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Kurzinformationen zum Krankheitsbild "Depression"

 

Was ist eine §¥epression¡¦

Depressionen im medizinischen Sinne sind echte, relativ hãÔfige und oft schwere Erkrankungen des gesamten Menschen. Sie haben nichts mit §®issstimmung¡¦oder §¯icht-Gut-Drauf-Sein¡¦zu tun, wie sie fast jeder aus dem Alltag kennt. Depressionen beeinflussen einen Menschen in vielfacher Hinsicht. Sie verãÍdern sein Erleben (in Form von Traurigkeit, Hoffnungslosigkeit, Interessenverlust, Lustlosigkeit, GekrãÍktheit, Frustration), sein Denken (in Form von Katastrophenvorstellungen, negativen Verallgemeinerungen, GrûÁelzwang und SelbstvorwûÑfen), sein Verhalten (in Form sozialen RûÂkzugs und InaktivitãÓ) und seine K¡¦perfunktionen (in Form von NervositãÓ, Konzentrations- und GedãÂhtnisst¡¦ungen, Schlafst¡¦ungen, Herzbeschwerden usw.). Eine schwere Depression kann das ganze Leben verãÍdern, die Umwelt einbeziehen und in ExtremfãËlen Selbstmordgedanken und ËÕendenzen ausl¡¦en. Etwa jeder 10. Mann und nahezu jede 4. Frau erkranken im Laufe ihres Lebens mindestens einmal an einer behandlungsbedûÑftigen Depression. 

Wie entstehen Depressionen?

Man kann Depressionen als Folge einer schweren Ersch¡¦fung betrachten, wie sie sich mit dem Bild des Nervenzusammenbruchs bzw. des GefûÇls, ¡¦it den Nerven am Ende zu sein¡¦beschreiben läßt. Oft haben diese Ersch¡¦fungszustãÍde eine lãÍgere und an Belastungen (vor allem Verlusten) reiche Vorgeschichte. Inwieweit Depressionen auch §×ererblich¡¦oder am §·orbild¡¦wichtiger Bezugspersonen ¡¦rlernbar¡¦sind, lãÒst sich nur schwer beurteilen. Eine Depression hat jedenfalls nichts mit §·errûÂktheit¡¦ §©irnabbau¡¦oder einem §·erschulden¡¦zu tun. HãÔfig mangelt es dem K¡¦per an §£otenstoffen¡¦(insbesondere Noradrenalin und Serotonin), die Informationen im Nervensystem ûÁertragen. UngûÍstige Denkgewohnheiten, starre Verhaltensmuster und einseitige Erwartungen der Umwelt tragen dazu bei, die Depression am Leben zu erhalten. Manchmal sind Depressionen auch Folge anderer Erkrankungen oder Nebenwirkungen eines Medikaments.

Was ist bei einer Depression zu tun?

Wer unter den oben genannten Beschwerden leidet, sollte sich umgehend an den Haus- oder Facharzt wenden. Denn Depressionen geh¡¦en zu den mittlerweile sehr gut zu behandelnden Krankheitsbildern. Nach Abklingen des Leidens bleibt kein Schaden oder eine VerãÍderung der Pers¡¦lichkeit zurûÂk. Besonders bewãÇrt hat sich die Kombination aus Arzneimittel- und Psychotherapie. Sie wird ergãÍzt durch Bewegungs- und ¡¦im Falle der §¸interdepression¡¦¡¦durch Lichttherapie. Es ist wichtig, dem Arzt eventuelle Selbstt¡¦ungsgedanken anzuvertrauen. Die Umwelt ist mit der Betreuung eines depressiv Erkrankten meist ûÁerfordert, zumal hier noch Vorurteile bestehen (z.B. Depression als §´chwãÂhe¡¦ §§aulheit¡¦oder §¶nwillen¡¦. Solange man unter einer Depression leidet, sollte man sich vor grundlegenden Entscheidungen hûÓen (wie Heirat, Scheidung, Umzug, Kinderkriegen, KûÍdigung, Berufswechsel).

Wie wirken Antidepressiva ?

Antidepressiv wirkende Medikamente normalisieren einen gest¡¦ten Stoffwechsel im Gehirn, indem sie insbesondere die bereits erwãÇnten Botenstoffe beeinflussen. Sie machen nicht abhãÍgig und sind bei gesunden Menschen wirkungslos. Ihr Effekt tritt ûÁlicherweise verz¡¦ert ein (spãÓestens nach zwei bis drei Wochen). Deswegen darf man ihre Einnahme nicht zu frûÇ beenden. Die heute verfûÆbaren Antidepressiva wirken nicht bei allen Kranken gleich. Deshalb kann es bei unzureichendem Effekt sinnvoll sein, (nach frûÇestens drei bis vier Wochen!) ein Antidepressivum durch ein anderes zu ersetzen. Antidepressiva mûÒsen ausreichend lange eingenommen werden (mindestens 6 bis 12 Monate).

Wie wirkt Psychotherapie?

Mittlerweile gibt es sehr viele psychotherapeutische Methoden. Bei Depressionen hat sich besonders die ¡¦ognitive Verhaltenstherapie¡¦bewãÇrt, die dem Kranken zu gesûÍderem Wahrnehmen und Denken (und damit auch zu besserem FûÇlen, Erleben und Verhalten) verhelfen kann. §µiefenpsychologische Methoden¡¦versuchen, dem Patienten aus krankmachenden (inneren) Konflikten zu befreien. Die §ªnterpersonelle Psychotherapie¡¦beschãÅtigt sich vor allem mit den sozialen BezûÆen des Patienten.

 

Wege aus der Depression

 

Die Erkrankung ernst nehmen

Z¡¦ern Sie nicht, ãÑztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn Sie unter einer Depression leiden. Eine Depression ist eine echte Erkrankung des gesamten Menschen und nicht bloàÂeine Befindlichkeitsschwankung. Sie umfasst VerãÍderungen

¸ÞSPAN style="FONT-WEIGHT: normal; FONT-STYLE: normal; FONT-VARIANT: normal">       des Erlebens (Traurigkeit, Hoffnungslosigkeit, KrãÍkung, Versagung, Frustration),

¸ÞSPAN style="FONT-WEIGHT: normal; FONT-STYLE: normal; FONT-VARIANT: normal">       des Denkens (Katastrophenvorstellungen, negative Verallgemeinerungen),

¸ÞSPAN style="FONT-WEIGHT: normal; FONT-STYLE: normal; FONT-VARIANT: normal">       des Verhaltens bzw. Antriebs (sozialer RûÂkzug, InaktivitãÓ) und

¸ÞSPAN style="FONT-WEIGHT: normal; FONT-STYLE: normal; FONT-VARIANT: normal">       des K¡¦pers (NervositãÓ, Schlafst¡¦ungen, Herzbeschwerden usw.).

Eine schwere Depression kann das ganze Leben verãÍdern, die Umwelt einbeziehen und in ExtremfãËlen Selbstmordgedanken und -tendenzen ausl¡¦en. Die medizinische §¥epression¡¦ist von dem in der Umgangssprache gebrãÔchlichen Begriff zu unterscheiden, der unter anderem auch ein vorûÁergehendes Stimmungstief beschreibt.

Die Depression verstehen

Betrachten Sie die Depression als eine schwere Ersch¡¦fung, wie sie sich mit dem Bild des §¯ervenzusammenbruchs¡¦bzw. des GefûÇls ¡¦it den Nerven am Ende zu sein¡¦beschreiben läßt. Eine Depression hat nichts mit §·errûÂktheit¡¦ §©irnabbau¡¦oder einem Verschulden zu tun. HãÔfig mangelt es dem K¡¦per an §£otenstoffen¡¦ die Informationen im Nervensystem ûÁertragen. Manchmal erscheint die Depression sogar regelrecht §×ernûÍftig¡¦ wenn sie den Kranken erstarren lãÒst, ihn so vor weiterer SelbstschãÃigung (in Form krankmachenden Verhaltens) schûÓzt und gleichzeitig der Umwelt die HilfsbedûÑftigkeit verdeutlicht. Depressionen lassen sich als lang anhaltende Verlust-, KrãÍkungs- und Trotzreaktionen verstehen, bei denen die Gedanken um EnttãÔschung, Wut und Trauer kreisen. Die Betroffenen leiden unter einem stark beeintrãÂhtigten SelbstwertgefûÇl (Nichts-wert-Sein", "Nichts-K¡¦nen") und sind emotional ûÁerbedûÑftig (nach Zuwendung, VerstãÍdnis, Liebesbeweisen und symbiotischer NãÇe). Sie wagen es nicht, ihre WûÍsche, Phantasien oder Erwartungen anderen Menschen auf direkte Weise mitzuteilen.

Sich ãÑztliche Hilfe g¡¦nen

Beschreiben Sie Ihrem Haus- oder Facharzt m¡¦lichst bald alle (!) Ihre Symptome (insbesondere auch die seelischen und solche, die Tabus betreffen, wie etwa SexualitãÓ). Scheuen Sie sich nicht, auch Selbstmordgedanken anzusprechen. Befreien Sie sich von dem Vorurteil, seelische Erkrankungen seien ein Ausdruck von SchwãÂhe. ÃÔ¡¦rn Sie unumwunden Ihren Verdacht, wenn Sie selbst eine Depression als Ursache Ihrer Beschwerden vermuten. So gewinnen Sie wertvolle Zeit und ersparen sich unn¡¦iges Leid, da sich Depressionen sehr gut behandeln lassen. Ihr Arzt weiàÎ dass Depressionen weder eine §®odeerscheinung¡¦sind, noch Ausdruck von Faulheit oder Unwillen. Er nimmt sie ernst und weiàÎ wie geschickt sie sich manchmal hinter k¡¦perlichen Symptomen verbergen k¡¦nen.

Depressionsausl¡¦er erkennen

Auch wenn manchmal ein besonderer Schicksalsschlag als Ausl¡¦er erscheint (Verlust, KrãÍkung, Scheitern von PlãÍen und Lebensm¡¦lichkeiten), sind viele Depressionen das Endergebnis einer langen Kette von Belastungen, bei denen der letzte Tropfen das Fass ûÁerlaufen lãÒst. UngûÍstige Denkgewohnheiten, starre Verhaltensmuster und einseitige Erwartungen der Umwelt halten die Depression beharrlich am Leben. Depressive Menschen beklagen meist einen §®angel¡¦(oft in Form von Zuwendung und echter WertschãÓzung). Dieser kann von Familienangeh¡¦igen und Therapeuten nicht nachtrãÆlich in Form einer §¸iedergutmachung¡¦ausgeglichen werden. Soweit es eine L¡¦ung gibt, besteht sie meist darin, das Fehlende zu betrauern und es durch eigenes (neues) Verhalten zu ersetzen. Man kann die Depression auch als eine Aufforderung verstehen, bislang ungelebte M¡¦lichkeiten kûÍftig zu realisieren (sich pers¡¦lich zu entfalten, unabhãÍgiger zu werden, zu genie¡¦n usw.).

Hoffnung sch¡¦fen und bewahren

Vertrauen Sie darauf, daàÂIhr Leiden sehr gut zu behandeln ist, auch wenn Sie momentan alles schwarz sehen. UnzãÇlige Menschen vor Ihnen haben Depressionen erfolgreich bewãËtigt.

Geduldig sein

Depressionen kommen und gehen selten aus heiterem Himmel. Oft haben sie eine lãÍgere Vorgeschichte und mûÍden in ein GefûÇl v¡¦ligen Ersch¡¦ftseins bzw. gro¡¦r Leere. So wie man einen leeren Tank allmãÇlich auffûËlt, braucht es auch bei Depressionen Zeit, bis durch Medikamente und Verlernen kraftzehrender Verhaltensweisen wieder ausreichend Energie zur VerfûÆung steht. Tanken Sie Kraft aus der Erkenntnis §­angsam vorwãÑts zu kommen, ist besser, als gar nicht vorwãÑts zu kommen.

Sich Entlastung g¡¦nen

SchûÓzen Sie sich vor eigenem und fremdem Druck. Machen Sie sich bewusst, dass depressive Menschen meist hohe Erwartungen an sich selbst richten. Oft handelt es sich um Perfektionisten, die alles 200prozentig machen wollen und sich unter massiven Leistungsdruck stellen. Diesen Stress verstãÑkt die Umwelt durch passende Appelle wie §³eiàÂDich doch zusammen¡¦ Verstehen Sie also Ihre seelische Erkrankung als Aufforderung, sich von krankmachenden Verhaltensmustern, Einstellungen und Stressquellen zu befreien. Akzeptieren Sie, dass Sie zur Zeit vielen Anforderungen einfach nicht mehr genûÆen k¡¦nen und erlauben Sie sich selbst ausdrûÂklich, depressiv zu sein (zu klagen, zu weinen usw.). G¡¦nen Sie sich eine vorûÁergehende Krankschreibung, um Kraft zu tanken und Ihren Lebensstil in Ruhe zu verbessern. Manchmal kann ein Krankenhausaufenthalt der beste Weg sein, dem inneren und ãÔ¡¦ren Stress zu entfliehen. §´ich Entlastung g¡¦nen¡¦hei¡¦ nicht, daàÂSie sich ab jetzt im Bett verkriechen und rundum versorgen lassen sollten. FûÑ den Anfang ist dies in Ordnung. Auf Dauer werden Sie aber mehr davon haben, wenn Sie sich dafûÑ einsetzen, wieder leistungsfãÇiger sowie k¡¦perlich und psychisch belastbarer zu werden.

Sich als ¡¦epressiv¡¦akzeptieren

§£ekãÌpfen¡¦Sie Ihre §¥epressivitãÓ¡¦(und damit einen Teil Ihrer Person) nicht. Depressive Menschen sind oft viel zu aggressiv gegen sich selbst. Stehen Sie lieber zu Ihrer DepressivitãÓ, zumal diese fûÑ andere mitunter sehr hilfreich sein kann. Da 10 bis 15 Prozent aller Menschen mindestens einmal in ihrem Leben an einer Depression erkranken, geh¡¦t die entsprechende Veranlagung offenbar zum Menschsein.

Sich wertschãÓzen

Nehmen Sie auch die StãÑken und Vorteile einer DepressivitãÓ wahr. So sind depressiv veranlagte Menschen oft sehr beharrlich und zuverlãÒsig. Sie sind leistungsbezogen, orientieren sich an sozialen Idealen und wirken bescheiden, da sie selten offen aggressiv fordern. Sie sind sehr sensibel, warmherzig und zu tiefem Erleben fãÇig. Als Partner sind sie anhãÍglich und an NãÇe interessiert. Sie ûÁerstûÑzen nichts, sondern ûÁerlegen vieles aus Vorsicht lieber mehrfach und detailliert. Sie sind sehr selbstkritisch und stehen zu eigener §´chuld¡¦ Sie sind die klassischen Helfer, die nicht z¡¦ern, fûÑ andere Verantwortung zu ûÁernehmen und sich dafûÑ notfalls aufzuopfern. In ihren Familien und auf ihren Arbeitsstellen werden sie deshalb oft sehr geschãÓzt

Wirkung auf andere berûÂksichtigen

Durch anhaltendes Klagen (aus der Sicht der anderen: ¡¦wiges Jammern¡¦oder §¢n-Klagen¡¦ drûÂken depressive Menschen ihre AggressivitãÓ aus. Sie ist zwar gegen die Kranken selbst gerichtet, kann aber bei anderen Ungeduld und Ablehnung (Gegenaggression) hervorrufen. Die dauernden Selbstanklagen, ein gekrãÍkt-trotziges Verhalten, der Appell zu helfen und die gleichzeitigen Misserfolge des Helfers, machen den Helfer irgend wann wûÓend und enttãÔscht. Dieser spûÑt durchaus die Heftigkeit seiner GefûÇle, wãÇrend der Depressive oft gar nichts mehr spûÑt. Die oft wiederholte Feststellung §®ir hilft nichts¡¦versteht der Helfer dann als §¢uch Du kannst mir nicht helfen¡¦ Damit stellen Depressionen die  Frustrationstoleranz von Familienangeh¡¦igen, Freunden, Bekannten, ÃÑzten und anderen Helfern oft erheblich auf die Probe. Vielfach mûÒsen sie den ÃÑger aushalten, den der Depressive eigentlich gegenûÁer anderen wichtigen Bezugspersonen hegt. Nicht selten werden auch Personen der Umwelt regelrecht ¡¦ngesteckt¡¦ so dass sich diese ebenfalls vorûÁergehend gefûÇlsleer, wert-, interesse- und willenlos fûÇlen. Wenn depressive Menschen sich anklammern, nehmen sie anderen oft die §­uft¡¦ Um nicht zu ersticken, gehen diese dann auf Abstand und verstãÑken damit die Angst des Depressiven, abgelehnt und allein gelassen zu werden. Versetzen Sie sich also im eigenen Interesse immer wieder einmal in die Person Ihrer Helfer, auch wenn Ihnen dies schwer fallen sollte.

Stimmungskalender fûÇren

Depressive Menschen neigen dazu, alles schwarz zu sehen (sie verallgemeinern zu ihrem eigenen Nachteil). Selbst wenn einige Dinge im Tagesablauf klappen und fûÑ andere Personen eine Tendenz zur Besserung sichtbar wird, erlebt der Depressive weiterhin ¡¦lles als schrecklich und hoffnungslos¡¦ In dieser Situation helfen Sie sich, wenn Sie Ihr Befinden tãÆlich mehrfach bewerten und das Ergebnis notieren. Mit Hilfe eines solchen §´timmungskalenders¡¦halten Sie sich einen Spiegel vor Augen. Er wirkt der Gefahr entgegen, daàÂSie im RûÂkblick alles verzerrt wahrnehmen. Gleichzeitig erleichtern Sie es Ihrem Arzt, den Behandlungseffekt zu ûÁerprûÅen.

Aktiv werden statt abwarten

Stimmung und Verhalten beeinflussen sich gegenseitig. Sie merken es ja selbst: Aufgrund Ihrer Depression haben Sie zu nichts Lust und wûÑden sich am liebsten irgendwo verkriechen und dort verharren. Vielleicht hoffen Sie, dass Sie wieder zupacken werden, sobald Sie sich besser fûÇlen. Empfehlenswerter ist das umgekehrte Vorgehen: Unternehmen Sie ûÁerhaupt etwas und lassen Sie sich davon ûÁerraschen, dass es dadurch wieder bergauf geht. Verlassen Sie also Ihr Bett und erheben Sie sich aus dem Sessel. Denn ãÇnlich wie Feuer und Wasser sind gesunde AktivitãÓ und Depression kaum miteinander vereinbar. FûÇren Sie ergãÍzend zu Ihrem Stimmungs- auch einen AktivitãÓenkalender. Wenn alles klappt, wird mit wachsender AktivitãÓ auch Ihre Stimmung steigen. Beispiele fûÑ AktivitãÓen sind: Spazieren gehen, Fahrradfahren, Wohnung aufrãÔmen, im Garten arbeiten, Lesen, Freunde anrufen, sich sch¡¦ anziehen, schminken usw. Stellen Sie sich eine m¡¦lichst umfangreiche Liste von gut zu bewãËtigenden AktivitãÓen zusammen, die fûÑ Sie pers¡¦lich angenehm sind und von der Sie sich tãÆlich anregen lassen.

Sich bewegen

Nutzen Sie die antidepressive Wirkung von sportlicher Bewegung. Offensichtlich setzt Sport im K¡¦per Botenstoffe frei, die entspannen und die Stimmung verbessern. Besonders bewãÇrt haben sich Ausdauersportarten wie Walking (schnelles Gehen), Jogging, Radfahren, Schwimmen usw. Radfahren hat den Vorteil, dass Sie sich durch AusflûÆe neue RãÔme und so m¡¦licherweise ein GefûÇl von Freiheit erschlie¡¦n. Ihr Hausarzt wird Sie gerne beraten. Sport eignet sich auch dazu, ÃÑger und Wut auf gesunde Art und Weise abzubauen.

FûÑ sich Verantwortung ûÁernehmen

Depressive Menschen sind oft Meister darin, anderen zu helfen und sich selbst zurûÂkzustellen. Dabei haben sie den Anspruch, ¡¦s allen recht machen zu mûÒsen¡¦ Umgekehrt bzw. unbewusst erwarten sie oft das Gleiche, nãÌlich dass andere sich voll fûÑ sie einsetzen. Zum Leidwesen vieler Depressiver geht diese Rechnung nicht immer auf. Auch auf ihren Arzt ûÁertragen depressive Menschen gerne die gesamte Verantwortung fûÑ ihre Heilung (§´ie sind doch der Arzt¡¦. Als autoritãÓsglãÔbige Menschen verfûÇren sie den Arzt zu der Annahme, diesen Patienten auf jeden Fall §Óetten¡¦zu k¡¦nen. Dementsprechend sind sie um so enttãÔschter, wenn auch der Arzt §×ersagt¡¦ Vermeiden Sie die drohende §¦nttãÔschungs-Falle¡¦ Bauen Sie nicht ausschlie¡¦ich auf fremde Hilfe, sondern tragen Sie zu Ihrer Genesung aktiv bei. ÛÁernehmen Sie Mitverantwortung fûÑ den Heilungsprozess.

GesûÍder denken

Manche Therapeuten gehen davon aus, dass Depressionen in besonderem MaàÂeine Erkrankung des §¥enkens¡¦sind. Denn depressive Menschen neigen dazu, alles schwarz zu sehen (besonders sich selbst, die Zukunft, die Umwelt und die bisherigen eigenen Erfahrungen). Sie verallgemeinern im ÛÁermaàÂ(§¬einer liebt mich¡¦ §¯ichts kann ich mehr¡¦§¢lles war umsonst¡¦. Nach dem §¢lles-oder-nichts-Prinzip¡¦erwarten sie oft, wieder ¡¦U>ganz zu gesunden¡¦ Zugleich ûÁersehen die Betroffenen, daàÂsie durchaus einiges schaffen, etwa sich anzuziehen, ein FrûÇstûÂk zuzubereiten und die Wohnung abzuschlie¡¦n. Aber all dies gilt nichts oder wird ausgeblendet. Depressive Menschen denken sehr schematisch, haben aufdringliche ¡¦utomatische Gedanken¡¦ an denen sie grûÁlerisch haften. Sie leiden unter der Vorstellung, Ereignisse und Situationen durch eigenes Verhalten nicht beeinflussen zu k¡¦nen. Missfolge werden der eigenen Person, Erfolge dem Zufall (§¢lles nur GlûÂk¡¦ oder anderen ãÔ¡¦rlichen Faktoren zugeordnet. Vor allem fûÑ depressive Menschen hat es sich deshalb bewãÇrt, konsequent zu ûÁen, wie man Sachverhalte prãÙise beschreibt, sinnvoll nach Ursachen forscht, ZusammenhãÍge herstellt und damit wirklichkeitsnah denkt. Ein entsprechendes Training bietet die kognitive Verhaltenstherapie.

Selbstwertprobleme (an-)erkennen

Depressive fûÇlen sich hãÔfig als im Leben §Ûu-kurz-Gekommene¡¦ Sie halten dieses GefûÇl des §Ûu wenig¡¦auf unterschiedliche Weise am Leben (z.B. in Form des §¯ichts-wert-Seins¡¦ §¯iemand-Seins¡¦ §¯ichts-k¡¦nens¡¦. Sie erleben sich als Menschen, die dauernd um etwas kãÌpfen mûÒsen, die nie etwas ohne Probleme oder gar im ÛÁerfluss besitzen, die sich nichts nehmen dûÑfen und denen auch nichts gegeben wird. Deshalb leiden depressive Menschen meist auch unter einem schwachen SelbstwertgefûÇl, das besonders auf die mit der eigenen LeistungsfãÇigkeit verbundene Anerkennung angewiesen ist (§ªch bin, was ich leiste¡¦. Jede GefãÇrdung der LeistungsfãÇigkeit bedroht ihr SelbstwertgefûÇl. ZusãÓzlich neigen sie dazu, sich und ihre Leistungen stãÍdig abzuwerten. Hungrig warten sie auf BestãÓigung durch andere, von deren Meinung sie sich abhãÍgig machen. Gleichzeitig weisen sie aber die BestãÓigung der Umwelt wieder misstrauisch zurûÂk, weil sie unbewusst den Teufelskreis durchschauen.

Selbstbild verbessern

L¡¦en Sie das beschriebene Dilemma, indem Sie gezielt andere Menschen, um positive RûÂkmeldungen (Beobachtungen) zu Ihrer Person bitten. Bedanken Sie sich freundlich fûÑ Komplimente und verkneifen Sie sich weitere Kommentare. Befreien Sie sich von dem auf Scham beruhenden Denkautomatismus §¸as werden die anderen wohl denken bzw. von mir erwarten?¡¦KûÌmern Sie sich weniger um die anderen und mehr um sich selbst. Unterscheiden Sie zwischen Ihrem Wert als Mensch und dem Wert Ihrer Leistungen.

Gesund aggressiv sein

Oft sind depressiv erkrankte Menschen gegen sich selbst aggressiv, was sich zum Beispiel in Form von Kopf-, Magen-, Muskel- oder Gelenkschmerzen und im Extremfall sogar in einem Suizid ausdrûÂken kann. Verschlie¡¦n Sie Ihre Augen nicht vor aggressiven Gedanken (§¢m liebsten wûÑde ich ihn umbringen¡¦. Gedanken und Phantasien sind harmlos und natûÑlich. Sie sind weder verwerflich, noch machen sie den Betreffenden zum Schuldigen. Akzeptieren Sie auch Zorn und ÃÑger als GefûÇle, die jeder Mensch haben darf. Problematisch werden solche Emotionen allenfalls, wenn sie zu unbedachten Taten fûÇren. Allein durch aggressive Gedanken werden Sie jedenfalls noch nicht zu einem ¡¦ggressiven Menschen¡¦ Versuchen Sie, Ihren ÃÑger auszudrûÂken, auch wenn es Ihnen schwer fãËlt. Ihre Umwelt wird um so bereitwilliger auf diese Gedanken eingehen, je weniger vorwurfsvoll Sie diese formulieren. Beschreiben Sie, wie es Ihnen mit bestimmten Erfahrungen geht, und verzichten Sie darauf, andere anzuklagen. Wer angeklagt ist, muss sich nãÌlich um die eigene Verteidigung kûÌmern, und wird nicht mehr auf die Idee kommen, Ihnen zu helfen.

Sich trennen lernen

Depressive Menschen klammern sich oft an andere. Sie haben nicht gelernt, sich zu trennen, ohne in Unsicherheit, Angst und Verzweiflung zu stûÑzen. In ihrem Lebenslauf fãËlt oft auf, wie selten sie ûÁer lãÍgere Zeit alleine gelebt haben. In GesprãÂhen und Begegnungen k¡¦nen Sie mitunter nur schwer einen Schlussstrich ziehen (ihnen fãËlt immer noch etwas Mitteilenswertes ein). Auch von Sachen k¡¦nen sich viele Depressive nur schwer trennen. Es ist, als mûÒsten Sie sich an etwas klammern. Verallgemeinernd k¡¦nte man die Depression auch zu den §¢bhãÍgigkeitskrankheiten¡¦rechnen. Sollten Sie sich in dieser Beschreibung wiedererkennen, wird auch Ihre Heilung rascher voranschreiten, wenn Sie es schaffen, sich vermehrt auf die eigenen Beine zu stellen.

Lebensentscheidungen ¡¦it freiem Kopf¡¦treffen

HûÓen Sie sich davor, grundlegende Entscheidungen (Heirat, Umzug, Scheidung, Kinderkriegen, KûÍdigung, Berufswechsel) in einem Zustand schwerer Depression zu treffen oder durch andere treffen zu lassen. Wenn Sie solche Entscheidungen spãÓer bereuen, kann es sein, dass Sie noch depressiver werden. Auch fûÑ die Beteiligten ist es meist unerfreulich, wenn Sie erfahren, dass ihre Entscheidung (Heirat, Kinderkriegen) vor allem der Selbstheilung dient.

Sich Psychotherapie g¡¦nen

Eine Kombination aus medikament¡¦er und psychotherapeutischer Behandlung wirkt am besten gegen Depressionen. G¡¦nen Sie sich deshalb eine Psychotherapie, sofern Sie unter Ihrer Depression sehr leiden und deren Ende nicht abzusehen ist. Fragen Sie den Psychotherapeuten vorab, welche Erfahrungen er mit Depressionsbehandlungen hat und ob ihm diese liegen. Es ist nãÌlich keineswegs einfach, depressive Menschen zu behandeln, da diese viel klagen, sich und auch andere ûÁermäßig abwerten und bevorzugt Misserfolge in den Vordergrund rûÂken. Auch muss ein Therapeut konstruktiv mit der Wut depressiver Patienten umgehen k¡¦nen, die diese mitunter auf den Therapeuten richten, obwohl sie eigentlich anderen wichtigen Bezugspersonen gilt. Gruppentherapien haben den Vorteil, dass sie Ihnen mehr als nur eine Bezugsperson (den Therapeuten) bieten. Das ist besonders wichtig, wenn Sie sehr vereinsamt sein sollten.

Antidepressiva vertrauen

Antidepressiv wirkende Medikamente normalisieren einen gest¡¦ten Stoffwechsel im Gehirn, indem sie sogenannte Botenstoffe beeinflussen (insbesondere Noradrenalin und Serotonin). Sie machen nicht abhãÍgig und sind bei gesunden Menschen wirkungslos. Ihr Effekt tritt ûÁlicherweise verz¡¦ert ein (spãÓestens nach zwei bis drei Wochen). Deswegen darf man ihre Einnahme nicht zu frûÇ beenden.

Antidepressiva richtig einnehmen

Antidepressiva brauchen einige Tage, um ihre Wirkung spûÑbar zu entfalten. Die heute verfûÆbaren Antidepressiva wirken nicht bei allen Kranken gleich. Deshalb kann es bei unzureichendem Effekt sinnvoll sein, ein Antidepressivum durch ein anderes zu ersetzen. ÃÇnliches gilt fûÑ den Fall, dass ein an sich wirksames Antidepressivum unangenehme Nebenwirkungen entfaltet. Erst wenn nach drei bis vier Wochen noch immer keine deutliche Besserung eingetreten ist, empfiehlt es sich, dass Sie mit Ihrem Arzt ûÁer den Wechsel des Medikaments sprechen. Sehen Sie einem solchen Schritt vertrauens- und hoffnungsvoll entgegen. Leider gibt es noch keine Tests, mit deren Hilfe man vorhersagen kann, auf welches Antidepressivum ein bestimmter Patient am besten ansprechen wird. VerãÍdern Sie auf keinen Fall eigenhãÍdig die Dosierung, vor allem dann nicht, wenn Ihr Befinden schwankt. Der Satz §·iel hilft viel¡¦gilt nicht fûÑ Medikamente. Zuviel ist hier durchweg gefãÇrlich. Behalten Sie die Dosierung insbesondere dann bei, wenn Ihnen das Antidepressivum sehr gut hilft. Dies ist ein ûÁerzeugender Grund, die Behandlung fortzufûÇren, und keinesfalls ein Grund, sie zu beenden. Bei wiederkehrenden Depressionen kann sogar eine Dauertherapie angebracht sein. Wenn keine Nebenwirkungen zu beobachten sind, k¡¦nen Sie dies als Ausdruck einer erfreulich guten Arzneimittel-VertrãÆlichkeit werten und nicht etwa als Hinweis auf mangelnde Wirksamkeit.

 



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