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Trotz seiner langen Gemeinschaft mit dem Menschen hat der Hund einige seiner wölfischen Eigenschaften beibehalten, z. B. das ausgeprägte „Rudelverhalten". Damals war es der Sippenverband seines Rudels, heute ist die Menschenfamilie sein Rudel. Daraus ist erwachsen, dass er instinktiv das Bedürfnis hat, sich seinem Leittier „dem Menschen" unterzuordnen. Obwohl die Lernfähigkeit einzelner Rassen unterschiedlich ausgeprägt ist, haben sie ein ähnliches Grundverhalten in der Ausdrucksform, d. h., in Körper- und Lautsprache.
Wie jeder weiß, kann der Hund Freude nur nur durch Bellen ausdrücken, sondern durch Wedeln mit dem Schwanz. Wird man dazu noch umsprungen, stellt dieses eine freudige Begrüßung dar. Der Schwanz bzw. die Rute ist neben den Ohren ein wichtiges Gefühlsbarometer, zugleich auch Signalgeber des Hundes: Rute wird waagerecht getragen: Gefühl der Zufriedenheit Rute steil nach oben gerichtet: erhöhte Aufmerksamkeit bis Erregung Rute fest zwischen die Beine geklemmt (eingezogen): Angst oder Zurückhaltung Nicht immer sind diese Zeichen bei jeder Hunderasse deutlich zu erkennen. Sinnesorgane: Der Hund orientiert sich vorwiegend mit der Nase. Der Geruchssinn ist ca. 60 Mal stärker ausgeprägt als beim Menschen. Der ebenfalls gut ausgeprägte Geschmackssinn des Hundes ist mit seinem hochsensiblen Geruchssinn eng verbunden. Der Hund ist naturgemäß „weitsichtig" und vorwiegend auf die optische Erfassung von Bewegungen eingestellt. Die Sehleistung ist von Hund zu Hund verschieden. Windhunde z. B. sehen wesentlich besser als andere Rassen. Auch das Gehör des Hundes ist sehr gut ausgeprägt, so kann er Töne zwischen 70 und 100000 Hertz (Mensch zwischen 16 und 20000 Hertz) wahrnehmen. So erstaunt es auch nicht, dass der Hund den Motor des Autos seines Herrchens unter vielen anderen mit hoher Sicherheit herauszuhören vermag. Über den gesamten Körper des Hundes ist ein Nervengeflecht verteilt. Dieses dient u. a. der Wahrnehmung von Berührungs- und Temperaturreizen. Am empfindlichsten ist der Nasenschwamm, Lefzen, Zunge und Pfotenballen. Außerdem besitzt der Hund empfindliche Tasthaare, vorwiegend an Lefzen und Augenbrauen. Lautsprache: Das Bellen ist die Sprache des Hundes. Diese äußert sich in einer Vielzahl verschiedener Laute: Fiepen, Winzeln, Knurren, Heulen und das wirkliche eigentliche Bellen. Jede Lautäußerung ist von verschiedenen Tonlagen und Zwischentönen begleitet. Wer seinen Hund gut beobachtet, lernt mit der Zeit, was der Hund damit meint. Gesichtsausdruck und Gesten: Etwas schwerer ist die Deutung der verschiedenen Gesichtsausdrücke wie Lefzen heben (kann z. B. eine Art von Aggression, aber auch „Hundelachen" sein), Nase rümpfen, Augenzwinkern, Ohren abwinkeln, Ohren anlegen. Die Ohren geben gut die Gefühlslage des Hundes wieder, allerdings hier wieder rassespezifisch verschieden (Hängeohren, Stehohren...). Hochgestellte Ohren (gespitzte Ohren) bedeuten Aufmerksamkeit. Angelegte Ohren zeigen Verunsicherung, Skepsis und mit Fellstäuben und Knurren Angriffsbereitschaft. Bei Hängeohren ist das etwas schwieriger, aber hochgezogene, hochgewinkelte Ohren bedeuten ebenfalls Aufmerksamkeit oder Geräusche zu lokalisieren. Beides gehört zur wölfischen Vergangenheit, sinnbildlich für das Vergraben von Knochen und Fleischresten. Der Sinn liegt darin, Reserven zu schaffen und das Fleisch „reifen" zu lassen. Obwohl unsere Hunde heute keine Hungersnöte mehr erleiden müssen, haben sie dieses Verhalten beibehalten. Oft zeigt sich das auch darin, dass sie z. B. einen Kauknochen o. ä. in ihrer Schlafecke oder im Körbchen verstecken. Wieder andere Hunde vergraben Futterreste oder ihr Spielzeug im Garten. Sehr oft ist auch zu beobachten, dass Hunde auf dem Zimmerboden scharren. Dies entspricht ihrem natürlichen Drang, sich eine Schlafmulde zu schaffen. Wer seinen Hund genau beobachtet entdeckt, dass der Hund auch in seinem Körbchen eine Kuhle baut. Die Vorfahren unserer Hunde mussten das hohe Gras zu einer Mulde zurechttreten durch mehrmaliges Sich-im-Kreis-Drehen, bevor man sich zusammengerollt auf das Lager niederlassen konnte. Außerdem ermöglicht diese „Gymnastik" dem Hund eine starke Rückgratkrümmung, die für seine typische Schlafposition notwendig ist. Was in der Welt geschieht, liest der Hund anhand von „Duftmarken", sie sind sozusagen des Hundes Tageszeitung. Die neuesten Nachrichten gibt es in den Hinterlassenschaften seiner Vorgänger an Bäumen, auf Wiesen, in Wäldern, an Laternen, Zäunen usw. Rüden sind dabei besonders eifrig, alles zu markieren (Revierverhalten). Dem Hund sollte bei Spaziergängen Zeit gegeben werden, ausgibig zu schnüffeln („Nasen-Blasen-Korrespondenz). Hündinnen sind dabei nicht so eifrig im Lesen und Verteilen von Botschaften. Lediglich vor und während der Läufigkeit ist dieses Verhalten bei Hündinnen stärker ausgeprägt. Bereits im Welpenalter sollten Hunde an ihre Artgenossen gewöhnt werden. Der Hund ist von Natur aus ein geselliges Wesen, für den die Kommunikation mit Artgenossen ein wichtiges Bedürfnis ist. Zu beachten ist allerdings, dass es auch bei Hunden „Sympathie" und „Antipathie" gibt und sich einige Hunde, vor allem bei Rüden, nicht „riechen" können. Auch Hündinnen können untereinander sehr „zickig" sein. Man sollte also seinen Hund genau kennen. Ein frühes „Sozialisieren" mit Artgenossen vermeidet spätere Probleme. Rangordnungskämpfe sind normal und arten beim normal sozialisierten Hund niemals aus.
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