Hier handelt es sich um einen harmloseren Fall. Hat die Katze gelegentlich Probleme beim Stuhlgang (der Kot sollte weich, geformt und dunkel sein), kann man ihr Ölsardinen oder nur Öl aus der Sardinendose verabreichen bzw. mehrmals am Tag einige Tropfen Paraffinöl.
Erhöhte Flüssigkeitszufuhr ist ebenfalls zu beachten. Kommt die Verstopfung häufiger vor, sollte man doch einmal den Tierarzt konsultieren.
Durchfall
Wenn Katzen immer wieder Durchfall haben, sollte man über mehrere Wochen eine Diät versuchen, die zu 3 Teilen aus Reis und zu 1 Teil aus Hüttenkäse oder Magerquark besteht. Um es der Mieze schmackhaft zu machen, kann auch ein wenig vom üblichen Futter untergemischt werden.
Katzenschnupfen
Der Katzenschnupfen ist die verbreitetste und bekannteste Krankheit, die sich eine Katze zuziehen kann.
Ein Katzenschnupfen kann, wenn er nicht behandelt wird, für die Katze tödlich enden. Eine Impfung gegen Katzenschnupfen existiert und sollte durchgeführt werden. Die Krankheit ist sehr gut behandelbar.
Vorsicht allerdings, falls Ihre Katze schwach oder bereits krank ist, dann darf die Katze NICHT geimpft werden. Denn die Impfung wird durch Immunisierung mit lebenden Viren durchgeführt.
Symptome - Tränende Augen - erhöhte Temperatur - Appetitlosigkeit
Katzenseuche
Diese hochgradig ansteckende Viruserkrankung kann durch direkten und indirekten Kontakt übertragen werden. Der Erreger ist vielen Desinfektionsmitteln gegenüber sehr widerstandsfähig.
Katzen können innerhalb kürzester Zeit nach dem Auftreten erster Krankheitszeichen sterben. Die Krankheit verläuft in der Regel tödlich, aus diesem Grund ist eine Impfung sehr zu empfehlen.
Außerdem ist der Virus extrem aktiv. Ist eine Ihrer Katzen mit Katzenseuche infiziert, ist Ihre gesamte Kleidung und Wohnung kurzer Zeit danach ebenfalls verseucht und Sie werden für mindestens ein halbes Jahr keine andere Katze streicheln oder in Ihren vier Wänden beherbergen können.
Die Katzenleukose ist eine äußerst gefährliche Viruserkrankung und weltweit verbreitet. Fast jede sechste Katze stirbt daran. Die Krankheit ist mit dem Blutkrebs beim Menschen vergleichbar. Die Inkubationszeit beträgt mehrere Jahre.
Sie wird fast ausschließlich direkt von einer Katze auf die andere übertragen, zum Beispiel durch Speichel oder Urin. Eine Übertragung durch den Menschen, wie zum Beispiel über Kleidungsstücke, ist sehr unwahrscheinlich, da das Virus an der Luft nur einige Minuten überlebt.
Die Krankheit selbst ist nur symptomatisch behandelbar, sie erstreckt sich oft über Jahre und führt schließlich unweigerlich zum Tod. Wenn die Katze behandelt wird, kann sie mit der Krankheit noch einige Jahre ganz gut leben. Eine Impfung existiert und ist hauptsächlich für freilaufende Katzen sehr zu empfehlen.
Katzen, die zur Leukoseimunisierung kommen, müssen vor der Impfung einen Test machen, denn bereits infizierte Tiere dürfen nicht geimpft werden. Für den Test muß der Tierarzt dazu etwas Blut abnehmen, eine unangenehme aber notwendige Prozedur. Viele Katzen tragen den Virus im Körper, jedoch bedeutet das noch lange nicht, daß die Krankheit ausbrechen muß. Das erschwert häufig eine genaue Diagnose.
Die Leukose verursacht teilweise sehr unterschiedliche Krankheitsbilder. Fast alle Organe können davon betroffen werden, auch das Gehirn. Ist die Krankheit erst einmal ausgebrochen, so ist eine Heilung fast unmöglich. Besonders infektiös ist bei Leukose der Speichel. Bei der gegenseitigen Fellpflege wird die Krankheit genauso übertragen wie auch beim Fressen aus dem gemeinsamen Napf.
Aber nicht nur über den Speichel stecken sich die Tiere an.
Eine Hauptinfektionsquelle ist das gemeinsame Katzenklo. Auch im Kot und Urin sind die Viren enthalten. Sind mehrere Katzen in einem Haushalt, so läßt sich eine gegenseitige Infektion kaum vermeiden. Nimmt man eine zusätzlich Katze auf, so ist eine Untersuchung Pflicht, denn nur so läßt sich das Risiko einer Verbreitung verringern. Eine äußerlich gesunde Katze kann schon längst an Leukose erkrankt sein.
Bauchfellentzünd- ung (Peritonitis)
Mehrere Ursachen können hier zur Entzündung führen:
Infektion nach einer Verletzung der Bauchwand/des Darmes
Ausbreitung einer Infektion eines anderen Organes
Tumore
Krankheitserreger
Symptome - ständige Schmerzen in der Bauchgegend - hockende, gekrümmte Sitzhaltung - Jammern beim Betasten - Erbrechen - Durchfall/Verstopfung - Fieber - Konditions- und Gewichtsverlust
FIP (Feline Infektiöse Peritonitis)
"FIP" entsteht durch einen Virus und betrifft jüngere Katzen besonders schlimm. Ältere Katzen sollen im allgemeinen durch natürlich erworbene Abwehrstoffe geschützt sein.
Der FIP-Erreger wird vermutlich hauptsächlich durch direkten Kontakt übertragen. Außerhalb des Körpers ist der Erreger nicht lange lebensfähig und wird mit handelsüblichen Desinfektionsmitteln schnell abgetötet. Im Katzenkörper greift er jedoch nicht nur das Bauchfell an, sondern auch andere Organe wie Leber, Nieren und das Gehirn. Die Krankheit ist fast immer tödlich.
Erste Symptome: - Fieber - chronischer Gewichts- und Konditionsverlust - Appetitlosigkeit - Apathie - Erbrechen - Durchfall - Atembeschwerden
Im klinischen Stadium: - aufgetriebener Bauch als Folge erhöhter Flüssigkeitsansammlung im Bauch- und Brustbereich - Entzündung innerer Organe mit Ausfallserscheinungen
Tollwut
Sie ist eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten und verläuft fast immer tödlich. Tollwut wird durch den Biß eines infizierten Tieres übertragen und kann auch auf Menschen übergehen.
Der Tollwutvirus hat eine lange Inkubationszeit (manchmal bis zu 6 Monaten). Die Tollwutschutzverordnung verbietet eine Behandlung tollwuterkrankter Tiere, die ohnehin Aussichtslos wäre.
Die einzige zuverlässige Vorbeugung ist eine Schutzimpfung. Lassen Sie deshalb Ihre Katze regelmäßig gegen Tollwut impfen.
Erste Hilfe nach dem Biß durch ein tollwutverdächtiges Tier: - Reinigen Sie die Wunde sofort mit Seife/Desinfektionsmittel - Konsultieren Sie unverzüglich den Arzt, nur sofortige Behandlung kann Ihr Leben retten - Vermeiden Sie weiteren Kontakt mit dem Tier - Isolieren Sie das Tier nach Möglichkeit für eine Untersuchung.
Feline Immundefizienz (FIV)
Erst seit kurzer Zeit (1987) ist dieser Virus bekannt, der dem menschlichen Aidsvirus sehr ähnlich ist. Diese Krankheit muß aber nicht zum Tode führen. Die Symtome sind so unklar und unspezifisch, daß die Krankheit nur schwer zu diagnostizieren ist. Seit 1989 gibt es aber einen einfachen Test zum Virusnachweis.
Pseudowut
Diese Erkrankung wird durch ein Herpesvirus hervorgerufen, das sehr ähnlich dem Herpes-Virus des Menschen ist und verläuft sehr akut. Der Mensch ist gegen diesen Virus jedoch resistent.
Man verhindert die Erkrankung, indem man an die Tiere kein Schweinefleisch verfüttert und einen Kontakt von Katze und Schwein vermeidet. Bei Freigängern besteht eine Infektionsgefahr, wenn die Katze Ratten als Beutetiere jagt, sie frißt oder Bißverletzungen davonträgt. Die Inkubationszeit beträgt 2 bis 9 Tage.
Symptome
Wesensänderung
Müdigkeit
Neigung zum Verstecken
Appetitlosigkeit
Schluckbeschwerden
Lähmung der Kaumuskulatur
Zuckungen von Kopf und Gesichtsmuskeln
bei jungen Katzen Erbrechen
In der Regel tritt der Tod schon am ersten oder zweiten Tag nach Einsetzen der Symptome ein.
Die Diagnose läßt sich nur am toten Tier abklären. Das klinische Bild ähnelt der Tollwut, verläuft aber schneller und ruft keine Lähmungserscheinungen der Gliedmaßen hervor. Eine Behandlung der Erkrankung gibt es nicht, sie verläuft immer tödlich.
Vergiftungen
Es gibt eine Vielzahl von chemischen Verbindungen, die für Katzen schädlich sein können. Jedoch ist aufgrund der besonderen Lebensgewohnheiten der Katzen die Gefahr einer Vergiftung - im Gegensatz zu Hunden und Pflanzenfressern - nicht sehr groß.
Die Art der Nahrung, die eine Katze überhaupt zu sich nimmt, ist verhältnismäßig beschränkt. Daraus folgt, daß Köder mit Nagetiergiften, verdorbenes Futter, Abfälle oder andere Giftstoffe weniger von Katzen als von anderen Tierarten beachtet werden. Katzen sind zudem selten verfressen. Sie nehmen Futter bis zur ausreichenden Sättigung auf und dann erst wieder bei erneutem Hungergefühl. Da die meisten Katzen ihr Futter gut durchkauen, haben sie die Möglichkeit, es abzuschmecken und, falls es ihnen widerwärtig erscheint, das Futter abzulehnen.
Katzen können wie andere Lebewesen auf drei Wegen vergiftet werden:
durch den Magen-Darm-Trakt,
über die Haut und
über die Atemwege.
Die beiden erstgenannten Vergiftungen treten in der Praxis oft auf. Im allgemeinen halten Katzen ihr Fell durch häufiges Lecken sauber. Diese Gewohnheit kann dazu führen, daß jeder Giftstoff, der sich auf dem Fell befindet, aufgenommen wird.
Die natürliche Neugierde treibt die Katze an, ihre Umgebung gründlich zu untersuchen, wodurch sie auch an Orte mit potentiellen Giftstoffen gelangen kann. Neugierde bewegt sie dazu, verschiedene im Haushalt vorkommende Pflanzen, die giftig sein können, zu beriechen und zu benagen. Insektenvernichtungsmittel, offene Dosen mit Frostschutzmittel und eine große Menge von potentiell tödlich wirkenden Mitteln werden von ihr untersucht. Der normale Jagdinstinkt der Katze kann dazu führen, daß vergiftete Nagetiere und Insekten gefangen und gefressen werden, dadurch wird auch eine verspätete Vergiftung möglich.
Einige Symptome
Magen-Darmstörungen
Hautgeschwüre bis Gewebszerfall
Schmerzen im unteren Bauchbereich
Magersucht
Atem- und Kreislaufstörungen
Blausucht (Zunge, Zahnfleisch)
Schock
Zusammenbruch
plötzlicher Verlust des Bewußtseins
Krampfanfälle
Die Erkrankung setzt meist plötzlich ein, und es entwickeln sich rasch schwere klinische Symptome.
Hieran erkennst Du, dass Dein kleiner Freund vielleicht krank sein könnte:
Wenn Deine sonst so aktive Katze
träge und apathisch wird,
wenn sie sich verkriecht,
nicht mehr spielt - oder
wenn sie kläglich mauzend die Gesellschaft des liebsten Menschen sucht, sich aber nicht von ihm anfassen läßt,
wenn ihre Augen ständig tränen sie dauernd niest,
wenn ihr Fell trotz ausgiebiger Körperpflege stumpf und unansehnlich wird,
wenn sie stets vergeblich das Katzenklo aufsucht,
wenn sie keinen Harn absetzen kann oder an verschiedenen Stellen immer wieder kleine Tröpfchen abgibt,
wenn Durchfall nicht enden will oder sie öfters erbricht,
wenn die Katze mehr als 2 Tage Futter verweigert,
dann wird es allerhöchste Zeit zum Tierarzt zu fahren!!!