Rundieren von Hand


Rundieren von Hand

Das Rundieren von Hand ist mit einer der ersten Übungen die ein Auszubildender in der Lehre macht wenn er alles von der "Pike" auf lernt. Natürlich gibt es dafür heute maschinen die diese arbeit erledigen, aber man sollte schon einmal in Genuss dieser arbeit kommen als Feinoptiker. In sehr frühen Jahren wurde noch mit einer Bröckelzange die Ränder abgekniffen. Das ist eine sehr blutige Angelegenheit und sollte nur noch zu Informationszwecke gezeigt werden.  

Als erstes haben wir den Glasblock (in diesem fall aus N-FK5, verwendet wird oft aus Kostengründen das Wald und Wiesenglas N-BK7) der entweder so gesägt (Trennschleifen) wird, oder je nach Trennschleifmaschine auf einen Tragkörper aufgekittet wird um ihn z.B. seitlich anzusaugen.

Werkstück wagerecht, Trennscheibe senkrecht.

 

 

 

 

Nach dem wir eine Glasblatte mit der gewünschten Dicke aus dem Block herausgetrennt haben, müssen wir es noch in gewünschte Quadratische formen Trennschleifen (früher Sägen).
So sehen dann unsere fertigen Werkstücke aus mit denen wir dann weiter arbeiten. Ratsam wäre es die Werkstücke auf einen Tragkörper zu kitten und sie dann Planparallel zu schleifen oder zu läppen um schon von vornherein ein großen Keilfehler zu vermeiden.  
Die sauberen Werkstücke (müssen sauber sein weil der Kitt sonst nicht hält und z.B. eine Fettschicht zwischen den Verbindungen ist) werden auf einer Heizplatte erwärmt und einseitig mit Kitt bestrichen. Ein Werkstück sollte dabei ohne Kitt sein. Nicht zu weichen Kitt nehmen weil die linsen später bei der Bearbeitung auseinander gehen könnten. Je größer die Rohlinge sind um so weicher kann der Kitt sein.
Die Werkstücke zu einem Turm (vorsichtig: Heiß!!!) aufeinander legen, leicht anreiben, eine Winkelschiene dranhalten und sie darauf ablegen und langsam abkühlen lassen.

Sollten die linsen später an der Winkelschiene festgekittet sein, leicht unten an der schiene mit einem Holzhammer klopfen. Gegebenfalls in Kühlschrank, Eisschrank oder Eisspray nehmen damit der Kitt Spröder wird.    

Der Turm wird an dann 4 langen Seiten übergeläppt bis es eine  Fläche ergibt. Danach 2 Seiten rechtwinklig zu einander  (auch ein wenig auf die Stirnseiten achten und geben falls vermitteln) läppen. Die anderen beiden Seiten planparallel dazu, rechtwinklig und auf ein vorgegebenes maß läppen.

Ab und zu kleine Fasen an den kannten läppen damit es nicht so schnell aussprünge gibt.  

Danach das Werkstück so anzeichnen das es an den Stirnflächen achteckig wird und 8 gleichmäßige Linien. Das geht gut zu errechnen überm Pythagoras. Gute Gelegenheit um auszuruhen und ein wenig den kopf selbstständig zu benutzen.
Der Winkel wird Natürlich auch beim läppen  nachgemessen. Der Winkel ist 180-45=135Grad.

Beim läppen aufpassen. flächen werden schnell abgerundet und nicht plan.

So weit so gut :-)
Die bearbeiteten Rohlinge werden jetzt mit dem Bunsenbrenner (UVV) vorsichtig erwärmt und gegeneinander gedreht. In diesem fall haben wir zum Schutz Aluminiumfolie als Unterlage zusätzlich verwendet. Ab und zu mit den Händen die Stange rollen damit sie nicht krumm wird. Je Öfter wir beim rundläppen diesen Vorgang wiederholen um so gleichmäßiger werden sie bis ca. +/-0,02mm Rundlauf.

Nächste Widerholung, bis alle flächen sozusagen gegriffen haben.

Nachdem wir oft gegengedreht, mit mehreren Läppmittel Korngrößen (Fraktionen) an allen stellen ringsherum, vorn, hinten und mittig aufs richtige maß gekommen sind, haben wir es bald geschafft.
Die Rohlinge werden nun erwärmt, auseinandergekittet und nach dem abkühlen gereinigt.

So habt ihr Rohlinge für Ausbildungsarbeiten. z.B. alle Linsengrundformen, Lupen Prüfungsvorbereitung usw..

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