Autor : Fellfie
Teil 1
E-mail: Fellfie@gmx.net
Pairing: Vegeta x Freezer
Warning: Yaoi, AU, Lemon (später), OOC
Widmung: Federvieh, Alex, Zoysite, Lady Cai (Wo bist du? Hab ewig nichts von dir gehört!!!) und all denen, die diese Geschichte lesen (und reviewen ^_____^ )
Disclaimer: Leider is' keiner meiner, sondern gehören alle Akira Toriyama, das heißt, ich darf das hier nicht dazu benutzen, um mein magersüchtiges Portemonnaie gesundzupflegen *seufz*
Kommentar: In den nächsten Teilen werde ich das ganze hier nicht mehr schreiben, sondern direkt zur Sache kommen, okay?
Es waren zwei Königskinder....
King Cold betrat den Thronsaal des Königs von Vegeta-sei. Vegeta no Ou war ein junger Herrscher. Er hatte gerade erst die Macht übernommen, doch er hatte anscheinend gute Lehrer gehabt. Er war ein sehr geschickter Verhandlungspartner.
Es wurde Zeit, dem ewigen Streit zwischen dem Herr des Universums, King Cold, und den Saiyajins beizulegen. Der neue König von Vegeta-sei schien ein sehr vernünftiger junger Mann zu sein, der eingesehen hatte, dass es letztendlich den Untergang seines Volkes bedeuten würden, wenn die Saiyajins weiterhin Widerstand gegen das Imperium von King Cold leisten würden.
Deshalb hatten sich die beiden Herrscher vor einiger Zeit getroffen, um Friedensverhandlungen zu führen. King Cold war sehr viel daran gelegen diesen Konflikt mit friedlichen Mitteln zu lösen, denn erstens mochte er dieses Volk von stolzen Krieger und zweitens konnten sie seiner Armee doch beträchtlichen Schaden zufügen, auch wenn die Saiyajins keine Chance hatten über sie zu siegen. Es konnte sich als sehr nützlich erweisen, die Saiyajins auf seiner Seite zu haben. Sie waren stark und verfügten über eine Art Geheimwaffe. In wirklich brenzligen Situationen konnten sie sich in einen Oozaru verwandeln, was ihre Kampfkraft enorm erhöhte. King Cold hätte es wirklich bedauert, wenn er gezwungen gewesen wäre, diese Rasse auszulöschen.
Als er seinen Gast eintreten sah, erhob sich König Vegeta von seinem Thron und begrüßte ihn lächelnd. „Seid herzlich willkommen, King Cold. Ich freue mich, dass Ihr gekommen seid, um unsere Verhandlungen abzuschließen.“
King Cold deutete eine leichte Verbeugung, um seinen Respekt gegenüber dem jüngeren Mann zum Ausdruck zu bringen. Das war keine leere Geste. Der junge König genoss wirklich seine Hochachtung. Endlich hatte es einer der Herrscher über Vegeta-sei geschafft, einen intelligenten Thronfolger zu zeugen. Hoffentlich verlor sich diese Eigenschaft nicht allzu schnell wieder!
„Folgt mir bitte in das Verhandlungszimmer, damit wir den Vertrag unterschreiben können.“ Vegeta no Ou machte eine auffordernde Geste und verschwand dann mit King Cold unter Begleitung von drei anderen Saiyajins, als Vorsichtsmaßnahme, im besagten Zimmer. Die beiden Herrscher wussten sehr wohl, dass es nicht nötig gewesen wäre Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen, aber es war Tradition und außerdem brauchte jede Verhandlung und jede Vertragsbesiegelung Zeugen, damit nicht einer der Vertragspartner hinterher behauptet, er sei über den Tisch gezogen worden und die Unterschrift sei gefälscht.
König Vegeta ließ den Vertrag bringen. Es war eine Schriftrolle, dir von einem kleinen, roten Band gehalten wurde. Vegeta no Ou löste es, rollte den Vertrag auf und unterschrieb mit einem speziellen, saiyanischen Schreibgerät, das extra für Vertragsabschlüsse gedacht war. Dann reichte er die Rolle King Cold. Dieser überflog die Vertragsbedingungen kurz noch einmal und unterschrieb dann ebenfalls. Für einen langanhaltenden und sicheren Frieden war eine Verbindung ihrer beiden Häuser unabdingbar. Die wichtigste Klausel des Vertrages besagte deshalb, dass König Vegetas erstgeborenes Kind und King Colds zweitgeborenes Kind möglichst kurz nach dem 18. Geburtstag des Jüngeren von beiden heirateten. Da das erstgeborene Kind bei Saiyajins meistens männlich war, waren die beiden Vertragspartner übereingekommen, den kleinen Saiyajin, der vermutlich irgendwann in den nächsten Jahren geboren wurde, nicht mit Coola, King Colds Erstgeborenem, zu verloben. Das Bündnis sollte möglichst lange bestehen, deshalb war ein gemeinsames Kind der beiden Eheleute wichtig. Deshalb hoffte man, dass das zweite Kind von King Cold ein Mädchen wurde. In seltenen Fällen haben auch die männlichen Exemplare von King Colds Rasse die Fähigkeit, Kinder zu bekommen, aber auf so einen Zufallstreffer wollte man sich lieber nicht verlassen. Die beiden Könige vertrauten auf ihr Glück und dass das nächste Kind weiblich war. (A/N: Bitte steinigt mich nicht wegen meiner Einfallslosigkeit! *ängstlich duck und vorsichtig nach Steinen Ausschau halt*)
King Cold beobachte König Vegetas Hochzeit. Seit dem Vertragsabschluss waren jetzt drei Jahre vergangen. Es wurde Zeit, dass der saiyanische Thronfolger endlich das Licht der Welt erblickte! King Cold war natürlich zu der Hochzeit eingeladen worden. Er musste ich eingestehen, dass er ein wenig gerührt war. Die beiden Saiyajins passten wirklich gut zusammen. Und die königliche Braut war wirklich bildhübsch. Sie hatte eine schlanke, biegsame Figur, rabenschwarzen, glänzendes, langes Haar, das ihr bis zum wohlgeformten Po reichten. Sie war sehr zierlich gebaut, doch King Cold hütete sich davor, diese junge Frau aufgrund ihres Aussehens zu unterschätzen. Er wusste, dass sie Elite war und das kam sicher nicht von ungefähr, das verriet der unbeugsame Willen in ihren Augen. König Vegeta hatte wirklich eine gute Wahl getroffen, was seine Lebenspartnerin anging. Dieser Verbindung würde ein starkes Kind entwachsen. Hoffentlich hatte es auch ein wenig Verstand!
King Cold registrierte das strahlende Lächeln und die zarte Röte auf den Wangen der Brautleute und schmunzelte. Saiyajins können ja so süß sein, wenn sie verliebt sind!
An den Trauungsfeierlichkeiten nahm King Cold aber nicht mehr teil, denn ihn erreichte die Nachricht, dass seine Frau in den Wehen lag. König Vegeta hatte noch nie jemanden gesehen, der es so eilig hatte und grinste.
Kaum ein Jahr später wurde dann der Prinz der Saiyajins geboren, doch Vegeta no Ou konnte sich nicht recht darüber freuen. Es war ein lange, komplizierte Geburt, die die Königin nicht überlebte.
Die ersten Wochen konnte er seinen Sohn nicht sehen und überließ es Kindermädchen ihn zu versorgen. Jeder Blick aus den tiefschwarzen Saiyajinaugen erinnerten Vegeta no Ou schmerzlich an seine Frau. Doch schließlich gelang es einem Krieger, Bardock, ihn zu überreden, sich seinen Sohn wenigstens einmal anzusehen. Der Kleine hatte immerhin schon die Mutter verloren- wie fühlte er sich wohl, wenn selbst sein Vater nichts mehr von ihm wissen wollte?!
Mitten in der Nacht stahl sich König Vegeta in das Zimmer des Prinzen. Es musste ja nicht jeder mitbekommen! Doch zu seiner Überraschung schlief der kleine Vegeta nicht, sondern sah ihn aus wachen Augen an. Das Saiyajinbaby schien auf ihn gewartet zu haben. Eine Zeitlang starrten sich Vater und Sohn einfach nur in die Augen, dann lächelte der Kleine und streckte seine kurzen Ärmchen nach Vegeta no Ou aus.
Sein Vater konnte einfach nicht anders, als die stille Bitte zu erfüllen. Er nahm den Prinzen aus seinem Kinderbettchen und blickte ihm lange in die nachtschwarzen, unschuldigen Augen. Dann lächelte er. „Du bist aber ganz schön klein geraten, mein Sohn“, sagte er leise zu dem Kind, das daraufhin die Lippen schürzte und sich bemühte, möglichst beleidigt auszusehen. König Vegeta lachte und drückte den kleinen Prinzen an seine Brust. „Ich glaube wir werden gut miteinander auskommen“, meinte er und sein Sohn antwortete mit einem wohligen Schnurren.
Bardock beobachtete die nächtliche Szene durch den Türspalt. Er war durch ein leises Geräusch im Zimmer des Thronfolgers aufgewacht und hatte besorgt nach dem Rechten gesehen. Der junge Krieger lächelte in sich hinein. ‘Ich wusste, dass er den kleinen Prinzen lieb gewinnen würde!’
TBC
Uuunnnddd? *Hundeaugen krieg* Wie war's? Schreibt mir doch bitte Kommis, sonst gehe ich ein.
Widmung: Zoysite, Alex, Federvieh, Lady Cai, und allen lieben Reviewern (danke für die Kommis!!!)
1. Kapitel- Erste zarte Bande
König Vegeta betrat das Zimmer seines Sohnes. Der Prinz war inzwischen fast ein Jahr alt und somit im Krabbelalter und trieb seine Kindermädchen und seinen Vater zur Verzweiflung, weil er nur Unsinn in seinem kleinen Köpfchen hatte. Einmal war ihm sein Spielzeug hinter den Schrank gerollt und er wollte es sich zurückholen. Leider war die Spalte zwischen Schrank und Wand nicht groß genug, dass ein Saiyajinkörper hindurch passte. Nachdem Vegeta es eine Zeitlang erfolglos probiert, wurde der kleine Prinz so wütend, dass er den Schrank in Einzelteile zerlegte. Vegeta Ou wurde durch den Lärm alarmiert und fand seinen Sohn inmitten von Holzplatten und -splitter mit seinem Spielzeug in den Händen und einem glücklichen Strahlen im Gesicht. Von dem Kindermädchen war weit und breit nichts zu sehen. Es stellte sich heraus, dass sie gerade mit einem männlichen Saiyajin beschäftigt gewesen war, was natürlich ihre sofortige Kündigung zur Folge hatte.
Ein anderes Mal war das Kindermädchen gerade auf Toilette, als der kleine Prinz über Stühle und Kissen zum Fenster hinaufkraxelte und es öffnete. Wie er das geschafft hat, weiß bis heute keiner, denn an den Fenstern im Prinzengemach war eine spezielle Kindersicherung angebracht, die soetwas eigentlich verhindern sollte. Bardock befand sich gerade auf dem Hof und blickte zufällig zum Fenster des Prinzen hoch. Er sah wie der kleine Thronfolger mit großen Augen die Welt bestaunte- am offenen Fenster und ohne jemanden, der auf ihn aufpasste- und sich immer weiter vorbeugte. Bardocks Herz machte einen erschrockenen Satz als er erkannte, was gleich passieren würde.
Als Klein Vegeta dann das Gleichgewicht verlor und aus dem Fenster fiel, war Bardock gerade noch rechtzeitig zur Stelle um den tödlichen Sturz auf halben Wege abzufangen. Er seufzte erleichtert und der Kleine quietschte vergnügt. Vegeta Ou bekam fast einen Herzinfarkt, als Bardock kurz darauf mit dem Prinzen auf dem Arm in seinen Thronsaal marschierte und ihm von dem Vorfall berichtet.
Vegeta Ou schloss leise die Tür hinter sich. Sein Sohn hielt gerade seinen Mittagsschlaf. Wenn es etwas gab in dem Vegeta no Ouji noch besser war, als im Blödsinn anstellen, dann war es schlafen.
König Vegeta trat lächelnd an das Kinderbettchen und betrachtete seinen schlafenden Sohn eine Weile. Der Kleine sah aus als könnte er kein Wässerchen trüben. So konnte man wirklich den Eindruck bekommen, dass der Prinz der Saiyajins friedlich, unschuldig und absolut lieb war. Unglücklicherweise wusste sein Vater es besser. Sein Sohn konnte manchmal ein richtiges kleines Monster sein. König Vegeta wunderte sich fast, dass er noch keine grauen Haare hatte. Naja, er war als Kind auch nicht viel anders gewesen. Er zuckte mit den Schultern und strich mit einem Finger über die zarte Wange des Saiyajin no Ouji. „Wach auf mein Sohn. Ich möchte dir jemanden vorstellen“, sagte er sanft. So sprach er nur mit seinem Sohn und auch nur dann, wenn sie alleine waren. Es ziemte sich nicht für den König der Saiyajins seine Gefühle öffentlich zu zeigen.
Bei der Berührung stahl sich ein kleines Lächeln auf die Gesichtszüge des kleinen Vegeta, aber er schien nicht im Traum daran zu denken aufzuwachen. Sein Vater nahm ihn vorsichtig aus dem Bett. Er nahm ihn unter den Armen und hielt ihn vor sein Gesicht. „Hey, wach auf.“ Der Prinz knurrte unwillig und blinzelte den anderen Saiyajin verschlafen an.
„Ich möchte dir einen neuen Spielkameraden vorstellen.“
Den Kleinen schien das wenig zu interessieren, denn er schloss die Augen und ließ den Kopf zurückfallen um weiterzuschlafen.
„Verpennter Bengel“, murmelte Vegeta Ou. „Es reicht! Du hast jetzt lange genug geschlafen. Versuche wenigstens einen halbwegs würdigen Eindruck zu machen! Du bist der Prinz der Saiyajins!“
Der Kleine gähnte herzhaft, als Vegeta Ou ihn vernünftig auf seinen Arm nahm und drückte sich dann wie gewöhnlich an die Brust seines Vaters, während er sich mit einem stolzen Blick umsah, als König Vegeta ihn durch die Gänge trug.
Im Thronsaal wartete bereits King Cold auf sie. Vegeta Ou begrüßte ihn und setzte seinen Sohn auf dem Boden ab. Dann betrachtete er das jüngste Kind des Herrschers des Universums. Er sah es heute zum ersten Mal. „Hübsches Mädchen“, meinte er schließlich.
King Cold grinste schief. „Das hübsche Mädchen ist ein Junge und heißt Freezer.“ Die beiden Könige sahen sich etwas ratlos an. Würden sie den Vertrag jetzt kündigen und viele Jahre mühevoller Verhandlungen zunichte machen oder sollten sie tatsächlich ihre beiden Söhne verheiraten?
King Cold setzte den Kleinen, den er bis jetzt auf dem Arm gehalten hatte, neben den Prinzen der Saiyajins. „Tja, sieht so aus, als wären unsere Hoffnungen, was einen Erben anbelangt, zunichte gemacht worden. Mal schauen wie sich die beiden vertragen.“ Er sah die beiden Prinzen zu seinen Füßen erwartungsvoll an, aber die schienen einander gar nicht bemerkt zu haben. Vegeta war voll und ganz damit beschäftigt mit unbeholfenen Bewegungen das vom Schlafen zerzauste Fell seines Schwanzes zu glätten, während Freezer seine Schwanzspitze anstarrte, die über seinem Kopf hing. Er schien immer noch nicht ganz begriffen zu haben, dass der Schwanz zu seinem Körper gehörte.
Die beiden Könige beobachten ihre Söhne eine Weile mit hochgezogenen Augenbrauen, doch die Kleinen nahmen überhaupt keine Notiz davon, ebensowenig wie sie einander beachteten. Schließlich warf King Cold einen Blick zu dem Saiyajin, der neben dem Thron Wache stand. „Wer ist das? Den habe ich noch nie hier gesehen.“
Vegeta Ou blickte über die Schulter. „Ach das, das ist Bardock. Er ist noch nicht lange hier im Schloss.“
„Er ist aber nicht Elite, oder?“
König Vegeta schüttelte den Kopf. „Nein, er ist dritte Klasse.“
King Cold sah ihn ungläubig an. „Was macht er dann hier? Ich dachte, dass es ein Privileg für Elitekrieger ist, die königliche Familie zu beschützen.“
„Hmm“, machte Vegeta no Ou, warf dem jüngeren Krieger noch einen Blick zu und suchte sichtlich nach einer einleuchtenden Erklärung. „Aber er ist wirklich sehr fähig. Er hat Vegeta das Leben gerettet.“
„So?“, meinte King Cold und unterdrückte ein Grinsen. „Und im Trösten ist er wohl auch sehr...-wie sagtet Ihr?-...sehr fähig, was?“
König Vegeta verengte die Augen. „Was meint Ihr damit?“
King Cold zog es vor, nicht zu antworten, sondern den kleineren König nur bedeutungsvoll anzusehen, und seine Aufmerksamkeit dann wieder den Kindern zuzuwenden.
Vegeta hatte inzwischen begonnen im Thronsaal umherzukrabbeln. Die Schwanzspitze wedelte dabei leicht hin und her. Freezer hatte das Starren aufgegeben und versuchte nun nach seinem Schwanz zu greifen. Leider waren seine Arme zu kurz um ihn zu erreichen. Er knurrte wütend und krabbelte los, die Schwanzspitze fest im Blick. Sein Schwanz hing immer noch über seinen Kopf und er versuchte ihn während des Krabbelns zu packen.
Vegeta hatte unterdessen eine Bewegung aus den Augenwinkeln vernommen, aber als er sich blitzschnell umdrehte, war da nichts. Einen Moment blickte er etwas irritiert drein, aber dann sah er wieder etwas am Rande seines Gesichtsfeldes und drehte sich wieder danach um. Auf die Idee, dass es seine umherwedelnde Schwanzspitze sein könnte, kam er nicht und drehte sich deshalb im Kreis.
Ihre Väter beobachteten die beiden seufzend. Schließlich beugte sich King Cold zu Vegeta Ou herab. „Kann es sein, dass unsere Kinder ein bisschen verhaltensgestört sin?"
Vegeta Ou seufzte. „Musstet Ihr so deutlich werden?“ Ein Grinsen beim Anblick ihres Nachwuchses konnten sich aber beide nicht verkneifen.
„Ich denke, das gibt sich mit der Zeit wieder. Kinder sind manchmal etwas merkwürdig.“
„Na, wollen wir’s hoffen“, erwiderte Vegeta Ou. Durch das Protestgeschrei der beiden Kleinen wurde seine Aufmerksamkeit auf ein Knäuel aus Armen, Beinen und Schwänzen gelenkt.
Freezer hatte nicht aufgepasst, wo er hinkrabbelte, und war deshalb mit Vegeta, der sich wie wild im Kreis drehte, aneinandergeraten. Als die beiden sich ‘entknotet’ hatten, saßen sie sich eine Weile gegenüber und starrten sich finster an. Der Prinz der Saiyajins schwankte ein bisschen; ihm war immer noch schwindlig. Dann entdeckte Vegeta plötzlich Freezers Schwanz und krabbelte neugierig näher. Unglücklicherweise bemerkte Freezer Vegetas Schwanz im selben Moment und hatte die gleiche Idee. Und so krabbelten sie im Kreis ohne das Objekt ihres Interesses zwischen die Babyfinger zu bekommen. Schließlich gelang es Vegeta mit einem wütenden Knurren Freezers Schwanz zu packen. Er setzte sich und studierte das weiße Etwas aufmerksam. Dadurch, dass er sich nicht mehr vom Fleck bewegte, gab er Freezer Gelegenheit nach dem Saiyajinschwanz zu greifen. Erst hielt er ihn ganz vorsichtig, aber dann drückte er probehalber zu. Der kleine Prinz sank kraftlos zu Boden und ließ Freezers ‘Anhängsel’ los. Freezer selbst schien davon allerdings nichts mitbekommen zu haben, sondern streichelte mit einem glücklichen Lächeln über das weiche Fell von Vegetas Schwanz.
„Sagt Eurem Sohn, er soll meinen loslassen“, forderte Vegeta Ou.
„Wieso? Er scheint sich doch prächtig zu amüsieren.“
„Ihr wisst, dass der Schwanz der Saiyajins ihre Schwachstelle ist und Vegeta hat ihn noch nicht trainiert. Wir wissen nicht, was es für das Kind für Auswirkungen hat, wenn man den Schwanz längere Zeit drückt.“
King Cold zuckte mit den Schulter. „Freezer! Lass los!“
Sein Sohn blickte ihn einen Moment aus seinen rubinroten Augen an und machte dann weiter.
„Nicht sehr gut erzogen“, stichelte Vegeta no Ou.
King Cold ging zu seinem Sohn und nahm ihn auf den Arm. Der schien davon ganz und gar nicht begeistert zu sein, denn er schlug sofort um sich und sein Vater hatte alle Hände voll zu tun, ihn wieder zu beruhigen. „Ich denke, ich sollte jetzt lieber gehen. Bis bald!“ Und damit wandte er sich um und ging. Der König von Vegeta-sei wünschte ihm eine gute Reise und betrachtete dann gedankenverloren ein Wandgemälde von seiner verstorbenen Frau.
„Vegeta?“, fragte Bardock nach einer Weile.
Vegeta Ou blickte ihn an. „Was ist, Koi?“
„Ich dachte, es interessiert Euch vielleicht, dass der Prinz getürmt ist.“
„WAS???“ Hektisch blickte sich König Vegeta um. Von seinem Sohn war nichts zu sehen.
„Verdammt! Wo ist er hin, Bardock?“
„Er ist seinem neuen Spielkamerad gefolgt.“
„Warum hast du nicht sofort etwas gesagt?!“
„Ich wollte Euch nicht stören:“ Er lächelte und Vegeta no Ou konnte ihm nicht länger böse sein. Er ging zu ihm, drückte ihm einen sanften Kuss auf die Lippen und eilte dann aus dem Thronsaal um King Cold daran zu hindern mit dem Saiyajinprinzen an Bord loszufliegen. Aber er kam zu spät. Er sah gerade noch wie, die Raumfähre die Atmosphäre verließ und King Cold, Freezer und Vegeta no Ouji zum Raumschiff brachte. Er fluchte ungehalten.
Vegeta hatte sich in der Raumfähre so (un-)günstig positioniert, dass man ihn nicht sah. Als der Kapitän an King Colds Raumschiff andockte und die Luke sich öffnete, krabbelte der kleine Prinz Freezer und seinem Vater so unauffällig hinterher, dass ihm niemand Beachtung schenkte. Er folgte den beiden beharrlich und fast unbehelligt durch schier endlos lange Gänge zu Freezers Zimmer. Nur einmal trat ihm ein großes, türkises Wesen in den Weg und fragte mit für die feinen Saiyajinohren viel zu lauter Stimme: „Wo willst du denn hin?“
Vegeta machte sich nicht einmal die Mühe zu ihm aufzuschauen, sondern krabbelte einfach zwischen seinen Beinen hindurch.
Er schlüpfte hinter King Cold durch die Tür und verbarg sich in einer dunklen Ecke. Er beobachtete wie Kind Cold seinen Sohn auf einer flauschigen Decke am Boden absetzte und ihm eine bereits bereitstehende Flasche Babymilch reichte. „Hier. Und jetzt sei lieb! Ich muss den Start vorbereiten.“
Klein Freezer begann an der Flasche zu saugen und sah ihn an wie die Unschuld in Person. King Cold seufzte schwer und verließ den Raum.
Vegeta krabbelte aus seiner Ecke und setzte sich demonstrativ vor Freezer. Sein Schwanz wedelte leicht hin und her. Freezer starrte ihm in die Augen und begann nach einiger Zeit die Bewegung synchron mitzumachen. Als er begriff, worauf es der junge Saiyajin abgesehen hatte, hörte er auf an der Nuckelflasche zu saugen und reichte sie Vegeta lächelnd. Der kleine Prinz hatte nicht damit gerechnet, dass er seinen Willen bekam und nahm sie verblüfft entgegen. Er betrachtete sie eine Weile zweifelnd und kostete dann vorsichtig. Es schien ihm zu schmecken, denn nach kurzer Zeit war nicht ein Tropfen Milch mehr in der Flasche. Er krabbelte zu Freezer auf die flauschige Decke. Jetzt war er schläfrig!
King Cold betrat den Kontrollraum. „Ist alles für den Start bereit?“
Einer seiner Soldaten nickte. „Alles klar, aber vorhin kam ein Funkruf für Euch. Der König von Vegeta-sei möchte Euch dringend sprechen.“
„So?“, erwiderte der König des Universums und ging in den Nebenraum. Um sich ungestört mit dem Saiyajin unterhalten zu können, scheuchte er seine Soldaten hinaus.
„Was ist los, König Vegeta?“
„Ich fürchte, mein Sohn ist bei Euch an Bord. Ich würde ihn gerne abholen kommen.“
„Euer Sohn? Unmöglich. Das hätte ich doch bemerkt!“
„Bardock sah, wie Vegeta Euch folgte. Wir haben das ganze Schloss auf den Kopf gestellt, aber wir konnten ihn nicht finden. Er muss also bei Euch sein.“
King Cold überlegte. „Also gut. Kommt! Dann stellen wir das Raumschiff auf den Kopf, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass er nicht hier ist.“
Das Klicken am anderen Ende der Leitung verriet ihm, dass Vegeta no Ou bereits auf dem Weg zu ihm war.
Der verhältnismäßig kurze Flug erschien König Vegeta ewig. Er lief nervös in der Raumfähre auf und ab. Die Crew warf ihm schon ärgerliche Blicke zu, aber keiner wagte es sich, etwas zu sagen. ‘Was soll ich nur machen, wenn Vegeta nicht da ist?’ Für eine andere Frage war in seinem Kopf kein Platz mehr. Er rief sich noch einmal Bardocks beruhigendes Lächeln vor dem Start ins Gedächtnis und versuchte seine Gefühle in den Griff zu bekommen. Er flog alleine, weil er keine Zeit gehabt hatte um ein paar Elitekrieger kommen zu lassen. Bardock hatte freiwillig darauf verzichtet, ihn zu begleiten, denn das hätte nur wieder für jede Menge Gesprächsstoff gesorgt. Der König und ein Krieger dritter Klasse! Das war inakzeptabel! Obwohl Bardock ihm in seiner Trauerphase mehr geholfen hatte als jeder andere, konnte man bestehende Normen nicht einfach brechen. Vegeta no Ou seufzte leise und richtete seine Gedanken dann wieder auf seinen Sohn. Endlich hatten sie angedockt! Der Saiyajin no Ou riss sich zusammen, um nicht zur Tür hinauszustürzen und trat beherrscht und gemessenen Schrittes auf King Cold zu. „Es tut mir Leid, dass ich Euch solche Umstände mache, aber dieser Junge ist nicht nur für die Saiyajins wichtig, nicht wahr?“
King Cold nickte. „Allerdings. Und es scheint tatsächlich so, als wäre Euer Sohn mir und Freezer gefolgt. Ich habe mich in der Zwischenzeit ein wenig umgehört und Zarbon hat tatsächlich einen kleinen Saiyajins durch mein Schiff krabbeln sehen. Wollen wir hoffen, dass Zarbon nicht betrunken war. Da der Kleine sich nach seiner Aussage an meine Fersen geheftet hatte, schlage ich vor, wir beginnen unsere Suche in Freezers Kabine.“
Vegeta Ou war erleichtert. Also hatte sich der freche Bengel wieder angefunden! „Das ist eine gute Idee. Lasst uns gehen.“
Als die beiden Väter Freezers Zimmer betraten, bot sich ihnen ein absolut niedlicher Anblick. Die beiden Kinder lagen aneinandergekuschelt auf der flauschigen Decke und hatten sich zu einem großen Ball zusammengerollt. Sie schliefen beide tief und fest, mit einem ruhigen, friedlichem Ausdruck auf ihren Gesichtern. Der kleine Saiyajinsprinz schnurrte leise.
„Sieht ganz so aus, als würden sie sich doch mögen“, meinte King Cold leise und grinste.
Vegeta Ou beobachtete die beiden noch eine Weile schweigend und löste seinen Sohn dann vorsichtig aus der Umarmung des anderen. Der Prinz knurrte unwillig, wachte aber nicht auf. Freezer rollte sich noch weiter zusammen um die plötzlich fehlende Wärme zu kompensieren.
King Cold fiel die Milchspur auf, die sich um den Mund des kleinen Saiyajinprinzen zog. Er warf einen Blick auf die leere Nuckelflasche. „Ich glaube, Euer Sohn wird morgen fürchterliche Bauchschmerzen haben. Freezers Milch ist nicht für Saiyajinmägen gedacht.“
„Oh, Ihr würdet Euch wundern, was unsere Mägen so alles vertragen“, meine Vegeta Ou lächelnd. „Meldet Euch bei Gelegenheit“, fügte er noch hinzu und verließ dann mit dem schlafenden Saiyajin no Ouji, der sich an den warmen Körper seines Vaters gekuschelt hatte, den Raum.
TBC
Widmung: Federvieh, Alex, Zoysite, Lady Cai
2. Kapitel- Babysitting
„Ich würde Euch ja wirklich gerne begleiten, King Cold“, König Vegeta zuckte bedauernd mit den Schultern, „aber was machen wir mit den Kindern?“
King Cold legte seinem ältesten Sohn, der neben ihm im saiyanischen Thronsaal stand, die Hand auf den Kopf. „Cooler ist alt genug, um Verantwortung zu übernehmen. Er wird die Kleinen hüten.“
Cooler sah ihn entsetzt an. „Aber Papa...“
„Keine Widerrede, Sohn! Schläft der kleine Vegeta noch?“
Vegeta no Ou nickte. „Ja, er hat einen außerordentlich gesunden Schlaf. Bist du sicher, dass du es schaffst, auf die beiden Racker aufzupassen, Cooler?“
„Wird ja wohl nicht so schwer sein, zwei Windelträger im Zaum zu halten“, brummte Cooler missmutig. Er hatte sich auf einen schönen Tag gefreut. Sein Vater wollte auf einen anderen Planeten, um sich irgendeine Messe anzusehen, bei der keine Minderjährigen zugelassen waren. Deshalb musste Cooler auf dem Schiff bleiben, aber er hatte das gar nicht schlimm gefunden. Er hatte eigentlich gaaaanz lange schlafen wollen, später ein wenig seine neuen Computerspiele ausprobieren wollen, dann Mittag essen und sich nach ein wenig Faulenzen mit Zarbon prügeln wollen, aber nein! Sein Vater musste ihn ja aus dem Bett holen noch bevor auf diesem verdammten Planeten die Sonne aufgegangen war. Und jetzt hatte er die beiden Teppichratten am Hals! Er seufzte schwer. Ade schöner Tag!
„Cooler! Geh Freezer holen.“
„Wieso ich?“ Sein kleiner Bruder hatte bestimmt noch nicht ausgeschlafen und Cooler hatte keine Lust auf blaue Flecken.
Sein Vater blickte ihn streng an. „Jetzt verschwinde endlich!“
Cooler murmelte etwas Undefinierbares und schlurfte dann mit hinterher schleifendem Schwanz aus dem Raum. King Cold sah ihm kopfschüttelnd nach.
„Ja, ja. Man hat’s nicht leicht mit seinen Kindern, nicht wahr?“, fragte Vegeta Ou grinsend.
„Nein wahrlich nicht. Womit habe ich das nur verdient?“ Er trat auf den anderen König zu und legte dem viel kleineren Mann den Arm um die Schulter. „Dafür machen wir uns heute einen schönen Tag! Geplagte Daddys unter sich- toll oder?“
„Ja, Wahnsinn!“, meinte Vegeta no Ou mit vor Sarkasmus triefender Stimme, konnte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass er sich auf die kleine Auszeit freute. Er gab einem seiner Leute den Befehl, alles Nötige für diesen Ausflug vorzubereiten.
„Nehmt Ihr Bardock mit?“, wollte King Cold wissen. Es war ihm natürlich nicht entgangen, dass die beiden Saiyajins ein Paar waren.
Vegeta Ou wiegte unentschlossen den Kopf. Er hatte die ganze Nacht überlegt- nun ja, eigentlich war er den Großteil der Nacht mit etwas anderem beschäftigt gewesen, aber danach hatte er nachgedacht- ob er Bardock mitnehmen sollte. Er würde gerne diesen Tag mit seinem Gefährten verbringen, aber erstens würde das wieder für Aufregung sorgen und zweitens war Bardock der beste Schutzengel, den sich der Prinz wünschen konnte. Inzwischen hatte er ihm drei weitere Male das Leben gerettet, deshalb würde Vegeta no Ou ihn gerne bei Klein Vegeta lassen.
King Cold stupste ihn mit dem Ellenbogen in die Seite. „Gebt Euch einen Ruck. Es wissen sowieso schon alle, dass ihr zusammen seid..... außerdem seid Ihr als König niemandem Rechenschaft über Eure Taten schuldig! Ganz nebenbei würde sich Euer Liebster bestimmt darüber freuen.“
Wie auf dieses Stichwort erschien Bardock in der Tür und kniete vor Vegeta no Ou nieder. „Es ist alles bereit, mein König.“
„Gut. Ich hoffe, du bist auf eine Übernachtung auf Thaddäus-sei eingerichtet.“
Bardock hob verwirrt den Blick. „Ich? Wieso ich? Ich bin nur ein Unterklassenkrieger und habe kein Recht...“ Plötzlich erhellte sich sein Gesicht. Er versuchte natürlich gleich, seine Freude zu unterdrücken, schließlich waren sie nicht alleine, aber das Glänzen in seinen Augen verriet Vegeta no Ou alles. „Ich werde schnell ein paar Kleinigkeiten zusammenpacken. Bin in fünf Minuten fertig“, versprach er und eilte aus dem Raum.
Vegeta Ou lächelte zufrieden. Er hatte sich richtig entschieden. Bardock hatte sich diesen kleinen Ausflug wirklich verdient, er hatte schließlich oft genug das Kindermädchen für den Prinzen gespielt. Er wandte sich an den Herrscher des Universums. „Was erwartet uns eigentlich auf diesem Planeten?“
King Cold lächelte verschmitzt. „Lasst Euch überraschen! Aber ich kann Euch verraten, dass Euch einiges geboten wird. Ist vielleicht ganz gut, dass Ihr Euren kleinen Spielgefährten mitnehmt“, fügte er noch hinzu und grinste vielsagend.
Cooler betrat Freezers Quartier. Der Kleine lag in seinem Bettchen und schlummerte friedlich vor sich hin. Die Kleinkindphase dauerte bei Freezers Rasse ungefähr doppelt so lange wie bei den Saiyajins, aber dafür ging die restliche Entwicklung- das Wachstum ausgenommen- um so schneller.
Wenig liebevoll hob Cooler seinen kleinen Bruder aus dem Bett, wofür er gleich einen Schwanzhieb auf den Hinterkopf erntete. „Jetzt stell dich nicht so an, du kleiner Scheißer!“ Im nächsten Moment schrie er laut auf, weil Freezer seine kleinen scharfen Milchzähnchen in seinen Arm grub. Er hielt den Kleinen unter seinen Babyärmchen mit ausgestreckten Armen von sich. Die Schwanzspitze des Jüngeren zuckte böse hin und her und die Augen waren zu schmalen Schlitzen zusammengekniffen.
„Ja, ich kann dich auch nicht leiden“, knurrte Cooler und trug das Kind in der eben beschriebenen Stellung aus dem Raum. In der Raumfähre band er Freezer auf seinem Sitz fest, damit dieser nicht herumkrabbelte und Unsinn anstellte. Der Kleine warf ihm einen abschätzigen Blick zu und befreite sich mit einer nicht allzu großen Kraftanstrengung aus seinen Fesseln, blieb aber still auf seinem Platz sitzen. Er hatte seinem großen Bruder nur beweisen wollen, dass er stärker war als die paar Seile.
„Reagiere dich doch an dem anderen Schei...“, er warf einen raschen Blick auf die saiyanische Besatzung der Raumfähre. „..an dem anderen Prinzen ab. Lass mich bloß in Frieden. Und wenn du heute nicht lieb bist, gibt es zum Abendbrot Freezer-Gulasch, klar?“, drohte Cooler seinem Bruder.
Dieser sah ihn erst mitleidig an und wandte dann gelangweilt den Blick ab noch bevor der Ältere ausgeredet hatte. Cooler knurrte und ließ sich auf seinen Sitz fallen. „Was hat sich Vater nur dabei gedacht, dieses Balg in die Welt zu setzen?!“
Die beiden Väter hatten den Planeten vor wenigen Minuten verlassen. Cooler stand vor Vegetas Bett und wollte Freezer zu Vegeta setzen, als er den Saiyajinprinzen leise und drohend knurren hörte. Cooler warf dem ziemlich klein geratenen Saiyajin einen abschätzenden Blick zu. Er wirkte wirklich nicht sehr erbaut über Coolers Absicht, die kleinen, weißen Zähne entblößt, das Schwanzfell gesträubt und einen mordlustigen Blick in den Augen starrte er die beiden Fremdlinge an seinem Bett an.
„Jetzt hab dich doch nicht so Vegeta. Du kennst Freezer doch. Ihr habt euch doch schon öfter gesehen. Seid nett zueinander!“, murmelte Cooler und setzte Baby Freezer zu dem Saiyajin no Ouji, der sofort gefährlich knurrend auf ihn zukroch.
Freezer sah seinen Gegenüber ausdruckslos an. Ihn schien das Revierverteidigungsverhalten des anderen wenig zu beeindrucken. Als der Jüngere keine Ruhe gab, sondern ihm frech ins Gesicht knurrte, gab er ihm eine Ohrfeige und der Prinz kullerte bis ans andere Ende des Bettes. Verwirrt richtete er sich auf, legte seine Kinderhand auf die schmerzende Stelle und sah Freezer fassungslos an. Aber anstatt loszuheulen, wie Cooler befürchtete, wurde er wütend. Mit einer erstaunlichen Schnelligkeit war er wieder bei Freezer und seine kleine Faust landete zielsicher auf dessen Nase. Es stimmte anscheinend, dass das Kämpfen Saiyajins angeboren war.
Freezer quiekte erschrocken und hielt sich die blutende Nase.
Der Saiyajinprinz funkelte ihn an. Raus aus meinem Bett schienen seine tiefschwarzen Augen zu sagen. Er knurrte herausfordernd.
Cooler verdrehte die Augen. Na toll! Da hat er sich was aufhalsen lassen! „Jetzt hört auf damit! Ihr seid doch keine...na gut, ihr SEID kleine Kinder, aber trotzdem könnt ihr doch wohl ein paar Stunden friedlich nebeneinander verbringen. Schlaft meinetwegen und Onkel Cooler kann dann in seinen Comic-Heften lesen. Was haltet ihr davon?“
Die beiden Prinzen beachteten ihn gar nicht, sondern waren bereits in eine wilde Keilerei verstrickt. Von seinem kleineren Bruder hatte Cooler ja erwartet, dass er nicht zuhörte, aber er hatte gehofft Vegeta wäre vernünftiger.
Cooler hob in einer hilflosen Geste die Arme. Was sollte er jetzt tun? Eigentlich war es nicht verkehrt, dass sie ihren Gefühlen mal freien Lauf ließen. Vielleicht verstanden sie sich ja danach besser. Aber wenn einem von beiden etwas passiert, bekam er gewaltigen Ärger. Verdammte Gören! Er hatte Kinder noch nie leiden können. Die waren irgendwie so unkontrollierbar! Mit einem unglücklichen Gesichtsausdruck sah er zu, wie die lieben Kleinen eifrig aufeinander einprügelten. Vegeta schien etwas schwächer zu sein, aber er war ja auch ein Jahr jünger, und dafür hielt er sich gut. Cooler hatte den Eindruck, dass sich Freezer und der Saiyajin prächtig amüsierten.
‘Naja, gleich und gleich gesellt sich gern. Die haben beide irgendwie einen Sprung in der Schüssel!’
Beinahe neugierig sah Cooler zu, wie die beiden sich den Schwanz des jeweils anderen schnappten und fest hineinbissen. Im nächsten Moment saßen sie wie versteinert, Tränen des Schmerzes in den Augen. ‘Oh-oh’, dachte Cooler noch bevor beide anfingen loszuplärren. Er wollte gerade zu ihnen gehen um sie zu trösten, als sich der kleine Saiyajinprinz auf Freezer stürzte, um ihn für die Schmerzen, die er selber fühlte, zu bestrafen. Die beiden Raufbolde kullerten in ein Knäuel verkeilt übers Bett um schließlich auf dem Boden zu landen. Der Schreck über den plötzlichen Fall und den unsanften Aufprall brachte beide wieder zum Weinen. Cooler glaubte nicht, dass sie sich weh getan hatten, lief aber trotzdem besorgt um das riesige Bett herum. Die beiden waren immer noch mehr ein Knäuel aus Armen und Beinen als alles andere, aber Vegeta hatte die glücklichere Landeposition gehabt. Er lag auf Freezer und weinte wahrscheinlich nur, weil Freezer es tat. Cooler hatte das Gefühl, dass er gleich verrückt werden würde. Er musste die beiden irgendwie zur Ruhe bringen! Diesen Lärm hielt man ja im Kopf nicht aus!
Er stürmte zur Tür, streckte den Kopf heraus und rief dem Saiyajin, der das Pech hatte, in genau dem Augenblick vorbei zu laufen, zu: „Hol die Milch für die beiden Babys! Schnell!“, fügte er noch hinzu, als der Krieger ihn nur anstarrte.
Als die beiden Nuckelfläschen endlich ankamen, prüfte Cooler schnell die Temperatur des Inhaltes, hoffte, dass in der Flasche, auf der Freezers Name stand auch wirklich Freezers Milch war und drückte den beiden weinenden Prinzen ihr Essen in die Hand. Freezer und Vegeta kuckten etwas verdattert, hörten aber auf zu weinen und widmeten sich stattdessen schmatzend der Milch. Cooler seufzte erleichtert und seine Ohren hörten langsam auf zu klingeln.
Als Freezer die Hälfte seines Babyfläschen geleert hatte, blickte er zu Vegeta, der wesentlich weiter war als er und streckte ihm seine Flasche entgegen. Vegeta schielte zu ihm hinüber ohne das Trinken zu unterbrechen, begriff, was sein Spielkamerad von ihm wollte und reichte ihm lächelnd seine Flasche.
Cooler griff sich an den Kopf, als er sah wie die beiden Kleinen ihre Flaschen tauschten. Das soll verstehen wer will! In einem Moment sind sie noch in die schönste Prügelei verstrickt und im nächsten Moment benahmen sie sich wie die dicksten Freunde. Als beide ausgetrunken hatte, setzte Cooler sie wieder aufs Bett, wo sie sich zusammenkuschelten und beinahe auf der Stelle einschliefen. Ihr Babysitter seufzte erleichtert. Jetzt hatte er erst einmal ein paar Stunden Ruhe.
Beide waren für ihren festen Schlaf bekannt. Cooler kuschelte sich in einen Korbsessel, der von der Decke herab hing und nahm eins seiner Comic-Hefte zur Hand.
King Cold und Vegeta Ou standen im saiyanischen Thronsaal und begutachteten Cooler und die beiden schwanzwedelnden Kinder zu seinen Füßen.
„Und? Waren sie lieb?“, wollte Vegeta no Ou wissen.
Cooler verzog das Gesicht. „Das nicht gerade.“ Dann hellte sich sein Gesicht auf und er verkündete stolz: „Aber Euer Sohn kann einen ganz tollen Trick!“
Der König von Vegeta-sei sah ihn neugierig an. „Ach ja?“
Cooler nickte eifrig, kniete sich zu Vegeta hinunter und drehte ihn in Richtung Tür. Dann packte er den Kleinen am Schwanz und zog ein paar Mal vorsichtig daran.
Als Vegeta Ou sah, dass King Colds Sohn die Schwachstelle eines jeden Saiyajins ergriff und daran zog, wurden seine Augen auf einmal doppelt so groß, wie sie normalerweise waren. Verblüfft sah er, dass der Prinz jedoch nicht seine Kraft verlor, sondern begann loszukrabbeln, weil er die Berührung nicht mochte. Anscheinend war der Schwanz des Saiyajin no Ouji bereits trainiert. In das Gefühl des tiefen Entsetzens mischte sich leiser Stolz.
Wütend, weil er nicht von der Stelle kam, steigerte Vegeta sein Krabbeltempo, aber Cooler hielt ihn immer noch fest. Plötzlich ließ er los und der kleine Prinz schoss in einem irrwitzigem Tempo zur Tür hinaus. König Vegeta sah ihm entsetzt nach und begann dann vor Wut zu zittern, als sein Blick wieder auf Cooler fiel, der ihn unschuldig und stolz anblickte.
King Cold griff sich mit einer Hand an den Kopf und seufzte. Hatte sein Sohn etwa Todessehnsucht? Er ging zu ihm, hob ihn hoch, entfernte sich mit ihm ein Stück und begann dann leise auf ihn einzureden. Er machte Cooler klar, was für Folgen das eben für ihn gehabt hätte, wäre er, sein Vater, nicht anwesend gewesen. Coolers Augen weiteten sich vor Schreck.
Im selben Moment spazierte Bardock mit einem lachenden Vegeta auf dem Arm herein. „Euer Sohn wollte schon wieder türmen“, meinte er, völlig arglos, was vor wenigen Sekunden vorgefallen war und warum Vegeta Ou so ein finsteres Gesicht machte. Sein Blick fiel auf den kleinen Freezer, der bereits Tränen lachte und sich seinen Bauch hielt. Als der kleine Prinz das entdeckte, knurrte er böse und begann zu strampeln, damit Bardock ihn absetzte. Kaum auf dem Boden schoss er auf Freezer zu und verpasste ihm einen so kräftigen Kinnhaken, dass dieser fast durch den ganzen Raum kugelte. Er schüttelte benommen den Kopf und versuchte dann es Vegeta heimzuzahlen. Aber als er den Saiyajinprinzen beinahe erreicht hatte, wurde er von seinem Vater am Schwanz gepackt und hochgehoben. „Es reicht, Jungs. Ihr habt genug angerichtet!“
Cooler stand unterdessen bei Vegeta. „Entschuldige, Kleiner. War nicht böse gemeint gewesen“, murmelte er leise.
Plötzlich bemerkte Vegeta no Ou einen dunklen Schatten am linken Auge seines Sohnes. „Hey, wer hat Vegeta das blaue Auge verpasst?“, wollte er ärgerlich wissen und blickte zu Freezer, der immer noch kopfüber hing und mit ernstem Gesicht sofort auf Cooler deutete, der im selben Moment auf seinen kleinen Bruder zeigte.
King Cold betrachtete seinen jüngsten Sohn und runzelte die Stirn. „Und wer hat Freezer diese Bisswunde am Schwanz verpasst?!“ Wie zufällig fiel sein Blick auf Klein Vegeta, der sofort seine Unschuldsmiene aufsetzte und genauso ernst wie Freezer auf Cooler deutete.
Dieser riss ungläubig die Augen auf. “ICH??? Spinnst du??? Das warst ja wohl du!“, beschuldigte er den kleinen Prinzen und verschränkte schmollend die Arme. „Ich pass nie wieder auf die beiden auf! Ein Sack Flöhe ist ein Kinderspiel dagegen!“
Die beiden Väter lächelten verständnisvoll. Sie wussten selber, dass Vegeta und Freezer manchmal wie Hund und Katze waren.
„Ich gehe dann mal wieder. Es gibt noch jede Menge Planeten zu erobern“, verkündete King Cold und wandte sich zum Gehen. Plötzlich schrie er auf und ließ Freezer, den er immer noch am Schwanz gehalten hatte, fallen. Der liebe Kleine hatte sich nämlich hochgezogen und ihm kräftig in die Hand gebissen.
Freezer rollte sich geschickt ab, krabbelte zu Vegeta und umarmte ihn fest. Er sagte irgendetwas ihn Babysprache zu dem Saiyajin no Ouji und pikste ihn mit dem Zeigefinger auf die Stelle, an der Vegetas Herz saß, woraufhin dieser lächelte und seinen Freund noch ein bisschen fester an sich drückte. Es war ein so sanftes Lächeln, dass nicht einmal sein Vater oder Bardock bisher gesehen hatte. Aber er unternahm keinen Versuch Freezer zu folgen, als King Cold seinen Sohn behutsam aus Vegetas Umarmung löste und sich verabschiedete.
Bardock kniete sich zu dem kleinen Prinzen hinunter und streichelte ihm durchs Haar. „Jetzt kuckt nicht so traurig. Ihr werdet ihn wiedersehen!“
Vegeta kuschelte sich in die Arme des älteren Kriegers und entschied sich auf der Stelle ein kleines Nickerchen zu halten. König Vegeta legte seinem Geliebten lächelnd die Hand auf die Schulter und sie gingen ‘schwänzchenhaltend’ zu Vegetas Zimmer.
TBC
Och, sagt mir doch bidde, bidde, bidde wie es euch gefallen hat, jaaaaa? *liebkuck*
P.S @ Zoysite: Nach deiner Anfrage, ob ich mal eine Geschichte mit Bardock schreiben könnte, habe ich mich hingesetzt und nachgedacht und ich bin zu dem Schluss gekommen, dass ich ihm (und Vegeta no Ou) eine eigene Geschichte widme. Ist recht so? ^_____^ Ich weiß nur noch nicht, wann ich dazu komme, sie anzufangen.
Widmung: Alex, Lady Cai, Zoysite, Federvieh
3. Kapitel- Jahrmarkt!
Bis King Cold und König Vegeta das nächste Mal Gelegenheit hatten, sich zu treffen, vergingen fünf Jahre. Der Prinz der Saiyajins war inzwischen sechs Jahre.
Mit seinem gewohnt ernsten Gesicht betrat er das Zimmer seines Vaters. „Weshalb hast du mich rufen lassen?“ Rein gewohnheitsmäßig sah er sich nach Bardock um, konnte ihn aber nirgendwo entdecken. „Wo ist Bardock?“
Vegeta no Ou lächelte. „Er muss schließlich auch mal trainieren.“
Der Prinz zog die Augenbrauen hoch und fragte betont unschuldig: „Ach? Ich dachte, das macht ihr fast jede Nacht...!?“
„Lassen wir das jetzt. Wir werden morgen zu einem anderen Planeten aufbrechen. Pack ein paar notwendige Sachen zusammen.“
„Deshalb hast du mich rufen lassen?“ Es gelang dem Prinzen nicht, seine Enttäuschung zu verbergen. Er war schon öfter dabei gewesen, wenn sein Vater Planeten ausgelöscht hatte und es war für ihn nichts besonderes. Er hatte mehr erwartet. Wenn sein Vater ihn rufen ließ war es meist etwas Wichtiges.
Vegeta no Ou lachte leise als er das Gesicht seines Sohnes sah. „Wir werden dort King Cold und Freezer treffen.“
Der Saiyajin no Ouji sah seinen Vater interessiert an. Was war an dem Planeten so besonders, dass sich sogar King Cold und sein jüngster Sohn zu einen Besuch herabließen? Er kramte in seinem Gedächtnis nach Freezer, fand aber nicht viel mehr als die Erinnerung an weiche, weiße Haut, eine feste Umarmung, während sie beide schlummerten, und ein paar Worte zum Abschied, die immer noch in seinen Träumen umhergeisterten.
„Es ist Jahrmarkt auf Eurynom-sei“, eröffnete ihm sein Vater schließlich und auf dem Gesicht des Prinzen schien schlagartig die Sonne aufzugehen.
„Wir besuchen einen Jahrmarkt?“, fragte er mit freudig glänzenden Augen, während sein buschiger Schwanz aufgeregt hin- und herwedelte. Er war noch nie auf einem Jahrmarkt gewesen, hatte immer nur andere davon erzählen gehört. Begeistert von der Vorstellung zusammen mit seinem Vater zu diesem Planeten zu reisen und endlich so einen Jahrmarkt mit eigenen Augen zu sehen, flitzte er in sein Zimmer und packte schnell ein paar Sachen zusammen. Vor Aufregung schlief er kaum und stand noch lange vor Sonnenaufgang bei seinem Vater im Zimmer. Er sprang zu seinem Vater ins Bett und drängelte sich rücksichtslos zwischen ihn und Bardock. Murrend drehte sich König Vegeta auf die andere Seite um weiterzuschlafen, aber sein Sohn packte ihn an der Schulter und schüttelte ihn wenig sanft, während seine Schwanzspitze in Bardocks Gesicht herumwedelte und ihn zum Niesen brachte. „Wach auf Vater! Wir wollten doch heute zum Jahrmarkt!“
„Vegeta“, stöhnte der König genervt. „Wir sind über eine Woche dahin unterwegs! Was machen da ein paar Stunden aus? Warte wenigstens bis die Sonne aufgeht!“
„Nein!“, beharrte der Prinz stur. „Ich will sofort los!“
Bardock seufzte tief. „Jetzt mach schon, Koi. Jetzt kannst du sowieso nicht mehr schlafen.“
König Vegeta rieb sich die Augen und streckte sich. Dann blinzelte er seinen Sohn an. „Kleines Monster!“ Dann stand er auf und verschwand im Bad.
„Kommst du nicht mit?“, wollte Vegeta wissen.
Bardock schüttelte den Kopf. „Der Tag gehört allein Eurem Vater und Euch, mein Prinz." Er grinste. „Außerdem möchte ich noch ein paar Stunden schlafen!“
Vegeta ließ sich neben Bardock in die Kissen fallen. „Kannst du mir etwas über King Cold und Freezer erzählen?“
„King Cold ist wirklich eine beeindruckende Persönlichkeit. Schon alleine wegen seiner enormen Körpergröße. Euer Vater sieht neben ihm wie ein Kind aus. Er ist ziemlich durchsetzungsfähig und...naja ich hatte nie besonders viel mit ihm zu tun. Am besten Ihr macht Euch Euer eigenes Bild. Freezer ist ein Jahr älter als Ihr und ich habe gehört, dass seine Kräfte bereits die von seinem Vater übersteigen. Ihr beide wart manchmal wie Hund und Katze, aber wenn es ums Essen und Schlafen ging, wart ihr euch immer einig. Das letzte Mal als ihr euch gesehen habt wart Ihr erst eineinhalb Jahre. Erinnert Ihr Euch?“
„Mhmm, dunkel. Wie ist ein Jahrmarkt Bardock? Ich habe schon so viel darüber gehört."
„Ich weiß es nicht, mein Prinz. Ich war noch nie auf einem.“
Bevor Vegeta Bardock weiter Löcher in den Bauch fragen konnte, betrat der König wieder den Raum und forderte Vegeta mit einer Handbewegung zum Gehen auf. Der junge Prinz sprang sofort aus dem Bett und lief zur Tür. Die Türklinke bereits in der Hand drehte er sich noch einmal um und sah, wie sich die beiden anderen Saiyajins küssten. „Igitt!“, sagte er laut um die beiden daran zu erinnern, dass er auch noch da war.
„Schon gut, Kurzer. Ich komme ja schon“, murrte sein Vater lächelnd und hob zum Abschied noch einmal die Hand, bevor er den Raum verließ und Bardock sich wieder zum Schlafen zusammenrollte.
Von den neun Tagen Reise bekam Vegeta glücklicherweise nicht viel mit, denn er schlief die meiste Zeit. Die Raumkapseln, die die Saiyajins benutzten, versetzten die Reisenden automatisch für die Dauer ihres Weltraumtrips in Tiefschlaf. Ein paar Mal schreckte er aus wirklich wirren Träumen hoch, dämmerte aber fast augenblicklich wieder weg. Schließlich weckte ihn ein schriller Piepton endgültig. Im Landeanflug konnte Vegeta schon jede Menge bunte Buden und eine beachtliche Anzahl Karusselle sehen. Ungeduldig wartete er die Landung ab und sprang dann aus seiner Kapsel.
Das Erste, dass ihm ins Auge fiel, war das große Raumschiff von King Cold. Ein paar Soldaten lungerten draußen herum und schienen sich ziemlich zu langweilen. Zwischen ihnen stand ein Ice-jin, der ein bisschen größer war als Vegeta und ungefähr in seinem Alter sein musste. Er stand mit dem Rücken zu Vegeta und beobachtete die Soldaten gelangweilt beim Kartenspiel. Einer der Leute von King Cold unterbrach beim Anblick des Saiyajin no Ouji sein Gespräch mit seinen Kameraden, ging zu dem jungen Ice-jin und sagte etwas zu ihm, woraufhin dieser sich ruckartig umdrehte und Vegeta anstarrte.
Jetzt war der Prinz sicher, dass es Freezer war. Diese rubinroten Augen waren ihm noch gut in Erinnerung. Inzwischen war auch König Vegeta aus seiner Kapsel gestiegen- weit würdevoller als sein Sohn.
Freezer schritt auf die beiden Saiyajins zu. „Ich heiße Euch im Namen meines Vaters, des Herrschers des Universums, herzlich auf Eurynom-sei willkommen“, begrüßte er sie förmlich.
„Schön Euch zu treffen, Prinz Freezer. Wo ist Euer Vater?“
„Er wird -hoffentlich- gleich erscheinen, König Vegeta“, erwiderte Freezer, verschränkte die Arme und musterte dann den Prinzen der Saiyajins eingehend.
„Was ist?“, fauchte Vegeta, als Freezer nach fünf Minuten immer noch in derselben Pose stand und ihn begutachtete. Er reckte angriffslustig das Kinn vor und verengte die Augen. „Hast du mir etwas zu sagen?“
„Ja, das habe ich in der Tat“, meinte Freezer und grinste. „Bist ganz schön klein geraten für deine Rasse!“
Vegeta hob stolz den Kopf. „Ich mag nicht der Größte sein, aber ich bin stärker als die meisten anderen!“
„Kann sein, aber auf alle Fälle nicht stärker als ich!“ Seine Schwanzspitze bewegte sich wie bei einer lauernden Katze. Er wollte den kleinen Saiyajin einfach nur necken. Für sein Alter hätte er eigentlich wirklich schon größer sein müssen.
Vegeta no Ouji spannte seine Muskeln an und bleckte die Zähne. „Ach?!“ Bevor er auf den anderen losgehen konnte, legte sein Vater ihm die Hand auf die Schulter. Vegeta verstand die Bedeutung dieser Geste und murrte enttäuscht. Er blickte sehnsüchtig in Richtung der Buden und Karusselle. Er wollte endlich Spaß haben, warum kam King Cold denn nicht?
„Wo bleibt dein Vater, Freezer?“, fragte er ungeduldig.
„Ähh...ich glaube...“, er errötete ein wenig,„...ich glaube, er ist mit Mama beschäftigt.“
Vegeta seufzte und verdrehte die Augen himmelwärts. Warum konnten Erwachsene immer nur an Sex denken? Als ob es nichts anderes auf der Welt geben würde! „Und wie lange wird das dauern?“
„Ich weiß nicht. Wir hatten nicht mit eurem zeitigen Eintreffen gerechnet. Ihr seid ein paar Stunden früher hier, als wir erwarteten.“
Vegeta no Ou lächelte und legte seinem Sohn die Hand auf den Kopf. „Tja, das verdanken wir meinem Sohn. Er konnte es gar nicht abwarten auf diesen Planeten zu kommen und deshalb sind wir etwas früher abgereist.“
Freezer blickte Vegeta neugierig an, sagte aber nichts. Der Saiyajinprinz schüttelte die Hand seines Vaters ab, verschränkte die Arme und blickte sich böse um. Mann, das dauerte! „Kann er sich nicht beeilen? Sonst stehen wir hier morgen noch!“
„Ich kann dich ja schon etwas rumführen“, schlug Freezer vor. „Wir sind seit gestern hier und ich habe mich schon etwas umgesehen.“
Vegeta blickte seinen Vater an und der nickte. Dann verschwanden Prinz Vegeta und Prinz Freezer in der Menge.
Sie kamen nicht weit, da blieb Vegeta schon an einem Stand hängen. Freezer bemerkte zuerst gar nicht, dass Vegeta nicht mehr an seiner Seite war, erst als er seinen Kopf umwandte und feststellte, dass er mit einem völlig Fremden sprach, blickte er sich suchend um. Es dauerte nicht lange, da erblickte er zwischen all den Körpern, die sich zwischen den Buden drängelten, Vegetas schwarze Haare, die einer Flamme gleich in den Himmel ragten.
Er lief auf ihn zu. „Mensch, was machst du? Wieso kommst du nicht?“
„Was ist das, Freezer?“, wollte Vegeta wissen, während er neugierig beobachtete, wie der Mann an dem Stand lange, rosa Fäden innerhalb einer speziellen Maschine auf einen Holzstab wickelte.
„Das nennt man Zuckerwatte, Vegeta. Und jetzt komm!“
„Kann man das essen?“
„Könnt ihr Saiyajins eigentlich nur ans Essen denken?“ Er seufzte übertrieben. „Ja, man kann es essen.“
Aber anstatt Freezer zu folgen, stellte sich der Prinz am Ende der Reihe an. Freezer schüttelte den Kopf seufzte ergeben und stellte sich daneben.
Nach zwei Minuten, war Vegeta seinem Ziel immer noch nicht nennenswert näher gekommen. „Wieso dauert das so lange?“, murmelte er und bewegte unruhig seinen Schwanz.
Freezer beobachtete den Saiyajin. Diese Rasse war wirklich nicht gerade mit Geduld gesegnet; schon gar nicht, wenn es um ihre Nahrung ging! Letztendlich kam Vegeta no Ouji doch noch an die Reihe und bestellte eine ganz große Zuckerwatte.
„Das macht dann 3 Donatien“, erklärte der Verkäufer freundlich.
Der Prinz runzelte die Stirn. „Donatien?“
„Die Währung von diesem Planeten“, erklärte Freezer flüsternd.
Vegeta verstand immer noch nicht, warum er dem anderen etwas geben sollte. Er war es gewohnt, sich einfach zu nehmen, was er wollte, ohne einen Ausgleich dafür zu leisten.
„Bei vielen Völkern ist es üblich, ihre Ware gegen etwas anderes, gewöhnlich Geld, zu tauschen“, fuhr Freezer leise fort.
„Eine Art Tauschhandel, ja?“ Vegeta fixierte den Verkäufer mit einen festen Blick. „Ich mache Euch einen Vorschlag: Ihr gebt mir, was ich von Euch verlange, und ich lasse Euch dafür am Leben. Was haltet Ihr davon? Das ist fair, würde ich sagen.“
Freezer schüttelte sachte den Kopf. Das zeugte nicht unbedingt von diplomatischem Geschick. ‘So wird das nie was!’
Der Verkäufer blinzelte ungläubig. „Es tut mir leid, mein Kleiner, aber wenn du kein Geld hast, gibt es keine Zuckerwatte.“
Vegeta kniff zornig die Augen zusammen. „Zuallererst bekomme ich IMMER, was ich will, auch ohne Geld, und zweitens bin ich NICHT IHR KLEINER!!! ICH BIN DER PRINZ DER SAIYAJINS!“ Die letzten Worte schrie er und als er einen Teil seiner Energie freisetzte, fegte ein kleiner Orkan über den Platz. Die Leute schrien erschrocken auf, die Buden wackelten bedenklich und einige der kleinen Verkaufsstände überstanden diesen Wutausbruch nicht ganz unbeschädigt. Als sich Vegeta wieder beruhigt hatte, saß der Verkäufer mit angstvoll aufgerissenen Augen am Boden und starrte den kleinen und nur scheinbar harmlosen Jungen entsetzt an. Dann rappelte er sich hoch und machte sich schleunigst daran, dem aggressiven Prinzen seinen Wunsch zu erfüllen. „Sehr wohl, Sir!“
Freezer sah ungläubig zu, wie Vegeta zufrieden seine kostenlose Zuckerwatte aß, während sie weiterschlenderten. Auf diese direkte Art und Weise hatte er es noch nie probiert. Vielleicht sollte er es mal versuchen. Ganz davon abgesehen, dass der Saiyajin no Ouji nichts bezahlen musste, war es die größte Zuckerwatte, die Freezer jemals gesehen hatte. Sie war fast so groß wie Vegeta selbst.
„Was ist?“, fragte Vegeta misstrauisch, als er bemerkte, dass Freezer seine hart erkämpfte Zuckerwatte anstarrte.
Freezer lächelte. Offensichtlich vermutete der verfressene Saiyajin, dass er etwas abhaben wollte. „Nichts. Aber bevor du noch mehr anstellst, sollten wir vielleicht auf unsere Väter warten.“ Er blickte zurück und stellte sich auf Zehenspitzen, um besser zu sehen. Leider waren die meisten größer als er, so dass dieser Versuch kläglich scheiterte.
Vegeta schwebte inzwischen bereits samt Zuckerwatte einige Meter über dem Boden und hatte sich einen besseren Überblick verschafft. „Mein Vater wartet noch immer“, verkündete er schließlich.
„Gut, dann komm wieder runter“, meinte Freezer. Vegeta warf noch einen Blick in die Runde und landete dann wieder. Kaum stand er wieder, streckte Freezer blitzschnell die Hand aus, und schnappte sich einen gehörigen Teil von Vegetas Zuckerwatte.
Dieser riss empört den Mund auf und schnappte nach Luft, als SEINE Zuckerwatte in Freezers Mund verschwand. Schnell stopfte er den Rest in sich hinein und kaum hatte er heruntergeschluckt, ging er auf Freezer los.
„Hey!“, protestierte dieser und versuchte die kleinen Fäuste des Saiyajinprinzen abzuwehren.
„Jetzt sei doch nicht so geizig! Das war doch gar nicht viel!“
„Du hättest aber wenigstens fragen können“, beschwerte sich Vegeta wütend während er Freezer mit Schlägen und Tritten vor sich hertrieb.
Die Leute um sie herum wichen erschrocken vor ihnen zurück.
„Hättest du mir denn etwas gegeben?!“, schrie Freezer zurück.
„Nein! Natürlich nicht!“
Inzwischen lagen die beiden Jungen auf dem Boden und prügelte aufeinander ein, als Vegeta plötzlich hinten an seiner Rüstung gepackt und wie ein Kätzchen hochgehoben wurde. Er begann zu strampeln und um sich zu treten, bis er bemerkte, dass es sein Vater war, der ihn festhielt und der ihm nun einen tadelnden Blick zuwarf, während der kleine Prinz seine Befreiungsversuche einstellte.
„Kann man euch denn nicht einmal alleine lassen, ohne, dass ihr aufeinander losgeht?“, wollte er wissen, während er seinen Sohn wieder auf der Erde absetzte. Freezer hatte sich inzwischen aufgerappelt und die beiden schafften es tatsächlich ein wenig schuldbewusst auszusehen.
King Cold seufzte. „Da das nun geklärt ist, können wir ja weiter gehen.“
„Wo ist eigentlich Coola?“, wollte König Vegeta wissen.
„Der hat sich geweigert zusammen mit den beiden“, er deutete auf Vegeta und Freezer, „auch nur eine Stunde zu verbringen. Welch weise Voraussicht!“
„Ich weiß gar nicht, was Coola hat“, schmollte King Colds jüngster Sohn. „Wir haben doch gar nichts gemacht.“
Ihre beiden Väter sahen sich lächelnd an und erinnerten sich fünf Jahre zurück, an den Tag an dem Coola den Babysitter spielen durfte.
Nachdem die beiden Kinder ein paar der Karusselle ausprobiert hatten, wollten sich die Väter ins Bierzelt zurückziehen.
„Warum hattet ihr euch denn jetzt schon wieder in den Haaren?“, erkundigte sich Vegeta no Ou mit einen leicht belustigten Unterton auf dem Weg dorthin. Es war doch unglaublich, dass die beiden immer wieder einen Grund fanden um eine Schlägerei anzufangen.
Sein Sohn zeigte anklagend auf den älteren Jungen. „Der hat mir meine Zuckerwatte weggefressen, der Gierschlund!“
„Ich hab nur soviel genommen“, verteidigte sich Freezer und deutete mit Daumen und Zeigefinger eine winzige Menge an.
„Gar nicht wahr! Lügner!“
Freezer sprang auf Vegeta und packte ihn vorne an seiner Rüstung. „Du wagst es, mich einen Lügner zu nennen?!“
King Cold drückte die beiden Streithähne behutsam auseinander. „Was haltet ihr davon, wenn wir euch beiden eine Zuckerwatte kaufen?“
„Aber ich will die größere!“, meinte Vegeta trotzig und funkelte Freezer an.
Nachdem die beiden Kinder mit einer neuen Zuckerwatte ausgerüstet waren (Vegeta hatte beide genau untersucht, um herauszufinden, welche größer war, fand aber zu seinem Ärger keinen Unterschied.), begaben sich die beiden Väter ins Bierzelt.
Ihre Söhne streiften noch ein wenig über den Jahrmarkt und Freezer erzählte dabei viel von seinen Eroberungsausflügen. Vegeta hörte gespannt zu, als Freezer ihm eindrucksvoll schilderte, wie er die Bevölkerung eines Planeten ganz alleine ausgerottet hatte, jedoch vergaß er im Gegensatz zu seinem Freund nicht das Essen und so war er bereits fertig, als Freezer erst wenige Happen von seiner Zuckerwatte genommen hatte.
Plötzlich blieb Freezer stehen und deutete aufgeregt gestikulierend auf eine Art riesige Achterbahn, die in einiger Entfernung zu sehen war. Dabei blickte er in die andere Richtung- weg von seiner Zuckerwatte.
Vegeta sah seine Chance und begann unbemerkt von Freezers Zuckerwatte zu naschen. Dabei hörte er nur halb zu, was der junge Ice-jin ihm aufgeregt erzählte. Ab und zu gab er ein „Hmm“ von sich, um den Anschein zu erwecken, er widme seinem Kameraden seine ungeteilte Aufmerksamkeit.
Als Freezer sich dann endlich wieder seiner Zuckerwatte zuwandte, um einen Happs zu nehmen, hielt er nur noch einen Holzstab in der Hand. In seiner Aufregung hatte er gar nicht bemerkt, dass sich das Gewicht der Zuckerwatte in seiner Hand veränderte.
Er blickte fassungslos zu Vegeta, der mit Unschuldsmiene neben ihm stand als könne er kein Wässerchen trüben, Mund und Hände von Zuckerwatte verklebt. Dann stürmte er empört in die Richtung Bierzelt, um seinen Vater von dem unerhörten Vorfall Bericht zu erstatten. Vegeta war ihm dicht auf den Fersen, um sich im Notfall zu verteidigen.
„Es ist wohl keine gute Idee, einem Saiyajin sein Essen wegzunehmen, was?“, fragte King Cold, während er sich auf die Holzbank niederließ.
Vegeta Ou nahm einen Schluck aus seinem Bierhumpen und schüttelte den Kopf. „Nein, wahrlich nicht. Besonders bei jungen Saiyajins muss man vorsichtig sein. Aber kommen wir zum Thema. Wollen wir den Vertrag bestehen lassen, obwohl das heißen würde, unsere beiden Söhne zu verheiraten?“
„Nun, was meint Ihr dazu? Würde es Euch etwas ausmachen, Euren Sohn mit einem Mann liiert zu sehen?“
„Das nicht, aber mit einem Erben sieht es dann ganz schlecht aus, fürchte ich.“
„Einige Männer meiner Rasse können Kinder bekommen, wenn sie denn wollen“, warf King Cold ein. „Allerdings werden die wenigsten mit dieser Fähigkeit geboren und man kann es auch nicht überprüfen“, fügte er jedoch gleich hinzu.
„Ich würde sagen, wir warten ab, wie sich die beiden weiterhin verstehen. Wenn sich nichts verändert, dann steht einer Hochzeit eigentlich nichts mehr im Wege. Es wird eine ziemlich turbulente Ehe, aber sie werden, denke ich, miteinander auskommen.“
„Nun, auf jeden Fall wird ihnen sicher nie langweilig werden. Die beiden finden immer wieder einen Grund, sich zu streiten.“
Und wie auf dieses Stichwort hin, erschien Freezer am Eingang des Bierzeltes, schaute sich kurz suchend um und marschierte dann auf seinen Vater zu, dicht gefolgt von Vegeta, der jedoch nicht halb so böse dreinschaute wie Freezer.
Wie eine Waffe streckte er seinem Vater den leeren Holzstab entgegen. „Vegeta hat alles aufgegessen!“, beschwerte er sich empört mit einem Und-nun-unternimm-etwas-Blick.
„Das war nur die Rache für vorhin, als du mir etwas von meiner Zuckerwatte geklaut hast“, versetzte der junge saiyanische Thronfolger.
„Ja, aber doch nicht SO VIEL!“
„Zinsen“, erwiderte Vegeta achselzuckend.
„Soll ich dir eine neue Zuckerwatte kaufen?“, fragte King Cold, bevor sein Sohn auf die Idee kommen konnte wieder auf den Saiyajin einzuprügeln.
„Das ist ja dann nicht mehr MEINE Zuckerwatte“, schmollte Freezer.
Sein Vater seufzte leidgeprüft. „Und wie wäre es mit zwei Zuckerwatten?“
Freezer überlegte eine Weile. „Nein, ich habe jetzt eher Appetit auf gegrilltes Fleisch“, meinte er, während er schnuppernd zum Ausgang des Zeltes deutete, neben dem ein Grillstand aufgebaut war.
Sein Vater erhob sich. „Ich werde dir etwas holen“, erklärte er sich bereit, um seinen Sohn auf andere Gedanken zu bringen und zu verhindern das er vor Wut mehr oder weniger unabsichtlich das Zelt niederriss. Auf der Suche nach ihren Kinder waren er und König Vegeta einen ziemlich verstörten Zuckerwattenverkäufer und einigen demolierten Buden begegnet. Die Art wie der Mann König Vegeta angestarrt hatte, hatte Bände gesprochen. Die Ähnlichkeit zwischen ihm und seinem Sohn war wirklich auffallend. „Benimm dich so lange“, setzte er noch hinzu und verschwand dann aus dem Zelt. Freezer setzte sich auf den Platz seines Vaters, gegenüber von Vegeta Ou. Der Prinz der Saiyajins nahm neben seinem Vater Platz und stupste ihn mit dem Ellenbogen in die Seite. „Du?“
„Ja, was ist?“ Aber als Vegeta no Ou seinen Sohn ansah, war seine Frage schon beantwortet. Er kannte diesen treuherzigen Blick aus den tiefen, schwarzen Saiyajinaugen nur zu gut und wusste was er bedeutete: Hunger!
Er seufzte und folgte King Cold. Als die beiden Väter den Grillstandbetreiber seiner Vorräte beraubt hatten und ins Zelt zurückkehrten, waren ihre Söhne zu ihrer Überraschung nicht etwa in ein neuen Streit oder eine andere Schlägerei verstrickt, sondern saßen sich durch den Tisch getrennt friedlich gegenüber und spielten Daumen-Catchen. Vegeta gewann in dem Augenblick, indem sein Vater ihm seine Beute auf den Tisch stellte und anstatt sich mit Siegesjubel aufzuhalten, begann der Prinz gleich, sein Essen zu verschlingen.
Freezer sah ihm angesichts seiner Manieren und seiner Geschwindigkeit eine Weile fassungslos zu und begann dann ebenfalls sein Essen runterzuschlingen. Das ganze hatte bald den Anschein eines Fresswettbewerbs und aufgrund der Nebengeräusche, blickten einige Gäste etwas irritiert zu den beiden Kindern, aber da ihre Väter wohlbekannt waren, sagte niemand etwas.
Vegeta Ou konnte sich nur wiederholt über die schlechten Essmanieren seines Sohnes wundern. War er als Kind etwa auch so gewesen?!
Kaum hatten sie den letzten Happen heruntergeschlungen, sprang Freezer auf. „Was hältst du von einer Achterbahnfahrt?“
Vegeta tätschelte sachte seinen vollen Bauch. „Jetzt? Ich weiß nicht...“, meinte er zögernd. Die Achterbahn, die ihm Freezer vorhin gezeigt hatte, sah ziemlich abenteuerlich aus und Vegeta wusste nicht, ob sein Magen das verkraftete. „Lass uns doch erst einmal ein halbes Stündchen verdauen.“
„Ich bin genauso voll wie du. Jetzt steh auf und komm!“ Der Saiyajinprinz schien nicht besonders viel Lust zu haben. ‘Na gut. Dann muss ich die Sache anders angehen!’ Freezer grinste. „Ich hab mir schon gedacht, dass du zu feige bist, Chibi. Was will man von einem sechsjährigen Krümelmonster auch anderes erwarten?!“
Vegeta erhob sich ruckartig. „Ich bin nicht feige!“, protestierte er lautstark. „Und ich bin schon fast sieben!“, stellte er noch einmal klar.
Nachdem Vegeta Ou den beiden Geld in die Hand gedrückt hatte, verließen sie beinahe fluchtartig das Zelt. Die Väter hörten noch, wie Vegeta rief: „Wer zuletzt da ist, ist ‘ne windelweiche Flöte!“ und dann waren sie verschwunden.
„Euer Sohn ist gar nicht dumm“, bemerkte König Vegeta. Freezer hatte sich einfach Vegetas Stolz zunutze gemacht, um sein Ziel zu erreichen. Ziemlich clever.
King Cold lächelte nur. Sie tranken gemütlich ihr Bier aus, redeten noch über ‘Männersachen’, bevor sie dann gemächlich ihren Söhnen folgten. Es war nicht gut, die beiden Prinzen allzulange alleine zu lassen, sonst prügelten sie sich wieder.
Als sie die beeindruckende Konstruktion erreichten, hatten ihre Söhne gerade ihre Achterbahnfahrt beendet. Sie schwankten auf ihre Väter zu, die Augen voller Schrecken weit aufgerissen, Vegetas Haare waren völlig zerzaust und beide waren ein wenig grün im Gesicht.
„Weichei“, zischte Freezer, der jedoch nicht weniger geschockt aussah als Vegeta.
„Wie ich sehe, hat euch die Fahrt Spaß gemacht“, meinte King Cold grinsend.
Die beiden Jungs schnitten eine Grimasse. „Und wie“, antworteten sie wie aus einem Mund mit einem mehr als ironischen Unterton. Ihren Gesichtern konnte man entnehmen, dass sie NICHT das Bedürfnis hatten, diese Achterbahnfahrt in Kürze zu wiederholen.
„Und ich dachte immer, dass mein Sohn furchtlos und unerschrocken ist“, meinte King Cold und fuhr fort, um Freezer zu necken: „So kann man sich täuschen. So etwas kleines wie diese Achterbahn, bringt ihn völlig aus der Fassung...“ Er ließ die letzten Worte absichtlich in der Luft hängen und seufzte tief.
Freezer straffte sich sofort. „Das stimmt nicht. Ich hatte keine Angst!“ Nach einer kleinen Pause, fügte Vegeta hinzu: „Ich auch nicht. Wir waren nur ein ganz klein wenig...beunruhigt, weil wir zu klein waren, als dass uns diese Sicherheitsgurte wirkungsvollen Schutz hätten bieten können.“ Genaugenommen waren beide diverse Male drauf und dran gewesen durchzurutschen.
Ohne darüber nachzudenken rieb Vegeta die schmerzende Stelle an seinem Unterarm, um die Freezer in seiner Panik fest seinen Schwanz gewickelt hatte.
König Vegeta warf einen Blick zum Horizont, wo die Sonne in einer violetten Dämmerung unterging. „Ich denke, das war genug Spaß für einen Tag. Es wird bereits dunkel. Wir werden zum Raumschiff zurückkehren und uns auf den Weg nach Hause machen.“
„Waaas?“, fragte Vegeta enttäuscht. „Jetzt schon?“
„Keine Bange. Du kannst noch eine Weile mit Freezer spielen. Einen Teil der Strecke nach Vegeta-sei werden wir nämlich in King Colds Raumschiff zurücklegen. Er hat denselben Weg wie wir und warum sollten wir euch da trennen? Unsere Kapseln sind bereits an Bord gebracht worden.“
Der Prinz riss sich zusammen und stieß KEINEN Freudenschrei aus, aber er schien einmal rund um seinen Kopf grinsen zu wollen, leider hinderten ihn seine Ohren daran.
Vegeta no Ou ließ seinen Blick über die beiden Kinder schweifen. „Ihr beide habt dringend ein Bad nötig!“, stellte er fest.
Vegeta und Freezer sahen an sich herab und stellten fest, dass der König der Saiyajins Recht hatte. Vegetas Kleidung starrte vor Schmutz und Freezers ehemals leuchtend weiße Haut war mehr staubig-braun als alles andere. Das meiste davon stammte wohl von ihrer kleinen Rauferei wegen Vegetas Zuckerwatte. Sie zuckten mit den Schultern und folgten ihren Vätern.
„Ich denke, wir werden den raumschiffeigenen Swimmingpool benutzen“, entschied Freezer. „Vorher müssen wir natürlich duschen und den gröbsten Dreck abwaschen.“
„Du meinst, DU musst den gröbsten Dreck abwaschen. Ich bin durch meine Kleidung geschützt gewesen und deshalb nur halb so dreckig wie du.“
Als sie das Raumschiff erreichten, folgte Vegeta Freezer treu und brav wie ein Hündchen. Es würde gerade noch fehlen, dass er seinen Freund in diesem Labyrinth aus Gängen verlor!
Sie betraten einen kleinen Vorraum, von dem noch einmal zwei Türen abgingen und geradeaus schimmerte das blaue Wasser des Pools. „Das dort ist der Umkleideraum“, meinte Freezer und deutete auf die linke der beiden Türen. Dann zeigte er auf die andere: „Und das ist die Dusche. Zieh dich aus. Ich geh schon mal vor duschen. Ich glaube, ich habe wirklich mehr Schmutz abzuwaschen.“ Er lächelte und betrat den Duschraum. Vegeta zog sich schnell aus, legte seine Sachen auf die dafür vorgesehen Ablage im Umkleideraum und folgte dem Prinz des Universums dann unter die Dusche.
Als das warme Wasser über seine von Natur aus braune Haut rann, schloss Vegeta genüsslich die Augen und genoss es einfach. Und währender einfach nur bewegungslos da stand, realisierte er, dass er ganz schön müde war. So ein Jahrmarktbesuch war ein Heidenspaß, aber auch ziemlich anstrengend. Es fühlte sich fast so an, als ob er den ganzen Tag trainiert hatte. Freezer war wirklich ein prima Kumpel- solange er seine Finger von Vegetas Essen ließ.
Der kleine Saiyajin fuhr erschrocken zusammen, als Freezer ihn mit dem Finger in die Rippen pikste. „Hey Vegeta! Träumst du? Wie lange willst du denn da noch stehen? Komm endlich schwimmen!“ Damit rannte Freezer, dicht gefolgt von einem plötzlich gar nicht mehr müden Vegeta, aus dem Raum und tauchte mit einem eleganten Kopfsprung ins Wasser ein. Er schwamm ein Stückchen unterhalb der Oberfläche, bevor er auftauchte und sich zu Vegeta umdrehte, der am Beckenrand stand und mit einem Zeh die Wassertemperatur prüfte.
„Was ist los, du Memme? Angst vor kaltem Wasser?“
„Ich HASSE Kaltes!“, meinte der Saiyajinprinz, befand die Temperatur jedoch als aushaltbar.
Freezer schnaubte. „Angsthase! Auf der Achterbahn hast du ja den halben Planeten zusammengeschrien!“ Dabei vergaß Freezer jedoch fein säuberlich, dass er mindestens genauso laut geschrien hatte wie Vegeta.
Vegeta hingegen konnte sich noch gut an Freezers Stimme erinnern, die kurz vor dem Überschlagen gestanden hatte. Er grinste und sprang neben Freezer mit einem lauten Platscher ins Wasser, wobei er seinen weißen Freund vollspritze.
„Ihhh“, entfuhr es Freezer, als er sich von den Wasserspritzern fortdrehte. Fast im selben Moment spürte er einen kräftigen Ruck an seinem Schwanz und fand sich auf einmal unterhalb der Wasseroberfläche wieder. Als er sich umdrehte schaute er direkt in Vegetas Gesicht, der breit grinste. Die beiden spielten eine Weile Fangen unter Wasser und Freezer war überrascht, wie lange der Saiyajin ohne Luft auskam, aber schließlich musste Vegeta doch wieder an die Oberfläche. Freezer tauchte neben dem nach Luft schnappenden Prinzen auf und wartete einige Momente, bis Vegeta wieder zu Atem gekommen war, um ihn dann mit einem Überraschungsangriff zu dümpeln.
Ihre Balgerei zog sich über zwei Stunden hin und setzte annähernd die gesamte Schwimmhalle unter Wasser. Schließlich kletterten beide zu Tode erschöpft aus dem Pool und schleppten sich nach dem Abtrocknen in Freezers Zimmer. Die Jungs hatten beschlossen, dass sie heute Nacht zusammenschlafen würden.
Jetzt saßen sie sich in ihren Schlafsachen(zumindest hatte Vegeta einen Pyjama an, Freezer hatte es wie immer vorgezogen, nichts zu tragen)auf Freezers Bett gegenüber und quatschten noch ein bisschen.
„Du hättest mich ein paar Mal beinahe umgebracht“, beschwerte sich Vegeta.
„Blödsinn! Ich habe immer genau darauf geachtet, ob du noch genügend Luft hast.“
„Das kannst du gar nicht einschätzen, du brauchst ja keinen Sauerstoff!“
„Hör auf, hier rumzuquäken. Du hast eine furchtbare Stimme, vor allem wenn du dich aufregst. Du hörst dich an, als hättest du eine Glasflasche verspeist.“
Vegeta schnappte empört nach Luft und haute Freezer dann sein Kissen über den Kopf. „Meine Stimme ist nicht furchtbar“, quietschte er aufgebracht.
„Hey“, protestierte der Ice-jin ob des unvermittelten Angriffs und schlug mit seinem Kissen zurück. Die beiden veranstalteten eine Kissenschlacht, bei er die Federn flogen, aber schließlich hatten sie sich zu einem Knäuel aus Armen, Beinen und zwei ineinander verwickelten Schwänzen verkeilt und konnten sich kaum mehr bewegen. Allerdings waren beide zu k.o um sich aus dieser Stellung zu lösen. Eigentlich fand Freezer es gar nicht schlecht, denn so konnte er sich ungestraft an Vegetas warmen Körper schmiegen. Er hatte es beim Schlafen gerne warm. Vegeta machte die Nähe seines Freundes nicht viel aus, im Gegenteil, und es gab auch nicht viel, dass er dagegen hätte tun können, denn schon nach einem halbherzigen Befreiungsversuch, überwältigte beide die Müdigkeit und sie fielen in einen tiefen, zufriedenen Schlaf.
„Du weißt noch, was ich dir vor sechs Jahren gesagt habe?“, fragte Freezer zum Abschied.
Vegeta lächelte. „Natürlich. ‘Du musst mich nicht vermissen. Ich hab dich lieb und deshalb werde ich dich nie alleine lassen. Ich werde immer bei dir sein, Kleiner. Da drin’“, zitierte Vegeta leise genug, damit nur sie beide es hören konnte und tippte sich auf, die Stelle an der sein Herz saß. „Aber über das ‘Kleiner’ müssen wir bei Gelegenheit noch mal reden!“, fügte er schmunzelnd hinzu.
„Alles klar, Chibi“, meinte Freezer und schlug Vegeta freundschaftlich auf die Schulter.
Ihre Väter betrachteten ihre Freundschaft wohlwollend. Freundschaft war eine solide Lage für eine Ehe. Es musste ja nicht gleich Liebe daraus werden, aber so lange die Ehepartner gut miteinander auskamen, war alles im Lot.
Dann sprang Vegeta in seine Kapsel, um mit seinem Vater die endgültige Heimreise anzutreten. Die restliche Strecke von etwa eineinhalb Tagen legten die beiden Saiyajins allein zurück. King Cold hatte ab hier einen anderen Weg.
Vegeta winkte Freezer und Coola, der ein paar Mal mit ihnen gespielt hatte während der Tage, die Vegeta auf dem Raumschiff verbracht hatte, noch einmal zu, dann startete seine Kapsel und der kleine Passagier wurde in den üblichen Reisetiefschlaf versetzt.
TBC
Widmung: Federvieh, Alex, Zoysite, Lady Cai
2. Kapitel- Babysitting
„Ich würde Euch ja wirklich gerne begleiten, King Cold“, König Vegeta zuckte bedauernd mit den Schultern, „aber was machen wir mit den Kindern?“
King Cold legte seinem ältesten Sohn, der neben ihm im saiyanischen Thronsaal stand, die Hand auf den Kopf. „Cooler ist alt genug, um Verantwortung zu übernehmen. Er wird die Kleinen hüten.“
Cooler sah ihn entsetzt an. „Aber Papa...“
„Keine Widerrede, Sohn! Schläft der kleine Vegeta noch?“
Vegeta no Ou nickte. „Ja, er hat einen außerordentlich gesunden Schlaf. Bist du sicher, dass du es schaffst, auf die beiden Racker aufzupassen, Cooler?“
„Wird ja wohl nicht so schwer sein, zwei Windelträger im Zaum zu halten“, brummte Cooler missmutig. Er hatte sich auf einen schönen Tag gefreut. Sein Vater wollte auf einen anderen Planeten, um sich irgendeine Messe anzusehen, bei der keine Minderjährigen zugelassen waren. Deshalb musste Cooler auf dem Schiff bleiben, aber er hatte das gar nicht schlimm gefunden. Er hatte eigentlich gaaaanz lange schlafen wollen, später ein wenig seine neuen Computerspiele ausprobieren wollen, dann Mittag essen und sich nach ein wenig Faulenzen mit Zarbon prügeln wollen, aber nein! Sein Vater musste ihn ja aus dem Bett holen noch bevor auf diesem verdammten Planeten die Sonne aufgegangen war. Und jetzt hatte er die beiden Teppichratten am Hals! Er seufzte schwer. Ade schöner Tag!
„Cooler! Geh Freezer holen.“
„Wieso ich?“ Sein kleiner Bruder hatte bestimmt noch nicht ausgeschlafen und Cooler hatte keine Lust auf blaue Flecken.
Sein Vater blickte ihn streng an. „Jetzt verschwinde endlich!“
Cooler murmelte etwas Undefinierbares und schlurfte dann mit hinterher schleifendem Schwanz aus dem Raum. King Cold sah ihm kopfschüttelnd nach.
„Ja, ja. Man hat’s nicht leicht mit seinen Kindern, nicht wahr?“, fragte Vegeta Ou grinsend.
„Nein wahrlich nicht. Womit habe ich das nur verdient?“ Er trat auf den anderen König zu und legte dem viel kleineren Mann den Arm um die Schulter. „Dafür machen wir uns heute einen schönen Tag! Geplagte Daddys unter sich- toll oder?“
„Ja, Wahnsinn!“, meinte Vegeta no Ou mit vor Sarkasmus triefender Stimme, konnte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass er sich auf die kleine Auszeit freute. Er gab einem seiner Leute den Befehl, alles Nötige für diesen Ausflug vorzubereiten.
„Nehmt Ihr Bardock mit?“, wollte King Cold wissen. Es war ihm natürlich nicht entgangen, dass die beiden Saiyajins ein Paar waren.
Vegeta Ou wiegte unentschlossen den Kopf. Er hatte die ganze Nacht überlegt- nun ja, eigentlich war er den Großteil der Nacht mit etwas anderem beschäftigt gewesen, aber danach hatte er nachgedacht- ob er Bardock mitnehmen sollte. Er würde gerne diesen Tag mit seinem Gefährten verbringen, aber erstens würde das wieder für Aufregung sorgen und zweitens war Bardock der beste Schutzengel, den sich der Prinz wünschen konnte. Inzwischen hatte er ihm drei weitere Male das Leben gerettet, deshalb würde Vegeta no Ou ihn gerne bei Klein Vegeta lassen.
King Cold stupste ihn mit dem Ellenbogen in die Seite. „Gebt Euch einen Ruck. Es wissen sowieso schon alle, dass ihr zusammen seid..... außerdem seid Ihr als König niemandem Rechenschaft über Eure Taten schuldig! Ganz nebenbei würde sich Euer Liebster bestimmt darüber freuen.“
Wie auf dieses Stichwort erschien Bardock in der Tür und kniete vor Vegeta no Ou nieder. „Es ist alles bereit, mein König.“
„Gut. Ich hoffe, du bist auf eine Übernachtung auf Thaddäus-sei eingerichtet.“
Bardock hob verwirrt den Blick. „Ich? Wieso ich? Ich bin nur ein Unterklassenkrieger und habe kein Recht...“ Plötzlich erhellte sich sein Gesicht. Er versuchte natürlich gleich, seine Freude zu unterdrücken, schließlich waren sie nicht alleine, aber das Glänzen in seinen Augen verriet Vegeta no Ou alles. „Ich werde schnell ein paar Kleinigkeiten zusammenpacken. Bin in fünf Minuten fertig“, versprach er und eilte aus dem Raum.
Vegeta Ou lächelte zufrieden. Er hatte sich richtig entschieden. Bardock hatte sich diesen kleinen Ausflug wirklich verdient, er hatte schließlich oft genug das Kindermädchen für den Prinzen gespielt. Er wandte sich an den Herrscher des Universums. „Was erwartet uns eigentlich auf diesem Planeten?“
King Cold lächelte verschmitzt. „Lasst Euch überraschen! Aber ich kann Euch verraten, dass Euch einiges geboten wird. Ist vielleicht ganz gut, dass Ihr Euren kleinen Spielgefährten mitnehmt“, fügte er noch hinzu und grinste vielsagend.
Cooler betrat Freezers Quartier. Der Kleine lag in seinem Bettchen und schlummerte friedlich vor sich hin. Die Kleinkindphase dauerte bei Freezers Rasse ungefähr doppelt so lange wie bei den Saiyajins, aber dafür ging die restliche Entwicklung- das Wachstum ausgenommen- um so schneller.
Wenig liebevoll hob Cooler seinen kleinen Bruder aus dem Bett, wofür er gleich einen Schwanzhieb auf den Hinterkopf erntete. „Jetzt stell dich nicht so an, du kleiner Scheißer!“ Im nächsten Moment schrie er laut auf, weil Freezer seine kleinen scharfen Milchzähnchen in seinen Arm grub. Er hielt den Kleinen unter seinen Babyärmchen mit ausgestreckten Armen von sich. Die Schwanzspitze des Jüngeren zuckte böse hin und her und die Augen waren zu schmalen Schlitzen zusammengekniffen.
„Ja, ich kann dich auch nicht leiden“, knurrte Cooler und trug das Kind in der eben beschriebenen Stellung aus dem Raum. In der Raumfähre band er Freezer auf seinem Sitz fest, damit dieser nicht herumkrabbelte und Unsinn anstellte. Der Kleine warf ihm einen abschätzigen Blick zu und befreite sich mit einer nicht allzu großen Kraftanstrengung aus seinen Fesseln, blieb aber still auf seinem Platz sitzen. Er hatte seinem großen Bruder nur beweisen wollen, dass er stärker war als die paar Seile.
„Reagiere dich doch an dem anderen Schei...“, er warf einen raschen Blick auf die saiyanische Besatzung der Raumfähre. „..an dem anderen Prinzen ab. Lass mich bloß in Frieden. Und wenn du heute nicht lieb bist, gibt es zum Abendbrot Freezer-Gulasch, klar?“, drohte Cooler seinem Bruder.
Dieser sah ihn erst mitleidig an und wandte dann gelangweilt den Blick ab noch bevor der Ältere ausgeredet hatte. Cooler knurrte und ließ sich auf seinen Sitz fallen. „Was hat sich Vater nur dabei gedacht, dieses Balg in die Welt zu setzen?!“
Die beiden Väter hatten den Planeten vor wenigen Minuten verlassen. Cooler stand vor Vegetas Bett und wollte Freezer zu Vegeta setzen, als er den Saiyajinprinzen leise und drohend knurren hörte. Cooler warf dem ziemlich klein geratenen Saiyajin einen abschätzenden Blick zu. Er wirkte wirklich nicht sehr erbaut über Coolers Absicht, die kleinen, weißen Zähne entblößt, das Schwanzfell gesträubt und einen mordlustigen Blick in den Augen starrte er die beiden Fremdlinge an seinem Bett an.
„Jetzt hab dich doch nicht so Vegeta. Du kennst Freezer doch. Ihr habt euch doch schon öfter gesehen. Seid nett zueinander!“, murmelte Cooler und setzte Baby Freezer zu dem Saiyajin no Ouji, der sofort gefährlich knurrend auf ihn zukroch.
Freezer sah seinen Gegenüber ausdruckslos an. Ihn schien das Revierverteidigungsverhalten des anderen wenig zu beeindrucken. Als der Jüngere keine Ruhe gab, sondern ihm frech ins Gesicht knurrte, gab er ihm eine Ohrfeige und der Prinz kullerte bis ans andere Ende des Bettes. Verwirrt richtete er sich auf, legte seine Kinderhand auf die schmerzende Stelle und sah Freezer fassungslos an. Aber anstatt loszuheulen, wie Cooler befürchtete, wurde er wütend. Mit einer erstaunlichen Schnelligkeit war er wieder bei Freezer und seine kleine Faust landete zielsicher auf dessen Nase. Es stimmte anscheinend, dass das Kämpfen Saiyajins angeboren war.
Freezer quiekte erschrocken und hielt sich die blutende Nase.
Der Saiyajinprinz funkelte ihn an. Raus aus meinem Bett schienen seine tiefschwarzen Augen zu sagen. Er knurrte herausfordernd.
Cooler verdrehte die Augen. Na toll! Da hat er sich was aufhalsen lassen! „Jetzt hört auf damit! Ihr seid doch keine...na gut, ihr SEID kleine Kinder, aber trotzdem könnt ihr doch wohl ein paar Stunden friedlich nebeneinander verbringen. Schlaft meinetwegen und Onkel Cooler kann dann in seinen Comic-Heften lesen. Was haltet ihr davon?“
Die beiden Prinzen beachteten ihn gar nicht, sondern waren bereits in eine wilde Keilerei verstrickt. Von seinem kleineren Bruder hatte Cooler ja erwartet, dass er nicht zuhörte, aber er hatte gehofft Vegeta wäre vernünftiger.
Cooler hob in einer hilflosen Geste die Arme. Was sollte er jetzt tun? Eigentlich war es nicht verkehrt, dass sie ihren Gefühlen mal freien Lauf ließen. Vielleicht verstanden sie sich ja danach besser. Aber wenn einem von beiden etwas passiert, bekam er gewaltigen Ärger. Verdammte Gören! Er hatte Kinder noch nie leiden können. Die waren irgendwie so unkontrollierbar! Mit einem unglücklichen Gesichtsausdruck sah er zu, wie die lieben Kleinen eifrig aufeinander einprügelten. Vegeta schien etwas schwächer zu sein, aber er war ja auch ein Jahr jünger, und dafür hielt er sich gut. Cooler hatte den Eindruck, dass sich Freezer und der Saiyajin prächtig amüsierten.
‘Naja, gleich und gleich gesellt sich gern. Die haben beide irgendwie einen Sprung in der Schüssel!’
Beinahe neugierig sah Cooler zu, wie die beiden sich den Schwanz des jeweils anderen schnappten und fest hineinbissen. Im nächsten Moment saßen sie wie versteinert, Tränen des Schmerzes in den Augen. ‘Oh-oh’, dachte Cooler noch bevor beide anfingen loszuplärren. Er wollte gerade zu ihnen gehen um sie zu trösten, als sich der kleine Saiyajinprinz auf Freezer stürzte, um ihn für die Schmerzen, die er selber fühlte, zu bestrafen. Die beiden Raufbolde kullerten in ein Knäuel verkeilt übers Bett um schließlich auf dem Boden zu landen. Der Schreck über den plötzlichen Fall und den unsanften Aufprall brachte beide wieder zum Weinen. Cooler glaubte nicht, dass sie sich weh getan hatten, lief aber trotzdem besorgt um das riesige Bett herum. Die beiden waren immer noch mehr ein Knäuel aus Armen und Beinen als alles andere, aber Vegeta hatte die glücklichere Landeposition gehabt. Er lag auf Freezer und weinte wahrscheinlich nur, weil Freezer es tat. Cooler hatte das Gefühl, dass er gleich verrückt werden würde. Er musste die beiden irgendwie zur Ruhe bringen! Diesen Lärm hielt man ja im Kopf nicht aus!
Er stürmte zur Tür, streckte den Kopf heraus und rief dem Saiyajin, der das Pech hatte, in genau dem Augenblick vorbei zu laufen, zu: „Hol die Milch für die beiden Babys! Schnell!“, fügte er noch hinzu, als der Krieger ihn nur anstarrte.
Als die beiden Nuckelfläschen endlich ankamen, prüfte Cooler schnell die Temperatur des Inhaltes, hoffte, dass in der Flasche, auf der Freezers Name stand auch wirklich Freezers Milch war und drückte den beiden weinenden Prinzen ihr Essen in die Hand. Freezer und Vegeta kuckten etwas verdattert, hörten aber auf zu weinen und widmeten sich stattdessen schmatzend der Milch. Cooler seufzte erleichtert und seine Ohren hörten langsam auf zu klingeln.
Als Freezer die Hälfte seines Babyfläschen geleert hatte, blickte er zu Vegeta, der wesentlich weiter war als er und streckte ihm seine Flasche entgegen. Vegeta schielte zu ihm hinüber ohne das Trinken zu unterbrechen, begriff, was sein Spielkamerad von ihm wollte und reichte ihm lächelnd seine Flasche.
Cooler griff sich an den Kopf, als er sah wie die beiden Kleinen ihre Flaschen tauschten. Das soll verstehen wer will! In einem Moment sind sie noch in die schönste Prügelei verstrickt und im nächsten Moment benahmen sie sich wie die dicksten Freunde. Als beide ausgetrunken hatte, setzte Cooler sie wieder aufs Bett, wo sie sich zusammenkuschelten und beinahe auf der Stelle einschliefen. Ihr Babysitter seufzte erleichtert. Jetzt hatte er erst einmal ein paar Stunden Ruhe.
Beide waren für ihren festen Schlaf bekannt. Cooler kuschelte sich in einen Korbsessel, der von der Decke herab hing und nahm eins seiner Comic-Hefte zur Hand.
King Cold und Vegeta Ou standen im saiyanischen Thronsaal und begutachteten Cooler und die beiden schwanzwedelnden Kinder zu seinen Füßen.
„Und? Waren sie lieb?“, wollte Vegeta no Ou wissen.
Cooler verzog das Gesicht. „Das nicht gerade.“ Dann hellte sich sein Gesicht auf und er verkündete stolz: „Aber Euer Sohn kann einen ganz tollen Trick!“
Der König von Vegeta-sei sah ihn neugierig an. „Ach ja?“
Cooler nickte eifrig, kniete sich zu Vegeta hinunter und drehte ihn in Richtung Tür. Dann packte er den Kleinen am Schwanz und zog ein paar Mal vorsichtig daran.
Als Vegeta Ou sah, dass King Colds Sohn die Schwachstelle eines jeden Saiyajins ergriff und daran zog, wurden seine Augen auf einmal doppelt so groß, wie sie normalerweise waren. Verblüfft sah er, dass der Prinz jedoch nicht seine Kraft verlor, sondern begann loszukrabbeln, weil er die Berührung nicht mochte. Anscheinend war der Schwanz des Saiyajin no Ouji bereits trainiert. In das Gefühl des tiefen Entsetzens mischte sich leiser Stolz.
Wütend, weil er nicht von der Stelle kam, steigerte Vegeta sein Krabbeltempo, aber Cooler hielt ihn immer noch fest. Plötzlich ließ er los und der kleine Prinz schoss in einem irrwitzigem Tempo zur Tür hinaus. König Vegeta sah ihm entsetzt nach und begann dann vor Wut zu zittern, als sein Blick wieder auf Cooler fiel, der ihn unschuldig und stolz anblickte.
King Cold griff sich mit einer Hand an den Kopf und seufzte. Hatte sein Sohn etwa Todessehnsucht? Er ging zu ihm, hob ihn hoch, entfernte sich mit ihm ein Stück und begann dann leise auf ihn einzureden. Er machte Cooler klar, was für Folgen das eben für ihn gehabt hätte, wäre er, sein Vater, nicht anwesend gewesen. Coolers Augen weiteten sich vor Schreck.
Im selben Moment spazierte Bardock mit einem lachenden Vegeta auf dem Arm herein. „Euer Sohn wollte schon wieder türmen“, meinte er, völlig arglos, was vor wenigen Sekunden vorgefallen war und warum Vegeta Ou so ein finsteres Gesicht machte. Sein Blick fiel auf den kleinen Freezer, der bereits Tränen lachte und sich seinen Bauch hielt. Als der kleine Prinz das entdeckte, knurrte er böse und begann zu strampeln, damit Bardock ihn absetzte. Kaum auf dem Boden schoss er auf Freezer zu und verpasste ihm einen so kräftigen Kinnhaken, dass dieser fast durch den ganzen Raum kugelte. Er schüttelte benommen den Kopf und versuchte dann es Vegeta heimzuzahlen. Aber als er den Saiyajinprinzen beinahe erreicht hatte, wurde er von seinem Vater am Schwanz gepackt und hochgehoben. „Es reicht, Jungs. Ihr habt genug angerichtet!“
Cooler stand unterdessen bei Vegeta. „Entschuldige, Kleiner. War nicht böse gemeint gewesen“, murmelte er leise.
Plötzlich bemerkte Vegeta no Ou einen dunklen Schatten am linken Auge seines Sohnes. „Hey, wer hat Vegeta das blaue Auge verpasst?“, wollte er ärgerlich wissen und blickte zu Freezer, der immer noch kopfüber hing und mit ernstem Gesicht sofort auf Cooler deutete, der im selben Moment auf seinen kleinen Bruder zeigte.
King Cold betrachtete seinen jüngsten Sohn und runzelte die Stirn. „Und wer hat Freezer diese Bisswunde am Schwanz verpasst?!“ Wie zufällig fiel sein Blick auf Klein Vegeta, der sofort seine Unschuldsmiene aufsetzte und genauso ernst wie Freezer auf Cooler deutete.
Dieser riss ungläubig die Augen auf. “ICH??? Spinnst du??? Das warst ja wohl du!“, beschuldigte er den kleinen Prinzen und verschränkte schmollend die Arme. „Ich pass nie wieder auf die beiden auf! Ein Sack Flöhe ist ein Kinderspiel dagegen!“
Die beiden Väter lächelten verständnisvoll. Sie wussten selber, dass Vegeta und Freezer manchmal wie Hund und Katze waren.
„Ich gehe dann mal wieder. Es gibt noch jede Menge Planeten zu erobern“, verkündete King Cold und wandte sich zum Gehen. Plötzlich schrie er auf und ließ Freezer, den er immer noch am Schwanz gehalten hatte, fallen. Der liebe Kleine hatte sich nämlich hochgezogen und ihm kräftig in die Hand gebissen.
Freezer rollte sich geschickt ab, krabbelte zu Vegeta und umarmte ihn fest. Er sagte irgendetwas ihn Babysprache zu dem Saiyajin no Ouji und pikste ihn mit dem Zeigefinger auf die Stelle, an der Vegetas Herz saß, woraufhin dieser lächelte und seinen Freund noch ein bisschen fester an sich drückte. Es war ein so sanftes Lächeln, dass nicht einmal sein Vater oder Bardock bisher gesehen hatte. Aber er unternahm keinen Versuch Freezer zu folgen, als King Cold seinen Sohn behutsam aus Vegetas Umarmung löste und sich verabschiedete.
Bardock kniete sich zu dem kleinen Prinzen hinunter und streichelte ihm durchs Haar. „Jetzt kuckt nicht so traurig. Ihr werdet ihn wiedersehen!“
Vegeta kuschelte sich in die Arme des älteren Kriegers und entschied sich auf der Stelle ein kleines Nickerchen zu halten. König Vegeta legte seinem Geliebten lächelnd die Hand auf die Schulter und sie gingen ‘schwänzchenhaltend’ zu Vegetas Zimmer.
TBC
Och, sagt mir doch bidde, bidde, bidde wie es euch gefallen hat, jaaaaa? *liebkuck*
P.S @ Zoysite: Nach deiner Anfrage, ob ich mal eine Geschichte mit Bardock schreiben könnte, habe ich mich hingesetzt und nachgedacht und ich bin zu dem Schluss gekommen, dass ich ihm (und Vegeta no Ou) eine eigene Geschichte widme. Ist recht so? ^_____^ Ich weiß nur noch nicht, wann ich dazu komme, sie anzufangen.