Nachtstille.....I hate you
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Vor vielen, Jahren gab es ein kleines Mädchen- das sich nichts sehnlicher wünschte, als in den Himmel zu kommen. In den Himmel- dort wo die Engel sie beschützen würden, wo sie keine Angst haben bräuchte. In den Himmel, ja dorthin wollte sie...
Dabei war sie noch viel zu klein, um auf solch eine Reise zu gehen...
"Mami- wo ist Oma?" Oma war in den Himmel gekommen. Sie war alt und krank. "Was ist der Himmel, Mami?" Der Himmel ist dort oben, da bei den Engeln, die Engel beschützen die Oma, passen auf sie auf. Und die Oma passt auf dich auf. Sie schaut zu dir runter , mein Kind. Und immer wenn du an sie denkst- ist sie bei dir...
"Ich will auch in den Himmel....ich will das die Engel auch mich beschützen. Auf mich aufpassen".
Ach Kind, red doch nicht so ein Unsinn. Du hast doch uns, wir passen auf dich auf. Im Himmel kommt man nur wenn man stirbt...so wie die Oma.
"Danke Mama..."..................
"Ihr lieben Engel...wenn ihr mich doch hören könnt, so helft mir bitte. Ich will nicht mehr hier sein. Ich möcht so gern sterben, zu euch in den Himmel. Dahin wo mir keiner weh tun kann. Ihr müsst doch sehen können wie ich weine, das es so weh tut. Warum helft ihr mir nicht?"
Trauriges Kind weint fürchterlich. Keiner scheint sie zu hören. Keiner scheint sie zu sehen. Dabei ist doch alles so furchtbar schlimm hier unten auf der Welt. Die Menschen sind ungerecht, tun ihr weh. Warum tun sie das? Hören sie das weinen nicht? Finden sie es gar toll? Aber warum wird sie dann immer wiedereingesperrt? Ist sie so ein schlimmes, böses Kind? Ist das immer so- normal? Warum reden andere kinder nicht darüber? Warum darf sie nicht darüber sprechen? Was ist das für ein geheimnisvolles Leben?
"Mami- der Papa hat gesagt das ich nie in den Himmel komme- wenn ich nicht artig bin. Und gehorsam. Stimmt das?" Ja- mein Kind, nur liebe Menschen kommen in den Himmel, die bösen in die Hölle. Dort werden sie verbrannt.
"Wird der Papa auch verbrannt?"
Ohrfeige...
Eisiges schweigen...und es tat weh.
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Alleine und einsam. Nicht mal die Mama hörte richtig zu. Egal was Trauriges Kind sagte- es schien der Mama egal zu sein. Irgendwas stimmt mit ihr nicht. Trauriges Kind wusste nun, das es alleine auf sich gestellt war. Es gab niemanden der ihr zuhörte- ihr helfen konnte. Nur die Sehnsucht zu den Engeln in ihrem Himmel- hielt sie am Leben. Sie musste dorthin, ...aber wie...
Trauriges Kind war 10 Jahre alt, da wurde sie von einem Auto angefahren. So schlimm dieses Ereignis auch war, so wuchs ihre Hoffnung nun endlich ihren Frieden dort oben zu finden. Aber sie fand ihn nicht. Im Krankenhaus wurde sie beschimpft vom Papa, und die Mama kam nicht ein einziges mal zu besuch. Aber Trauriges Kind hatte ewas dazugelernt, einen Weg zu finden um zu sterben...
"Liebes Engelchen dort oben- kannst du mich hören? Bald, sehr bald werde ich bei euch sein, bitte, bitte- so lasst ihr mich dann nicht allein"...
Trauriges Kind flüchtete vor dem Tag...sie zauberte sich in ihrem Gedankenreich zu den Engeln, sie wusste doch...dort tut ihr keiner was, da findet sie die geborgenheit die sie sich innerlich so herbeisehnt...
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Traurig sitzt sie draussen in der Schaukel. Sie schaut hinauf zu den Himmel und ganz leise hört man sie weinen...
"Diese Welt ist mir zu hell, es ist mir unmöglich hier zu sein...die Lichter sollen ausgehen, ich mag mich selbst nur noch im dunkel seh´n...Bitte-holt mich doch weg, so schliesst mich ein...kann nicht mehr hier sein..."
Alleine in der nur ihr vertrauten Einsamkeit und im schutze ihrer einsamen verschwiegenheit, versucht sie aufzustehn....sie hat schmerzen, es tut so verdammt weh...warum...warum hilft mir niemand? Warum kann mich niemand hören..?
Die Tränen rollen ihre Wangen hinab als die Mama hinzukommt. "Mein liebes Kind, nun stell dich doch nicht immer so an." Die Mama bringt ein Pflaster- oja...Danke Mama. Ein Pflaster heilt äusserliche Wunden, das weiß Trauriges Kind zu gut. Und sie weiß auch das es noch sehr, sehr lange weh tun wird...Für sie, nicht für die Mama...die hat doch keine Ahnung, warum und wiso das Traurige Kind sich verletzt hat..
Der Papa kommt hinzu, wirft einen bösen blick zu ihr herüber..."bloss nichts sagen, nicht mehr weinen...ich darf doch nicht weinen...hat er gesagt..."... Starksein.
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Trauriges Kind hat sich ängstlich in ihrem Zimmer versteckt. Der Papa is so laut und sie fürchtet sich davor. Seine Schreie dringen durch das Zimmer- bis in ihrem Ohr.
Tue es nicht, du darfst es nicht tun...ihr flehen bringt ihr nichts...die wirklichkeit beginnt zu verschwimmen..einzig ihr Himmelsreich bleibt ihr..
Festhalten muss ich mich an meinem Engel. Seine großen Flügel beschützen mich, sie umarmen mich und nehmen mich mit... von dort oben kann ich dann alles sehn...den Papa..was er da macht..mit seinem Kind...unverstanden, ängstlich und am zittern...kaputt...Engelchens Flügel zerbrechen und lassen mich fallen...ich bin nicht da, ich bin nicht hier, ich bin im Land der schmerzen...und niemand holt mich daraus.
Still liegt das Traurige Kind da, starrt ihre Zimmerdecke an..ängstlich, weinerlich mit zitterer Stimme ein leises "Warum Papa"....und sie merkt...wie sie langsam verstummt.
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Weglaufen...das ist etwas von dem das Traurige Kind glaubt ein endkommen zu gewinnen. So hat sie sich dazu endschlossen eines Nachts aus ihrem Fenster zu klettern und im dunkeln der nacht den Weg zu ihrem Himmelsreich zu suchen.
Vor Angst geplagt steht sie nun draussen vor ihrem Fenster, da erscheint im Mondlicht das Gesicht der Mama. "Mein liebes kind...du kannst mir das nicht antun, mich nicht allein hier zurücklassen". "Aber Mama- kannst mich denn nicht verstehen? Ich kann hier nicht sein, ich hab das nicht verdient. Ich weiß das es falsch ist, aber ich muss gehn..."
Nein- Trauriges Kind geht nicht fort...sie kann es nicht tun...Gedankenwirr-warr..."der Papa hat doch gesagt, irgendwann wird es nicht mehr weh tun...er hat doch gesagt, ich muss immer lieb sein. Wenn ich nun gehe bin ich ein böses Kind. Böse Kinder werden verbrannt- ich will aber doch in dem Himmel..."
Wieder ins Bett gelegt, Decke zugezogen..und gelauscht...
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Der Wunsch ein Engel möge doch kommen und ihr beistehen verhärtet sich zunehmends. Gedanklich hält das Traurige Kind an der Hoffnung fest. An dem glauben der Engel würde zu ihr kommen.
Die Blicke schweifen raus in die Nacht hinein. Die Sterne leuchten in einer wunderbaren hellichkeit, und dann...ganz plötzlich ist es soweit...
Die Augen gehen zu, die Gedanken drehen sich im Kreis...alles schmerzt und es gibt kaum ein endfliehen vor sich selbst. Mit geschlossenen Augen sieht sie hinab zu ihrer Familie und weint ganz leise damit niemand sie hören kann...
"Weine nicht"...erschrocken blickt sie hinauf und ist geblendet von der helllichkeit ihrer Sehnsucht. Da schwebt ihr ein Engel empor, voller liebe und Güte.
"Ach- so nimm mich doch bitte in deinem Arm, sei mein beschützer und achte auch mich"- hier in dieser Menschenwelt bin ich nicht lebensfähig, es ist zu schlimm was ich ertragen muss, die lasten nehmen kein Ende."
"Mein Kind, es ist mir nicht möglich dich deinem Leben zu endnehmen. Ich kann es nicht tun. Du bist ein Mensch, ein Wesen aus fleisch und Blut nicht lebensfähig dort oben...bei uns."
Das Kind verstand...traurig- ohne Hoffnung der Welt endfliehen zu können schluchzte sie...immer lauter...
Engelchen verstand auch, ...empört über die Menschens-Zustände sagte es..."du nicht mein Kind. Aber deine Seele nimm ich an meiner. Sie wird nun mein Sein...ich werde sie beschützen und sie dir eines Tages zurückgeben können. Deine Angst, deine schmerzen und deine Hoffnungslosigkeit kann ich dir nicht nehmen. Aber dein Gefühl..."
"Engelchen - nimm dann meine Seele mit....
Ich brauche sie nicht mehr. Und versprich mir, ich werde nicht mehr fühlen können. Somit brauche ich keine Schmerzen mehr ertragen..."
Der Engel schlug seine Flügel auf, umarmte das Kind und sagte mit sanfter Stimme:
"Ich werde deine Seele beschützen,
ich werde sie als meiner annehmen,
auf sie achten.
Dich- mein liebes Kind,
kann ich nicht nehmen,
drum achte auf dich,
aber warte nicht auf mich,
denn du und ich-
sind verschieden wie
dunkelheit und Licht."
Das Traurige Kind verstand nicht, was der Engel ihr sagen wollte, gab aber ihre Seele frei und lebte fortan in einer anderen Welt. Eine Welt in der es noch immer Weh tat, eine Welt in der sie nicht zurechtkam, in der sie lernte mit der ewigen Angst zu leben. Aber ihre Gefühle waren anders geworden. Sie lernte abzuschalten, nicht mehr dazusein wenn es weh tat.
Nachdem sie ihre Seele freigab, wurde es in ihrem Leben dunkler. Eine Finsterniss des schweigens überfuhr sie. Nun hieß es damit Leben lernen.. Etwas dunkles, ruhiges und aber auch fast unsichtbares. Es nahm ihr einen Teil ihres Lebends weg. Leben ohne Gefühl für Trauer, Wehmut und Verrat. Verrat an ihrem Vater, an den bösen schwarzen Menschen die ihr nichts gutes wollten. Irgendwann aber, sollte alles anders werden....
Unmöglich in dem hier zu leben. Es ist zu hell. Mach die Lichter aus. Schliesse mich ein.
Vorbei...
alleine mit der vertrauten Einsamkeit.
Und allein versteht´s sich, das schweigen, das tun.
Das Dunkle hat gesiegt,
vorbei für immer- das Licht.
Geborgenheit,
in schutz der verschwiegenheit.
Unfähig zu leben,
unfähig teilzuhaben an dieser Welt.
warum......
versucht zu Leben, versucht- in dieser Welt.
aber alles, alles wurde geraubt .
Die Vergangenheit,
die Gegenwart
es ist dunkel.
Aufstehen,
rausblicken- durch den Vorhang
... tote Stadt, ein dunkler Ort.
vertrautheit, dieses dunkle.
Es ist vorbei,
gegangen, für immer.
Chance verpasst,
durchgeblickt- wahrgenommen,
nichts geht mehr.
leben-
aber doch..
längst tot...
längst tot..
