Das wäre wohl ein bisschen wenig, um das diesjährige eurofestival
der Zupfmusik in Bruchsal zu beschreiben. Dieses
Jahr war das über 1000jährige Bruchsal Veranstaltungsort für
das eurofestival der Zupfmusik des Bundes Deutscher Zupfmusiker
(BDZ). Schon weit vor der Stadtgrenze wurde man
durch große Hinweistafeln auf das bevorstehende Ereignis
aufmerksam gemacht.
In der Stadt angekommen, glaubte man, die ganze Stadt
drehe sich nur um dieses Festival. Überall hingen Plakate, die
zum Teil täglich aktualisiert wurden. Auch die Bürger konnte
man fragen, wenn man mal nicht weiter wusste (da ganget
Sie glei da vorne nüber unn dann kummet se schoo hiee).
Gleich beim Eintreffen im Foyer des Bürgerzentrums empfing
mich ein lautstarkes Sprachgewirr. Fremde Gesichter und vor
allem auch sehr viele vertraute Gesichter blickten mich an. Ein
freudiges Erkennen von Personen, die ich zum Teil schon sehr
lange nicht mehr gesehen hatte, gab mir gleich ein schönes
Gefühl des Angekommenseins.
Was es dort in den 4 Tagen zu hören, zu sehen und zu erleben
gab, wird mich sicherlich noch eine ganze Weile tragen und
inspirieren. Da waren Klänge aus Fernost, Australien, den
USA, vielen weiteren Ländern und vor allem aus Deutschland
zu hören, dass es gar nicht möglich war, all diese Eindrücke
auf einmal zu verarbeiten. In den vielen, gemütlichen Straßencafés
konnte man den Tag in aller Ruhe Revue passieren
lassen, was natürlich zu sehr vielen interessanten Gesprächen
führte.
Die einzelnen Konzerte und Veranstaltungen waren kleine
Kurzreisen in verschiedene Epochen und Kulturen. Wenn mir
auch persönlich nicht alle Literaturauswahl gefallen hat, so war
es doch spannend zu hören, wie facettenreich die Zupfmusik
sich darstellte (von der Avantgarde bis zum Althergebrachten).
Ein wahres Fest der Klänge und Begegnungen.
Die Vielfältigkeit, die unseren Instrumenten und unserer
Musik eigen ist, ist wohl das große PLUS, das es ausmacht,
weiterhin mit großem Engagement für die Interessen unserer
Musik einzutreten. Einfach Klasse fand ich auch das „Saalhopping“.
Jeder konnte sich das für ihn Passende aussuchen und
anhören und war nicht in einem Saal „gefangen“.
Zu guter Letzt einen herzlichen Dank an das Orga-Team,
welches mit perfekter Organisation zu dem Gelingen dieses
Festivals beigetragen hat.