Zeichnerischer Lebensweg
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Ich habe schon von klein auf sehr gerne gemalt. Das fing schon im Kindergarten an. Damals war ich noch so schüchtern, dass ich mich nie getraut habe mit jemandem zu reden und bin deshalb immer an den Maltisch gegangen, an dem ich auch meistens den ganzen Vormittag verbrachte. Ich beobachtete gerne Menschen und versuchte schon damals so real wie möglich zu malen.
Das ging so bis zur Grundschule, in der ich langsam lernte mit anderen Leuten normal zu reden und in Kunst immer eine eins bekam. Auf der weiter führenden Schule hatte ich dann endlich "richtigen" Kunstunterricht und eine wirklich tolle Lehrerin, von der ich sehr viel gelernt habe in den zwei Jahren die ich auf dem Gymnasium verbracht hatte.
Nach der sechsten Klasse musste ich dann auf die Realschule wechseln, da ich sonst das Schuljahr nicht geschafft hätte. Der Wechsel war ziemlich schlimm für mich, da ich auf dem Gymnasium nun ein paar sehr gute Freunde hatte und ich nun wieder ganz von vorne anfangen musste. Anfangs war es auch wirklich die Hölle für mich. Die Leute waren einfach ganz anders als auf dem Gymi und da ich Probleme damit habe mich anzupassen, galt ich sehr lange als Außenseiterin.
Erstrecht als ich vor lauter Einsamkeit damit anfing die Wände der Mädchentoiletten zu bemalen. Wenn ich heute davon erzähle laufe ich immer rot an, weil ich mich so dafür schäme, aber zu dieser Zeit war ich einfach mehr als einsam und wusste nicht, was ich mit den Pausen anfangen sollte. Tja, es kam wie es kommen musste: Ich wurde irgendwann erwischt und musste einen Nachmittag in der Schule damit verbringen die Toilettenwände zu schrubben.
Ab der achten Klasse hatte ich dann Kunst als Hauptfach gewählt, was ich dann aber sehr schnell bereute, da meine Lehrerin nie mit uns malte, sondern nur werkte. Ich versuchte in jedem neuen Projekt einen Weg zu finden etwas zu malen, aber das war garnicht so einfach.
Erst jetzt, am Ende der zehnten Klasse, haben wir ein Designprojekt gemacht und ich konnte mich so richtig mit meinem Stift austoben :)
Bis zur zehnten Klasse zeichnete und malte ich einfach alles, was ich sah und was ich mir ausdachte. Mein erstes Portrait malte ich aus einer Zeitschrift ab. Ich war mit dem Ergebnis (das ich leider nicht mehr finde) mehr als zufrieden, obwohl es furchtbar aussah ;)
Als ich dann meine erste Homepage veröffentlichte, kam ich durch Zufall auf die Idee einen "Portraitservice" anzubieten (die ersten "Werke" daraus findet ihr hier). Allerdings sahen auch diese Anfangsportraits sehr bescheiden aus. Bis ich ein Auftragsbild zusammen mit einer Freundin aus dem Internet anfertigte, habe ich nichtmal auf Schattierungen im Gesicht geachtet! Naja, aber ich denke ab da ging es dann bergauf mit den Portraits.
Als ich die Seite www.Zindy.Zone.dk das erste mal sah, war ich motiviert, weil ich auch unbedingt so zeichnen wollte wie sie. Von da an ging ich auch des öfteren auf die Suche nach weiteren Kunst-Seiten im Internet um mir Anregungen anderer Künstler anzusehen.
"Gimli" war meiner Meinung nach mein erstes richtg gelungenes Portrait. Ich hatte ihn für eine Freundin gemacht. Es hatte zwar ewig gedauert bis ich ihn fertig hatte (ca. 3 Monate), aber ich war und bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis.
Daraufhin stürzte ich mich noch mehr in die Welt des Portraits und experimentierte auch mit verschiedenen Techniken wie Rötel oder Kohle. Inzwischen zählt Rötel zu meiner Lieblingstechnik. Ich liebe seine Farbe! Er verleiht einem Gesicht so viel Wärme und Ausdruck!
FAQ
"Was malst du am liebsten an einem Portrait?" - Was ich am liebsten male sind Haare! ich liebe es einfach Strich für Strich und verschiedene Struckturen zu zeichnen. Worauf ich bei einem Menschen allerdings als erstes achte ist der Mund. Ich weiß auch nicht warum, aber ein schöner Mund fasziniert mich :)
"Möchtest du später einen Beruf ausüben, der etwas mit Kunst zu tun hat?" - Mehr oder weniger schon! Mein großer Traum ist es Buchhändlerin zu werden und später meinen eigenen kleinen Buchladen zu haben. Auslöser dafür war der Film "Email für dich" und darin der kleine "Laden um die Ecke" :) Für mich hatte das nie etwas mit Kunst zu tun, aber als ich das meiner Kunstlehrerin erzählte, nachdem sie mich fragte, ob ich etwas mit Kunst machen wolle, sagte sie erleichtert "Das hat ja auch etwas mit Kunst zu tun". Ich könnte nie einen Beruf ausüben, in dem ich gezwungen bin etwas unter Zeitdruck zu malen. Das funktioniert bei mir einfach nicht. Ich brauche manchmal wochenlange Pausen ehe ich ein Bild fortsetzen kann.
"Zeichnest du jeden Tag?" - Nein, während der Woche eher selten. Da beschäftige ich mich mehr mit meiner Homepage. Nur wenn unser Modem mal wieder einen Aussetzer hat und ich nicht ins Internet kann, zeichne ich auch während der Woche. Die meisten Bilder vollende ich am Wochenende.
"Ist es nicht langweilig immer nur zu zeichnen?" - Naja, was heißt "immer nur"? Wie gesagt zeichne ich an Schultagen eher selten. Am Wochenende finde ich es kein bisschen langweilig. Ich freue mich immer darauf mich vor den Computer zu setzen und ein Bild abzuzeichnen. Es hat erstens etwas beruhigendes an sich und zweitens wird man dadurch besser. Wenn ich zeichne kann ich mir nichts schöneres vorstellen!
Fragen kamen von Klassenkameraden und Lehrern