Alkohol am Steuer
Alkohol gilt auch heute noch als Kavaliers Delikt.
Doch ist man erst mal selber ertappt worden, sieht das ganze schon anders aus. Dies mußte ich am eigenen Leib erfahren.
Als ich mit 18 Jahren meinen Führerschein gemacht habe, stand für mich fest, das ich niemals einen Tropfen Alkohol beim fahren anrühren würde. Dies habe ich auch immer eingehalten.
Und dann ist es doch passiert!!!!!
Nach einer ausgiebigen Sylvester Feier habe ich mich Nachts ans Steuer gesetzt und bin gefahren. Allerdings muß ich dazu sagen, das ich mich bis heute immer noch nicht an diese Fahrt erinnern kann. Laut Bluttest hatte ich einen Wert von 1,99 Promille.
Also einen so genannten Black Out
Das soll natürlich keine Entschuldigung sein und ich konnte es auch nicht mehr rückgängig machen. Da ich mich, wie gesagt an nichts mehr erinnern konnte, habe ich tagelang gezittert und gebetet das nicht allzu viel passiert war. Durch meinen Anwalt, der dann Akten Einsicht bekam, erfuhr ich endlich was passiert war. Der Polizei Bericht war nicht gerade klein. Aber darauf will ich jetzt nicht näher eingehen. Mir war nur wichtig, das durch mich kein unschuldiges Menschenleben betroffen war. Gott sei Dank war dem nicht so. Ich wäre meines Lebens nicht mehr froh geworden. Damit hätte ich nicht leben können.
Nun war der Führerschein natürlich erst mal weg. Das war für mich als eingefleischte Bikerin eine Katastrophe. Da ich immer selber gefahren bin, hat mich eine Bus oder Bahnlinie überhaupt nicht interessiert. Und jetzt stand ich ganz schön dumm da. Alles was ich unternehmen wollte, mußte ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln erledigen. Und meine Freunde, die ich glaubte damals zu haben, waren plötzlich auch nicht mehr da. Sie ließen mich (bis auf eine Hand voll) fallen wie eine heiße Kartoffel. Selbst meine Familie (Schwester) tat sich damit schwer. Dies war eine bittere Pille die ich schlucken mußte. Heute bin ich mit dem Wort FREUND ganz schön vorsichtig.
Dann kam wie es kommen mußte. Im April Gerichtsverhandlung, offizieller Führerscheinentzug, (7 Monate) Geldstrafe, Schadensregulierung. Alles zu meinen Lasten. Logischerweise übernimmt keine Versicherung so etwas.
Die Zeit vergeht und mittlerweile war es schon November. Es kam ein Schreiben vom Straßenverkehrsamt, mit vielen Auflagen die man zu erfüllen hatte, um zum MPU Test zugelassen zu werden. Nachdem auch dies alles getan war, hieß es wieder warten. Es war dann Januar als endlich der Termin kam. Februar, ausgerechnet Altweiberfastnacht!!!!!
Nervös und völlig unvorbereitet wie ich war, bin ich also dahin, mußßte zuerst eine Medizinische Untersuchung über mich ergehen lassen und dann zur psychologischen Untersuchung. Und es kam wie es kommen mußte.
DURCHGEFALLEN
Jetzt wurde es zeitlich eng. Mittlerweile war mein Führerschein schon 14 Monat weg. Und nachdem was im Gutachten stand, sollte ich mich in Behandlung begeben. Die hätte aber mindestens 10 Monate gedauert. Somit wäre die 2 Jahres Grenze überschritten gewesen und ich hätte einen neuen machen müüssen. Also habe ich das natürlich nicht gemacht. Somit kam eine weitere Sperre von 6 Monaten auf mich zu. Auf Anraten des Straßenverkehrsamtes habe ich mich dann mit dem Thema Alkohol auseinander gesetzt.Habe mir Bücher besorgt, gelesen was ich kriegen konnte. Ich habe viel daraus gelernt. Wenn man sich selbst gegenüber ehrlich ist und den wissenschaftlichen Beweisen glaubt, kommen Sachen zum Vorschein die man sich vorher gar nicht eingestehen wollte. Nicht das ich Alkoholiker war, NEIN, aber das ich alkoholgewöhnt war, mußte ich mir selber eingestehen. Und das ist ein großer Unterschied.
So gewappnet bin ich dann zum 2ten Mal zum MPU Test. Und ich habe es geschafft. Nach 21 Monaten, 8 Tagen,10 Stunden und 7500 Euro Kosten, konnte ich meinen Führerschein wieder in den Händen halten.
Ich bin durch eine harte Schule gegangen und seit damals weiß ich, ich kann froh sein das alles so glimpflich abgelaufen ist.
Wenn ich heute feiern gehe nehme ich den Bus oder gehe zu Fuß.


