E-Mail: Nikami@freenet.de
Titel: Gefangen in der Vergangenheit
Serie: Dragonball Z
Rating: R
Warnungen: yaoi, lemon, rape
Widmungen: ich widme diese FF allen, die sie lesen wollen^^
Disclaimer: DragonballZ und die dazugehörigen Figuren gehören leider nicht mir sondern Akira Toriyama und diversen Firmen. Ich leihe sie mir nur aus und treibe meinen Unfug damit.
^_~ Außerdem handelt es sich um eine Fanfic, ich verdiene also leider keinen Cent damit. -__- #
Kommentar: Wer Yaoi, also Liebe und Sex zwischen zwei Jungen, nicht mag oder gar abstoßend findet der sollte schleunigst auf den „Zurück“ Button klicken. Ansonsten kann ich nur sagen: Viel Spaß beim Lesen!
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Kälte...alles umfassende Kälte. Langsam bahnte sie sich einen Weg durch den noch warmen Körper des Saiyajins, der in dem reinen weißen Schnee lag. Sein Blick war auf eine schwarze Rose gerichtet, ohne zu blinzeln fixierte er sie und den Erdhügel, auf dem sie lag wie ein unsagbar zerbrechliches Gut.
Hätte es jemanden gegeben, der sich bei diesem Wetter vor die Haustür gewagt hätte, hätte er sich bestimmt gewundert, wieso ein Mann mitten in einem Schneesturm sitzt und Löcher in die Luft starrt.
Er hätte den Kopf geschüttelt und wäre seines Weges gegangen, ohne zu ahnen, von welchen Erinnerungen der Saiyajin gequält wurde.
Zehn Jahre waren nun seit dem Tod Vegetas vergangen und noch immer hatte Son-Goku ihn nicht überwunden. Noch immer fing seine Seele bei dem bloßen Gedanken an ihn Feuer, wollte ihren Schmerz herausschreien.
Er hatte sich nicht einmal von seinem Geliebten verabschieden dürfen.
Er hatte so oft sterben wollen, seinen Schmerz und seine Erinnerung hinter sich lassen wollen, aber nie hatte er es geschafft, das bisschen Hoffnung zu besiegen, das noch in ihm war und ihm jeden Tag leise zuflüsterte, dass er seinen Geliebten vielleicht treffen würde, wenn er auf der Erde bliebe. Dies war auch der Antrieb für sein rastloses Umherziehen auf den Straßen der Welt.
Jeden Tag, jeden einzelnen Tag seit Vegetas Tod lief er durch jedes noch so kleine Dorf. Der Saiyajin wusste, dass sein Prinz hier lebte, wie ein brennendes Mal spürte er die Präsenz der so vertraute Ki-Signatur in seinem Geist, die ihn immer wieder anspornte ihn zu suchen.
Manchmal wollte er aufgeben, sich einfach in die Dunkelheit fallen lassen, die bei jedem Anzeichen von Schwäche aus den Tiefen seines Bewusstseins gekrochen kam und all seine Glieder lähmte.
Aber er konnte nicht. Allein der Gedanke, dass sein Geliebter in seiner Nähe leben könnte, nährte das Feuer der Hoffnung, welches tief in ihm brannte.
Wie jeden Tag machte Goku sich nicht die Mühe, seine Tränen zurückzuhalten, während er an dem Grab seines Koibitos kauerte und Erinnerungen revuepassieren
lies.
Nach einer Weile erhob er sich und warf einen letzten Blick auf den Erdhügel.
Ein trauriges, schmales Lächeln erschien auf seinen Lippen, als er sich in die Luft erhob und in Richtung Satan City flog, um seine Suche nach Vegetas wiedergeborenen Seele fortzusetzen.
Die kalte Winterluft und der tosende Sturm trieben ihm Tränen ins Gesicht, aber je näher er an Satan City rankam, desto milder wurde das Wetter. Der Krieger jedoch merkte es nicht, all sein Denken war auf die schwache Ki-Signatur seines Prinzen gerichtet, welche er in der Nähe glaubte.
In Satan City angekommen, pflügte Goku sich zwischen den Menschenmassen durch, die die letzten Weihnachtseinkäufe vor Ladenschluss erledigten und keinen Blick für den schwarzhaarigen Mann übrig hatten.
Plötzlich lenkte ein kleiner Junge Gokus Aufmerksamkeit auf sich, als er an dem roten Festkleid seiner Mutter zog und lauthals nach einem Computerspiel verlangte, bei dem es, den Argumenten der Mutter nach zu urteilen, zu brutal zuging für einen zehnjährigen Jungen.
„MAMAAAAAAAAA!!!! Ich will es haben!!!“
„Nein Vejita, ich will dich ohne jegliche Gewalt erziehen, ich will nicht, dass du an deinem PC irgendwelche Aliens abmurkst!“
Dieser Satz hatte bei dem Jungen einen beträchtlichen Heulkrampf zur Folge und mehrere Fußgänger drehten sich schmunzelnd um oder warfen der Mutter mitfühlende Blicke zu.
Ohne es zu merken, hatte der Saiyajin sich dem Jungen genähert und fixierte ihn jetzt aus seinen samtschwarzen Augen.
Ein vertrautes Gefühl durchströmte den Krieger. Dieses Gefühl von Nähe und Liebe, das er immer empfunden hatte, wenn er bei seinem Prinzen gewesen war.
Plötzlich hob der Junge den Blick. Das kalte Onyx seiner Augen berührte das Samt von Gokus Augen.
Ein seltsames Gefühl von Vertrautheit ergriff Besitz des Menschen und des Saiyajins, beide untrennbar verbunden.
Der Blick des Jungen flackerte leicht, als sich seine Augen ungläubig weiteten und seine Erinnerung durch einen dichten Nebelschleier in seinem Bewusstsein aufleuchtete.
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Missmutig wie sonst auch saß der junge Halbsaiyajin am Frühstückstisch und starrte in seine Bücher. Goten arbeitete immer bis zur totalen Erschöpfung, sowohl in der Schule, wie auch beim Kampftraining.
Seit er auf die Orange Star High ging wie sein Bruder, hatte er sich angestrengt, Klassenbester zu sein – zumindest besser als Trunks.
Jetzt studierte er Medizin, wie Gohan auch. Goten tat alles, um seinem Bruder ebenbürtig zu sein. Aber Gohan, der alle Arbeiten mit einem Lächeln auf den Lippen und unerschütterlichem Optimismus erledigte, war Goten immer einen Schritt voraus.
‚Wie soll ich meinem Bruder auch das Wasser reichen können, er arbeitet, weil es ihm Spaß macht, ich, weil ich besser als Trunks sein muss! Und mein Bruderherz ist nun mal der einzige, der besser als Trunks ist!’
Erschöpft packte Son-Gohan seine Bücher ein, ihm war der Appetit bei der Grübelei gründlich vergangen. Zumindest war er jetzt so auf seine Prüfung vorbereitet, dass er eine Eins bekommen würde.
‚Na wunderbar, wir haben hier schönes Wetter und in Satan City schneit es wie blöd!’ dachte Goten verstimmt, als er seine Schneekleidung anzog. ‚das kann ja wieder heiter werden!’
Der junge Halbsaiyajin verabscheute die Uni. Hätte er sie unter anderen Umständen kennengelernt und wäre er ganz normal mit Trunks befreundet gewesen, wäre er wahrscheinlich begeistert gewesen, aber jeden morgen schnürte sich in ihm alles zusammen, wenn er daran dachte, dass er neben Trunks sitzen würde und versuchen müsste, sich auf den Lehrer zu konzentrieren.
Jeden Tag, seit drei Jahren, seit sie auf diese Uni gingen, saß er neben seinem ehemals besten Freund. Seit drei Jahren wurden tagtäglich Erinnerungen in ihm wachgerufen, die er lange Zeit zur Ruhe gelegt hatte und die jetzt mit aller Machte an die Oberfläche zu kommen versuchten.
Zähneknirschend schlug er gegen die Küchentür, die dem immensen Druck nicht standhalten konnte und an die gegenüberliegenden Wand klatschte. Dann schnappte Goten sich seine Schultasche, trat die Haustür ein und flog Richtung Satan City los.
‚ich frage mich, was er immer hat! Und das geht jetzt schon knapp zehn Jahre so!“
Chichi seufzte und hob die Tür auf. Sie hatte sich die meisten Sorgen um ihren jüngsten Sprössling gemacht, aber egal wie oft und wie nachdrücklich sie nachgebohrt hatte, sie hatte nie eine andere Antwort als einen nichtssagenden, leeren Blick erhalten, der sie mehr verletzt hatte, als jedes rüde Wort es hätte tun können. Jedes Mal fühlte sie sich, als ob sie als Mutter versagt hätte.
‚und Goku ist natürlich auch wiedereinmal nicht da, wenn man ihn braucht!’
Verloren blickte sie sich um. Schon lange wusste sie nicht mehr, wie sie ihrem Mann helfen sollte.
‚Vegetas Tod ist nun schon 10 Jahre her, es kann doch nicht angehen, dass er seine Tage noch immer an seinem Grab verbringt! Selbst Bulma ist nicht so häufig dort wie er!’
Chichi zuckte mit den Schultern. Sie konnte es sowieso nicht ändern! Alles was sie tun konnte, war, ihrem Sohn und ihrem Mann so freundlich und herzlich wie möglich zu begegnen.
‚irgendwann werden sie mir alles erzählen, da bin ich mir sicher!’
Und mit dieser Hoffnung im Herzen begab sich die Frau des stärksten Kriegers im ganzen Universum wieder in ihre Küche, hoffend, dass ihre Liebsten sich ihr anvertrauen würden.
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Fassungslos starrte Son-Goku den Jungen an. Er wusste nicht, was er denken oder tun sollte.
‚ruhig Goku...das ist alles purer Zufall!’
Misstrauisch schaute er den Jungen an, als suche er nach einem Zeichen, etwas, dass ihm sagte, dass wirklich sein geliebter Koibito vor ihm stand.
„hast du mich denn nicht lieb??“
Die großen, schwarzen Augen des Jungen füllten sich mit Tränen und ein leises Schluchzen entrang seiner Kehle.
Der schwarzhaarige Krieger wusste nicht, was er zu hören hoffte. Wahrscheinlich, dass der Junge sich an sein früheres Leben erinnerte, an die glücklichen Stunden.
„irgendwie kenne ich dich....du...du...du bist immer in meinen Träumen...wie...wie ein Schutzengel....“
Vejita sprach, als ob es ihm schwer fallen würde, alles auszudrücken, was er sagen wollte.
„und...und es ist immer ein rosafarbenes, furchterregendes Monster dabei. Du...du rufst es...Freezer.“
Bei dem Namen zuckte Goku zusammen. Er hatte nie erfahren, was zwischen Vegeta und Freezer geschehen war, damit der Prinz ihn so verabscheute.
„vielleicht solltest du mit zu uns nach Hause kommen, da lässt es sich besser reden als im Schnee!“
Menous sanfte Stimme unterbrach das Gespräch zwischen ihrem Sohn und dem Kämpfer.
Glücklich hob Vejita seine onyxschwarzen Augen zu dem Krieger und schob seine kleine Hand in seine. Ein Schauer lief dem Saiyajin über den Rücken, diese Augen gehörten eindeutig Vegeta. Liebevoll streichelte er dem Jungen durch die strubbeligen Haare, deren Schwärze der seiner Augen in nichts nachstanden.
Voller Vertrauen lächelte der Junge Goku an, hoffend, dass dieser ihm seine Bitte erfüllen würde.
In Menous Wohnung angekommen, nahm er den Jungen in den Arm, darauf bedacht dem kleinen Körper nicht wehzutun.
Nach zehn Jahren ununterbrochener Suche nach seinem Geliebten hatte er ihn endlich gefunden, niemals wieder würde er ihn gehen lassen, auch wenn er in dem Körper eines Kindes gefangen war.
Grinsend drückte er Vejita an sich und war einen Moment später- dank seines kleinen Kunststückes der momentanen Teleportation- mitsamt des Jungen verschwunden, eine lächelnde Menou zurücklassend.
Dende, der von seiner Plattform aus alles beobachtet hatte, schmunzelte.
‚was tut man nicht alles für seine Freunde?’
Dann sprach er leise zu dem Wind, der sanft durch den Palast und über die Erde wehte, Nachrichten an alle verteilend, die gewillt waren, ihm zuzuhören.
Menou blickte zu der Stelle, wo eben der schwarzhaarige Mann und ihr „Sohn“ verschwunden waren. Sie lief zum Fenster, öffnete es weit und lies sich den Wind um die Haare spielen, als warte sie auf etwas.
Ein sanftes Lächeln spielte auf ihren Lippen, als sie die Worte vernahm, die der Atem der Erde zu ihr trug:
Mit einem letzten Blick durch ihre Wohnung breitete sie ihre weißen Flügel aus und verschwand mit einem glockenhellen Lachen.
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Seufzend schaute Trunks zum anderen Ende der Klasse, wo das Objekt seiner Begierde saß. Die Biologielehrerin hatte ihn und Goten- auf dessen Betteln hin- auseinandergesetzt.
Seitdem galten Trunks Blicke nur dem schwarzhaarigen Jungen, den er Stunde für Stunde in Gedanken auszog und den er am liebsten so nehmen würde wie an dem Tag, an dem er ihm seine Unschuld genommen hatte.
Anstatt andächtig den Ausführungen über das Paarungsverhalten von Kakerlaken zu lauschen, strich er über die zarte Porzellanhaut des Halbsaiyajins, von den Wangen über den Nacken bis zu den angedeuteten Brustmuskeln.
Als hätte Goten gewusst, dass Trunks an ihn dachte, drehte sich der Junge um, warf ihm einen verächtlichen Blick zu, gepaart mit Abscheu und Hass.
‚ich will nur, dass du mir zuhörst, danach brauchst du mich nie wiedersehen!’
Alles was er tat, war den Blick zu erwidern, herausfordernd und mit einem eiskalten Grinsen, die beste Waffe gegen seine eigenen Gefühle.
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Dende grinste leicht, als er plötzlich Gokus Aura auf seiner Plattform spürte und bemühte sich, ein argloses Gesicht zu machen, als der Saiyajin ihn atemlos ansprach.
„Dende!!! Das musst du dir ansehen!! Ich habe Vegetas wiedergeborene Seele gefunden!!“
So glücklich hatte der kleine Gott seinen Freund schon lange nicht mehr gesehen, um genau zu sein seit zehn Jahren.
„hier war ich schon mal!! Das ist Gottes Palast, stimmts?!“
Vejita klang aufgeregt, wie ein Kind am Weihnachtsabend. Begeistert sah er sich um, sein hübsches Gesicht vor Freude erhellt.
„erinnerst du dich an dein früheres Leben, Vejita?“
Ein ungutes Gefühl überkam den kleinen Namekianer, als der Junge unbekümmert den Kopf schüttelte.
„ich kenne zwar alles, aber ich weiß nicht wieso und woher!“
Für Vejita reichte das an Informationen und er widmete sich wieder dem wundervollen Panorama, welches man von hier aus genießen konnte.
Goku und Dende tauschten beunruhigte Blicke. Wenn Vejita sich nicht an seine Zeit als Vegeta, Prinz der Saiyajin erinnerte, aber alles wiedererkannte, konnte es sein, dass nicht alles in dem Jungen wiedergeboren worden war.
~bist du sicher, dass er es ist??~
~ja Dende, wer sonst sollte dich und den Palast erkennen??~
Mittels Telepathie einigten sich beide schließlich darauf, ihn einfach bei sich zu behalten, da er nur der wiedergeborene Vegeta sein konnte.
Die unvermittelte Frage des Kindes unterbrach ihr Gespräch abrupt. Wieso in aller Welt Freezer??
„Freezer ist schon seit ewigen Zeiten tot, du warst dabei, als er von deinem Sohn umgebracht wurde!“
Goku war zu verwirrt über die Frage, um groß darüber nachzudenken, was er Vejita auf eine solche Frage antworten könnte.
„Aber...aber er will sich doch alle Planeten unterwerfen, und mein Vater hat doch deswegen einen Nicht-Angriffs-Pakt mit ihm geschlossen!“
Jetzt war es der Junge, der verwirrt schien. Aus großen Augen blickte er die beiden Erwachsenen an, Angst und Verwirrung gemischt, wie in einem Spiel von Wind und Regen.
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Voller Wut funkelte Goten Trunks an, der ihm gelangweilt gegenüber saß, ein Buch über das Paarungsritual von Kakerlaken in der Hand. Beide mussten Nachsitzen, weil sie mitten im Fußballspiel angefangen hatten sich zu prügeln und dabei versehentlich ein Tor zertrümmert hatten.
„Geht es dir eigentlich nicht auf die Nerven, dauernd so wütend auf mich zu sein?“
Der Ältere hatte die Augen von seinem Buch gehoben und blickte den Jüngeren jetzt erwartungsvoll an.
Einen Moment lang war dieser völlig sprachlos und starrte Trunks nur völlig überrumpelt an. Zuerst wusste er nicht, was er antworten sollte. Diese unbändige Wut, die er seit zehn Jahren mit sich rumschleppte, vermischte sich jetzt mit den Gefühlen, die er schon immer für Trunks empfunden, aber seit jenem Tag unterdrückt hatte.
„Scheiße verdammt, Goten! Ich wollte dir an dem Abend wirklich nicht wehtun, aber weißt du, wie das ist, wenn der Mensch, den man liebt, einen anderen liebt?? Als du so glücklich von Maron erzählt hast, ist es über mich gekommen!! Es tut mir wirklich leid,“
Er legte eine kurze Pause ein, vermied es dabei aber, den Jungen anzusehen.„ jetzt wo ich das gesagt habe, kann ich auch gehen, wenn du mich nie wieder sehen willst!“
Er senkte den Blick, hatte Angst vor Gotens Reaktion. Plötzlich spürte er eine warme Hand, die zögernd und verkrampft über seinen Arm strich.
„Ich...ich hab dir eben vertraut, du bist mein bester Freund...und...na ja, ich...ich liebe dich!“
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Beunruhigt sahen Goku und Dende sich an, keiner wusste, was er dem Jungen antworten sollte, der offensichtlich Freezer zu sehen erwartete.
Resignation schwang in der Stimme des Kindes mit, fast so, als hätte es sich schon damit abgefunden, als Lösegeld behandelt zu werden. Obwohl Vejita sich unbeteiligt gab, glitzerten die schwarzen Augen traurig.
‚Sie werden mich auch weggeben. Mich wollte nie jemand behalten, sogar Mutter ist gegangen, ich weiß nicht einmal mehr, wie sie aussah. Gestorben.....Vater kann sagen, was er will, meine Mutter kann nicht sterben, sie ist gegangen, weil sie mich nicht mehr wollte!’
Die Erinnerung an seine Mutter ließ einen dunklen Schatten auf das Gesicht des kleinen Kindes erscheinen. Sie war bei der Geburt seiner Schwester gestorben, genau wie seine Schwester. Als damals vierjähriger hatte er es nicht verstanden und es bis heute nicht verarbeitet.
„Wieso denn Freezer? Er...er kann nicht kommen, er ist seit langem tot!“
Diese Situation überforderte den Saiyajin sichtlich, gegen Monster konnte er kämpfen, wie aber gegen Geister, gegen eine Erinnerung?
„Ich werde mich mit Enma in Verbindung setzen, vielleicht weiß er, was mit dem Jungen los ist!“
Mit diesen Worten verschwand der kleine Gott im Inneren des Palastes, den Krieger und das Kind zurücklassend. Kaum waren sie allein, schmiegte Vejita sich vertrauensvoll an seinen Koibito und sah ihn hoffnungsvoll an.
„Wenn Freezer mich mitgenommen hat, kommst du dann und holst mich zurück?? Vater hat gesagt, er würde warten bis Freezer mich zurückbringen würde, aber ich will nicht bei ihm bleiben!“
Ein flehentlicher Ausdruck funkelte jetzt in den tiefschwarzen Augen des Jungen, der Saiyajin sah ganz deutlich die Panik, die Vejita bei dem Gedanken erfüllen musste, von seinem Vater im Stich gelassen zu werden. Aber äußerlich war er ruhig, das Musterbild eines Saiyajinprinzen.
„Du kannst ruhig zeigen, was du fühlst!“
Ein warmes Lächeln erschien auf dem Gesicht des Kriegers, es kostete ihn zwar einiges an Anstrengung, aber er wollte das Kind nicht mehr als nötig verunsichern.
„Nein, mein Vater sagt immer, dass Saiyajin keine Gefühle zeigen. Gefühle sind Zeichen von Schwäche. Man darf nur sich selbst vertrauen, sonst wird man enttäuscht.“
Er hatte mit monotoner, tonloser Stimmer gesprochen, die Goku eiskalte Schauer den Rücken hinunterjagte. Das war eindeutig Vegetas Philosophie gewesen. Vejita hatte sie nicht selbst gesprochen, es waren alte, tief in ihm verwurzelte Gedanken gewesen, an die ein zehnjähriges Kind nicht einmal denken sollte. Goku fröstelte, niemand sollte einem Kind solche Idiotien in den Kopf setzen.
Mit Mühe wandte der Saiyajin sich wieder dem Kind zu und blickte es fragend an: „Wer hat dir das erzählt? Wieso glaubst du so etwas?“
Vejita stockte kurz bevor er sprach: „Mein Vater! Er sagt, man sollte alles tun um seinem eigenen Weg zu folgen und niemals nach anderen fragen oder sie um Hilfe bitten!“
Kalte Wut stieg in Goku hoch. Niemand, absolut NIEMAND, hatte das Recht einem Kind einen solchen Mist in den Kopf zu setzen, einen Mist, der sicherlich nicht für dieses Alter geeignet war.
Gleichzeitig empfand er Mitleid und Respekt für diesen Jungen. Mitleid, weil er schon so früh hatte alleine klarkommen müssen, Respekt, weil trotz allem die stärkste Person, die er jemals gekannt hatte aus ihm geworden war.
‚Moment...ist er wirklich stark gewesen? War er wirklich stark oder konnte er seine Schwäche nur gut hinter seiner Maske aus Boshaftigkeit, Ironie und Sarkasmus verbergen? Vielleicht ist er innerlich immer das Kind geblieben, das hofft, dass sein Vater es von Freezer zurückholt....’
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Ungläubig starrte der kleine Gott den Herrscher der Unterwelt an.
„Wie meinen sie das Enma-sama?“
„So wie ich es sage Erdengott!“
Dende schauderte. Er konnte und wollte nicht glauben, was er da soeben durch seine göttlichen Ohren vernommen hatte.
„Also ist der Junge durch seinen Körper quasi in den damit verbundenen Erinnerungen gefangen??“
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Trunks´ Kinnlade fiel beinahe zu Boden, als er die Worte des schwarzhaarigen Jungen neben ihm vernahm.
„a..a...öh....d..d...du..dududu...li...lilililiebst.....häh??“
Die Hände des Halbsaiyajins zitterten, als er versuchte, sich alles begreiflicher zu machen, indem er es sich selbst noch einmal zumurmelte.
Goten nickte verlegen und zeichnete Muster auf das abgetretene Parkett der Schülerbibliothek.
„a..ab...aber...wi...wi...wieso....“
Schnell schnitt der Schwarzhaarige seinem Freund das Wort ab: „Ich....ich konnte es dir einfach nicht sagen, immer wenn ich mit dir geredet habe, kam die Erinnerung an diese Nacht hoch.....und ich wollte dich hassen...dafür, dass du mir so wehgetan hast, dafür, dass du stärker und besser bist als ich, in allem was du tust, dafür, dass ich dich nicht lieben durfte!!!“
Er holte kurz Luft, vermied es aber, Trunks ins Gesicht zu sehen. „Und ich brauchte jemanden, den ich hassen konnte, den ich für alles verantwortlich machen konnte....ich wollte dich nicht lieben, weißt du!“
Zuerst war Trunks sprachlos gewesen, aber plötzlich grinste er. Ein teilweise gemeines, fieses, andernteils ein glückliches, befreites Grinsen.
„Ich finde, du hast eine....Strafe...verdient!“
Er betonte das Wort „Strafe“ auf eine ironische, anzügliche Art und Weise, sodass Goten nicht umhin konnte es ihm gleichzutun und ebenfalls zu grinsen.
„Was gedenkt der Herr den mit mir zu machen??“
Nach einer kurzen Pause tauschten die Halbsaiyajin einen Blick aus, der ganz genau sagte, was Trunks vorhatte. Goten stand auf.
„Aber nicht hier!“
„Ach....und was soll mich davon abhalten??“
Trunks´ Augen glitzerten erregt und seine Hände fingen an sich selbstständig zu machen und über den Rücken des Jüngeren zu streichen. Er näherte sich seinem Gesicht, beobachtete die positiven Reaktionen auf seine Streicheleinheiten und wisperte: „Goten, ich liebe dich!“
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„Ich fürchte ja kleiner Erdengott! Dadurch, dass ihr ihn mit Gegenständen, Orten, Personen seiner Vergangenheit konfrontiert habt, ist der Teil seiner Erinnerung, der an seinen momentanen Körper gebunden ist, wieder lebendig geworden.“
In einer Art kalter Panik fing Dendes Körper angesichts dieser neuen Information an zu zittern.
„Was ist mit seinen Erinnerungen an sein Leben hier auf der Erde? Sie können nicht ganz an seinen Körper gebunden sein, sonst würde er uns nicht erkennen!!“
Nachdenklich kratzte der imposante Herr der Unterwelt sich am Kinn.
„Tja, das ist eben das seltsame an dieser Sache!! Eigentlich dürfte er sich nicht an euch erinnern! Wobei ich glaube, dass es die Liebe zu Son-Goku ist, die ihm diese Erinnerung zurückgegeben hat!“
Wieder starrte Dende Enma an. Dann begann er im Kreis um dessen Schreibtisch herumzulaufen, als könne dies die Lösung bringen. Plötzlich blieb er stehen, wandte sein Gesicht mit Horror Enma zu.
„Wird er sein ganzes Leben als Erinnerung noch einmal durchleben, wird er....alles....alles was er je erlebt hat noch einmal durchleben müssen?“
Sämtliche Nackenhaare stellten sich dem kleinen Gott auf, als er an all die schreckliche Kämpfe dachte: Als Mirai no Trunks getötet worden war, als Boo seine ganze Familie ermordet hatte....den Schmerz den er empfunden hatte, als er sich umgebracht hatte...
„Nein....vielleicht.....aber nur als Schatten....nur in seinem Kopf....Nachts, wo keiner ihn erreichen kann, in den tiefsten Tiefen seiner Seele, wo die Schatten seiner Existenz leben und die Kontrolle haben.“
Resigniert schüttelte Enma den Kopf, als könne er dadurch alles abschütteln.
„Niemand sollte sich in das Schicksal einmischen....niemand....“
Ein leichtes Lächeln spielte um Dendes Lippen, die schwarzen, fremdartigen Augen seltsam traurig.
„Als ob sie nicht genug hätten durchmachen müssen....wieso können sie nicht glücklich sein?“
Ein lautes Schauben zeugte von der gegensätzlichen Meinung des Herrn der Unterwelt.
„Sie sind selbst für ihr Schicksal verantwortlich! Wenn sie nichts dazutun, kann es nicht gut werden!“
„Du urteilst hart! Du kennst Vegeta! Wundert es dich, dass die menschlichen Gefühle zuviel wurden für seine empfindliche Seele? Gefühle kann man nicht bestimmen, nicht befehlen, nicht erklären! Du kannst sie nur lernen...und lernen damit umzugehen! Und wie soll jemand damit umgehen, der Gefühle sein Leben lang nur als Schwäche sah und niemals zugelassen hat?“
Der kleine Namekianer stoppte, er wurde sich wider bewusst, wen er da vor sich hatte und senkte den Kopf.
„Entschuldigen sie, ich habe mich gehen lassen!“
In einer tiefen Verbeugung wartete er auf das, was Enma entgegnen würde. Dieser grinste nur.
„Na wenn das die einzigen Probleme dieser Welt wären...“
Keiner der beiden hatte noch etwas hinzuzufügen und so verfielen sie in unangenehmes, drückendes Schweigen.
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‚ahhhh.....das....das ist gut! Es ist richtig, was er tut’
Sämtliche Haare stellten sich bei dem jungen Halbsaiyajin auf, als er Trunks´ Hand über seinen Rücken wandern spürte. Er wollte es dem Jungen nachmachen, ihn das gleiche spüren lassen, wie er spürte, aber plötzlich fühlte er sich nicht mehr wohl.
Vor seinem inneren Auge sah er wieder Trunks´ böses Grinsen. Das emotionslose Gesicht, nichts als Kälte ausstrahlend, wie es seinem nahe kam, ihn brutal küsste.
Angst erfüllte ihn, alles in ihm rief nach Flucht, Flucht aus der Bibliothek, Flucht vor Trunks. Mit weit aufgerissenen Augen sprang er auf, löste sich aus der Umarmung.
Wie ein gehetztes Kaninchen preschte er aus der Tür, einen letzten angsterfüllten Blick auf den Halbsaiyajin werfend. Dieser blickte ihm mit offenem Mund nach, zu überrumpelt um einen Versuch zu unternehmen ihn aufzuhalten.
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‚Schwäche und Stärke......sie liegen sehr dicht beieinander....Vegeta war stark. Stark darin, seine Schwächen zu verbergen. Bei Vegeta hatte ich immer das Gefühl, er müsse beschützt werden. Er müsse ganz fest in den Armen gehalten werden. Was ist geschehen?....Was macht aus einem Kind eine willenlose, gebrochene Puppe?’
Der Saiyajin musste schlucken. Was musste man einem Kind antun, damit es seine Unschuld verliert?
Schnell schüttelte er den Kopf, wollte die dunklen Gedanken, die unwillkürlich an die Oberfläche seines Bewusstsein geschwommen waren, abschütteln.
„Geht’s dir nicht gut Koibito?“
Das besorgte Gesicht Vejitas holte ihn aus seinen Gedanken zurück. Ein schüchternes Lächeln umspielte seine Lippen, es sah ungeübt und unbeholfen aus. Zaghaft lächelte der Ältere zurück, tat so, als sei es selbstverständlich, ein so zartes Lächeln von dem Prinzen der Saiyajin zu bekommen.
In dem Moment erblickten sie Dende, er hatte sich nach Ende des Gesprächs um die üblichen Höflichkeitsfloskeln gedrückt und war in aller Eile zurückgekommen um jetzt Meldung über das Gehörte zu machen.
Mit Todesmiene nahm der kleine Erdengott Son-Goku zur Seite, teilte ihm sein Wissen flüsternd mit. Nachdem er geendet hatte, fiel er kurz in unbehagliches Schweigen, seinen Gegenüber fixierend.
„hm....das heißt, dass er in einem Saiyajin-Körper steckt, sonst könnte er an keine saiyajin´schen Erinnerungen gebunden sein!“
Ein nachdenklicher Ausdruck schlich sich auf das Gesicht der Kriegers, Dende bedeutend ihn nicht anzusprechen.
„Wenn er alles noch mal wird erleben müssen, können wir ihm dieses Mal helfen, ein bisschen von dem, was ihn zu dem hat werden lassen, was er war, von ihm nehmen. Ich will, dass er wirklich stark wird. So stark, dass er keine Schwäche mehr zu verstecken braucht. So stark, dass er sich selbst von seiner Vergangenheit lösen und ohne Mauer leben kann.“
Noch nie hatte Dende solche Worte aus dem Mund des Saiyajins gehört. Dieser Saiyajin, der seine tiefsten Gedanken mit niemandem teilte, der alle mit seiner Fassade abwimmelte. Fast erschreckte es den kleinen Namekianer, dass der unnahbare Son-Goku, der Retter der Welt, sein kindliches Seelenleben vor ihm ausbreitete.
„Gleich kommt Freezer!! Da hinten.....da hinten kommt er!!“
Wie ein Blitz war Goku bei dem Kind, das mit schreckgeweiteten Augen und zitterndem Körper am Rande der Plattform stand. Angsterfüllt starrte der Junge einen unbestimmten Fleck am Himmel an. Das Zittern wollte einfach nicht aufhören, mit ganzer Kraft krallte er sich an Goku fest, bewegte sich unkontrolliert, die onyxschwarzen Augen fest zugekniffen.
Besorgt rannte nun auch Dende auf die beiden zu, blickte Goku ratlos an.
„Was nun??“
Kaum hatte er die Frage gestellt, hob Vejita den Kopf, Panik und Hass in seinem Blick.
„FASS MICH NICHT AN, FREEZER!!!!“
Seine Kinderstimme war vor Angst entstellt, sein Gesicht eine Maske des Grauens. Plötzlich riss er seine Arme hoch, feuerte einen Ki-Blast von beachtlicher Größe auf den jungen Namekianer ab.
Dieser konnte sich gerade noch rechtzeitig ducken und das Geschoss verlor sich im Himmel über ihnen. Sprachlos starrte Goku den Jungen an, der sich voller Angst noch immer an ihn klammerte.
„Entschuldige Vater....ja.....es...es tut mir leid Freezer-sama!“
Vejita schaute zu Boden, krampfhaft bemüht sein Zittern zu verbergen. Es war nicht richtig was er getan hatte, er durfte nicht auf seinen Meister schießen. Sein Vater würde ihn bestrafen, er hatte sich sogar entschuldigen müssen, und das bei einer....Kreatur...., einer Kreatur, die er verabscheute.
Dende und Goku fühlten sich immer unwohler. Was konnte man tun, um einem Kind in einer solchen, ihnen gänzlich unbekannten Situation zu helfen? Seit der Junge bei ihnen war, war er immer tiefer in seine Erinnerungen geglitten, drohte sich völlig dort zu verlieren.
‚Jetzt werden sie mich bestrafen. Warum habe ich auch solche Angst vor ihm? Er wird uns nicht angreifen!’
Die schwarzen Augen fest geschlossen stand er neben den Erwachsenen, unterdrückte seine Furcht mit aller Anstrengung. Gerade, als er seine Gesichtszüge und seinen kindlichen Körper wieder im Griff hatte, spürte er plötzlich eine warme Hand auf seiner Schulter.
„Keine Sorge Vejita, wir werden dich vor Freezer beschützen....wir werden dich von deinen Erinnerungen befreien!“
„Versprich ihm nichts, was du nicht halten kannst!!!“, warf Dende mahnend ein. „Mit leichtfertigen Versprechen hilfst du niemandem!“
Mit einem strahlenden Lächeln blickte der Krieger seine beiden Freunde an. Seine samtschwarzen Augen glitzerten frech und unbesorgt.
„Keine Bange, mir kam gerade eine klasse Idee, damit müsste ich meinen Vegeta zurückholen können!!“
Und keine zwei Sekunden später war er nur noch ein kleiner Fleck inmitten des unendlichen Blaus des Himmels.
Wild winkte Vejita im hinterher, von seiner Angst keine Spur mehr.
„Bring mir was zu essen mit, G-chan!!!!“
Nachdenklich beobachtete der kleine Gott seinen Gast, plötzlich unbeschwert Kinderspiele spielend.
‚Irgendetwas stinkt hier ganz gewaltig zum Himmel! Ich muss so schnell es geht wieder mit Enma-sama reden...ich kann den Jungen nur nicht alleine lassen!’
Höflich und guterzogen wie Dende nun mal war, konnte er seinen Besuch nicht mir nichts, dir nichts verlassen. Wie er es auch drehte und wendete, er musste auf Gokus Rückkehr warten.
„Obwohl....“
Kurzerhand schnappte er sich den Jungen und schleppte ihn zu Enma, gespannt darauf wartend, was er diesmal sagen würde.
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„Scheiße!!!!!“
Fluchend versuchte der Halbsaiyajin seinen besten Freund einzuholen. Er wollte sich nicht wieder von ihm trennen. Nicht so!
„Verflucht Chibi, warte!!“
Gotens Herz beschleunigte sein Tempo, als er die Worte vernahm. Alles was er wollte, war so schnell wie möglich aus Trunks´ Reichweite zu entkommen.
‚Wieso verfolgt er mich?? Will er mir wieder wehtun?’
Die Szene glich einer Hetzjagd, einer unerbittlichen Verfolgungsjagd zweier wilder Tiere, die nichts außer kämpfen im Blut haben.
‚Wieso ich?? Was hat er davon, mir wehzutun??’
Immer schneller lief er vor dem Jungen davon, sein Tempo stetig erhöhend. Seine Brust war zugeschnürt vor Angst, die stechenden Schmerzen ignorierte er, nur darauf bedacht dem anderen zu entkommen.
‚Wie ein Tier. Ich bin seine Beute!’
Irgendwann, er wusste nicht, wie lange er schon vor Trunks, vor seiner Angst, davonrannte, konnte er nicht mehr. Seine Beine trugen ihn nicht mehr, einzig und allein sein Lebenswille – oder war es auch hier nur die Angst, die ihn in allen Zellen erfüllte – lies ihn aufrecht stehen.
Dem anderen ging es nicht besser. Auch bei ihm hatte sein Geist die Kontrolle übernommen, sorgte dafür, dass er stehen konnte.
„Bitte Goten, bleib stehen!!“
Der Angesprochene drehte sich um, seine Stimme zitterte vor Abscheu und Angst.
„Was willst du dann mit mir machen?? Willst du mich dann wieder quälen??’
Trunks zuckte zusammen. Der Vorwurf traf ihn tief. Niemals hatte er den Jüngeren verletzen wollen. Obwohl....Er hatte ihn haben wollen, ihn einsperren und für sich alleine besitzen wollen.
‚Das ist nichts anderes als Folter, wenn man jemanden besitzen will. Eigentlich wollte ich, dass er frei ist...und mir dann von selbst gehört.’
„Chibi!! Ich wollte dir nichts antun! Ich werde dir auch nie wieder etwas antun!!“
Traurigkeit. Trauer und Schmerzen. Die Qual, die der Jüngere seit Jahren mit sich schleppte, spiegelten sich in seinen Augen.
„Ich habe dir vertraut Trunks. Ich habe die ganze Zeit gedacht, dass du mir niemals wehtun würdest.“
Tonlos. Monotone Worte, die Trunks tiefer trafen, als jeder Pflock durchs Herz es zu tun vermochte.
„Ich dachte wirklich, du würdest aufhören. Ich *wusste*, dass du mich nicht verletzen würdest!“
Ein freudloses Lächeln erschien auf seinen Lippen. Er wandte sein engelsgleiches Gesicht wieder ab, erhob sich in die Lüfte.
„Was war ich doch naiv. Vertraue niemandem. Vegeta hatte Recht mit seinen Worten.“
Kaum mehr als ein Flüstern, aber der Ältere verstand jedes Wort, das über die Lippen des Halbsaiyajins kamen. Sie nahmen ihn gefangen, krochen in sein Gedächtnis, hielten sich dort fest. Weiß wie eine Kalkstatue fixierte er den Jungen.
Dieser flog los, wandte sich nicht mehr um.
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Missmutig blickte Enma auf, als Dende mit einem jammernden Vejita im Schlepptau in sein Büro geschneit kam und sich mit Verschwörermiene vor seinem Schreibtisch aufbaute.
„Was ist denn nun schon wieder los, Erdengott?!“
Hastig verbeugte sich Dende, erhob sich aber sofort wieder und beantwortete die Frage.
„Enma-sama, es ist schrecklich, Vejita-kun sieht überall Freezer und seinen Vater! Er hat mich für Freezer gehalten und einen Ki-Blast abgefeuert!“
„Kann ich verstehen, du siehst ihm sehr ähnlich, besonders deine pinke Hautfarbe!“
Enma grinste, er liebte blöde Witze in noch blöderen Situationen.
„Jetzt ist nicht die Zeit für Scherze Enma-sama!“
Der kleine Namekianer bemühte sich nicht einmal um ein Schmunzeln obwohl er wusste wie empfindlich der Herr der Unterwelt war, wenn es um seine Witze ging.
„Nun gut, also was erwartest du von mir??“
Wieder gefasst wandte Enma sich erneut den geschäftlichen Angelegenheiten zu.
Auf diese Frage wusste der junge Erdengott keine Antwort. Was erwartete er von Enma? Wieso sollte dieser eine Antwort auf seine Fragen haben? Was konnte er schon wissen, was sie nicht wussten.
„Wer ist Freezer?? Von dem hab ich ja noch nie was gehört!“
Fragend schaute der Junge vom einen zum anderen. Sein Gesicht drückte Verwirrung aus, er wusste wirklich nicht, worum es ging. Jetzt war es Dende, der völlig verdattert war.
„Wie du kennst Freezer nicht?? Eben hattest du doch noch furchtbare Angst vor ihm!“
„Wie meinst du das? Eben habe ich doch die Blumen in deinem Garten angeguckt!“
Ein ungutes, beklemmendes Gefühl breitete sich in Dendes Magengegend aus, erstreckte sich durch seinen ganzen Körper. Irgendwas stimmte hier absolut nicht!
‚Was wird hier gespielt? Eben war er noch völlig aufgelöst und zitterte vor Furcht!’
Kalte Schauer liefen ihm den Rücken hinunter, die Unwirklichkeit dieser Szene spürte er am ganzen Körper, sie erfüllte die Luft, kroch durch die Lunge in sein Inneres.
„Eben musste Goku ihn festhalten, aber trotzdem wurde es immer schlimmer! Er hat mit seinem Vater gesprochen!“
Es schien als habe der Herr der Unterwelt nicht zugehört, angeregt unterhielt er sich mit einem seiner treuen Untergebenen. Die Gleichgültigkeit des Höllenwächters machte den kleinen Erdengott rasend. Mit kalter Wut fixierte er den Riesen, die Fäuste geballt.
„Ich weiß, dass die Erde nur ein Planet unter unendlich vielen ist, aber wenn jemand sie um Hilfe bittet, könnten sie ihm wenigstens zuhören, oder ist das zuviel verlangt?! Wenn wir sie bei ihrer ach-so-wichtigen Arbeit stören, dann sagen sie es doch, dann verschwinden wir!!“
Vor Zorn zitternd stand er vor Enmas Schreibtisch, seine Augen funkelnd. Niemand hatte den Namekianer je so aufgebracht erlebt. Nur der Herr der Unterwelt lächelte.
„Sie finden das auch noch witzig?? Auch Sadismus hat seine Grenzen!!“
Eine kleine Träne rollte an seiner Wange hinunter.
„Sie wurden ja nicht mit diesem Ekelpaket Freezer verwechselt!!!!“
„Mein lieber Dende, ich habe dir zugehört, ich habe also nach Vegetas Vater geschickt!“
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Chichi zuckte zusammen, als sie die Eingangstür aufgehen hörte und eben diese mit einer solchen
Wucht zugeschlagen wurde und eine nicht mal eine Zehntelsekunde später neben ihr an der Wand
klebte. Wie einstudiert stellte sie die Frage, die sie seit jeher immer stellte, wenn jemand die Tür
eintrat.
„Goten, Schatz, bist du zurück?"
Wie immer bekam sie keine Antwort, hörte nur ein Stockwerk höher eine zweite Tür knallen. Und wie
immer seufzte sie nur, widmete sich wieder ihrer Küche.
Plötzlich hörte sie ein zweites Mal eine Tür aufgehen, dieses Mal die Küchentür. Zwar war direkt
neben dieser das Loch, welches die Eingangstür dort hinterlassen hatte, aber das störte den
Besucher, der sich jetzt ziemlich ratlos in der verwüsteten Küche umschaute, scheinbar nicht.
„Das sieht nicht gut aus! Ich werds reparieren!"
Mit einem sanften Lächeln sah Goku seine Frau an, als sei er nie weg gewesen. Chichi blickte ihn an,
sprachlos. Dann füllten sich ihre Augen mit Tränen, sie schmiss sich ihm um den Hals.
„Geh nie wieder fort! Lass mich nie wieder so allein!"
Ein Flüstern, fast von ihren Tränen erstickt war alles, was sie hervorbringen konnte. Ein weiteres
Lächeln war die Antwort, so warm, wie es immer gewesen war.
Eine Weile standen sie nur da, sich gegenseitig in den Armen haltend. Sie waren glücklich, für einen
Moment waren sie einfach nur glücklich.
„Wer ist da Mutter?"
Eine emotionslose, Goku unbekannt vorkommende Stimme. Ein schwarzer, Goku wohlbekannter
Haarschopf kam um die Ecke. Goten setzte an, wollte etwas sagen. Bei Gokus Anblick stocke er,
starrte seinen Vater einfach nur an.
„Was willst du denn hier?"
Damit war das Thema „wer ist da?" für ihn abgeschlossen, mit einem verächtlichen Blick in Richtung
Goku wandte er sich wieder seiner Mutter zu, musterte sie abschätzig.
„Und du freust dich auch noch, dass der Baka nach 10 Jahren wieder auftaucht?! Wahrscheinlich
braucht er Geld oder so!"
Sprachlos starrte Chichi ihren Sohn an. Wieso benahm er sich so? Als Kind war er so lieb gewesen.
‚Das ist mein Sohn. Warum? Warum hasst er seinen Vater?'
„Wenn du dir von diesem Arsch auf der Nase rumtanzen lassen willst, bitte, mein Vater ist vor 10
Jahren gestorben!!"
Wütend drehte der Halbsaiyajin sich um, wollte erhobenen Hauptes aus der Küche marschieren.
Wollte dem Mann, der einmal sein Vater gewesen war, den Rücken zudrehen.
„Junger Mann, ich erlaube es nicht, dass du in dem Ton mit deinem Vater redest!!!"
In Chichis Stimme schwang unterdrückte Wut mit, ihr Ton war so kalt, dass Goten nicht umhin konnte,
stehenzubleiben. Eigentlich hatte er keinen Streit vom Zaun brechen wollen, aber dieser Vorwurf, der
unbeantwortet in der Luft hin, brachte seinen Entschluss zum Wanken.
„Mein Vater....was heißt das schon??"
Also entschloss er sich für den Angriff. ‚Verletze sie, bevor sie dich zerbrechen!'
„Was hab ich von einem nicht einmal körperlich anwesenden Vater?? War er da? Ist er jemals für
mich da gewesen?"
Inzwischen schrie der jüngste der Sons fast, seine Stimme ein einziger Vorwurf, die ganze Wut, die er
seit Jahren mit sich rumschleppte.
„Hat er mir jemals zugehört?....nein....er hatte ja seine eigenen, ach so wichtigen Probleme!"
Wie versteinert starrte Chichi ihren Sohn an. Sie verstand seine Wut nicht, er hatte niemals nach
seinem Vater gefragt.
„Du hast nie gefragt, ob dir jemand zuhört! Du hast nie nach Aufmerksamkeit gefragt!"
Ihre Worte machten den Jungen nur noch wütender. Jetzt war der Zeitpunkt gekommen, an dem er
alles rauslassen musste.
„Meine Probleme hätten nicht in deine heile Welt gepasst! Wie hätte ich dir meine Probleme
begreiflich machen sollen, wenn du doch nur deine Familie retten willst??? Du bist blind!! Es gibt bei
uns nichts mehr zu retten!"
Keine Zehntelsekunde später bereute er seine Worte fast schon. Jetzt wo er sie gesagt hatte, wollte er
sie aber auch nicht zurücknehmen, blickte seine Mutter nur kalt an. Diese wusste nicht, was sie tun
sollte. Er sah sie frösteln.
Nicht dass es ihn wunderte, die Wärme der Küche war zwar gleich geblieben, aber in ihrem Herz
mussten Minusgrade herrschen. Als sie zum Sprechen ansetzte schien es, als würde eben diese Kälte
nun an die Luft der Küche abgegeben.
„Was willst du eigentlich? Wenn du niemanden um Hilfe bittest, kannst du auch keine Hilfe
bekommen!"
„Ich werde dich auch niemals um Hilfe bitten!! Ich bin alleine stark, ich brauche niemanden!!"
Mit von Zorn funkelnden Augen standen sich Mutter und Sohn gegenüber. Goku war sich sicher, dass
die Temperatur nicht mehr sinken konnte.
‚Schlimmer kann es sowieso nicht werden!'
Mit diesem Gedanken entschloss sich der Saiyajin dazu, sich ebenfalls in die Diskussion der beiden
einzumischen.
„Bitte schreit euch nicht so an! Okay, ihr habt ne Menge falsch gemacht, und ich sicher am Meisten
von allen, aber ihr könntet es wie zivilisierte Menschen regeln!"
Ein eiskalter Blick seitens Goten traf den Saiyajin, voller Wut und Abscheu.
„Halt du dich da raus ...Vater!"
Das letzte Wort hatte er zwischen den Zähnen hervorgepresst als sei es etwas besonders dreckiges,
etwas außerordentlich widerliches.
Trotzdem lächelte Goku unverändert. Die Fassade des ewigen Gutmenschen ohne Sorgen leistete
ihm auch hier hervorragende Dienste. Lieber hätte er auch geschrieen und getobt, aber er wollte nicht
vor seinem Sohn, den er trotz allem liebte, die Kontrolle über sich verlieren.
„Mir wird schlecht wenn ich dich ansehe! Dein bescheuertes Grinsen, dein lächerlicher Aufzug! Du bist
kein Vater, du bist eine Witzfigur! Ich hasse dich!!!"
Gotens Gesichtszüge zeigten nichts als Missachtung. Und doch bemerkte Goku den Schmerz, den
sein Sohn in sich verbarg. Gotens Worte hatten ihn tief getroffen, ihm war zum Heulen zumute, aber
er lächelte unverändert.
„Das ist dein gutes Recht! Aber....was habe ich gemacht, damit du mich so hasst?"
Unbeirrtes Lächeln. Nur die schwarzen Augen verrieten Schmerz.
‚Was er falsch gemacht hat?? WAS ER FALSCH GEMACHT HAT????'
Wut brodelte in ihm hoch, heißer Lava gleich, alles verbrennend, was ihr in den Weg kommt. Die letzte
Bemerkung brachte das Fass zum Überlaufen. Kurzschluss.
„Was du falsch gemacht hast?? Nie warst du für mich da!! Immer hast du andere beschützt! Ich habe
dich nie interessiert!! Warum hast du mich damals nicht beschützt?? Warum warst du nicht da, als ich
dich gebraucht habe??"
Die Worte sprudelten nur so aus ihm heraus, der Zustand war unerträglich gewesen. Seine zu
Fäusten geballten Hände waren weiß, seine Fingernägel gruben sich tief in sein Fleisch.
„Wo warst du, als Trunks mich so verletzt hat??"
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