Kayou-san
E-Mail: Kayou-san@web.de
Titel: Dragonball BS
Serie: Dragonball Z, vielleicht auch noch andere...
Warnungen: Yaoi, Lemons
Disclaimer: von den normalen DBZ-Charakteren und anderen serien is keiner mir, alle anderen schon *muahahah*
Dragonball BS
Between Spaces
Der erste Kontakt
Die Sonne schien wie an fast jedem Tag warm und hell. In der südlichen Hauptstadt herrschte ein reges Gedränge. Man sah Pärchen Hand in Hand durch die belebten Straßen gehen, ältere Leute, die mit ihren Hunden einen kleinen Ausflug wagten,
Väter und Mütter, die versuchten, unter den Quengeleien und Schreiereien ihrer aufgedrehten Kinder einzukaufen. Inmitten all dessen sah man eine Frau mittleren Alters und hellblauen Haaren mit einer Tüte Lebensmitteln, die gerade auf dem Heimweg war.
Als sie an dem nahen Park vorbei kam, sah sie auf einer Bank einige Meter vor ihr einen alten Bekannten sitzen. Er war ein kugelrunder Kerl, groß, mit rosafarbener Haut und einem netten Gesicht. In der Hand hielt er eine riesige Eistüte mit mindestens zwanzig Bällchen.
Lächelnd schüttelte sie den Kopf. ´Verfressen wie eh und je.`
Dann schritt sie zielgerade auf ihn zu. Als sie schon fast bei ihm stand sprach sie ihn an. „Hallo Boo. Na, wie geht’s?“ Er wand seinen Kopf und erblickte die Frau.
„Oh, hallo Bulma. Ich hab dich gar nicht bemerkt.“ Seine Stimme war etwas hoch und quietschig, passte aber irgendwie zu dem Kerl.
„Das hab ich mir schon fast gedacht.“ Sie setzte sich zu ihm auf die Bank. „Und, wie geht’s dir so. Alles in Ordnung mit Mister Satan?“ Er nickte. ´Dieses Grinsen ist bei ihm einfach nicht wegzukriegen.`, dachte Bulma, als ihr plötzlich einfiel, das ihre Jungs ja Hunger hatten.
Sie erhob sich und wand sich an Boo: „Ich müsste so langsam mal nach Hause. Wie steht´s, begleitest du mich noch ein Stück?“ Er blickte erst sie an, dann sein restliches Eis und schob es sich schließlich im Ganzen in den Mund. Dann erhob er sich ebenfalls und nickte schmatzend.
Wortlos gingen sie dann ein Stück nebeneinander her und genossen den warmen Nachmittag, als Bulma zum Sprechen ansetzte. „Also, erzähl mal, wie...?“ Doch mitten im Satz brach sie ab und blieb stehen. „Was ist denn, Bulma?“ Doch sie schüttelte nur den Kopf und sah
in die Seitenstraße direkt neben Boo, die in einer Sackgasse endete. Er folgte ihrem Blick. Und dann sah er ebenfalls, was Bulma abgelenkt hatte. „Da liegt ja jemand.“, sagte er fast beiläufig. Sie nickte. Und spürte gleichzeitig ein nicht ganz so angenehmes Kribbeln im Magen.
Die Gestalt lag halb im Schatten bei einer der großen Müllcontainer. Ihre Füße zeigten in Richtung Straße und die Gestalt hatte eine embryonalartige Stellung eingenommen.
Über die dämmrigen Schatten hinweg konnte Bulma ihre Haare sehen, und was sie sah versetzte ihr einen kleinen Schlag. Sie waren pechschwarz und standen flammenartig in die Höhe. Bulma kannte nur einen Mann, der eine solche Frisur hatte, aber das war unmöglich. Der konnte überhaupt nicht hier sein, sie hatte ihn noch vor einer Dreiviertelstunde angeschnauzt, weil er ihr nie bei den Hausarbeiten half. Oder war er es doch? Sie wagte es zu bezweifeln. Niemand auf der Erde hätte es geschafft, ihn dazu zu bringen, das er zusammengekrümmt in irgendeiner Seitenstraße lag, ganz offensichtlich ohnmächtig.
Aber sie wollte sichergehen. Wenn er es doch war, dann...
Ohne etwas zu sagen drückte sie Boo ihre Einkaufstasche in die Hand und schritt langsam und vorsichtig in die enge Seitenstraße ein. Je näher sie der Gestalt kam, desto ängstlicher wurde sie. Sie sah mehr und mehr aus, wie der Mann, der daheim war und, so hoffte sie inständig, sich im GR-Raum halbtot trainierte.
Die Gestalt, offensichtlich ein Mann, hatte einen genauso muskulösen Körper, breite Schultern, lange Beine, eine relativ schlanke Taille, ebenso wie ihr Vegeta.
Ohne das sie es bemerkte, ging ihr Puls schneller und sie atmete heftiger, als sie sich zu ihm herunterbeugte, um ihn umzudrehen und ihm ins Gesicht zu sehen.
´Bitte nicht, bitte, bitte nicht...´, dachte sie verzweifelt und ihre Hand zitterte heftig, als sie sie auf seine Schulter legte. Sie schluckte einmal, atmete tief durch und schloss schließlich die Augen, bevor sie ihn auf den Rücken drehte.
Sie schluckte ein zweites Mal schwer, schickte noch ein letztes Gebet zu Gott und öffnete schließlich zögernd die Augen. Doch ihre Gebete wurden nicht erhört...und sie blickte in das zerschundene und ohnmächtige Gesicht ihres Mannes.
Und im nächsten Moment glaubte sie, ihr Herz würde stehen bleiben. Das durfte nicht wahr sein, das konnte nicht wahr sein, das war einfach unmöglich. Sie taumelte einige kleine Schritte zurück und fiel hin. Entgeistert starrte sie ihn an. Vegeta, ihr Vegeta, lag in dieser Seitenstraße, bewegte sich nicht und sah beinahe aus wie tot. Seine Klamotten waren zerrissen und entblößten seinen muskulösen Oberkörper, der kleine, blutige Schnittwunden aufwies.
In ihrem geschockten Zustand bemerkte sie plötzlich etwas, was sie stutzen lies.
Langsam und vorsichtig krabbelte sie zu dem Ohnmächtigen hin und besah sich seine Brust genauer. Von Vegeta wusste sie, das er unzählige Narben besaß, die er sich während den Kämpfen geholt hatte, und die nicht mehr völlig verheilt waren.
Aber dieser Mann hatte keine. Sein Oberkörper war völlig glatt und wies außer den frischen Spuren keine Wunden auf. Es war merkwürdig. Narben konnten nicht so einfach verschwinden. Und wenn man an diese biologischen Gesetze dachte, konnte es folglich nicht der sein, für den sie ihn zu Anfang gehalten hatte.
Aber wer war es dann? Soweit sie wusste, war Vegeta ein Einzelkind gewesen, da war sie ganz sicher. Und einen Zwillingsbruder hatte er schon gar nicht. Aber dieser Kerl glich ihm nun wirklich aufs Haar.
Noch während sie diesen Überlegungen folgte, meldete sich ihr Verstand ein weiteres Mal und plötzlich wurde ihr wieder bewusst, das er stark verletzt war und dringend ärztliche Hilfe brauchte. Doch ins Krankenhaus wollte sie ihn nicht bringen, dazu war ihre angeborene Neugier nun zu hoch geworden und sie wollte unbedingt wissen, wer er war, denn mittlerweile war sie fast vollkommen sicher, das es nicht Vegeta war, zumindest nicht ihrer...
Langsam, nach, wie es schien, unendlicher Zeit fing sein Gehirn wieder zu arbeiten an.
Doch mit dieser beginnenden Aktivität setzte auch sein Empfinden wieder ein.
Sein ganzer Körper signalisierte ihm Schmerz, brennender Schmerz, der mit jedem Herzschlag pulsierend durch seine Venen schoss und bis in die allerkleinsten Winkel seiner Selbst drang. Er war nicht in der Lage, seine Augen zu öffnen, dafür waren sie zu schwer und er zu schwach. Er atmete flach und hatte seit seinem dämmrigen Erwachen das Gefühl, beobachtet zu werden. Auf jeden Fall wusste er, das er nicht alleine war. Und er wusste, das er nicht mehr draußen lag, auf offener Straße, wo er sich noch erinnern konnte, zusammengebrochen zu sein und das Bewusstsein verloren hatte.
,Nein...´, stöhnte er in Gedanken, zu schwach, einen Laut von sich zu geben. ,Nein, bitte nicht. Bitte, lass sie mich nicht gefunden haben, bitte, nicht so, ich will nicht, das sie mich so sehen, das ertrage ich nicht. Nicht auch noch.´
Müdigkeit und das erschöpfte Gefühl, was ihn schon seit Tagen gequält hatte, bevor er nachgegeben hatte und zusammengebrochen war, hatte ein wenig abgenommen.
Doch der Schmerz, der in seiner Seele brannte und ihn innerlich zu zerfressen schien, hatte nicht abgenommen. Ganz im Gegenteil, jetzt, wo sein Verstand wieder einigermaßen gut zu arbeiten begann und die Benebeltheit der letzten Tage langsam von ihm abfiel, schlugen die Schmerzen, die tiefen Risse, die seine Seele zierten und unaufhörlich bluteten, mit voller Wucht auf ihn ein.
Er keuchte leise und gequält auf, seine Brust zog sich schmerzvoll zusammen und unwillkürlich bäumte sich sein Körper auf. Dann sank er wieder in sich zusammen, sein Atem ging stoßweise und sein Schädel drohte zu zerplatzen.
Er hatte solche Schmerzen. Wie war es möglich, solche Schmerzen zu empfinden. Es tat so furchtbar weh. Und jetzt, jetzt kam auch alles andere wieder hoch, alles was er runtergeschluckt und tief in sich vergraben hatte, und schmerzte und tat noch dreimal mehr weh. Es war so grausam. So furchtbar grausam. Er fühlte, wie sich die ersten, schwachen Tränen wieder in seinen geschlossenen Augen zu sammeln begannen. Krampfhaft schluckte er sie herunter. Er wollte nicht weinen. Das hatte er schon viel zu viel getan. Er hatte einfach keine Lust mehr, sich bloß zugeben und seine Gefühle weiterhin offen darzulegen.
Schließlich wusste er, das er nicht ewig so liegen bleiben konnte und in diesem Dämmerzustand zwischen Schlaf und Wachen hin- und her wanken konnte.
Unter unendlicher, schmerzlicher Mühe, für die er all seine Kraft brauchte, öffnete er die Augen und blickte den verschwommenen Umrissen einer weißen Decke entgegen.
In gleichem Maße wie seine volle Sehkraft wieder zunahm wuchs auch seine Stärke wieder an. Lange nicht zu seiner vollen Kraft, denn bis das soweit war, konnte es noch einige Tage oder sogar Wochen dauern.
Doch nun war er wenigstens in der Lage seinen Kopf ein wenig zu drehen und sich umzusehen. Und mit einem Mal fiel ein Stein von seinem schmerzenden Herzen.
Er war nicht von jenen gefunden worden, von denen er gefürchtet hatte, gefunden zu werden. Jene, die er liebte, jene, die ihm am wichtigsten in seinem ganzen, von einem ewigen, unsichtbaren Schatten betrübten Leben waren, hatten nicht gesehen, hatten nicht mitgekommen, wie schwach er war, wie elend und verletzt er aussehen musste. Wenigstens diese Grausamkeit des Lebens ihre betrübten und entsetzten Gesichter sehen zu müssen, wurde ihm erspart.
Er lag in einem Zimmer, das ihm vage bekannt war. Er konnte sich noch daran erinnern, wie er dieses und manche anderen dieser Zimmer gesehen hatte. In einem anderen Leben, wie es ihm schien.
Neben sich sah er eine Gestalt sitzen, eingenickt über einem Buch. Eine Frau.
Auch sie glaubte er schon einmal gesehen zu haben.
Dann fiel es ihm siedendheiß wieder ein. Das war Bulma. Eindeutig.
Aber wie war das möglich. Er konnte sich nicht erinnern, jemals auf die Erde gekommen zu sein.
Aber eigentlich, wenn man darüber nachdachte, wundern tat es ihn eigentlich nicht.
Er konnte sogar fast von Glück reden, das ihn sein benebeltes Hirn auf die Erde gebracht hatte, wo keiner ihn kannte und wo er doch so gut alles kannte.
Aber das gerade sie ihn gefunden hatte, wunderte ihn dann doch.
Er beruhigte sich und drehte seinen Kopf wieder so, das er an die Decke sah. Er war immer noch furchtbar müde und ihm war elend zu Mute.
Ein weiteres Mal schloss er die Augen und hoffte, wahrscheinlich vergebens, das die dunklen Gestalten, die immer in seinen Traumwelten umhergeisterten, ihn wenigstens diesmal, diese eine Mal, in Ruhe ließen. Mit diesem letzten Gedanken entschwand er wieder der Realität und fiel hinab in düstere, einsame Finsternis.
Es klingelte an der Tür und Trunks blickte freudig auf. Das war mit Sicherheit Son-Goten.
Wurde auch Zeit, das der so langsam mal antanzte. Er musste ihm unbedingt erzählen, oder besser zeigen, wen seine Mutter zusammen mit Boo heute mit heim gebracht hatten.
Anfänglich konnte er es gar nicht glauben und war schon ganz außer sich vor Sorge, weil er felsenfest glaubte, das es sein Vater war, dem es so schlecht ging. Er hatte ihn nämlich schon eine ganze Weile nicht mehr gesehen.
Aber schließlich hatte Bulma ihn doch noch vom Gegenteil überzeugen können.
Und eigentlich wollte sie auch sicher nicht, das sie diesen bekannten Fremden begafften wie ein Tier im Zoo, aber andernfalls würde Son-Goten ihm sicher nicht glauben.
Außerdem würde er auch ganz leise sein, und ihn bestimmt nicht wecken.
Sein richtiger Vater hatte seinen „Zwillingsbruder“ noch nicht gesehen. Auf seine Reaktion war Trunks auch gespannt und hoffte, das er dabei sein würde, wenn Vater ihn das erste Mal sah. Schnellen Schrittes ging er zur Tür und öffnete sie. Es war tatsächlich der, den er erwartet hatte. Aber da war noch einer bei ihm.
„Oh, hallo Son-Goku, mit dir hab ich gar nicht gerechnet.“, sagte Trunks und grinste.
Auch Son-Goku lächelte freundlich. „Ich hab mir gedacht, da man sich ja eh schon so selten sieht, könnte ich auch einfach mal mit meinem Sohn mitkommen.“ Trunks nickte und ließ sie eintreten.
Als sie im Wohnzimmer waren, fragte Son-Goku etwas verwundert: „Sag mal, wo ist denn Bulma? Sie ist doch sonst immer die erste, die an der Tür steht.“ Trunks sah ihn an. „Stimmt, jetzt, wo du es sagst. Aber ich glaube, ich weis wo sie ist.“
„Ach ja?“
„Ja.“ Trunks grinste. „Oder besser, bei wem sie ist.“
„Was? Wieso das denn?“, fragte Son-Goku etwas perplex.
„Los, kommt mit, ich zeig´s euch.“, sagte Trunks. „Ich weiß, das ist ja eigentlich nicht lustig, aber ich bin schon furchtbar gespannt darauf, wer er ist. Und ob er genauso wie mein Vater ist.“ Er lief Son-Goku und Son-Goten voraus und sie folgten ihm.
„Wie meinst du das „wie dein Vater“? Wer denn überhaupt?“
„Das seht ihr gleich.“ Vor einer Tür blieb Trunks stehen, drückte die Klinke und öffnete sie einen Spalt. „Sie schlafen. Beide.“, flüsterte er.
„Wer denn?“, fragte Son-Goku zum wiederhohlsten Mal und klang dabei schon etwas genervt. „Na, schau doch.“, flüsterte Trunks weiter und trat einen Schritt von der Tür zurück, damit Son-Goku hindurchsehen konnte.
Als er seinen Kopf wieder aus dem Spalt zog, stand blankes Erstaunen auf sein Gesicht geschrieben. „A ... aber das ist ja Vegeta, da drinnen.“
Trunks nickte. „Aber ... aber ich spüre auch ganz deutlich, das Vegeta im G-Raum trainiert.“
Trunks nickte abermals, und sah etwas belustigt, das Son-Goku das Ganze so langsam zu hoch wurde. Auch Son-Goten war nun neugierig geworden und lugte in das Zimmer herein.
Anschließend hatte er einen ebenso erstaunten Gesichtsausdruck wie sein Vater aufgelegt.
„Aber ... aber wie ist das möglich? Ich meine, der kann doch nicht einfach an zwei verschiedenen Orten sein, o ... oder doch?“, stammelte Son-Goku vor sich hin. Das ging nun eindeutig über seinen Verstand.
„Na ja, wie man´s nimmt. Mum ist der Meinung, dass das da gar nicht mein Vater ist. Sie glaubt, das es jemand ganz anderes ist, der lediglich so aussieht wie Dad.“
„Echt?“ Son-Goku sah ein weiteres Mal kurz hinein. „Na, dann hoffen wir mal, das der uns nichts Böses will. Ich meine, wer weiß, was er hier tut. Umsonst sieht der bestimmt nicht so aus wie Vegeta.“
Trunks nickte. Son-Goten ebenfalls. Dann sagte er: „Ja, los komm, Trunks. Gehen wir in dein Zimmer. Ich will noch das Spiel von letztem Mal ausprobieren, okay?“
„Ja, klar.“, sagte Trunks und grinste. „Das ist echt voll cool. Ich hab bestimmt schon die Hälfte durch.“
Lachend gingen die beiden Jungs in Trunks Kinderzimmer und ließen Son-Goku allein zurück.
Er stand in dem Gang und blickte ihnen hinterher. ,Einfach unzertrennlich, die beiden. Und nie haben sie irgendwelche Sorgen. Wie Kinder eben`, dachte er und lächelte.
Dann warf er einen weiteren Blick in das Zimmer. `Wie der wohl drauf ist? Na ja, wahrscheinlich genauso ein sturer Bock wie Vegeta. Immerhin, wenn sie sich schon so ähnlich sehen.` Dann wanderte sein Blick.
`Hey, da ist ja Bulma. Die hab ich gar nicht bemerkt. Hm, sie schläft.`
Einen Moment stand er unschlüssig im Gang, dann öffnete er die Tür leise ganz und ging hinein.
Als er hinter ihr stand, legte er ihr leicht eine Hand auf die Schulter und schüttelte sie sanft wach.
„Hmm, was...?“, murmelte sie leise, bevor sie sich umdrehte und verschlafen zu Son-Goku hochblickte.
„Oh, hi Son-Goku.“, sagte sie und streckte sich. „Na, was verschafft uns die Ehre.“, flüsterte sie.
„Ach, ich bin nur mal so mitgekommen. Man sieht sich ja so selten.“, sagte er und grinste.
„Aber sag mal,...?“ Sein Blick wanderte zu dem Bett. Sie folgte ihm. „Oh, ach ja. Na ja, um ehrlich zu sein, ich weis auch nicht so genau, was es mit ihm auf sich hat.
Ich hab ihn vorhin in einer Seitengasse liegen sehen. Er war ohnmächtig. Und ist seitdem nicht mehr aufgewacht.“
Sie blickte noch einmal mit einem etwas besorgtem Blick zu dem Mann.
„Los komm, am besten, wir gehen raus, Son-Goku.“
„Mhm.“ Er nickte.
Erwachen!
Son-Goku saß zusammen mit Bulma in der Küche und trank einen Schluck Wasser.
„Hat Vegeta davon schon was mitbekommen?“ Bulma schüttelte den Kopf
„Na, dann wird das aber ´n ordentlicher Schock für ihn.“
Sie nickte. „Aber was für mich jetzt erst mal wichtiger ist, ist herauszubekommen, wer er überhaupt ist, sobald er wieder wach ist.“
„Stimmt, das würde mich auch interessieren.“ Er trank einen weiteren Schluck, als er plötzlich in seiner Bewegung innehielt.
In dem Zimmer des Fremden bewegte sich etwas, das konnte er spüren, wenn auch nur sehr schwach. „Ich glaube, er ist wach.“, murmelte Son-Goku und blickte ernst in Richtung des Zimmers.
„Tatsächlich?“, sagte Bulma und sprang auf. Ohne ein weiteres Wort stürmte sie aus der Küche hinaus nach oben.
,Sie scheint ja wirklich sehr interessiert an dem Kerl zu sein. Andererseits kann man es ihr nicht mal verdenken.´, dachte Son-Goku, erhob sich ebenfalls und ging etwas langsamer als zuvor Bulma aus der Küche hinaus nach oben.
Als Son-Goku die Tür öffnete, stand Bulma direkt daneben und hatte einen erschrocken-ängstlichen Ausdruck im Gesicht, während sie zu dem Fremden blickte.
Son-Goku wandte ihm nun auch sein Gesicht zu und musste feststellen, das er mit seiner Vermutung Recht behalten hatte.
Der Mann war tatsächlich wach und stand vor dem Bett. Doch trotz all der Muskeln, die seinen Körper durchzogen, schien er furchtbar schwach. Er hatte sich mit einem Arm auf den Tisch neben ihm gestützt, auf dem Bulma vorhin gedöst hatte, und seine Beine schienen ihn tatsächlich kaum noch halten zu können.
Doch trotz der Tatsache, das er aussah wie Vegeta hätte man meinen können, das der Mann vor ihnen ein Schwächling war, so jemand, der bei einem Straßenkampf stets den Kürzeren zog und sich grundsätzlich von Prügeleien fern hielt, wenn man nur nach seinem Körper ging, der völlig zerschunden und kraftlos wirkte.
Aber als Son-Goku ihm ins Gesicht blickte, lief ihm ein kalter Schauer den Rücken herunter, und das hatten nun wirklich wenige seiner Gegner beim ersten Zusammentreffen geschafft.
Um genau zu sein, war er der erste, vor dem Son-Goku, auch wenn er es nur ungern zugab, direkt beim ersten Mal Angst hatte.
Denn seine Augen waren keine normalen Augen. Sie glichen eher denen eines Dämons. Eines unglaublich bösen und hasserfüllten Dämons, und je länger Son-Goku in diese grausamen, unbarmherzigen und doch auf merkwürdige Weise fesselnden Augen blickte, desto mehr Angst bekam er.
Doch plötzlich bemerkte er noch etwas anderes, das tief in dem Mann vergraben zu sein schien. Etwas, das Son-Goku tief verwirrte und verwunderte zugleich.
Etwas, das unter dem ganzen Hass und Abscheu zu Vorschein kam, was eigentlich nicht passte. Furcht?! Verletztheit?!
Son-Goku wusste es wirklich nicht. Doch dann begann der Mann zu sprechen.
Vegeta stand mit schmerzverzerrtem Gesicht an dem Tisch und blickte die beiden verachtend an. ´Diese Idioten. Wenn die wüssten...´
Da fiel ihm etwas ein, was ihm mit einem Mal große Sorgen bereitete.
Er atmete noch einmal tief und rang sich dann dazu durch, sich zum Sprechen zu bewegen.
„Sag mal, Bulma, hast du mich eigentlich untersuchen lassen?“ Es war nur ein leises, stockendes Keuchen mit einem lediglich schwachen, leicht misstrauischen Unterton, denn selbst seine Stimmbänder taten weh.
,Komisch. Die beiden scheinen ja einen riesen Schiss zu haben. Sogar Son-Goku, der absolute (und manchmal saudämliche) Superkrieger, der doch vor gar nichts Angst hat.´
Er blickte Bulma an. Sie schien sich nicht zu trauen, ihm zu antworten.
„Na los, sag schon! Hast du?“, fragte Vegeta so barsch und laut er konnte, was allerdings nicht ganz gelang, da sich seine Stimmbänder immer noch anfühlten, als hätten sie Risse.
´Hoffentlich geht das bald vorbei.´, dachte er bei sich, auch wenn er damit so schnell nicht rechnete. Die Verletzungen reichten einfach zu tief. Und nicht nur seine körperlichen.
Schließlich schien Bulma sich doch noch dazu durchzuringen, etwas zu antworten.
„W ... wir haben nur ein b ... bisschen, i ... ich meine, du ... du hast s ... starke Verletzungen.“
„Grrrr ... !“ Vegeta knurrte vernehmlich. Diese elende Schlampe. Wie konnte sie es wagen, ihn anzufassen. Woher glaubte sie eigentlich, das Recht dazu zu haben. Auch wenn er verletzt war.
,Aber so, wie das aussieht, hat sie nicht das herausbekommen, auf das ich hinauswollte. Na, ein Glück. Für sie zumindest.´
Dann packte ihn auf einmal ein Brechreiz, er hustete und Blut begann, an seinem Kinn herunter zu laufen.
Auf einmal gaben seine Beine nach und knickten unter ihm weg.
Zitternd fiel er auf die Knie, sein Magen verkrampfte sich und eine neue Welle heißen Schmerzes überrannte ihn. Verdammt, wie er es hasste, wenn er so schwach war.
Seine Hände hielten seinen Magen und sein Kopf ruhte auf dem Lamynahtboden.
Verzweifelt versuchte er, die Tränen zu unterdrücken, die sich hinter seinen Augenlidern wieder zu sammeln begannen. Er wollte nicht mehr weinen. Er wollte einfach nicht mehr. Und schon gar nicht vor diesen beiden. Diese Blöße wollte er sich nicht auch noch geben.
Langsam beruhigte er sich und konnte seine Augen wieder gefahrlos öffnen.
Erschöpft keuchte er. Und spürte, wie die anderen beiden vorsichtig näher kamen.
Am liebsten hätte er sie ordentlich angeschissen, aber er war einfach zu erschöpft und fühlte sich furchtbar leer und ausgesaugt.
Wenn er gekonnt hätte, er wäre auf der Stelle wieder eingeschlafen, wäre nur zu gerne in der tiefen Dunkelheit versunken, weg von ihnen und den unausweichlichen Fragen, die auf ihn zu kamen.
Doch er konnte nicht. Sein geschundener Geist war schon wieder zu sehr im Hier und Jetzt verankert, um so einfach loslassen zu können.
Plötzlich spürte er eine Hand an der Schulter und er schnellte hoch. Und er sah direkt in das Gesicht von Son-Goku, der über ihm stand und ihn ängstlich und doch irgendwie besorgt anblickte.
Und plötzlich kamen ihm wieder die Tränen in die Augen. ,Karkarott...´
Schnell wand er sich ab und hoffte, das sie es nicht bemerkt hatten.
„Hör mal. Du ... du musst dich wieder ins Bett legen. Du hast immer noch starke Verletzung.“
Er hörte deutlich Angst in Bulmas Stimme mitschwingen. Aber sie hatte wahrscheinlich Recht. In diesem Zustand würde er nicht weit kommen. Er stützte sich ab und erhob sich langsam. Dann ließ er sich in das Bett zurücksinken und verbarg schnell sein Gesicht, damit sie seine tränennassen Augen nicht bemerkten.
Son-Goku stand bei dem Bett und wusste nicht, was er machen oder wie er reagieren sollte.
Bulma hatte Recht gehabt. Das war eindeutig nicht ihr Vegeta, der, den sie alle kannten.
Dieser hier strahlte viel zu viel Hass, Verletztheit und Abscheu vor allem aus. Es gab zwar Zeiten bei ihrem Vegeta, wo es annähernd so gewesen war, aber das war schon lange her.
Und das Gefühl, das Son-Goku ihm gegenüber auf einmal verspürte, hatte er bei seinem alten Rivalen nie verspürt. Auch wenn er längst nicht sagen konnte, was es war, aber es fühlte sich komisch an.
Aber wenn Son-Goku es beschreiben müsste, hätte er wohl am ehesten gesagt, es wäre Mitleid gewesen, Mitleid, und das Gefühl, ihm Schutz und Halt geben zu müssen.
Aber da war noch mehr. Weit mehr. Doch das konnte er beim besten Willen nicht definieren.
Plötzlich schreckte er auf. Bulma hatte etwas gesagt, aber er hatte es nicht gehört. Zu sehr war er damit beschäftigt gewesen, seine Gedanken zu ordnen und den Fremden zu beobachten, wie er auf dem Boden lag.
Dann sah Son-Goku, wie der Mann aufstand, so gut es ihm möglich war und sich anschließend ins Bett sinken ließ, wo er ihnen den Rücken augenblicklich zudrehte.
„Was machen wir jetzt?“, flüsterte er Bulma zu. Er wusste es wirklich nicht.
Sie zuckte ebenfalls mit den Schultern. „Am besten, wir gehen raus und lassen ihn noch ein bisschen ausruhen.“; gab sie leise zurück, so, das selbst Son-Goku sie kaum verstand.
„Nein, bleibt!“, ertönte eine leise und trotzdem herrische Stimme vor ihnen.
Der Fremde drehte sich zu ihnen um. Der hasserfüllte Ausdruck war aus seinem Gesicht gewichen. Jetzt sah er nur noch erschöpft und müde aus. ´Und längst nicht mehr so angsteinflößend wie am Anfang.´, dachte Son-Goku, nicht ohne ein wenig Erleichterung zu verspüren. „Ihr habt mich gerettet, und dafür danke ich euch.“ Plötzlich verfinsterte sich sein Gesichtsausdruck wieder etwas. „Aber bildet euch ja nicht zu viel ein.“
Son-Goku blickte Bulma an, die anscheinen ihre anfängliche Angst ihm gegenüber einigermaßen überwunden hatte. Sie bewegte sich auf ihn zu und setzte sich auf den Drehstuhl, auf dem sie vorhin schon gedöst hatte, und sah den Fremden an.
„Wie geht’s dir?“, fragte sie mit leiser Stimme. Er blickte sie nur finster an und antwortete nicht.
„Und wer bist du?“ Ihre Stimme begann wieder kräftiger zu werden. Er sah sie an und zögerte einen Moment, so als würde er genau abwägen, was er als nächstes sagte.
Schließlich entschied er sich doch zu einer recht schroffen Antwort: „Das braucht dich überhaupt nicht zu interessieren, verstanden? Es reicht, wenn ihr wisst, das ich ebenfalls Vegeta heiße.“
Sie nickte. Son-Goku spürte praktisch, das ihr noch ein Haufen Fragen auf der Zunge lagen,
aber sie sagte nichts. Son-Goku wusste, warum. Ihm ging es da nicht anders.
Dieser Mann, Vegeta, er war zwar momentan sehr schwach, aber trotzdem sagte sein Instinkt Son-Goku, das man sich mit ihm auf gar keinen Fall anlegen durfte, es sei denn, man war lebensmüde. Und dieser Vegeta wollte momentan alles andere, wie mit dummen Fragen überhäuft zu werden, das ließ sich am Tonfall unverkennbar heraushören.
„Darf... darf ich mir wenigstens noch eine Frage erlauben?“, fragte sie, möglichst darum bemüht, höflich zu klingen. Vegeta sah sie weiterhin düster an, rührte sich jedoch nicht. Kaum merklich nickte sie.
„Warum siehst du so aus wie unser Vegeta?“
Er blickte sie an, während er wieder abwägen zu schien. Anscheinend war die Frage jedoch nicht von so großer Bedeutung, das er sich darüber ausschweigen musste, denn er antwortete: „Weil ich ursprünglich ein Cyborg war.“
„Ein... ein Cyborg, tatsächlich? Und wer hat dich gebaut.“ Eine Sekunde lang war der Erfinder mit Bulma durchgegangen, doch im nächsten Moment merkte sie, das es ein Fehler war.
„Das geht dich nicht im Geringsten etwas an, kapiert?“ Wieder bekam seine Stimme ein hässlichen, wütenden Unterton, und Son-Goku musste stark an sich halten, damit er nicht vor ihm zurückwich. ,Vielleicht ist das mit dem Beschützen doch nicht so nötig.´, dachte er sich im Geheimen und sah den Mann vor sich an.
„Und woher kennst du uns?“, fragte sie weiter. ,Sie ist ganz schön mutig´, dachte Son-Goku unwillkürlich.
„Das ist egal, verstanden. Und jetzt will ich auch gefälligst keine Fragen mehr hören. Nur damit das klar ist, mein Leben geht euch nicht im geringsten etwas an, und was mit mir passiert ist und wo ich herkomme ebenfalls nicht, das geht euch alles absolut gar nichts an!
Aber jetzt hab ich mal eine Frage.“
Bulma sah ihn verwirrt und erstaunt zugleich an. „Äh... ja klar, was denn?“
Er seufzte leise und blickte zur Seite. Plötzlich sah er wieder nur noch total müde und erschöpft aus, und Son-Goku hatte wiederum das Gefühl, das er ihm helfen müsste.
„Ich würde gerne eine Weile hier bleiben. Hättest du was dagegen?“ Er sah sie wieder an.
,Irgendwie sieht er traurig aus.´, schoss es Son-Goku plötzlich durch den Kopf. ,Er hat bestimmt eine Menge durchgemacht. Aber warum will er hier bleiben?´
Son-Goku legte den Kopf etwas schief. Die Frage konnte er sich nicht ganz erklären. Er hatte eher damit gerechnet, das dieser Vegeta hier so schnell wie möglich wieder weg wollte.
Bulma schien es genauso zu gehen. Sie sah ihn etwas perplex an. Wahrscheinlich hatte sie, genauso wie Son-Goku damit gerechnet, das der Mann hier lieber verschwinden wollte.
Sie fing sich jedoch gleich wieder und sagte: „Ja, klar, warum nicht.“
Etwas wagemutig setzte sie noch dran: „Aber nur, wenn du dich auch benimmst.“
Son-Goku glaubte, das sie das wohl eher auf eine lustig-nette Art gemeint hatte, was bei Vegeta anscheinend nicht so ganz anzukommen schien.
Er blickte sie nur finster an und drehte sich dann weg. „Verschwindet jetzt!“
,Befehlen kann er ja.´, dachte Son-Goku. ,Ich will nur hoffen, das Bulma da keinen Fehler macht. Ich bezweifle, das ich gegen ihn ankommen würde, wenn er auch nur seine halbe Kraft wiedererlangt hat.´
Er drehte sich um, während Bulma sich vom Stuhl erhob, und bewegte sich auf die Tür zu.
Son-Goku und Bulma liefen schweigend nebeneinander her, als sie plötzlich am Gravitationsraum vorbei kamen.
Son-Goku blieb stehen und blickte durch das kleine Fenster zu Vegeta, der immer noch trainierte. „Meinst du nicht, wir sollten es ihm sagen? Könnte doch ein ziemlicher Schock für ihn sein, wenn plötzlich sein Spiegelbild an ihm vorbeiläuft, oder?“ Er drehte sich um.
Bulma nickte. „Willst du das machen, oder soll ich...?“
Er seufzte. „Nein, lass nur. Ich mach das schon.“
„Okay. Ich geh dann schon mal in die Küche und mach was zu Essen.“ Damit verschwand sie und ließ Son-Goku allein.
Er drückte auf den Knopf und sah auf dem kleinen Monitor, wie die Schwerkraft schnell von vierhundertfünfzig auf eins schwand.
Als er wieder durch das Fenster blickte, sah er wie Vegeta ihm verwirrt und sauer zugleich ins Gesicht sah. Der Was-fällt-dir-eigentlich-ein-mich-zu-stören-Blick. Son-Goku musste schmunzeln, bei dem Gedanken daran, wie Vegeta gleich gucken würde, wenn er ihm erzählte, wer hier noch mit ihm im Haus war.
,Aber der Ausdruck ist nicht einmal ansatzweise so angsteinflößend, wie der, den der andere Vegeta aufgelegt hat, als wir vorhin wieder reingekommen sind. Viel besser.´
Dann legte er eine Hand auf die schwere Eisenklinke und öffnete die Tür.
Vegeta wollte gerade eine seiner größeren Attacken starten, als er plötzlich spürte, wie die Schwerkraft sank. ´Welcher Idiot...?´, dachte er genervt und drehte sich um.
Zu seinem Erstaunen stand Kakarott direkt hinter der Tür.
,Was zum Geier will der denn hier? Und warum grinst der plötzlich so blöd?
Na warte, der kann was erleben.´, dachte er noch, als Kakarott auch schon die Tür öffnete.
„Was soll das, Mann? Wie kommst du eigentlich dazu, mir in mein Training reinzuplatzen, hä?“
„Reg dich ab, Vegeta. Ich will dir nur was sagen, was dich vielleicht interessieren könnte, okay?“, sagte Kakarott. „Ach ja.“ Vegeta verschränkte die Arme vor der Brust und blickte ihn wütend an. Er hatte gehofft, Kakarott wäre vielleicht gekommen, um mit ihm zu trainieren, aber ihm was erzählen... Das war ja was ganz neues. „Na, da bin ich aber mal gespannt.“, sagte Vegeta, und der Sarkasmus schwang deutlich in seiner Stimme mit.
„Etwas ziemlich Interessantes. Aber schon mal vorweg, das ist kein Scherz. Du kannst dich gleich auch selbst davon überzeugen. Aber tu ja nichts Falsches. Das könnte übel ausgehen.“
„Ja, ja, von mir aus.“ Gab der Kerl einem auch noch Ratschläge. Das war ja wohl die Höhe.
„Und jetzt komm auf den Punkt. Was meinst du damit ,etwas Interessantes`? Los, sag schon, ich hab nicht ewig Zeit!“ Genervt verlagerte Vegeta sein Gewicht von einem auf das andere Bein und blickte seinem Widersacher ins Gesicht.
Er sah, wie Kakarott etwas herumdruckste. ,Anscheinend weis er nicht genau, wie er es sagen soll. Ist das denn so was Schlimmes, oder was?´ Am liebsten würde er diesen Idioten gleich wieder rausschmeißen.
„Na ja, gut. Also, Bulma hat vorhin jemanden mitgebracht, der ziemlich verletzt war und übel ausgesehen hat. Und er war ohnmächtig.“
War das etwa alles? Das Bulma irgendeinen Penner von der Straße aufgelesen hatte, nur weil sie immer so viel für diese armen, mittellosen Schlucker übrig hatte. Und dafür hatte ihn dieser Obertrottel jetzt in seinem Training gestört? Das durfte doch alles nicht wahr sein.
Vegeta wurde zunehmend genervter und wütender.
„Wenn das jetzt alles war, was du mir so Wichtiges zu sagen hattest, dann rate ich dir, auf schnellstmöglichem Weg diesen Raum zu verlassen, oder ich komm auf dumme Gedanken, klar?“ Mit einiger Genugtuung sah er, wie Kakarott etwas nervös wurde. Der Trottel wusste, wie sehr es Vegeta auf die Nerven ging, wenn man ihn bei seinem Training störte.
„Na ja, wie man´s nimmt. Weist du, Vegeta, dieser...dieser Kerl, er...er sieht ganz genauso aus wie du. Er gleicht dir wirklich bis aufs letzte Haar.“
Im ersten Moment glaubte Vegeta, sich verhört zu haben. „Wie bitte? Was?“, fragte er verblüfft und vergaß über diesen haarsträubenden Unsinn hinweg doch tatsächlich, das er sauer bleiben wollte, was immer ihm Kakarott auch erzählte.
„Das soll doch wohl ein Witz sein, oder?“, fragte Vegeta misstrauisch. Was bezweckte der eigentlich damit, ihn anzulügen?
„Nein, ist es nicht, das hab ich doch am Anfang schon gesagt. Du kannst dich gern selbst davon überzeugen, wenn du mir nicht glaubst.“
Vegeta starrte ihn an. ,Der verarscht mich doch.´, dachte er. ´Aber wenn er jetzt die Wahrheit sagt...?`
„Na schön, bring mich zu ihm, das will ich selbst sehen. Aber wehe dir, wenn heute der erste April ist und ich hab´s vergessen.“
Kakarott nickte, drehte sich um und ging Richtung Tür.
Plötzlich blieb Kakarott stehen und deutete auf die Tür neben sich.
„Aber sei um Himmels Willen leise. Ich glaube, er schläft, und wenn wir ihn wecken ist er mit Sicherheit stinksauer.“
,Was ist denn mit dem los?´, dachte Vegeta und wunderte sich zusehends. ´Der scheint ja tatsächlich Schiss zu haben, oder seh ich das falsch?´
Dann zuckte er mit den Schultern. ,Was soll´s, kann mir egal sein.´
Er schritt zur Tür, riss sie auf und ging hinein. Doch mitten im Laufen hielt er inne.
Da lag der Mann, ein exaktes Spiegelbild von dem Prinzen der Saiyajins, und sah ihn an.
,Da...das darf doch nicht wahr sein. Kakarott hat doch allen Ernstes die Wahrheit gesagt.´
Und trotz der Tatsache, das er sich innerlich schon halb darauf eingestellt hatte, so etwas vorzufinden, war er doch mehr oder weniger wie vor den Kopf geschlagen.
Dann begann der Kerl, zu grinsen. „Na, überrascht, Vegeta?“
Damit riss er ihn aus seiner vorläufigen Trance. „Wer, zum Henker, bist du?“, fragte Vegeta misstrauisch.
„Ich bin du.“, antwortete der Kerl schon fast gelangweilt und mit einem sarkastischen Unterton. Vegeta starrte ihn.
Der Mann seufzte. „Gott, Vegeta, dumme Frage, dumme Antwort, oder nicht?
Ich bin ein Cyborg, der halt so aussieht wie du, nichts weiter.“
„Ein...ein Cyborg, tatsächlich? Und was machst du hier?“, fragte Vegeta.
Der Gesichtausdruck des Fremden verfinsterte sich. „Das geht dich nicht das geringste an, kapiert? Und jetzt hör auf, mich zu nerven, und verschwinde!“
Damit drehte er sich weg.
Vegeta wurde indes zornig. ,Wie kommt der eigentlich dazu, mir Befehle erteilen zu wollen? Immerhin ist das mein Haus.´
„Ich gehe erst dann, wenn du mir ein paar Fragen beantwortet hast.“
Er drehte sich wieder um, und Vegetas anfänglicher Zorn wandelte sich plötzlich in Nervosität um. Ohne groß darüber nachzudenken, mehr aus Reflex heraus, wich er einen Schritt vor dem Fremden zurück, der sich mittlerweile aufgesetzt hatte.
„Ich soll dir also ein paar Fragen beantworten, bevor du gehst?“
Die Eisigkeit, mit der der Fremde gesprochen hatte zerschnitt die Luft des Raumes fast sichtbar und ließ Vegeta unwillkürlich kalte Schauer über den Rücken laufen.
Was war nur los mit ihm. Warum machte dieser verletzte und schwache Kerl vor ihm ihm nur solche Angst, obwohl er nichts weiter getan hatte, wie einen Satz zu sagen?
„Damit wir eins schon mal von vorn herein klar stellen, Vegeta: Ich bin dir in keiner Form Rechenschaft schuldig, und wenn ich zu dir sage, du sollst mich nicht nerven, und das bezieht auch dumme Fragen mit ein, dann hast du das gefälligst zu akzeptieren und dich zu verpissen!
Stell wenigstens dieses eine Mal deine Gesundheit vor deinen Stolz und halt dich zurück,
oder ich mach dich kalt, verstanden?“ Bei dem letzten Satz hatte er angefangen boshaft, fast schon diabolisch zu grinsen.
Vegeta schluckte. Irgendetwas in ihm riet ihm, befahl ihm fast schon, das zu tun, was der Fremde gesagt hatte.
Mit einem letzten bösen Blick seinerseits, der allerdings nicht so recht klappen wollte, drehte er sich um und verließ den Raum ohne ein weiteres Wort.
Draußen vor der Tür stand immer noch Kakarott und hatte anscheinend alles mitgehört.
„Siehst du? Ich hab dir doch gesagt, du sollst dich zurück halten.“
Vegeta beachtete ihn jedoch nicht und rauschte wütend an ihm vorbei zur Küche, wo er Bulma vermutete.
Bulma hatte gerade den Kühlschrank geöffnet um etwas Fleisch herauszuholen, als sie schnelle und wütend klingende Schritte hörte. Keine Sekunde später stand Vegeta in der Tür, halb außer sich vor Zorn.
Sie blickte ihn an und wartete auf eine Reaktion, die auch prompt kam.
„Schmeiß ihn raus!“
„Was?“
„Du hast mich verstanden. Schmeiß ihn sofort raus, oder ich tu´s!“
Mit so etwas ähnlichem hatte sie bereits gerechnet, und schüttelte nur seufzend den Kopf.
Zwei stolze Dickköpfe unter einem Dach. Das konnte ja nicht gut gehen.
„Tut mir Leid, Vegeta, aber das kann ich nicht. Ich hab ihm schon versprochen, das er hier bleiben darf.“
„Was hast du? Ja bist du denn verrückt geworden, oder was? Wie kommst du eigentlich dazu zu meinen, solche Entscheidungen allein treffen zu können? Immerhin bin ich auch noch da!
Und ich sage, der hat zu gehen. Ob er jetzt verletzt ist oder nicht, aber so einen Psychopath
will ich hier nicht haben!“
Sie seufzte erneut und legte das Fleisch auf den Tisch.
„Du hast Angst vor ihm, oder?“
Vegeta sah sie verdutzt an. „Wie kommst du denn darauf?“, fragte er perplex.
,Gut geschauspielert, Vegeta.´
„Du willst ihn doch nur nicht hier haben, weil er dir genauso Angst eingejagt hat mit seinem Auftreten, wie mir und Son-Goku.“
„Ich...nein, das stimmt doch gar nicht.“
Sie ignorierte ihn, und sagte: „Und es passt dir nicht, wenn du vor irgendwas Angst hast. Deshalb tust du lieber so, als würde es dir gegen den Strich gehen, das du übergangen worden bist und ihn deshalb rausschmeißen willst. Aber ich möchte ihn hier behalten und mich um ihn kümmern, bis er wieder gesund ist. Er hat mit Sicherheit eine Menge durchgemacht, und da werd ich ihn bestimmt nicht auf die Straße setzten, nur weil du mal wieder irgendwelche Komplexe hast! Und damit basta! Wenn dir das nicht passt, hast du eben Pech gehabt.“
Sie war jetzt selbst schon halb wütend geworden, und drehte ihm nun den Rücken zu.
Fast fürchtete sie schon, das Vegeta jetzt erst richtig ausrasten würde, aber sie hörte nur noch Schritte, die sich eilig entfernten.
Vegeta lag in dem Bett der Menschenfrau, die er eigentlich nie hatte leiden können, und hatte die Augen geschlossen. An Schlaf war jetzt wirklich nicht mehr zu denken, obwohl er nur zu gerne wieder in diesem dunklen Schattenland versinken würde um jenes weltliches Leid, das ihn plagte, hinter sich zu lassen, auch wenn er in Kauf nehmen müsste, das ihn die Monster in seinen Träumen verfolgten. Aber das war immer noch besser, als sie direkt vor sich zu sehen.
Er war am Ende, seine geistigen Kräfte gingen immer mehr zu Neige und seine Seele war weniger als nur ein Wrack. Er wunderte sich, das er überhaupt noch lebte.
Eben, als diese irdischen Spinner bei ihm waren, hatte er sich cool gegeben, aber das war nichts weiter als Fassade. Er hatte schon immer ein gutes Pokerface besessen und es auch bereits oft genutzt.
Doch jetzt, wo er allein war, konnte er seine Verzweiflung nicht mehr verstecken.
Alles brach haltlos aus ihm heraus, alles, was er seit Jahren hinter einem glücklichen Gesicht und guter Laune versteckt hatte.
All die Jahre, nie hatte ihn jemand bemerkt, diesen schwarzen Schatten, der sein Herz umschlossen hatte, seine Seele vergiftete, sich von seiner Angst nährte und ihn langsam aber sicher zerstörte.
Nie hatte jemand bemerkt, wie er sich wirklich fühlte, nicht einmal seine besten Freunde.
Der Gedanke an sie bereitete ihm einen weiteren Stich, er drehte sich zur Wand hin und weinte. Die Tränen liefen in perlengroßen Tropfen seine Wangen hinunter und tränkten das Betttuch.
Sie schwemmten alles nach oben, was im Verborgenen lag.
Ein Teil davon floss mit den Tränen über seine nassen Wangen hinweg, doch es half kaum etwas. Es war zu grausam, zu zerstörerisch, als das er es jemals ganz loswerden konnte. Immer würde er sich daran erinnern können. An Bruchstücke, an Einzelheiten die ihn zerreißen würden und blutige Furchen in ihm hinterließen.
Plötzlich erschienen Gesichter vor seinem inneren Auge, Gesichter aus vergangenen Tagen, Gesichter, die er gehasst und gefürchtet hatte, die er immer noch hasste und fürchtete, obwohl sie alle schon längst tot waren.
Ihre Augen lagen in Schatten, aber er sah, wie sie grinsten, wie sie lachten. Wie sie lachten über ihn. Über seine Schmerzen, über seine Schreie, die noch bis heute ungehört waren.
Über die Tränen, die er in ihrer Gegenwart vergossen hatte, weil er einfach nicht mehr anders konnte.
Sie hatten gelacht über sein Flehen, sein Betteln und hatten ihn mit Füßen getreten und geschlagen.
Sie hatten nicht beachtet, was er gefühlt hatte, hatten nicht beachtet, das sie ihn auf eine Weise getötet hatten, die grausamer war als ewige Höllenqualen, die grausamer war als alles.
Sie hatten ihn liegen gelassen und waren mit ungerührten, fast schon gelangweilten Mienen über ihn hinweggestiegen und hatten ihn einen innerlichen, einsamen Tod sterben lassen.
Er drehte sich auf den Bauch, vergrub sein Gesicht tief in den Kissen und schrie.
Schrie, bis er heißer wurde, und die Kissen schluckten jenen grausamen Ton der über seine Lippen ran, bis sein schwacher Körper kraftlos zusammensackte, und Gott schließlich doch noch Gnade walten ließ und ihn in einen weiteren, tiefen Schlaf schickte, der diesmal jedoch völlig traumlos blieb und ihm etwas von der verlorenen Zeit und seiner alten Kraft zurückgeben sollte, die er einst besessen hatte.