meinbruder

Zur Erinnerung an meinen Bruder

Er starb am 30.06.1985 mit einem Alter von erst 17 Jahren durch einen Autounfall. Dieser Unfall wurde durch einen bedrunkenen Autofahrer verursacht.

Mein Vater war mit meinem Bruder auf dem Weg zu einer Modelschiffausstellung da sich mein Bruder sehr für Schiffe und U-Boote interesierte. Unterwegs kam ihnen ein betrunkener Autofahrer frontal entgegen. Mein Vater versuchte ihm auszuweichen doch leider schaffte er es nicht rechtzeitig und so krachte der Autofahrer mit viel zu schnellem Tempo in die Beifahrerseite. Dort wo mein Bruder saß. Mein Bruder lebte noch 45 Minuten bevor er an seinen sehr schweren Verletzungen starb. Die Rettungskräfte und die Feuerwehr (die das Auto aufschneiden mussten) versuchten alles doch leider vergäblich.

Mein Vater kam mit ebenfalls schweren Verletzungen ins Krankenhaus. Dort kämpfte er einen Monat lang um sein Leben. Gott sei Dank hat er diesen Kampf gewonnen. Er musste noch 2 weitere Monate im Krankenhaus bleiben bevor er anschließend zu einer Kur kam. Mein Vater litt (bis zu seinem Tod am 29.09.2001) sein Leben lang noch an den Verletzungsfolgen dieses Unfalls. Und vorallem an Vorwürfen die er sich machte.Er sagte immer wieder: "Warum bin ich bloß an diesem Tag losgefahren"?.

Nicht nur mein Vater litt darunter. Meine Mutter war und ist an desem Gescheniss zerbrochen. Sie weinte sehr oft und viel und ich mit meinen damals 12 Jahren versuchte sie zu trösten. Was natürlich absolut unmöglich war. Sie ging täglich zu dem Grab von meinem Bruder und das Jahre lang, ob Winter oder Sommer. Jetzt ist es ihr aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr möglich regelmäßig zum Friedhof zu gehen. Ich denke wenn sie noch so könnte wie sie möchte, würde sie immernoch täglich dort hin gehen.

Lieber Stefan ich vermisse Dich so schrecklich doll. Ich würde so gerne mit Dir reden und telefonieren können und Dir in die Augen sehen können. Dich mal fest drücken und Dir sagen, wie doll ich dich lieb` hab. Doch leider ist uns das nicht mehr möglich da ein unvernümpftiger und verantwortungsloser Mensch das genommen hat. So stehe ich jetzt ohne Dich da und das schmerzt unheimlich.

Mein lieber Bruder Stefan in meinem Herzen und in meinen Gedanken wirst du immer bei mir sein.

Ich hoffe dies lassen sich viele durch den Kopf gehen was man anrichten kann wenn man betrunken Auto fährt. Ganze Familien können dadurch zerstört werden. Es bringt nur Leid und Schmerz.

Und hier habe ich noch etwas tolles gefunden was den Nagel auf den Kopf trifft.

TOD EINER UNSCHULDIGEN Ich ging zu einer Party, Mami, und dachte an Deine Worte. Du hattest mich gebeten, nicht zu trinken, und so trank ich keinen Alkohol. Ich fühlte mich ganz stolz, Mami, genauso, wie Du es vorhergesagt hattest. Ich habe vor dem Fahren nichts getrunken, Mami, auch wenn die anderen sich mokierten. Ich weiß, dass es richtig war, Mami, und dass Du immer recht hast. Die Party geht langsam zu Ende, Mami, und alle fahren weg. Als ich in mein Auto stieg, Mami, wusste ich, dass ich heil nach Hause kommen würde: aufgrund Deiner Erziehung - so verantwortungsvoll und fein. Ich fuhr langsam an, Mami, und bog in die Strasse ein. Aber der andere Fahrer sah mich nicht, und sein Wagen traf mich mit voller Wucht. Als ich auf dem Bürgersteig lag, Mami, hörte ich den Polizisten sagen, der andere sei betrunken. Und nun bin ich diejenige, die dafür büßen muss. Ich liege hier im Sterben, Mami, ach bitte, komm' doch schnell. Wie konnte mir das passieren? Mein Leben zerplatzt wie ein Luftballon. Ringsherum ist alles voll Blut, Mami, das meiste ist von mir. Ich höre den Arzt sagen, Mami, dass es keine Hilfe mehr für mich gibt. Ich wollte Dir nur sagen, Mami, ich schwöre es, ich habe wirklich nichts getrunken. Es waren die anderen, Mami, die haben einfach nicht nachgedacht. Er war wahrscheinlich auf der gleichen Party wie ich, Mami. Der einzige Unterschied ist nur: Er hat getrunken, und ich werde sterben. Warum trinken die Menschen, Mami? Es kann das ganze Leben ruinieren. Ich habe jetzt starke Schmerzen, wie Messerstiche so scharf. Der Mann, der mich angefahren hat, Mami, läuft herum, und ich liege hier im Sterben. Er guckt nur dumm. Sag' meinem Bruder, dass er nicht weinen soll, Mami. Und Papi soll tapfer sein. Und wenn ich dann im Himmel bin, Mami, schreibt "Papis Mädchen" auf meinen Grabstein. Jemand hätte es ihm sagen sollen, Mami, nicht trinken und dann fahren. Wenn man ihm das gesagt hätte, Mami, würde ich noch leben. Mein Atem wird kürzer, Mami, ich habe große Angst. Bitte, weine nicht um mich, Mami. Du warst immer da, wenn ich Dich brauchte. Ich habe nur noch eine letzte Frage, Mami, bevor ich von hier fortgehe: Ich habe nicht vor dem Fahren getrunken, warum bin ich diejenige, die sterben muss?



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