Die Sozialisierungsphase

 

Bei allen Haushunden endet die Sozialisierungsphase je nach Rasse im Alter von drei bis fünf Monaten. Diese durch Beobachtung gewonnene Vermutung wird durch neueste wissenschaftliche Forschungsstudien des Hamphire- Collegs in den USA bestätigt. Die Studie widmet sich der Erforschung des Gehirnwachstums sowie der Lernfähigkeit in der Sozialisierungsphase. Das Forscherteam, bestehend aus Kathryn James, Ray Coppinger und Mark Feinstein, bewiesen, dass das Gehirn des Hundes in der Zeit bis zur 16. Lebenswoche geradezu explosionsartig wächst. Mit 16 Wochen erreicht das Gehirn bereits fast seine endgültige Größe. Und leistungsfähig ist es auch, da in der gleichen Studie ebenfalls nachgewiesen wurde, dass bereits der Welpe alle Gehirnzellen hat, über die der erwachsene Hund verfügt. Was heißt das nun genau?

 

  

Mit 16 Wochen das Gehirn eines Großen

Zum Zeitpunkt seiner Geburt verfügt ein Hund sofort über alle Gehirnzellen, die er jemals in seinem Leben besitzen wird. In den ersten 16 Wochen wächst darüber hinaus sein Gehirn bis nahezu auf die endgültige Größe. In dieser Zeit entwickeln sich keine zusätzlichen Gehirnzellen. Was in dieser Zeit jedoch etabliert werden kann - und zwar durch die Umwelt -  sind die Verknüpfungen zwischen den Gehirnzellen. Diese Verknüpfungen sind nicht anderes als Lernprozesse. Der Hund lernt in dieser Zeit intensiv, Dinge mit Gefühlen zu verknüpfen.

Zum Beispiel: Eine Fahrt im Auto bringt mich zum Wald, wo ein großer Spaziergang lockt.

Oder: Kinder bringen Leckerchen. Dieser Zeitraum bietet sich für eine intensive Nutzung an. Natürlich kann auch ein alter Hund noch Neues lernen und an fremde Situationen gewöhnt werden. Es dauert nur einfach sehr viel länger, Verknüpfungen aufzubauen.


Falsche Schlussfolgerungen

 

Einige noch unerfahrene Züchter verfallen deshalb in übertriebenen Aktionismus und nehmen den jungen Welpen vor vollendeter 8.Woche einfach mit in das Einkaufszentrum, auf den Rummel oder zum Bahnhof. Auch Autofahrten und für Hundebabies recht stressige Spaziergänge im Stadtpark, an einer Hauptstraße oder auf von fremden Hunden stark frequentierten Spazierwegen werden manchmal schon in diesem jungen Alter unternommen.

Nur wenige Hunde sind so robust, dass sie diese Erfahrungen tolerieren. Es besteht bei solch intensiven Reizen jedoch immer die Gefahr, dass Welpen mit Panik reagieren. Eine solche Verknüpfung, erworben in der sensiblen Sozialisierungsphase, ist nur schwer wieder zu löschen. 

Jeder erfahrene Züchter kann bestimmt aus eigenem Erleben berichten, wie gerade sehr kleine Hunde manchmal tagelang verstört auf eine notwendig gewordene Autofahrt zum Tierarzt reagieren.

 

Aus diesem Grund ist es sinnvoll, Welpen behutsam aufzubauen und mit manchen Reizen einfach zu warten, bis ein kleiner Hund die nötige Reife erreicht hat, um ein so einschneidendes Erlebnis zu verarbeiten.

 

Gerade alltägliche Dinge werden von uns Menschen oft überschätzt und bei einer konsequenten, liebevollen Erziehung  überraschend schnell und problemlos auch vom älteren Hund noch erlernt. Schließlich ist der Bearded-Collie von seinen Ursprüngen ein intelligenter Arbeitshund und durchaus in der Lage, auch komplexen Anweisungen zu folgen und diese selbständig auszuführen.


Entwicklungsphasen des Hundes

bis 8. Woche: Prägephase

8. bis 12. Woche: Sozialisierungsphase

12. bis 18. Woche: Umweltsozialisation

13. bis 16. Woche: Rangordnungsphase

ab dem 5. Monat: Rudelordnungsphase

ab dem 6. Monat: Jugendphase

7. bis 15. Monat: Pubertät
  
10. bis 18. Monat: Geschlechtsreife

18./24. Monat: Zeit der Reife

ab 3 Jahre: ENDLICH erwachsen!

 

.