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Niemals zuvor hatte es ein Besatzungsmitglied vorgezogen zu "desertieren" anstatt eine solche Überfahrt anzutreten. Daher beunruhigte dieses eigentlich unbedeutende Detail die gesamte Crew und drückte die bis dahin fast perfekte Stimmung. John Coffey war ein 24jähriger, in Queenstown geborener Mann, der aber wie der Großteil der Besatzung in Southampton lebte. Bis heute ist nicht bekannt, warum Coffey das Schiff so plötzlich verließ. Sicher ist hingegen, dass er sich nicht vor der Überfahrt fürchtete, da er einige Tage später auf der Mauretania einschiffte, einem anderen Transatlantik Liner, der zur Cunard Line gehörte. hatte er auf der Titanic vielleicht etwas bemerkt, das ihn ängstigte? Bestand eine Verbindung zwischen seiner Arbeit als Heizer und dem Lodern unter Kessel zehn, das nicht aufhören wollte? Es ereignete sich noch ein anderer Vorfall in Queenstown, der Aufsehen erregte und Anlass zu Witzen bot: Ein andrer Heizer kletterte die Leiter an der Innenseite des vierten Schornsteins hinauf und erschien auf dessen Spitze. Dieser vierte Schornstein war nur Attrappe, aus der niemals Rauch oder Kesselhitze aufstiegen. Seine Funktion war überwiegend ästhetischer Art und verlieh dem Schiff eine noch imposantere Gesamterscheinung. Außerdem diente er als Belüftungsanlage. Dieser Spaß des Heizers kann mehrere Gründe gehabt haben. Entweder wollte er einfach ein wenig frische Seeluft auf der Spitze des Schornsteins genießen, oder er hatte das Bedürfnis, für einen Moment alle Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Fakt ist, dass das plötzliche Erscheinen seines verrußten Gesichts bei einigen Zuschauern spontanes Gelächter auslöste. Für andere Beobachter hatte dieses Schauspiel jedoch einen unheimlichen Beigeschmack: Das "schwarze" Gesicht schien für sie aus der Hölle zu stammen. Es stieg aus dem Inneren des Schiffs empor, um alle Anwesenden daran zu erinnern, dass hinter den blendenden Fassade des Prunks und der totalen Sicherheit etwas Dunkles und Drohendes auf der Lauer lag. Nach diesem Vorfall wurden jedenfalls immer wieder Stimmen laut, dass die Titanic ein vom unglück verfolgtes Schiff sei. Erwähnenswert ist auch, dass der Leitende Offizier, Henry Tingle Wilde, seiner Schwester von seinem Unbehagen bezüglich der titanic schrieb. Seit jeher stellte das Feuer an Bord von Schiffen eine ganz besondere Bedrohung dar. Das galt nicht nur für die Holzschiffe, sondern hatte trotz der vermehrten Verwendung von nicht brennbaren Schiffbaumaterialien auch noch im 20. Jahrhundert Bestand. Der Kohlevorrat an Bord und die dauernd brennenden Feuer unter den Kesseln waren Grund genug zur Sorge. Aber waren das nicht nur Vorwände, um sich unsinnige Vorstellungen und Zweifel zu schüren? Es gab noch weitere Dinge, auf die eingegangen werden sollte. Warum zog sich Bruce Ismay in die Kabine des 2. Offiziers zurück, so als ob er sich vor dem Kapitän verstecken wollte? War die Titanic nicht ein Produckt des menschlichen Größenwahns, das die von der Natur gesetzten Grenzen überschritt? Warum wurde gerade dieser Name für das Schiff gewählt? Laut der griechischen Mythologie konnten die unbeschreiblichen Kräfte der Titanen nicht für gute Zwecke nutzbar gemacht werden. Letzendlich mussten sie daher vernichtet werden, um das Gleichgewicht der Welt nicht zu gefährden. Eine Verbindung zwischen den Ereignissen am 14. und 15, April 1912 und denen dieses antiken Mythos ist nicht von der Hand zu weisen. Ferner gab es die Baunummer der Titanic, die auf den Schiffsrumpf geschrieben wurde: 390904. In einem Spiegel betrachtet, konnte man deutlich die Worte "no pope" (kein Papst) erkennen. Spiegelte dieses Detail den gewaltätigen Streit der Katholiken und Protestanten in Belfast wider, wo die Titanic gebaut worden war? Die katholischen Arbeiter hatten sich bei den Direktoren von Harland & Wolff über diese "Zahl" beschwert. Daraufhin sah sich die Werft gezwungen zu erklären, dass es sich um puren Zufall handelte. Diese beruhigenden Worte konnten aber nicht verhindern, dass diese Zahl fortan als Bedrohung angesehen wurde, die auf dem Schiff mit einem Brenneisen für immer eingebrannt worden war. Im Nachhinein veranlasst uns der gesunde Menschenverstand, die Fakten im Zusammenhang zu sehen und zu vermuten, dass all diese Ereignisse in eine vorher ausgedachte, fantastische Geschichte eingewoben wurden, mit dem Ziel, eine Theorie um jeden Preis zu untermauern. Um nicht denselben Fehler zu begehen, müssen wir unser Augenmerk auf die Ereignisse vor dem Beginn der Jungfernfahrt richten, die Pläne und Bestrebungen analysieren, die zum Bau des luxuriösesten und größten Liners seiner Zeit führten... |
