Homosexualität in der Geschichte
Homosexualität am Anfang des Jahrhunderts
Ende des 1. Weltkrieges fängt in Europa für lesbisches Leben eine Blütezeit an!
Frauen erhalten das Wahlrecht und Chancen auf weitere Berufsausbildungen.
Die Weimarer Republik ist geprägt von Inflation, Arbeitslosigkeit und politischen Straßenkämpfen .Aber ebenso auch von liberalem Klima und künstlerischem Aufbruch . Eine halboffene lesbische Subkultur bildet sich heraus.
In den lesbischen Bars kristallisieren sich mittlerweile zwei lesbische Stile heraus:
Bei den einen handelt es sich um die Art Frauen, die in Kleidern Make-up und Schmuck gekleidet sind und bei den anderen handelte es sich um die sogenannten Kessen Väter, mit Smoking und Schlips.
Dies war die Zeit, als Marlene Dietrich zur Ikone des Lesbischen Daseins wurde!
Das lesbische Lesepublikum wurde mit Zeitschriften wie z.B. "Garonne", "Die Neue Generation", "Die Freundin" und "Die Frau" Versorgt.
Doch dieses freie homosexuelle Leben nahm ein jähes Ende, als der Nationalsozialismus begann.
Homosexualität im 2. Weltkrieg
Zu den ersten Amtshandlungen des Nationalsozialismussees gehörten die Schließungen schwuler und lesbischer Lokale und den Paragrafen 175 des Strafgesetzbuches, der männliche Homosexualität kriminalisiert, zu verschärfen.
Frauen fanden keine Berücksichtigung in der nationalsozialistischen Ideologie. Führende Mediziner, die aus biologischen und rassehygienischen Gründen für eine strenge Bestrafung auch lesbischer Frauen eintraten, konnten sich nicht durchsetzen.
Bei den Bücherverbrennungen 1933 werden auch die Schriften Magnus Hirschfelds ins Feuer geworfen. Nach vorsichtigen Schätzungen werden während des Dritten Reiches 20 000 Schwule in Konzentrationslagern ermordet. Viele lesbische Frauen gingen eine Heirat ein, oft mit schwulen Männern, um sich gegenseitig zu tarnen. Zwar blieb ihnen das Schicksal offener Verfolgung erspart; dennoch wurden sie in der paramilitärischen Gesellschaft des Dritten Reiches beargwöhnt und denunziert. Es sind Fälle bekannt geworden, in denen Lesben als Asoziale ins Konzentrationslager eingeliefert wurden.
Homosexueller Feiertag
Selbst nach Ende des Nationalsozialismussees ist noch lange kein Platz für offenes Schwul- und Lesbischsein! Zwar befand sich die Bundesrepublik im Wiederaufbau, aber der besagt Paragraf 175 wird unverändert aufgenommen und ausgeführt.
Doch 1969 begann die Szene sich endlich zur Wehr zu setzten.
In einer New Yorker Bar wiedersetzten sich Homosexuelle erstmals gegen die ständigen Razzien ihrer Lokale und wehrten sich (anders formuliert: Eine Tunte schlug wild mit ihrer Handtasche auf einen Polizisten ein! ) .
Wie den meisten Menschen bewusst ist, passierte dieses in der berühmten Christopher - Street !
Beeinflusst davon wirkte diese kleine Revolution auch als Anschub in Deutschland.
Im Gedenken an die Krawalle in der Christopher Street wird der letzte Samstag im Juni, der Christopher Street Day, zum internationalen homosexuellen Feiertag.
Feminismus ist die Theorie, Lesbianismus ist die Praxis
In Deutschland setzen sich die Lesben von den Schwulen ab und schließen sich der Frauenbewegung an. Sie demonstrieren gegen den Paragrafen 218 des Grundgesetzes, gründen Frauenzentren, machen auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam und suchen nach Möglichkeiten weiblichen Lebens in der männerdominierten Gesellschaft.
Liebe unter Frauen wird, im Geist der 70er Jahre, als eine politische Entscheidung von höchst subversiver Kraft dargestellt.
Zu dieser Zeit setzt sich zur offensiven Selbstbezeichnung das ursprüngliche Schimpfwort "lesbisch" durch, das im Kontrast zum eher klinischen "homosexuell" steht.
Homosexualität auf der Welt
Die im Jahre 1995 verabschiedete Verfassung Südafrikas ist weltweit die einzige, die eine Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung verbietet. Grob gesagt ist die Situation in den liberalen westlichen Ländern auch für Lesben günstiger, als in solchen, wo Menschenrechte nur eine nebensächliche Bedeutung haben. So gibt es in Island, Norwegen, Dänemark, Schweden, den Niederlanden und auf Hawaii die so genannte eingetragene Partnerschaft, im Volksmund auch Homo-Ehe genannt. Lesben wie Schwule können hier den Bund fürs Leben eingehen und werden zivilrechtlich Heterosexuellen gleichgestellt. Davon ausgenommen bleibt das Recht auf Adoption. Politische Bestrebungen, eine Homo-Ehe einzuführen, existieren in Frankreich, Belgien, Spanien, Portugal und der Bundesrepublik. In 300 französischen Gemeinden besteht die Möglichkeit eines "certificat de vie commune", das homosexuellen Paaren beispielsweise einen Berechtigungsschein für eine gemeinsame Wohnung garantiert. In manchen Ländern gibt es Homo-Beauftragte in der Politik, der Verwaltung und der Polizei, die vertrauensbildend wirken sollen.
Als Quelle diente: www.lifeline.de
Die Geschichte des CSD
Die Geschichte des CSD begann am 27.06.1969 in der Christopher Street in Greenwich Village, dem schwulen Viertel von gw York, als die Polzei einer ihrer damals üblichen Razzien durchführte. Die Besucher der Stonewall Inn Bar fügten sich diesmal nicht den Schikanen der Polizei, sondern schlugen zurück. Zum ersten Mal wehrten sich Schwule,Lesben und vorallem Transsexuelle gegen ihre alltägliche Unterdrückung. Zwei Tage gab es Krawalle, und "Stonewall" wurde zum Symbol einer neuen Bewegung, die schnell die ganze USA und später auch Europa erfaßte.
Heute gehen anläßlich des Christopher Street Day Schwule und Lesben zum Tausenden auf die Straße haben Spaß, präsentieren die Selbstverständlichkeit und Vielfalt dieser Art zu Leben und demonstrieren für eine Verbesserung der rechtlichen Situation.
Die größten CSD-Paraden in Deutschland sind die am ersten Juli-Wochenende in Köln und eine Woche vorher in Berlin - in Köln kommen mittlerweile über 700.000 Zuschauer. Aber auch in Frankfurt, Hamburg, München und anderswo haben sich Straßenfeste und Paraden zum CSD fest etabliert.
Quelle: fummelisschen.de