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Der reichste Passagier der Titanic war John Jacob Astor IV. Er war am Mittwoch, den 10. April mit dem Sonderzug um 09.30Uhr von Waterloo Station abgefahren und ging mittags in Southampton an Bord. Kurz zuvor hatten ihn die Journalisten ausfindig gemacht, die nach Berühmtheiten suchten, um die Klatschspalten ihrer Zeitungen zu füllen. Die fotografierten Astor auf dem Kai 12, und er kam ihren Wünschen bereitwillig, entspannt und elegant nach. J.J. Astor IV., der Großenkel von John Jacob Astor und Enkel von William Astor, wurde am 13. Juli 1864 in Rhinebeck im Bundesstaat New York geboren. Nach Beendigung der Ausbildung ging er (wie J.P. Morgan) drei jahre ins Ausland, bevor er sich umd die Verwaltung der väterlichen Geschäfte kümmerte. Nachdem er sich in den Gesellschaftskreisen voll etabliert hatte, investierte er in großem Maßstab im Luxussegment: Er ließ 1891 das Astoria Hotel errichten und später zwei weitere Grandhotels, das St. Regis und das Knickerbocker. Mit 40 Jahren besaß dieser Sprössling der Astors mehr als die Hälfte von Manhatten. Am 1. Mai 1890 heiratete er Ava Willing aus Philadelphia. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor, William Vincent und Ava Muriel. Im Haus der Astors verkehrte ein ausgesuchter Kreis amerikanischer Multimillionäre. John Jacobs Mutter Caroline hatte ihrem Sohn einen Sinn für guten Geschmack vermittelt und ihn gelehrt, die ungehobelten und prahlerischen Manieren der Neureichen zu verabscheuen. im Krieg mit Spanien 1898 ernannte man J.J. Astor IV. zum Colonel. Er kommandierte ein Regiment Freiwilliger und finanzierte eine Artilleriebatterie. Darüber hinaus stellte er seine Jacht Nourmabal der Regierung der USA zur Verfügung. Die im Krieg gesammelten Erfahrungen prägten ihn stark, und er war stolz, als Colonel gedient zu haben. Daher trug er später beim Empfängnis häufig seine prächtige Offiziersuniform. Er starb bei dem Unglück. |

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