nilbarsch


 
 
 
 

Nilbarsch (Lates nilotes)

 

Als besonders schwerer eingriff in das Ökosystem hat sich die Ansiedlung des Nilbarschs erwiesen. Der Nilbarsch ist ein Speisefisch, der bis 180 Zentimeter lang und nahezu 200 Kilogramm schwer werden kann. Deshalb stellt er für jeden Fischer eine überaus lohnende Beute da. Wie man sich vorstellen kann ist der Nilbarsch aber auch ein überaus gefräßiger Raubfisch, der sich nach seiner Einbürgerung buchstäblich durch die reichen Buntbarschbestände des Sees hindurchfraß.  Die Kleinen barsche hatten ihm nicht viel entgegenzusetzen, gegen so einen Räuber waren sie einfach nicht gewappnet.

Wahrscheinlich wurde der Nilbarsch, dessen ursprüngliche Heimat die Stromgebiete des Nil, Niger und Senegal sind, erstmals 1952 im Victoriasee ausgesetzt. In den späten fünfziger und frühen sechziger Jahren sowohl in den ugandischen als auch den kenianischen Teilen des Sees mehrere von den britischen Kolonialherren geförderte Einbürgerungsprojekte durchgeführt. Anfänglich blieben die Bestände des Nilbarschs ziemlich klein und örtlich begrenzt. Erst stieg die Population nur langsam an, in den 80ziger vermehrte er sich dann explosionsartig. Und der Nilbarsch eroberte denn gesamten See.


Machten die Buntbarsche im Victoriasee einstmals rund 80 Gewichtsprozent des Fischfangs aus, so war ihr Anteil im Jahr 1981 auf spärliche 4 Prozent gesunken, während der Nilbarsch nun 82 Prozent des Fangs bildete. Heute lassen sich viele Buntbarscharten im Fang überhaupt nicht mehr finden. Sie dürften allesamt ausgestorben sein. Dies betrifft vor allem die Buntbarsche des offenen, uferfernen Wassers, wo der Nilbarsch vorzugsweise auf Jagd geht dort verwanden als erstes die fischfressenden arten der Gattungen Prognatochromis und Harpagochromis. Nach ihnen folgten die Garnelen fressenden Arten und die Puterfische. Auch die Arten die an Ufernähe lebten sind fast vollständig verschwunden. Andere Arten überleben nur noch an felsigen Uferpartien des Festlands und der Inseln zu denen sie sich zurückgezogen haben. Dort hat der Nilbarsch nur geringe Aussichten auf Jagderfolg. Dies sind heute die wichtigsten Rückzugsgebiete der Victoriasee-Buntbarsche.

 
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Wasserhyiazinte (Eichhornia crassipes)

 

Als ebenso schwerer fehler hat sich die Einschleppung der Wasserhyazinthe erwiesen. Ihre Heimat liegt ursprünglich in Amerika. Eichhornia crassipes stammt aus Südamerika und wurde, so vermutet man, von belgischen Kolonialisten nach Ruanda und Burundi eingeführt. Dort sollte das treibende Gewächs als Zierpflanze in den Fischteichen der kolonialen Anwesen dienen. In Ostafrika hat die Pflanze keine Feinde, und so gelangte ihr Samen über den Kagera-Fluß aus Ruanda und Burundi in den Victoriasee. 1990 eroberte sie im Sturm viele Buchten im Victoriasee. Die Verhältnisse sind sehr günstig für diese Pflanze, das Klima ist nahezu perfekt. Die zunehmende Zuleitung von Abwässern fördert diese Pflanze enorm.  Im Verlauf einer Vegetationsperiode wird aus 10 Pflanzen eine dichte schwimmende Matte, die mit etwa 655 000 Pflanzen ca. 0.4 ha bedeckt. Pro Hektar Wasserfläche belief sich das Gewicht der Biomasse eines mehrjährigen Eichhornia-Teppichs auf etwa 75 t! Überdies wird der Sauerstoffhaushalt in den Uferzonen durch abgestorbene Pflanzenteile und fehlender Gasaustausch Luft/See gestört. Im laufe der Zeit bildeten sich große Wasserblasen im unteren bereicht des Sees die völlig ohne Sauerstoff waren. In einigen Buchten sind solche Blasen schon aufgestiegen und haben sämtliche Fische dort einfach erstickt. Nicht auszudenken was passiert wenn sich diese Pflanzen noch weiter verbreiten würde, und eines Tages eine riesige Blase hochsteigen würde.

 

Doch die Rettung naht. Zumindest für den Victoriasee, jedoch könnte sich die Ansiedlung des natürlichen Fressfeindes der Wasserhyazinthe, Rüsselkäfer (Nochetina sp)., für die heimische Flora als negativ erweisen. Zwar haben die Käfer schon große bestände vernichtet ohne der heimischen Flora zu schaden doch die entgültige Entwicklung bleibt nur abzuwarten.

 

Wassertransparanz

 

Am Beispiel an Populatioen von P. nyererei und P. pundamlia die in der gleichen Insel leben.

 

Ebenso verherend wie der Nilbarsch und die Hyazinthe erweist sich nun die Verschmutzung des Sees durch Abwässer der Industrien die ihre Abwässer in den See leiten. Durch die Verschmutzung des Wassers im Uferbereich des Victoriasees wird das kurzwellige blaue Licht schneller neutralisiert als wie es vorher der fall war. Dies ist vor allen ein Problem für Haplochromis die sich mit blauer Körperfärbung um ihre Weibchen balzen wie P. pundamilia. Die Weiblichen Tiere können die blaue Farbe in der Uferregion, auf grund der Wasserverschmutzung, ab einer Wassertiefe von ca. 2m nicht mehr wahrnehmen. Das Langwellige rote Licht dringt jedoch in tiefere Wasseregionen vor blau graue Männchen erscheinen gelblich was dann wieder für Weibliche Tiere als orange/rot Wahrgemmen werden kann. Daher kommt es zu Hybriedisierung mit anderen Männchen (P. nyererei) und dadurch zum weiteren aussterben von Arten. Die Inseln die weiter weg vom Ufer liegen sind derzeit noch nicht davon betroffen.

 

 

 

 
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