Bismark schloss im Sommer 1865 in Gastein (Österreich) überraschend einen Vertrag mit Österreich. Preußen erhielt das alleinige Verwaltungsrecht über Schleßwig, Österreich über Holstein.
Bismark wollte den Einfluss Österreichs im Deutschen Bund zurückdrängen, um langfristig die kleindeutsche Lösung der deutschen Einheit unter der Führung Preußens durchzusetzen. Dazu provozierte er gegen den Willen des preußischen Königs Wilhelm I. den Krieg gegen Österreich, indem er das Herzogtum Holstein besetzen ließ, das nach dem Vertrag von 1864 unter österreichischer Verwaltung stand.
Auf seiten Österreichs standen alle deutschen Mittelstaaten (Bayern, Hannover, Sachsen, Württemberg, Baden usw.) und die meisten Kleinstaaten.
Auf seiten Preußens einige der norddeutschen und der thüringischen Kleinstaaten und Italien. In einem Geheimvertrag mit Frankreich hatte sich Bismark dessen Neutralität versichert.
Die preußischen Truppen überrannten Sachsen, Hannover, Kurhessen und Böhmen. Generalstabschef Hellmuth von Moltke nutzte das neue Transportmittel Eisenbahn für eine schnelle Kriegführung auf breiter Front. Die modernen Waffen der preußischen Armee (Zündnadelgewehr u.a.) trugen zu ihrer Überlegenheit bei. Von Österreichs Verbündeten war nur Sachsen zu einer ernsthaften Unterstützung Österreichs bereit. Der Krieg war in 3 Wochen entschieden. Die österreichische Armee wurde klar geschlagen (45.000 Verluste inklusive Gefangene, Preußen 10.000)
Tote: 36.100 (Preußen: 10.000 / Österreich: 20.000 / Italien: 40.000 / Sachsen: 600 / Bayern: 500 / Hannover: 500 / andere <100)
Der Friedensschluss war Bismarks Werk. Österreich brauchte kein Gebiet an Preußen abzutreten. Preußen nahm Schleßwig-Holstein, Hannover, Kurhessen, Nassau und Frankfurt am Main in Besitz. Damit gewann Preußen nördlich des Mains freie Hand und Österreich war entgültig zu einer südosteuropäischen Macht geworden, die auf Deutschlands innere Verfassung keinen Einfluss mehr nahm.