Saaten/Körner

Körnerliste für eigene Mischungen:

Grundsätzlich gilt, qualitativ am hochwertigsten sind Körner und Saaten, die zum menschlichen Verzehr bestimmt sind, das gilt auch für Nüsse. Diese sind nach dem Lebensmittelrecht kontrolliert (laborkontrolliert), während Tierfutter keiner Kontrolle unterliegt. Wer also seinen Rennern gelegentlich auch eine Nuss reicht, lieber in kleinen Mengen aus dem Lebensmittelhandel kaufen als die bereits beigemischten Nüsse aus Tierfutter!

Das Körnerfutter wird in Ölsaaten, kohlenhydratreiche Saaten und proteinreiche Saaten eingeteilt. Fettreiche Saaten (Ölsaaten) können im Sommer schnell ranzig werden und schnell verderben. Ölsaaten sollten insgesamt nicht mehr als 3 - 5 % der Gesamtfuttermenge betragen. Nüsse, Sonnenblumen- und Kürbiskerne etc. sollten nicht unter das Futter gemischt werden, sondern immer nur separat als Leckerchen gelegentlich angeboten werden!

Getreide enthält fast alle notwendigen Nährstoffe: Stärke (Kohlenhydrate), immerhin 7 bis 12 % Eiweiß, 2 bis 7 % Fett mit hohem Anteil an ungesättigten Fettsäuren, Vitamine, vor allem B1 und E, und Mineralstoffe, beispielsweise Eisen. Nicht zu vergessen: Ballaststoffe. Die günstigste Verwendungsform von Getreide ist, wenn das voll Korn, also mit Keimling und Samenschalen verwendet wird.

Am besten geeignet für Persische Rennmäuse ist eine Grundfuttermischung für Sittiche (Glanz, Hirse, Kardi, Hafer usw.), alle anderen Saaten sowie eine kleine Menge Hamsterfutter sowie qualitativ hochwertiges Rennmaus- bzw. Gerbil-Futter können abwechslungsreich mit untergemischt werden. Auch beim Gerbil-Futter genauer hinschauen. Es sind verschiedene Produkte auf dem Markt, die nicht alle wirklich rennmausgeeignet sind.

Ergänzend dazu lieben Persische Rennmäuse Kräutertee. Gefüttert werden die getrockneten Blätter der Kräuter (z. B. Kamille, Brombeerblätter, Pfefferminze, Ringelblume) ohne chemische Zusätze, künstliche Aromastoffe u. a. Zusätze - nur reine Kräuter. Ein positiver Nebeneffekt beim Kräutertee ist nicht nur die gesunde Ernährung, sondern auch eine lange Beschäftigung der Mäuse.

Nachfolgend sind in alphabetischer Reihenfolge einige Saaten aufgeführt, die mehr oder weniger geeignet sind für Persische Rennmäuse:

Bluthirse:

kohlenhydratreiche Samen (siehe Hirse)

Buchweizen:

kohlenhydratreiche Samen, Vitamine B, E, Kalium, Magnesium, Kalzium, Eisen, Phosphor, Fluor, Lysin

Dakotahirse:

kohlenhydratreiche Samen (siehe Hirse)

Dari:

kohlenhydratreiche Samen

Erbsen:

proteinreiche Samen

Finchhirse:

kohlenhydratreiche Samen (siehe Hirse)

Gerste:

kohlenhydratreiche Samen, Kalium, Calcium, Phosphor, Kieselsäure, enthält 1 µg Carotin, 674 µg Vitamin E, 2800 µg Eisen, 2530 µg Zink, 7,0 µg Jodid sowie 7,0 µg Selen

Glanzsaat:

siehe Kanariensaat

Haferkerne:

kohlenhydratreiche Samen, Vitamine E, B1, B6, H (Biotin), Mineralien, Aminosäuren (Lysin, Zystin), ungesättigte Fettsäuren, sehr energiereich, machen leicht dick, sollten aber in Kleinstmengen nicht im Perserfutter fehlen

Hanf:

Ölsaat, Calcium, Phosphor, ungesättigte Fettsäuren, soll in halbreifer Form nach Literaturangaben giftig sein, in größeren Mengen schädlich, da narkotisch wirkend, Keimen und Anbauen verboten!

Hirse (Mannahirse, Dakotahirse, Silberhirse, Platahirse, Bluthirse, Finchhirse, Senegalhirse):

kohlenhydratreiche Samen, siehe einzelne Arten, enthält ca. 409 µg Vitamin E, 9000 µg Eisen, 1800 µg Zink, 2,5 µg Jodid und 5,0 µg Selen

Kanariensaat (Glanz oder Spitzsaat):

hoher Gehalt an Rohprotein, Rohasche und Tryptophan (Aminosäure für Stoffwechsel), gut als Keimfutter geeignet

Kardi:

Ölsaat, ähnelt optisch weißen Sonnenblumenkernen, sehr fetthaltig, nur gelegentlich füttern

Kolbenhirse:

rote und gelbe Sorte, Rispen-Silberhirse, sehr proteinreich, gut als Keimfutter geeignet, siehe auch Hirse allgemein

Kürbiskerne:

sehr energiereich, in Maßen (als gelegentliches Leckerli) füttern

Leinsamen:

Vitamine B1, B2, E, Nicotinsäure, Kieselsäure, Eisen, ungesättigte Fettsäuren, schwefelhaltige Aminosäuren, die enthaltenen Ballast- und Schleimstoffe wirken positiv auf Darmfunktion, enthält allerdings auch sehr viel Fett (Öl) und Blausäureglykoside, sollte daher, wenn überhaupt, nur ausnahmsweise in sehr kleinen Mengen und in Maßen verfüttert werden. Nicht zum Keimen geeignet!

Mais:

sehr kohlenhydratreich, wenig Nährstoffe, für Persische Rennmäuse bestens geeignet, da Ernährung möglichst stärkereich, enthält ca. 1290 µg Carotin, 2010 µg Vitamin E, bis zu 2400 µg Eisen, 2500 µg Zink, 2,6 µg Jodid sowie 16,0 µg Selen

Mannahirse:

kohlenhydratreiche Samen (siehe Hirse allgemein)

Mariendistelsamen:

kohlenhydratreiche Samen, in Maßen verfüttern, natürlicher Leberschutz

Milo:

kohlenhydratreiche Samen

Mohn:

sehr energiereich (bis zu 45 % Fett), hat stopfende Wirkung, Heilmittel bei Darmentzündungen, morphinhaltig, kann sedierend wirken (vor allem, wenn Samenkapsel unreif ist), weniger als Futter geeignet

Nachtkerzensaat:

Ölsaat, heimische Wildpflanze, steinigen Hängen, Blüten öffnen sich abends, aus den Blüten entwickeln sich Kapseln von ca. 3 cm Länge, in der die Samen reifen, hoher Fettgehalt, weniger für Perser geeignet

Naturreis:

enthält ca. 740 µg Vitamin E, 2600 µg Eisen, 1520 µg Zink, 2,2 µg Jodid sowie 11,0 µg Selen, bei Futtergabe frisch untermischen

Negersaat:

Ölsaat, fettreich, zum Verfüttern an Persische Rennmäuse nicht geeignet, kann in größeren Mengen zu Durchfall führen, in Extremfällen Leberschäden

Nüsse:

Erdnüsse, Haselnüsse, Walnüsse, Paranüsse, Kokosnuss etc. - sehr fetthaltig (aber hochwertiges Fett), nur in Maßen und als gelegentliches Leckerchen, im Lebensmittelgeschäft kaufen, ansonsten liefern sie reichlich hochwertige Nährstoffe und sind reich an Mineralien (Kalzium, Eisen, Zink, Selen)

Paddyreis:

kohlenhydratreiche Samen, kann auch gekocht verfüttert werden

Perillia:

ölhaltige Saat, nur gelegentlich in Kleinstmengen oder nicht verfüttern, weniger geeignet

Pinienkerne:

ölhaltige Samen, Vitamine B1, E, Kupfer, Magnesium, Mangan, Eisen, nur in Kleinstmengen, z. B. als Leckerchen gelegentlich

Platahirse:

kohlenhydratreiche Samen (siehe Hirse allgemein)

Quinoa (Reismelde, Perureis):

Vitamine (B1, B2, C, E, Provitamin A), Mineralien, Aminosäuren (hoher Gehalt an Lysin), Bitterstoffe - welche blutverdünnend wirken, sehr stärkehaltig, gehören aber nicht zu den Getreiden, enthalten mehr Nährstoffe als Getreide, kann auch als Keimfutter oder gekocht gefüttert werden! Samen sind sehr hart!

Raps:

Ölsaat, sehr fettreich, für Perser weniger als Futter geeignet

Roggen:

kohlenhydratreiche Samen, Vitamin B, Calcium, Kalium, Eisen, Phosphor, Fluor, Kieselsäure

Rübsen:

Ölsaat, Calcium, Kalium, Phosphor, Eiweiß, sehr energie- und fettreich (mehr als 40 % Fett) - für Persische Rennmäuse nicht geeignet!

enthält sehr viele verschiedene Glykoside, die die Gesundheit beeinträchtigen können, Tiere können sehr schnell verfetten

Senegalhirse:

kohlenhydratreiche Samen (siehe Hirse)

Sesam:

Ölsaat, Vitamine E, B1, B2, Provitamin A, Calcium, Magnesium, Eisen, ungesättigte Fettsäuren - sehr fetthaltig, weniger für Perser geeignet

Silberhirse:

kohlenhydratreiche Samen (siehe Hirse)

Sonnenblumenkerne:

verschiedene Aminosäuren (Lysin, Methionin und Zystin), sehr energiereich (bis zu 50 % Fett), daher nur in Maßen verfüttern, Tiere können sehr schnell verfetten, möglichst nur selten als Leckerli anbieten

Spitzsaat:

siehe Kanariensaat

Weizen:

Vitamine B1, B2, B6, Karotin, Magnesium, Kalium, Schwefel, Kieselsäure, gut als Keimfutter geeignet

Wildsamen/Unkrautsamen:

Löwenzahn, Vogelmiere, Klee, Hirtentäschelkraut, Wegerich, Huflattich usw. - gut für Persische Rennmäuse geeignet

Vitaminangaben in µg pro 100 g Vollkorngetreide

 

In der Rubrik "Keimfutter" gibt es noch mehr Infos!

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