THEATER
Dank eines aufmerksamen Fans (Stef) bin ich heute auf zwei Theaterproduktionen gestoßen, in den Meike mitgewirkt hat, die mich dazu inspiriert haben, diese Seite zu erstellen!
Aus dem Prinz Regent Theater, Bochum:
| "Die Arabische Nacht" |
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von Roland Schimmelpfennig mit: Ute Kaiser, Anja Kleinhans, Tunc Denizer, Martin Molitor und Leopold von Verschuer
Inszenierung: Sibylle Broll-Pape Dramaturgie: Jan Demuth Ausstattung: Sibylle Broll-Pape, Tom Haarmann
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| Beschreibung: |
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Es war einmal ... vergessen Sie's. Die Zeit der Märchen ist vorbei. Für Scheherazade war es noch überlebenswichtig, so viele wie möglich zu kennen und erzählen zu können: auf diese Weise verzögerte sie ihre Hinrichtung durch ihren eifersüchtigen Gemahl, den Kalifen von Bagdad, vom Abend bis zum Morgen, tausendundeine Nacht lang. Wäre Scheherazade eine moderne Mitteleuropäerin gewesen, ihr Kopf wäre schon in der ersten Nacht gerollt. Für uns und in diesen Zeiten und Breiten spielt das Märchen keine wichtige Rolle mehr. Oder doch?
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| Was wäre, wenn ... so ließe die Eingangsformel des modernen Märchens sich umschreiben. Was wäre, wenn in einem bislang unauffälligen sozialen Wohnungsbau in Deutschland aus Gründen, die dem Hausmeister Lomeier schleierhaft bleiben, das Wasser versiegt und durch die tristen Etagen plötzlich ein Hauch der Sahara weht? Wenn die Wohngemeinschaft der Deutschen Franziska Dehke und der Araberin Fatima Mansur plötzlich empfindlich gestört wird, weil Fatimas Verlobter Kalil sich im unpassenden Moment aus dem steckengebliebenen Fahrstuhl befreit? Wenn die Dehke ihm nackt hinterherläuft und vorgibt, sie wisse nicht, was sie da eigentlich tue und wer sie überhaupt sei? Wenn Fatima, rasend vor Eifersucht, zum Küchenmesser greift? Wenn Karpati, der Voyeur aus dem Nachbarblock, plötzlich verschwindet und vom Couchtisch her ein schwaches Rufen dringt? Obwohl dort nichts als eine Flasche Cognac steht? Wenn sich auf allen Stockwerken die Nachbarsfrauen mit einem Schlag in lüsterne Haremsdamen verwandeln und aus den Träumen der schlafwandlerischen Franziska die Stimme einer rachsüchtigen Sultansgattin dringt: "Sei verflucht. Auflösen sollst du dich, verloren sollst du gehen, an nichts mehr wirst du dich erinnern von dem was du einmal gewesen bist. Unglück sollst du bringen über jeden der deine Lippen küßt, und nie mehr sollst du den Mond sehen, bis du eines Nachts zu dem wirst, was du in Wahrheit bist."? |
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Der Berliner Autor Roland Schimmelpfennig läßt in diesem ebenso humorvollen wie melancholischen Stück die Welten von Orient und Okzident, Wachen und Traum, Magie und Realität aufeinanderprallen. In einem fast kriminalistisch anmutenden sprachlichen Vexierspiel stellt er unsere Alltagswahrnehmungen in Frage. Lustvoll zerlegt er unsere angestammten Vorstellungen von Identität in Einzelteile und setzt sie überraschend neu zusammen, wie einer, der aus den Scherben eines deutschen Zwiebelmusters die Mosaiken der Alhambra formt. |
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"Narrenturm (UA)" |
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von Franzobel ensemble für städtebewohner
mit: Elfie Elsner, Meike Schlüter, Juliane Werner, Christian Wittmann, Klaus Zwick Regie: Christoph Coburger
| Beschreibung: |
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Eine makabre, vergnügliche, philosophische und lästerliche Reise durch die Tollhäuser des Theaters und der Weltgeschichte. Der österreichische Kaiser Josef II., Sohn der Maria Theresia, litt zeitlebens unter seiner katholischen Übermutter und der Untreue seiner Frau, die ihn ausgerechnet mit seiner eigenen Schwester betrog. Kein Wunder, daß er in Wien den Narrenturm bauen ließ, die erste Bewahranstalt für Geisteskranke in Europa überhaupt.
Heute beherbergt der Turm eine umfangreiche Sammlung pathologischer Anatomie-Präparate. Und durch dieses medizinische Gruselkabinett geistert noch immer Franz Josef mit seiner Frau und seiner Mutter, aber auch so skurrile Gestalten wie die sprachdeformierte Pathologin Dr. Spatzak, der Narrenschiffskapitän Abhab und die nymphomane Krankenschwester Flugfut.
Ihnen allen legt der österreichische Dichter Franzobel eine aberwitzig poetische Sprache in den Mund, die ihn einzigartig macht unter den Autoren seiner Generation. Der Berliner Regisseur und Komponist Christoph Coburger hat sich ihrer mit der ganzen Sensibilität des Musikers angenommen und den Text in eine sanft verrückte Spielpartitur voll versponnener Gedanken und traumverlorener Gesänge verwandelt.
Eine Koproduktion von: prinz regent theater Bochum, Forum Freies Theater Düsseldorf, sophiensaele Berlin, donaufestival Niederösterreich.
Gefördert von: Landeshauptstadt Düsseldorf, Stiftung Kunst und Kultur, Ministerium für Städtebau und Wohnen, Kultur und Sport des Landes NRW und Hauptstadt Kulturfonds.
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(Autor: nicht angegeben) |
Quelle: http://www.prinzregenttheater.de
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Aus der Theaterzeitung vom 26.01.1999 (als Beilage der Kieler Nachrichten):
Der Komet kommt! Meike Schlüter liest Weltuntergangs-Texte
Hatte Nostradamus recht? Kommt 1999 das Ende der Welt? Wenn ja, dann sollten Sie am Donnerstag, den 25. Februar um 20 Uhr unbedingt ins Planetarium der Kieler Fachhochschule kommen und sich von der Schauspielerin Meike Schlüter mit klassischen Apokalypse-Texten auf dieses feierliche Ereignis einstimmen lassen. Begleitet wird die 4. Planetariums-Lesung am künstlichen Firmament von majestätischen Kometeneinschlägen, imposanten Weltbränden und splendiden Supernovas von vernichtender Grandezza. Kommen Sie und nutzen Sie die einmalige Gelegenheit, das Ende der Welt gleich zweimal mitzuerleben. Denn sollte es eines schönen Tages tatsächlich soweit sein, dann können Sie lässig abwinken und sagen:"Weltuntergang? Kenn' ich schon!"
Kartenvorverkauf an der Kasse des Planetariums, Knooper Weg 62:freitags 19.000-20.30 Uhr, samstags 21.00-22.30 Uhr. Die Kartenzahl ist sehr begrenzt! Restkarten an der Abendkasse.
Quelle: http://www.planetarium.fh-kiel.de/
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Pressemitteilungen des Kulturreferats der Stadt Karlsruhe zusammen mit dem Arbeitskreis kulturelle Öffentlichkeitsarbeit für die Zeit August bis September 1996
Badisches Staatstheater (in der Hauptstadt *ggg*)
Baumeisterstraße 11, 76137 Karlsruhe
Telefon: 0721/35 57-2 32, Fax: 0721/37 32 23, Anna-Renate Sörgel
Schauspiel
Ich, Feuerbach
Schauspiel von Tankred Dorst
Premiere am 28. September 1996, 20.30 Uhr, Großes Haus, während des Theaterfests des Badisches Staatstheaters
Inszenierung: Yvonne Lötz
Kostüme: Katrin Köhler
Dramaturgie: Sabine Christl
Feuerbach ist Schauspieler und kommt zum Vorsprechen. Die Rolle muß er haben. Das ist seine letzte Chance auf ein Comeback, nach sieben Jahren. Zum Vorsprechen wurde er bestellt, aber der Regisseur ist nicht da, überhaupt niemand ist da, der seinen Tasso anhören will, nur ein Lümmel von Regieassistent, der nicht mal Shakespeare kennt, geschweige denn Feuerbach. Feuerbach war einmal berühmt, der Wunsch nach dem Höchsten hat in ihm gebrannt und hat ihn ausgebrannt und mit Wasser wollte er es löschen, er hat das Theater unter Wasser gesetzt, damals.
Daß er aber jetzt wieder der alte, oder besser gesagt, ein neuer Mensch ist, will er beweisen, doch man läßt ihn demütigenderweise warten, bis sich das Feuer allmählich wieder in ihm ausbreitet und alles auffrißt, was ihn zusammenhält. Als sich der Regisseur endlich ankündigen läßt, hat Feuerbach seinen größten Auftritt schon hinter sich...
Das Stück »Ich, Feuerbach« von Tankred Dorst, das das Badische Staatstheater Karlsruhe am 28. September 1996 herausbringt, handelt nicht nur über einen aus der Balance geratenen Künstler, sondern über den verzweifelten Kampf des Menschen um Identität und Achtung und über seine Existenz zwischen Sein und Schein - das Leben im Theater und das Theater im Leben.
Die Regie übernimmt Yvonne Lötz, die mit dieser Inszenierung ihre Diplomarbeit im Fach Regie an der Frankfurter Hochschule für Musik und Darstellende Kunst ablegt. Feuerbach wird von Peter Kollek dargestellt, den Regieassistenten spielt Andreas Storm, Meike Schlüter übernimmt die Rolle der Frau.
Tankred Dorst, geboren 1925 in Oberlind bei Sonneberg in Thüringen, gehört zu den wichtigsten lebenden Dramatikern in Deutschland. Für sein gewaltiges Werk aus beinahe 30 Jahren wurde Dorst mit zahlreichen Auszeichnungen wie dem Mülheimer Dramatikerpreis und dem Georg-Büchner-Preis geehrt.
»Wie können wir leben? fragen alle Stücke meines Theaters: welche Macht treibt uns zu unseren Taten und zu unseren Verbrechen, zu unserem Wahnsinn - welche dunkle Phantasiebewegung treibt uns schließlich in den Krieg und in das Ende von allem? Nichts ist sicher und die Wahrheit, um die wir uns lebend und schreibend bemühen, bleibt unauffindbar.« (Tankred Dorst)
Quelle: http://www.karlsruhe.de/Kultur/KiK/Archiv/aug9604.htm