
Bundesverdienstkreuz für Reiner Schwamberger
Auf Vorschlag des Ministerpräsidenten des Saarlandes wurde Herrn Reiner Schwamberger durch den Bundespräsidenten die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Die Verleihung der Urkunde und die Übergabe der Ordensinsignien durch den Minister für Kultur, Bildung und Wissenschaft, Herrn Jürgen Schreier, fand am 26.06.2006 im Festsaal des Rathauses der Stadt Friedrichsthal in einer Feierstunde statt. Zu dieser seltenen und hohen Auszeichnung hatten sich neben Familienmitgliedern, Freunden und Weggefährten des Geehrten auch Repräsentanten des öffentlichen Lebens und Vorstandsmitglieder des Bundes für Zupf- und Volksmusik eingefunden.
Der Kultusminister würdigte Herrn Schwamberger dabei als eine Persönlichkeit, die sich durch ihr Jahrzehnte langes Engagement große Verdienste im Bereich der Musik und der Jugendarbeit erworben habe.
Weit über ein halbes Jahrhundert stand Reiner Schwamberger am Dirigentenpult eines Mandolinenorchesters, davon rund 40 Jahre an der Spitze des Zupforchesters der Naturfreunde Friedrichsthal. Das ist eine lange Epoche, eine Ära, in der Schwamberger Vereinsgeschichte und Gemeindekultur maßgeblich gestaltet und geprägt hat. Wer eine solche Aufgabe so lange und erfolgreich auf hohem Niveau erfüllt, muss künstlerische, organisatorische, erzieherische und soziale Fähigkeiten in sich vereinen.
Reiner Schwamberger verfügt unbestritten über die musikalische Fachkompetenz, Partituren werkgetreu zu interpretieren, Musik lebendig zu gestalten und ein Orchester sicher zu leiten.
Darüber hinaus besitzt er die soziale und pädagogische Kompetenz, Kinder und Jugendliche auszubilden, zu begeistern, zu integrieren und ein gedeihliches Vereinsklima zu stiften. "Die herausragenden Leistungen dieses Orchesters sind ohne seine umfangreiche ehrenamtliche Unterrichtstätigkeit nicht denkbar", betonte Minister Jürgen Schreier.
Er skizzierte den Lebenslauf und den musikalischen Werdegang des Geehrten, beschrieb Erfolge und Höhepunke des Zupforchesters, verwies auf Konzertreisen, erfolgreiche Teilnahmen an internationalen Wertungsspielen, CD-Produktionen und Rundfunksendungen.
Der Minister hob hervor, dass das ehrenamtliche öffentliche Wirken nicht an den Grenzen des Heimatorchesters aufhörte. Reiner Schwamberger bekleidete neben seinem Dirigentenposten auch einige Jahre das Amt des Bundesmusikleiters, und er war in anderen Ämtern im BZVS-Vorstand mehr als 20 Jahre tätig. Auch als Kreisdirigent und Kreisvorsitzender hat er lange Jahre gewirkt. In seiner Ägide hat er sich für die Intensivierung einer qualifizierten musikalischen Weiterbildung für Spieler und Dirigenten im Rahmen der "Rehlinger Kurse" stark gemacht. Er hat sich als Lehrgangsdozent einen Namen erworben und maßgeblich am ersten Literaturverzeichnis für Zupfinstrumente mitgearbeitet. Seine persönlichen Begegnungen und Erfahrungen mit den "Größen" seiner Zeit wie Wölki, Konietzny, Behrend, Ochi, Clambour, fanden in seinem weiteren musikalischen Wirken starken Widerhall.
Schwambergers Vorliebe galt zwar der Renaissance- und Barockmusik, dennoch hat er aber stets die Neuentwicklungen in der gesamten Bandbreite authentischer Zupfmusik in seinen Programmen berücksichtigt. Besondere Aufmerksamkeit erzielte sein Zupforchester durch seine beispielhaften Standards im Orchesterklang und in der Spielkultur. Mit seiner vielseitigen geschmackvollen Programmauswahl konnte Herr Schwamberger mit dem Zupforchester Friedrichsthal stets ein breites Publikum ansprechen und begeistern.
Für sein jahrzehntelanges erfolgreiches kulturpolitisches Wirken und die herausragenden Verdienste um die saarländische Zupfmusik wurden Reiner Schwamberger höchste Ehrungen und Anerkennungen zuteil, wie die Ehrenmitgliedschaft des BZVS, die Leo-Clambour-Medaille und die Ehrenmedaille des Kultusministers.
Bereits zu Beginn der Feier brachte Bürgermeister Werner Cornelius in seinem Grußwort seine hohe Wertschätzung zum Ausdruck. Als Hausherr und über viele Jahre regelmäßiger Gast der Festkonzerte des Zupforchesters Friedrichsthal sprach er Herrn Schwamberger
für dessen kulturpolitisches Wirken und insbesondere für die positive Imagepflege der Stadt Friedrichsthal Dank und Anerkennung aus.
Unter den weiteren Rednern gefiel die lebendige Ansprache von Bundesehrenmitglied Josef Schuh, der über gemeinsame Erinnerungen aus den Gründerjahren memorierte und die Glückwünsche des BZVS-Präsidiums überbrachte.
Den würdigen musikalischen Rahmen bei der Feierstunde bildete "sein" Orchester. Unter Leitung des Sohnes Raimund Schwamberger musizierte das Zupforchester Friedrichsthal auf bekannt hohem Niveau zwei auserlesene Musikstücke.
Mit bewegten Worten bedankte sich Reiner Schwamberger und lud seine Gäste zum Umtrunk ein.
Hier darf angemerkt werden: Vor gut einem Jahr hat sich Reiner Schwamberger vom Dirigentenpult verabschiedet. In einer konzertanten Feierstunden an gleichem Ort übergab er den Dirigentenstab an seinen Sohn Raimund. Ein Festredner rückte damals folgende Leistungen Schwambergers in den Blickpunkt seiner Laudatio:
- Er hat jahrzehntelang die ihm unterstellten Orchester kompetent, engagiert, loyal und selbstlos geleitet und seinen Musikern damit viele, viele Erfolgserlebnisse vermittelt.
- Er hat das Friedrichsthaler Zupforchester zu einem saarländischen Spitzenorchester geformt und hat eine vorzügliche Literaturpflege betrieben. Rundfunk- und CD-Aufnahmen dokumentieren die hohe Spielqualität des Ensembles.
- Er hat Hunderte von Schülern auf Zupfinstrumenten ausgebildet, hat sie zu einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung und aktiven Alltagskultur geführt.
- Er hat mit seiner Musik Abertausende von Menschen erfreut und begeistert. Denn Musizieren und Musikdarbietung mit Menschen und für Menschen ist nicht nur eine kulturelle, sondern eine ungemein wertvolle soziale und humane Dienstleistung !!!
- Er hat mit seinem Zupforchester der Naturfreunde Friedrichsthal als kultureller Werbeträger die Stadt Friedrichsthal während 4 Jahrzehnten in zahlreichen europäischen Ländern positiv bekannt gemacht.
- Er hat mit dem Orchester bei den vielfältigen Konzerten und Reisen als Kulturbotschafter unseres Landes die saarländische Zupfmusik und den BZVS allezeit gebührend und würdig vertreten.
- Er hat in seinen ehrenamtlichen Vorstandsämtern auf Kreis- und Bundesebene (BZVS) herausragende Leistungen vollbracht und viel Zeit, Engagement, Ideen und Verantwortung eingebracht zum Wohl der saarländischen Zupfmusikbewegung.
Dieser Würdigung schließt sich der Bundesvorstand des BZVS aus vollem Herzen an und beglückwünscht Herrn Reiner Schwamberger zu der besonderen hohen Auszeichnung des Bundesverdienstkreuzes.
Edwin Mertes, im Juli 2006
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Saarbrücker Zeitung
D I E N S T A G, 1 3 . J U L I 2 0 1 0 SUL
Zupforchester der
Naturfreunde beim
Festival in Bruchsal
Friedrichsthal. Alle vier Jahre
veranstaltet der Bund Deutscher
Zupfmusiker (BDZ) ein großes
Musikfest mit dem Ziel, den aktuellen
Stand der Zupfmusikszene
zu präsentieren und eine
Plattform für den nationalen und
internationalen Austausch zu
bieten. Bruchsal war in diesem
Jahr Gastgeber des Festivals für
rund 1200 Teilnehmer aus vielen
Nationen und Kontinenten.
Mit dabei: das Zupforchester
der Naturfreunde Friedrichsthal
unter Leitung von Raimund
Schwamberger. Die Musiker traten
im Ehrenbergsaal des Bürgerzentrums
auf.
Mit dem Ständchen für Solo-
Mandoline und Zupforchester
des Dudweiler Komponisten
Heinrich Konietzny und der
Abendmusik von Kurt Schwaen
begeisterte das Orchester das
Publikum. Stefan Strauß überzeugte
mit seiner einfühlsamen
Interpretation der Solostimme
des Ständchens. Nach ihrem Auftritt
erhielten die Friedrichsthaler
Lob und Anerkennung von
Kritikern, Dirigenten und Komponisten.
Raimund Schwamberger
zeigte sich sehr zufrieden mit
der Leistung seines Orchesters.
Das Zupf-Festival diente jedoch
nicht nur dem musikalischen
Austausch der Zunft, sondern soll
auch dem Laien Lust auf Mandoline,
Gitarre, Laute oder Balalaika
machen. Im Foyer des Bürgerzentrums
in Bruchsal fand während
des Festivals die größte Notenausstellung
für Zupfinstrumente
statt. Rund 1,5 Tonnen Noten
waren zu bestaunen. Eine
große Instrumentenausstellung
in der Bruchsaler Musik- und
Kunstschule vervollständigte das
Angebot. Im Mittelpunkt stand
jedoch der Hörgenuss – mit den
unterschiedlichsten Stilrichtungen.
Musik aus der Frühzeit der
Zupfmusik, der Klassik, der Renaissance
über Blues, Jazz bis hin
zu modernen, avantgardistischen
Klängen.
Nach Angaben von Raimund
Schwamberger gaben sich auf
dem musikalischen Spielfeld
auch die Stars der Zunft ein Stelldichein,
wie beispielsweise Gertrud
Weyhofen (Mandoline), der
mit dem Echo-Klassikpreis ausgezeichnete
Michael Tröster (Gitarre),
Steffen Trekel, Professor
Olaf van Gonnissen, Franz Fellner
und Barbara Pommerenke-
Steel.