bericht

Ich zog am 28.12.2001 von Freiberg in Sachsen nach Koblenz. Im Internet hatte ich einen Mann kennengelernt, der mir beim Start in einen neuen Lebensabschnitt, der nun beginnen sollte, behilflich war. Dafür werd ich ihm immer dankbar sein, denn durch seine Hilfe ist diese Liebe zu dieser wunderschönen Stadt entstanden. Als ich mit dem Möbelwagen in Freiberg startete, mussten wir erst mal das Auto vom Schnee befreien. Alles war tief verschneit. An die Fahrt bis nach Koblenz kann ich mich kaum erinnern. Sie war angenehm, dass weiß ich noch....XXX (da soll ein smiley rein...) In Koblenz angekommen wurden meine Sachen abgeladen und erst mal in einer Garage untergebracht. Das Möbelauto fuhr zurück und für mich gab es zu dem Zeitpunkt kein Zurück mehr. Ich atmete tief durch und genoss es mal nicht zu wissen was auf mich zukam.
Ich war im Oktober schon mal für eine Woche in Koblenz, um mir eine Wohnung anzusehen und zu einem Vorstellungsgespräch für einen Job. Es war eine wunderschöne Woche. Mir wurde von meinem Bekannten so viel von Koblenz und Umgebung gezeigt, dass ich mich schon damals in die Stadt verliebte. Dabei war mein allererster Eindruck fürchterlich und das erste was ich dachte war " Wie kann man nur hier leben wollen?"

Aber dazu muss ich noch weiter ausholen und zum Juli 2001 zurück kehren. Durch meinen Internetbekannten lernte ich den Sender SWR3 kennen. In Freiberg war der freilich nicht im Radio zu empfangen, also hörte ich ihn immer via Internet. Und im Juli 2001 war wie jedes Jahr "Arena of Sound" und ich beschloss in Stuttgart dabei zu sein. Also fuhr ich da hin... eigentlich mit einer ganz bestimmten Absicht.... nämlich vielleicht schon mal durch Koblenz zu schlendern...
So fuhr ich dann am 7. Juli 2001 nach Stuttgart verlebte einen wunderbaren Nachmittag und Abend. Als um 2 Uhr dann alles dort vorbei war, beschloss ich direkt nach Koblenz zu fahren... doch unterwegs wurde ich müde und schlief eine Stunde auf einem Parkplatz. Dann fuhr ich weiter und kam kurz nach 6 Uhr an und dann sah ich auf eine riesige Stadt und da schoss mir der Gedanke... wie kann man nur hier leben... durch den Kopf. Ich schiebe es heute einfach auf meine damalige Übermüdung.

Ich fuhr einfach immer weiter... kannte mich da ja so gar nicht aus. Da sah ich plötzlich einen Wegweiser zum Fort Asterstein... dieses Fort kannte ich durch meinen Internetbekannten. Ich trat auf die Bremse und stellte den Wagen ab. Ich konnte ja nicht mitten an der Straße stehen bleiben. Ich hab damals gar nicht überlegt was ich mache. Als ich auf die Bremse trat... ich hab das Schild nicht nur gesehen, sondern war auch schon dran vorbei und mein Blick fiel auf eine Mauer des Fort´s... legte ich den Rückwärtsgang ein und fuhr rückwärts ohne zu schauen, ob Folgeverkehr war in die nächste Straßenmündung. Da parkte ich dann und lief zum Fort.
Als ich dann davor stand hatte ich Herzrasen und begann sogar zu weinen. Ich rief meinen Internetbekannten an um ihm zu sagen, wo ich gelandet bin... Ich war so überwältigt von diesem Reduit in der Morgendämmerung... seit dem war es mein Lieblingsort in Koblenz. Ich verbrachte dann 5 Stunden mit warten und lesen. Mein Internetbekannter ging nämlich nicht ans Handy... er schlief noch... logischerweise... wer steht sonntags schon früh auf, wenn er es nicht muss und er wußte ja nicht mal, dass ich nach Koblenz komme.
Er hatte mir ein Buch mit einem Bericht über das Fort Asterstein geschickt... das hatte ich natürlich mit. Ich las es in den Stunden des Wartens. Und ging immer wieder an das Tor was mich vom Betreten des Innenhofes abhielt und versuchte das Gelesene zu entdecken. Es war eine Ruhe und ein Gefühl des inneren Friedens in mir da oben. Aber leider war das Wetter wechselhaft und kühl.



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