt wunderte mich auch die majestätische Aura, die ihn umgab, nicht mehr. Von ihm würde ich endlich etwas über das wahre Wesen meines Volkes erfahren.

Ich überflog seine Daten und blieb bei seinem Geburts- und Sterbedatum hängen. Er war nur einundzwanzig Jahre alt geworden? Damit wäre er zwei Jahre älter als ich, wenn man von dem Alter zum Zeitpunkt des Todes ausging.

Ich blätterte seine Akte durch und war völlig gefesselt von der Beschreibung seines Lebens. Er hatte seit frühster Kindheit eine knallharte Eliteausbildung durchgemacht, die ihn zum stärksten Saiyajin machen sollte, denn nur wer Macht und Kraft besaß, wurde bei meinem Volk akzeptiert. Der König musste demzufolge selbstverständlich der stärkste lebende Saiyajin sein.

Das harte Spezialtraining erklärte natürlich sein hohes Ki.  Als er vor mir gestanden hatte und ich aus reiner Neugierde seine Aura geprüft hätte, wäre ich vor Überraschung fast umgefallen. Seine Kampfkraft war fast so hoch wie meine, und das obwohl ich bereits vierzig Jahre länger trainierte als er. Ich lächelte. Enma Daio hatte Recht gehabt. Vegeta war ein wirklich guter Krieger. Vielleicht war er sogar besser als ich. Kampfkraft allein war ja schließlich nicht alles....

Ich schloss die Augen und sah ihn wieder vor mir. Seine eleganten Bewegungen als er auf mich zukam, die stolze, distanzierte Haltung, als er mit seiner angenehm weichen Stimme zu mir sprach, das wütende Funkeln seiner Augen..... Ja, es würde Spaß machen, sich mit ihm zu messen, aber dafür musste ich wohl in Bestform sein. Ich streckte mich, gähnte und stand dann auf, um ins Bett zu gehen.

Nach unserer Begegnung hatte ich völlig vergessen, dass ich eigentlich noch hatte trainieren wollen. Das Einzige, für das in meinem Kopf noch Platz gewesen war, war der Gedanke, dass ich unbedingt herausfinden musste, ob er der Saiyajin war, von dem mir Enma Daio erzählt hatte. Es hatte natürlich Ewigkeiten gedauert bis ich in dem Chaos meines Büros die Akte gefunden hatte. Ich räumte hier nicht sehr oft auf, weil ich mich sowieso nicht oft hier aufhielt und die Arbeit stapelte sich dementsprechend schon meterhoch. Saiyajins waren eben nicht zur Erledigung von Papierkram geboren! Aber schließlich war die Suchaktion, nach der das kleine Zimmer noch mehr wie das Opfer eines Flächenbombardements aussah als vorher, erfolgreich gewesen.

Vorsichtig legte ich den kostbaren Schatz jetzt in die Schublade meines Nachttisches, sah noch einmal schnell nach, ob das Baby, das ich sozusagen adoptiert hatte, auch tief und fest schlief und ging dann duschen. Morgen würde ich ihn definitiv herausfordern. Und es würde endlich mal wieder einen Kampf geben, der mich forderte.

 

********

Dafür, dass ich es eigentlich kaum noch erwarten konnte, ihn wiederzusehen, schlief ich erstaunlich lange. Die Sonne stand schon hoch, als mich das ungeduldige Knurren meines Magens weckte. Ich rieb mir verschlafen die Augen und versuchte mich daran zu erinnern, was ich mir gestern Abend vorgenommen hatte.

Richtig, ich wollte meinen Prinzen zu einem Trainingskampf herausfordern. Das konnte ich aber nicht solange ich hier faul im Bett lag. Der Kleine war bestimmt schon versorgt, sonst hätte mich sein protestierender Schrei schon längst aus dem Schlaf gerissen. Wie gut, das sich einige hier einem Narren an dem kleinen Bündel gefressen hatten. Ich brauchte abends nur die Tür nicht abschließen und dann war der Kleine am nächsten Morgen versorgt. Fast so ein bisschen wie in diesem komischen Märchen mit den Heinzelmännchen.

Ich lachte leise und ging trotzdem einmal nach dem Rechten sehen. Zu meiner Überraschung war das Babybettchen leer. Doch bevor ich mir anfangen konnte, mir ernsthaft Sorgen zu machen, entdeckte ich den Zettel, der im Bett lag und atmete beruhigt auf. Die beiden Höllenwächter (A/N: Ihr wisst schon, der rote und der blaue, denen Goku begegnet ist, als er vom Schlangenpfad fiel. Ich habe ihre Namen vergessen (wurden sie überhaupt jemals genannt??)) hatten ihn mal wieder mitgenommen, um mit ihm zu spielen. Das war eigentlich das Beste, was mir hatte passieren können. So konnte ich mich den ganzen Tag Vegeta widmen.

Ich lief zurück ins Bad, duschte, zog mich an und nachdem ich dann ein reichliches Frühstück zu mir genommen hatte, verließ ich das Haus und suchte nach Vegetas Ki.

Es war natürlich nicht schwer zu finden. Aus den vielen Auren der Hölle stach seine ganz besonders deutlich hervor, denn seine Kampfkraft war höher als jede andere.... und dann war da noch etwas in ihr, das mich verwirrte, das ich aber im Moment nicht genau zuordnen konnte, das aber eindeutig einen Teil seiner Persönlichkeit auszeichnete.

Ich flog los und wunderte mich, das es so lange dauerte, bis ich ankam. Natürlich flog ich nicht langsamer als sonst, eher im Gegenteil, aber trotzdem kam es mir unendlich lange vor. Kurz bevor mein Ziel in Sichtweite kam, meldete sich mein Instinkt und teilte mir mit, dass irgendetwas nicht in Ordnung war. Ich runzelte die Stirn und suchte vorsorglich die Umgebung um Vegetas Ki ab- und fand ungefähr vier Dutzend andere Kisignaturen in seiner unmittelbaren Nähe. Was ging da vor?

 

Diese Idioten waren doch tatsächlich der Meinung, dass sie eine Chance gegen mich hätten, wenn sie mich in kleinen Grüppchen angriffen! Tse! Von den Schwachmaten könnte man eine ganze Armee aufstellen und die wären immer noch kein Problem für mich.

Ich fixiert meine drei Kontrahenten mit einem aufmerksamen Blick und bleckte angriffslustig die Zähne.

Eigentlich war ich auf dem Weg zu diesem See gewesen, an dem ich gestern diesem komischen Typen begegnet war, um ein erfrischendes Bad zu nehmen (und natürlich NICHT in der Hoffnung ihn wiederzusehen; ich hatte im Stillen beschlossen, dass ich ihn absolut nicht ausstehen konnte), da war mir dieser Haufen Lebensmüder in den Weg getreten und hatte mich zum Kampf herausgefordert. Zu ihrem eigenen Glück waren sie bereits tot, sonst hätte ich sie höchstpersönlich und mit dem größten Vergnügen ins Nirvana gepustet.

Obwohl ich sie für ihre offensichtliche und schier unglaubliche Dummheit verachtete, musste ich zugeben, dass das ein ausgezeichnetes Training war. Es schulte mein Reaktionsvermögen besser, als es ein Einzeltraining je vermocht hätte.

Als die drei dann zum Angriff übergingen, hatte ich wie erwartet keine Probleme, ihre Schläge und Tritte abzuwehren. Man konnte ihren Ärger darüber deutlich in ihren Gesichtern ablesen und ich musste grinsen und gab ihnen gerade lange genug Zeit, meinen Gesichtsausdruck zu studieren, und sich ernstlich Sorgen deswegen zu machen, bevor ich meinerseits in die Offensive ging.

Ich packte einen am Arm und benutze seinen Körper als Waffe, in dem ich mich einmal um mich selbst drehte, dabei seine zwei Kumpels aus dem Weg räumte, bevor ich ihn losließ und er wie ein Stein zu Boden fiel und einen kleinen Krater hinterließ. Ich ruhte mich aber keineswegs aus, sondern setzte den anderen beiden nach, die sich immer noch nicht gefangen hatten und eine Kombination aus einem wuchtigen Kinnhaken und einem schnellen Tritt aus der Hüfte heraus setzte Nummer eins völlig außer Gefecht. In meiner Bewegung war immer noch genug Schwung, um meinen Körper herumzukatapultieren, den Schlag von Nummer zwei zu blocken, und mit einer gekonnten Hüftdrehung einen wohlberechneten Tritt in seinem hässlichen Gesicht zu platzieren. Sein Kopf flog zur Seite und bot mir seinen ungeschützten Hals dar. Natürlich ließ ich diese Chance nicht ungenutzt verstreichen, verschränkte blitzartig die Finger ineinander und traf mit meinem kraftvollen Schlag den empfindlichen Punkt zwischen Schulter und Hals. Er stöhnte schmerzerfüllt auf und indem ich ihm meinen Ellenbogen in den ungedeckten Rücken rammte, schickte ich ihn endgültig zu Boden. Zwei waren jetzt ausgeschaltet, blieb noch einer. Der hatte sich inzwischen aus seinem Krater herausgearbeitet und raste in einem beachtlichen Tempo auf mich zu. Er war ganz und gar auf den Angriff konzentriert, sodass er seine Verteidigung sträflich vernachlässigte. Ich grinste herablassend, wich im letzten Moment ein kleines Stück zur Seite, winkelte das Bein an und mein Knie kollidierte mit seinem Magen. Seine Reaktion darauf bestand aus einem kurzzeitigen Schlaffwerden seines Körpers und einem deutlichen „Uff!“ Ohne weiter darüber nachzudenken, packte ich seinem Kopf und verdrehte ihn um hundertachtzig Grad. Es gab ein gut hörbares Knacken, aber zu spät fiel mir ein, dass er ja bereits tot war und ein Genickbruch ihn sicher nicht noch einmal töten würde. Es war lediglich eine instinktive und vielfach geübte Reaktion gewesen.

Etwas verwirrt ließ ich ihn los und hörte, wie er sich beschwerte: „Hey, verdammt! Was sollte das? Wer soll das jetzt wieder richten?“ Dabei hatte er mir seine Kehrseite zugewandt, sodass er mich ärgerlich anblicken konnte. Die ganze Sache war so makaber, dass es schon wieder lustig war. Ich lachte belustigt auf und schickte ihn dann mit vier raschen Schlägen ins Gesicht und in den Magen ins Land der Träume. Schwächling!

Zufrieden blickte ich mich um und wartete auf die Nächsten, die es versuchen wollten.

Doch es kamen keine weiteren und der Grund dafür war ziemlich offensichtlich. Er. Ich schluckte schwer, als ich diesen jungen Mann mit dem wilden schwarzen Haarschopf erkannte. Er stand vor dem Rest dieser erbärmlichen Truppe und sein Körper wirkte aus irgendeinem Grund wie ein lebendiger Schutzschild. Es traute sich keiner an ihm vorbei.

Nachdem der erste Schreck überwunden war, kaute ich nachdenklich auf meiner Unterlippe. Wenn diese Volltrottel da unten so viel Angst vor ihm hatte, war er sicher ziemlich stark; wahrscheinlich sogar der Stärkste von ihnen. Und das obwohl ihm offensichtlich jede Aggressivität, Verbitterung und jeglicher Hass fehlten. Woher sollte er also seine Kraft nehmen?

„Guten Morgen Vegeta!“, rief er mir mit seiner fröhlichen Stimme zu.

Morgen? In welcher Welt lebte er denn nur? Es war bereits Mittag! Und woher kannte er überhaupt meinen Namen?!? Ich erwiderte nichts, sondern starrte ihn nur weiter durchdringend an und wartete darauf, dass er mir endlich sagte, was er von mir wollte.

„Was hältst du von einem kleinen Trainingskampf?“

Ich musste ganz ehrlich sagen, dass mich dieses Angebot überraschte. Er wirkte so friedlich, dass die bloße Vorstellung von ihm in einem Kampf beinahe lächerlich war. /Na, dann wollen wir doch mal schauen, ob er mir vielleicht sogar annährend das Wasser reichen kann./ Ich grinste und nahm meine Ausgangsstellung ein. Er schwebte hoch, bis er mit mir auf einer Höhe war, griff aber wider Erwarten nicht an, sondern meinte: „Komm, lass uns woanders hinfliegen.“

Ich verbarg meine Verwirrung, indem ich mit den Schultern zuckte und betont gelassen antwortete: „Von mir aus. Dich mach ich überall platt!“

Er lächelte bloß und flog dann voran. Einen Moment fragte ich mich, ob er mein kleines Spiel durchschaut hatte, aber sagte mir sofort, dass das unmöglich war. Schließlich kannte er mich gar nicht. Ich schloss zu ihm auf und spürte seinem aufmerksamen Blick auf mir ruhen. Ich wollte ihn gerade deswegen anfahren, als ich begriff, welchen Zweck er mit diesem Ortswechsel verfolgte. Während des Fluges konnte er mich bereits taxieren und einschätzen. Bei der Erkenntnis rutschte eine Augenbraue bewundernd in die Höhe. Er war gar nicht so dumm, wie er aussah.

Wir landeten auf einer Fläche, die aussah, als wäre sie durch unzählige Kämpfe eingeebnet worden. Ein idealer Platz zum trainieren. Ein weiteres Mal musste ich mein Meinung über ihn revidieren. Es war anzunehmen, dass das hier sein Trainingsplatz war und das wiederum bedeutete, dass er nicht so friedlich und harmlos war, wie es den Anschein hatte. Na, das würde ja höchst interessant werden.

 

Vier Stunden später lag ich mit schmerzverzerrtem Gesicht am Boden. Ich hatte diese Schlag-Tritt-Kombination nicht kommen sehen. Verdammt! Ich versuchte mich wieder hochzustemmen, aber meine Arme versagten mir ihren Dienst. Das konnte doch einfach nicht wahr sein! Die Saiyajins waren eine der stärksten Rassen im Universum und ich war mit Abstand der Stärkste meines Volkes. Wie.... wie konnte es da geschehen, dass ein Individuum, das augenscheinlich einer ziemlich schwachen Rasse angehörte, es schaffte, mich zu besiegen??? Das war unmöglich!

Theoretisch zumindest. Die Praxis hatte anderes bewiesen. Knurrend richtete ich mich wenigstens so weit auf, dass ich auf meinen Knien saß und ließ meinem Gegner einen absolut tödlichen Blick zukommen.

Vor einigen Jahren hatten mein Vater und Freezer mit der Erde einen Nicht-Angriffspakt geschlossen. Wir griffen sie nicht an, solange sie uns die gewünschten Rohstoffe freiwillig und in ausreichender Menge liefern und sie blieben am Leben und in einer Art Scheinfreiheit. Das war schon mehr als sich die meisten Spezies auch nur zu erträumen wagten, wenn ein Säuberungskommando ihren Planeten betrat. Aber Freezer und Vater hatten festgestellt, dass es auf Dauer viel rentabler war, die versklavten Wesen in dem Glauben zu lassen, sie wären frei. Vor allem gab es dann weniger Aufstände.

Ich war ein paar Mal einigen Bewohnern der Erde begegnet und hatte für sie eigentlich nur Verachtung übrig. Sie waren zwar nicht dumm, aber trotzdem hoffnungslos in der technischen Entwicklung zurück und dazu noch lächerlich schwach. Ich habe nicht einen getroffen, der stärker war als ein neugeborenes Saiyajinbaby.

„Alles okay?“, fragte er lächelnd und streckte mir seine Hand freundschaftlich entgegen, um mir aufzuhelfen. So weit kam es noch, dass sich der Prinz der Saiyajins von einem Menschen aufhelfen ließ! Schlimm genug, dass er mich mit irgendwelchen miesen Tricks besiegt hatte, die ich nicht einmal bemerkt hatte. Denn nicht anders konnte es sein. Kein Mensch war in der Lage so stark zu werden und sein Sieg MUSSTE daher auf faule Tricks zurückzuführen sein!

Trotzig stand ich mit einem Ruck auf, der mich sehr viel mehr Kraft kostete, als ich dachte. Ich blickte ihn grimmig an. „Wie ist dein Name?“ Er schien zu überlegen. War er schon so lange tot, dass er sich nicht einmal mehr an seinen Namen erinnern konnte? Ungeduldig begann ich mit der Fußspitze in einem regelmäßigen Rhythmus auf den Boden zu tippen.

„Kakarott“, antwortete er dann.

Für einem Moment fiel mir tatsächlich der Unterkiefer herunter, aber ich hatte mich schnell wieder im Griff. Der wagte es doch tatsächlich mich auf den Arm zu nehmen! Kakarott war eindeutig ein Saiyajinname und kein Mensch würde jemals die Dreistigkeit besitzen, sein Kind nach einem Saiyajin zu benennen!

Mein Blick verfinsterte sich. „Das ist nicht dein Ernst, oder?“ Das drohende Grollen in meiner Stimme hätte jeden anderen vor Furcht zusammenzucken lassen, aber dieser Baka sah mich einfach nur mit großen unschuldigen Augen an und erwiderte: „Doch. Warum auch nicht?“

Ich betrachtete ihn etwas genauer. Wenn man seine Kraft und seine Schnelligkeit und die Art, wie seine Haare der Anziehungskraft trotzen, bedachte, wäre es schon im Bereich des Möglichen, dass er ein Saiyajin war, aber..... kein Saiyajin hatte so unschuldige Augen und so ein offenes Wesen! Außerdem fehlte ihm der Schwanz. Er musste also ein Mensch sein. Oder ein Saiyajinmischling. Die Erkenntnis ließ eine Augenbraue in die Höhe rutschen. Normalerweise paarten sich Saiyajins nicht mit anderen Rassen und schon gar nicht mit solch schwachen wie der menschlichen. Jeder Krieger war stolz auf das reine Blut, das durch seine Adern floss und würde es niemals verunreinigen. Ich seufzte. Dieser Mann war ein einziges Geheimnis!

Plötzlich bemerkte ich, wie er sich unruhig von einem Bein auf das andere trat. Meine intensive Musterung war ihm offensichtlich unangenehm. Als ich etwas zögernd den Blick abwandte wurde er ruhiger. Ich fühlte wie sich ein zarter Rotschimmer auf meine Wangen schlich. Obwohl es mein gutes Recht ist meinen Gegner zu mustern, musste ich zugeben, dass ich ihn am Ende beinahe angestarrt hatte... und irgendetwas in mir hatte den Blick auch gar nicht von dem Körper vor mir lösen wollen....

Mit einer wütenden Bewegung sah ich ihm in die Augen, bereit ihn anzufahren, um von meiner eigenen Verlegenheit abzulenken, aber was ich sah, erschreckte mich zutiefst und ließ mich verstummen, noch ehe ich angefangen hatte zu reden: seine Augen, die aufrichtige Zuneigung und Wärme wiederspiegelten. Beinahe hätte ich erschrocken einen Schritt zurückgemacht, konnte mich im letzten Moment aber beherrschen. Niemand- wirklich niemand!- sollte so für mich empfinden. Schon gar nicht ein Engel wie er! Für diesen Gedanken hätte ich mich im gleichen Moment schon wieder ohrfeigen können. Es gab verdammt noch mal keine Engel!

„Das war ein guter Kampf, Vegeta. Ich wurde schon lange nicht mehr so gefordert. Was hältst du davon, wenn wir uns morgen wieder hier zum Training treffen?“

„Ich brauche dein Mitleid nicht“, fuhr ich ihn an, kaum dass er ausgesprochen hatte.

„Welches Mitleid?“, fragte er, in seinen Augen konnte ich ehrliche Verwirrung lesen. Baka!

„Ich kann auch ohne deine Hilfe stärker werden. Nur damit du eins weißt: Ich bin der stärkste Krieger meines Volkes und wenn ich erst einmal die SuperSaiyajingrenze überwunden habe, dann mach ich hier alles platt, klar?“

„Ich weiß zwar nicht, was ein SuperSaiyajin ist, aber ich bin sicher, dass du schaffen wirst, was du dir vorgenommen hast.“ Er lächelte mich auf seine naive Art und Weise an und ich fragte mich, wie lange ich die künstlich errichtet Mauer aus Zorn noch aufrecht erhalten konnte. Um sie zu schützen, zog ich spöttisch eine Augenbraue hoch: „Ach?“

„Du bist wirklich ein sehr guter Krieger und dein Potential ist gewaltig. Ich könnte sicher noch viel von dir lernen.“ Der Blick aus seinen treuen Hundeaugen, brachte die Mauer bedenklich ins Wanken und ich musste gestehen, dass mir sein Lob runterging wie Honig.

Ich verschränkte die Arme und maß ihn mit meinem gewohnt ernsten Blick. „Hmmm. Dann also morgen nach Sonnenaufgang wieder hier?“ Erst als ich die Worte ausgesprochen hatte, wurde ich mir ihrer bewusst.

‚So sieht also deine geniale Taktik aus, ihm aus dem Weg zu gehen, ja? Wie nahe wirst du ihn an dich heranlassen? Genauso nahe wie....’

Gewaltsam würgte ich diese kleine hässliche Stimme in meinem Kopf ab. Ich wollte nicht hören, was sie zu sagen hatte, dafür beobachtete ich interessiert, wie seine Augen aufleuchteten und sein Lächeln noch strahlender wurde.

/Wegen mir? Habe... ich das geschafft???/

„Bis morgen dann, Vegeta. Ich werde pünktlich sein!“ Einen absurden Moment lang hatte ich das Gefühl, er wolle mich überschwänglich[3] umarmen und hätte erneut fast einen Schritt zurückgemacht, aber in diesem Moment, verließ er bereits den Boden, schenkte mir noch ein warmes Lächeln und flog dann in einem raschen Tempo davon.

Mein Lippen verzogen sich zu einem zynischen Lächeln. Wieso sollte er mich auch umarmen wollen? Mein Blick suchte die Stelle am Horizont, an der er verschwunden war und meine Gesichtszüge wurden für einen Augenblick weicher. /Kakarott..../

 

Wir trainierten jetzt seit vier Wochen regelmäßig miteinander und ich musste zugeben, dass ich meinen Prinzen lieb gewonnen hatte. Vegeta faszinierte mich. Ich kam einfach nicht umhin es zuzugeben.

Sicher, er konnte es immer noch nicht vertragen, wenn er gegen mich verlor, und dann fiel schon das eine oder andere verletzende Wort, und er war auch nicht merklich aufgetaut, sondern immer noch so kühl und distanziert wie am Anfang, aber.... ich spürte, da war mehr. Er hatte auch eine andere Seite, verletzlich und schutzsuchend, aber er hatte sie sorgfältig in sich verschlossen. Obwohl wir annährend gleich stark waren, hatte er etwas, das meinen Beschützerinstinkt weckte.

Ich hatte ihn ein paar Mal ertappt, wie seine Augen nachdenklich auf mir ruhten, wenn er dachte, ich würde es nicht merken. Ich wüsste zu gerne, was in seinem Kopf vor sich ging, wenn er diesen abwesenden Blick bekam. Ob es ihm aufgefallen  war, wie sehr ich seine Nähe suchte? Ich fühlte mich in seiner Gegenwart einfach wohl, obwohl er mich beinahe die ganze Zeit mit Blicken durchbohrte. Es machte mich nervös, das schon, aber wirklich stören tat es mich nicht. Ich.... ich genoss es, seine Blicke auf mir zu fühlen.

Vegeta strahlte etwas aus, das mich magisch anzog, mich fesselte und es mir unmöglich machte, ihm aus dem Weg zu gehen. Ich gestehe, manchmal provozierte ich außerplanmäßige Zusammentreffen, obwohl ich wusste, dass ihm das ganz und gar nicht gefiel. Ich wusste ja auch nicht was mit mir los war, aber etwas verleitete mich immer wieder dazu, mich in die Richtung zu bewegen, in der ich seine Aura spürte. Allerdings ist es in letzter Zeit schwierig geworden diese Treffen als zufällig erscheinen zu lassen, denn Vegeta hatte inzwischen gelernt Auren zu lesen und er schien sich in ständiger Alarmbereitschaft zu sein. Wenn ich sein Ki fand, konnte ich angespannte Wachsamkeit darin spüren. Jedes Mal. Außer mit dem Prinzen meines Volkes beschäftigte ich mich natürlich –gezwungenermaßen- auch mit der ganzen Verwaltungsarbeit. Dabei behielt ich aber unbewusst seine Kisignatur im Hinterkopf und verfolgte so mit, wohin er sich bewegte, damit ich ihn später schneller fand. Aber diese ständige Konzentration auf sein Ki hatte noch einen anderen Grund. Es entstand ein gewisses Gefühl von Nähe daraus und seine Nähe weckte in mir stets den unbestimmten Wunsch laut zu schnurren. Es verwirrte mich, aber ich machte mir keine weiteren Gedanken dazu, was das wohl bedeuten könnte- vielleicht wollte ich die Wahrheit auch gar nicht wissen.

Ich war heute den ganzen Tag nicht dazu gekommen, mich mit Vegeta zu treffen und aus irgendeinem Grund ärgerte mich das maßlos. Ich lehnte mich von meinem Schreibtisch zurück und sah aus dem Fenster. Draußen war es bereits dunkel geworden und die Mondsichel hing wunderschön silbern am dunkelblauen, sternenübersäten Firmament. Ich seufzte leise. Den ganzen Tag hatte ich in meinem Büro verbracht, über Papieren brütend. Die Arbeit fiel mir inzwischen leichter als am Anfang, aber es widersprach meiner Natur nahezu bewegungslos in einem viel zu kleinen Raum mit viel zu viel Papierkram zu hocken. Ich war zwar gut vorangekommen, aber mir fehlten die Trainingssessions mit meinem Prinzen, obwohl wir ja eigentlich gestern zum letzten Mal gegeneinander gekämpft hatten.

Ich streckte mich um meine verspannten Muskeln zu lockern und beschloss für heute Schluss zu machen. So gut es eben ging, versuchte ich Ordnung zu schaffen, oder zumindest dafür zu sorgen, dass die Aktenberge nicht gleich einstürzten, wenn ich die Tür hinter mir schloss. Dann durchquerte ich den kleinen Park, der zwischen meinem Büro und meinen Haus lag.

Ich sah schnell nach dem Baby, aber da der Kleine friedlich schlief, gab es für mich nichts zu tun. Die Heinzelmännchen in Gestalt der beiden Höllenwärter, die inzwischen liebe Freunde von mir geworden waren und hier ein und aus gingen, als wären sie hier zu Hause, hatten sich bereits um alles gekümmert. Ich hatte ein schlechtes Gewissen, weil ich den Kleinen in letzter Zeit so vernachlässigte, aber da es ihm an nichts fehlte, konnte ich mich ungestört Vegeta... ähh, meinen Verwaltungsaufgaben natürlich, widmen.

Ich seufzte tief und weil mein Körper nach ein wenig Bewegung im Freien vor dem schlafen gehen verlangte, beschloss ich noch einen kleinen Spaziergang unter dem funkelnden Sternenhimmel zu machen. Als ich ins Freie trat fiel mir zum ersten Mal auf, wie kühl es war. Ich fröstelte leicht und war froh, dass ich ein warmes Haus und vor allem ein warmes Bettchen hatte, in das ich nachher zurückkehren konnte. Mit langsamen Schritten lief ich in eine willkürlich festgelegte Richtung und als ich verträumt den schwarzblauen Himmel mit den glitzernden Sternen betrachtete, bewegten sich meine Gedanken beinahe automatisch wieder zu Vegeta. Ich wunderte mich kurz, warum er meine Gedankenwelt so beherrschte, denn seit ich ihn das erste Mal gesehen hatte drehten sich fast alles, was ich dachte oder tat ausschließlich um ihn. Diese Überlegungen wurden aber sofort verdrängt, zusammen mit diesem merkwürdigen Kribbeln, das ich jedes Mal verspürte, wenn ich mit ihm zusammen war oder an ihn dachte. Es war kein unangenehmes Gefühl, aber trotzdem beunruhigend, weil ich spürte, das sich da etwas anbahnte, dass ich nicht einfach mit einem Kamehameha aus dem Weg räumen konnte.

Was er wohl gerade tat? Vielleicht trainierte mein Prinz ja noch. Bei seinem Ehrgeiz war das ganz und gar nicht auszuschließen. Oder aber er lag schon friedlich in den Federn. Ungewollt schlich sich ein Grinsen auf mein Gesicht. Vegeta und friedlich? Das waren eigentlich zwei Worte, die so gar nicht zusammenpassen wollten. Seine zornigen Augen, dieser entschlossen Zug um die Mundwinkel, seine machtvollen Attacken, die geschmeidige Art sich zu bewegen, seine angespannte und ewig wachsame Haltung. Ja, mein Prinz war jeden Zoll ein Krieger. Es gab für mich keinen Grund an seiner Aussage zu zweifeln, dass er der stärkste Krieger unseres Volkes war. Noch mochte ich ihn zwar besiegen können, aber ich spürte jedes Mal, dass in ihm noch gewaltige Reserven schlummerten. Sein Kraftpotential überstieg meines bei weitem. Vielleicht war es mit meiner Überlegenheit endgültig vorbei, wenn er dieses SuperSaiyajindingsbums erreicht hatte. Was immer das war. Vielleicht sollte ich ihn einmal danach fragen. Ich war auch ein Saiyajin, also lag es doch durchaus im Bereich des Möglichen, dass ich auch ein... ein...- wie hieß das doch gleich?-... ein SuperSaiyajin werden konnte, oder? Ich sollte mich wirklich dringend mal danach erkundigen. Wenn ich mit Vegeta mithalten wollte, musste ich auch dieses Level erreichen, das war mir klar. Möglichst sogar noch vor ihm, denn nur solange ich stärker war als er, sah er einen Sinn darin mit mir zu trainieren. Und solange er mich schlagen wollte, hatte ich Gelegenheit mich in seiner Nähe aufzuhalten, ohne dass es allzu auffällig wurde.

Vegeta war jetzt schon eine ganze Weile hier. Mich würde einmal interessieren, ob er es schon geschafft hat, sich ein Haus zu bauen- und vor allem, wo dieses stand. Ich suchte seine Aura und fand sie gar nicht weit entfernt von mir. Ich beschloss vor dem Schlafengehen noch einmal bei ihm vorbeizuschauen. Natürlich hatte ich nicht vor, meinen Besuch offiziell zu machen, weil ich jetzt wirklich nicht in der Stimmung dafür war, mich von Blicken aufspießen zu lassen..... ich wollte nur mal kurz schauen, wie er lebte.....

Die weite Ebene, über die ich bisher spaziert war, endete und vor mir erhob sich ein dichter Wald, der –wie mir beim Betreten auffiel- kaum Sternen- und Mondlicht hindurch ließ. Zu meinem Glück waren die Augen der Saiyajins in der Dunkelheit fast genauso gut wie die einer Katze. Ich sah mich vorsichtig um. Der Wald um mich herum wirkte wild und unberührt, die Bäume standen dicht und zwischen ihnen wuchs allerlei Gestrüpp. Kein sehr wohnlicher Ort. Ich bezweifelte, dass dieser Wald am Tage angenehmer wirkte. Warum ließ sich Vegeta ausgerechnet hier häuslich nieder?

Seine Aura führte mich direkt zu dem Eingang einer Höhle. Einigermaßen verwirrt zögerte ich kurz, bevor ich sie dann doch betrat. Meine Nase zuckte, als sie seinen Geruch wahrnahm. Kein Zweifel, er musste sich hier öfter aufhalten, denn sonst würde dieser Ort nicht so sehr nach ihm riechen. Plötzlich fiel mein Blick auf eine kleine, in sich zusammengerollte Gestalt, die nicht weit von mir auf dem Boden lag. Als ich eilig näher trat, erkannte ich meinen Prinzen und zog sorgenvoll die Augenbrauen zusammen. Warum lag er auf dem kalten Boden? Hatte er etwa mit dem Training übertrieben und war ohnmächtig zusammengebrochen? Mit ängstlich klopfendem Herzen kniete ich mich zu ihm herunter und suchte ihn mit den Augen nach Verletzungen ab, aber augenscheinlich war er unverletzt und schlief nur tief und fest. Aber... auf dem kalten Steinboden??? Das würde bedeuten, dass er sich immer noch kein Zuhause geschaffen hatte. Warum? So eine feuchte, kalte Höhle war seiner doch nun wirklich nicht würdig! Ich beschloss ihm meine Fragen diesbezüglich morgen zu stellen und ihn solange bei mir wohnen zu lassen.

Ich streckte meine Hand aus, um ihn aufzuwecken, zögerte aber erneut. Er sah so friedlich und entspannt aus, außerdem würde er sich bestimmt dagegen sträuben, von mir Hilfe anzunehmen. Ich beschloss ihn schlafen zu lassen und nahm ihn vorsichtig hoch. Er murmelte etwas und ich erstarrte, doch als er weiterschlummerte, erlaubte ich mir, mich zu entspannen. Wenn er jetzt wach werden würde, wäre das mein sicheres Todesurteil.

Vorsichtig trug ich ihn aus der Höhle hinaus in Richtung meines Hauses und spürte, wie er sich plötzlich enger an mich schmiegte und mir fiel zum ersten Mal auf, wie kalt sein Körper war. Mein Prinz musste ja völlig unterkühlt sein! Wieder einmal meldete sich mein Beschützerinstinkt zu Wort und ich drückte ihn noch fester an mich. Ich konnte gerade noch den Reflex, mein Gesicht in seinen Haaren zu vergraben, unterdrücken, aber mein schnell schlagendes Herz ließ sich nicht beruhigen.

 

*    Die Saiyajins hatten sich entschlossen ein letztes Mal Friedensverhandlungen mit Freezer zu führen. Wenn es dieses Mal keine Einigung gab, würde man diesen Krieg eben bis zu seinem bitteren und blutigen Ende weiterführen. Schon seit Stunden saßen der König, der Prinz und eine kleine Abordnung oberster Elitesaiyajins mit dem Icejin am Verhandlungstisch, doch es schien, als könne man auch heute keine Einigung erzielen.

Vegeta wurde langsam unruhig. Er war es einfach nicht gewohnt so lange stillzusitzen. Mit seinen sieben Jahren strotzte er vor Tatendrang und Energie..... und die unangenehm brennenden Blicke, die ihm von der anderen Seite aus zugeworfen worden, trugen nicht wirklich nicht zur Verbesserung seiner Situation bei. Vegeta hatte einen scheuen Blick zu dem Verantwortlichen riskiert, um sich ein Bild zu machen, war aber zu dem Schluss gekommen, dass man solche Personen am Besten ignorierte. Irgendwann würde er schon aufhören ihn anzustarren....

Vegeta hatte während des Gespräches seinen Namen aufgeschnappt: Zarbon. Anscheinend einer der bevorzugten Speichellecker Freezers. Der Prinz hatte für den Icejin und vor allem für seine Gefolgschaft nichts als Verachtung übrig. Ihnen fehlte jeglicher Stolz, der den Saiyajin so eigen war, auch zeigten sie keine Spur der Raubtierhaftigkeit, die die Saiyajins zu einem nicht unerheblichen Teil ausmachte und die ihnen vor allem im Kampf zu gute kam. Dazu kam, dass sie ihrem Herrn und Meister ohne Selbstachtung oder die geringste Spur von Würde zu Kreuze krochen und sich ihm feige unterwarfen. Wie hatte so etwas den Saiyajins so lange Widerstand leisten können? Es war dem Prinzen unbegreiflich. Vegeta wunderte sich schon seit langem, warum es die Saiyajins immer noch nicht geschafft hatten, diese Schwachmaten platt zu machen und endgültig zu kosmischem Staub zu pulverisieren. Dabei waren sie doch unbesiegbar! Niemand konnte ihnen das Wasser reichen oder war auch nur annährend so stark wie sie.....

Trotzdem war dem Saiyajin no Ouji dieser merkwürdige Zarbon unheimlich. Jedes Mal wenn er dessen Blick auf sich spürte, stellten sie seine Nackenhaare warnend auf und alle seine Sinne schrieen ihm „Gefahr!!!“ zu. Doch er war nicht irgendwer, sondern der Thronfolger einer Rasse starker Krieger, deshalb kämpfte er seinen Fluchtinstinkt mit aller Macht nieder und verbarg sorgfältig sein Emotionen.

Als Freezer „Mittagspause!“ verkündete, hätte Vegeta beinahe erleichtert geseufzt und stand etwas zu hastig auf. Nichts wie weg hier! Sein Vater runzelte die Stirn und warf ihm einen Blick zu, der ihn ermahnte, sich besser zu beherrschen. Vegeta schluckte und nickte zum Zeichen, dass er verstanden hatte, kaum merklich mit dem Kopf.

Natürlich hatte Freezer für seine Gäste mitdecken lassen und so blieben die Saiyajins auf seinem Schiff anstatt- wie ihr kleiner Thronfolger gehofft hatte- auf ihr eigenes zurückzukehren. Aber sein unbehagliches Gefühl hielt Vegeta natürlich trotzdem nicht davon ab, kräftig zuzulangen- immerhin war er mitten im Wachstum und brauchte ausreichend Nährstoffe (^_____^)! Wie sich herausstellte, hatte Freezer genau richtig geplant, denn es war selbst für den gesegneten Appetit der Saiyajins genügend vorhanden. Natürlich hatte Vegeta sein Essen anfangs misstrauisch beäugt, ob es vielleicht vergiftet war, aber als ihm der leckere Geruch in die Nase gestiegen war, hatte er seine Bedenken über Bord geworfen und sich ordentlich bedient.

Aber er war lange vor den anderen fertig und jetzt, da er nichts mehr zu tun hatte, um sich abzulenken, spürte er die hungrigen Blicke von Zarbon, die immer noch an ihm klebten, überdeutlich. Unruhig rutschte er hin und her und lehnte sich dann zu seinem Vater herüber, um ihn zu fragen, ob er sich bis zum erneuten Beginn der Verhandlungen in sein Quartier zurückziehen dürfe. Der König sah ihn zwar etwas seltsam an, erlaubte es aber schließlich. Sein Sohn erhob sich und ging mühsam beherrscht zur Tür, krampfhaft darum bemüht, nicht panikartig die Flucht zu ergreifen.

Als sich die Tür hinter dem jungen Prinzen schloss und somit eine Barriere gegen Zarbon Blicke, die Vegeta den Magen umdrehten, bildete, blieb er kurz stehen und atmete tief durch um sein heftig schlagendes Herz zu beruhigen. Dann marschierte er zügig, aber ohne, dass es aussah, als würde er Hals über Kopf davonlaufen, zur Andockstelle und betrat zögernd das saiyanische Schiff. Warum nur hatte er das Gefühl geradewegs in eine Falle zu laufen??

War er eben noch voll überschüssiger Energie gewesen, so fühlte sich Vegeta nun völlig erschöpft, als er die Tür seines Gemaches hinter sich schloss. Zögernd krabbelte er auf sein großes Himmelbett und ließ sich aufseufzend in die weichen Kissen sinken. Ein kleines Nickerchen würde ja nicht schaden. Er würde deswegen bestimmt keinen Ärger bekommen. Kaum hatte er diesen Gedanken zu Ende gedacht, glitt er auch schon hinüber in einen unnatürlich tiefen Schlummer.

Als er nach einer Weile durch die tiefen Schichten seines Schlafes wieder an die Oberfläche glitt, war die erste Empfindung, die er wahrnahm, Hände die an seinen Oberarmen auf und ab strichen und seinen schmalen Brustkorb erkundeten. Das ließ Vegeta dann doch schlagartig wieder wach werden. Mit weit aufgerissenen Augen lag er bewegungslos auf der Seite und ein Satz zirkulierte immer wieder durch seinen Geist: /Das muss.... KANN nur ein Albtraum sein.../

„Ah, wie ich sehe bist du aufgewacht, kleiner Prinz.“ Die spöttische Stimme klang direkt hinter ihm auf und Vegeta erkannte sie augenblicklich wieder. /Das ist nicht wahr! Wie hat er.... wie konnte er.... Zarbon kann definitiv NICHT hier sein!!!/ „Du überrascht mich ehrlich gesagt Es war zwar nur ein leichtes Schlafmittel, das ich dir ins Essen gemischt hatte, aber trotzdem erstaunt es mich, wie schnell es von deinem Organismus abgebaut wurde.“ Warmer Atem an Vegetas Ohr. „Ich bin beeindruckt“, hauchte Zarbon und knabberte an seinem Ohrläppchen.

Vegetas Verstand weigerte sich noch immer die offensichtliche Information zu verarbeiten. Zarbon hatte ihm etwas ins Essen gemischt, damit er schlief, sich nicht wehren konnte und kaum war er in Richtung seines Quartiers verschwunden, war dieser türkise Perversling ihm irgendwie unbemerkt gefolgt und jetzt.......

/Nein! Das passiert nicht. Das ist nicht wirklich! Ich träume.... nein, nein NEIN!!! Geh weg!/

Mit seltsam schwerfälligen Bewegungen versuchte Vegeta ihn von sich zu schieben, doch begriff im selben Moment, dass er praktisch hilflos war, weil die Wirkung des Schlafmittels auf seinen Körper immer noch nicht nachgelassen. „Verschwinde, du Perversling“, fauchte er, nicht in der Lage sein abgrundtiefes Entsetzen zu verbergen. „Wie kannst du es wagen?!“

„Ich habe mich schon die ganze Zeit gefragt, ob du wirklich so gefühllos bist, wie du vorgibst.“ Ein sadistisches Grinsen. „Anscheinend nicht. Ja.... ich glaube, wir werden viel Spaß miteinander haben.....“ Große Hände gingen wieder auf Wanderschaft über den kleinen Körper. Alle Versuche sich zu wehren scheiterten, weil sein Körper beinahe völlig paralysiert war. Doch sein Geist war nicht vernebelt und bei klarem Bewusstsein bekam er genau mit, was mit dem Körper, zu dem er gehörte, geschah..... und er drohte in einem Strudel tiefster Verzweiflung unterzugehen. /Nein, nein, nein, nein nein...... ein Traum.... ich träume...... gleich werde ich aufwachen und..... NEIN!!!! Bitte nicht..... nicht....../

Das leise Schluchzen eines hilflosen Kindes vermischte sich mit dem Stöhnen seines Peinigers und etwas zerbrach unwiederbringlich in Vegeta.....          *

 

Mit einem Ruck fuhr ich hoch, die Augen groß und voll Entsetzen, gerichtet auf den namenlosen Schrecken, der mich sogar im Tod verfolgte. Nein, halt. ‚Namenlos’ war nicht ganz richtig..... es gab einen Namen, den ich mit den Geschehnissen, die ich in meinen Träumen wieder und wieder erlebte, verband..... aber ich weigerte mich auch nur an ihn zu denken. Ich spürte, wie ich zitterte, verkrampfte mich und biss mir ärgerlich auf die Unterlippe. Kein Wunder, dass er es geschafft hatte immer und immer wieder über mich zu triumphieren. Ich war schwach, zu schwach um der Prinz eines starken Kriegervolkes zu sein..... hatte nicht einmal meinen verräterischen Körper unter Kontrolle.

Die Bilder meines Traumes, meiner Vergangenheit, zogen noch einmal an meinem inneren Auge vorbei und unbewusst Schutz vor der grausamen Erinnerung suchend, kuschelte ich mich tiefer unter die Decke-

M-Moment mal..... Decke??? Ich konnte mich nicht erinnern, mir so ein Teil zugelegt zu haben. Ruckartig saß ich wieder und sah mich zum ersten Mal mit klarem Blick um. Also eines war sicher: in meiner Höhle war ich nicht mehr. Wo war ich? Und noch wichtiger: Wie zum Teufel war ich hierher gelang?

Etwas unsicher und widerwillig schwang ich meine Beine über den Rand des Bettes, das eine deutliche Verbesserung zu dem kalten Boden der Höhle darstellte, und sah mich aufmerksam um. Der Raum, in dem ich mich befand, war merkwürdig rund und war in warmen Orange- und Brauntönen gehalten. [4] Ich stand auf und meine Füße versanken in dem flauschigen Teppich. Langsam begann ich umherzuwandern. Das Bett bildete den Mittelpunkt des recht kleinen Zimmers, links und rechts am Kopfende standen kleine Nachtischchen. An der linken Wand befand sich ein Kleiderschrank und an der rechten nutzte eine Kommode den Platz optimal aus. Wie auch das Zimmer waren die Möbel sorgfältig abgerundet.

Neugierig schlich ich näher und betrachtete die Bilder die auf der Kommode standen. Eines zeigte unverwechselbar Kakarott in einem weißen Anzug mit einer hübschen, schwarzhaarigen Frau im Arm, die ein weißen, langes Kleid trug. Beide strahlten mit der Sonne um die Wette. Ich ertappte mich leise zu knurren und kämpfte meine völlig unangebrachte- und unverständliche!- Eifersucht nieder und betrachtete den Hintergrund genauer, konnte aber nicht viel mehr sehen, als grün so weit das Auge reichte. Das Foto musste auf der Erde aufgenommen worden sein. Ich war zwar nie selbst da gewesen, hatte aber andere davon schwärmen hören- und von dem Preis, den man dafür erzielen könnte.

Das nächste Foto zeigte Kakarott mit ein paar Witzfiguren, die bis auf eine Ausnahme ohne Zweifel menschlicher Abstammung waren. Ein Greis, ein kleiner Glatzkopf, einer vom Stamm der Dreiaugen, ein komischer Möchtegernschönling mit einer Narbe auf der Wange und eine grüne Salatgurke, deren Rasse mir nicht geläufig war. Anscheinend alles seine sogenannten Freunde. Ich hatte nie verstanden, warum einigen Völkern Freundschaft so wichtig war. Die Erfahrung hatte mir gezeigt, dass man sich in Notfällen sowieso nur auf sich selbst verlassen konnte. Trotzdem spürte ich leisen Neid, als ich ihre glücklichen Gesichter studierte. Nicht nur darauf, dass sie kein Leid empfanden, sondern auch, dass sie mit Kakarott befreundet waren und seine Nähe und seine Wärme ungestraft genießen konnten.....

Mein Gott, was dachte ich heute eigentlich wieder für ein Stuss? War mir doch egal, wer mit dem Baka befreundet war! Wer wollte schon freiwillig etwas mit ihm zu tun haben? Doch höchstens komplette Vollidioten!

Das dritte Foto zeigte einen alten Mann, der ein kleines lachendes Kind von vielleicht einem halben höchstens einem Jahr auf dem Arm hatte und das eindeutig Kakarotts Frisur trug. Doch etwas machte mich stutzig. Ich zog nachdenklich die Augenbrauen zusammen und betrachtete das braune, flauschige Anhängsel des Kindes näher. Kein Zweifel. Das war ein Saiyajinschwanz. Und das würde bedeuten.... wenn dieses Kind wirklich dieser Baka Kakarott war..... dass er meiner Rasse angehörte. Dass er einer wie ich war. Mein Herz schlug augenblicklich schneller. Und ich hatte schon gedacht, ich würde mein Volk nie wieder sehen!

Ich stutzte erneut. Wenn er damals einen Schwanz gehabt hatte.... wo war der jetzt? Mir drehte sich der Magen um, als ich mir versuchte vorzustellen, was wohl mit ihm passiert sein mochte. Ich schluckte schwer und wandte mich ab, um den Rest meiner Umgebung zu erkunden. Leise öffnete ich die Tür und schlüpfte hindurch. Der angrenzende Raum unterschied sich wenig von dem Schlafzimmer. Die Einrichtung war natürlich anders und man sah, dass es sich hier um das Wohnzimmer handelte, aber auch hier gab es anscheinend keinerlei Ecken und alles war in warmen Farben gestrichen. Man hatte das Gefühl, sich hier in einer angenehm kuschligen Höhle zu befinden und ich musste zugeben, dass ich mir durchaus vorstellen könnte, hier zu wohnen.

Vorsichtig sog ich den Geruch ein, der hier in der Luft hing und bekam, ohne dass ich es wollte, eine Gänsehaut. Jetzt bestand endgültig kein Zweifel mehr daran, dass ich mich in Kakarotts Haus befand. Sein Geruch war nun wirklich unverkennbar...... ob er wusste, wie gut er roch?

/ARGGHH!!!! Was denkst du schon wieder für verdrehtes Zeugs???/ Als ich meinen Kopf etwas zur Seite wandte, fiel mein Blick auf eine zusammengerollte Gestalt, die friedlich auf der Couch schlummerte. Nur der Kopf war zu sehen, der Rest unter einer Decke verborgen.

/Kakarott?/, dachte ich überrascht.

‚Ja was hast du denn gedacht? Ihm gehört dieses Haus. Da ist es ja wohl zu erwarten gewesen, dass er sich auch hier aufhält und nicht deinetwegen draußen übernachtet.’

Langsam aber sicher ging mir diese neunmalkluge Stimme auf den Geist. Ich hatte sie nun jahrelang ertragen, wurde ich sie denn niemals los? Tatsache war, das mich nicht der Umstand, dass er hier war, überraschte, sondern eher die Feststellung, dass er sein Bett für mich geräumt hatte. Warum? Ich meine das Ding war doch groß genug, dass wir beide darin Platz gehabt hätten. Obwohl..... ich musste zugeben, dass mir nicht wohl bei dem Gedanken war mit jemand anderen in ein und demselben Bett zu schlafen. Dazu hatte ich zu schlechte Erfahrungen gemacht..... aber das hatte er doch gar nicht wissen können Was hatte diesen naiven Baka zu solcher Rücksichtsnahme bewegt? Vielleicht hatte er weitaus mehr im Hirn, als ich bisher angenommen hatte.

Aufmerksam betrachtete ich sein entspanntes Gesicht. Helle Haut, umrahmt von schwarzen wuschligen Haaren, lange Wimpern, die auf leicht geröteten Wangen lagen, sinnliche Lippen, zu einen leichten Lächeln verzogen. Schön. Wer ihn gezeugt hatte, hatte sich wirklich Mühe gegeben. Versonnen betrachtete ich dieses kleine Meisterwerk der Natur vor mir und wurde erst durch ein protestierendes Schreien zurück in die Wirklichkeit gerissen. Als ich mir meiner Gedanken von eben bewusst wurde, schoss mir augenblicklich die Röte ins Gesicht. Wie kam ich dazu so etwas zu denken?? Ich sollte wirklich mehr auf die Pfade achten, die meine Gedanken beschritten. Ich spürte, dass ich mich gefährlichem Territorium nährte, wenn ich tiefer forschte, wenn ich versuchte zu ergründen, warum er so eine verwirrende Wirkung auf mich hatte.... Ich hielt nicht viel davon, mich auf dünnes Eis zu begeben, deshalb schob ich diese Frage weit von mir.

Meine Güte, warum stellte denn niemand dieses nervende Kind ab??! Das Geschrei ging mir langsam aber sicher auf den Wecker, aber Kakarott schlief immer noch tief und fest. Gut, dann musste ich mich selbst darum kümmern! Mit grimmigem Gesichtsausdruck folgte ich den Lauten und das erste, was ich bemerkte, als ich um die Ecke (bzw. um die nächste Rundung, denn in diesem Haus gab es ja keine Ecken) bog, war der merkwürdige, aber durchaus angenehme Geruch von Creme, gemischt mit.... einem feinen Sommerwind?

Dadurch neugierig gemacht, schlich ich mit wesentlich offenerem Gesichtsausdruck zum Kinderbettchen und riskierte einen Blick hinein. Wer hätte gedacht, dass so ein kleines, rosa Ding so laut sein konnte?

„Bist du wohl ruhig“, fuhr ich den kleinen Schreihals an, doch er würdigte mich nicht einmal eines Blickes. „Frechheit“, murmelte ich und entschloss mich, ihn einmal probeweise herauszunehmen. Vielleicht hielt er ja dann endlich seine Klappe.

Und tatsächlich- sobald ich ihn hochhob verstummte er und sah mich aus großen tiefblauen Augen an. Etwas in ihnen fesselte mich vom ersten Moment und bevor ich mich versah, hatte ich das kleine Würmchen auf meinem Arm schon lieb gewonnen. Nun gut, eigentlich existierte das Wort „lieb“ in meinem Wortschatz nicht, aber ich musste mir dennoch eingestehen, dass ich den Kleinen vom ersten Moment als gleichwertig akzeptierte und dass ich ihn auf jeden Fall bis aufs Äußerste verteidigen würde, wenn er in Gefahr wäre. Seltsam.

Langsam senkte ich meinen Kopf und drückte meine Nase in seine weichen, noch nicht sehr dichten Haare und fand dort den Geruch von Creme und Wind wieder. Mhhh, ich mochte seinen Geruch. Er hatte etwas merkwürdig unschuldiges und vertautes und weckte in mir einen starken Beschützerinstinkt. Plötzlich spürte ich eine kleine Hand auf meiner Wange und fuhr erschrocken hoch. Ich hatte gar nicht gemerkt, dass ich in einen beinahe tranceartigen Zustand verfallen war. In letzter Zeit war ich besorgniserregend oft unaufmerksam. Doch diese Gedanken waren sofort verschwunden, als ich in seine ernsten Augen blickte, die meine sorgfältig errichtete Mauer mit Leichtigkeit zu durchdringen und bis auf den Grund meiner Seele zu blicken schienen. Und zu meinem größten Entsetzen las ich in ihnen.... Verständnis!

Um Gottes willen, das war doch kein normales Kind!!!

 

Das Geschrei von meinem kleinen Schützling riss mich aus den schönsten Träumen und leise murrend stand ich auf, um nach ihm zu sehen, doch als ich um die Ecke in sein Zimmer bog, sah ich das mir bereits jemand zuvorgekommen war. Mein Prinz war bei ihm und war gerade dabei ihn aus seinem Bettchen zu heben- und beinahe augenblicklich gab der Kleine Ruhe.

Überrascht zog ich die Augenbrauen hoch. Mir war zwar schon aufgefallen, dass Vegeta eine sehr charismatische Persönlichkeit war, aber das er auch so einen Draht zu Kindern hatte, hätte ich nicht gedacht. Lächelnd beobachtete ich, wie sich die beiden eine Weile einfach nur ansahen und ich meinte, Zuneigung in Vegetas Augen erkennen zu können. Also ging es ihm wie mir. Der Geruch dieses Babys verbunden mit seinen seltsamen blauen Augen war einfach unwiderstehlich.

Als er sich hinunterbeugte und tief den Geruch von dem Kind inhalierte und in dieser Stellung verharrte, fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Mir war schon vor langer Zeit aufgefallen, dass seine Aura eigenartig war und dass etwas in ihr war, das tief verwurzelt in ihm war, ein Teil seiner selbst, den ich aber nicht bestimmen konnte, so sehr ich mich auch bemühte. Jetzt wusste ich, was es war: tiefe Taurigkeit, ein tief sitzender Schmerz, eine alte Wunde, die nie wirklich verheilt war. Wieso war mir das noch nicht früher aufgefallen? Habe ich mich wirklich so sehr von seiner Maske täuschen lassen? Oder war ich schlichtweg zu blind gewesen, um zu sehen, dass ihn etwas quälte?

Ich wüsste zu gerne, was es war, dass seine Aura so verdunkelte, dass sein Herz belastete. Und ich würde es schon rauskriegen... irgendwie. Ich wusste, dass ich Vegeta dazu bringen konnte, mir zu vertrauen, wenn ich mir nur genug Mühe gab. Ich wollte ihm so gerne helfen. Er war so schön und so stolz, er sollte nicht leiden und gezwungen sein, seinen Kummer zu verbergen, nur weil er sich nicht traute, ihn jemand anderem anzuvertrauen.

Ich beobachtete, wie der Kleine seine Hand auf Vegetas Wange legte und ihn somit aus seiner Starre riss und ein liebevolles Lächeln schlich sich auf mein Gesicht.

„Wie ich sehe, habt ihr euch schon mal beschnuppert [5]“, meinte ich und freute mich, dass mein Prinz sich so gut mit meinem Schützling verstand. Vegeta zuckte erschrocken zusammen und fuhr herum. Es hätte sicher nicht viel gefehlt und er hätte das kleine Bündel auf seinem Arm fallen gelassen. Ich bemerkte, dass er sich, als er sich meiner Anwesenheit bewusst wurde, sofort wieder anspannte.

Dann kniff er böse die Augen zusammen: „Kannst du mir verraten, wie ich hierher komme?“

Eigentlich hätte ich mit dieser Frage rechnen müssen, doch sie brachte mich trotzdem aus dem Konzept, weil ich noch nicht dazu gekommen war, mir ein plausible Ausrede einfallen zu lassen.

„Ich... uhmm... hab dich hergebracht?“, versuchte ich es und als sein Gesichtsausdruck sich nicht veränderte, fuhr ich ermutigt fort: „Ich wollte gestern noch mal kurz bei dir vorbei schauen, um dich für morgen- also heute- zum Training einzuladen....“ Wie war das? Die besten Lügen waren diejenigen, die knapp an der Wahrheit vorbeigingen? „.... und da ist mir aufgefallen, dass du immer noch nicht dazu gekommen bist, dir ein Haus zu bauen und da dachte ich.... uhmmm..... dass ich dich ja eigentlich so lange bei mir wohnen lassen könnte.“

„So?“ Er zog eine Augenbraue hoch, sah mich lange an und fragte dann weiter: „Und wie kommst du darauf, dass ich deine Hilfe annehmen würde?“

„Weil wir beide Vorteile davon hätten!“

„So?“, fragte er wieder. „Den Vorteil, den ich habe, sehe ich, aber welchen hast du?“

/Du bist ständig in meiner Nähe./ Als mir mein Gedanke bewusst wurde, spürte ich wie mir die Hitze ins Gesicht stieg, was zur Folge hatte, dass seine Augenbraue erneut fragend in die Höhe rutschte. „Ich..... wäre nicht mehr so alleine hier. Weißt du, das Haus ist eigentlich viel zu groß für uns beide.“ Ich deutete auf das Baby, das seine Augen immer noch nicht von meinem Prinzen lösen konnte und ihn verzückt anstarrte. Der Kleine und ich hatten mehr gemeinsam, als ich bisher angenommen hatte. Das Lächeln, das sich daraufhin auf meinem Gesicht ausbreitete, schien Vegeta noch mehr zu verwirren, als mein Erröten vorhin. Er runzelt die Stirn und ich fuhr hastig fort: „Außerdem scheint sich der Knirps wirklich einen Narren an dir gefressen zu haben.“ Vegetas Blick wanderte zu dem Winzling auf seinem Arm. „Dann bin ich endlich nicht mehr allein für ihn verantwortlich. So ein Baby ist doch ganz schön anstrengend; da könnte ich gut Hilfe gebrauchen.“

„DU brauchst Hilfe?“, fragte er in einem Tonfall der zwischen Spott und Verwunderung schwankte und ich begriff, dass er mir gerade unbewusst ein Kompliment gemacht hatte. Erneut wurde ich rot und hoffte, dass er es nicht bemerkte oder es irgendwie als unbedeutend auslegte. „Von mir? Willst du mich veralbern?“

Ich schüttelte den Kopf. „Nein Vegeta, ich spaße nicht. Er mag nämlich nicht jeden, musst du wissen. Deshalb wäre es schön, wenn du mir bei seiner Erziehung helfen würdest.“ Nachdem ich den letzten Satz ausgesprochen hatte, fragte ich mich unwillkürlich ob wohl aus dem Kind ein kleiner Vegeta werden würde, wenn ich ganz allein ihm die Erziehung überlassen würde.

Auch wenn ich sehr an meinem Prinzen hing, war mir bei der Vorstellung dann doch etwas unwohl. Einer von der Sorte war eigentlich schon schwierig genug. Er schien zu überlegen und ich fing an still zu  beten, dass meine Argumente ihn überzeugen würden, doch plötzlich hatte ich noch eine Erleuchtung: „Und wenn du hier wohnst, müssen wir nicht zu fest verabredeten Zeiten trainieren, sondern können losziehen, wann immer uns danach ist.“ Also wenn das nicht zog, dann war ich wirklich mit meinem Latein am Ende. Gott sei Dank überzeugt ihn das dann doch und er willigte mit einem Nicken ein. „Na, meinetwegen. Aber sobald ich ein eigenes Haus habe, ziehe ich aus, klar?“

Ich nickte strahlend. „Klar, Vegeta.“ Ich hätte jubeln und vor Freude wie bescheuert im Raum herumspringen können. Er blieb bei mir!!! Er war von nun an immer in meiner Nähe und ich hatte Gelegenheit ihn näher kennenzulernen. Mit einer immensen Selbstbeherrschung gelang es mir jedoch weder meine Freude lauthals herauszuschreien, noch irgendwelche peinlichen Turnübungen zu veranstalten. Stattdessen begnügte ich mich mit einem Grinsen, das sicher um meinen ganzen Kopf gegangen wäre, wären meine Ohren nicht im Weg gewesen.

„Wie heißt der kleine Wurm eigentlich?“, fragte Vegeta mit Blick auf das Baby auf seinem Arm.

„Ach der? Keine Ahnung.“

„Keine Ahnung?“, wiederholte mein Prinz entgeistert. „Willst du mir sagen, dass du ihm keinen Namen gegeben hast?“

Ich verstand ehrlich gesagt nicht, was so schlimm daran war, erklärte aber weiter: „Er ist am plötzlichen Kindstod gestorben und man brauchte jemanden, der sich um ihn kümmert, bis er soweit war, um wiedergeboren zu werden. Ich war der Einzige, der sich gemeldet hat und deshalb hat man ihn meiner Obhut übergeben. Als ich dann den Job als Höllenchef angenommen habe, habe ich ihn natürlich mitgenommen, aber einen Namen habe ich ihm nie gegeben. Warum auch? Er wird sowieso bald wiedergeboren und bekommt dann einen neuen Namen. Es geht doch auch so ganz gut.“

„Kakarott, bei uns Saiyajins ist es die schlimmste Strafe für ein Kind, keinen Namen zu bekommen, denn das bedeutet, dass es wertlos ist. In den Augen der Gesellschaft und erst recht in den Augen seiner Eltern. Magst du den Kleinen denn nicht?“

„Doch, natürlich!“, entgegnete ich erschrocken. „Das habe ich nicht gewusst. Tja, dann muss er wohl wirklich noch einen Namen bekommen....“ Ich kratzte mich am Kopf und überlegte. Dann hatte ich eine Idee: „Hey, warum gibst du ihm nicht einen?“

„Ich? Wieso ich?“

„Weil ich finde, dass du dich gut in der Vaterrolle machst“, erklärte ich mit einem leichten Lächeln.

„Hmpf!“, war seine Antwort darauf. Er blickte dem Baby lange in die tiefen blauen Augen, dann schlich sich ein liebevolles Lächeln auf sein Gesicht, das mein Herz stocken ließ, und er meinte: „Gut, dann heißt du ab heute Trunks.“ Der Kleine quietschte vergnügt und streckte sein kleines Händchen wieder nach seinem großen Beschützer aus.

 

 

 

[1] Bis dass der Tod sie scheidet! Juchuu, Goku ist wieder frei! *’Geta vorschieb* Na los, ran an den Mann! *von einem hochroten Saiyajinprinzen eine gelangt krieg, sich duck* Grrr, na warte, das zahle ich dir heim Veggie! Hier bin ich der Autor- haharrr!!!!

 

[2] Der ist nicht so ein Riese wie im Fernsehen!

 

[3] Findet ihr nicht auch, dass überschwänglich mit ä einfach nur doof aussieht?

 

[4]So ein rundes Haus gibt es wirklich. Ich habe im Fernsehen mal einen Bericht darüber gesehen. Es gehört irgend so einem superreichen Architekten und sieht urgemütlich aus *auch haben woll, leider armer Schlucker bin und mir nicht leisten könn* *seufz* Die Einrichtung „meines“ Hauses ist natürlich frei erfunden.

 

[5] Im wahrsten Sinne des Wortes ^^ !

 

 

An alle, die es bis hierher geschafft haben: Bitte reviewt! Schließlich darf ich mit der Story kein Geld verdienen, also muss ich mir etwas anderes suchen, um zu überleben (nämlich Kommis)!

 

@Lauryn: Gokus saiyanische Familie ist noch am Leben, aber auf die gehe ich nicht weiter ein, weil die Story ja in der Hölle spielt. Wie Goku und Co gestorben sind und wer bis jetzt überhaupt von denen gestorben ist, darauf gehe ich in den nächsten Kapiteln ein, keine Angst.
Wer älter ist, ist gar nicht so leicht zu beantworten. Es kommt nämlich darauf an, ob man vom derzeitigen Alter oder vom Alter zum Zeitpunkt des Todes ausgeht. Bei Letzterem ist Goku der Jüngere (mit 19 gestorben, während Vegeta zwei Jahre länger lebte), bei Ersterem, ist Goku der Ältere, weil er ja schon vierzig Jahre tot ist.

Okay, es sind jetzt einige Fragen aufgetaucht, was wohl mit den anderen toten Saiyajins passiert ist. Also, so genau weiß ich das auch nicht, weiß nur, das sie nicht im Himmel und nicht in der Hölle sind. Also bleibt ja nur noch das Totenreich der Saiyajins. Goku ist da nicht, weil er auf der Erde aufgewachsen ist, der Erde so viel Gutes getan hat, das er in den Himmel gehört hätte, aber dann bekam er ja diesen Job in der Hölle. Aber warum ist Vegeta nicht bei den anderen Saiyajins? Hm, gute Frage. Betrachtet es als Künstlerfreiheit ^^


*alle Reviewer einmal kräftig durchknuddel* Danke Leute!!! Es hat zwar etwas gedauert, bis ich diesen Teil hier posten konnte, aber eure lieben Reviews haben mich dazu ermutigt, wirklich jeden Tag wenigstens ein kleines Stückchen weiterzuschreiben. Vielleicht tröstet es euch ja, dass dieser Teil sogar noch etwas länger ist, als der Letzte.

Widmung: Federvieh, Lady Cai

Anmerkungen: Das Lied ist von Rosenstolz und heißt ‚Der Moment’. Dieser Teil ist irgendwie nachdenklicher geraten als der Letzte..... hoffe, ihr mögt ihn trotzdem ^^ Und noch etwas Wichtiges: der Himmel und die Welt , wo die ganzen Krieger leben, die ihren Körper behalten durften, sind eins! Ich glaube, in der Serie ist es anders, aber bei mir ist es eben so.

Warnings: OOC, sad(?), rape, AU

*.....* sind Flashbacks bzw. Erinnerungen, manchmal auch Träume (alles in der 3. Person Singular geschrieben)

„......“ ist Gequatsche

/....../ sind Gedanken und

‚.....’ ist die böse kleine Stimme in Veggies bzw. Kakis Kopf (kommt eben auf die Perspektive an)

[Zahl] sind Anmerkungen, die ich ans Ende des Kapitels geschrieben habe, um nicht ständig reinquatschen zu müssen.

~~.....~~ gehört zum Lied

2.Kapitel- Annährung

Bewegungslos stand ich in der Dunkelheit meines Schlafzimmers und beobachtete mit sorgenvoll zusammengezogenen Augenbrauen, wie sich mein Prinz im Schlaf unruhig hin und herwälzte. Was träumte er wohl?
Er war jetzt schon drei Wochen hier und ich hatte jede einzelne Sekunde genossen und da er keine Anstalten machte, sich sein eigenes Haus zu bauen, hatte ich die Hoffnung, dass ihm meine Nähe auch nicht besonders unangenehm war.
Ja.... so hatte ich mir die Ewigkeit vorgestellt. Einfach nur glücklich sein mit jemandem an der Seite, den ich aus tiefstem Herzen..... An dieser Stelle stockten meine Gedanken. Den ich was? Den ich liebte? Warum sollte ich Vegeta lieben?
Gut, er war geheimnisvoll und wirkte auf mich wie ein Magnet, er hatte die schönsten Augen, die ich je gesehen hatte, er war stolz, kraftvoll und der beste Krieger, der mir je begegnet war, bewegte sich mit einer unbestreitbaren Eleganz und sein Körper war ein Meisterwerk, das kein Bildhauer im Universum annährend so gut hingekriegt hätte. Ich betrachtete ihn gerne und bewunderte ihn, suchte seine Nähe und mein Herz schlug jedes Mal schneller, wenn ich nur an ihn dachte. Aber das bedeutete doch noch lange nicht, dass ich ihn wirklich liebte!
Oder etwa doch? Ich meine, er war ein Mann.... ‚Und was für einer!’.... ich war doch nicht schwul. Ich hatte jahrelang eine Beziehung mit einer Frau gehabt. ‚Die dich auch nie wirklich befriedigt hat [1]. Hast du Chichi denn jemals wirklich geliebt?’ Nun ja.... ich liebte sie schon... irgendwie.... aber mehr als Freundin, wenn ich ehrlich war. Ich konnte mich noch daran erinnern, dass ich nichts damit anfangen konnte, wenn mir meine Freunde ihre ach so brennenden, leidenschaftlichen Gefühle beschrieben haben. Ich hatte langsam schon gedacht, ich sei irgendwie nicht normal.
Mein Blick wanderte zurück zu meinem schlafenden Prinzen. Diese zärtlichen Gefühle, die sein Anblick in mir weckte, hatte ich noch nie empfunden. War ich deshalb jetzt unnormal? Seine Bewegungen wurden noch unruhiger und als ein leises, gequältes Stöhnen seinen Lippen entkam, hielt ich es für besser, ihn zu wecken. Vorsichtig krabbelte ich zu ihm aufs Bett und legte ihm behutsam meine Hand auf die Schulter.

*Die raue Oberfläche des Planeten, die die Haut des Jungen wund scheuerte.
Fingernägel, die blutige Striemen über die junge Haut zogen.
Brennende Schmerzen, als sich sein Peiniger immer und immer wieder in ihn hineinrammte.
Unvergossene Tränen, die in den Augen des Achtjährigen schimmerten.
Blut, das an seinen Beinen herunterlief.
Kleine Zähne, die in dem Versuch alle Schmerzensschreie zu unterdrücken, die Unterlippe des Prinzen blutig gebissen hatten.
Doch es hatte gewirkt. Er hatte nicht einen Laut von sich gegeben. Vegeta wusste, dass Zarbon es hasste, wenn er seine Gefühle in sich verschloss, seine Qual nicht zeigte. Vielleicht, wenn er noch ein bisschen durchhielt..... vielleicht würde Zarbon ihn dann endlich in Ruhe lassen, die Lust daran verlieren ihn zu quälen.
Ein brutaler Griff um seinen empfindlichen Saiyajinschwanz ließ Vegeta zusammenzucken. Er knirschte vor Schmerzen mit den Zähne, als er spürte wie die feinen Knochen darin brachen. Das spöttische Lachen hinter ihm ließ ihn leise knurren.
/Nein falsch! Ganz falsch! Du darfst keine Gefühle zeigen. Tu so, als würdest du nichts spüren, als wärst du nicht beteiligt./ Seine Augen weiteten sich schmerzerfüllt und seine Zähne gruben sich erneut schmerzhaft in seine Unterlippe, als er spürte, dass die Stöße seines Peinigers härter wurden. /Ich bin der Prinz der Saiyajins. Ich kenne keine Schmerzen! Ich bin stark, ich...../ Seine kleinen Finger krampften sich in dem steinig-sandigen Untergrund und er begann am ganzen Körper zu zittern, als er mit aller Macht versuchte, die Tränen zurückzuhalten. /Warum ich? Warum passiert das mir? Wurde ich nicht geboren, um stolz und frei zu sein? Warum muss also ausgerechnet ich das ertragen???/
Verzweifelt versuchte er sich hochzustemmen, dem Ganzen ein Ende zu bereiten und sich von dem schweren Körper auf sich zu befreien, doch Zarbon war stärker. Er presste sich enger an den kleinen Krieger, drückte ihn mir seinem ganzen Gewicht auf den Boden und lehnte sich schließlich vor um Vegeta in den Hals zu beißen. Eine furchtbar grausame Parodie des Rituals, mit dem die Saiyajin ihre vollkommene und aufrichtige Liebe ausdrückten, ein Geste, die nur darauf angelegt war, der kleinen Seele unbeschreibliche Schmerzen zuzufügen. Der Prinz schrie gequält auf.
„Na, endlich!“, stöhnte Zarbon und unterstrich seine Befriedigung über dieses Zeichen des Schmerzes mit einem brutalen Stoß in den Körper des Jüngeren. „Ich dachte schon, du schweigst dich heute aus....“
Vegeta spürte das Grinsen seines Foltermeisters und heiße Tränen brannten in seinen Augen, die kurz darauf unaufhaltsam seine Wangen hinunterliefen. /Verloren. Schon wieder verloren./ *

Eine Berührung an meiner Schulter ließ mich hoch fahren und in dem Versuch mich vor Zarbon zu schützen, schlug ich zu. Und traf auch irgendetwas.
„Autsch!“
Die Stimme kannte ich doch irgendwoher!? Endlich schaffte ich es mich von den letzten klebrigen Fäden des Schlafes um meinen Verstand zu befreien und sah konzentriert in die Dunkelheit vor mir.
Ich erkannte die Gestalt, die wenige Zentimeter von mit entfernt auf dem Bett saß und sich die Wange rieb, und nun konnte ich auch endlich die Stimme zuordnen. „Was willst du hier Kakarott?“, fuhr ich ihn an.
„Ich konnte nicht schlafen und da dachte ich....“
„Dass du meinen Schlaf ja ein wenig stören könntest?“, unterbrach ich ihn barsch.
„Nein! Oder.... hmmm.... vielleicht nur ein bisschen?“, fragte er mit einem irgendwie hoffnungsvollem Ton.
Niedlich. Naiv. Baka! „Okay, also da ich schon mal wach bin: Was willst du von mir? Soll ich dir ein Gutenachtlied singen oder dir eine Gutenachtgeschichte erzählen?“ Zu meiner eigenen Überraschung fehlte meiner Stimme die Schärfe.... es hörte sich fast wie ein ernst gemeinter Vorschlag an.
Er lächelte verschmitzt. „Warum nicht? Wäre doch mal was Neues. Ich würde gerne einmal hören, wie du singst!“
„Oh nein! Vergiss es! Soweit kommt es noch“, knurrte ich ihn an, aber mehr spielerisch, denn ich spürte, dass diese Flachserei die Schatten meines Traumes vertrieb. Seine Gegenwart brachte Licht in meine dunkle Seele.
Kakarott zuckte mit den Schulter und meinte dann: „Na gut. Dann kannst du mir vielleicht etwas über unser Volk erzählen?“
„Über.... unser Volk?“, echote ich überrascht. „Ich glaube nicht, dass es etwas gibt, was ich dir erzählen könnte, das du nicht weißt.“
„Und ich glaube, da gibt es sogar eine ganze Menge. Ich wurde als Baby zur Erde geschickt, um diese zu vernichten. Dort hat mich dann mein Großvater Son-Gohan gefunden. Na ja, irgendwie bin ich dann wohl aus Versehen in eine Schlucht gefallen, wo ich mein Gedächtnis verloren habe. Bis zu meinem Tode wusste ich ja nicht einmal, dass ich ein Saiyajin bin.“
Na toll. Ich saß hier mit einem Unterklassenkrieger. Super. „Was willst du denn wissen?“ Seltsamerweise kümmerte mich das Wissen um seinen niedrigen Geburtsrang wenig.
„Warum schicken die Saiyajins zum Beispiel kleine Kinder fort, damit sie Planeten vernichten? Das ist doch viel zu gefährlich für die Kleinen, oder?“
„Natürlich war es gefährlich. Deshalb testete man die Babys gleich nach ihrer Geburt auf ihre Kampfkraft und schickte nur diejenigen weg, die eine geringe Kampfkraft hatten.“
„Aber ist das nicht irgendwo ein Widerspruch?“
„Nein, wieso? Erstens können Saiyajins sich verwandeln und die wenigsten schaffen es, gegen einen Oozaru zu bestehen....“
„Was ist ein Uzaru?“
„Ein Oozaru“, sagte ich betont, als ich bemerkte, dass er das Wort nicht ganz richtig ausgesprochen hatte, „ist die Weraffengestalt der Saiyajins. Nur erreichbar mit Schwanz, der dir ganz offensichtlich fehlt. Wenn unser Auge eine Strahlung von über siebzehn Millionen Xenon aufnimmt, was bei Vollmond der Fall ist, reagiert unser Schwanz und wir transformieren uns. Aber weiter im Programm: erstens haben diese Kinder die Möglichkeit der Transformation und zweitens sind sie für den Fortbestand unserer Rasse nicht wichtig. Es stört niemanden, wenn mal ein paar bei diesen Säuberungsaktionen draufgehen.“
Er zuckte zusammen. „Willst du mir damit sagen, dass ich zum Abfall der Saiyajingesellschaft gehöre?“, fragte er verletzt.
Ich zögerte. Im Prinzip war es schon so, aber.... etwas in mir weigerte sich schlicht, ihm unnötig weh zu tun. ‚Dumme Gefühlsduselei!’ /Wem sagst du das?/ Wieso hatte ich eigentlich nicht mehr daran gedacht, dass auch er als Baby weggeschickt worden war? Dann hätte ich sicher nicht solche drastischen Worte gewählt. „Na ja“, begann ich vorsichtig. „Es ist schon so, dass diese Kinder von vielen als wertlos betrachtet wurden...“
„Dich eingeschlossen“, vermutete Kakarott.
„Ja, mich eingeschlossen“, antwortete ich ehrlich. „Immerhin bin ich der Prinz der Saiyajins und war der Stärkste von ihnen. Es war praktisch meine Aufgabe alles Schwächere zu verachten.“
„Und die Eltern lassen einfach zu, dass ihre Kinder fortgeschickt werden und vielleicht nie wieder kommen?“
„Sie haben da überhaupt kein Mitspracherecht. Wenn der König bestimmt, dass das Baby einen Planeten erobern soll, dann kann es mit dem Tode bestraft werden, wenn sich die Eltern dagegen auflehnen. Und was hat der kleine Saiyajin davon, wenn seine Eltern tot sind und er trotzdem weg muss? Wenn die Eltern also ihre Zuneigung zu dem Kind zum Ausdruck bringen wollten, versuchten sie nicht, sich gegen den Befehl des Königs zu stellen, sondern gaben ihm einen Namen und ließen es taufen, bevor der Knirps den Planeten verließ.“ Ich hoffte, dass er verstand, was ich ihm mit dem letzten Satz sagen wollte und dass es ihn ein wenig tröstete, dass wenigstens seine Eltern ihn lieb gehabt hatten.
‚Kannst du mir vielleicht mal verraten, warum du ihn trösten willst?? Sag bloß, du magst ihn, kleiner Prinz!?’
/Natürlich mag ich ihn nicht! Er.... ist bloß kein guter Trainingspartner, wenn er deprimiert ist.... denke ich zumindest. Ich habe ihn ja noch nie deprimiert erlebt./
„Besteht das Leben eines Saiyajins denn wirklich nur aus Kämpfen?“
„Zum größten Teil ja. Training, essen, Training, schlafen, Training, so sah für die meisten Saiyajins der Tagesablauf aus. Wir sind nun einmal ein Volk mächtiger Krieger mit großen Potentialen und wir haben natürlich auch den Ehrgeiz, unsere natürlichen Anlagen zu nutzen. Deshalb trainieren wir auch bis zum Umfallen. Na ja....“, ich spürte wie sich ein Grinsen auf mein Gesicht schlich. „... zwischendurch finden wir natürlich auch immer noch Zeit, unsere Population aufrecht zu erhalten...“
„So wie du das sagst klingt es, als gibt es bei den Saiyajins keine Liebe.“
„Liebe? Unser Wort für Liebe ist dasselbe wie für Schwäche. Gefühle behindern nur im Kampf, wenn man einen klaren Kopf braucht.“
„Du kannst mir doch nicht erzählen, dass sich Saiyajins nie verlieben?!“ Es klang richtig entsetzt.
„Warum sollten wir?“
„Weil....“, ein kaum merkliches Zögern, „Liebe auch Kraft geben kann.“ Ich spürte, dass er noch etwas hatte sagen wollen, es dann aber doch bleiben ließ. Aber das, was er gesagt hatte, hatte mich seltsam berührt. War er nur deshalb stärker als ich, weil er seine Gefühle zuließ und sie nicht in sich verschloss? Aber mir war jahrelang eingetrichtert worden, dass Gefühle Schwäche bedeuteten und wenn man Gefühle zeigte, dann zeigte man auch Schwäche und wenn man schwach war, würde man zwangsläufig untergehen.... wie.... wie konnte es dann sein, dass er stärker war als ich, obwohl er schwach war? Nun war ich völlig verwirrt.
„Ich glaube, ich verstehe nicht ganz....“
„Ist ja auch nicht so wichtig“, sagte er leise und zuckte mit den Schultern. „Aber ich kann nicht glauben, dass unsere Rasse nicht lieben kann, weil ich....“ Beinahe erschrocken brach er ab und nach einer kleinen Pause fuhr er fort: „Weil ich andere Erfahrungen gemacht habe.“ Aber ich fühlte, es war nicht das, was er ursprünglich hatte sagen wollen.
„Es ist nicht so, dass unsere Rasse überhaupt nicht lieben kann, aber es kommt eben nur sehr selten vor. Ich persönlich kenne keinen Saiyajin, der verliebt war, aber ich habe Legenden gehört....“ Ohne zu registrieren, wie sehnsüchtig meine Stimme am Ende gelungen hatte, wickelte ich ärgerlich meinen Schwanz, der verträumt hinter mir hin und hergeschwungen war, um meine Taille.
„Legenden von was?“, kam natürlich sofort seine neugierige Frage.
„Von Seelengefährten. Von Saiyajins, die sich durch den Liebesbiss aneinander gebunden hatten und sogar ihre Seelen miteinander teilten. Von Seelengefährten, die den Tod ihres Liebsten nicht überlebten und ihm ins Jenseits folgten. Ich hörte von Saiyajins, die sich vollständig fühlten.“
„Vollständig?“, echote er überrascht.
„Spürst du es denn nicht auch manchmal? Dieses Gefühl zweigeteilt zu sein? Der Wunsch danach, endlich mit jemandem zu einem vollständigen Wesen zu verschmelzen?“
„Fühlst du so??“
„Ja, manchmal. Dann weiß ich nicht mehr wohin mit mir, weil mich diese schreckliche Einsamkeit überwältigt. Ich habe niemanden, mit dem ich mein Leben teilen könnte und....“ ‚Ja, super. Leg ihm deine Seele offen. Erzähl ihm ruhig all deine Gefühle und was dir als Kind widerfahren ist. Er wird dich danach für deine Schwäche verabscheuen. Mach nur weiter so, kleiner Prinz.’, spöttelte die kleine Stimme in meinem Kopf und ich straffte mich.
„... und es macht mir überhaupt nichts mehr aus! Ich habe gelernt damit zu leben“, endete ich kalt, doch es wirkte geschauspielert, gekünstelt. /Wenn Saiyajins lieben, dann tun sie es als gäbe es kein Morgen. Ob er begriffen hat, was ich ihm sagen wollte?/
Es folgte ein langes Schweigen. „Ich verstehe“, sagte er dann leise und lächelte.
Es lag eine merkwürdige Stimmung in der Luft. Der Mond und die Sterne warfen ein schwachen Licht in den Raum. Die Vorhänge wehten sachte im schwachen Luftzug, der durch das angeklappte Fenster in das Zimmer schlüpfte und obwohl es relativ kühl hier war, war mir heiß. Ich hatte keine Ahnung, was es war, das mein Herz so schnell schlagen ließ und warum ich plötzlich das starke Bedürfnis hatte, mich an etwas.... an ihn.... zu schmiegen und leise zu schnurren, aber es war auf alle Fälle beängstigend. Meine Unterklassenratte saß mir gegenüber, die Hände im Schoß gefaltet, sein Lächeln und das Funkeln seiner Augen schien mich von innen heraus zu wärmen. Unheimlich.
Ich hätte nicht gedacht, dass die Nähe eines anderen so entspannend und beruhigend wirken konnte. Was war nur los mit mir? Und was stimmte eigentlich nicht mit ihm? Ich meine, niemand zuvor hatte eine solche Wirkung auf mich gehabt.
„Uhmm... ich weiß, es passt jetzt nicht so ganz hierher, aber.... was ist ein Supersaiyajin?“
Als er mit seiner Frage diese sonderbare Stimmung zerstörte, wusste ich für einige Sekunden wirklich nicht, ob ich nun froh darüber sein sollte, oder ob ich ihm dafür eine runterhauen sollte. Ich lächelte ihn schließlich gequält an. „Ein Supersaiyajin ist die legendäre Transformationsform unserer Rasse. Wenn die Sage stimmt, dann gibt es alle tausend Jahre nur einen einzigen.“
„Braucht man dafür auch einen Schwanz?“
„Weißt du denn eigentlich überhaupt irgendetwas?“, seufzte ich und er sah mich daraufhin verletzt an.
„Nein. Und deshalb frage ich ja dich. Da du wie ich ein Saiyajin bist- und vielmehr noch der Prinz unserer Rasse- hatte ich gehofft, dass du mir etwas über unser Volk erzählen könntest. Ich für meinen Teil würde nämlich gerne wissen, wo ich herkomme und was das für Leute sind, von denen ich abstamme.“
Ich schluckte. Von dieser Seite hatte ich es noch gar nicht betrachtet. Ich mochte vielleicht mit meinem Tod meinen Status und den Kontakt zu meinem Volk verloren haben, aber ich hatte einundzwanzig Jahre lang Gelegenheit, meine Zeit in ihrer Gesellschaft zu verbringen- und ich hatte die Möglichkeit bei meinen Eltern zu sein. Meine Mutter war zwar schon früh gestorben und mein Vater hatte die meiste Zeit seine Gefühle in sich verschlossen, aber ich hatte gewusst, dass er mich liebte, ich hatte jederzeit die Möglichkeit gehabt seine Nähe zu suchen (wenn ich denn gewollt hätte) und ich hatte vor allem gewusst, wer er war und dass ich stolz auf ihn sein konnte.
Wie fühlte man sich wohl, wenn man gar nichts von all dem gehabt hatte? Wenn man nicht wusste, was für ein stolzen Kriegervolk wir waren, seine Eltern nie gesehen hatte und nicht wusste, wessen Blut da eigentlich in seinen Adern floss. Ich wollte mir gar nicht vorstellen, wie es war unter Fremden aufzuwachsen, die keine Ahnung von deinem wirklichen Ich und deinen Bedürfnissen hatten und die dich nicht verstanden.
Und das Wichtigste war, dass wir Saiyajins ein Volk von Telepathen und Empathen waren und Menschen waren nicht gerade für ihre Fähigkeiten in dieser Hinsicht bekannt. Ich konnte mich noch gut erinnern, wie sehr ich die Präsenz von zwei Milliarden anderer Geister in den ersten Tagen hier vermisst hatte- bis ich meine Unterklassenratte getroffen hatte.....
Er war zwar nicht daran gewöhnt, solche Wesen um sich zu haben, aber jeder Saiyajin versuchte instinktiv telepathische Verbindung zu seinem Gegenüber aufzunehmen, denn obwohl wir Krieger waren, suchten wir die Nähe von anderen, die so waren wie wir- weniger die körperliche als vielmehr die psychische. Wenn dieser Link die ganze Zeit einseitig blieb..... dann ging ein Lebewesen mit so hoch entwickelten Sinnen doch daran zugrunde. Wie hatte er es geschafft zu überleben ohne komplett wahnsinnig vor Einsamkeit zu werden? War dies der Grund, warum er so beharrlich meine Nähe suchte? Weil er endlich jemanden gefunden hatte, der so war wie er, der ihn verstand, mit dem er eine Verbindung aufbauen konnte?
„Nein, man braucht dafür keinen Schwanz“, erklärte ich nun geduldig. „Aber deine Kraft muss so gewaltig sein, dass sie auf dem normalen Level höchstwahrscheinlich zu deinem Tode führen würde, weil dein Körper ganz einfach nicht in der Lage ist, den entfesselten Kräften bei einer so hohe Energie über einen längeren Zeitraum zu widerstehen. Deshalb muss er sich verändern. Nach dem, was ich gehört habe, werden die Haare golden, die Augen grün, den ganzen Körper umgibt eine unglaublich starke, goldene Aura und Kraft und Schnelligkeit vervielfachen sich.“
„Aha“, brachte er schließlich heraus, nachdem er eine Weile andächtig geschwiegen hatte und ich stellte fest, dass es mir Spaß machte, ihm von unserer Rasse zu erzählen und zu beobachten, wie er jedes Wort einem Schwamm gleich in sich aufsog. „Und... rein theoretisch natürlich.... könnte ich auch so ein Supersaiyajin werden?“
‚Nein natürlich nicht! Er ist ein Unterklassennichts und dafür bestimmt die Drecksarbeit für Elitekrieger wie dich zu übernehmen. Solche Saiyajins erreichen nie im Leben Supersaiyajinstatus! Wie lange willst eigentlich noch mit ihm herumquatschen wie ein altes Waschweib? Sag ihm endlich, dass er deiner nicht würdig ist und schmeiß ihn aus dem Zimmer!!’
/Er meiner nicht würdig? Ist es nicht vielleicht eher so, dass ich SEINER nicht würdig bin? Er ist so stark und doch so sanft...... er ist rein, wo ich verdorben bin und seine Gegenwart bringt Licht, während ich bisher nur Leid über die Völker dieses Universums gebracht habe..../
‚Und was kümmert dich das? Schwächling! Es war verdammt noch mal dein gutes Recht, deine Stärke zu demonstrieren. Ist es etwa deine Schuld, dass die von dir ausgelöschten Völker nicht stark genug waren, sich zu verteidigen? Und du als der Prinz der Saiyajins solltest es nun wirklich nicht nötig haben, dich mit einem Unterklassenkrieger abzugeben und du solltest es schon gar nicht genießen!!’
/Genießen? Wieso denn genießen? Das tue ich doch gar...../
„Vegeta? Was ist denn los?“
Kakarotts Stimme riss mich aus meinem inneren Disput. Irgendwie war ich ihm sogar dankbar dafür, denn ich wollte gar nicht wissen, wohin das geführt hätte. „Tja, du bist zwar ein Saiyajin und auch ziemlich stark, aber.... ich weiß nicht. Vielleicht.“, erklärte ich ausweichend und hoffte, er würde kapieren, dass ich keine Lust hatte diese Unterhaltung weiterzuführen.
„Hmm, wie auch immer. Danke Vegeta! Ich denke, jetzt kann ich besser einschlafen.“ Er lächelte und erhob sich.
Wie jetzt? Keine dummen Fragen mehr? Kein Themawechsel? Nichts?? Er..... wollte mich einfach alleine lassen??
Fast erschrocken hob ich den Blick und starrte ihn an, konnte nicht fassen, dass er jetzt schon gehen wollte- jetzt wo er dieses dumpfe Gefühl der Angst und der Hilflosigkeit, das sich nach diesen Träumen immer in mein Herz eingenistet hatte, beinahe vertrieben hatte.
„Bleib“, bat ich ihn leise und konnte nicht glauben, was mir da gerade rausgerutscht war. /Argh!! Was tue ich denn schon wieder? Bin ich jetzt komplett bescheuert? Mit ihm in einem Bett???/
Er blinzelte verblüfft, dann lächelte er wieder und verschwand geräuschlos durch die offene Schlafzimmertür ins Nebenzimmer. Ich leugne nicht, das ich in diesem Moment eine maßlose Enttäuschung empfand. ‚Welchen Grund sollte er auch haben bei dir zu bleiben?!’, spottete die kleine Stimme und etwas schnitt sich schmerzhaft in mein Herz.
Ebenso unleugbar war allerdings auch der Satz, den mein Herz machte, als er mit seinem Kopfkissen und seiner Decke unter dem Arm wieder im Zimmer erschien und es sich neben mir auf dem Bett bequem machte.
„Gute Nacht, mein Prinz“, murmelte er leise und schloss die Augen.
S-sein WAS? Ich lag noch eine ganze Weile wach, wagte nicht mich zu bewegen, aus Angst meinen Engel aufzuwecken und seine Worte hallten immer noch in meinem Kopf nach: „....mein Prinz.“
Er... er hatte mich als seinen Prinzen anerkannt, obwohl er mich regelmäßig besiegte und obwohl ich ihn immer wieder von mir stieß, wenn er mir mal wieder seine Freundschaft anbieten wollte. Aus irgendeinem Grund wusste ich, dass es zwischen uns keine Freundschaft geben konnte.... nur erbitterte Rivalität........... oder bedingungslose Liebe.......
/Was für ein Quatsch. Du bist anscheinend völlig übermüdet, Vegeta..../ dachte ich noch, bevor ich in einen tiefen, traumlosen Schlaf hinüberglitt.

~~ Wo ich war,
das weiß ich jetzt nicht mehr genau.
Weiß nur eines Tages warst du hier.
Hast mein Leben völlig auf den Kopf gestellt
Und ich war ein kleines Stück von dir.~~

Gedankenverloren kaute ich auf meinem Stift herum und starrte aus dem Fenster anstatt mich um den Papierkram zu kümmern. Die letzte Nacht wollte mir einfach nicht aus dem Kopf gehen. So offen hatte ich Vegeta noch nie erlebt. Und etwas sagte mir, dass das so schnell auch nicht mehr vorkommen würde. Vielleicht hatte es daran gelegen, das er gerade erst aus einem Albtraum hochgeschreckt war, als ich anfing ihn mit Fragen zu löchern.
Ein kleines Grinsen stahl sich auf mein Gesicht. Vielleicht sollte ich das jetzt immer so machen. Ihn mitten in der Nacht aufwecken um dann mit ihm zu reden, denn aus irgendeinem Grund schien die schützende Mauer, die er um seine Seele aufgebaut hatte, nachts weniger undurchdringlich zu sein. Ja, ein schlaftrunkener Vegeta gefiel mir sehr gut!
Dann verdunkelte sich mein Gesichtsausdruck wieder als mir seine Worte in den Sinn kamen:
„Spürst du es denn nicht auch manchmal? Dieses Gefühl zweigeteilt zu sein? Der Wunsch danach, endlich mit jemandem zu einem vollständigen Wesen zu verschmelzen?“
Mein Prinz fühlte sich also alleine? Wie gerne würde ich ihm Schutz vor der Einsamkeit und vor den Schatten bieten, die ihn Tag und Nacht quälten und die sogar seine Aura verdunkelten. Wenn er mich doch nur lassen würde...... Ich seufzte leise. Mein Prinz war ja so halsstarrig! Sein Stolz verhinderte, dass ich an ihn herankam. Wenn er seine Verteidigung doch nur ein ganz klein wenig senken würde, dann.... dann könnte ich versuchen..... ihm die Liebe zu geben, die ihm im Leben anscheinend verwehrt worden war.
Ich würde alles tun, um ihn glücklich zu machen.... um ihn lächeln zu sehen.... um ihn lachen zu hören.... um...... Aber was dachte ich denn schon wieder? Er würde meine Gefühle niemals erwidern. Als ich heute morgen aufgestanden war, war ich mir sicher gewesen, dass ich ihn liebte wie noch nie jemanden zuvor. Selbst wenn ich es gewollt hätte, es war längst zu spät um mein Herz noch zu retten. Ich hatte es vollkommen an ihn verloren, und zwar schon in dem Moment, in dem ich zum ersten Mal in seine wunderschönen nachtschwarzen Augen gesehen hatte.
Seltsamerweise machte mir das Wissen, dass diese Gefühle nie auf Gegenseitigkeit beruhen würden, wenig aus. Jetzt, wo ich dieses sinnlose Ankämpfen gegen viel zu starke Empfindungen aufgegeben hatte, konnte ich mich ganz darauf konzentrieren, den Schmerz meines Prinzen zu lindern und seinen Albträumen den Gar aus zu machen. Ja, das würde in nächster Zeit wohl meine Hauptaufgabe sein. Sollte er mich ruhig verweichlicht und naiv nennen, solange ich ihm helfen konnte, war es mir gleich..... Na ja fast zumindest. Natürlich wollte ich auch, dass er stolz auf mich war und mich nicht verachtete, aber vielleicht, wenn er eines Tages, den Sinn meines Handelns erkannte.... vielleicht würde seine Art mir gegenüber dann nicht mehr ganz so verletzend sein. Immerhin hatten wir die ganze Ewigkeit Zeit, uns aneinander zu gewöhnen.
Plötzlich wurde die Tür aufgerissen und ich schreckte aus meinen Gedanken hoch. Niemand anderes als Vegeta stand im Raum, der mich mit hochgezogenen Augenbrauen musterte. „Wie lange willst du dich eigentlich noch hier drin verkriechen? Komm endlich trainieren, Unterklassenratte.“
Merkwürdigerweise klang dieses „Unterklasenratte“ mehr wie ein Kosename, als wie eine Beleidigung. Ich lächelte ihn an. „Ich kann noch nicht. Ich bin noch nicht mit dem Papierkram hier fertig!“
Er folgte meiner Handbewegung und als sein Blick auf die riesige Menge an Papier fiel, verdüsterte sich sein Gesichtsausdruck so sehr, dass ich einen Moment lang dachte, er würde die Papiere einfach pulverisieren. „Was hast du eigentlich bisher gemacht, Kakarott? Geträumt?“
Zack! Er hatte voll ins Schwarze getroffen und ich wurde augenblicklich rot. „Ähhh... na ja...“
„Wozu bist du eigentlich der Chef hier, wenn deine Bediensteten sich einen schönen, faulen Tag machen und du dich hier mit diesem Quatsch abmühst?“
Ich wusste, dass er mit „Bediensteten“, die Helfer meinte, die Enma Daio mir zur Seite gestellt hatte. „Ich halte nicht viel davon, andere die Arbeit erledigen zu lassen, die ich selbst tun sollte. Außerdem bin ich mir nicht sicher, ob sie hiermit nicht überfordert wären.“
Mein Prinz verengte die Augen. „Kommt es mir nur so vor, oder suchst du wirklich krampfhaft nach einer Ausrede, um nicht mit mir trainieren zu wollen?“
„Nein Vegeta, ich.... Was soll ich denn deiner Meinung nach tun?“, fragte ich etwas hilflos.
Er seufzte. „Vom Regieren hast du wirklich keine Ahnung! Überlass das mal einem Profi.“ Damit ging er zurück zur Tür, trat einen Schritt aus dem Zimmer heraus und brüllte dann zu jemandem, den ich nicht sehen konnte: „Hey, du da! Ja du! Beweg deinen Hintern hier rüber aber ein bisschen flott!!“ Dazu hatte er den gefährlichsten Blick, den er auf Lager hatte, aufgesetzt und ich konnte mir lebhaft vorstellen, wie der arme Kerl, den mein Prinz gerade angesprochen hatte, vor Furcht zitterte. „Komm Kakarott! Wir gehen.“
Zögernd erhob ich mich, nicht sicher ob ich seinem Befehl wirklich gehorchen sollte, oder ob ich mich lieber mit den Papieren auf meinem Schreibtisch befassen sollte. Ein Blick zu Vegeta, der in seiner üblichen stolzen Haltung dastand und ganz offensichtlich auf mich wartete, erleichterte mir die Entscheidung aber ungemein und der Papierkram zog den Kürzeren.
In diesem Moment erschien so ein kleines Kerlchen, ängstlich geduckt: „Ja, Herr?“
Mit einer Kopfbewegung deutete Vegeta auf den Schreibtisch und meinte dann: „Kümmere dich um das da!“ Sein Ton war zwar ruhig und kühl, aber der Ausdruck in seinen Augen versprach jedem den Tod, der es wagte zu widersprechen. Ohne eine Antwort abzuwarten und ganz offensichtlich an Gehorsam gewöhnt setzte sich Vegeta in Bewegung und ich folgte ihm als wäre nicht ich, sondern er hier der Boss. Innerlich staunte aber über die Selbstverständlichkeit mit der er die Sache geregelt hatte. Es war so routiniert rübergekommen. Wahrscheinlich hatte er auf Vegeta-sei auch Besseres zu tun gehabt, als sich mit dem Papierkram der Staatsangelegenheiten zu befassen. Und wieder einmal tauchte die Frage auf, warum er wohl so jung gestorben war.

Verdammt!
Ich saß auf einem großen Stein und ließ meine Blick gedankenverloren über die große, grasbewachsene Ebene schweifen. Der Wind fuhr sanft durch meine Haare und sie wiegten sich leicht hin und her, erlaubten ihm mit ihnen zu spielen. Ich legte meinen Kopf auf mein angewinkeltes Knie, schlang die Arme darum und fluchte erneut unterdrückt. Wie hatte das geschehen können? Argh, ich könnte diesen Baka umbringen... wenn er nicht schon tot wäre. Wieso er und nicht ich?
Nachdem ich es vor einem Monat geschafft hatte, ihn zu überzeugen, dass andere sehr wohl seine Arbeit im Büro übernehmen konnten, hatten wir täglich miteinander trainiert. Ich hatte spüren können, wie ich nach und nach stärker wurde, bis ich am Ende mit ihm gleich gezogen hatte. Endlich! Nach so langer Zeit, hatte ich ihn eingeholt. Wäre ja auch noch schöner, wenn der Prinz ewig hinter seiner Unterklassenratte zurückbleiben würde!
Ich erinnerte mich noch gut an dieses unglaubliche Triumphgefühl, das mich durchflossen hatte, als ich ihn zum tausendsten Mal zu Boden geschlagen hatte und es dieses Mal tatsächlich so ausgesehen hatte, als würde er nicht mehr aufstehen.

* Goku hörte das Lachen seines Prinzen. Triumphierend, spöttisch. „Was ist los Kakarott? Schon müde?“
/Nein! Das darf nicht sein...... ich kann nicht gegen ihn verlieren..... ich wäre es nicht länger wert, sein Trainingspartner zu sein!/ Er spürte wie sich sein Herz bei dem Gedanken zusammenkrampfte und seine Finger gruben sich in den erdigen Boden. Kein Training mehr, das bedeutete, keine gemeinsame Freizeit. Vegeta würde morgens aus dem Haus gehen, ohne ihn zu beachten und würde abends wieder kommen, etwas essen und dann ins Bett fallen- ebenfalls ohne ihm Beachtung zu schenken. Wenn Goku ihm Gesellschaft leisten wollte, würde er ihn zurückweisen, denn der Prinz gab sich ja nicht mit Unterklassenkriegern ab, vor allem jetzt nicht mehr, wo er der Stärkere von beiden war. Das wiederum bedeutete, dass ihm Vegetas Nähe versagt werden würde (was mit hundertprozentiger Sicherheit sein sofortiges Ende bedeuten würde[2]) und außerdem konnte er so seinem Prinzen nicht helfen, seine Albträume siegreich zu bekämpfen.....
Langsam, in einer gewaltigen Kraftanstrengung stemmte sich Goku wieder hoch und versuchte seine letzten Reserven zu mobilisieren. /Nein, mein Prinz. Um unser beider Willen kann ich mich nicht geschlagen geben, auch wenn dein Stolz das gerne hätte!/
Bisher hatte er es immer irgendwie geschafft, selbst in unmöglichen Situationen, wo er eigentlich physisch schon am Ende war, immer wieder das entscheiden Fünkchen Kraft zu finden und den Sieg davon zu tragen.
Er konzentrierte sich, wie noch nie zuvor in seinem Leben, suchte verzweifelt nach einem Fünkchen Energie und plötzlich war es, als wäre eine Tür in seinem Inneren aufgestoßen worden. Goldenes Licht umhüllte ihn plötzlich und Goku spürte wie ein schier unglaublich Macht seinen Körper durchfloss. Er hatte seine verborgenen Reserven gefunden.
Mit ungläubig aufgerissenen Augen beobachtete Vegeta, eben noch siegesgewiss, wie sich Gokus Haare einen Moment lang Gold färbten und seine Augen einen grünen Farbton annahmen.
/Nein, das kann nicht... wie beim Blutmond von Vegeta-sei.... ein Supersaiyajin??? Meine Unterklassenratte??/
Doch dieser Augenblick, in dem von dem jüngeren Saiyajin eine unglaublich starke Aura ausging, ging vorüber, seine Haare und seine Augen färben sich wieder schwarz und Vegeta wollte gerade aufatmen, als Goku mit einem lauten Aufschrei auf die erste Supersaiyajinstufe sprang.*

Das war nicht fair! Ich war der Prinz der Saiyajins. Es war mein Schicksal gewesen diese Stufe zuerst zu erreichen. Was also hatte Kakarott mir voraus? Warum war er mir zuvorgekommen?
Mit einem frustrierten Schnaufen ließ ich meinen Schwanz einmal wütend hin und herpeitschen. Ich konnte es einfach nicht glauben. Warum zum Teufel Kakarott und nicht ich?!??
/Okay, fassen wir noch einmal zusammen. Kakarott ist mit einer geringen Kampfkraft geboren worden, deshalb wurde er fortgeschickt. Er ist unter schwächlichen Menschen aufgewachsen und hat sich so allerlei schlechte Eigenschaften dort angewöhnt. Zum Beispiel dieses ständige Gequatsche von Freundschaft. Er ist verweichlicht und viel zu sanft für einen Krieger. Kakarott ist der Typ, der sich ohne zu zögern für die Menschen, die er liebt (Bei diesem Wort lief es mir eiskalt den Rücken runter. Wie ich es verachtete! Liebe.... wer brauchte sie schon?!) opfern würde und der immer gab und niemals nahm. Dieser Baka würde nicht töten, es sei denn er wurde dazu gezwungen./
Entnervt griff ich mir an den Kopf. Dieser Mann hatte nicht nur ein oder zwei Schwächen, nein, er war eine einzige Schwachstelle. Heilige Mondgöttin, wie hatte er es trotzdem geschafft, dieses legendäre Level zu erreichen?
Seit diesem Vorfall vor zwei Tagen mied ich ihn und er verstand einfach nicht, warum ich ihm aus dem Weg ging. Er schien fast ein wenig verletzt ob meines Verhaltens zu sein, aber das kümmerte mich nicht.
‚Ach wirklich nicht?’
Ich wurde mein ganzes Leben lang nur darauf gedrillt der Stärkste von allen zu sein und dieser Krieg hatte mir auch nicht gerade eine normale Kindheit ermöglicht. Schnell war klar gewesen, wenn nicht ich, dann würde es keiner schaffen, den Schergen Freezers Einhalt zu gebieten. Beim Blutmond, wieso schaffte er dieser Kerl mir immer wieder die Stirn zu bieten und mir immer einen Schritt voraus zu sein?
Eine Hand auf meiner Schulter riss mich aus meiner Versunkenheit und erschrocken ließ ich instinktiv meinen Schwanz in die Richtung peitschen, in der ich ihren Besitzer vermutete. Natürlich traf ich auch.
„Autsch! Vegeta, warum hast du das getan?“
Ich seufzte leise. War ja klar gewesen. Nur Kakarott war mutig- oder dumm, kam wohl auf die Sichtweise an- genug sich an mich ranzuschleichen und mir den Schreck meines Lebens zu verpassen. „Weil du mich erschreckt hast, Baka!“, fuhr ich ihn an und er rieb sich verlegen mit einer Hand den Hinterkopf. „Oh, wirklich? Und ich dachte, du bist stets wachsam...“ Mein drohendes Knurren ließ ihn dann doch inne halten und seine Wortwahl überdenken.
Langsam erhob er sich aus seiner hockenden Position und schwebte dann um mich herum. „Komm! Ich möchte dir etwas zeigen.“
„Was könntest du mir wohl zeigen, das mich interessieren würde?“
„Och, komm Vegeta. Sei nicht immer so grummelig. Ich weiß, das auch du eine sanfte Seite hast.“ Er zwinkerte mir zu und flog dann in ruhigem Tempo voran.
Ich starrte ihm entgeistert nach. Was war das denn jetzt gewesen?? Nicht sicher, was ich davon halten sollte, rappelte ich mich auf, stellte fest, dass meine Glieder vom langen Sitzen ganz steif geworden waren und beeilte mich dann ihm zu folgen. Was immer seine Überraschung für mich war, ich war dann doch eine Spur zu neugierig, um es nicht erfahren zu wollen.
Wir landeten an einem See, der auf den ersten Blick wirklich nichts besonderes war. Das Wasser war klar und blau, aber das war hier nichts besonderes. Jeder See, den ich bisher gesehen hatte, sah so aus. Er lag mitten auf der Lichtung eines verträumten kleinen Wäldchens und es lag eine merkwürdige Stimmung in der Luft. Mir schien es beinahe, als würden die Bäume ein leises, aber dennoch sehr melodisches und beruhigendes Lied singen. Was natürlich Quatsch war. Ich fragte mich nun ernsthaft, was Kakarott hiermit bewecken wollte.
„Was zum Teufel willst an diesem Tümpel? Hast du jetzt völlig den Verstand....“, wandte ich mich an ihn, brach aber abrupt ab, als mein Blick auf ihn fiel. Kakarott hatte, während ich die Umgebung gemustert hatte, natürlich nichts besseres zu tun gehabt, als seine Klamotten auszuziehen. Nur indem ich meinen Blick regelrecht von ihm wegriss und feststellte, dass das Gras auf dem wir standen eine ungemein interessante Erscheinung war, konnte ich verhindern, das meine Augen mir aus dem Kopf fielen. Ich wusste nicht, ob ich ihn nun dafür mit einem Final Flash rösten, oder ob ich ihn lieber sprachlos bewundern sollte. Hatte dieser Saiyajin denn überhaupt kein Schamgefühl? Er hätte mich ja wenigsten vorwarnen können. Ich schloss für einen kurzen Moment die Augen und versuchte das Bild, das sich in mein Gedächtnis eingebrannt hatte zu vertreiben. Erfolglos.
Helle Haut, von keiner einzigen Narbe durchbrochen, obwohl er ein erfahrener Kämpfer war. Perfekt geformte Oberarme, eine kräftige Rückenmuskulatur, breite Schultern, eine schmale Taille, ein runder, durchtrainierter Hintern, lange muskulöse Beine. Wie konnte die Hohen Wesen dieses Universums die Existenz dieses gottgleichen Mannes ohne Angst um das eigene Ansehen hinnehmen?
„Vegeta? Kommst du?“
Beinahe zögernd hob ich den Blick und zu meiner Erleichterung stand er nicht mehr nackt wie am Tage seiner Geburt in der Gegend herum, sondern war ein Stück ins Wasser gewatet, dass ihm jetzt bis knapp unter den Bauchnabel reichte, und hatte sich jetzt halb zu mir umgedreht. Er wartete ganz offensichtlich darauf, dass ich ihm folgte.
Ohne mein Zutun wanderte meine Augen über seinen Oberkörper, prägten sich jede Kurve, jeden einzelnen Muskel genau ein und konservierten den Anblick, den er bot, für die Ewigkeit in meinem Gedächtnis. Unheimlich, wie ich auf seine Gegenwart reagierte.
Ich schüttelte die Starre ab und begann mich ebenfalls zu entkleiden. Den bewundernden und sehnsüchtigen Ausdruck in Kakarotts Augen bemerkte ich dabei nicht. Einen flüchtigen Moment wunderte ich mich, warum ich mich auf seine Aufforderung hin meiner Sachen entledigte. Kakarott war stärker als ich, so war ich ihm schutzlos ausgeliefert. Mein Kampfanzug bildete eine physische Barriere gegen Blicke und Berührungen, jetzt wo diese fehlte, fühlte ich mich.... verwundbar. Und ich hasste dieses Gefühl. Hatte ich mit Zarbon nicht genügend schlimme Erfahrungen gemacht? Vertraute ich Kakarott wirklich schon so sehr, dass ich mich praktisch seiner Willkür auslieferte?
‚Wenn ja, dann bist du ein Volltrottel. Er wird es ausnutzen, glaube mir! Du kannst niemandem außer dir selbst vertrauen!’
Ein leises Wasserplätschern verriet meinem sensiblen Gehör, dass Kakarott bereits dabei war seine Runden zu drehen, während ich hier immer noch wie belämmert in der Gegend rumstand, damit beschäftigt, mir selbst Angst zu machen. Er würde niemals..... wie Zarbon..... oder?
Entschlossen folgte ich ihm in das angenehm kühle Nass, und wurde die Frage einfach nicht los, was er mir wohl zeigen wollte. Er wartete wassertretend auf mich und strahlte mich dabei aus seinen rabenschwarzen Augen an. Sie versprachen mir Schutz und Wärme, doch ich wagte nicht ihrem Locken nachzugeben. Was, wenn das alles nur ein grausames Spiel von ihm war? Wenn auch er versuchte, mich zu brechen, wenn auch auf eine etwas andere Weise?
Er lächelte. „Komm.“ Und schon war er abgetaucht. Was sollte das denn jetzt werden? Wollte er mit mir Fange spielen oder was? Ich zögerte noch einen winzigen Moment. Er wollte mich doch nicht etwas ertränken oder so etwas? ‚Hahaha!!! Du bist wirklich zu lustig. Wenn er dich töten wollen würde, dann hätte er sich sicher nicht die Mühe gemacht, dich an diesen See zu schleifen, Vegeta no baka!’
Ausnahmsweise musste ich dieser penetranten Stimme, die immer dann auftauchte, wenn ich sie am wenigsten brauchte, recht geben. Schulterzuckend tauchte auch ich unter. Während ich an Tiefe gewann, bewegten sich meine Augen suchend hin und her und als sie das Ziel ihrer Suche entdeckten, änderte mein Körper ohne meinen Willen seine Schwimmrichtung um einige Grad, so dass ich mich nun direkt auf ihn zu bewegte. Als ich bei ihm angekommen war, hob ich fragend die Augenbrauen und er deutete lächelnd nach unten.
Meine Augen folgten seinem ausgestreckten Arm und erblickten eine Art Korallenriff [3], das im Spiel des Sonnenlichts, das durch die Wasseroberfläche brach, in wunderschönen Farben leuchte. Beinahe wäre mir beim Anblick dieses kleinen Wunders der Unterkiefer herunter gefallen, doch mein mit Eindrücken überlastetes Gehirn erinnerte sich im letzen Moment daran, dass ich mich unterhalb der Wasseroberfläche befand und es sicherlich wenig angenehm wäre, Wasser zu schlucken.
Verspielt schwamm Kakarott einmal um mich herum und packte dann mit einem glücklichen Strahlen auf seinen engelhaften Gesichtszügen mein Handgelenk und zog mich mit sich. Ich machte zwar einen halbherzigen Befreiungsversuch, war aber viel zu fasziniert von den leuchtenden Farben des Riffs und seiner Bewohner. So etwas schönes hatte ich noch nie gesehen. Na ja, ich hatte mir auch nie die Mühe gemacht, bei den Planeten, die ich leergeräumt hatte, unterzutauchen- im wahrsten Sinne des Wortes.
Als wir näher an die Korallen kamen, änderte ein Fischschwarm plötzlich seine Schwimmrichtung und umkreiste uns. Mir schien es fast, als wären die Tiere genauso zum Spielen aufgelegt, wie meine Unterklassenratte. Ein paar Momente sah ich genau in die gelben Augen eines Fisches und fühlte wie sich ein unheimlicher und lange ersehnter Frieden in mir breit machte. Alles wirkte hier so friedlich und ruhig und etwas von dieser Stimmung übertrug sich auch auf mich und mir war, als wäre mir ein Teil der Last von den Schultern genommen worden. Ich warf einen Blick zu Kakarott, der sich nun mitten im Schwarm tummelte und allen Ernstes mit den Fischen zu spielen schien. Er war wohl auch überall zu Hause. Ob auf der Erde, in der Luft oder im Wasser, überall bewegte er sich mit einer Eleganz, die es mir unmöglich machte den Blick von seinem Körper zu lösen. Er hielt mitten in der Bewegung inne, drehte sich zu mir herum und nachdem er sich davon überzeugt hatte, dass ich noch da war, winkte er mich heran.
Zögernd setzte ich mich in Bewegung, misstrauisch was mich wohl erwartete und wurde sogleich als Mitspieler akzeptiert. Es war ein merkwürdiges Gefühl, befreiend und fremd zugleich. Ich wurde akzeptiert, ohne dass jemand nach meiner Kraft oder meinen bisherigen Leistungen fragte. Einfach so. Ein Lächeln schlich sich auf meine Lippen und langsam begann ich mich zu entspannen.
Dieses Spiel war anscheinend eine Art „Hasch mich“ nur ohne Regeln. Hier ging es allein um Körperkontakt. Nachdem ich mich an das komisch glitschige Gefühl der Fischhaut gewöhnt hatte, empfand ich es fast als angenehm. Noch nie zuvor hatte mich ein anderes Wesen freiwillig berührt.... ohne mir Schmerzen zu bereiten.
Ich kam mir vor wie in einem Traum. Es wirkte alles so unwirklich. Ich wurde um meiner Selbst willen akzeptiert, Berührungen taten nicht weh..... es war alles so anders, als es mir in meinem Leben begegnet war. Eine flüchtige Berührung an meinem Rücken riss mich aus meinen Gedanken und ich drehte mich in der Annahme um, wieder von einem Fisch gestreift worden zu sein, um nun meinerseits kurz Körperkontakt herzustellen (denn so funktionierte dieses Spiel wie ich schon nach Kurzem herausgefunden hatte), doch meine Finger trafen nicht auf Fischhaut, sondern zu meinem Entsetzen auf weiche, helle Haut, die eindeutig meiner Unterklassenratte gehörte.
Doch anstatt meine Hand sofort zurückzureißen, ließ ich sie auf seinem Oberkörper ruhen, meine Augen gefesselt von seinen tiefschwarzen. Schlagartig waren die Fische nur noch Nebensache und meine Welt beschränkte sich blitzartig auf ihn und mich während wir langsam und bewegungslos der Oberfläche zutrieben. Was ihn daran hinderte, fortzuschwimmen, weiß ich nicht, aber ich für meinen Teil war schlicht und einfach gelähmt, nicht fähig mich von ihm zu lösen. Mein ganzer Körper kribbelte und war angespannt bis in die letzte Faser.
Schließlich durchbrachen wir die Wasseroberfläche und schnappten nach Luft, denn der Sauerstoff war zum Schluss ziemlich knapp geworden ohne dass ich es gemerkt hatte. Schwer keuchend sah ich ihn an und die Vorstellung in welcher Situation er eventuell noch so nach Luft ringen könnte, ließ eine Hitzewelle in meine Lenden und in mein Gesicht schießen. Verdammt, was dachte ich denn da schon wieder?!
Als sich unsere Atmung wieder beruhigt hatte, grinste er mich an und fragte: „Noch ’ne Runde?“ und war schon wieder verschwunden.
Eifrig folgte ich ihm, denn diese merkwürdige Atmosphäre da unten (‚Und seine Anwesenheit’ /Ach sei doch ruhig!!/) befreite mich von meinen Sorgen und den Dämonen, die mich quälten.

Wir wiederholten dieses Spiel noch ein paar Mal und ich wagte mich noch einige wenige Male Vegeta zu berühren, immer sorgfältig darauf bedacht, es wie Zufall aussehen zu lassen. Kami.... er fühlte sich so gut an. Ich glaube, ich werde noch verrückt.
Schließlich gab ich ihm ein Zeichen zum Auftauchen und als ich dann auf das Ufer zuschwamm, spürte ich, dass er mir nur widerwillig folgte. Süß. Es freue mich, dass ihm dieser kleine Ausflug gefallen hatte.
Mal schauen, ob es auch weiterhin so gut klappte wie bisher. Als ich aus dem Wasser trat entdeckte ich sofort die Decke mit den Fressalien darauf. Perfekt! Es klappte wirklich alles wie am Schnürchen. Zufrieden lief ich hin und schnappte mir eines der beiden Handtücher, um mich abzutrocknen. Dabei fiel mein Blick auf das kleine Körbchen, in dem- warm verpackt- Trunks lag und friedlich schlief. Nanu, wie kam der denn hier her? Ich dachte, er wäre bei den Höllenwächtern!? Na ja, wahrscheinlich hatten die beiden keine Zeit mehr für das kleine Energiebündel.
Ich drehte mich um, um Vegeta das zweite Handtuch zu reichen, hielt aber mitten in der Bewegung inne. Er hatte vorhin schon umwerfend ausgesehen, aber nun.... auf seiner dunklen Haut glitzerten überall kleine Wassertröpfchen, die die Perfektion seines Körpers nur noch zu betonen schienen. Meine Augen glitten über seine Narben und ich fragte mich wie viele harte Kämpfe er wohl zu bestehen gehabt hatte. Diese alten Zeichen von gekämpften Schlachten gehörten zu ihm und machten wahrscheinlich sogar einen Teil seiner anziehenden Persönlichkeit aus, doch sie entstellten ihn keineswegs- im Gegenteil möchte ich sagen. Sprachlos starrte ich ihn an und als erst er mir das Handtuch mit einer gewohnt wütenden Bewegung aus der Hand riss, erwachte ich aus meiner Starre.
Ich wandte mich ab, um mich anzukleiden und dabei ging mir durch den Kopf, ob seine Seele wohl ebenso viele Narben wie sein Körper davon getragen hatte. Wahrscheinlich. Wenn ich an seine regelmäßigen Albträume dachte....
Schließlich machte ich eine einladende Bewegung in Richtung der Decke. „Setz dich doch und bedien dich. Es wird ja hoffentlich genug für uns beide da sein.“
Er sah mich aus zusammengezogenen Augenbrauen an, blinzelte dann zur lachenden Sonne hinauf und mir schien es als würde er etwas weniger angespannt sein, als er sich schließlich setzte. Jedoch rührte er nichts von dem Essen an.... ebenso wenig wie ich. Ich hatte im Moment einfach keinen Appetit. Was in diesem Augenblick zählte war diesen Frieden und vor allem seine Nähe zu genießen.
Mein Blick fiel auf den kleinen Trunks. Seine Beziehung zu Vegeta war etwas ganz besonderes. Irgendwie schien sich mein Prinz für den Knirps verantwortlich zu fühlen, seit er ihn das erste Mal auf dem Arm gehabt hatte. Wenn ich in der Nähe war, tat Vegeta immer so als würde ihn das Baby wenig interessieren, aber wenn ich ihn bat mal nach Trunks zu sehen, tat er es ohne Widerspruch und ich glaube sogar fast mit Freude. Ein paar Mal hatte ich ihn bereits ertappt, wie er mit dem Kleinen spielte. Er war sich meiner Anwesenheit nie bewusst gewesen und ich hatte darüber auch nie ein Wort verloren. Aus irgendeinem Grund war Vegeta der Meinung vor mir immer den Starken spielen zu müssen, der keine Schwächen hatte. Ich wusste nicht warum er so dachte, aber diese besonderen Augenblicke, wenn ich ihn mit Trunks beobachtete, zeigten mir, dass er nicht so hart war, wie er es gerne hätte und einen sehr verletzlichen Kern hatte- den es zu beschützen galt.
Und dann verteidigte Vegeta das Kind wie ein Löwe sein Junges. Wenn er nicht zufällig beim Training war und jemand wollte den Kleinen holen kommen- was früher ja kein Problem gewesen war- dann wurde er von Vegeta unter Zuhilfenahme von wüsten Drohungen und Beschimpfungen fortgejagt. Inzwischen trauten sich nur noch wenige, ihr Glück zu probieren und wenn, dann nur, nachdem sie sich davon überzeugt hatten, dass Vegeta im Moment abgelenkt war.
Wenn mein Prinz und ich vom Training kamen, suchte sich Vegeta als erstes einen Vorwand um nach Trunks zu sehen. Wenn er nicht in seinem Bettchen lag, war mein stolzer Saiyajin sofort beunruhigt. Er sagte zwar nichts, aber ich konnte es an seiner Haltung, seiner Gereiztheit und der Art wie er ruhelos im Haus herumtigerte erkennen.
Ich beneidete Trunks. Vegeta war offen zu ihm, ja manchmal regelrecht sanft und mein Prinz sorgte sich um ihn. Und was war mit mir? Ich war nur zum Training gut.
„Warum Kakarott?“ Eine simple Frage, die mich aus meinem Tagtraum riss und mich verwirrte. „Warum was?“, fragte ich, weil ich seinem Gedankengang nicht ganz folgen konnte.
„Warum hast du mich hierher geschleppt?“
„Gefällt es dir etwa nicht?“
„Das ist keine Antwort. Und tut auch nichts zur Sache.“ Er löste seinen Blick von dem im Sonnenlicht funkelnden Wasser und wandte mir sein Gesicht zu. „Es interessiert mich nur, was du hiermit bezweckst.“
Ich sah ihm eine Weile in die tiefschwarzen, scheinbar bodenlosen Augen und lächelte dann. „Als ich das erste Mal hier war, fiel mir sofort die besondere Atmosphäre auf. Es ist schon ein bisschen unheimlich, wenn die Bäume singen, aber das tut dem ganzen keinen Abbruch.“ Er zog eine Augenbraue in die Höhe, anscheinend überrascht. „Ja, sie singen wirklich. Du bildest es dir nicht ein. Dieser Ort hat so eine wahnsinnig beruhigende Stimmung. Deshalb habe ich dich hergebracht. Ich wollte dir wenigstens für einige wenige Augenblicke Frieden verschaffen.“ Nun sah er mich beinahe entsetzt an, begriff offenbar zum ersten Mal wirklich, dass ich intelligenter war, als ich vorgab zu sein. Meine äußerst effektive Maske hatte auch ihn getäuscht. „Ich weiß nicht, was es ist, das dich quält....“ Eindeutig Erleichterung. Es war eindeutig Erleichterung, die ich jetzt in seinen Augen las. Was hatte er nur für ein furchtbares Geheimnis, das er mit niemandem teilen wollte? „.... aber ich möchte dir helfen. Ich kann deine Sorgen sogar in deiner Aura spüren und das bedeutet, dass du mehr leidest, als es irgendein Lebewesen tun sollte. Du bist mir zu wichtig, als dass ich dich dir selbst überlassen würde.“
Ich sah wie er mit sich kämpfte und mein Lächeln wurde eine Spur sanfter. „Du brauchst das böse D-Wort [4] nicht zu sagen und ich erwarte auch nicht, dass du dich in irgendeiner anderen Form deinen Dank zum Ausdruck bringen.... es würde deinem Stolz wahrscheinlich auch gar nicht gut tun..... das Einzige, was ich erwarte, ist, dass du dich heute entspannst und dich einfach mal treiben lässt. Ich wünsche mir so sehr, dass du deine Sorgen wenigstens für ein paar Stunden vergessen kannst.“ Hoffentlich verstand er das jetzt nicht als die Liebeserklärung, die meine Worte eindeutig gewesen waren.
Er saß mir einfach still gegenüber und sagte nichts, aber aus seinen Augen leuchtete mir „Danke“ entgegen. In diesem Moment war ich wohl der glücklichste Saiyajin im Diesseits und im Jenseits. Ich musterte die auf der Decke ausgebreitete Nahrung eingehend, während ich hoffte, dass er das Jubeln meines Herzens nicht hörte und entdeckte plötzlich meine Leibspeise.
Nachdem wir diese kleine Aussprache gehabt hatten, fühlte ich mich aus irgendeinem Grund erleichtert und mein Appetit (nicht unbedingt mein Hunger, aber sehr wohl mein Appetit) meldete sich zurück. Als ich meine Hand nach dem Sandwich [5] ausstreckte lief mir bereits das Wasser im Munde zusammen. Vegeta beobachtete mein Tun interessiert und bevor ich mir das erste Sandwich in den Mund schob, meinte ich noch: „Die musst du probieren. Sind wirklich gut!!“
Er wartete, bis ich es heruntergeschluckt hatte- vielleicht wollte er schauen, ob es vergiftet war und ich umkippte- und bediente sich dann seinerseits. In kürzester Zeit hatten wir mit unserem gesegneten Appetit all die Köstlichkeiten niedergemacht und sicher in unseren Mägen verstaut. Ich klopfte mir zufrieden auf den vollen Magen, als ich mich zurückfallen ließ und alle viere von mir streckte um mich ein wenig im Sonnenlicht zu baden.
Er beobachtete mich mit einem belustigten Funkeln in den Augen, tat es mir dann aber zu meiner großen Überraschung gleich. Und so lagen wir satt und ein wenig schläfrig friedlich nebeneinander und genossen die warmen Sonnenstrahlen.
„Wir kennen uns jetzt fast auf den Tag genau drei Monate. Mir kommt es vor, als wäre es erst gestern gewesen, als ich dich zum ersten Mal traf“, sagte er plötzlich und ich sah ihn überrascht an. Ich hätte nicht gedacht, dass er sich an so eine Kleinigkeit wie die Dauer unserer Bekanntschaft erinnerte. Immerhin war er tot und Zeit hatte nun keine Relevanz mehr. Außerdem machte er nun wirklich nicht den Eindruck, als würde er jeden Tag, den wir uns kennen, im Kalender abstreichen. Sein Blick war auf die kleinen Schäfchenwolken gerichtet, die langsam über uns am tiefblauen Himmel entlang zogen und sein unbewegtes Gesicht ließ keinerlei Rückschlüsse auf seine Gedanken zu.
Ich lächelte und fühlte wieder diese überwältigend starke Liebe für ihn in mir aufwallen. „Ich würde nicht eine Sekunde eintauschen wollen, Vegeta. Ich.... ich bin froh, dass es dich gibt.“ Nun wandte auch er mir sein Gesicht zu und musterte aus seinen nachtschwarzen Augen. Ich hätte zu gern gewusst, was er in diesem Moment gedacht hat.
Schließlich wandte er seinen Blick wieder dem Himmel zu und meinte leise: „Du bist seltsam Kakarott.“ Er hing noch eine Weile seinen Gedanken nach und ich beschäftigte mich inzwischen damit, mir jede noch so feine Linie seines Gesichtes einzuprägen. Plötzlich drehte er sich auf die Seite, stütze seinen Ellenbogen auf, legte seine Wange in seine Hand und ich fühlte wieder seinen forschenden Blick auf mir. „Wie alt bist du eigentlich wirklich?“
Eine merkwürdige Frage wie mir schien, doch ich beantwortete sie ihm natürlich. „49. Mit neunzehn bin ich gestorben.“
„So jung.“ Es klang nicht wie eine Frage, eher wie eine Feststellung. „Wer hat dich so früh umgebracht?“
„Nicht wer. Was! Ein dummer kleiner Herzvirus. Das Mistding hatte sich in mein Herz eingenistet, ohne das es bemerkt wurde und während der Latenzphase[6] habe ich natürlich schön fleißig weitertrainiert und gekämpft und diesen fiesen Virus hat das natürlich besonders gefreut, weil er sich dadurch besonders gut vermehren konnte. Tja, irgendwann bin ich dann mitten in einer Grillparty einer Freundin von mir zusammengebrochen und musste ins Krankenhaus. Zwei Tage später war ich tot.“
„Und es gab kein Mittel dagegen?“
„Es war ein unbekannter Virus, bei mir das erste Mal aufgetreten und soweit ich weiß bisher nie wieder. Vielleicht kann er keine menschlichen Organismen befallen. Nicht einmal die magischen Bohnen haben geholfen. Ich hätte echt nie gedacht das so etwas Banales meine Todesursache sein würde.“ Ich lachte leise. Der stärkste Kämpfer der Erde von einem winzig kleinen Ding dahingerafft, von dem sich die Wissenschaft nicht einmal sicher ist, ob es ein Lebewesen war oder nicht.
„Magische... Bohnen? Was ist denn das?“
„Ach, das weißt du nicht? Dumme Frage. Natürlich weißt du es nicht.“ Ich brachte mich in dieselbe Position, wie er. „Also, magische Bohnen sind so kleine bohnenförmige Dinger, die ziemlich trocken sind und auch nicht besonders gut schmecken, dafür aber in der Lage sind, Verletzungen zu heilen, verbrauchte Kraft wiederherzustellen und den Hunger für einen Tag zu stillen.“
Seine Augen wurden groß. Mein Gott, sah das niedlich aus! „Und die konnte man einfach so kaufen???“, fragte Vegeta ungläubig.
„Um Gottes willen nein! Das hätte in einem Chaos geendet. Die Menschen tun sich gegenseitig schon genug an. Wenn sie glauben würden, sie wären praktisch unverwundbar, dann wäre die Erde endgültig den Bach runtergegangen. Um sie bekommen musste man erst einmal den Quittenturm hochklettern und die Geschicklichkeit und Ausdauer besaßen nur ein paar wenige Menschen und dann musste Meister Quitte natürlich davon überzeugt sein, dass du Gutes tust, sonst hätte er die Dinger auch nicht rausgerückt.“ Es folgte eine kleine Pause und dann wagte ich es schließlich doch. „Und wie bist du gestorben? Du warst ja kaum älter als ich.“
Sein Gesicht verfinsterte ein wenig. „Ich bin im Kampf gefallen. Du musst wissen, unser Volk kämpft seit Jahren um die Unabhängigkeit von Freezer. Und jetzt wird Freezer wohl gewinnen und uns alle auslöschen“, endete er bitter.
„Wieso?“
„Ich war der Stärkste von ihnen. Der Einzige, dem man zutraute, das Supersaiyajinlevel zu erreichen, auf dem man Freezer endgültig besiegen kann. Tja, und jetzt.... jetzt bin ich tot. Was nützt ihnen ein toter Prinz? Selbst wenn wir durch einen wunderlichen Zufall doch gewinnen sollten oder wenigstens einen Waffenstillstand erwirken könnten, so wäre die königliche Linie doch unterbrochen und wenn es meinem Vater nicht gelingt, vor seinem Tode einen neuen Erben oder eine Erbin zu zeugen, dann bricht in unserer Gesellschaft das Chaos aus. Es ist zwar jeder gewohnt seinem König und Prinzen treu zu dienen, aber wenn plötzlich niemand mehr da ist, der ihre aggressiven Temperamente etwas im Zaum hält, werden sie gnadenlos versuchen, an die Macht zu gelangen und sie werden dabei auch ohne Gewissensbisse über Leichen gehen. Unser Volk würde sich selbst vernichten und das wissen auch unsere Gegner.“
„A-aber es kann doch nicht so schwer sein, ein Kind zu zeugen oder?“
„Die Mutter muss bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Sie muss stark sein, körperlich und psychisch. Ein schwacher Prinz, oder später dann: ein schwacher König ist nicht zu gebrauchen. Und die meisten starken Frauen sind ebenfalls bereits gefallen.“ Er seufzte schwer. Ich hätte nicht gedacht, dass er immer noch so an seinem Volk hing. Immerhin war er schon längere Zeit tot. Er war wirklich mit jeder Faser seines Körpers ein Prinz und die Saiyajin hätten wirklich Glück gehabt, wenn er ihr König geworden wäre. Nun, wo Licht war, war auch Schatten und umgekehrt. Dadurch, das mein Volk seinen Thronfolger verloren hatte und- nach seinen Worten- wahrscheinlich dem Untergang geweiht war, kam ich in den Genuss seiner Gesellschaft. Nicht das mir mein Volk egal war, das wahrlich nicht, aber trotzdem dankte ich den Göttern jeden Abend, dass ich seine Bekanntschaft machen durfte. Vegeta war mittlerweile das Wichtigste in meinem Leben.


Part 2 dieses Kapitels kommt in ein paar Tagen- wenn ihr lieb seid und viele Kommis schreibt ^^

 



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