Homer
Homer, griechisch Homeros, am Beginn der antiken griechischen Literatur stehender Dichter, als Verfasser der beiden wichtigsten altgriechischen Epen, der Ilias und der Odyssee, Begründer der ältesten literarischen Gattung. Homers historische Existenz ist nicht belegt, und über die Frage, ob die beiden Epen von ein und demselben Verfasser stammen, gehen die Meinungen auseinander. Linguistische und historische Untersuchungen legen jedoch die Vermutung nahe, dass die beiden Dichtungen im 8. Jahrhundert v. Chr. an der von Griechen besiedelten Westküste Kleinasiens entstanden. Die Stoffe, die in beiden Epen verarbeitet wurden, stammen aus einer mündlich tradierten Form der Kleinepik, die in die Zeit der frühgriechischen Stämme im 2. Jahrtausend v. Chr. zurückreicht und wahrscheinlich von umherreisenden Rhapsoden (Sängern) an den Adelshöfen vorgetragen wurden.
Die Odysee
Inhalt der 24 Bücher der Odyssee, die einen Handlungszeitraum von zehn Jahren umfasst, sind die Irrfahrten des griechischen Helden Odysseus nach Ende des Trojanischen Krieges, bevor er schließlich zu seiner Gattin Penelope heimkehrt. Der erste Teil des Epos beginnt kurz vor der Heimkehr des Odysseus, der nach einem Schiffbruch seinen Rettern von seinen Irrfahrten erzählt, in deren Verlauf er zahllosen Gefahren ausgesetzt war. Parallel dazu schwenkt die Handlung in die Heimat des Helden, wo sich eine Horde Freier in seinem Hause niedergelassen hat, die um die Gunst seiner Gattin Penelope buhlen. Diese kann sich ihrer nur mit einer List erwehren und schickt ihren Sohn Telemachos aus, um nach seinem Vater zu suchen. In Form von Rückblenden erzählt Odysseus selbst seine Abenteuer, etwa bei dem menschenfressenden einäugigen Riesen Polyphem. Später muss er sich auch der Verlockungen der Nymphe Kalypso erwehren, die ihm Unsterblichkeit verspricht, wenn er als ihr Gemahl bei ihr bliebe. Der zweite Teil des Epos berichtet von Odysseus‘ Heimkehr nach Ithaka, wo er sich zunächst heimlich der Loyalität seiner Dienerschaft versichert und schließlich blutige Rache an den Freiern nimmt.
Gotthold Ephraim Lessing
Lessing wurde am 22.1.1729 in Kamenz/Oberlausitz geboren. Sein Vater war Pastor. Der junge Lessing besuchte zuerst die Stadtschule in Kamenz, von 1741-1746 die Fürstenschule in Meißen. Er studierte danach Medizin (1746-1748) und Theologie in Leipzig. Danach lebte er als freier Schriftsteller in Berlin, wo er für mehrere Zeitungen schrieb. Er hatte Verbindung zu verschiedenen Theatergruppen und schrieb für diese seine ersten Stücke. Dauernd in Geldnot nahm er in Breslau eine Stelle als Sekretär beim General Tauentzien an (1760-1765). 1767 erhielt er eine Anstellung als Dramaturg und Kritiker am Deutschen Nationaltheater in Hamburg, 1770 eine Stelle als Bibliothekar in Wolfenbüttel. Lessing starb am 15.2.1781 in Braunschweig.
Emilia Galotti
Emilia Galotti ist ein bürgerliches Trauerspiel in fünf Aufzügen von Gotthold Ephraim Lessing. Es wurde am 13. März 1772 im Herzoglichen Opernhaus in Braunschweig uraufgeführt und ist an die Legende der Römerin Verginia angelehnt.
Emilia Galotti ist ein Drama der Aufklärung, das nicht dem damals vorherrschenden französischen Vorbild entspricht. Obwohl die Liebe das Zentralthema der Tragödie ist, gilt Emilia Galotti als hochpolitisches Stück. Der willkürliche Herrschaftsstil des Adels steht der neuen aufgeklärten Moral des Bürgertums gegenüber. Alle feudalen Vorstellungen von Liebe und Ehe treffen somit auf den neuen empfindsamen Liebesdiskurs der Bürger. Diese Kombination macht das Stück so brisant.
Handlung:Der absolutistische Herrscher Prinz von Guastalla, Hettore Gonzaga, ist seit seiner ersten Begegnung mit dem bürgerlichen Mädchen Emilia Galotti davon besessen, ihr Geliebter zu werden. Deshalb gibt er seinem intriganten Kammerherrn, dem Marchese Marinelli, freie Hand, ihre bevorstehende Hochzeit mit dem Grafen Appiani zu verhindern. So wird Appiani auf dem Weg zu seiner Hochzeit bei einem Überfall auf Marinellis Geheiß von bezahlten Verbrechern ermordet. Emilia wird auf das in der Nähe gelegene Lustschloss des Prinzen in scheinbare Sicherheit gebracht, erkennt jedoch im Gegensatz zu ihrer Mutter Claudia die wahren Zusammenhänge der Intrige nicht. Die Gräfin Orsina, des Prinzen ehemalige Mätresse, kommt auf das Schloss. Aus Enttäuschung über die barsche Abfuhr durch Gonzaga möchte sie den ebenfalls anwesenden Odoardo, Emilias Vater, dazu lenken, Appiani zu rächen, indem er den Prinzen erdolcht. Doch Odoardo zögert, den Prinzen zu erstechen, und will zunächst Gott die Rache überlassen. Emilia, die infolge einer weiteren Intrige Marinellis in der Obhut des Prinzen bleiben soll – der Fall müsste erst noch gerichtlich untersucht werden – provoziert ihren Vater, sie zu ermorden, weil sie fürchtet, den Verführungen des Prinzen nicht standhalten zu können. Der Vater erdolcht sie und ist erschüttert über seine Tat. Am Ende stellt sich Odoardo der Gerichtsbarkeit des Prinzen, der Marinelli als den Schuldigen an der Katastrophe von seinem Hof verbannt. Letztlich sieht der Tochtermörder jedoch Gott als letzte Instanz an.
Ossian
in der schottisch-gälischen Mythologie ein Krieger und Barde aus dem 3. Jahrhundert v. Chr., angeblich der Sohn des irischen Helden Finn Mac Cumhail Maccool. Ossian ist hauptsächlich durch das Werk des schottischen Dichters James Macpherson bekannt, der nach 1760 zahlreiche eigene, auf gälischen Fragmenten basierende Werke als Übersetzung von Liedern und Gedichten Ossians ausgab. Die düsteren Naturbeschreibungen und der überwiegend melancholische Tonfall dieser Dichtung beeinflusste die Autoren des deutschen Sturm und Drang und inspirierte sie, im ossianischen Stil zu dichten. Übersetzungen etwa von Johann Gottfried von Herder (1782) und von Johann Wolfgang von Goethe (in Die Leiden des jungen Werthers, 1774) machten die so genannte ossianische Dichtung beliebt. Von Herder stammt auch die Abhandlung Über Ossian (1773).
Der Mythos von Ossian basiert auf dem Finn-Zyklus aus dem 9. oder 10. Jahrhundert, der die Taten des Find Macc Umaill, seines Sohnes Oisín (Ossian) und eines anderen legendären irischen Helden, Cú Chulainn, behandelt. Weitere Balladen, die MacPhersons Schöpfung zugrunde liegen, kamen im 12. Jahrhundert hinzu.
Friedrich Gottlieb Klopstock
Geboren am 2.7.1724 in Quedlinburg. Sohn eines Advokaten. Christlich-pietistische Erziehung. 1745/46 Studium der Theologie in Jena, seit 1746 in Leipzig. Mitarbeiter der »Bremer Beiträge«, die die ersten drei Gesänge des »Messias« druckten. Hauslehrer in Langensalza. 1750 in Zürich; ab 1751 in Kopenhagen mit Ehrengehalt des dänischen Königs. 1770 mit Graf Bernstorff nach Hamburg. Klopstock starb am 14.3.1803 in Hamburg.
Deutscher Dichter. Genialer Epiker, Lyriker und Dramatiker zwischen Barock und Klassik. Begründer des deutschen Irrationalismus und der Erlebnisdichtung. Begriff den Dichter als Seher und Erzieher.
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