Feinoptiker Nolte & Grzeszik: 40 Jahre Linsen
Spezialist für Endoskop- und Mikroskopkomponenten / Kleinste Optiken per Hand gefertigt --- In Geismar eröffneten die beiden Feinoptiker und Spezialisten auf dem Gebiet der Mikrolinsenfertigung, Edgar Nolte und Gerhard Grzeszik, am 1. Februar 1966 eine feinoptische Werkstätte. Heute feiert das Unternehmen seinen 40. Geburtstag.
Göttingen (lu). Edgar Nolte und Gerhard Grzeszik begannen die Produktion in ihrer feinoptischen Werkstätte für Frontlinsen auf 40 Quadratmetern in den Räumen einer gemieteten Tischlerei, der Umsatz in den ersten elf Monaten betrug 38000 DM. In den vergangenen 40 Jahren entwickelte sich der kleine Betrieb schnell weiter, unterschiedliche Optiken erweiterten die Produktpalette. Bis 1974 wurden sechs Mitarbeiter eingestellt. 1985 waren es bereits 20 Beschäftigte, die einen Jahresumsatz von 2,1 Mio. Euro erwirtschafteten.

Martina Kasten poliert Linsen: „Das sind schon die
größten Exemplare, die wir hier haben“. CH
Ab 1975 wurden vor Ort die ersten Linsen für Endoskope hergestellt. Die Göttinger Firma spezialisierte sich auf deren Fertigung und auf Linsen für Mikroskope. Im Laufe dieser Entwicklung bauten die Firmengründer eine intensive Geschäftsbeziehung zu dem Medizinprodukthersteller Henke-Sass, Wolf GmbH (HSW) aus Tuttlingen auf. Da Nolte und Grzeszik keinen Nachfolger hatten, so Bernd Wiese, Geschäftsführer und Feinoptiker, beteiligten sie HSW, 1995 fanden erste Verkaufsverhandlungen statt. Im Jahr 2000 übernahm HSW 100 Prozent der Anteile.
Mittlerweile ist die Firma in das Göttinger Gewerbegebiet umgezogen, der Jahresumsatz beträgt 11 Mio. Euro. 130 Mitarbeiter sind in der Gustav-Bielefeld-Straße 2 beschäftigt. Der größte Teil von ihnen arbeitet in der Produktion der 0,6 bis 10 Millimeter großen Linsen.
Fertigung nur per Hand
„Die Linsen sind so klein, dass sie zum größten Teil nur per Hand, nicht mit computerbasierten Maschinen poliert werden können“, erklärt Wiese. Und: „Die Werkzeuge entwickeln und bauen wir selbst.“ Sechs Angestellte befassen sich allein mit der Entwicklung und Produktion von Schleifwerkzeugen und Apparaturen. Zwei Auszubildende hat Nolte&Grzeszik zurzeit, üblicherweise werden sie übernommen. „Die Einarbeitungszeit für neue Mitarbeiter beträgt mindestens sechs Monate“, meint Wiese. „Jeder darf drei Tage Probearbeiten und prüfen, ob er mit den sehr kleinen Werkstücken zurechtkommt“. In der diffizilen Handarbeit liege auch die marktwirtschaftliche Schwierigkeit. Der Kostendruck auf dem internationalen Markt – N&G hat 15 Kunden weltweit – sei immens. Die Bedingungen des Wirtschaftsstandortes Deutschland seien schwierig, die Löhne und Energiekosten sehr hoch, die Steuern auch. „China, der Ostblock – die Linsen kosten dort nur die Hälfte, weil Arbeitskraft billig ist. Die Qualität ist nicht schlechter“, so der Geschäftsführer. Zehn Angestellte der Firma produzieren in Polen.
Interne Prozessoptimierung
Mit einer internen Prozessoptimierung – die Linsen würden nun in Linien hergestellt – sei bereits einiges verbessert und Zeit gespart worden. Um am Markt bestehen zu können, nähme N&G überdies höherwertige Teile wie Kompaktobjektive mit Prismen ins Programm.
„Noch schreiben wir schwarze Zahlen“, erklärt Wiese. Man müsse allerdings beginnen, über die 40-Stunden-Woche zu sprechen. Im Verband Measurement Valley ist die Firma nicht, kooperiert aber mit MV-Firmen wie Zeiss, Linos und Mahr. Auf der Messe Optatec in Frankfurt ist N&G zum vierten Mal vertreten. Heute feiert N&G mit den Mitarbeitern und ihren Angehörigen. „Das 50. machen wir dann öffentlich“, sagt Wiese.

