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Benjamin Guggenheim wurde 1866 in New York geboren. Er stammte aus einer jüdischen Familie und war das vierte von sieben Kindern. Sein Vater, Meyer Guggenheim, der 1828 in Langnau in der Schweiz zur Welt kam, emigrierte mit 19 Jahren in die USA. Wie die meisten Einwanderer war er ohne jegliche finanzielle Mittel in die USA gekommen und führte zunächst ein bescheidenes Leben. Meyer besaß einen angeborenen Geschäftssinn und bestritt seinen Lebensunterhalt mit dem Handel verschiedenster Produkte. Als er die Möglichkeit sah, deine Erlöse zu steigern, führte er seine Söhne nacheinander in die Geschäfte ein. Er war entschlossen, seiner Familie eine solide Basis zu schaffen und ihr eine größere Stabilität und mehr Zusammenhalt zu verleihen. In Philadelphia eröffnete Meyer eine große Importfirma, der finanzielle Durchbruch gelang ihm aber mit dem Erwerb einiger Kupferminen in Colorado, wo er 1888 die Philadelphia Smelting and Refining Company gründete. Daraufhin gab die Familie alle anderen Geschäftsfelder auf und konzentrierte sich fortan einzig auf die Minenindustrie. Benjamin gelang die Konsolidierung und der Ausbau der väterlichen Geschäfte auf dem Gebiet der Schwerindustrie, die sich als Motor der industriellen Entwicklung in den USA erwies. Sein Hauptaugenmerk legte er auf den Ab-bau von Rohstoffen bis hin zu deren Transport zu den Gießereien. gegen Ende des 19. Jahrhunderts besaßen die guggenheims Bergbaugesellschaften auf der ganzen Welt: in Bolivien und Chile in Südamerika, in Alaska in Nordamerika und im Kongo in Afrika. Im Jahr 1901 kaufte Benjamin mit der Unterstützung von John Pierpont Morgan die American Smelting and Refining Company, die den Kupfermarkt in den USA beherrschte. Um aus allen Unternehmen den maximalen Profit zu erwirtschaften, war politische Rückendeckung unabdingbar. Daher setzte sich die Familie dafür ein, dass einer ihrer Söhne, Simon, 1907 zum Senator von Colorado gewählt wurde. Neben seinen Geschäftsinteressen war Benjamin Guggenheim ebenso wie John Pierpont Morgan ein begeisterter Sammler. Diese Leidenschaft gaber an seine 1898 geborene Tochter Peggy weiter, die zu einer bedeutenden Kunstsammlerin und großen Philanthropin wurde. Der amerikanische Multimillionär ging in Begleitung seines Dieners Victor Giglio und seines Chauffeurs René Pernot an Bord der Titanic, die beide in der Zweiten Klasse wohnten. Benjamin selbst belegte die Kabine B-84. Mit ihm reiste eine junge, blonde Dame, Léontine Pauline Aubert, die 23 Jahre jünger als er war. Etwas Geheimnisvolles umgab diese bezaubernd aussehende Dame, die am 20 Mai 1887 in Paris geboren wurde, aber ihr Alter vor jedem verheimlichte. Sie wohnte zusammen mit ihrem Dienstmädchen Emma Sägesser in Kabine 35. Ninette, wie ihre Freunde sie nannten, stammte aus keiner besonders reichen Familie. Sie hatte zwar keine finanziellen Probleme, konnte sich aber auch kein Leben im vollkommenen Luxus leisten. Ihre Bande zu Benjamin entsprang weniger dem Verlangen, an der Seite eines reichen Magnaten zu leben, als vielmehr dem Wunsch, von dessen Reichtum zu profitieren, ein ausgefülltes Leben zu führen und rund um die Welt zu reisen. Daher akzeptierte sie die Avancen dieses Mannes, der sie wie eine Königin behandelte. Er starb bei dem Unglück. |
