Fachbegriffe: Augenoptik


Lexikon der Fachbegriffe: Augenoptik

 

A  

Abbe`sche Zahl
Als Kenngröße für die Farbzerstreuung von optischen Medien wird die Abbe´sche Zahl benutzt. Diese, von Ernst Abbe entwickelte Zahl gibt den reziproken Wert der relativen Dispersion an. Abbe´sche Zahl = (ne-1) : (nF´-nc´). Es lässt sich sagen, dass, je höher die Abbe´sche Zahl eines Brillenglasmaterials ist, desto geringer ist dessen “Farbfehler“ (siehe auch: Abberation, chromatische). Heute gebräuchliche Brillengläser besitzen eine Abbe´sche Zahl bei organischen Materialien (Kunststoff) zwischen 31 (Polycarbonat mit n=1,59) und 58,2 (CR39 mit n=1,502) sowie bei anorganischen Materialien (Glas) zwischen 30,4 (Lantan-Schwerflint (LaSF30) mit n=1,89) und  58,6 (Brillenkron mit n=1,525) 

Abberation, chromatische
Die chromatische Abberation (Farbabweichung) beschreibt den Fehler, der durch die unterschiedliche Brechung von unterschiedlich farbigem Licht entsteht. Werden Brillengläser auf die mittlere Farbe (Wellenlänge) von 546,1nm berechnet, so muss man dazu wissen, dass die beiden “Extremfarben“ (also die beiden Farben, die an den Enden des sichtbaren Farbspektrums liegen (rot mit 634,8nm und blau mit 480nm) eine andere Ablenkung durch die optischen Flächen erfahren. Blaues Licht wird stärker abgelenkt als rotes Licht. Die Abbe´sche Zahl wird heute als Kenngröße zur Beurteilung der Farbfehler von Brillengläsern benutzt. 

Abbildungsfehler
Optische Systeme (wie z.B. das System Brille und Auge, die Linsensysteme in einem Fernglas, die Front- und Rückfläche eines Brillenglases usw.) haben Fehler. Benannt werden sollen hier die chromatische Abberation (Farbfehler), die sphärische Abberation (Öffnungsfehler), der Astigmatismus schiefer Bündel (Zweischalenfehler), die Bildfeldwölbung, die Distorsion (Verzeichnung). Je nach Qualität eines Brillenglases sind diese Fehler vermindert. Oftmals alternieren die Fehler jedoch, sodass ein Vorteil mit einem Nachteil erkauft wird. Beispielsweise ist ein Brillenglas in der Stärke von –10dpt. aus dem Material Lantan Schwerflint 30 wesentlich dünner als ein Glas aus herkömmlichem Brillenkron, allerdings weist es auch einen höheren Farbfehler auf. Der Brillenträge bemerkt in manchen Fällen Farbsäume. Die Anforderungen an ein Brillenglas gehen allerdings über den Wunsch nach einem “scharfen Sehen“ hinaus. Brillengläser sollen leicht, bruchsicher, kratzunempfindlich, dünn, genau abbildend, allergiefrei, farbbeständig, schützend und reflexfrei sein. Viele dieser Eigenschaften sind durch die enormen Fortschritte in der Augenoptik längst gegeben. Allgemeine Vorschläge zur Wahl eines Brillenglastyps lassen sich nicht geben. Die individuellen Wünsche eines Brillenträgers allerdings durch die modernen Gläser hervorragend befriedigen.

Absorption
Intensitätsverringerung des Lichtes beim Durchlaufen eines optischen Mediums (z.B. Brillenglas). Erwünscht bei getönten Brillengläsern. Hier wird die Absorption in Prozentzahlen angegeben. Ein Sonnenschutzglas mit der Angabe 75% verringert das Licht auch ca. 25% Resthelligkeit. Neben der Tönung spielt auch die Reflexion (Spiegelung) eine Rolle bei der Verringerung des Lichts durch ein Brillenglas. Ungewünschte Absorptionen des Lichtes lassen sich durch Entspiegelungen verringern.

Adaptation
In der Augenoptik beschreibt die Adaptation den Vorgang der Anpassung des Auges an unterschiedliche Helligkeiten.

Addition
Auch als “Nahzusatz“ bezeichnet gibt die sogenannte Addition an, um wie viel Dioptrien die Lesebrille stärker (sammelnd) sein muss als die Fernbrille. Mehrstärkengläser werden zumeist in der Schreibweise Fernwerte / Addition beschrieben. Ein Zweistärkenglas mit den Angaben “sph. –1,50 Add. 2,00“ hat in der Ferne die Stärke – 1,50dpt. und in der Nähe die Stärke +0,50dpt. 

Akkommodation
In der Augenoptik bezeichnet man mit “Akkommodation“ die Anpassung des Auges an verschiedene Entfernungen (nah und fern). Unter anderem durch eine Formänderung der Augenlinse sind auch nahe liegende Objekte scharf zu sehen. Im Alter nimmt die Fähigkeit des Auges zur Naheinstellung ab (die Akkommodationsbreite verringert sich). Siehe auch Presbyopie.

Allergie
Vermutlich auch aufgrund von Umwelteinflüssen klagen immer mehr Menschen über allergische Reaktionen. Selbstverständlich ist dieses auch bei der Auswahl einer Brillenfassung zu berücksichtigen. Minderwertige Brillenteile geben Nickel ab, schlechte Farbbeschichtungen enthalten allergieauslösende Substanzen und Kunststofffassungen sind teilweise mit einem hohen Weichmacheranteil belastet. 

Alterssichtigkeit
Siehe Presbyopie

Amblyopie
Bezeichnet allgemein die Sehschwäche. Minderung der Sehschärfe durch gestörtes Binokularsehen oder durch ungenügende Abbildung des Sehobjektes auf der Netzhaut 

Ametropie
Fehlsichtigkeit des Auges bedingt durch unausgewogenes Verhältnis zwischen Baulänge und Brechwert; entfernt gesehene Objekte werden nicht zentral auf der Netzhaut des Auges abgebildet; man unterscheidet Myopie (Kurzsichtigkeit), Hyperopie (Übersichtigkeit), Astigmatismus (Stabsichtigkeit oder auch landläufig Hornhautverkrümmung) 

Aniseikonie
Die durch unterschiedlich große Netzhautbilder hervorgerufene Störung des binokularen Sehens. Typische Fälle sind Augenpaare mit stark unterschiedlichen Fehlsichtigkeiten bzw. Brillenglasstärken. Durch die Bildvergrößerung bzw. –verkleinerung entstehen unterschiedlich große Abbildungen auf der Netzhaut. Diese können dann unter Umständen nicht mehr zu einem gemeinsamen Bild “verschmolzen“ werden. Abhilfe lässt sich hier durch sogenannte “iseikonische Brillengläser“ schaffen, die eine entsprechende Eigenvergrößerung besitzen. (siehe auch “iseikonische Brillengläser“).

Anisometropie
Bei einer Ungleichsichtigkeit zwischen beiden Augen spricht man von einer Anisometropie. Ab einer bestimmten Größe der Ungleichsichtigkeit (und damit einer bestimmten Differenz der Brillenglaswerte) kann es zu einer Aniseikonie kommen (siehe auch “Aniseikonie“ und “Iseikonische Brillengläser“).

Aphakie
Fehlen der Augenlinse: Linsenlosigkeit

Asphärisches Glas
Brillenglasoberfläche weicht von der gleichmäßig und kugelförmig (= sphärischen) geschliffenen Form ab; asphärische Glasoberflächen zeichnen sich durch höhere Abbildungsqualitäten aus 

Asthenopie
Sehbedingtes Unwohlsein. Typisch sind die vorzeitige Ermüdung, das Augenbrennen, Druckgefühl hinter den Augen, Lichtscheue und Kopfschmerzen. Asthenopische Beschwerden können z. B. bei einer nicht oder nur unvollständig auskorrigierten Hyperopie oder Heterophorie auftreten und durch Zentrierfehler bei der Brillenherstellung entstehen.

Astigmatismus
(Stabsichtigkeit oder auch Hornhautverkrümmung) Fehlsichtigkeit, bei der die Hornhaut, die Linse und / oder die Netzhaut des Auges nicht gleichmäßig gewölbt ist, sondern in verschiedenen Richtungen unterschiedliche Krümmungen (Radien) aufweist. Ein astigmatisches Auge sieht z.B. waagerechte Linien in einer anderen Entfernung als senkrechte Linien scharf.

Augapfel
siehe “Bulbus oculi“

Augendruck
folgt

Augenlinse
die Linse des Auges wird durch die Muskulatur mehr oder weniger gekrümmt und besitzt dadurch die Fähigkeit, Gegenstände in verschiedenen Entfernungen deutlich auf der Netzhaut abzubilden (Akkommodation)

Augenpflaster
siehe “Okklusionsfolie“

Augenpol
folgt 

Augentraining
folgt

Augenzittern
siehe “Nystagmus“

 

 

B  

 

Bifokalglas
Zweistärkenglas. Das Bifokalglas hat ein Fern- und ein Nahteil und korrigiert die sogenannte Alterssichtigkeit. Es ist zu erkennen an dem kleinen Zusatzfensterchen (Nahteil) im Brillenglas. Die Nahteile werden in verschiedenen Formen und Größen hergestellt. Die breiteste Ausführung stellt das sogenannte Exekutivglas, bei dem das Nahteil von inneren bis zum äußeren Rand der Brillenfassung verläuft.

Bildschirmarbeitsplatzverordnung
Die Arbeit am Bildschirm stellt besondere Anforderungen an das Sehen. So sind nicht nur außergewöhnliche Entfernungen zu berücksichtigen sondern auch die Tatsache, dass oftmals stundenlang konzentriert ein relativ kleiner Bereich des Gesichtsfeldes angesehen wird. Die Bildschirmarbeitsplatzverordnung nach G37 der Berufsgenossenschaften regelt die Anbläufe der notwendigen Tests und Untersuchungen für Personen, die an Bildschirmen arbeiten. 

Bildsprung
Schaut mit im Wechsel durch ein Brillenglas und daran vorbei, so stellt man fest, dass das gesehene Bild sich nicht nur in der Schärfe verändert, sondern auch einen Höhen- oder Seitenversatz erfährt. Das Bild macht einen Sprung. Dieser Bildsprung kann eine Beeinträchtigung des Sehens insbesondere dann darstellen, wenn er im alltäglichen Sehen regelmäßig vorkommt. Insbesondere bei Bifokalgläsern werden Bildsprünge oftmals als störend oder gar gefährdend wahrgenommen. Senkt der Brillenträger den Blick um eine Treppenstufe zu beachten, so „hebt“ sich die Stufe plötzlich in dem Moment, in dem sein Blick die Nahteilkante überwindet. Das gesehene Bild durch das Nahteil erscheint höher als das Bild durch das Fernteil. Über das gleiche Problem klagen manche Träger von Halbbrillen.

Zustande kommt der Bildsprung durch die unterschiedlichen prismatischen Wirkungen an der Trennkante zwischen zwei optischen Medien. Um bei einem Bifokalglas ein bildsprungfreies Sehen zu gewährleisten, muss am Übergangspunkt zwischen Fern- und Nahteil die gleiche prismatische Wirkung (gleiche Stärke und gleiche Richtung) vorliegen. Bei der Fertigung von Halbbrillen ist es dem Optiker meistens möglich, die optischen Mittelpunkte (dort liegt keine prismatische Wirkung vor) der Brillengläser genau an die obere Glaskante zu legen und damit das Problem des Bildsprungs zu verhindern.

 

 

Binokularsehen

Zweiaugensehen. Sehen bei gleichzeitiger beidäugiger Wahrnehmung von Sehobjekten. Das Binokularsehen ist maßgeblich für einen räumlichen Seheindruck verantwortlich.

 

Brechwert

Der Brechwert eines Brillenglases wird üblicher Weise als Glasstärke bezeichnet. Gemessen wird an Brillengläsern der Scheitelbrechwert. Das ist der Kehrwert der Strecke (in Metern) von der Glasfläche (Scheitel) bis zum Brennpunkt (siehe auch “Scheitelbrechwert“). Treffen parallele Lichtstrahlen auf ein Brillenglas und schneiden sich 33cm hinter dem Brillenglas (in ihrem Brennpunkt) so hat das Glas einen Brechwert von 3 Dioptrien.

 

 

 Brechzahl

Einfach ausgedrückt gibt die Brechzahl eines Brillenglasmaterials an, wie viel Glasmaterial benötigt wird, um eine bestimmte optische Wirkung zu erzeugen. Anders gesagt gibt die Brechzahl an, wie stark das Licht durch das Brillenglasmaterial gebrochen wird.  Die Brechzahl definiert sich über das Verhältnis der Lichtgeschwindigkeit in Luft zu derjenigen in dem brechenden Medium (Brillenglasmaterial). Sie wird angegeben in “n“ (n=c/v (n = Lichtgeschwindigkeit in Luft in km/s zu Lichtgeschwindigkeit im Material in km/s). Übliche Brechzahlen liegen bei mineralischen Materialien zwischen 1,5 und 1,9. Bei organischen Materialien zwischen 1,5 und 1,7. Luft hat die Brechzahl n=1, Wasser n=1,333, Diamant n=2,4).

Im Zusammenhang mit der Brillenglasauswahl ist zu beachten, dass ein höher brechendes Material durch die geringere Materialdicke nicht auch immer auch ein geringeres Gewicht bietet. Als Faustformel lässt sich sagen, dass mineralische Brillengläser erst ab einer Stärke von +/- 8dpt. durch höherbrechendes Material nicht nur dünner sondern auch leichter werden. Bei organischen Materialien spielt diese Tatsache aufgrund des ohnehin sehr geringen Gewichts nur eine sehr untergeordnete Rolle.

Brillenpflege
Es werden unzählige Mittel zur Brillenreinigung und Brillenpflege angeboten. Zu beachten ist, dass die benutzten Mittel keine scheuernde Wirkung auf das Brillenglas und die Fassung ausüben dürfen. Bestens geeignet sind handwarmes Wasser und etwas Seife bzw. Spülmittel. Zu heißes Wasser kann Brillengläser und auch Brillenfassungen zerstören. Insbesondere Kunststofffassungen verlieren durch heißes Wasser an Elastizität; sie werden brüchig und bekommen eine stumpfe Oberfläche. Kunststoffgläser sollten unter fließendem Wasser abgespült werden und zu verhindern, dass sich Staubkörner oder gar Sand bei der Reinigung in die Oberfläche reiben. Sogenannte Feuchtreinigungstücher sind bei Kunststoffgläsern nicht zu empfehlen. Hier haftet der Schmutz (Staub, Sand etc.) an den feuchten Tüchern und wird beim Abreiben der Gläser über die Oberfläche gerieben. Verkratzte Oberflächen lassen sich nicht nachträglich polieren (siehe auch Kratzer). Die gründlichste und zugleich schonendste Reinigung ist mit einem Ultraschallbad möglich. Besondere Pflege brauchen Naturhornbrillen. In den meisten Fällen werden zu diesen Brillen wachsartige Pasten geliefert, die eine Versprödung des Horns verzögern.

Bulbus oculi
Der Augapfel.

 

 

 

Cornea:
Hornhaut des Auge 

Corpus vitreum
Der Glaskörper der Auges. 

Chromatischer Fehler
siehe “Abberation, chromatische“

 

 

Dioptrie (dpt)
In Dioprien wird die Brechkraft eines Brillenglases angegeben.. (Maßeinheit für die brechende Kraft optischer Systeme). Sie stellt den Kehrwert der in Metern gemessenen Brennweite (z.B. hat eine Linse mit einem Brechwert von 3,00 dpt eine Brennweite von 0,33 Metern. Daher wird die Einheit Dioptrin nicht nur in “dpt“ abgekürzt sondern oftmals auch als 1/m angegeben. Brillengläser und Kontaktlinsen sind in Abstufungen von jeweils ¼ Dioptrien erhältlich. Der Grund dafür liegt darin, dass der Aufbau des menschlichen Auges eine geringere Abstufung nicht registrieren kann. Oder anders: Es besitzt unter anderem aufgrund der Nervendichte auf der Netzhaut eine Wahrnehmungsschwelle, die kleinere Abstufungen als ¼ dpt. nicht bemerkt. 

Doppelbilder
Bilder, die ein Betrachter (der ein einzelnes Objekt ansieht) doppelt oder gar mehrfach sieht, bezeichnet man in der Optik als Doppelbilder. In den meisten Fällen kommen diese dadurch zustande, dass das eine Auge ein Bild woanders sieht als das andere. Die beiden Augen haben eine Fehlstellung gegeneinander, sie “schielen“. Diese Fehlstellungen kommen zumeist durch muskuläre Ungleichgewichte zustande. Das heißt, dass zum Beispiel ein Augenpaar den gleichen Punkt ansehen möchte, das eine Auge aber etwas höher oder etwas seitlicher guckt als das andere. In den meisten Fällen lässt sich eine solche Fehlstellung mit prismatischen Brillengläsern korrigieren. In machen Fällen werden sogenannte Schieloperationen durchgeführt um die entsprechenden Augenmuskeln auf die gleiche Länge zu bringen.

Doppelbilder können jedoch auch bei einäugigem Sehen auftreten (die Doppelbilder bleiben auch dann bestehen, wenn ein Auge abgedeckt wird). Hier ist es dringend angeraten, einen Augenarzt zu konsultieren. Die Gründe für dieses sogenannte “monokulare Doppelsehen“  können in krankhaften Veränderungen der Netzhaut oder anderer Teile des Augen liegen.

 

 

Eigenvergrößerung
Optische Systeme besitzen eine vergrößernde oder verkleinernde Wirkung. Bekannt ist diese Eigenschaft jedem, der schon einmal jemanden mit einer “dicken Brille“ angesehen hat. Die Augen werden deutlich vergrößert (beim Betrachten von stark Übersichtigen) oder deutlich verkleinert (beim Betrachten von stark kurzsichtigen). Dieser Effekt besteht natürlich auch in “umgekehrter“ Richtung. Auch der Brillenträger eines starken Plusglases sieht alles größer als ohne Brille. Die maßgeblichen Faktoren für die Größe dieser Veränderung sind die Brillenglasstärke, die Brillenglasdicke und der Abstand zwischen Brille und Auge.

Die Eigenvergrößerung eines Brillenglases beschreibt diejenige Größenveränderung, die das Brillenglas bewirkt. Sie wird berechnet durch die Formel N = 1:(1-d:n × D1) wobei N die Eigenvergrößerung (nach DIN 58208) beschreibt, d die Mittendicke des Glases, n die Brechzahl und D1 den Flächenbrechwert der ersten Fläche (vordere Brillenglasfläche). An dieser Formel lässt sich erkennen, dass die Größe d, also die Mittendicke eines Brillenglases maßgeblich für die Eigenvergrößerung verantwortlich ist. Daraus lässt sich ableiten, dass eine Verringerung der Mittendicke eine Verringerung der Eigenvergrößerung mit sich bringt. Das macht man sich in der modernen Augenoptik zu nutze. Verschiedene Techniken der Dickenreduzierung von Brillengläsern bringen neben dem Gewichtsvorteil auch eine positive Veränderung der Eigenvergrößerung mit sich. Die oftmals unerwünschte Vergrößerung der Augenpartie bei Übersichtigen wird vermindert.

Emmetropie
Normalsichtigkeit oder auch Rechtsichtigkeit. Das Auge hat im Verhältnis zum Brechwert die optimale Baulänge; Lichtstrahlen eines entfernten Objektes werden (ohne Korrektion) nach Brechung durch Hornhaut und Augenlinse auf der Netzhaut gebündelt, und das Objekt wird scharf abgebildet. Ein emmetropes Auge muss nicht zwangsläufig eine hohe Sehkraft besitzen (s. Visus)

Entspiegelung
Entspiegelungen verringern den Reflexionsgrad von Glasflächen. Wenn Licht auf Flächen trifft, wird ein Teil des Lichtes reflektiert (gespiegelt). In der Optik spricht man von Reflexionen beim Übergang in ein anderes Medium. Durch diese Reflexionen geht  Licht verloren, Farben werden verfälscht und die verringerte Transparenz des Brillenglases ist kosmetisch äußerst unvorteilhaft. Das Prinzip der Entspiegelung basiert auf der Interferenz der Auslöschung. (Lichtwellen, die an der Oberfläche der Entspiegelung reflektiert werden überlagern sich derart mit denen, die an der Oberfläche der Brillenglases reflektiert werden, dass Wellenmaximum auf Wellenminimum trifft und sich die Wellen somit auslöschen bzw. abschwächen (Phasendifferenz 180°). Hierfür wird eine Schicht in der Dicke einer viertel Wellenlänge auf das Brillenglas aufgebracht (l/4).

Entspiegelungen müssen abriebfest und hitzebeständig sein. Sie werden in der Augenoptik üblicherweise in drei Qualitätsstufen angeboten und sind zumeist bezeichnet mit ET, ET2 und SET (für Superentspiegelung / Vollentspiegelung). Je höher die Brechzahl (siehe auch Brechzahl) des Glas- oder Kunststoffmaterials ist, desto stärker sind die Reflexe. Das hat zur Folge, dass einige, besonders hochbrechende Brillenglasmaterialien nicht ohne Entspiegelung ausgeliefert werden.


ET
Siehe “Entspiegelung“

 

F  

 

Fadenbrille
In Fadenbrillen (auch Nylorbrillen) genannt, werden die Brillengläser mittels eines Nylorfadens (Teilweise auch Titan- oder Edelstahldrahtes) gehalten. In den meisten Fällen besitzen diese Brillen einen Halbrand aus Metall oder Kunststoff und sind unter oder oben “offen“. Die offene Seite wird mittels des Fadens verstärkt, der in einer Nut (Rille) verläuft, die in das Brillenglas eingefräst (gerillt) wurde. Aus Stabilitätsgründen empfehlen sich für diese Brillen Kunststoffgläser.

Farbfehler
siehe Abberation, chromatische

Fernpunkt
auf der verlängerten Augenachse gelegener Punkt, auf den das Auge im entspannten Zustand (= ohne Akkommodation) eingestellt ist; beim rechtsichtigen Auge liegt der Fernpunkt im Unendlichen

Fernteil
Mit dem Begriff “Fernteil“ wird zumeist dasjenige Teil eines Mehrstärkenglases bezeichnet, welches für das Sehen in der Ferne konzipiert wurde.

Fernsicht
Mit dem Begriff “Ferne“ sind in der Augenoptik alle Punkte beschrieben, die einen Abstand von über 4 Metern vom Auge haben. Der Grund hierfür liegt darin, dass über einer Entfernung von 4m das (rechtsichtige) Auge akkommodationsfrei sieht. Möchte man ein Auge, dass keine Akkommodationsfähigkeit besitz, auf eine Entfernung von 4m scharf sehen lassen, so muss man es mit einem Glas von +0,25dpt. (denn der Kehrwert der Dioptrienzahl gibt die Brennweite in Metern an. Damit gilt: “1 : 0,25 = 4“) versehen. Das ist gleichzeitig die kleinste Abstufung bei Brillengläsern.

Fertigbrillen
Neben individuell gefertigten Brillen werden insbesondere als Lesebrillen auch standardisierte Brillen benutzt. Diese haben stets rechts und links Korrektionen gleicher Stärke. Eine Berücksichtigung des Augenabstandes, der Durchblickshöhe und häufig vorliegender Stabsichtigkeit (siehe Astigmatismus) ist nicht möglich. Die Verwendung von Fertigbrillen für den dauerhaften Gebrauch wird von Augenärzten und Augenoptikern nicht empfohlen. Sie sind mehr als “Lesehilfen“ für das gelegentliche Lesen z.B. einer Speisekarte etc. gedacht und auch als solche gekennzeichnet.

Fixation
folgt

Flintglas
folgt

 

Gesichtsfeld
Genau definiert beschreibt das Gesichtsfeld die Gesamtheit derjenigen Objektpunkte, die mit raumfest ruhendem Auge wahrgenommen werden. Mit anderen Worten heißt das, dass das Gesichtsgeld derjenige Bereich ist, den das Augen sehen kann, ohne sich zu bewegen. 

Gesichtsfeldausfall
Werden bestimmte Bereiche des Gesichtsfeldes nicht wahrgenommen, so spricht man von einem Gesichtsfeldausfall. Die Tatsache, dass bestimmte Bereiche des Gesichtsfeldes nicht wahrgenommen werden, lassen noch keine Rückschlüsse auf den Grund dieser Einschränkung zu. So kann man sich vorstellen, dass nach einer Verletzung der Hornhaut eine trübe Stelle zurück bleibt. Wenn dieses Auge nun geradeaus guckt, hat es dort, wo die Trübung “ihren Schatten auf die Netzhaut wirft“ einen Bereich, der nicht wahrgenommen wird. Fallen in einem Bereich der Netzhaut die Nervenzellen aus, so wird auch das davon betroffene Auge “Lücken“ im Gesehenen haben. Gesichtsfeldausfälle können Hinweise auf sehr ernste Augenerkrankungen sein und gehören dringend unter ärztliche Beobachtung!

Glaskörper
siehe “Corpus vitreum“

Glaukom (Grüner Star)
Augenerkrankung mit zeitweise oder dauerhaft erhöhtem oder abgeschwächtem Augeninnendruck 

Gleitsichtglas
Brillenglas für stufenlos scharfes Sehen in allen Entfernungen ohne Trennlinien; auch als Multifokalglas (Vielstärkenglas) bezeichnet.

Grauer Star
siehe “Katarakt“

Grüner Star
siehe “Glaukom“


 

 

 

 

Halbbrille
Unter Halbbrille versteht man landläufig eine Lesebrille, die auf der Nasenspitze getragen wird. Möchte man lesen, so senkt man den Blick soweit, bis man durch die Brillengläser schaut. Für das Sehen in die Ferne, sieht man über die Brille hinweg. (siehe auch “Bildsprung“)

Hemeralopie
Die Nachtblindheit

Heterophorie
Verstecktes (latentes) Schielen. Störung des Gleichgewichts zwischen den äußeren Augenmuskeln. Die Augenachsen weichen bei Ruhestellung von ihrer parallelen Blickrichtung ab.
Damit ein Objektpunkt fixiert werden kann, bedarf es einer zusätzlichen Anstrengung der Augenmuskeln, die zu Beschwerden (siehe Asthenopie) führen können 

Hochbrechende Brillengläser
siehe “Brechzahl“

Hornhaut
siehe “Cornea“


Hornhautscheitelabstand (HSA):
der Abstand zwischen dem Brillenglas (Scheitelpunt) und dem Auge (Hirnhaut), zumeist in Millimetern angegeben. Da bei einem optischen System nicht nur die Stärke der einzelnen Komponenten eine Rolle spiel, sondern auch deren Abstand zueinander, ist bei Brillengläsern ab einer gewissen Stärke der Hornhautscheitelabstand unbedingt zu berücksichtigen. Wird bei einer Augenglasbestimmung mit einem bestimmten Abstand zwischen den Messgläsern und dem Auge gearbeitet, so stimmt bei hohen Werten die festgestellte Stärke der Brillengläser nicht mehr, wenn die nachher ausgesuchte Brille einen anderen Abstand zu den Augen einnimmt. Trägt ein Kurzsichtiger seine Brille weiter vorne auf der Nase als die Messbrille saß, so müssen die Brillengläser stärker sein um scharf zu sehen. Aus diesem Grund benötigen stärker Fehlsichtige für Kontaktlinsen andere Stärken als für Brillen.
Bei Veränderungen des Hornhautscheitelabstandes kann die neue Stärke (S´neu) mit folgender Formel berechnet werden:

neu = 1 + (eneuealt) ×S´alt           wobei "e" in Metern angegeben wird.

Humor aquaeus
Das Kammerwasser.

Hyperopie (Übersichtigkeit)
Fehlsichtigkeit, bei der das Auge im Verhältnis zum Brechwert zu kurz gebaut ist; Lichtstrahlen entfernter Objekte werden beim akkommodationslosen (=entspannten) Auge nach Brechung durch Hornhaut und Augenlinse hinter der Netzhaut gebündelt; auf der Netzhaut erscheint das Objekt unscharf; durch zusätzliche (..und permanente) Anstrengung der Augenlinsen durch Akkommodation wird eine scharfe Abbildung zumindest beim jugendlichen Auge ermöglicht, bzw. "erzwungen"; unkorrigierte Übersichtigkeit kann zu Beschwerden bzw. zu unscharfem Sehen führen.

 

I  

Infrarotschutz
folgt

Inklination
Der Inklinationswinkel gibt die Vorneigung der Brille zum Gesicht an. Genauer müsste man sagen, er beschreibt den Winkel zwischen Brillenglasfläche und vertikaler Blickrichtung. Siehe auch “Zentrierung“.

Intraocularlinse (Im-Auge-Linse)
Kunststofflinse, die anstelle der entfernten Augenlinse (z.B. bei der Operation des Grauen Stars) ins Augeninnere eingesetzt wird

Iris (Regenbogenhaut)
wirkt als Blende und reguliert die ins Augeninnere fallende Lichtmenge.

Iseikonische Brillengläser
Diese Brillengläser werden eingesetzt, um eine Veränderung der Vergrößerung des Netzhautbildes zu erreichen. Besitzt ein Augenpaar stark unterschiedliche Fehlsichtigkeiten (siehe auch “Anisometropie) und benötigt damit Brillengläser in stark unterschiedlichen Stärken, so sehen auch die beiden Augen unterschiedlich große Bilder. Iseikonische Brillengläser haben durch eine entsprechende Glaskurve und Mittendicke eine veränderte Eigenvergrößerung. Begrenzt sind die Ausgleichsmöglichkeiten durch die ästhetischen Anforderungen an ein Brillenglas. Auch wird durch das oftmals sehr hohe Gewicht eines iseikonischen Brillenglases, der Tragekomfort einer Brille stark eingeschränkt. Die meisten Fälle von Anisometropie werden heutzutage mit Kontaktlinsen korrigiert. Hier kann der Stärkenunterschied zwischen den beiden Augen um ein vielfaches höher liegen, ohne dass der Bildgrößenunterschied eine beeinträchtigende Größe erreicht.

 

Kammerwasser
siehe “Humor aquaeus“ 

Kantenfilter
Diese Filter besitzen eine sehr hohe Absorption für bestimmte Wellenlängen (Farben) des Lichts. Stellt man das Verhältnis der Durchlässigkeit zur Wellenlänge graphisch dar, so ist bei Kantenfiltern eine regelrechte Abrisskante im Bereich der Wellenlänge zu erkennen, ab der das Licht absorbiert wird. Die Gläser weisen ab dieser Wellenlänge eine “Kante" in der Lichtdurchlässigkeit auf. Zum Einsatz kommen Kantenfilter in der Augenoptik z.B. als nahezu unsichtbarer UV-Schutz (oftmals nach Staroperationen da dabei die ansonsten gut filternde Augenlinse entfernt wird). Dieser Kantenfilter ist zumeist als UV-400 gekennzeichnet. Das heißt, dass Licht mit einer kürzeren (also aggressiveren)  Wellenlänge als 400nm herausgefiltert wird.

 

Katarakt (Grauer Star)
Mit dem Begriff „Grauer Star“ bezeichnet man Trübungen der Augenlinse, die das Sehen oftmals erheblich behindern. Man kann die Augenlinse mit einer beschlagenen Fensterscheibe vergleichen. Das in das Auge eindringende Licht wird an der trüben Linse gestreut und kann somit kein scharfes Bild auf der Netzhaut erzeugen. Außerdem reagiert das Auge aufgrund der Streuung blendungsempfindlicher. Die Linsentrübung ist an sich nicht krankhaft. Sie schreitet mit dem Lebensalter kontinuierlich fort. Mit der heutigen modernen Technik ist die Operation des grauen Stars denkbar vereinfacht. Während einer relativ kurzen OP-Zeit wird die körpereigene Linse entfernt und ein Kunststoffimplantat an deren Stelle gesetzt. Damit sind die Trübungen entfernt und eine klare Sicht ist wieder möglich. Heutzutage zählt die Katarakt-Operation bereits zu Routineoperationen und wird in vielen Fällen bereits ambulant durchgeführt. Mit Medikamente oder sogar mit einer Brille lässt sich der graue Star weder stoppen noch heilen. Informationen zum Grauen Star gibt Ihnen Ihr Augenarzt.

Kategorien Sonnenschutz
siehe “Sonnenschutz“

Konjunktivitis
Bindehautentzündung; Entzündungsreiz mit vermehrter Blutfülle (rotes Auge), der durch Einflüsse überwiegend aus der Umwelt, aber auch durch Reize aus den äußeren Augenschichten oder der Augenlider hervorgerufen wird

Konservierungsmittel
Konservierungsstoffe spielen in der Augenoptik hauptsächlich im Zusammenhang mit Pflegemitteln für Kontaktlinsen eine Rolle. Aber auch Brillenfassungen aus Kunststoffen sowie die Beschichtungen von Brillenfassungen beinhalten oftmals Beimengungen von Hilfsmitteln zur Verbesserung der Haltbarkeit. Bei

Konkaves Glas
Brillenglas mit zerstreuender Wirkung für Kurzsichtige; Brechwert wird mit negativem Vorzeichen versehen (z.B. - 2 dpt) 

Konvergenz
folgt

Konvexes Glas
Brillenglas mit sammelnder Wirkung für Übersichtige; Brechwert wird mit positivem Vorzeichen versehen (z.B. + 2 dpt)

Korrektion
Ausgleich einer Fehlsichtigkeit bzw. eines Sehfehlers durch Brille oder Kontaktlinsen 

Kratzer (Brillenfassungen)
Verkratze Oberflächen von Brillenfassungen lassen sich oftmals durch Lackierungen bzw. Pulverbeschichtungen (bei Metallfassungen) oder durch eine gründliche Politur (bei Kunststoff- und Naturstofffassungen) entfernen.

Kratzer (Brillengläser)
Verkratzte Brillengläser lassen sich nicht polieren. Verschiedene Wundermittel, die eine “Heilung“ von Kratzern bewirken wollen, sind nicht ernst zu nehmen. Das theoretisch denkbare Polieren von Glasoberflächen würde – abgesehen von der Zerstörung der Entspiegelung etc. – zu einer Veränderung in der Form der Glasflächen führen. Die Folgen wären Schlieren beim Sehen durch diese Gläser, wie man sie evt. von älteren, ungleichmäßig gefertigten Fensterscheiben her kennt.

Kronglas
folgt

Kunststoffgläser
siehe “organisches Glas“

Kurzsichtigkeit
siehe “Myopie“

 

 

 

Lähmungsschielen
folgt

Landoltring
folgt

Lanthan

folgt

Lentikularkulargläser
folgt

Lesefenster
siehe “Zusatzlinse“ und “Addition“

Linse
siehe auch “Augenlinse“
mit dem Begriff “Linse“ werden im allgemeinen optisch wirksame Bauteile bezeichnet. Man spricht von Fotolinsen, Kontaktlinsen, Leselinsen etc.

Lorgnette /Lorgnon
folgt

 

 

Medizinproduktegesetz (MPG)
folgt

Menisken
folgt

Mineralisches Glas (Silikatglas)
es besteht hauptsächlich aus mineralischen Rohstoffen

Minuszylinderbezeichnung
folgt

Mittelpunkt, optischer
folgt

Mittendickenreduzierung
folgt

Monokularsehen
einäugiges Sehen; jedes Auge kann für sich durchaus voll funktionsfähig sein, jedoch entsteht im Gehirn ein Wahrnehmungsbild geringerer Qualität und mit weniger Informationsgehalt als bei der Wahrnehmung mit beiden Augen

Myopie (Kurzsichtigkeit)
Fehlsichtigkeit, bei der das Auge im Verhältnis zum Brechwert zu lang gebaut ist; Lichtstrahlen entfernter Objekte werden nach Brechung durch Hornhaut und Augenlinse vor der etzhaut gebündelt; auf der Netzhaut erscheint das Objekt unscharf

Myopieringe
folgt

 

 

Nachtblindheit (Dunkeladaptationsschwäche)
stark eingeschränkte Anpassungsfähigkeit des Auges an geringe Helligkeit


Nachfahrtauglichkeit
folgt

Nachtmyopie
Kurzsichtigkeit, die nur bei Dämmerung bzw. bei abnehmender Helligkeit einsetzt 

Nachtsehen
siehe “Skotopisches Sehen“

Nahakkommodation
folgt

Nahteil
Mit dem Begriff “Nahteil“ wird zumeist dasjenige Teil eines Mehrstärkenglases bezeichnet, welches für das Sehen in der Nähe konzipiert wurde.
Nahteilformen
folgt

Nervus optikus
Der Sehnerv.

Normalauge
folgt

Normaldruck
folgt

Nullblickrichtung
folgt

Nylorbrille
siehe Fadenbrille

Nystagmus
Auch als Augenzittern bekannt. Der Nystagmus stellt, soweit er im normalen Rahmen besteht, einen natürlichen und sinnvollen Vorgang dar. Durch leichte Augenbewegungen wird verhindert, dass gleiche Nervenzellen zu lange belichtet werden und dadurch eine Reizabschwächung geschehen würde. Vergleichbar ist diese Reizabschwächung mit der bekannten Situation, in der man sich z.B. ein Geldstück auf den Handrücken legt und bei ruhiger Handhaltung dieses nach einiger Zeit nicht mehr spürt. Bewegt man die Hand bzw. die Haut wieder, kann man das Gewicht der Münze wieder feststellen. 

 

 

Oberflächenhärte
folgt

Oberflächenveredelung
folgt

Ödeme
folgt

Okklusionsfolie
folgt

Optische Achse
folgt

Optischer Mittelpunkt
siehe “Mittelpunkt, optischer“

Organisches Glas (Kunststoffglas)
es besteht hauptsächlich aus organischen Rohstoffen und ist bis zu 40% leichter als mineralisches Glas. Organische Brillengläser gibt es aus Materialien verschiedener Brechzahl, wodurch sich die Dicke der Gläser beeinflussen lässt.

P  

 

Papilla
folgt 

Photopisches Sehen
Auch als Tagsehen bezeichnet. 

Phototropes Glas
Brillenglas, dessen Tönung sich der Lichthelligkeit anpasst (phototrop = lichtwendig)

Plexiglas
folgt

Polarisierender Filter
Filter (z.B. Sonnenglas, Sonnenvorstecker) mit optischer Wirkung, um Reflexionen spiegelnder Flächen auszuschalten (z.B. Wasserreflexe). Die Wirkung liegt in der durch eine berechnete Gitterstuktur erreichten Filterwirkung gegenüber Lichtes in einer bestimmten Schwingungsrichtung. Siehe auch "Polarisationsfilter".

Polarisationsfilter
Zumeist als Sonnenvorstecker oder in Sonnenbrillen kommen Filter zum Einsatz, die den Lichtdurchtritt mit Hilfe einer sehr engen Gitterstruktur verringern. Die Tönungsstufe eines normalen Polarisationsfilters beträgt ca. 50%. Die Filterwirkung am Gitter hat den Nebeneffekt, dass Luftspiegelungen, wie sie etwa am Wasser oder über sehr heißen Straßenbelägen auftreten, weggefiltert werden. Die Funktionsweise beruht darauf, dass Licht in diffuser Wellenrichtung auf das Gitter trifft und diejenigen Wellenrichtungen nicht durch das Gitter gelangen, die quer zur Gitterrichtung verlaufen.

Polycarbonat
folgt

Presbyopie (Alterssichtigkeit)
Verminderung der Akkommodationsfähigkeit der Augenlinse durch Alterungsvorgänge der Augenlinse mit Beginn des ca. vierzigsten Lebensjahr;

Prismendioptrien
folgt

Prismenfolie
folgt

Pupille
Öffnung in der Regenbogenhaut; ihre Größe wird in erster Linie durch die Stärke des Lichteinfalls, aber auch durch Naheinstellungsimpuls und andere Einflüsse verändert

Pupillendistanz (PD)
folgt

 

R  

 

Rathenow
Die Stadt Rathenow gilt als “Wiege der deutschen Augenoptik“. Seit über 200 Jahren prägen Erfindungen, Techniken und Produkte aus Rathenow die Entwicklung der Feibnoptik und Augenoptik weltweit. Untrennbar mit der optischen Industrie Rathenows verbunden sind Namen wie Johann Heinrich August Duncker, Emil Busch, die Firmen “Nitsche & Günter“ (NiGuRa), die Emil Busch AG. Zu DDR-Zeiten arbeitet in Rathenow die ROW, nach der Wende siedelten sich Unternehmen der internationalen Optik an. Neben der Firma Essilor ist hier insbesondere die Fielmann AG zu nennen, die - auch aus Verbundenheit mit der Wiege der deutschen Optik - in Rathenow ihr zentrales Produktions- und Logistikzentrum errichtete. Aber auch viele kleinere, zum Teil stark spezialisierte Unternehmen haben sich hier niedergelassen. Allen nutzt die über Generationen entstandene große Fertigkeit vieler Bewohner Rathenow im Umgang mit den Werkstoffen der Optik.

Raumwahrnehmung
folgt

Rechtsichtigkeit
folgt 

Reflexe am Brillenglas
siehe “Entspiegelung“

Refraktionsbestimmung
Bestimmung des Brechwertes des Auges in Beziehung zu seiner Baulänge; mit Hilfe von Probiergläsern werden die Dioptrienwerte von Brillengläsern oder Kontaktlinsen ermittelt, die ein scharfes Bild auf der Netzhaut ermöglichen 

Regenbogenhaut
siehe “Iris“

Reinigung von Brillengläsern
Siehe: “Brillenpflege“

Restreflex
siehe: “Entspiegelung“

Retina (Netzhaut)
in der Netzhaut wird das auftreffende Licht von Rezeptoren in elektrische Impulse umgewandelt und über den Sehnerv an das Sehzentrum des Gehirns weitergeleitet. Bilder, die vor oder hinter der Netzhaut auftreffen, können nicht scharf weitergegeben werden 

Retinopatie
folgt

S  

Sehtest
Siehe auch Refraktionsbestimmung. Ein Sehtest gibt auch Informationen darüber, zu welchen Sehleistungen die Augen in der Lage sind. Insbesondere im Zusammenhang mit dem Führerscheinerwerb kommen die meisten Menschen in Kontakt zu einfachen Sehtests. Hier wird nicht nach eine optimalen Korrektion von Fehlsichtigkeiten gesucht sondern nur festgestellt, welchen Visus (siehe auch Visus) die Augen erreichen und ob dieser zum Führen von Kraftfahrzeugen ausreicht. Mit der Zunahme von Bildschirmarbeitsplätzen gewinnen die entsprechenden Untersuchungen (zumeist durch die Berufsgenossenschaften festgelegt und von Augenoptikern und Arbeitsmedizinern durchgeführt) an Bedeutung. (siehe auch Bildschirmarbeitsplatzverordnung)

Seniler Katarakt (Grauer Altersstar)
durch Verlangsamung des Stoffwechsels kann es ab dem 60. Lebensjahr zu einer Eintrübung der Augenlinse kommen. Ab einer gewissen Eintrübung des Augenlinse erscheint das Auge dem äußeren Betrachter als grau. Auch die Sicht durch eine getrübte Augenlinse läßt alles als grau erscheinen, wodurch sich der Name bildete. Siehe auch "Katarakt".

Scheitelbrechwert
folgt

Schielen
Ein Augenpaar wird als schielend bezeichnet, wenn die Blickrichtung der beiden Augen nicht auf das gleiche Objekt zielt. Neben dem sichtbaren Schielen existieren häufige Fälle von verstecktem Schielen. Hierbei ist das Augenpaar nur unter (bewusster oder unbewusster) Anstrengung in der Lage, gemeinsam Dinge anzusehen. Diese Anstrengung führt oftmals zu sogenannten asthenopischen Beschwerden (siehe Asthenopie)

Schießbrille:
Die Sehanforderungen beim Pistolen-, Bogen- und Gewehrschießen lassen sich in vielen Fällen nicht mit herkömmlichen Brille ausreichend befriedigen. So benötigt der Schütze üblicher Weise eine Abdeckung vor einem Auge und vor dem anderen eine Korrektion, die ihn genau auf seine Zielvorrichtung einstellt. Speziell für diese Aufgabe werden Schießbrillen hergestellt, die eine Vielzahl von Einstellmöglichkeiten besitzen. Zu beachten ist neben der exakten Stärkenbestimmung auch die Körperhaltung während des Schießens, das zentrale, unversetzte Bild und ein möglichst geringes Gewicht der Brille um einen konstanten Sitz zu ermöglichen.

Schminkbrille
Beim Schminken der Augenpartien ist eine normale Brille hinderlich. Die Brillengläser lassen kein einfaches Auftragen von Lidschatten und anderen Kosmetika zu. Schminkbrillen sind so konstruiert, dass sich die Brillengläser einzeln wegklappen lassen. Damit kann dann mit dem einen korrigierten Auge das andere während des Schminkens deutlich gesehen werden. Zu beachten ist, dass die Stärke der Schminkbrille in seltenen Fällen denen der Lesebrille entspricht. Das hängt damit zusammen, dass die Entfernung vom Auge zum Spiegel und zurück berücksichtigt werden muss.

Schutzbrille
folgt

Schwachsichtigkeit
folgt

Sehnerv
siehe “nervus optikus“

Sehschärfe
siehe “Visus“

Simultansehen
folgt

Skibrille
Zum Skifahren ist ein hoher Schutz vor UV-Strahlung notwendig. Zusätzlich soll eine Skibrille die Augen vor Wind und Kälte schützen. Skibrillen sind mit und ohne Korrektionsgläser im Handel. Aus Sicherheitsgründen sollte darauf geachtet werden, dass nur Brillen mit bruchsichern Kunststoffgläsern benutzt werden. Diese bieten sich auch wegen ihrer im Wintersport gefragten geringeren Beschlagwirkung an. Bei Skibrillen mit nachträglich einsetzbarem Korrektionsteil (Brillenträger-Clip) ist zu beachten, dass die Korrektionsgläser nicht so nah am Auge sitzen, dass sie mit den Wimpern berührt werden. Bei Skibrillen mit stark durchgebogenen Gläsern ist zu beachten, dass, wenn diese Gläser gegen solche mit Korrektionswirkung ausgetauscht werden, oftmals eine extreme Dicke bekommen. Außerdem muss der Winkel der Brillengläser zum Auge bei der Herstellung der Gläser berücksichtigt werden da ansonsten Unschärfen und Verzeichnungen das Sehen beeinträchtigen.

Skotom
Ein Skotom ist eine Gesichtsfeldlücke. Bestimmte Bereiche des Gesichtsfeldes können nicht wahrgenommen werden. 

Skotopisches Sehen
Auch als “Nachtsehen“ bezeichnet.

Solarien
folgt

Sonnenschutz
Sonnenbrillen stellen nicht nur einen Augenschutz vor gefährlichen UV-Strahlungen dar. Sie dienen auch der Verminderung von Blendungen der Augen. Nicht alle als “Sonnenbrille“ bezeichneten Brillen befriedigen die verschiedenen Anforderungen. Als Orientierungshilfe und auch um auf mögliche Gefahren (Straßenverkehrstauglichkeit) hinzuweisen, werden Sonnenschutzbrillen in die Schutzstufen 0 bis 4 eingeteilt:

Schutzstufe 0:
leicht getönte Filter für kosmetische Zwecke. Lichtdurchlässigkeit von 80% bis 100%.

Schutzstufe 1:
helle bis mittlere Filter, verwendbar als leichter Lichtschutz in Mitteleuropa. Lichtdurchlässigkeit von 43% bis 80%.

Schutzstufe 2:
Universalfilter. Mittlerer Filter. Als Sonnenblendschutz in Mitteleuropa meist gut verwendbar. Lichtdurchlässigkeit von 18% bis 43%.

Schutzstufe 3:
dunkler bis sehr dunkler Filter Tropen, Subtropen, Südeuropa, Hochgebirge, Schneeflächen, Wasserflächen, Sand. Lichtdurchlässigkeit von  8% bis 18% 

Schutzstufe 4:
extrem dunkler Filter nur bei extremer Einstrahlung, helle Schneeflächen, Gletscher für die Teilnahme am Straßenverkehr nicht geeignet! Lichtdurchlässigkeit von 3% bis 8% 

Spannung auf Brillengläsern
folgt

Sphärisches Glas
die Krümmung der Brillenglasoberfläche ist in allen Punkten gleich (sphärisch = kugelförmig). Diese Form der Glasflächen führt zu Abbildungsfehlern, die ab einer bestimmten Glasgröße und Glasstärke zu merklichen Beeinträchtigungen des Sehens führen können. Eine bessere Lösung stellt in diesen Fällen das asphärische Brillenglas dar. Neben besseren Abbildungseigen-schaften bietet es außerdem den Vorteil der schlankeren Bauweise.

Sportbrille
Zum Sport müssen Brillen nicht nur stabil sein sondern auch leicht und so gebaut, dass das Verletzungsrisiko möglichst gering ist. In den meisten Fällen werden Sportbrillen aus üblichen Metallfassungen hergestellt. Lediglich die üblichen Nasenauflagen werden gegen einen sogenannten Sattel- oder Schlaufensteg ausgetauscht. Diese Form der Nasenstege liegt nicht nur auf den Nasenflanken sondern auch auf dem Nasenrücken auf, was einen festeren Sitz verspricht. Außerdem werden die Bügel mit sogenannten Sportbügelenden versehen, die zumeist aus weichem Kunststoff bestehen und die Brille strammer an den Kopf ziehen. Dadurch soll ein Verrutschen oder gar Verlieren der Brille bei starken Kopfbewegungen verhindert werden. Für einige Sportarten (Skifahren, Schießen, Wasserball) stehen  besondere Brillenformen zu Verfügung. Für Wassersportarten bieten sich Brillengläser aus polarisierenden Materialien an (siehe Polarisationsfilter).

Starglas
folgt

Strabismus
folgt

Superentspiegelung
siehe “Entspiegelung“

 

T  

 

Tagsehen
siehe “Photopisches Sehen“

Tiefenschärfe
folgt

Toleranzen (Brillenfertigung)
folgt

Tönung
folgt

Torische Brillengläser
folgt

Tragrand
siehe “Lentikulargläser“

Transmission
folgt

Trifokalglas
Dreistärkenglas; dieses Brillenglas hat ein Fern-, ein Zwischen- und ein Nahteil und ermöglichst dadurch bei bestimmten Fehlsichtigkeiten ein deutliches Sehen in der Ferne (im oberen Glasteil), in der mittleren Entfernung wie z.B. beim Betrachten von Schaufensterauslagen (im mittleren Glasteil) sowie in der Nähe z.B. beim Lesen (im unteren Glasteil). Das Trifokalglas wurde fast vollständig durch das Gleitsichtglas abgelöst.

Tunneldurchfahrten
folgt

 

U  

 

Überkopfarbeiten
folgt

Überkorrektion
folgt

UV-Filter
siehe “UV-Schutz“

UV-Schutz
Das menschliche Auge muss sich vor Ultraviolettem Licht (UV-Licht) schützen. Die menschliche Hornhaut ist der erste Schutzschild und absorbiert UV-Strahlung bis zu einer Wellenlänge von 300nm. Langwelligere UVB-Strahlung wird nur zu 50%, UVA-Strahlung nur mehr etwa zu 35% absorbiert. Der verbleibende Anteil der UV-Strahlung wird hauptsächlich von der Augenlinse absorbiert. Nach einer Entfernung der Augenlinse (z. Bsp. Bei einer Staroperation) wird ein besonderer Schutz - mittels Kantenfiltergläser - für die empfindliche Netzhaut benötigt.

Bewiesen ist, dass die von Hornhaut, Bindehaut und Augenlinse absorbierte UV-Strahlung zu biologischen Veränderungen führen kann. Der hohe Energiegehalt der Strahlung kann u.a. zu folgenden Schäden am Auge führen: Bindehautentzündung (Conjunctivitis), Schneeblindheit (Photokeratitis elektrika), Begünstigung von Hornhautdegenerationen wie z.B. das Flügelfell (Pterygium), Begünstigung eines grauen Star (Cataract), Netzhautschäden durch UVA-Strahlung. Diese Veränderungen stellen eine Bedrohung für das Auge dar und erfordern stets eine Behandlung durch einen Augenarzt! Wie immer ist die Vorsorge, in diesem Fall durch eine entsprechende Sonnenbrille, besser als eine später notwendig gewordene Behandlung

Zum Schutz der Augen vor UV-Strahlen und Blendung werden  üblicherweise getönte Brillengläser angefertigt. Verschiedene Materialien ermöglichen aber auch einen UV-Schutz, ohne eine sichtbare Tönung / Farbe zu besitzen. Eine ausreichende UV-Filterwirkung ist andererseits nicht durch eine starke Tönung garantiert. Zu beachten ist, dass das Risiko durch getönte Brillengläser ohne UV-Schutz schnell höher ist, als es ohne Brille wäre. Durch die Abdunkelung öffnen sich die Pupillen, um den Augen mehr Licht zur Verfügung zu stellen. Dabei tritt allerdings auch mehr UV-Licht ein, als es bei kleinen Pupillen der geblendeten Augen der Fall wäre.

UV-Licht
Ultraviolettes Licht ist für das menschliche unsichtbar und teilweise aufgrund seiner hohen Energie sehr gefährlich. Es wird in drei Bereiche verschiedener Wellenlängen (und damit Gefahr) eingeteilt:

UVC:
reicht von 100 bis etwa 280 nm. Nur ein geringer Teil davon kommt durch die Ozonschicht und erreicht die Erdoberfläche. 

UVB:
reicht von etwa 280 bis 315 nm und ist z.B. für einen Sonnenbrand verantwortlich oder kann zu Schneeblindheit führen. 

UVA:
reicht von 315 bis etwa 400 nm und ist nur bei dauerhafter und intensiver Einwirkung schädlich. 

V  

 

Vergenz
folgt

Vergrößerung
folgt

Verrollung
siehe “Zyklophorie“

Videobrille
Dieses, derzeit in der Augenoptik hauptsächlich als Hilfe für Menschen mit sehr geringer Sehkraft genutzte Hilfsmittel, befindet sich in der Phase einer sehr erfreulichen Entwicklung. So bieten verschiedene Hersteller (zu nennen ist hier die Oberhausener Firma Göderts) Sehhilfen an, die es mit Hilfe von elektronischen Brillen erlauben, Objekte in verstellbaren Vergrößerungen und Kontrasten anzusehen. Videokameras geben Bilder an die Brille weiter, die wiederum das Bild auf einem virtuellen Bildschirm abbildet. Die Baugrößen und damit das Gewicht dieser Videobrillen lassen derzeit einen Komfort wie bei einer normalen Brille noch nicht zu.

Visus
(Sehschärfe) gibt an, wie nah zwei Punkte beieinander liegen dürfen, damit sie noch als zwei Punkte erkannt werden (ohne zu einem Punkt zu „verschmelzen“). Die Angabe „Visus 1“ sagt aus, dass zwei Punkte, die in einem Abstand von einer Winkelminute (0,0166 Grad) betrachtet werden, als zwei getrennte Punkte erkannt werden. In Mitteleuropa wird durchschnittlich ein Visus von 1,2 erreicht. Der Visus lässt, entgegen der weit verbreiteten Meinung, keine Rückschlüsse auf eine eventuell vorhandene Brillenglasstärke zu. Es ist durchaus möglich, dass ein Brillenträger trotz seiner Stärke von über 10dpt. mit Brille einen Visus von 1,2 oder höher erreicht. Andersherum ist auch eine korrekte Brillenstärke nicht immer eine Garantie für einen guten Visus. Die Sehschärfe ist nicht nur von der Brechkraft des Auges bzw. der Brille abhängig sondern auch von anderen Faktoren wie z.B. der Transparenz der Augen, der Durchblutung und der nervlichen Situation des Augenhintergrundes. Das Verhältnis zwischen einer (nicht korrigierten) Fehlsichtigkeit und dem Visus ist abhängig von der Art der Fehlsichtigkeit. Können Übersichtige (Weitsichtige) je nach Alter eine gewisse Größe der Fehlsichtigkeit muskulär zeitweise ausgleichen, ist Kurz- oder Stabsichtigen (Hornhautverkrümmung) das nicht möglich. Allgemein lässt sich sagen, dass pro halbe Dioptrien Kurzsichtigkeit der Visus sich halbiert. Der Zylinder (korrigiert eine Hornhautverkrümmung) lässt pro Dioprien nur noch die halbe Sehkraft zu. Als Alltagsbeispiel: Mit einer Fehlsichtigkeit von –0,50dpt. erreicht ein Mitteleuropäer, soweit seine Augen sonst in Ordnung sind, in der Ferne nur noch eine Sehkraft von 0,6. Damit würde er einen Führerscheinsehtest nicht bestehen.

Vollkorrektionsbedingungen
Physikalisch ausgedrückt ist die Vollkorrektion eines Auges dann erreicht, wenn RAuge = F´Brille ist. Das heißt, dass der bildseitige Brillenpunkt des Brillenglases mit dem Fernpunkt des Auges zusammenfallen muss.

Einfacher erklärt heißt dass, dass das (Fern-)Brillenglas es dem Auge ermöglichen muss, in entspanntem Zustand weit entfernte Objekte  auf der richtigen Stelle der Netzhaut abzubilden. Dafür müssen verschiedene Faktoren zsammenpassen. Neben den Brillenglasstärken müssen auch die Zentrierdaten exakt ermittelt und verarbeitet werden. Das Brillenglas muss also in Höhe, Neigung, Abstand zum Auge und seitlicher Zentrierung die korrekte Position vor dem einzelnen Auge einnehmen. Zusätzlich ist zu berücksichtigen, dass die zwei Gläser einer Brille gegeneinander die richtige Höhe, den richtigen horizontalen Abstand und auch den richtigen Winkel zur vertikalen und horizontalen Augenebene.

Vorhänger
Auch als “Vorstecker“ oder “Clip-On“ bezeichnet, werden Vorhänger zumeist als Sonnenschutz verwendet. Sie werden mittels eine kleinen Mechanik oder Magneten vor die eigentliche Brille gehängt. Aus Gewichtsgründen kommen fast immer Folienmaterialen mit polarisierenden Filtern zur Anwendung. Vorhänger können auch als Schutz für die Brille und den Brillenträger benutzt werden und sind auch in farbloser Ausführung erhältlich. Vereinzelt existieren sogenannte Nah- und Lupenvorhänger. Diese besitzen eine eigene optische Wirkung zur Ergänzung zu derjenigen der eigentlichen Brille (Trägerbrille).

W

 

Weitsichtigkeit
siehe “Hyperopie“

Wellenlänge
Bestimmte elektromagnetische Strahlen werden vom Auge als Licht wahrgenommen. Mit der Wellenlänge des Licht wird die wahrgenommene Farbe bestimmt. Sichtbar sind für Menschen Wellenlängen zwischen 380nm (Nanometer) und 780nm. Kürzere Wellenlängen werden aufgrund ihrer Farbe als Ultraviloettlicht (UV-Licht) bezeichnet, längere als Infrarotlicht (IR-Licht). Die höchste Empfindlichkeit besitzt das menschliche Auge am Tage im Bereich von 550nm (grün-gelb) und in der Nacht im Bereich von 500nm (blau-grün).

Z  

 

Zentrierfehler
siehe “Zentrierung“

Zentrierung
Die Zentrierung beschreibt zumeist in Millimetern und Grad gemessen die Position von Brillengläsern vor dem Auge. Die Einhaltung der exakt gemessenen Zentrierdaten spielt eine entscheidende Rolle für ein komfortables Sehen mit einer Brille. Nicht eingehaltene Zentrierforderungen sind oftmals der Auslöser für asthenopische Beschwerden (siehe auch “Asthenopie“). Der optische Mittelpunkt wird vom Augenoptiker exakt in die geforderte Position gebracht. Je höher die optische Wirkung eines Brillenglases ist, desto enger sind die Toleranzen zu Fertigung der Brille. Neben der Zentrierung des einzelnen Brillenglases vor das einzelne Auge spielt auch die Zentrierung der Brillengläser zueinander eine große Rolle. Folgende Zentrierdaten finden, je nach Brillenglastyp und –stärke, bei der Ermittlung der Zentrierdaten Beachtung: der Abstand der Pupillenmitte zur Fassungsmitte (siehe auch “Pupillendistanz (PD)“), der Abstand vom unteren bzw. oberen Fassungsrand zur Pupillenmitte, der Abstand der Glasrückfläche zum vordersten Punkt der Hornhaut (siehe auch “Hornhautscheitelabstand (HSA)“, der Winkel zwischen Brillenglasfläche und vertikaler Blickrichtung (auch als “Inklination“ bezeichnet), der Winkel zwischen Brillenglasfläche und horizontaler Blickrichtung (auch als “Durchbiegung“ bezeichnet.)

Zusatzlinse
Mit dem Begriff Zusatzlinse bezeichnet man landläufig nach Nahteil eines Bifokal- oder Trifokalglases. Diese Linsen werden als Zusatz (auch als Additionsteil) zum Hauptglas genutzt. Üblich ist auch die  Bezeichnung als “Lesefenster“.

Zwischenteil
Als Zwischenteil bezeichnet man in der Optik das mittlere Teil des Trifokalglases und den Übergangsbereich des Gleitsichtglases. In beiden Fällen korrigiert das Zwischenteil die Fehlsichtigkeit für eine bestimmte Entfernung zwischen Fern- und Lesebereich.

Zyklophorie
Die gegenläufige Verdrehung der beiden Augen nennt man Zyklophorie oder auch Verrollung. Sie ist augenoptisch nicht zu korrigieren und tritt sehr selten auf. 

 

Gratis Homepage erstellen bei Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!