travelmonth


23.12.06 Nach einer langen letzten Nacht in Auckland (5 Uhr morgens wiedergekommen) musste ich um 6 am wiederaufstehen, um den Buss um 7.30 am zu kriegen. Auf der sieben Stunden langen Fahrt konnte ich absolut nicht pennen und kam so mit einer Stunde Schlaf, aber wenigstens wieder nüchtern, in Taupo an. Dort wurde ich von Irene, Jaana und Tobias abgeholt und ins Quartier für die Nacht gebracht. Wir pennten in der Abstellkammer der Oma einer Arbeitskollegin der Drei. Dieses Mädchen hatte Geburtstag und feierte ihn in einem Stall in der Nähe von Taupo. Sie hat eine Mottoparty veranstaltet. Die Mottos waren 40er und 80er, weil ihr Vater auch Geburtstag hatte und in den 40ern geboren wurde und sie in den 80ern. Tobi ging als Mantaproll (was man hier aber nicht kennt), Irene und Jaane in 40er Kleidern, während ich als Rote Armee Soldat loszog. Auf der Party wurde ausgiebig gefeiert und getrunken, bis wir irgendwann nachts wieder zur Abstellkammer gebracht wurden.

24.12.06 Mitm Bus um 10.40 am ging es dann nach Tauranga. Dort kamen wir gegen halb drei an und wurden schon von Nikola und Kathrin erwartet. Weil wir erst gegen 5 pm abgeholt werden sollten, ließen wir das Gepäck in der Infohütte und kauften noch Utensilien für den bevorstehenden Grillabend. Um 5 pm kam dann auch endlich Bryce, Sharons Mann, um uns zu eben dieser zu bringen. Leider durften wir nicht in der Villa pennen, kriegten aber ihr altes Haus auf dem Grundstück für uns alleine. Heiligabends gab es dann ein zünftiges Barbeque mit gutem Wein und Weißbier. Weil es immer noch sehr warm war, entschlossen wir Exchangees uns noch nen Bad im Outdoor Hot Spa zu nehmen. Anschließend gingen Tobias und Jaana ins Bett, während Irene und ich noch nen „Traditionssparziergang“ gemacht haben.

25.12.06 Nach einem langen erholsamen Schlaf (zumindest für mich), gab es Frühstück und wir buken Weihnachtskekse, aber auch dabei kam, zumindest bei mir, keine Weihnachtsstimmung auf. Gegen 2 pm kamen dann Kathrin und Nikola aus der Stadt. Tobias und ich mussten dann erstmal Bryce helfen Couches aus der Werkstatt in die Villa zu bringen, während den Mädchen ebendiese gezeigt wurde. Zu Beginn des Abends hatten wir dann ein „traditionelles“ Weihnachtsessen mit Truthahn usw. im Garten. In der Villa gab es dann Bescherung. Ich hätte meine Päckchen vielleicht besser bis dahin aufheben sollen... Gegen 22 Uhr wurden Nikola und Kathrin dann wieder in die Stadt zurück gebracht. Bryce und Sharon gingen zum Schlafen in die Villa und wir übrigen Vier schauten noch „Black Adders: Christmas Carrol“. Danach gingen Jaana und Tobias in die Penne. Um zwölf saß ich alleine mit nem Glas Wein auf der Veranda und sah „Lammbock“, zehn Minuten später gesellte sich zum Glück noch Irene zu mir. Von der anschließenden Nacht werde ich hier nicht weiter berichten.

26.12.06 Nach einer langen Nacht tat mir der Schlaf bis 14.30 Uhr sehr gut. Zum Frühstück gab es lecker Gegrilltes. Anschließend ging es zum Strand, wo wir uns dann mit Juan, Jasmine und Chia Hui trafen. Tobi und ich sind gleich in die Fluten gesprungen, wähend der Rest am Strand chillte. Abends fuhren wir natürlich erstmal in die Stadt und setzten uns in eine nette Bar. Nach einigen Bieren suchten wir uns nen Club, wo wir die restliche Nacht verbringen konnten. Leider war nur noch ein Technoclub auf. Naja, was tut man nicht alles? Gegen eins war es uns aber zu langweilig, so setzten wir uns alle acht ins Juans Auto (Honda Civic), drei vorne, vier hinten und Jasmine im Kofferraum. Bei Sharon angekommen, tranken wir noch etwas Wein und laberten uns einen ab. Am Ende kippte Juan noch ein Glas Rotwein auf den weißen Teppich Sharons, was natürlich nicht so toll war. Wir haben uns trotzdem einen abgelacht, wobei ich es gleich noch schaffte nen Glas Weißwein umzuhauen. Gegen vier Uhr morgens fuhren alle, außer Irene, Jaana, Tobias und mir, wieder ab.

27.12.06 An auspennen, war leider nicht zu denken, da Sharon und ihr Mann natürlich sofort den Fleck entdeckt haben und der Teufel los war. Gut, dass ich im „überhören“ solcher Sachen trainiert bin, so konnte ich also noch nen Auge zumachen. Als ich aufwachte, musste ich mich zwar mit zusammenpacken beeilen, war aber noch sehr erträglich. Anschließend ging es gegen zehn Uhr zum Bus, wo Kathrin und Nikola schon warteten. Mittags kamen wir dann in Napier an. Eine sehr schöne Stadt an der Ostküste der Nordinsel, welche anfangs letzten Jahrhunderts großteils durch ein Erdbeben zerstört und anschließend im Art Deco Stil wieder aufgebaut wurde. Unser Backpackers war ebenfalls im diesem Stil gehalten und echt eines der Besten, welches ich jemals gesehen habe und ich habe inzwischen in einigen gepennt. Wir gingen erstmal einkaufen und schauten uns die Innenstadt an. Nach dem Abendbrot machten wir noch einen Strandsparziergang. Der „Strand“ bestand aus schwarzen Kieseln, was natürlich eher weniger schön und bequem, aber sah klasse aus und wir haben einen wunderbaren Abend erwischt. Abends saßen dann einige von uns noch auf dem Balkon, tranken, rauchten und machten uns über die Leute lustig, die unten am Backpackers vollkommen trunken vorbeiliefen (und davon gab es eine Menge).

28.12.06 Unser Bus fuhr um 13 Uhr in Napier los und brachte uns am späten Nachmittag nach Wellington. Unser Backpackers dort war ziemlich grausam, wir mussten in ein 26 Personenzimmer, weil gewisse Personen unserer Gruppe nicht ordentlich buchen können. Naja, halb so schlimm. Nikola fuhr erstmal zu ihrem ehemaligem Placement, um noch Sachen für den Reisemonat abzuholen. Der Rest ging erstmal zum Take Away Inder. Anschließend liefen wir zu Kathrins alter Bude, um dort zu essen. Wir mussten früh ins Bett, weil am nächsten Morgen sehr früh unsere Fähre ging.

29.12.06 Morgens gegen acht saßen wir auf dem Sonnendeck der Fähre und genaßen die Sonne. Um eins erreichten wir Picton, wo wir von der Autovermietung am Terminal abgeholt wurden. Leider mussten wir noch kurz warten, bis die Autos sauber waren, dies ließ sich aber bei 30°C und nem Eis gut aushalten. Anschließend ging es die Ostküste entlang, wo wir einige Zwischenstopps machten. Abends erreichten wir Kaikura und mussten uns erst einmal ne Schlafgelegenheit suchen. Zum Glück fanden wir ein sehr nettes Backpackers in der Nähe vom Strand, in dem noch genug Platz für uns acht war. Nach einem anstrengenden Mahl (mehr dazu evtl. an anderer Stelle), setzten Kathi und ich uns raus um noch eine zu rauchen. Dabei trafen auf eine Familie aus Schleswig-Holsstein, mit der wir uns sehr nett unterhalten haben und endlich bekam ich mal wieder Nachrichten aus Deutschland.

30.12.06 Wie meistens gings morgens früh los in Richtung Christchurch, wo wir gegen zwei Uhr ankamen. Unsere erste Aktivität, war es, neben Zimmer beziehen, einkaufen zu gehen. Nebenbei zeigten mir die drei Ortskundigen noch Teile von Christchurch aus dem Auto heraus. Abends schauten wir den Film „The World Fastest Indian“, welchen ich euch in der Heimat sehr ans Herz legen kann.

31.12.06 Natürlich wurde mal wieder ordentlich lange geratzt. Jaana, Irene und Kathrin sind zum Friseur gegangen, während Tobi Chia Hui und mich durch die Innenstadt und natürlich auch durch die Kathedrale führte. Um ca. 5.30pm kam dann endlich Johannes und seine Schwester Anna am Flughafen an, welche Tobi und ich abholten. Nicht mal ne Stunde später saßen wir alle zusammen im Backpackers, aßen Pizza und tranken ein paar Bierchen. Als das Bier alle war, gingen wir aufs Zimmer, tranken und spielten noch nen bisschen bis etwa 22 Uhr. Dann gings auf zum „Cathedral Square“ („Hauptplatz“ Christchurchs), wo sich schon ne recht ordentliche Menge angesammelt hatte und es Livemusik gab. Natürlich gab es um 12 nen Feuerwerk, welches aber, im Vergleich zu deutschen, eher entäuschend war, privates Feuerwerk ist generell verboten. Das war hart. Gegen 12.30 ging unsere Clubtour los und endete irgendwann nachts. Der Rest legte sich sofort ins Bett, während Kathrin und ich uns noch nen paar Folgen South Park gaben.

1.1.07 Mein Tag begann um zwei Uhr. Leider durfte ich mir nicht meinen wohlverdienten Schlaf über den ganzen Tag hinweg nehmen, sondern wir „mussten“/“sollten“ eine Tour durchs Umland machen. Um nen bisschen Abwechslung zu bekommen, kletterten Tobias, Johannes, Anna und ich auf ziemlich gefährlichen Felsen rum, was aber gut ging. Erst abends gegen 10 kamen wir wieder im Backpackers an. Der Großteil ging um 12 ins Bett, Irene und ich schauten noch „Good Bye Lenin“ auf dem Flur des Backpackers.

2.1.07 Nach nem kurzen Schlaf bis 12 und nem kleinen Frühstück, fuhren wir erstmal zu verschiedenen Stränden, aber das Wetter war leider zu schlecht, als dass man schwimmen oder am Strand hätte sitzen können. Abends machten wir ne wunderbare Lasagne. Da wir recht fertig waren, ging es früh ins Bett.

3.1.07 Morgens fuhren wir erstmal nach Akaroa, einem kleinem französischem Fischerdorf, welches echt gut aussah, aber vollkommen unspektakulär war. Allerdings habe ich dort, den besten Milchshake meines Lebens getrunken. Da wir noch einige hundert Kilometer fahren mussten, saßen wir bis 9 Uhr abends im Auto. Hier gibt es ja keine Autobahnen, da sind 400 km schon echt ne Entfernung. Nachts schliefen wir dann einfach in Zelten in der Wildnis. Es war zwar arschkalt, aber da wir zu dritt im Zelt waren, noch halbwegs erträglich.

4.1.07 Dank der Kälte war nicht an langes Schlafen zu denken, deshalb brachen wir früh auf, wobei wir aber noch die beiden Autos fast komplett umräumen musste, dazu später mehr. Nach nicht mal ner halben Stunde Fahrt, musste natürlich erstmal Kaffee für die Mädels organisiert werden. Wieder 45 Minuten später hielten wir in „Lake Tekapo“, wo wir einige Bilder schossen und sich die Gruppe teilte (deshalb Autos umgeräumt). Irene, Jaana, Kathrin, Chia Hui und Nikola blieben in „Lake Tekapo“. Tobias, Johannes, Anna und ich machten uns auf Richtung „Mount Cook“, dem höchsten Berg Neu Seelands.Auf dem Weg suchten wir uns eine wunderbare und komplett abgelegene Stelle am „Lake Pukaki“, welcher direkt aufm Weg zum Berg liegt. Dort hatten wir Mittagessen und gingen anschließend noch ne Runde schwimmen. Von dort aus fuhren wir weiter zum „Mount Cook Village“, wo wir uns erstmal im Informationscenter über die Möglichkeiten der Region erkundigten und eine Wanderung für den nächsten Tag buchten. Da wir keine Lust hatten Geld für den Campingplatz auszugeben, suchten wir uns einen Schlafplatz. Wildcampen ist in der Region jedoch strengstens verboten, so mussten wir unter einer Brücke am Fluss unser Auto verstecken und dort unsere Zelte aufschlagen. Wir aßen dann Nudeln am Fluss und spielten ne Runde „Wizard“ im Zelt der Geschwister. Leider haben wir nicht bedacht, dass es am Fluss nur so von sogenannten „Sandflies“ wimmelt. Wer „Olivenmücken“ kennt, weiß, was ich meine (na, Friedrich?). Zur Erklärung: Diese Viecher sind so klein, manche kommen sogar durch Moskitonetze hindurch und beißen einen, was echt unangenehm ist. Johannes hat 19 Bisse an einem(!) Arm.

5.1.07 Gegen 10 Uhr begann unsere Wanderung zum „Ball Shellter“, welcher ungefähr 3 Std. vom Startpunkt entfernt liegt. Wir waren echt fix und schafften die Strecke in 2,5 Std., was aber auch daran liegt, dass wir der Mittagshitze entkommen wollten und deshalb nen Extratempo angesetzt hatten. Um Punkt drei standen dann 3 Schweizer und Gabrielle (Italiener) an der Tür, welche gerade vom Gipfel des Berges kamen und dort morgens um fünf aufgebrochen waren. Dort muss es ziemlich hart gewesn sein, denn einer der Schweizer hatte einige blaue Finger und seine Nase sah auch nicht gut aus. Wir wollten unbedingt zumindest zum Rande des Gletschers, mussten beim ersten Versuch, dank mangelnder (Besser: Praktisch nicht vorhandener) Ausrüstung, allerdings abbrechen. Also gings zurück zur Hütte, um die grade Angekommenden zu einer Route zu befragen. Tobi und Johannes machten sich dann auf den Weg und starteten einen zweiten Versuch, während ich mit Anna und den Anderen an der Hütte blieb. Zum Glück hatte sich das Wetter wieder abgekühlt, so konnten wir endlich draußen sitzen und uns einen abschnacken. Um etwa sechs Uhr kamen dann Tobi und Johannes von einem weiteren erfolglosem Versuch zurück, woraufhin wir erstmal Abendessen kochten. Wir hatten einen Instantreis, welcher für mich mehr als genug war, jedoch hatte der Rest noch Hunger und kochte sich Instantnudeln. Beim Kochen jedoch, fiel Johannes der Topf um, wodurch das gesamte Futter aufm Boden lag. Dies störte jedoch weder ihn noch Tobias, und so aßen die beiden vom Boden. (Siehe Bilder) Unsere „Mitbewohner“ waren sehr cool und so saßen wir noch mit ihnen draußen. Natürlich wird es auf Bergen sehr schnell sehr kalt, weshalb wir uns gegen neun in die Hütte zurück ziehen mussten. Bevor wir schliefen, sahen wir aber zum ersten Male Keas aus der Nähe.

6.1.07 Morgens um acht wachte ich durch den Lärm, den Wind und Gerölllawinen verursachen, auf. Die Schweizer waren schon morgens um 5 zum nächsten Gipfel aufgebrochen. Doch Gabrielle war noch da, schenkte uns noch was zu futtern und machte sich dann an den Abstieg. Nachm Frühstück machten wir dann den dritten und letzten Versuch an den Gletscher zu kommen. Dieser scheiterte auch, unsere „Expedition“ war also nen ordentlicher Reinfall. Es ging zurück zur Hütte, kurze Pause machen und dann gings los auf den Abstieg. Unten angekommen, haben wir noch was gefuttert und sind dann nach Twizel gefahren, um uns mit dem Rest der Gruppe zu treffen. Anna hat sich dort mit ihren Eltern getroffen und wir nahmen dafür Irene und Chia Hui an Bord. Von einem Ortskundigen erfuhren wir, dass man in drei Stunden nach Dunedin kommt, was wir dann auch prompt in 2,5 Std. schafften, so kamen wir um sieben Uhr dort an. Unser Backpackers ist großartig und wir haben nen 4er Zimmer gekriegt, dafür muss Chia Hui alleine pennen. Da wir noch gut fertig waren, lief natürlich nicht mehr viel, neben Kochen und Futtern. Ich saß abends noch am Laptop, um den ersten Teil der Reise fest zuhalten, also genau das, was ihr gerade lest. Und noch ne kleine Ankündigung: Ich habe mich seit gestern abend dazu entschlossen Nichtraucher zu werden, weil ich das nächste halbe Jahr sowieso nicht rauchen darf.

7.1.07 Obwohl ich gestern bis etwa 1 am am Laptop saß, wachte ich gegen 8 Uhr auf, ohne mir den Wecker zu stellen o.ä.. Der Rest war geschockt, weil sowas einfach sonst nicht vorkommt. Eigentlich wollten wir vormittags die Innenstadt erkundigen, doch an Sonntagen machen die Geschäfte in Dunedin erst nach 12 auf, weshalb wir erstmal in die örtliche Kunstgalerie gingen, welche auch echt beeindruckend war. Anschließend haben wir ne Runde Chinesiches gegessen. Die Geschäfte hatten nun endlich auch geöffnet, so deckte ich erstmal meinen Bedarf an Lesestoff und Musik. Wir schauten uns auch noch den restlichen Teil der Stadt an. Viele Leute behaupten, dass Christchurch die europäistischte Stadt Neu Seelands ist. Ich behaupte: Diese Leute waren noch nie in Europa, denn Dunedin ist bei weitem europäischer als Christchurch. Die Innenstadt könnte auch irgendwo in Deutschland, Frankreich oder England sein. Es hat Elemente von allem. Nebenbei ist Dunedin ne Studentenstadt und 25% der Bevölkerung sind unter 25 Jahre alt. Die Umgebung ist auch echt wunderbar und es gibt ne Menge zu sehen. Fazit: Wenn ich hier bleibe, dann in dieser Stadt. Nun wieder zum Tag: Nachmittags fuhren wir auf die benachbarte Halbinsel, auf welcher es eine der größten Albatrosspopulationen der Welt gibt, nebenbei leben dort noch riesige Mengen an Seelöwen. Für Leute, die Tiere interessant finden, sicher großartig. Bevor wir abends ins Backpackers zurück fuhren, ging es vorher zur steilsten Straße der Welt, welche, nun ja, nunmal sehr steil ist. Dann ging es zurück zum Backpackers Als wir beim Essen zusammensaßen, kam dann auch der Rest endlich an. Abends regelten wir dann erstmal die ganzen Geldgeschichten. Nachdem dieser eher trockene Stoff abgehandelt wurde, schauten wir noch „The Passion of Christ“, allerdings hielten es nur Irene und ich bis zum Ende aus.

8.1.07 Die Mädels verließen schon früh das Haus um sich den Bahnhof anzugucken, das angeblich meist fotografierteste Gebäude der südlichen Hemissphäre. Um 12 begann unsere Führung durch die Cadburyfabrik. „Cadbury“ ist der größte Schokoladenhersteller Ozeaniens und kommt in Sachen Qualität sogar an europäische Spitzenklasse wie Lindt und ähnliches ran. Dort gab es natürlich viel zu viel Süßes zu futtern, was ohne Zigaretten schon echt schwer auszuhalten war. ;) Nach der Führung hatten wir ne Stunde, in der wir Mittag essen mussten. Warum wir mussten? Naja, danach ging es in die „Speights“ Brauerei, welches das bei weitem beste Bier hier ist. Die Führung war klasse, wir hatten nen Schotten als Führer, welcher einfach nur köstlich war. Am Ende gab es noch einige freie Biere und nen Gutschein für die hauseigene Bar, welchen wir natürlich nutzten. Entsprechend angetrunken ging es dann zum Strand, wo wir den restlichen Tag verbrachten, bis es dunkel wurde. Eigentlich wollten wir inne Spätvorstellung im Kino gehen, aber sowas gibt es hier nur am Wochenende, so hatten wir noch nen Drink im Irish Pub und fuhren dann zur Videothek. Da wir eigentlich sowieso schon in “Saw3“ wollten, liehen wir uns nen Horrorfilm aus, wobei ich es schaffte, die anderen zu überreden „House of the 1000 Corpses“ zu nehmen. War echt mal wieder an der Zeit den zu sehen. Irene behauptet immer noch, sie wäre nicht erschrocken, dafür hat sie meine Hand aber ganz schon fest gedrückt.

9.1.07 Um zehn mussten wir, wie üblich, auschecken. Wir fuhren erst einmal zum Supermarkt, um Futter für den Abend und die nächsten Tage zu kaufen. Anschließend ging die Fahrt nach Te Anau los, wo wir auch gegen 15 Uhr ankamen. Auf dem Weg wurde schon ein Campingsplatz gebucht, welcher nen Kilometer ausserhalb der Stadt lag. Mit Ausnahme des mürrischen Vermieters und seiner Familie, war dieser auch echt in Ordnung. Wir drei Jungen und Jaana machten uns auf in die Stadt, weil wir noch Wein und Tobi sich nen Pullover kaufen wollten. Auf dem Weg zum Laden trafen wir die Schweizer, welche wir auf dem Mount Cook getroffen haben, wieder. Was für nen Dorf Neu Seeland doch ist. Abends saßen wir dann bei guter Pasta und gutem Wein zusammen und stießen auf Nikolas Geburtstag an.

10.1.07 Morgens um 9 ging unser Shuttlebus zum Keplertrack. Nach etwa eineinhalb Stunden wandern, erreichten wir schon unser Lager für die Nacht. Da es nichts zu tun gab saßen wir den ganzen Tag am Strand. Tobi und ich entfachten nen riesiges Feuer, welches wir auch bis 11 Uhr in der Nacht am brennen hielten. Ja, es gibt wirklich nichts mehr von diesem Tag zu berichten, was euch da oben was angeht.

11.1.07 Der Track des Tages war ein einziger Anstieg, mit nur einem halbwegs flachen Stück. Da wir wussten, dass nicht alle gleichschnell wandern, verließen die Mädchen schon um 9.30 Uhr das Lager, während wir Jungen erst um 10.00 los marschierten. Nach etwa 40 Minuten hatten wir die Mädels schon eingeholt. Entsprechend schnell waren wir oben anner Hütte, welche wir um 2 pm erreichten. Während des Lunches (wir machten nur 2 etwa 5 Minuten lange Pausen auf dem Weg) schlossen wir Wetten ab, wann die Mädchen ankommen würden. Um 16.20 Uhr, 5 Minuten länger als unser längster Tip, erreichte der erste Teil der Truppe die Hütte. Wie üblich um sechs Uhr gab es Abendessen, wobei wir Jungs feststellen mussten, dass uns beträchtliche Teile unseres Proviants geklaut wurden. Es fehlten Käse, Wurst und die Tomatensoße für die Nudeln. Zum Glück gaben uns die Mädchen etwas Käse, wodurch wir in der Lage waren, Käsenudeln zu futtern. Nikola musste erbrechen, da sie sich den Tag über wohl überfordert hatte, was mir bis heute nioch rätselhaft ist, da die durchschnittliche Zeit 4,5 Stunden ist und sie über sechs brauchte. Bevor wir ins Bett gangen zog vor den Fenstern noch Nebel auf.

12.1.07 Der schon angesprochene Nebel hatte sich zu Beginn des Tages immer noch nicht gelichtet. Nein, er war sogar noch dichter geworden. Die Mädels verließen um 9 Uhr die Hütte. Wir Jungs saßen zu der Zeit noch gemütlich am Frühstückstisch. Allerdings war ne halbe Stunde später auch unsere Zeit gekommen und so liefen wir in Schlechtwetterkleidung los. Nikola blieb in der Hütte und sollte am nächsten Tag den Abstieg machen. Die Strecke betrug etwa 12 km. Es begann mit einem recht steilen Anstieg , welcher etwa 1,5 Stunden dauerte. Nach etwa einer Stunde hatte ich Irene eingeholt und wir gingen noch auf die Spitze des Mount Luxmore, allerdings war der Nebel zu dicht um auch nur irgendwas zu erkennen. Ne halbe Stunde später erreichten wir die erste Hütte, welche das Ende des ersten Anstiegs anzeigt und machten Pause mit Kathrin und Jaana, welche nicht zur Spitze geklettert waren. Da ich schon am Vortag bemerkte, dass ich dass höchste Tempo laufe, sagte ich den anderen ich würde meinen Rythmus wandern ohne auf die anderen Rücksicht zu nehmen. Versteht mich nicht falsch, ich mag die anderen, aber ich wollte mal sehen, ob ich noch immer wandern kann nach Jahren ohne organisierten Sport und Rauchen. Nach dem letzten großen Anstieg begann ein atemberaubender Part des Tracks, auf welchem man über einen etwa einen Meter schmalen Grat von einem Gipfel zum anderen wandert. Eigentlich hat man von dort aus einen wunderbaren Blick auf die Fjorde, welche links und rechts liegen, aber der Nebel machte mir da einen Strich durch die Rechnung. Ich erinnerte mich aber daran, dass es anschließend nur noch bergab ging, so machte ich eine kurze Pause um ein Photo zu schießen und nen Schluck Wasser zu trinken. Dann begann ich das „Experiment“ (Sorry, mir fällt grad nichts besseres ein), ich begann das sogenannte „Mountain Running“. Echt nen Erlebnis, auf etwa 1,8 km Höhe mit 11 Kilo Gepäck über nen Bergkamm zu flitzen. Leider geht dies ziemlich auf die Gelenke, weshalb ich 20 Minuten später wieder aufhören musste. Aber dies war auch egal, da es nun an den Abstieg durch den Wald ging, also Stock ausgepackt und im flotten Schritt losgezogen. Um 13.50 erreichte ich den Campingplatz, eigentlich sind 6 Stunden für den Track angesetzt. Der Rest trudelte über ne Stunde später ein. Wir Jungs gingen erstmal im eiskaltem Bergbach schwimmen anschließend lagen wir im Zelt rum, da der Campingplatz von Sandflies nur so überrannt war. Aus dem selben Grund zogen wir alle doch lieber in die Hütte, mit Ausnahme von Johannes, welcher seinem Ruf als „Nature Boy“ ja gerecht werden muss und im Zelt übernachtete.

13.1.07 Der Tag begann mit traumhaftem Wetter und zum Glück blieb es auch den ganzen Tag so. Die Mädchen verließen ne Stunde vor uns um neun Uhr die Hütte. Der Track war wunderschön durch den Wald entlang von Flüssen und kristallklaren Seen angelegt. Am Ende ging es durch ein kurzes Waldstück, welches von Farnen nur so überwuchert war. Hätte es keinen Weg gegeben, wäre man dort nicht durch gekommen. Gegen 2 Uhr erreichten wir die Hütte, diese lag an einem wunderbaren weißem Strand. Diese Gelegenheit ließen wir uns natürlich nicht entgehen und gingen erstmal schwimmen. Nach dem Abendessen spielten wir einige Runden „Wizard“ und schauten uns dann den Sonnenuntergang an.

14.1.07 Da wir angeblich 5 Stunden für den letzten Teil des Kepler Tracks brauchen würden, verließen wir Jungs die Hütt um 9.45, die Mädchen waren da schon ne Stunde unterwegs. Wie in den restlichen Tagen legte ich nen ordentliches Tempo vor und war gegen 13.45 an der Endstation. Leider viel zu früh und so musste ich lesend 2 Stunden auf den „Shuttleservice“ warten. Da Jaana, Irene, Kathrin, Chia Hui und Tobias am 15.1. noch die „Milford Tour“ machen, während Johannes, Nikola und ich nach Queenstown wollten, teilten wir alles auf und trennten uns. Nach etwa zwei Stunden Fahrt erreichten wir Queenstown, welches noch touristischer ist, als ich es mir vorgestellt habe. Allerdings haben wir nen sehr nices Backpackers. Morgen ist erstmal nen relaxter Tag angesetzt.

15.1.07 Seit langer Zeit durfte ich endlich mal wieder auspennen, was ich auch prompt ausnutzte und bis 12 Uhr ratzte. Johannes und ich hatten einen kurzen Gang durch die Stadt. Obwohl es von Touristen nur so wimmelt, also für die Verhältnisse hier unten, ist Queenstown doch recht angenehm und nicht so schlimm, wie ich anfangs dachte. Johannes fuhr dann in sein nächstes Placement, welches angeblich nur 45 Minuten Fahrt entfernt liegt. Wenn man nen Ferrari hat, ist dies vielleicht kein Problem, mitm altem Nissan Sunny sieht es aber schon anders aus. Das Eintreffen der Anderen war auf 6 pm angesetzt und ich sollte was kochen, obwohl mir keiner in dieser Angelegenheit wirklich vertraute. Um ihnen mal zu zeigen, was so alles in mir (innem Kiffer) steckt, kochte ich Saltimbocca als Hauptgericht gefolgt von Fruitcrumble. So saßen wir dann bei gutem Wein und, ohne mich selbst hochjubeln zu wollen, sehr gutem Essen draußen im Garten des Backpackers. Mit ner Flasche Vodka haben wir den Abend dann ausklingen lassen.

16.1.07 Man merkte, dass die Mädels wieder in Überzahl waren, weil der Tag schon im 10 Uhr morgens losging. Ne Stunde später etwa ging es dann in die Stadt, weil wir noch Sachen umbuchen mussten und ähnliches erledigen mussten. Johannes und ich halfen anschließend noch Tobi beim Rucksackkauf. Die ganze Gruppe fuhr nachmittags nach Arrowtown, einem ehemaligen Goldsucherdorf. Dort gibt es ein altes chinesisches Dorf, von dem man aber noch weniger erkennt, als man evtl. erahnen könnte. Nikola musste dann erstmal zum örtlichen Fluss, weil dort ne Szene aus „Herr der Ringe“ gedreht wurde. Oh mein Gott, war das öde, man konnte noch nicht mal ansatzweise was erkennen. Naja, solange sie sich freut, in jedem von uns schlummert ja nen kleiner Freak In Arrowtown gibt es allerdings auch interessante Sachen, zumindest eine, nämlich eine Familieneigene Schokoladenfabrik, welche echt großartiges Zeug fabriziert. In Queenstown ging es dann in eine sauteure Pizzaria, welche das Geld allerdings allemal wert war. Kein „Francucci“ oder „Apostel“, aber kommt sehr nah ran. Da Queenstown, wie schon oft genug gesagt, ne absolute Touristenhochburg ist, gibt es ne Menge Streetartists. Wir sahen die Show eines Engländers, welcher größtenteils zwar nur mittelmäßige Kunststücke vollbrachte, aber einen so genialen Humor hatte, dass man gar nicht mehr ausm Grinsen herauskam. Nachdem Ende der Show machten wir noch einen Abendsparziergang durch die „Queenstown Gardens“ und am See. Dabei kamen wir an einem kleinen künstlich angelegten See vorbei, in dem einige Enten schwommen. Als wir gerade die Brücke überquerten fragte ich Johannes, ob er für fünf Dollar in das Brackwasser springen würde. Der See sah recht flach aus und so willigte er ohne zögern ein. So zog er sich Schuhe und T-Shirt aus, gab uns seinen Tascheninhalt und sprang. Von der Brücke aus, konnte man nicht sehen, wie tief der See doch eigentlich war und so stand er bis zum Kopf im Algenverseuchtem Brackwasser. Wir haben uns natürlich köstlich amüsiert und davon sogar ein Video gemacht, welches aber leider zu groß ist um es hochzuladen. Anschließend wollten Johannes, Tobias und Chia Hui noch ne Runde Billard im Backpackers spielen, während wir restlichen fünf noch ein Bier trinken gehen wollten, so trennten wir uns. Nachdem Bier ging es dann auch für uns zurück „nach hause“. Ach, wie gemütlich doch manche Backpackers sind. Dabei muss ich auch mal anmerken, dass wir durch das frühe Buchen auch, mit Ausnahme von einmal, immer sehr wunderbare Unterkünfte bekommen haben.

17.1.07 Morgens um zehn, mussten wir wieder los. Es lag ne lange Fahrt von etwa 300km/350km vor uns. Die Landschaften entschädigen aber dafür, dass es keine Autobahnen gibt. Es ging Richtung Norden, wobei man erst mal den Bergkamm entlang fährt, nur um dann in ein etwa 30km langes Tal einzubiegen. Sobald man dieses verlässt erstreckt sich der Lake Wanaka vor einem, dieser ist etwa 50km lang und absolut beeindruckend. Diesen See fährt man dann entlang und biegt dan abermals ab, nur um den Lake vor sich zu sehen, welcher fast komplett rundherum von einem weißem Sandstrand umgeben ist. Leider hatten wir keine Zeit zum Anhalten. Doch um die Schleife perfekt zu machen, geht es dann wieder zum Lake Wanaka, wo man dann die letzten 30km nach , wo wir ersteinmal zum Mittagessen einkehrten. Frisch gestärkt ging es dann durch dichten Urwald durch ein kleines Tal mit aberhunderten von Wasserfällen, welche alle in einen Fluss münden, der sich durch den Grund des Tales bahnt. Dieses Tal verlässt man dann Richtung Westen in ein sehr breites Tal (ja, es gibt hier in den Alpen viele Berge und Täler), welches einen nach Haast bringt. Haast an sich ist vollkommen uninteressant, jedoch gibt es da ja noch den „Haast Beach“. Dort mussten wir einfach Pause machen und Tobi und ich sprangen in die Fluten des indoaustralischen Ozeanes. Nachdem wir uns von der Sonne größtenteils getrocknet hatten lassen, ging es die Westküste entlang. Hier regnet es mindestens 200 Tage im Jahr, doch wir hatten Glück und die Sonne scheinte uns ausm .... Auf der Fahrt fiel Johannes und mir etwas für „uns Deutsche“ vollkommen unverständliches auf. Der „Highway“ und wohlgemerkt die einzige Straße entlang der Westküste der Südinsel, war beschaffen wie die unterdurchschnittlichsten Landstraßen Deutschlands und fast alle Brücken waren nur einspurig. Also nicht eine Spur per Seite, sondern eine Spur für alle. Nichts destotrotz kamen wir unbeschadet in „Franz Josef“ (nachdem österreichischem Kaiser) an. Unser Backpackers dort war wieder einmal dufte (Sorry, wollte ich unbedingt mal wieder benutzten) und um sechs gab es ne kostenlose Gemüsesuppe. Es gab nen Spa und wir hatten zwei sehr komfortable Zimmer. Abends kochte ich wieder einmal, es gab Hähnchencurry mit Reis. Zum Abschluss des Abends spielten wir Billard.

18.1.07 Da wir morgens um 10.30 im „Franz Josef Glacier Guide Tour“ Büro ankommen mussten, standen wir wieder einmal früh auf. Um etwa 11.30 waren wir am untersten Teil des Gletschers angekommen und legten unsere Spikes an. Johannes, Tobias und ich waren in einer Gruppe und so ging es dann auf den Gletscher. Die Tour dauerte fünf Stunden, aber die Zeit verging wie im Fluge. Wir mussten Eiscanyons erklimmen und uns durch vielleicht 40cm breite Eistäler zwängen. Am Ende des Aufstieges und besonders beim Abstieg machte sich in meinem rechten Knie ein Ziehen bemerkbar, welches ich aber nicht weiter beachtete. Abends kochte Chia Hui Eierreis für uns alle, was richtig gut war. Johannes, Tobias und Jaana gingen in den Spa. Kathrin, Nikola, Chia Hui, Irene und ich sahen uns einen Amateurfilm von Annika an, welche uns in den ersten Tagen auf der Südinsel begleitet hat und am 20.1. wieder zu uns stoßen wird. Da wir viel zu faul waren aufzustehen, schauten wir anschließend noch „Scream 3“. Mit Ausnahme von Irene und mir ging der Rest ins Bett. Ich schaffte es gerade noch so Irene davon zu überzeugen mit mir „The Big Lebovski“ zugucken, da wir am nächsten Tag ja sowieso im Auto pennen könnten.

19.1.07 Es ging morgens um 8 mit einem beherzten Sprung aus dem Hochbett auf dem Boden. Da war es wieder, dieses Ziehen vom Vortag auf dem Gletscher. Böse ahnend saß ich ne halbe Stunde später im Auto und nickte ein. Zum Glück wachte ich ne Stunde später auf! Nach etwa zehn Minuten wachsein, fiel mir ein häßliches orangegelbes Lichtlein unter der Tankanzeige auf. Johannes war so aufs Fahren (und Wachbleiben) konzentriert, dass er nicht auf die Tankanzeige geschaut hatte und dabei fuhren wir schon seit locker 10-15 Min auf Reserve. Zum Glück hielt die Tankfüllung durch ökonomisches Fahren und Bergabrollen gerade noch so bis zur nächsten 30km entfernten Tankstelle. An den sogenannten „Pancake Rocks“ machten wir ersteinmal Lunchpause und schauten uns die soeben genannten Rocks an. Auf dem Weg dorthin kam es wieder, dieses Ziehen und es hörte nicht auf. Der nächste Zwischenstopp war ein Seelöwenareal, was man mit Schmerzen im rechten Knie eher weniger toll findet, weil schon rumstehen weh tut. In Westport, fand ich dann ertseinmal eine Apotheke, wo ich mir eigentlich nur nen Knieverband oder ne Kniestütze organiesieren wollte, damit ich am morgen (20.1.) den „Abel Tasman Track“ beginnen kann, ein Track, der einen fast ununterbrochen von einem Strand zum nächsten bringt. Doch die Apothekerin fragte mich, wozu ich denn die Stütze bräuchte, woraufhin ich ihr das Knie zeigte, ihr die Symptome beschrieb und sie fragte ob ich denn so den Track beginnen könnte. Dies verneinte sie vehement und teilte mir kurz und schmerzlos mit, dass ich mit nem verdrehten Knie und 10 Kilo Gepäck sowas aber mal komplett vergessen könnte. Man kann sich vorstellen, wie gut ich drauf war, nachdem ich das gehört habe. So saß ich erstmal 2 Stunden nichts sagend und mehr als nur miesgelaunt im Auto, während das Wetter, wie zur Strafe, auf dem Weg zum Ziel nur noch besser wurde. Bei strahlendem Sonnenschein entschloss ich mich dann dagegen mein Knie auf dämlichste Art und Weise zu gefährden. Irene und Tobias brachten mich so nach Nelson, dem Zielort nach dem Track. Auf dem Weg besorgte ich mir ne Unterkunft und kriegte nur noch nen Einzelzimmer in einem sehr angenehmen Backpacker direkt in der Innenstadt. Die Beiden mussten leider auch gleich wieder los zum Campingplatz, wo auch die anderen die Nacht verbrachten. Nun habe ich vier einsame Nächte vor mir und darf auch noch die ersten zwei Tage nichts großartig machen, damit das Knie verheilt.

20.1.07 Nach einem langen erholsamen Schlaf und ausgiebigen Frühstück, ging ich gegen eins zur Klinik, damit sich ein Arzt das Knie anschauen konnte. Die Ärztin teilte mir mit, dass das Knie nicht verdreht ist, sondern „nur“ die Kniescheibe verutscht ist und dabei irgendwie die „Paste“ (Sorry, bin ne Niete in Bio) in Bewegung geraten. Anschließend musste ich angenehme 20 Minuten humpelnd zur Apotheke, um mir ne Stütze zu besorgen. So verbrachte ich den Tag im Bett und stänkerte vor mir hin.

21.1.07 Da es sehr warm war, wollte ich nicht im Zimmer rum gammeln und beschloss mich in den Hof zu pflanzen. Das Backpackers wird von 3 Althippies und 2 Surfern geleitet, welche schon recht früh anfangen zu trinken und den ganzen Tag den Grill anhatten. So verbrachte ich den Tag mit dem Personal und Leuten aus aller Welt (Naja, 80% Briten) mit grillen und Bier trinken, so lässt sich nen schmerzendes Knie aushalten.

22.1.07 Da ich mich ja nicht großartig bewegen durfte, saß ich mittags wieder einmal im Hof und laß. Ein Engländer und ein Kiwi brachten dann noch ne große Box Bier heran, wodurch das Spiel vom Vortag nun wieder von vorne losging.

23.1.07 An diesem Morgen zahlte es sich aus mit dem Personal auf ich und du zu sein. Während die „normalen“ Gäste um 10 aus den Zimmern mussten, durfte ich solange pennen, wie ich wollte, weil man ja wusste, was ich vorher gemacht hatte. So um eins saß ich dann frühstückend auf dem Hof. Chris (einer der zwei Surfer des Personals) nahm mich dann erstmal noch für ne Stunde zum Strand mit, damit ich vollkommen im Backpackers vergehe. Wieder zurück chillte ich noch ne Stunde, weil ich auf die Anderen warten musste, welche mich abholen wollten. Irene, Jaana, Tobi und Chia Hui waren meine Fahrgemeinschaft. Johannes (von jetzt an Jaque genannt) und Kathrin fuhren zum Nelson Nationalpark, da Kathrins Eltern dort waren, und Nikola blieb in Nelson. Wir fünf fuhren nach Takaka. Dort hatten wir ein kleines sehr familiäres Backpackers. Nachdem einchecken wurden wir kurz durch die Räumlichkeiten geführt, wobei mir aus einer Ecke des Gartens ein lautes „HEY GERMAN“ entgegen schallte. Meine Theorie, dass Neu Seeland nen Dorf ist, ist nun bestätigt, nach den Schweizern vor dem Keplertrack, saß nun eine Niederländer im Garten, mit dem ich am Abend vorher beim Barbeque saß. Chia Hui kochte Eierreis und es ging für die Meisten recht früh ins Bett.

24.1.07 Nach einem zum Glück spätem Frühstück fuhren wir mittags zu den „Pupu Springs“. Angeblich die reinste Frischwasserquelle der Welt. Anschließend fuhren wir einige örtliche „Attraktionen“ ab, welche allerdings eher weniger berauschend waren. Mit Ausnahme einer kleinen Schokoladenfabrik, welche in einem rosa Haus versteckt war. Zwar vollkommen überteuert, aber absolut geniale Schokoladen. Als wir wieder auf den Parkplatz des Backpackers einbogen, trafen auch gerade Jaque und Kathrin ein. Abends kochte ich Penne Bologhnese (wird das so geschrieben?) und wir saßen im Garten bei gutem Wein. Als es dunkel wurde, konnte man einen Kometen, dessen Namen ich vergessen habe, sehen, welcher recht nahe an der Erde vorbei flog. Nicht so nah, wie der eine, den ich als Kind im Ultental (Italien) gesehen habe, vielleicht ist der in den kindlichen Erinnerungen aber auch einfach größer gewesen.

25.1.07 Früh morgens ging es los Richtung „Farewell Split“, der nördlichste Punkt der Südinsel und eine 30km lange Sandbank. Wir gingen aber nur einige Minuten, weil wir nicht wirklich in Wanderlaune waren und auch keine Zeit hatten. Nach einem zweitem Frühstück ging es über mehrere Umwege nach Nelson. Dort hatten wir das wahrscheinlich beste Backpackers der Fahrt, sieht man mal von dem Backpackers in Nelson ab, in dem ich alleine war, was aber auch nur am Personal und den Gruppenfreien Tagen lag. Es gab kostenloses Frühstück, abneds ne Suppe, nen Swimmingpool, nen Spa, ne Sauna und nen Billardtisch. Leider hatten wir nicht wirklich Zeit, um aus allem nen Nutzen zu ziehen. Abends ging es vor dem Essen in den Spa. Bei „Wizard“ und Wein ließen wir den Abend ausklingen. Nachts geschah etwas, über das ich mich hier auf keinster Art und Weise auslassen möchte, was mir aber ganz schön an die Nieren ging und mich auch nach drei Tagen noch ganz schon ans Herz geht. Deshalb bin ich momentan ziemlich mies drauf, probiere aber dies die Gruppe nicht anmerken zu lassen, will ihnen ja nicht den Spaß versauen.

26.1.07 Nach erholsamen Schlaf bis elf, erkundigten wir erstmal die Stadt. Naja, die anderen erkundigten die Stadt, ich kenn sie ja schon. Der Tag war eher ruhig und wir chillten ne ganze Menge. Abends ging ich mit Tobi und Irene in ein Kammermusikkonzert in der Kathedrale. Anschließend trafen wir Jaque und tranken noch ein Bier in einer Bar.

27.1.07 Gegen 8 fuhren wir los Richtung Picton. Dort brachten wir die Autos zurück und mussten noch ne Stunde warten, bis unsere Fähre nach Wellington losfuhr. Auf der Fähre ratzten wir fast die ganze Zeit, wodurch die Fahrt recht schnell vorüber war. In Wellington verabschiedeten sich Nikola und Chia Hui, Jaque, Kathrin, Irene, Tobias und ich fuhren zu Kathrins ehemaliger Wohnung, in der Jaque, Irene, Tobias und ich bis zum 31.1.07 bleiben werden. Abends gab es Fish’n’Chips für uns Jungs und Indisches für die Mädchen. Wir spielten und glotzten, weil wir einfach nicht fit genug waren, um was zu unternehmen.

28.1.07 Wir schliefen lange. Gegen halb 1 ging es dann Richtung Innenstadt, weil dort ein „Zirkusmitmachtag“ o.ä. ist. Da mich Zirkusse(?) absolut nich interessieren, kann man sich vorstellen, wie berauscht ich davon war. So zog ich mit Jaque und Tobvias los, weil ich Schuhe kaufen musste. Meine Alten haben Löcher, wo meine großen Zehen sind, was nicht so cool kommt, wenn man innem Outdoorcamp arbeiten soll. Auf den Weg durch die Läden verlor ich irgendwann Jaque und Tobias, traf dafür aber Irene und Kathrin, diese wollten erstmal Klamotten shoppen ghen, worauf ich aber echt gut verzichten kann. So ging es alleine weiter, wobei ich nen sehr geilen Plattenladen fand und fast erstmal die Hälfte des Sortiments gekauft hätte. Dann fiel mir aber auf, dass ich wohl besser nur eine kaufe, zum Einen, weil ich in den letzten Wochen schon locker 8 CDs gekauft habe und zum Anderen, weil mein Rucksack sowieso schon überquillt. Diese eine CD musste also was besonderes sein, wodurch ich jetzt ne CD mit koreanischem Rap besitze. Strange, aber gut, würde nur gerne die Texte verstehen. Es ist nun 4.20 Uhr und ich sitze gerade am Bericht und mein Magen knurrt sich einen ab. Es ist wohl Zeit aufzustehen und sich was zu Essen zu organisieren. -Fortsetzung folgt-

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