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geschichtevonrwe
1907 - Die Gründung
Am 1. Februar im Jahre 1907 wurde in Essen-Vogelheim zum ersten Mal eine Mannschaft unter dem Vereinsnamen "Sportverein Vogelheim" aufgestellt. Entstanden ist dieser Verein aus dem "SC Preussen" und "Deutsche Eiche". Dieser kleine Sportverein, sollte später zu "Rot-Weiss Essen" werden. Im Jahr 1910 wurden Verhandlungen mit dem Turnerbund Bergeborbeck zur Gründung einer Fußballabteilung geführt. Damit wurde der Sportverein Vogelheim in Fusion mit dem Turnerbund Bergeborbeck ein Verbandsverein und konnte somit an Meisterschaftsspielen teilnehmen. Am 14. September 1913 wurde der Club dann selbstständig und trennte sich wieder vom Turnerbund Bergeborbeck. Am 18. September 1913 gründete sich der Verein unter dem Namen "Spiel- und Sportverein Emscher-Vogelheim" neu und wurde gleichzeitig beim Westdeutschen Spielverband eingetragen. In den ersten Jahren des ersten Weltkrieges wurde der Spielbetrieb noch aufrecht erhalten und die Mannschaft konnte sich sogar in der Spitzengruppe festsetzen. Nach dem Krieg änderte man den Namen in "Spiel und Sport 1912". Im Jahre 1923 fusionierten die beiden Bergeborbecker Vereine "Spiel und Sport 1912" und der "Turnerbund Bergeborbeck" erneut miteinander. Die Idee, die hinter dieser Fusion steckte war klar. Ein großer Verein könne mehr für die Idee des Fussballs werben, als zwei kleine. Damit war der Verein Rot-Weiss Essen geboren.
2002 1939
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1939 - Einweihung des Stadions
Der Sportplatz an der Hafenstraße wurde mehr und mehr zu einem Magnet für die Massen. Bald schon konnte der Platz diesen Ansprüchen nicht mehr gerecht werden und es musste nun ernsthaft über eine Vergrößerung nachgedacht werden, was aber einige Schwierigkeiten mit sich brachte. Der Erfindungsgeist von Georg Melches löste aber auch dieses Problem. Die schwierige Lage zwischen einer Gaststätte und einer Schule zwang die Vereinsführung zu einer Ausführung mit einer kleinen Holztribüne für 1.428 Zuschauer und Stehplatzrängen für 25.000 Zuschauer. Pünktlich zum vorgesehenen Einweihungsspiel gegen den FC Schalke 04 am 13. August 1939 erstrahlte der Platz im Flaggenschmuck. Fast 30.000 Zuschauer erfreuten sich an der neuen Platzanlage und klatschten begeistert Beifall.
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1945 - Wiederaufbau des Stadions
Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges war die Bilanz für Rot-Weiss Essen sehr betrüblich. Die gesamte Anlage war fast völlig zerstört und der Schaden immens groß. Während andere Vereine unmittelbar nach dem Krieg den Spielbetrieb wieder aufnehmen konnten, standen die sich langsam wieder einfindenden Rot-Weissen vor riesigen Bombentrichtern, aus denen erst nach und nach wieder die Umrisse eines Fußballplatzes auftauchten. Mit Schippe und Hacke bewaffnet, begannen die freiwilligen Helfer nun ihr Aufräumwerk. Ernst Ruhkamp, später Ehrenpräsident des Vereins, stellte sich täglich zur Verfügung, beaufsichtigte und teilte Aufräumungsarbeiten ein. "Männer aller Berufe standen einträchtig nebeneinander und schufteten Abend für Abend. Wenn auch die Hauptarbeit von Handarbeitern, meist Bergleute, geleistet wurde, so war es doch rührend anzusehen, wie Leute, die nie mit Schaufel oder Spaten gearbeitet hatten, sich abmühten, es den anderen gleichzutun", so Ernst Ruhkamp.
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Im Jahre 1953 erreichten die Essener mit dem Pokalsieg ihren ersten großen Erfolg in der Vereinsgeschichte. Auf dem Weg ins Finale hatten die Essener eigentlich keine großen Probleme. Nach Siegen über Regensburg (5:0), den VfL Osnabrück (2:0), den Hamburger SV (6:1) und über den SV Waldhof Mannheim (3:2), standen die Essener zum ersten Mal in ihrer Vereinsgeschichte in einem Finale. Der Gegner im Endspiel, vor 40.000 Zuschauern im ausverkauften Rheinstadion, hieß Alemannia Aachen. Die Rheinländer machten von Beginn an Druck und kamen zu einigen Chancen, die Torwart Fritz Herkenrath glänzend parierte. Nach den Warnschüssen der Aachener, kamen dann auch die Essener ins Spiel. Kurz vor der Halbzeit erlangten die Essener durch einen Heber von Islacker die 1:0 Führung. Nach der Pause machten die Essener dort weiter, wo sie vor der Pause aufgehört hatten. Gottschalk passte den Ball zu Helmut "Boss" Rahn, der die Aachener Abwehr ausspielte und den Ball zum vorentscheidenden 2:0 ins Tor drosch. Doch wer dachte, die Partie wäre entschieden, hatte seine Rechnung ohne die Aachener gemacht. In der 56. Spielminute markierte Jupp Derwall, der später im Jahr 1980 als Bundestrainer Europameister geworden ist, mit einem Schuss unter die Querlatte den Anschlusstreffer für die Aachener. Nun spürten die Aachener, dass vielleicht noch etwas mehr drin war. Beide Seiten kamen noch zu guten Torchancen, doch dieses temporeiche Spiel bei sommerlichen Temperaturen verlangte seinen Tribut. Beide Mannschaften wurden zusehend müder und ersehnten den Schlusspfiff. Der Stuttgarter Schiedsrichter hatte dann auch ein Einsehen und pfiff pünktlich ab. Rot-Weiss Essen war neuer Pokalsieger und durfte die Trophäe unter lautstarkem Jubel der Essener Fans in Empfang nehmen.
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1955 - Deutscher Meister
Am 26. Juni 1955 konnte Rot-Weiss Essen wohl den größten Erfolg in der Vereinsgeschichte feiern, nämlich den Gewinn der deutschen Meisterschaft. Nach Siegen über Kickers Offenbach (3:1, 4:1), Wormatia Worms (4:0, 1:1) und Bremerhaven 93 (3:1, 1:1), zogen die Essener ins Finale um die deutsche Meisterschaft ein. Endspielgegner war der 1.FC Kaiserslautern, der als Favorit in dieses Finale ging. Über 80.000 Zuschauer kamen bei Sonnenschein ins Niedersachsenstadion in Hannover. Die Pfälzer erwischten auch gleich den besseren Start und setzten die Essener gehörig unter Druck. Folglich war ihnen auch das erste Tor in diesem Spiel vergönnt. Nach 11 Minuten stand es 1:0 für den 1.FC Kaiserslautern durch Wenzel. Nur wenige Minuten später verhinderte Essens Torwart Fritz Herkenrath mit einer tollen Parade das 2:0. Bei dieser Aktion verletzte sich der Torwart zwar, doch Fritz Herkenrath konnte unter Schmerzen weiterspielen. So nach und nach wachten dann auch die Essener auf und erarbeiteten sich nun auch Torchancen. In der 19. Spielminute glich Islacker für Essen nach einer Flanke von Röhring aus. Keine zehn Minuten später nutze Röhring ein Abspiel von Helmut Rahn, der vorher die ganze Abwehr der Lauterer ausgespielt hatte, zum 2:1 für die Essener. Ab diesem Tor lieferten sich beide Mannschaften einen erbitterten Schlagabtausch und beide Seiten hatte die Chance zum Ausgleich bzw. die Führung zu erhöhen. Letzteres schafften die Essener. Wenige Minuten vor der Pause erhöhte Islacker zum 3:1 Pausenstand für Rot-Weiss Essen. Nach der Pause setzten die Pfälzer noch mal alles daran, dieses Spiel vielleicht doch noch zu drehen. Schon zwei Minuten nach dem Seitenwechsel kamen sie diesem Ziel auch schon näher, als Wenzel den Ball zum 3:2 ins Tor köpfte. In der 72. Spielminute ging Scheffler plötzlich im Essener Strafraum zu Boden und der Schiedsrichter zögerte keine Sekunde und pfiff Elfmeter. Baßler hatte nun keine Probleme auszugleichen. In der 84. Minute hielten die Fans aus dem Ruhrgebiet den Atem an. Fritz Walter hob den Ball in den Strafraum und drei Lauterer drückten den Ball über die Torlinie, doch der Schiedsrichter erkannte die Abseitsposition und verweigerte dem Tor die Anerkennung. Wenige Minuten vor dem Schlusspfiff wendete sich das Spiel aber noch einmal zum Guten. Termath umspielte die Abwehr der Lauterer und passte zum mittlerweile angeschlagenen Islacker, der den Ball dann mit letzter Kraft ins Tor köpfte. Nach dem Abpfiff gab es für die Fans kein Halten mehr. Das Niedersachsenstadion war in einem rot-weissen Fahnenmehr untergetaucht. Rot-Weiss Essen war deutscher Fussballmeister.
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1956 - Einweihung der Flutlichanlage
Am 8. August 1956 bescherte Rot-Weiss Essen den aus nah und fern angereisten Fußballfreunden dann einen besonderen Leckerbissen. Die erste Flutlichtanlage Deutschlands wurde mit dem 100. internationalen Spiel nach dem Zweiten Weltkrieg mit einem 4:0-Sieg gegen Racing Straßburg eingeweiht. "Ein Schauspiel von faszinierender Wirkung. Dem Flutlichtfußball gehört die Zukunft", schrieb man damals in den Tageszeitungen. Heute gehört es zur Tagesordnung, und doch hat es seinen eigenartigen Reiz und seine Anziehungskraft behalten.
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1963 - Bundesligastart ohne Rot-Weiss Essen
Als am 26. August 1963 der Anpfiff in der neugeschaffenen Bundesliga ertönt, schauen die Rot-Weissen etwas wehmütig in Richtung der acht Premiere-Stadien. Der Deutsche Meister von 1955 und Pokalsieger von 1953 gehörte nicht zu den 16 ausgewählten Vereinen, die um die ersten Bundesligapunkte kämpften. Die Chancen zur Qualifikation verspielten die Essen bereits zwei Jahre zuvor. Der Traditionsverein musste nach einem Unentschieden gegen den Nachbarn aus Oberhausen die Oberliga West verlassen und den bitteren Weg in die Zweite Liga antreten. Da der angestrebte Wiederaufstieg nicht in die Tat umgesetzt werden konnte, kam Rot-Weiss Essen von vornherein nicht für die Eliteklasse in Frage. Trotzdem nahmen die Essener Verantwortlichen die Umstrukturierung des deutschen Fussballs mit Zufriedenheit zur Kenntnis. Durch die Gründung der Regionalliga West kamen endlich wieder so attraktive Vereine wie Borussia Mönchengladbach, Fortuna Düsseldorf oder Alemannia Aachen nach Essen-Bergeborbeck. Einer, der länger als ein halbes Jahrhundert die Geschicke des Vereins entscheidend beeinflusst hatte, durfte diesen Augenblick allerdings nicht mehr miterleben. Am 24. März 1963 starb Georg Melches, einer der Gründer und Ehrenvorsitzender von Rot-Weiss Essen. Sportlich verlief die Saison einigermaßen zufriedenstellend. Mit einem ausgeglichenen Punkteverhältnis musste sich Rot-Weiss Essen keine Sorgen um den Klassenerhalt machen. Allerdings war die Ausbeute gegen die Spitzenteams äußerst mager. Lediglich dem Vize-Meister Wuppertaler SV wurden gleich drei Punkte abgeknöpft.
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Es gab Niederlagen, die machten so richtig Spaß. Als Schiedsrichter Kreitlein am 26. Juni 1966 die Aufstiegsrunden-Begegnung zwischen Rot-Weiss Essen und dem FC St. Pauli abgepfiffen hat, waren 36.000 Zuschauer im überfüllten Georg-Melches-Stadion total aus dem Häuschen. 1:0 hatten die Hamburger gewonnen, doch aus norddeutscher Sicht waren es zwei Treffer zu wenig. Rot-Weiss Essen hatte bei einer Punktegleichheit knapp die Torverhältnisnase vorn. Der heißersehnte Sprung in die Bundesliga war vollbracht. Der Jubel der Fans war gleichzeitig ein Aufschrei der Erleichterung, denn die Schützlinge von Trainer Fritz Pliska hatten in den vorausgegangenen Spielen die Nerven der Anhänger wahrlich nicht geschont. Nachdem die Essener in der Regionalliga hinter Meister Fortuna Düsseldorf und vor Alemannia Aachen den zweiten Platz belegt hatte, erhielten die Aufstiegshoffnungen gleich am ersten Spieltag einen empfindlichen Dämpfer. Die 7.000 mitgereisten Anhänger hatten am Millerntor zwar mehrfach den Torschrei auf den Lippen, aber Lippens, Hasebrink & Co. bemühten sich vergeblich, die 1:0-Führung der Hanseaten auszugleichen. Auch in den restlichen zwei Auswärtsspielen musste bis zum Schluss gezittert werden. Sowohl in Schweinfurt, als auch in Saarbrücken erzielten Herbert Weinberg bzw. Helmut Littek die Siegtreffer jeweils erst fünf Minuten vor Schluss. Da die "Roten" gegen die gleichen Gegner nichts anbrennen ließen und St. Pauli zwei mal auswärts gerupft wurde, war Essen schon vor der WM in England im Fußballrausch. Daran konnte auch Paulis Pape, der im entscheidenden Rückspiel erneut Torhüter Hermann Roß überwinden konnte, nichts ändern. Rot-Weiss Essen war endlich wieder erstklassig.
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1967 - Abstieg aus der 1. Bundesliga
Drei Jahre lang hatte die Fußballgemeinde in der Ruhrmetropole auf diesen Augenblick warten müssen. Im August 1966 war es dann endlich soweit, die Bundesliga-Lederkugel rollte auch an der Hafenstrasse. Da es der Terminplangestalter besonders gut mit den Essenern meinte, gab es direkt im ersten Heimspiel den Knaller gegen den Reviernachbarn aus Schalke. 65 Minuten lang konnten die königsblauen den Sturmlauf des Neulings standhalten, dann brach Heinz-Dieter Hasebrink den Bann und legte mit seinem Treffer den Grundstein zum vielumjubelten 4:1-Sieg gegen den FC Schalke 04. Einmal auf den Geschmack gekommen, ließen sich die Essener auch weiterhin nicht die Butter vom heimischen Brot nehmen. Das Georg-Melches-Stadion erlebte rauschende Fußballfeste. "Meine Mannschaft hat gut gekämpft, doch die bessere hat gewonnen", bekannte Bayern-Trainer Tschik Cajkowski nach der 1:3-Niederlage der Münchner Bayern. Nicht besser erging es den Fohlen von Gladbachs Coach Hennes Weisweiler. Quasi mit dem Schlusspfiff erzielte Hasebrink den 2:1-Siegtreffer. Auswärts hingegen war die Ausbeute äußerst bescheiden. Das 0:0 beim frischgebackenen Europapokalsieger Borussia Dortmund war eines der wenigen Erfolgserlebnisse. Als dann der SV Werder Bremen in einer überaus harten Partie den Heimnimbus brach, ging es permanent bergab. In den restlichen 21 Spielen konnte nur noch ein einziger doppelter Punktgewinn, mit einem 3:1 über den KSC, geholt werden. Am vorletzten Spieltag lagen dann Freud und Leid ganz dicht beieinander. Während die Braunschweiger mit einem torlosen Unentschieden die Meisterschaft perfekt machten, bedeutete der Punktverlust für Rot-Weiss Essen den Abstieg in die Regionalliga West (damalige zweite Liga). Obwohl anschließend dann Hasebrink, Simmet, Dietrich und Koslowski den Verein verließen, konnte ein Ausverkauf an der Hafentrasse verhindert werden.
Bild aus dem Buch "Ganz versessen auf Rot-Weiss Essen" (Klartext-Verlag)
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