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"Das erste Mal"
Im Mai 2001 wurde ich von meinem Vater gefragt, ob wir nicht mal zur Kartbahn fahren sollen. Natürlich war ich dabei davon ausgegangen, dass mein Vater auch fährt, weshalb ich mit der Zusage nicht zögerte. Als wir dann vor der Karthalle standen und mein Vater mir sagte, dass er nicht fahren würde, rutschte mir schlagartig das Herz in die Hose. Aber da musste ich jetzt durch, wenn ich jetzt kneife, fragt er mich wahrscheinlich nie wieder ob ich fahren möchte! Also ließ ich alles über mich ergehen. Haftungsverzicht ausfüllen, die beängstigende Einweisung überstehen, mit einem Puls von 180 den Weg in Richtung Kart beschreiten. Und dann zum ersten Mal ins Kart reinsetzen. Noch bevor der Motor überhaupt lief, hatte ich schon den berühmten Tunnelblick. Aber was sollte schon schiefgehen? Auf der PlayStation klappte das ja auch ganz wunderbar, außerdem hat das Kart einen Rundum-Schutz und um die ganze Strecke liegen lauter Reifen, die einen Abflug entsprechend abbremsen würden. Und 5,5 PS? Das ist sowieso lächerlich... dachte ich! Weit gefehlt, ich war zuvor noch nie irgendwas mit einem Motor gefahren und Karts kannte ich nur vom Hörensagen, deshalb war ich umso überraschter, wie "schnell" diese kleinen Teile fuhren. Aus der Box rausgefahren, fiel mir ein, dass ich die Strecke ja noch überhaupt nicht kannte. Die folgenden sieben Minuten wurden zum wahren Horrortrip... links Gas, rechts Bremse? Oder doch andersrum? Verdammt, auf der PlayStation bin ich nur mit Controller gefahren! Die Auge-Hand-Fuß-Koordination klappte aber doch relativ gut. Mit einer besten Zeit von knapp über 38 Sekunden stieg ich mit weichen Knien nach 7 Minuten aus und erfuhr, dass ich damit nur knapp 5 Sekunden über dem Bahnrekord lag. Nach vielen ungläubige Blicken, die zwischen Erstaunen und Entsetzen alles boten, wandte sich die Fahrdienstleiterin an mich und sagte: "Willst du mich verarschen? Du bist noch nie gefahren?" Als ich das mit zittriger Stimme bejahte, wandte sie sich meinem Vater zu und flüsterte ihm soetwas zu wie "Das sollten Sie auf jeden Fall weiter verfolgen!" Eine Woche später fuhr ich zum zweiten Mal, beste Rundenzeit 36,9 Sekunden. Wieder erntete ich aufgrund meiner jungen Datierung der Benutzerlizenz einige erstaunte Blicke und wusste endgültig: Das ist es! Das erste Rennen Keine 5 Monate nach meiner ersten Kart-Erfahrung fuhr ich im Oktober 2001 auf der selben Strecke mit zwei weiteren Fahrern zusammen ein 300-Runden-Rennen. Am Tag vor dem Rennen hatte ich unserem Team den zweiten Startplatz gesichert und fuhr den Start. In der zweiten Runde lag ich auf Platz 1 und baute bis zum ersten Fahrerwechsel in der 50. Runde den Vorsprung weiter aus. Als die anderen beiden Fahrer jeweils zwei Turns über 50 Runden gefahren waren, stieg ich für den Schlussturn wieder ins Kart und konnte noch etwas Boden gutmachen. Bis zur 297. Runde hatte ich sogar in 33,89 Sekunden den schnellsten Umlauf für mich verbucht, bevor der spätere Sieger eine 33,88 und damit die schnellste Rennrunde fuhr. Mit etwas mehr als einer Runde Rückstand kam unser Team auf dem 3. Platz ins Ziel und ich war überglücklich. Vielen Dank an Meinolf Levermann und Guido Timmermann, meine Teamkollegen aus diesem Rennen. Die Vereinszeit Nachdem mein Vater und ich im Januar 2002 nach Fröndenberg zogen, fand ich durch Recherche im Internet die Kart-Jugendgruppe des AMC Iserlohn und schrieb dem Jugendleiter eine Mail. Dieser lud mich im März zu einem Probetraining ein. Nach dem dritten Probetraining gewährte mein Vater mir den Wunsch, um April in den Verein einzutreten. Schnell musste ich aber feststellen, dass auf der Vereinsebene die Trauben schon etwas höher hingen. Noch im April fuhr ich meinen ersten Kart-Slalom, wobei ich Slaloms im Verein nur drei Mal vorher trainiert habe. Im selben Modus wie bei den Slalomveranstaltungen oder gar auf Zeit war ich noch nie gefahren, ich war schon froh, dass ich die einzelnen Figuren unterschieden konnte. Nicht viel besser lief der zweite Slalom. Zum ersten und einzigen Mal überhaupt habe ich es wohl geschafft, mich bei einem Kartslalom auf trockener Piste zu drehen. Wieder wurde ich 22., diesmal gleichbedeutend mit dem vorletzten Platz. Für 2002 hatte ich mich dann dazu entschieden, keine weiteren Slaloms zu fahren und lieber noch etwas zu trainieren ;) Nachdem ich fast ein Jahr mehr oder weniger nur Rundstrecke trainierte, kam ich im April 2003 erneut nach Bochum, diesmal zu einem Slalom im KO-System. Hier schaffte ich es immerhin in die zweite Runde, wo ich aber wegen eines Torfehlers ausschied. Statt des Zieltores hatte ich das Starttor durchfahren und ich war untröstlich über diesen dummen Fehler. 2003 folgten dann keine weiteren Starts mehr bei Vereinsveranstaltungen.
Erst 2004 wagte ich nochmal ein Comeback. In der Clubsportmeisterschaft fuhr ich zwei Rennveranstaltungen mit. Durch unterlegenes Material gepaart mit fast 20kg Übergewicht sprang nur ein Podiumsplatz heraus, dazu noch zwei 4. und ein 5. Platz. Auf den 5. Platz bin ich aber schon etwas stolz, weil es in Strömen regnete und ich auf abgefahrenen Intermediates einige Fahrer mit Regenreifen hinter mir lassen konnte. Nach den 4 Rennen war dann aber auch schon wieder das Ende der finanziellen Fahnenstange erreicht und ich musste die Saison vorzeitig beenden. Außerdem war ich mit meinen 18 Jahren schon zu alt für die Clubsportmeisterschaft geworden.
Der "Doch-Nicht"-Sprung ins Rennauto Im Juni 2002 lernte ich mit Jörg Schäfer einen alten Hasen im Geschäft des Automobilrennsports kennen. Dieser suchte für sein Vorhaben, ein Rennteam zu gründen, noch einen Fahrer und seine Wahl fiel zu meiner großen Verwunderung auf mich. Beim Saisonfinale der BERU Top 10 2002 in Oschersleben sollte ich mein erstes Autorennen haben, genauer gesagt in der Formel König. Aus diesem Grund schickte er mich im August zur Zakspeed Rennfahrerschule an den Nürburgring, wo ich mit alten Fahrzeugen aus der Formel Renault in einem zweitägigen Lehrgang alles theoretisch und praktisch Nötige für den Einstieg in den Rennsport mit auf den Weg bekam. Mit meinen gerade 16 Jahren stellte ich mich aber nicht besonders geschickt mit den Rennfahrzeugen an. Da ich etwa ein Jahr vorher nur mal 15 Minuten mit dem Auto meines Vaters "üben" durfte, war es speziell die Rennkupplung, die mir zu schaffen machte. Als ich dann einmal in Schwung gekommen war, klappte es dann aber umso besser. Bei leichtem Nieselregen auf der gerade umgebauten GP-Strecke des Nürburgrings schaffte ich es als einer von wenigen an diesem Tag ohne Dreher zu bleiben, ohne dabei langsamer als die anderen Teilnehmer zu sein. Die abschließenden Wortes des Instruktors Markus Grossmann "Du hast nicht nur was im Fuß, sondern auch im Kopf. Wir behalten dich im Auge!" machten mir zunehmend Mut für das erste Rennen in der Formel König.
MSC Wiehagen / IG Karting Rudel-Ruhr
Im 3. Quartal 2003 erfuhr ich vom MSC Wiehagen, der jährlich eine Vereinsmeisterschaft austrägt. Um mich für das Jahr 2004 für die Mitgliedschaft zu empfehlen, fuhr ich deshalb im November 2003 ein 2h-Rennen in Köln mit. Dabei konnte ich als Einzelfahrer den Sieg einstreichen und sah mich deshalb schon fast sicher in den Verein aufgenommen. Etwa 2 Jahre später gab es keine Vereinsmeisterschaft mehr, dafür hatte Klaus Papenberg mit der "Interessengemeinschaft Karting Rudel-Ruhr" eine Nachfolgeserie ins Leben gerufen. Ich bekam im Februar 2006 also eine weitere Chance auf kostengünstiges Racing. Diesmal ging es auf die "Daytona"-Kartbahn in Essen-Borbeck, wo ich Sechster wurde. Die Platzierungen der weiteren Rennen in Dortmund-Körne, Kerpen, Büren, Kirchlengern und Bassum waren 3., 5., 2., 4. und 2. In der Meisterschaft lag ich damit vor dem letzten Rennen auf dem 3. Platz. Dieses fuhr ich jedoch aus diversen Gründen nicht mehr mit und wurde in der Endabrechnung 4. Nach der Auflösung der IG zum Ende 2006 stand ich für 2007 wieder ohne fahrerische Perspektiven dar.
Die Gegenwart Nach fast einem Dreivierteljahr ohne Rennen erfuhr ich im Juni 2007 vom jungen Team ETAmax-Racing, das deutschlandweit Kart-Langstreckenrennen bestreitet. Mitglied in diesem Rennteam war auch Frank Wallner, gegen den ich in der IG Karting Rudel-Ruhr schon die eine oder andere Schlacht geschlagen hatte. Im Juli fuhr ich dann mit ihm, Teamchef Jonas Kroll und Michael Gietmann zusammen das 24h "Race for Help" auf der längsten Kartbahn Deutschlands in Dinslaken. Das Team konnte den 10. Rang von 22 Teams erreichen, angesichts der dünnen Fahrerbesetzung für uns ein sensationelles Ergebnis.
Ich entschied mich auf Anfrage von Jonas Kroll dazu, weitere Rennen mit dem Team zu bestreiten! Das nächste Rennen waren im Dezember die "Deutsche Hallen-Kart Masters" in Laatzen (Hannover), bei dem ich im Team 2 zusammen mit Myriam Milewski, Dominique Domin und Frank Wallner am Start stand. Am Ende konnten wir zwar "nur" den 8. Platz von 11 Teams herausfahren, allerdings konnte ich als mein persönliches Highlight die zeitweise schnellste Rennrunde nach 9 von 12 Stunden mitnehmen :) Für ein Finale einiger der besten Indoor-Teams Deutschlands war das ein sehr großes Erfolgserlebnis für mich! Anfang 2008 ging es dann in die ICL (Indoor Champions League), wo ich die Läufe in Hilden (zusammen mit Michael Leblanc, Michael Gietmann und Jonas Kroll) und Essen (mit Michael Leblanc und Jonas Kroll) bestritt, wir holten einen 6. und einen 4. Platz, gegen die renommierten Teams ein mehr als achtbares Ergebnis. Danach folgten im Mai das 24h "Mailight" sowie das ebenfalls 24 Stunden dauernde "Race for Help" im Juli, beides in Dinslaken. Platz 9 und 7 waren die ebenfalls sehr zufriedenstellenden Platzierungen, aber leider ging mir danach mal wieder das Geld aus, sodass mir bisher weitere Starts verwehrt blieben. Es gab aber noch weitere Rennen in 2008. Auf meiner Haus-Strecke in Neheim fahre ich seit anderthalb Jahren regelmäßig mit einer verschworenen Gruppe genau so kranker Kartfahrer, wie ich es bin. Daraus entstanden zwei neue Teams, das Team GelKo-Speed und das Team H.Honert jr. Racing. Mit ersterem, bestehend aus den Namensgebern André Gellenbeck (das "Gel") und Christian Kost (das "Ko"), bestritt ich (zumeist kostenlos, weil gleichzeitig als "Lehrer" fungierend) einige 3h-Rennen der 75- und 85kg-Serie auf der Daytona-Kartbahn in Essen. Mit H. Honert jr. Racing (Dirk Babilon und Bernd Benning) fuhr ich ebenfalls ein 3h-Rennen der 85kg-Serie, wo ich den 2. Startplatz und im Rennen sogar lange Zeit den 3. Rang + den Anschluss zur Spitze halten konnte. Im November stand in Essen dann das Finale der DKL (Deutsche Kart-Liga) in Essen an und Gelko-Speed und H. Honert jr. Racing schlossen sich zu einem Team zusammen, um das 9h-Rennen zu bestreiten. Dirk Babilon, Bernd Benning, André Gellenbeck und ich fuhren gemeinsam den 14. Platz von 17 Teams heraus, was uns optimistisch für das 24h-Rennen am 31.1./1.2. 2009 stimmt, wo wir dann zu sechst an den Start gehen wollen und unsere Zielstzung lautet, nicht Letzter zu werden :) Das dritte Team, das aber erst ein Rennen gefahren ist, ist das Team "Zurich Versicherungen Peter Lipkat", bei dem ich beim Race for Help 2008 ebenfalls am Start stand (ein Doppelstart also). Mit Max Liedl, Markus Erbe, Manuel Hähnel, Achim Risch, Ronny Hähnel und mir waren in diesem Team nur "Simracer" vertreten, aber auch real machten wir mir dem 19. Platz von 24 Teams eine gute Figur im top-besetzten Feld! Für die Zukunft sind weitere Auftritte geplant, dann sogar mit zwei Teams, wovon eines sogar Etamax-Racing Konkurrenz machen soll. Das "Race for Help" 2009 steht schon fest auf dem Terminplan :) Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular! |
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