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Um ein so gewaltiges Unterfangen wie den Bau der Titanic zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen, bedurfte es dreier Dinge: eine Reederei, die in der Lage war, ein so gewaltiges Schiff in Auftrag zu geben; einer Werft mit einer ausreichenden Belegschaft und den technischen Mitteln, um den Auftrag auszuführen; und Finanziers, die genügend Kapital aufbringen konnten, um die immensen Kosten solange aufzufangen, bis diese auf den Transatlantik Routen wieder eingefahren waren. Nur die Kombination dieser drei Faktoren versprach einen Erfolg, lag doch die Größe des Unternehmens weit jenseits der damals üblichen Norm. im Allgemeinen werden derartige Großtaten durch jene Persönlichkeiten vollbracht, die sozusagen die Seele des Wagnisses darstellen. Im Falle der Titanic waren dies drei Männer: Ismay, Pirrie und Morgan. Um sich eine genauere Vorstellung davon zu machen, wie es überhaupt zu dem einmaligen unterfangen Titanic kam, muss man sich mit den Biografien dieser Männer beschäftigen. Neben der Modernisierung ihrer Flotte, plante die White Star Line, ihre geschäftliche Basis im Hinblick auf kommende Entwicklungen im Seeverkehr zu erweitern. Während die Aktivitäten auf den Schiffrouten nach Australien konsolidiert wurden, nahm man gleichzeitig die Transatlantik Routen nach New York ins Visier. Dabei bestand kein Zweifel daran, dass Schnelligkeit und Effektivität die entscheidenden Faktoren auf diesem Sektor waren. Die Oceanic Steam Navigation Company, die diese Routen im Auftrag der White Star bediente, finanzierte daher zwei weitere Ozeanriesen, die weitaus größten ihrer Flotte, um sich eine günstige Ausgangsposition auf dem Zukunftsmarkt zu sichern. Hauptschwierigkeit einer derartigen Expansion war unweigerlich die Bereitstellung des notwenigen Kapitals. Ein Liverpooler Finanzier, Gustavus Schwabe, löste das Problem. Aber was veranlasste einen Geschäftsmann deutscher Herkunft, sein Kapital in diese Firma und nicht eine beliebige andere zu investieren? Man ist geneigt anzunehmen, dass diese Entscheidung bei Unternehmern von spezifischen Faktoren und der jeweiligen Gewinnerwartung diktiert werden. Das stimmt wohl in der Mehrheit der Fälle, doch in der Realität trifft das bei den großen Kapitalgebern nicht immer zu. Manchmal wird die Wahl nicht durch präzise Kalkulationen bestimmt, sondern durch Ereignisse oder Situationen, die mit dem privaten Leben des Finanzmagnaten, des Industriellen, des Bankiers zu tun haben. In diesem speziellen Fall war es sicher nicht uninteressant, dass Gustav Wolff, der Neffe Gustavus Schwabe, Ingenieur war, und dass er zehn Jahre zuvor, also 1861, Partner bei der Werft Harland & Wolff geworden war. Es bestanden also auch enge persönliche Bindungen zwischen der Reederei und der Werft, die den Bauauftrag für die Titanic erhielt. Schwabe, der Finanzier,stellte der Reederei seine kostbaren Pfunde Sterling aber nur unter einer Bedingung zur Verfügung: White Star durfte den Bauauftrag nur dieser einen Werft übertragen, während wiederum die volle Freihet des Handelns behielt im Hinblick auf andere Aufträge und Firmen. Das führte dazu, dass die Eigentümer von Harland & Wolff ein Aktienpaket der Reederei White Star Line erwerben konnten. Die wirtschaftlichen Verbindungen zwischen dem Alten Kontinent und Amerika expandierten ständig. Es tauchten jedoch immer wieder unvorhergesehene Probleme auf. So wurde etwa die White Star Line 1874 hart durch den untergang des für New York bestimmten 5.000 Tonnen Liners Germanic getroffen. Das Schiff war unter dem Gewicht des Eisens gesunken, das sich aufgrund der extremen Temperaturen an den Aufbauten gebildet hatte. Ein Jahr danach ereignete sich ein anderes schweres Unglück: Der mit 6.594 Tonnen größte Liner der Welt sank in den eisigen Wellen des Nordatlantiks. Das Dampfschiff gehörte der White Star Line und war für Viehtransporte bestimmt. Nur die Abergläubischen ließen sich durch die Tatsache beeindrucken, dass sich die Naronic dabei auf ihrer 13. Fahrt befunden hatte. Dennoch umgab ein Geheimniss den Untergang, denn das Schiff war verschwunden, ohne eine Spur zu hinterlassen. |

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