drag-on

Drag-on

Alben: 1. The Opposite of H2O

Der HipHop unterliegt einer immerwährenden Wandlung. Alle paar Jahre erneuert sich das Genre, definiert sich neu und verändert sich. Der Zeitgeist wird überprüft, auf den neuesten Stand gebracht und manchmal wird sich alter Roots besonnen, die dann plötzlich wieder hip sind. Und es gibt immer ein paar führende Stimmen, die diese Selbsterneuerung antreiben. Da gab es die "Native Tongues" der Ghettos, dann die "Leaders Of The New School", das "bad-attitude" á la Naughty By Nature, Geheimbünde im Sinne des Wu-Tang Clans oder etwa verbalen Selbstdarstellungen von u.a. Nas und B.I.G. Die jetzt aktuelle Szene prangert soziale Gegensätze an und der ungeschliffene, rauhe und harte Stil zurückgekehrt - wie die Chart-Erfolge von beispielsweise den Ruff Ryders eindringlich belegen. Auf diesem Fundament, das die Ryders legten, konnten neue Künstler wie DMX, The Lox oder der Produzent Swizz Beatz erfolgreich wachsen - und jetzt kommt der nächste Act, der seinen unauslöschlichen Stempel auf das Selbstverständnis des HipHops drückt: Drag-On!

"Ich bringe das Feuer", sagt Drag-On. "Wenn ich mit dieser Industrie fertig bin, werden Gebäude brennen, denn ich bin das Feuer. Ich werde Flammen bringen, Hitze, heißen Dampf, Schweiß, eben alles, was dazugehört." Und Drag-On scheint einen guten Start zu haben. Denn zusätzlich dazu, dass er auf den drei Multi-Platin-Alben von DMX mitmachte, sein Können auf den beiden Ruff Ryders-Album "Ryde Or Die Vol. 1" & "Ryde Or Die Vol. 2" beisteuerte, hat Drag dem DJ Clue-Gold-Album "The Professional" den richtigen Biss verpasst, war auf dem "The Belly Soundtrack" (Gold) ebenso mit von der Partie wie auf Harlem World’s Gold-Album "The Movement" und der aktuellen Compilation "Turf Stories". Gar nicht so schlecht für jemanden, der ein Sprachproblem hat, der stottert.

"Das ist der Grund, warum ich so oft 'youknowwhuti'msayin' sage", gibt er zu, "ich sage das oft - anstatt zu stottern..." "Mein Stottern hat aber keinen Einfluss auf meine Rhymes", sagt Drag-On. "Denn wenn ich brenne, bin ich in einer anderen Dimension, nicht im Hier und Jetzt, sondern sonstwo, an einem ganz anderen Ort." Und so präsentieren sich die Verse von Drag-On eben wie... Feuer. Sie sind mitteilsam und provozierend, sie bauen auf, sie reißen nieder oder zerstören. Sein Flow ist einzigartig, innovativ; er flackert, knistert, verbindet Spannung und Entspannung - eben in Drag-Ons ganz besonderer Art und Weise. Wie sagt er auf dem Track "Ryde Or Die": "You wrong tryin' to touch me / What kind of shit you on? / You better throw your boots on / Your unflameable suits on… / Tryin' to out the flames / What are you firemen? / Step back, it's a hell of a draftback / 'Cause my fire it retires me."

"Der Name Drag-On kommt von dem 'Dragon', dem Drachen", erklärt der Rapper. "Mein Nick war 'Dragon', weil alles, was aus dem Maul eines Drachen kommt, Feuer ist. Und das sagten die Leute über mich - das ich, wann immer ich den Mund aufmache, Feuer verschleudere." In der Bronx geboren und aufgewachsen, kam Drag-On durch seinen Onkel das erste Mal zum Rap. "Als ich noch ganz klein war, war er immer am Reimen, trommelte auf Tischen, ließ seinen speziellen Flow fließen", erinnert sich Drag. "Ich liebte das. Seine Stimme, wenn er rappte." Aber die Dinge änderten sich, als Drag-On 9 Jahre alt wurde: "Er wurde verhaftet", sagt Drag. "Also nahm ich einen Stift zur Hand und begann zu schreiben, um die Zeit zu überbrücken, die er im Gefängnis saß." Drag reimte und hörte dabei Songs von Rakim, Kool G Rap, Slick Rick und Big Daddy Kane.

Die vielen Jahre des Schreibens und des Übens zahlten sich dann schließlich aus, als Drag-On Ruff Ryders Darrin Dean traf und kennenlernte, während er als Straßenverkäufer arbeitete und Sweaters, Jeans, Jacken, Hüte etc. in Harlem’s 125th Street verkaufte. ("Wir hatten einen der größten Verkaufstische dort!") Dean, der ein Bekannter von Drag-Ons Verkaufs-Partner war, zeigte sich von Drags scharfsinnigen Texten aus dem Stand tief beeindruckt und lud ihn kurzerhand zu einer Studio-Session zu DMXs "It’s Dark and Hell Is Hot"-Album ein. "Sie versuchen immer, dich zu testen, um zu sehen, ob du es auch unter Studio-Bedingungen schaffst", sagt Drag-On. Im Studio musste er dann neben DMX bestehen... "Er spuckte seine Reime aus, ich spuckte meine Reime raus - aber ich konnte bestehen. Damals war ich 17." Jetzt, mit 19 Jahren (2000), hat Drag-On fast 40 Songs im Gepäck, die das Material seines Debüt-Albums "Opposite Of H20" stellen. "Und wenn das Album erscheint, wird das Feuer auflodern", sagt Drag.

Flame On!


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