Eßstörungen

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Das Krankheitsbild der ,,Anorexia nervosa" und der ,,Bulimia nervosa"

Magersucht und Bulimie sind zwei Essstungen, denen dieselben Ursachen zugrunde liegen und deren Ziel das gleiche ist, n舂lich abzunehmen. Es sind im Prinzip zwei sehr 臧nliche Essstungen, bei denen sich das Erscheinungsbild ebenfalls nicht besonders unterscheidet. Oftmals ist das eine vom anderen gar nicht zu trennen, denn viele Betroffene pendeln entweder zwischen den beiden Krankheiten hin und her oder rutschen von der einen, in die andere.
Die Magersucht, fachlich Anorexia nervosa genannt, ist eine suchtartige Essstung, bei der im Allgemeinen die Nahrungsaufnahme verweigert wird. Am h舫figsten tritt sie bei jungen Frauen im Alter von 13-25 Jahren auf, aus welchem Grund sie auch Pubert舩smagersucht genannt wird. Es existieren zwei unterschiedliche Formen der Anorexia nervosa. Zum einen gibt es den Asketischen Magersuchttyp, was soviel bedeutet, dass die erkrankten Personen so gut wie keine Nahrung zu sich nehmen und sich auf diesem Wege schlank hungern. Zum anderen gibt es den Bulimischen Magersuchttyp, zu dem zus舩zlich zu dem Hungern gelegentlich Fressattacken, selbst herbeigef・rtes Erbrechen und Benutzung von Abf・rmitteln hinzukommen. Die Betroffenen dieses Typus halten es nach einer gewissen Zeit nicht mehr aus, ・erhaupt nichts zu essen, und bekommen aus diesem Grund in unregelm葹igen Abst舅den ebenfalls, wie bei der Bulimie, Hei゚hungerattacken. Danach wird aber bis zur n臘hsten Attacke genau wie zuvor mit der Magersucht weitergemacht.
Bei beiden Typen wird sich das Ziel gesetzt, d・n zu werden und zu versuchen, es durch
Fasten, kontrollierte Nahrungsreduktion und exzessiven Sport zu erreichen.
Der Unterschied der Magersucht zu einer normalen Di舩 ist, dass eine magers・htige Person sich selbst immer weiter als zu dick empfindet und deswegen dem Abmagern kein Ende setzt. Dies bedeutet, die Betreffende ist wirklich s・htig danach, darauf zu achten, was sie (nicht) isst.
Die Folge der Suchtentwicklung ist, dass innerhalb eines kurzen Zeitraums (3-4 Monate) ein Gewichtsverlust von ca. 15-20% des Ausgangsgewichtes zustande kommt. Dabei selbst die Kontrolle ・er den eigenen Kper zu besitzen, ist f・ sie eine Art Selbstbest舩igung. Auch das Hungergef・l, welches aufgrund des wenigen Essens entsteht, wird von den Betroffenen oft sogar als angenehm empfunden, denn der Sieg dar・er ist f・ sie ein absolutes Erfolgserlebnis und verleiht ihnen Selbstbewusstsein.
Auch wenn Magers・htige selbst nichts essen wollen, besch臟tigen sie sich den ganzen Tag
・er mit diesem Thema. Man knte fast sagen, sie haben ein zwanghaftes Interesse am Essen. H舫fig sind sie Spezialisten f・ Kochrezepte und lieben es, sie an ihren Mitmenschen auszuprobieren. Vor allen Dingen sind dies aufwendige und kalorienreiche Speisen und nicht selten kommt es vor, dass sie den Essern dazu unaufhlich Tipps f・ ausgewogene und gesunde Ern臧rung geben.
Hat es mit ihrer eigenen Ern臧rung zu tun, sind sie sehr penibel und reagieren 舫゚erst gereizt, wenn sie darauf angesprochen werden. Alle kleinen Bissen, die sie einnehmen, werden auf den ganzen Tag aufgeteilt. Diese aufgenommene Nahrung ist extrem kalorienarm, denn genau das ist es, worauf der grte Wert gelegt wird. An Magersucht erkrankte Menschen kennen die Kalorienzahl fast aller Lebensmittel auswendig und addieren sie ・er den Tag hinweg. Wenn sie einmal nur ein paar Kalorien zuviel zu sich genommen haben, erteilen sie sich selbst eine Lektion, indem z.B. das Sportprogramm f・ diesen Tag erweitert wird.
Wichtig ist f・ Magers・htige vor allem die isolierte Einnahme der Mahlzeiten von anderen. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass herauskommt, wie wenig tats臘hlich gegessen wird. Von sich aus h舩ten sie nie die Idee, sich zu anderen an den Tisch zu setzen. Kommen sie allerdings um ein gemeinsames Essen mit der Familie nicht herum, geben sie als Begr・dung f・ die Nahrungsverweigerung z.B. Appetitlosigkeit, kperliches Unwohlsein oder Hunger auf etwas anderes an. Teilweise kommt es aber auch vor, dass sie sich den Teller randvoll schfen, die Nahrung dann aber verstecken, um sie sp舩er an Tiere zu verf・tern oder zu vernichten.
Das Sportprogramm ist ebenfalls ein sehr wichtiger Bestandteil f・ Magers・htige, denn nur
mit ihm haben sie das Gef・l, das Essen, welches sie ・erhaupt zu sich nehmen, wieder zu
verbrennen. Au゚erdem dient es ebenfalls als Best舩igung, die Kontrolle ・er den eigenen
Kper zu haben.
Das Wort ,,Bulimie" stammt aus dem Griechischen (boulimos) und besteht aus den beiden
Wtern bous (=Ochse) und limos (=Hunger). Im Deutschen bedeutet diese Ess-Brechsucht
also soviel wie ,,Ochsenhunger" und wird in der Fachsprache Bulimia nervosa genannt. Wie bereits zuvor erw臧nt, geht der Bulimie oftmals eine Magersucht voraus, meistens handelt es sich sogar um einen flie゚enden ワbergang von dem Bulimischen Magersuchttyp in die Bulimie. Die gelegentlichen Fressattacken w臧rend der Magersucht nehmen mit der Zeit immer mehr zu, bis sich die erkrankte Person schlie゚lich nicht mehr davon len kann. Von Bulimie wird dann geredet, wenn ・er einen l舅geren Zeitraum (ca. 3 Monate) mindestens 2x pro Woche Fressattacken mit entsprechenden Gegenma゚nahmen auftreten.
Genau wie Magers・htige besch臟tigen sich Bulimiker extrem viel ,,mit ihrer Nahrung und ihrem Gewicht" (Cavelius/Grasberger, S.18, Z.2f) und haben panische Angst davor zuzunehmen.
Ihre Anf舅ge hat diese Essstung im Allgemeinen meist damit, dass sich das Ziel gesetzt wird, eine strenge Di舩 zu machen, die, ebenfalls wie bei Magers・htigen, meistens aus Speisen mit niedrigen Kalorienzahlen besteht. Dieses ist dann die erlaubte Nahrung. Die unerlaubte Nahrung besteht aus Speisen, die als dickmachend gelten und die sp舩er also auch in den Fressanf舁len zu sich genommen wird. In der Regel passiert es aber dann, dass wegen der geringen Nahrungsaufnahme ein Hei゚hunger auf bestimmte Dinge entsteht, dem, wider jede Selbstdisziplin, nachgegeben wird. Aufgrund dessen entsteht letzten Endes also ein schlechtes Gewissen und kperliches Unwohlsein, weil einmal zuviel gegessen wurde. Also scheint die beste Lung, einer Gewichtszunahme entgegenzuwirken, das Essen wieder zu erbrechen. Zwar ist dies die ersten Male wegen des schlechten Geschmacks und der Schmerzen mit Sicherheit 舫゚erst unangenehm, trotzdem ist der Weg in die Essstung zu diesem Zeitpunkt schon geebnet. Denn die Scheu davor ist nun ・erwunden und nach jedem Essen wird sich ・erlegt, ob es wenig genug war, um es in sich behalten zu knen oder nicht. Von nun an in etwa beginnen auch die ersten Fressanf舁le, die mit der Zeit immer unkontrollierter und h舫figer werden.
Die Anf舁le sehen so aus, dass innerhalb kurzer Zeit riesige Mengen an Nahrung gegessen werden (durchschnittlich ungef臧r 4800 kcal. pro Anfall). Der Ausler f・ eine Fressattacke ist meistens Stress, durch den wiederum automatisch Hunger auf bestimmte Nahrung ausgelt wird. Nur ein kleines bisschen dieser Nahrung reicht aus, um jede Disziplin ・er Bord zu werfen und immer mehr Essbares in sich aufzunehmen. Um von dem ganzen Essen
aber ja nicht zuzunehmen, wird es wieder erbrochen und weitere Gegenma゚nahmen, wie z.B.
das Einnehmen von Abf・rmitteln oder Entw舖serungspillen, werden unternommen. Nach
solch einem Anfall f・lt sich die betroffene Person oftmals schlecht, erschft und schuldig. Auch wenn es sich so anht, Fressanf舁le verlaufen im Normalfall nicht planlos. Ein Bulimiker bereitet alles vor, indem er sich vorr舩ig gen・end Lebensmittel einkauft und bereitstellt. Des Weiteren wird er daf・ sorgen, dass er ganz allein zu Hause ist und auch keine Gefahr eines ワberraschungsbesuches besteht.
Aufgrund all der Heimlichkeiten, in die Bulimiekranke sich verziehen, ist es mlich, dass sie ihre Krankheit jahrelang verbergen knen. Im Normalfall wird es ihnen nicht unbedingt am Gewicht angesehen, dass sie krank sind. Im Gegensatz zu Magersucht f・rt Bulimie n舂lich nicht immer zu Untergewicht. Viele Bulimiker haben ein Normalgewicht, welches um 15kg nach unten oder oben variieren kann.

Folgen der Essstungen

Die gesundheitlichen Folgen, die aus der Magersucht und der Bulimie entstehen, sind grtenteils identisch. Krankheitssymptome zeigen sich oft erst viel sp舩er, denn anf舅glich
versucht der Kper noch, den extremen Belastungen standzuhalten. Nach einiger Zeit ist er aber so geschw臘ht, dass dies nicht mehr funktioniert. Also kommt es von da an zu einer Vielzahl von mehr oder minder schweren Gesundheitssch臈en.
Folgesch臈en der Magersucht:
Zun臘hst sind da die kperlichen Sch臈en: Als erstes gibt es die Mangelerscheinungen, die daraus entstehen, dass die Nahrung, welche die benigten N臧rstoffe (Vitamine, Kalium, Eiwei゚, Mineralstoffe, Kalzium...) enth舁t, nicht aufgenommen wird. Dies wiederum kann zu Blutarmut, Muskelkr舂pfen und der Schw臘hung des Immunsystems f・ren. Des weiteren gibt es noch eine Senkung des Grundumsatzes (Energieverbrauch im Ruhezustand, der zur Lebenserhaltung nig ist), eine verringerte Kpertemperatur (f・rt zu st舅digem Frieren), trockene Haut, br・hige Haare und weiche N臠el. Eine Verminderung des Pulses und des
Blutdruckes kann zu einem Kreislaufzusammenbruch, oder sogar zu einem Herzversagen
f・ren. Fast immer wird bei Frauen im Zusammenhang mit Magersucht die ausbleibende Monatsblutung und ein abgeschw臘htes bzw. nicht vorhandenes Interesse an Sexualit舩 beobachtet.
Seelische Sch臈en: Da Magers・htige ihren Kper in gewissem Sinne unter Kontrolle haben,
steigert dies ihr Selbstbewusstsein ungemein und sie f・len sich anfangs oft als etwas
Besonderes. Fr・er oder sp舩er allerdings erfahren die Erkrankten soziale Isolation. Ihre Mitmenschen kommen nicht mehr mit ihnen zurecht, was bei den Essgestten meistens zu schweren Depressionen f・rt. Sie machen sich Selbstvorw・fe und ihr Selbstwertgef・l bricht letzten Endes zusammen. Diese Depressionen treten mit der Zeit immer h舫figer auf und knen bei daf・ anf舁ligen Personen zum Suizid (Selbstmord) f・ren. Eine Sch臈igung des Nervensystems hat zur Folge, dass Konzentrationsschwierigkeiten und eine besonders hohe Licht - und Ger舫schempfindlichkeit auftreten, was wiederum zu 舫゚erster Gereiztheit f・ren kann.
Folgesch臈en der Bulimie:
Kperliche Sch臈en: Im Prinzip treten bei Bulimikern als Folge des Untergewichts die selben Erscheinungen auf wie bei Magers・htigen. Das w舐en also, noch einmal zusammengefasst, Mangelerscheinungen, Senkung des Grundumsatzes, verringerte Kpertemperatur, br・hige Haare, weiche N臠el, trockene Haut, Senkung von Puls und Blutdruck, ausbleibende Menstruation und Desinteresse an Sex. Das selbst herbeigef・rte Erbrechen verursacht bei Bulimikern noch weitere Probleme. Durch die Magens舫re, die beim Brechen st舅dig mit hochgew・gt wird, werden die Z臧ne gesch臈igt und sowohl Mundraum als auch Speiserre ver舩zt und entz・det. In schweren F舁len kann es durch das h舫fige Erbrechen bis hin zu einem Durchbruch der Magenwand und zu Rissen in der Speiserre kommen. Der Missbrauch von Abf・rmitteln verursacht eine Sch臈igung im Bereich des Darms, die sich schlie゚lich als sehr hartn臘kige Verstopfung zeigt. Aus diesem Grund wird auch die Menge der eingenommen Mittel gesteigert, was schlie゚lich zu einer Medikamentenabh舅gigkeit f・rt.
Seelische Sch臈en: Auch hier zeigen sich bei beiden Essstungen die gleichen Symptome. Es kommt zu sozialer Isolation, Depressionen, Reizbarkeit, Konzentrationsstungen und starken Minderwertigkeitskomplexen. Da die Fressanf舁le der Bulimiekranken sehr kostenintensiv sind, neigt dieser erkrankte Personenkreis auch noch zu kriminellen Handlungen, wie z.B. Ladendiebst臧len, Zechprellerei und Bestehlen der Eltern und Freunde.

Ursachen f・ Magersucht und Bulimie

Mit Hilfe einer Studie ・er die Ursachen wurde erforscht, dass Magersucht oder Bulimie ・erhaupt erst entstehen knen, wenn die Anlage daf・ im Erbmaterial eines Menschen vorhanden ist. Kommen dann schlie゚lich noch die entsprechenden gesellschaftlichen, bzw. Umwelteinfl・se dazu, kann es passieren, dass die Krankheit zum Vorschein kommt.
Der Bulimie und Magersucht liegen allerdings keine physischen, sondern nur psychische
Ursachen zu Grunde. Warum diese Essstungen allerdings zu einem Suchtverhalten f・ren, l舖st sich folgenderma゚en erkl舐en: Im Kper werden Endorphine (kpereigene Wirkstoffe, die schmerzlindernd und stimmungshebend sind) gebildet, deren Einsatz bei z.B. Depressionen und Stress notwendig ist, um diese zu vernichten. Da eine Di舩 ebenfalls eine Stresssituation ist, werden auch hier Endorphine gebildet. Ihr Nachteil allerdings ist, dass sie auf die Dauer s・htig machen knen. Das hei゚t also, dass durch Hungern Schmerz gelindert und die Stimmung verbessert werden kann und somit die Gefahr besteht, direkt in eine Abh舅gigkeit zu gelangen.
Die psychischen Ursachen der Essstungen sind im Gegensatz dazu allerdings wesentlich komplizierter und vor allen Dingen individueller. Der gemeinsame Grund, um anf舁lig f・ Magersucht oder Bulimie zu sein, ist das von der Gesellschaft gepr臠te Schheitsideal, das eine spindeld・re Frau fordert, aber zugleich den etwas ・ergewichtigen Mann genehmigt. Aus diesem Grund ist auch der ・erwiegende Teil der Essgestten Frauen. F・ sie gilt bei uns zu Lande mittlerweile, dass schlank zugleich sch, und sch zugleich erfolgreich bedeutet. Dieses Problem wiederum f・rt dazu, dass viele Frauen keine eigene Identit舩 und nur ein geringes Selbstwertgef・l haben. Um sich in die Gesellschaft einf・en zu knen und erfolgreich zu sein, ist ihnen jedes Mittel recht; sogar Magersucht oder Bulimie.
Des Weiteren gibt es eine Menge anderer sozialer, meistens sogar famili舐er Probleme, die eine Ursache dieser Krankheiten sein knen.
Schon im S舫glingsalter ist es mlich, dass der Weg dorthin geebnet wird. F・ Babys bzw. Kinder ist die orale Phase von ganz besonderer Bedeutung f・ das Essverhalten. Denn bei ihnen spielt das Essen (das Saugen an der m・terlichen Brust) eine Rolle f・ ihre Gef・le. Beim Stillen wird ,,dem S舫gling ein Gef・l der absoluten Sicherheit und des Aufgehobenseins" (Cavelius/Grasberger, S.31, Z.23f) gegeben. Wird ihm diese N臧e zur Mutter aus irgendeinem Grund versagt, entstehen ,,Mangelgef・le und massive トngste" (Cavelius/Grasberger, S.31, Z.26f).Die Sehnsucht nach Zuwendung kann sich also im Laufe der Zeit bis hin zu einer Essstung entwickeln, wenn sie denn im Essen gesucht wird.
Auch Kindesmissbrauch/-misshandlungen sind sehr oft eine Ursache f・ Essstungen. Da sie sich nicht mitteilen knen bzw. sich nicht trauen, versuchen Kinder, wenn auch unbewusst, die seelische Belastung auf irgendeine Weise auszudr・ken. Dies geschieht oft mit Bulimie oder Magersucht. Im Falle eines Missbrauchs geschieht es h舫fig, dass Frauen derartig schlank werden wollen, dass ihr Kper keine weiblichen Formen mehr zeigt. Auch das Ausbleiben der Monatsblutung ist ihnen sehr recht, denn so wird ein weiteres eindeutiges
weibliches Zeichen ausgeschaltet.
Ein anderer Ausler kann das ワbergewicht im Kindesalter sen. Von ihrer Umwelt werden Kinder aufgrund ihres Aussehens geh舅selt, deswegen haben sie meistens auch nur ein sehr geringes Selbstwertgef・l. In der Hoffnung, dann geliebt zu werden, probieren sie Di舩en (mit Neigung zur Magersucht oder Bulimie) aus. Die daraufhin erzielten Erfolge werden von der Umwelt meist begl・kw・scht, was die Betroffenen im Fortfahren ihres Verhaltens best舐kt.
Ebenfalls das Verh舁tnis zu den Eltern hat einen gro゚en Einfluss auf einen Einstieg in die Essstung.
Zum einen kann eine Ursache die Strenge der Eltern sein. Diese w・schen sich ein perfektes Kind, eins, das keine Widerrede gibt, st舅dig gute Leistungen im Leben erzielt (sei es in der Schule oder im Hobby) und f・ das Ordnung und Disziplin genauso wichtig sind wie f・ seine Eltern. Diesen Anforderungen sind die Kinder aber grtenteils gar nicht gewachsen und deswegen fl・hten sie sich in eine Essstung. Auch hier ist es wieder der Fall, dass sie sich nicht anders ausdr・ken knen, ihre Sorgen aber irgendwie mitteilen m・sen. Als weitere Ursache gilt auch das Problem, dass Essgestte sich nicht mit ihren Eltern ・er Probleme und Gef・le unterhalten knen und auch der Austausch von Z舐tlichkeiten aus
elterlicher Sicht abgelehnt wird. Die Kinder sind also auf der Suche nach Anerkennung, Aufmerksamkeit und Zuneigung, die ihnen bisher versagt wurden, und suchen die Lung somit in einer Essstung, die ihnen wenigstens in geringer Hinsicht Gl・ksgef・le verschaffen kann.

Therapiemlichkeiten

Alleine aus der Bulimie bzw. Magersucht auszubrechen, schaffen die Erkrankten in der Regel nicht. Deswegen bleibt f・ sie der Weg zu einem Therapeuten meistens unumgehbar.
Da Essstungen als eine seelische Krankheit noch nicht sehr lange bekannt sind, gibt es bisher auch keine gezielte Behandlung gegen sie. Mit verschiedenen Therapiemlichkeiten wird zwar versucht, die Krankheit zu besiegen (oft werden auf diese Weise auch Erfolge erzielt), aber nicht immer klappt dies zufriedenstellend und langwierig. Wie Hippokrates bereits sagte: ,,Der Arzt ist nur der Helfer, der Patient selbst aber der Arzt." Diese Aussage l舖st sich sehr gut auf die heutigen Therapiemlichkeiten von Magersucht und Bulimie beziehen. Denn nur wenn eine betroffene Person selbst bereit ist, ihre Essstung aufzugeben und wieder gesund zu werden, ist eine erfolgreiche Therapie mlich. Dies ist der erste und
wahrscheinlich auch wichtigste Schritt zur Heilung.
Zwischen Therapeut und Patient muss aber auch ein bestimmtes Vertrauensverh舁tnis existieren; denn erst wenn die Chemie zwischen ihnen stimmt, ist auch eine Heilung mlich.
Die Therapie an sich gibt es in zwei verschiedenen Arten. Einerseits ist da die ambulante, andererseits die station舐e Therapie, mit der ein Aufenthalt in einer Klinik gemeint ist. Welche angewandt wird, h舅gt von dem Zustand ab, in welchem die Patienten sich befinden. Der Vorteil einer ambulanten Therapie z.B. ist, dass die essgestte Person ihr gewohntes Umfeld nicht verlassen muss. F・ manche Personen stellt dieses soziale Umfeld allerdings zu gro゚e Belastungen dar, deswegen ist f・ sie eine station舐e Behandlung besser. Ebenfalls bei suizidgef臧rdeten, drogen- bzw. medikamentenabh舅gigen oder stark gesundheits-gesch臈igten Personen wird diese Mlichkeit bevorzugt.
Es gibt verschiedene Therapieformen. Auch hierbei h舅gt es wieder von den Patienten ab, welche zu wem passt und daher durchgef・rt wird. Es kann durchaus auch vorkommen, dass verschiedene Arten der Therapie parallel nebeneinander angewandt werden. Die nun folgenden sind die am h舫figsten verwendeten Therapieans舩ze:
1)Einzeltherapie:
1-2 mal pro Woche trifft sich der Patient mit seinem Therapeuten und zusammen soll versucht werden, die verdr舅gten Probleme aufzusp・en und aufzuarbeiten. Dies kann oftmals ein sehr emotionaler, aber auch schmerzvoller Prozess sein, was wiederum ein besonders feines Einf・lungsvermen vom Therapeuten fordert.
2)Gruppentherapie:
Neben dem Therapeuten und dem Patienten sind weitere Patienten anwesend, die das gleiche oder ein 臧nliches Essproblem haben. Wichtig f・ die Gruppengespr臘he ist, dass der Therapeut immer wieder eingreift, um sie in die richtige Richtung zu weisen. Das Besondere an der Gruppentherapie ist, dass die Erkrankten wieder lernen, mit anderen ・er Probleme zu sprechen und somit der soziale Kontakt auch wieder gefdert wird. Wichtig hierbei ist, dass jeder Einzelne sich in die Gruppe integriert und nach Mlichkeit an jeder Sitzungsstunde teilnimmt.
3)Entspannungstherapie:
Eine weitere Therapieform ist die Entspannungs- auch Bewegungstherapie genannt. Sie kommt allerdings nur zus舩zlich zu der Einzel- oder Gruppentherapie in Frage, denn sie unterst・zt lediglich den Prozess, den Kper wieder so akzeptieren zu lernen, wie er von Natur aus ist. Ebenfalls ist sie ein guter Ausgleich, um mit den Hei゚hungerattacken fertig zu werden. Verschiedene ワbungen die hier durchgef・rt werden, sind z.B. gezieltes
Muskeltraining, die Schulung der Kperwahrnehmungen und auch das autogene Training.
4)Gestaltungstherapeutische Verfahren:
Zum Schluss ist noch die Gestaltungstherapie zu erw臧nen. Aber auch sie ist nur eine zus舩zlich mliche Therapie. Oftmals wird sie angewandt, wenn die Patienten zu verschlossen sind oder aber viele Dinge bei ihnen zu unterbewusst bleiben. Dann muss versucht werden, sich mit Hilfe von Musik oder Malen auszudr・ken. Die gestalteten Objekte dienen dazu, die Gedanken und Gef・le zu verdeutlichen und den Patienten somit direkt damit zu konfrontieren. Auf diese Weise kann er lernen, mit ihnen umzugehen und sie letztendlich zu verarbeiten.
Was f・ alle Formen der Therapie aber gilt, ist die Ehrlichkeit des Patienten gegen・er seinem Therapeuten. Denn mit Unehrlichkeit legt er sich selbst nur weitere Hindernisse in den Weg.
Bei einem station舐en Aufenthalt in einer psychosomatischen Klinik wird f・ jede einzelne Person ein eigenes Programm mit verschiedenen Therapien zusammengestellt, welches von verschiedenen Therapeuten ・erwacht wird. Hinzu kommen zu der Betreuung noch トrzte, die den Gesundheitszustand der Essgestten regelm葹ig kontrollieren. Therapien, die angeboten werden, knen von Klinik zu Klinik variieren. Normalerweise sind dies aber die gleichen Therapieformen, die ich bereits erw臧nt habe. Der Unterschied zu einer ambulanten Behandlung ist noch, dass in der station舐en alles viel intensiver (also z.B. auch ter) durchgef・rt wird.
Die Ziele einer Behandlung von Magersucht und Bulimie also sind, zun臘hst einmal wieder zuzunehmen, das Essverhalten zu normalisieren, das Gewicht mit seinen Schwankungen verstehen zu lernen, mit seinen Problemen umzugehen lernen, von der Sucht loszukommen und nach Mlichkeit keinen R・kfall zu erleiden.
Wie lange eine Therapie dauert, ist ganz individuell und h舅gt von
den Besserungserfolgen ab, die sich zeigen.



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