tuerkischebad

 

    

 

 

Das Türkische Bad lag an der Steuerbordseite des F Decks. Diese Luxuseinrichtung war für den Gebrauch der Erste-Klasse-Passagiere bestimmt, befand sich aber auf einem der tieferen Decks. Diese Anordnung erscheint merkwürdig, da alle anderen Räumlichkeiten der Wohlhabenden auf den ruhigeren Oberdecks mit Panoramablick untergebracht waren. Das Türkiche Bad bestand aus mehreren Einzelräumen: dem Dampfraum, dem Schwitzbad, dem Abkühlraum, dem Massageraum und dem kältesten Areal, dem Entspannungsraum. In mehrfacher Hinsicht zählte letzterer zu den außergewöhnlichsten Räumen auf dem Liner. Seine Ausstattung entsprach dem maurischen Stil, der im 17. Jahrhundert in Mode war. Hinter den Wandverkleidungen im ägyptischen Stil verbargen sich die Bullaugen. Wenig Licht fiel durch sie ein, wodurch das gesamte Dekor einen geheimnisvollen und exotischen Anstrich erhielt. Vom Fußboden bis zur Decke waren die Wände mit großen blau-grünen Täfelungen bedeckt, die eine breite Einfassung aus leuchtend blauen Keramik-Einlegearbeiten umrahmte. Von der Decke mit Holzverkleidung hingen maurische Bronzelampen. Dunkles Teakholz bedeckte die Querwände bis zu einer gewissen Höhe, die Türen und einige vertikale Täfelungen. Die verwendeten Hölzer harmonierten perfekt mit den aufwändigen Keramik-Einlegearbeiten. Auch die Stützpfeiler hatte man kaschiert: Die Pilaster in der Mitte wurden von geschnitzten Kapitellen überragt und waren mit dunklem Teakholz verkleidet, das mit kunstvoll gearbeiteten maurischen Friesen versehen war. Somit bildeten die Pfeiler eine stilistische Einheit mit der Decke und den Wänden. Die Türen wurden von kleinen, halbrunden Kuppeln aus Gold überragt, ihre Innenseite schmückten geometrische Flachreliefs. Über den gesamten Raum verteilt standen tiefe Diwane, zwischen ihnen Tische zum Abstellen von Büchern, Gläsern oder Zigaretten. Auf der einen Seite des Entspannungsraums hatte man einen entzückenden Marmorbrunnen installiert, der Trinkwasser bereithielt. Integriert in die Keramik-Einlegearbeiten der Wände, hingen kleine Schränkchen. In ihnen befanden sich ein Spiegel, alle wesentlichen Toiletten-Accessoires und kleine Schließfächer zum Verstauen der Wertsachen. Einige Liegesofas komplettierten die Ausstattung des Raums. Jeder Reisende, der hier Ruhe suchte, vergaß blitzschnell, dass er aich auf einem Ozeanliner aufhielt.

    



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