Schnittwunden

 

Zusammenfassung

Schnittverletzungen führen meist zu tiefen, glattrandigen und stark blutenden Wunden. Die Versorgung von Schnittwunden sollte durch einen Arzt erfolgen. Bei starker Blutung besteht die Gefahr eines Kreislaufschocks, hier steht die rasche Blutstillung im Vordergrund. Werden Schnittwunden optimal behandelt, dann heilen sie meist problemlos ab. Zurück bleibt lediglich eine kleinere oder eventuell auch größere Narbe.

 

Allgemeines

Schnittwunden entstehen durch die Einwirkung scharfer Gegenstände auf die Haut. Im Outdoor - Sport können solche Verletzungen beispielsweise durch einen Sturz in ein Gebüsch, durch den Zusammenprall von Skifahrern oder sonstigen Unfällen entstehen.Außerhalb des Sports erfolgen Schnittwunden oft im häuslichen oder beruflichen Umfeld und vor Allem natürlich bei Verkehrsunfällen. Wegen des Verletzungsmechanismus sind bei Schnittwunden die Wundränder glatt begrenzt, meist besteht auch eine heftige Blutung. Oberflächliche Schnittwunden stellen meist keine problematische Verletzung dar, bei tiefen Schnittverletzungen dagegen besteht immer die Gefahr von Begleitverletzungen. Dabei können durchaus schwer wiegende Verletzungen von Nerven, Blutgefäßen oder Sehnen auftreten. Wenn keine Begleitverletzungen vorliegen, heilen Schnittwunden bei schneller und richtiger Versorgung meist komplikationslos.

 

 

Symptome

Typische Symptome einer Schnittverletzung sind, neben dem Wundschmerz, eine mehr oder weniger starke Blutung. Bei tiefen Wunden mit Begleitverletzungen von Sehnen oder Nerven kann es zu Bewegungseinschränkungen, Lähmungen oder Gefühlsstörungen kommen

 

 

Sofortmaßnahmen

Bei der Erstversorgung von derartigen Verletzungen ist unbedingt darauf zu achten, dass Schutzhandschuhe verwendet werden, um sich vor Infektionen mit HIV oder Hepatitis zu schützen!Um den Blutverlust so gering wie nur möglich zu halten, ist die sofortige Hochlagerung des verletzten Körperteils besonders wichtig. Als nächste Maßnahme erfolgt darauf die Abdeckung der Wunde mit sterilem Verbandsmaterial. Sollte die Blutung durch diese Maßnahmen nicht zum stehen kommen, muss auf die Wunde - und damit auf die Arterien im Wundbereich - Druck ausgeübt werden. Durch festes Aufdrücken des Verbandsmaterials mit der Hand wird im Notfall eine Blutung am einfachsten und am sichersten reduziert. Der nächste Schritt der fachgerechten Wundversorgung ist das Anlegen eines Druckverbandes. Mit einem richtig angelegten Druckverband ist es möglich, über einen längeren Zeitraum einen kontinuierlich wirkenden Druck auf die Wunde einwirken zu lassen. Durch diese äußerst einfachen Maßnahmen können auch vom Ersthelfer so gut wie alle Blutungen gestoppt werden. Allerdings ist ein Druckverband nicht bei allen Schnittwunden möglich. Bei Verletzungen im Bereich des Halses, muss das Verbandsmaterial durch einen Helfer so lange direkt auf die Wunde gedrückt werden, bis die Blutung steht. Die weitere Versorgung muss dann aber innerhalb weniger Stunden durch einen Arzt erfolgen.Bei extrem starken Blutungen mit Verletzungen großer Arterien kann es gut möglich sein, dass weder das manuelle Aufpressen des Verbandmaterials noch ein Druckverband die Blutung zum stehen bringt. Um den Verletzten zu retten, bleibt in diesen Fällen nur die Unterbrechung der Blutzufuhr zur verletzten Stelle. Dabei wird der Puls der zuführenden Schlagader aufgesucht und die Arterie gegen einen darunter liegenden Knochen gedrückt. Die geeignete Stelle beispielsweise für den Oberarm befindet sich am innenseitigen Rand des Bizeps. Bei großen Blutungen des Beines ist die Mitte der Leistenbeuge zum Abdrücken besonders gut geeignet. Wegen schwerster Folgeschäden, die nicht selten zum Verlust von Gliedmaßen führen können, ist von dem Abbinden einer Extremität jedoch abzusehen.

 

 

Therapie und Verlauf

Tiefere Schnittwunden werden nach Möglichkeit primär verschlossen, also genäht, geklammert oder mit Gewebekleber geklebt. Zur Wundversorgung wird meist eine örtliche Betäubung (Lokalanästhesie) gesetzt, sodass die Behandlung ohne Schmerzen durchgeführt werden kann. Allerdings ist ein solcher primärer Wundverschluss nur bei frischen Wunden möglich. Wenn eine primäre Wundversorgung möglich war, dann heilt die Wunde in aller Regel auch komplikationslos ab. Bei Wunden die älter als vier Stunden sind, kommt es zur so genannten offenen oder sekundären Wundheilung. Diese ist wesentlich langwieriger und führt oft zu unschönen Narben.Bei Schnittwunden im Bereich eines Gelenkes, muss das Gelenk eventuell mit einer Schiene ruhig gestellt werden, um das Zusammenwachsen der Wundränder zu fördern. Beim anschließenden täglichen Verbandwechsel wird die Wundheilung überprüft und vor Allem auf das Vorhandensein von Infektzeichen, wie Rötung, Schwellung, Schmerz, Überwärmung oder eitriger Sekretausfluss, geachtet. Beim Auftreten eines dieser Zeichen sollte umgehend der Arzt konsultiert werden. Nach 7-14 Tagen erfolgt die Entfernung des Naht- oder Klammermaterials.

 

Rehabilitation

Auf Wassersport und Vollbäder sollte bis zur Entfernung des Naht- oder Klammermaterials verzichtet werden, duschen ist jedoch problemlos möglich. Auch hier gilt: Findet sich die Wunde im Bereich eines Gelenkes, welches bei der jeweiligen Sportart beansprucht wird, sollte während der Wundheilung mit dem Sport etwas pausiert werden.

 

Prophylaxe

Die beste und einfachste Vorbeugung gegen Hautverletzungen ist, sofern möglich, wie z.B. beim Sport oder am Arbeitsplatz, das Tragen einer geeigneten Schutzausrüstung (Handschuhe, Helm, Knieschützer, etc). Außerdem hilft umsichtiges und kluges Verhalten, viele Verletzungen zu vermeiden.

 

Prognose

Schnittwunden heilen bei richtiger Versorgung meist ohne Probleme gut ab. Zurück bleibt jedoch eine Narbe. Bei ungünstig verlaufenden Narben, etwa senkrecht zur Beugefalte oder über ein Gelenk, kann es in Folge von Schrumpfungen des Narbengewebes zu einer Einschränkung der Beweglichkeit im betroffenen Gelenk kommen. Unter Umständen ist in diesen Fällen eine operative Korrektur notwendig. Auch hier können Wundinfektionen den Heilungsprozess erheblich beeinträchtigen und in die Länge ziehen.


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