
Hier eine kleine Auswahl an Filmen, die wir gesehen haben, und die es uns wert oder nicht wert waren, eine Kritik über sie zu schreiben. Wie unschwer zu erkennen ist, bewerten wir nach einem 10-Punkte-System, wobei ein ausgefüllter Kreis einen und ein leerer Kreis logischerweise einen nicht gegebenen Punkt bedeutet.
Filme, die im allgemeinen von jedem auf dem Planeten eh als Kult- oder Gottfilme verehrt werden oder zumindest verehrt werden sollten, werden hier nicht behandelt (wie beispielsweise Fight Club oder The Matrix), da eine Vorstellung dieser natürlich absolut überflüssig und eine volle Punktzahl selbstverständlich unabdingbar ist.

25. The Way of the Gun llllllllll
Cool. Verdammt cool. Diese stylische UND stilvolle Gangsterballade sollte man sich nicht entgehen lassen. Benicio del Toro, Ryan Phillippe (Selbst ER ist hier gut!), Juliette Lewis und James Caan in den Hauptrollen, Christopher McQuarrie als Autor und auf dem Regie(klapp)stuhl. Wer sich jetzt fragt, wer zum Geier Christopher McQuarrie ist, sei mit folgendem Faktum gemaßregelt: Der Autor des gottverdammten "Die üblichen Verdächtigen", der mit "The Way of the Gun" seine erste Regiearbeit präsentiert, und das natürlcih glänzend. Der Film wird nicht nur den hohen Erwartungen, sondern gar dem Titel gerecht: Live by the gun, die by the gun.
24. The Killer lllllllllm
Hier ist er: Der Film, der dem Hongkong-Kino, insbesondere dem Bloodshed-Subgenre, international zum absoluten und wohlverdienten Durchbruch verhalf (d.h.: die Filme liefen nicht mehr ausschließlich in Bahnhofkinos). John Woo führt Regie, Chow Yun Fat (bekackte Amateure kennen ihn evtl. aus "Replacement Killers" oder "Tiger & Dragon") und Danny Lee spielen die Hauptrollen in einem wahrhaft visionären Actionthriller um Ehre, Freundschaft, Verrat und vollautomatische sowie unfaßbar viele und laute und ununterbrochen benutzte Schußwaffen. Kamera- und Schnitttechniken inspirierten anno 1989 beispielsweise gar Elite-Regisseure wie Martin Scorsese, der die von John Woo erfundenen Freeze-Frames kaum ein Jahr später in "Goodfellas" unterbrachte. Abzüge gibt's lediglich für fast schon schnulzige Melodramatik und - peinlich! - aus "Red Heat" entliehenen Musikstücken. Trotzdem: Auf jeden Fall ansehen; den Film gibt's unterm Ladentisch auch ungekürzt auf DVD.

23. Ein Lied von Liebe und Tod - Gloomy Sunday llllllllll
Ein herzzerreißend schöner sowie tragischer Film. Budapest Anfang des 20. Jahrhunderts - ein glanz- und prunkvolles jüdisches Restaurant, der Konflikt einer Dreiecksbeziehung vermengt mit dem bitteren Beigeschmack des Nazionalsozialismus, Selbstmorde, späte Rache... und das fast unerträglich melancholische "Lied vom traurigen Sonntag", welches den Film begleitet.

22. Wahnsinnig verliebt lllllllmmm
Ein schöner Film, der anfängt mit einer nicht allzu glücklichen Liebelei und plötzlich eine völlig unerwartete Wendung zeigt, die den Film zwar ausmacht, die es aber an dieser Stelle nicht zu verraten gilt. Auch bei Liebeskummer ansehbar, da nicht gerade herzzerreißend-kitschig.

21. Im Vorhof der Hölle lllllllllm
Wer Gangster- und Mafiaepen mag, wird "State of Grace" (so der wesentlich passendere Originaltitel) lieben. Es geht um einen Ex-Gauner aus Hell's Kitchen, NYC, der als Undercoverbulle in sein heruntergekommenes Viertel zurückkehren muss, um seine alten Kumpel von der irischen Flannery-Gang hochzunehmen. Klingt 08/15, ist aber das genaue Gegenteil davon. Brillant spielen Sean Penn, Gary Oldman und Ed Harris in einem extrem atmosphärischen, ganz schön gewalttätigen und ziemlich dramatischen Thriller, der in einem phantastischen Showdown allem den Garaus macht.
20. Fulltime Killer lllllllmmm
Mal wieder ein stylischer Bloodshed-Film aus Hongkong! Die (etwas dünne) Story um Tok und O, die um den Rang des besten Profikillers in Gesamtasien konkurrieren, ist von Regisseur Johnnie To (u.a. "Running out of Time") actiongeladen und blutig inszeniert worden, vor allem in cinematographischer Hinsicht geradezu exzellent. Solche Kameraeinstellungen und SloMo-Shootouts können eben nur aus Hongkong kommen. Viele gute Ideen und Ansätze; mal sehen, wann Hollywood kommt und eben diese Ideen klaut.
19. Requiem for a Dream llllllllll
Dieser Film zeigt die Realität. Nicht gut für 'nen lustigen Abend oder wenn man danach noch auf 'ne Party will. Gut aber, wenn man eh aufhören möchte, Drogen zu nehmen.
Nachtrag: Dieser Film ist ein Kunstwerk. Requiem for a Dream selbst ist wie eine Droge. Zunächst erfreut man sich an stylischer Optik, Substanz und Schnitt (erinnert euch das an irgendwas?), doch je länger man drauf ist, desto mehr werden einem ebendiese Dinge zum Verhängnis. Das Statement ist klar: Jeder hat seine Droge, egal, um was es sich handelt. Wird das Leben mit der Droge zum Leben für die Droge, wird der Turn zur Realität und die Realität zum gelebten Albtraum. Absolut verstörend und schonungslos.

18. Im Juli llllllmmmm
Ein absolut unkitschiger Liebesfilm, der trotz vorhersehbarem Ende Spannung und Witz enthält. Wunderschön und zum Träumen.






12. Clerks / 13. Mallrats / 14. Chasing Amy / 15. Dogma / 16. Jay & Silent Bob strike back / 17. Jersey Girl (befindet sich in der Post-Production) llllllllll
Die komplette Kevin Smith-Kollektion. Jeder einzelne Titel ist eine der witzigsten und geistreichsten Komödien der Welt, die stets auch einen Bezug zur Realität haben. (Mal abgesehen von J&SBsb - auch extrem witzig, leider jedoch ohne clevere Dialoge und lebensnahe Handlung. ) Wer die Kevin Smith-Filme kennt, muss sie einfach lieben. Wer sie nicht kennt, sollte dies dringend nachholen - und zwar sofort!
11. Braindead llllllllmm 
Der witzigste Film aller Zeiten und der Beweis dafür, dass Peter Jackson nicht nur durch "Herr der Ringe" seinen Ruhm verdient hat. Wen Rasenmäher, ein selbstständiges Innenleben, sowie fickende Zombies nicht abschrecken, sollte sich dieses Meisterwerk unbedingt ansehen (allerdings empfiehlt es sich durchaus vorher und nicht währendessen zu essen).

10. Die Killerhand lllllllmmm
Jeder, der nichts anderes tut als den ganzen Tag fernzusehen, zu kiffen und zu schlafen, sollte sich mittels diesen Films über die Konsequenzen klar werden. "Trägheit ist des Teufels Ruhebett". Sehet und staunet welch sonderbares Eigenleben eure Extremitäten entwickeln können.
9. American Psycho llllmmmmmm
Würde eigentlich eher in die Kategorie der Buchtipps gehören, aber als kleinen, ja beinahe schon harmlosen Vorgeschmack sollte man sich diesen Film ansehen. Und wieder stellt sich die Frage: Was ist schlimmer, das Produkt oder die Gesellschaft, die es dazu machte und es nicht wahrhaben will?
8. Nazis für die Schweine llllllllll
DER Independent-Film schlechthin. Brutalität, Sex, Drogen, Hintergründigkeit, Humor, geschliffene Dialoge, Sozialkritik und jede Menge Spannung. Wer diesen Film nicht kennt oder nicht mal Leute kennt, die ihn kennen, sollte sich schämen. Also ab in die Szene-Videothek eures Vertrauens und ausleihen - oder gleich kaufen!

7. True Romance lllllllmmm
Nach 'Reservoir Dogs' der zweite Film, der die Menschheit auf Quentin Tarantino aufmerksam machte - in diesem Fall jedoch nur als Drehbuchautor. Brillant von Regisseur Tony Scott inszeniert, besticht True Romance vor allem durch seine ausgeklügelten Dialoge und durch die beeindruckende visuelle Umsetzung. Obendrein noch jede Menge Cameos - sehr löblich vor allem natürlich Brad Pitt (und Samuel L. Jackson und Christopher Walken und Dennis Hopper und...). Manchmal bringt Hollywood eben doch die eine oder andere Perle hervor.
6. Drei Freundinnen und ein Liebhaber lmmmmmmmmm
Ein sehr seichter Film ohne Spannung, der sich absolut nicht aufdrängt, Noch geistloser als Olli Geißen und so interessant, als würde man aus dem Fenster gucken. Andie McDowell in einer Rolle, die ihr wie auf den Leib geschrieben scheint. Weder romantisch noch komödiantisch. Für Frauen ab 60 sehr zu empfehlen.
5. Der Fluch von Darkness Falls mmmmmmmmmm
Eigentlich sollte man annehmen, die Zeit der billig zusammengeschusterten Slasher-Movies sei - nach der zweiten Welle in den 90ern - vorbei. Es wäre verdammt nochmal besser so gewesen, dann bliebe einem ein Wannabe-Gruselfilm wie dieser, in dem eine einstmals nette alte Dame nun als fliegendes Gespenst mit einem Gesicht wie ein für lau abgekupferter Jason Vorhees/Freddy Krüger-Verschnitt ein Kaff in den USA terrorisiert und dabei offenbar ganz üble Nasennebenhöhlenprobleme hat, erspart. Nicht spannend, nicht blutig, und schon gar nicht gruselig. Nicht mal unfreiwillig komisch. Ganz besonders ätzender Film, lieber 'ne Schachtel Zigaretten kaufen. (Eintrittspreis 2,99 € in der Passage 2, Brhv.)
4. Ichi the Killer llllmmmmmm 
Gewalt. Blut. Sadomasochismus. Yakuza-Gangs. Dieser Film von Takashi Miike lässt sich irgendwie schwer bewerten. Einerseits hat er eine interessante Erzählstruktur und Gemetzel bis zum Abwinken, andererseits wirkt das Ganze ziemlich unausgegoren. Die Story um einen verschwundenen Yakuza-Boss, den verstörten Auftragskiller, der ihn umbrachte und den noch verstörteren Gegenspielers zerrt an den Nerven, sowohl im positiven als auch im negativen Sinne. Naja, zieht's euch rein. Diesen Film gibt's hier zwar nicht (und höchstwahrscheinlich auch NIEMALS), dafür aber in unseren liberalen Nachbarstaaten.
3. Bad Taste llllmmmmmm
Der Titel ist in erster Linie voll und ganz zutreffend. Geschliffene Dialoge, eine ausgeklügelte Handlung sowie oscarreife Filmmusik unterstreichen die phänomenalen Effekte. Peter Jacksons erster Film und zugleich ein netter Versuch, einen unterhaltsamen Splatterfilm zu kreieren. Für das mehr als niedrige Budget durchaus fast schon gelungen - immerhin schaffte Jackson kaum 4 Jahre später den Einzug in den Splatter-Olymp (s.o.).

2. Ocean's Eleven lllllllmmm
Der durchgestylste Film aller Zeiten. Ein absolutes Staraufgebot, chillige Musik, mellow Atmosphäre - und dabei vollkommen unaufdringlich, ohne jedoch zu seicht zu sein. Der fescheste Casinoraub der Hollywood-Geschichte.


1. Per Anhalter durch die Galaxis/ Das Restaurant am Ende des Universums llllllllll
Absolut genial. Diese 6-teilige BBC-Verfilmung der Romane Douglas Adams' ist neben Monty Python so ziemlich das witzigste, was England je hervorgebracht hat. Wer die Geschichte um den Erdenbewohner Arthur Dent, dessen Heimatplanet aufgrund interstellarer Umbaumaßnahmen gesprengt wird, und seinen außerirdischen Freund Ford Prefect bisher noch nicht zu sehen vermochte, hat absoluten Nachholbedarf. Beschäftigt nicht uns alle die Frage, warum die Menschheit soviel Zeit ihres Lebens mit dem Tragen von Digitaluhren verbringt, ohne die unsere Existenz nicht den allergeringsten Sinn ergeben würde? Wer weiß das schon? Die Antwort auf alle unsere Fragen ist hier zu finden: 42.
