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Über den Wert der Tiere - und die Ehrlichkeit... Autor: Tierarzt Dr.Pache, der mittlerweile leider verstorben ist. Bei den Diskussionen über die Notwendigkeit und die Grenzen des Tierschutzes, prallen die extremsten Standpunkte aufeinander. Da sind zu einen die rein wirtschaftlich orientierten Fleischproduzenten mit ihren Vertriebssystemen. Das sind nicht einfach böse Menschen, sondern Geschäftsleute und Landwirte, die in einer Zeit des immer härter werdenden Konkurrenzkampfes die rationellste Methode der Gewinnmaximierung suchen, um ihre Organisationen, ihren Chef und ihre Familie zufriedenzustellen. Emotionale Gedanken über beseelte, tierische Lebewesen werden als unproduktiv bis geschäftsschädigend empfunden und damit abgelehnt. Auf der anderen Seite steht die Gruppe der Tierschützer, die häufig unter sich so zerstritten sind, das sie eigentlich keines äuseren Feindes mehr bedürfen. Die Differenzen der engagierten Tierfreunde sind auch verständlich, wenn man sich deren vielschichtige Anliegen genauer ansieht. Was ist ein Tier wert ? Bei allen Diskussionen zum Thema Tierschutz ist die Kernfrage immer wieder der Wert des Tieres. Ja, was ist denn nun der Wert eines Tieres? Ich las vor geraumer Zeit einen sehr schönen Spruch (Autor unbekannt) : "Den Wert eines Tieres nach seinem Nutzwert zu benennen, hieße die Mona Lisa nach ihrem Heizwert einzustufen." Mahlzeit oder Freund ? Nun, jeder Mensch wird seine eigene Meinung dazu haben. Ich persönlich meine: Ob ein Hase ein köstlicher Braten oder das Liebste auf der Welt ist, hängt weniger vom Hasen, als vielmehr von dem Gefühl ab, das ihm der Mensch entgegenbringt. Im ersten Fall wird sich ein Koch in seiner geschätzten Kunst üben und seinen Gästen ein besonderes Mahl bereiten, im anderen Fall hat etwa ein Kind an einen Hasen vom selben Bauernhof sein Herz verloren und bringt diesem flauschigen Etwas alle kindliche Liebe entgegen. Den Koch nun als herzlosen Mörder und das Kindergefühl als kindisches Getue zu bezeichnen, wäre für mich engstirning, scheinheilig, arrogant und anmaßend. Um Geld und Macht Hier hilft nur das Abgehen vom weitverbreitenden Schwarz-weiß, Gut-böse-Denken. Die Welt ist farbig und die lebbare Wahrheit liegt meist in der Nähe der Mitte. Die Tatsache aber, daß viele Tierschützer und deren Organisationen sich gegenseitig aufs erbitterste bekämpfen (wobei ich von meinen Wanderjahren weiß, daß dies weder ein österreichisches noch ein deutsches Phänomen ist), ließ mich bereits vor Jahren argwöhnen, daß es hinter der schützend über die Tiere gehaltenen Hand um sehr viel mehr geht, nämlich um die aus Politik und Wirtschaft so sattsam bekannten Motive wie Macht und Geld und um simple menschlich-natürliche Bestrebungen wie schneller, besser und größer zu sein als andere. Nein, ich will keineswegs moralinsauer daherreden, bin ich doch selbst nicht frei von derlei Ehrgeiz. Was mir halt überhaupt nicht paßt, ist die Unehrlichkeit, die Tatsache, daß mancherorts Macht- und Geldspiele unter dem Deckmantel der Tierliebe betrieben werden. Kontraproduktiv Und diese Unehrlichkeit, die Verschleierung der wahren Anliegen, verhindern häufig die sachliche Auseinandersetzung. Zum einen kann man auf die Argumente des Gegners nicht eingehen, wenn die wahren Gründe verschwiegen oder abgeleugnet werden, zum anderen redet man solange aneinander vorbei, bis aus dem Versuch, sich zusammenzureden, nur mehr ein Auseinanderstreiten geworden ist. Und das Ergebnis ist, daß man dabei im Eifer der Gefühle, das eigentliche gemeinsame Ziel, den Tierschutz, aus den Augen verliert. Dies nützt vor allen den Tierschutzgegner und ich halte diese Uneinigkeit für mitverantwortlich dafür, daß wir es noch immer nicht geschafft haben, ein einheitliches, bundesweit geltendes Tierschutzgesetz zu schaffen, in dem das Tier ein Tier und keine Sache ist. Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular! |
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