New Orleans.  Eine Kurtisane.....Anmutig lehnt sie sich zurück auf ihrer Chaiselongue von verschossenem Brokat, ein feiner Duft von Räucherwerk ist um sie, und der Faltenwurf ihrer Umhänge sehr korrekt. Sie lebt umgeben von der Atmosphäre einer vergangenen graziöseren Zeit.                ( William Faulkner)

Was San Francisco für Kalifornien, San Antonio für Texas, das ist New Orleans für die Südstaaten: heimliche Hauptstadt, Schmuckstück, Traumziel. Jeder der zum ersten Mal in die  Queen City of the South  kommt, erliegt früher oder später ihrer suggestiven Wirkung. Old Man River! Wo der Misi sipis fließt, das " große Wasser " in der Sprache der Indianer , darf der Schaufeldampfer nicht fehlen. Die " Natchez " nimmt jeden Romantiker an Bord.

 
 
Am French Market beginnt unser Rundgang, dort, wo die Stadt lange vor ihren französischen Tagen ihren Anfang nahm, als hier die Choctaw-Indianer ihren Handel trieben. Seit Ende des 18. Jahrhunderts war er der wichtigste Basar für exotische Früchte - und Menschen, denn hier lag einmal der Sklavenmatkt. Hier wölben sich die Hallen mit grünen Eisenträgern , Ventilatoren und fetten Hängelampen - Obst und Gemüse sind hier gefragt.  
   
Royal Street. das Grün der Baumkronen greift auf die Balkone über, auf ihr üppiges Rankenwerk und ihre Topfpflanzen-Idyllen. Manchmal sieht man bunte Perlenketten in den Behängen verwoben - Reminiszenzen an die karnevalistischen Paraden des Mardi Gras.  
 
Die dreigliedrige Saint Louis Cathedral verkörpert die Hochburg des Katholizismus in New Orleans. Stolz erinnert eine Plakette an den letzten Papstbesuch.  
   
Zum Gedenken an Louis Amstrong wurde ein Park benannt. Re. das Theater von New Orleans.   
   

Zu den ersten verwirrensten Eindrücken gehören nicht die vielen Einbahnstraßen - noch die Tatsache, daß die Bezeichnung East, West, North und South  ausnahmsweise nichts bedeuten (obwohl in den USA üblich), Begriffe wie lakeside, riverside, uptown, dowtown dafür um so mehr. Unumgänglich: Die Bourbon Street, die berühmteste und berüchtigste, auf jeden Fall aber die  bekannteste Straße von New Orleans. Honkytonk der billigsten Sorte heiß hier die Devise für Nachtfalter, Pornofreaks, T-Shirt-Fans und Bierseelige.                                                                                                                                                       

 
   
Die historischen Gräber entsprechen den Bestattungsriten des Landes, das durch die Wasserlandschaft des Deltas zu 40 Prozent aus Sumpf besteht und dessen Hauptstadt New Orleans zum größten Teil rund anderthalb Meter unterhalb des Meeresspiegels liegt. Die Toten werden in steinernen Totenhäusern überirdisch begraben. Normalerweise existiert ein solches Grab nur ein Jahr. Wesentlich länger gibt es das Aquarium of the Americas.  
   
Schwungvoller Auftritt: Evergreen Plantation an der Mississippi River Road. Ein prächtiges sogenanntes Louisiana Creole Cottage, 1855 von einem Veteranen aus dem Amerikanischen-Mexikanischen Krieg erbaut. Die alten Plantagenhäuser erzählen von vergangener Pracht. Baumwolle, Zuckerrohr, Indigo und Tabak sorgten einst für den gewaltigen Reichtum dieser Region. In unserer Fantasie suchen wir nach Scarlett O'Hara und Rhett Butler. Der alte Süden - die Vergangenheit ist nicht tot.  
 

     

 
                                                                                                                         Mississippi  



 

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