wie behandle ich Narben

Narbenbehandlung

Im Laufe des Lebens führen manche größere oder kleinere Verletzungen zu Narben, die für die Betroffenen unter Umständen eine starke kosmetische Beeinträchtigung darstellen können. Vor allem Narben an exponierten Körperstellen werden als störend empfunden. In den warmen Sommermonaten, wenn am Strand Bikini oder Badehose einzige Bekleidungsstücke sind, wird der Leidensdruck besonders hoch. Narben stellen jedoch nicht nur ein kosmetisches Problem dar. Sie können mitunter erhebliche Schmerzen verursachen oder, wenn sie in der Nähe von Gelenken liegen, auch zu Einschränkungen der Beweglichkeit führen. Narben entstehen bei der Heilung von Wunden, die in tiefere Schichten der Haut reichen. Durch eine gute Wundversorgung ist es möglich, den Wundheilungsprozess zu unterstützen, so dass die Haut mit nur geringer Narbenbildung abheilt. Doch auch bereits vorhandene Narben können heute erfolgreich behandelt werden. Zwar gibt es noch keine Möglichkeit, sie vollständig zu entfernen, jedoch können überschießende Narben durch die Anwendung verschiedener Methoden wie Narbenmobilisierung, Auftragen spezieller Salben, Narbenpflaster oder mittels operativer Verfahren deutlich verkleinert werden.

 

Definition

Bei einer Narbe (lat. cicatrix) handelt es sich um derbes, meist weißliches, faserreiches, zell- und gefäßarmes Gewebe, das sich im Rahmen der Wundheilung nach vorangegangenem Gewebsuntergang bildet und das ursprüngliche Körpergewebe ersetzt. Im günstigsten Fall liegt dieses Ersatzgewebe im Niveau der umgebenden Haut, häufig allerdings auch darüber (überschießende Narbenbildung, "hypertrophe" Narbe) oder darunter (mangelnde Narbenbildung, "atrophe" Narbe).

Das Wort Narbe ist seit dem 12. Jahrhundert dokumentiert (mittelhochdeutsch narwe) und stammt von dem im Deutschen untergegangenen Adjektiv narwa- mit der Bedeutung "eng" ab. Der Begriff bezeichnete demnach ursprünglich die Verengung der Wundränder während der Wundheilung. Seit dem 18. bzw. dem 19. Jahrhundert existieren die Ableitungen narbig (früher: narbicht) mit der Bedeutung "mit Narben bedeckt" und vernarben mit der Bedeutung "abheilen". Zu beachten ist auch die übertragene Bedeutung von Narbe für die Bezeichnung von Unebenheiten auf der Haarseite von gegerbtem Fell, die mit Wurzelfasern durchsetzte Oberfläche des Erdbodens (Grasnarbe) und das obere Ende des Fruchtknotens von Blütenpflanzen.

 

Entstehung

Narben bilden sich im Laufe des Wundheilungsprozesses bei größeren Substanzverlusten durch Verletzungen, Geschwüre, Entzündungen oder örtlichen Gewebstod, bei tieferen Verbrennungen und nach operativer Gewebsdurchtrennung.

Die Haut besteht aus drei funktionellen Schichten: Oberhaut (Epidermis), Lederhaut (Dermis) und Unterhaut (Subcutis). Bei Verletzungen dieser Hautschichten ist der Körper in der Lage, entstandene Defekte durch Regenerationsprozesse zu verschließen. Findet dabei ein Ersatz des Substanzverlustes durch funktionell gleichartige Zellen statt und wird auf diese Weise der Normalzustand des Gewebes wiederhergestellt, handelt es sich um eine vollständige Regeneration. Bei einer Durchtrennung der Oberhaut bis in die tiefer gelegene Lederhaut kommt es jedoch zur Zerstörung des gefäßreichen Bindegewebes, das für den spezifischen Zellersatz zuständig ist. Der entstandene Defekt wird durch funktionell minderwertiges Ersatzgewebe aufgefüllt, das schwächer durchblutet wird und weniger elastisch ist als das ursprüngliche Gewebe. Auf diese Weise entsteht eine sichtbare Narbe, die zunächst meist leicht erhaben und rötlich gefärbt ist. Im Laufe der Zeit gleicht sie sich dem Hautniveau an und beginnt zu verblassen.

 

Narbentypen

  • Atrophe Narben

Werden bei der Wundheilung zu wenig Ersatzfasern für das zerstörte Gewebe gebildet, entstehen grübchenartige, unter dem Niveau der umgebenden Haut liegende Narben, so genannte atrophe Narben. Sie sind häufig eine Folge von Akne.

  • Hypertrophe Narben

Mitunter, vor allem nach schweren Verbrennungen, tritt eine überschießende Narbenbildung auf. Die Narbe wölbt sich dabei über das Niveau der angrenzenden Haut. Beschränkt sich die verstärkte Narbenbildung auf das Wundgebiet, handelt es sich um so genannte hypertrophe Narben. Solche Narben sind meist derb und werden von den Betroffenen als kosmetische Störung empfunden. Liegen sie in der Nähe von Gelenken, kann es zu Funktionsbeeinträchtigungen kommen.

  • Keloid

Dehnt sich überschießendes Narbengewebe auch auf die angrenzenden Hautareale aus, wird diese Wundheilungsstörung als Keloid bezeichnet. Keloide sind derb, stark gerötet und verursachen häufig Juckreiz oder Druckschmerzen. Die oberste Hautschicht von Keloidnarben ist meist sehr dünn und leicht verletzbar. Ursächlich für die Bildung hypertropher Narben bzw. von Keloiden wird eine lokale Bindegewebsbildungsstörung vermutet, bei der ungeordnete Kollagenfasern entstehen. Die Neigung zur Ausbildung solcher Narben ist individuell verschieden. Sie entstehen insbesondere dann, wenn die Wunde während des Heilungsprozesses starken Zugkräften (z.B. durch häufige Bewegung) ausgesetzt ist.


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