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Sonntag, 11.2.07

 

Hallo und herzlich Willkommen zur Fortsetzung des normalen „Jahresjournales“.

Ich bin nun seid letztem Montag im „Tui Ridge Park“, meinem Placement für das nächste halbe Jahr. „Tui Ridge“ ist ein Outdoor Jugend Camp. Wir, Irene und ich, werden den Großteil der Zeit die Jugendgruppen bei Outdoor Aktivitäten betreuen, müssen aber auch ab und zu in der Küche aushelfen, den Rasen mähen oder Ähnliches machen.

Bevor wir Montags hier ankamen hatten wir über das Wochenende noch unser Halbjahresseminar. Alles in allem eher weniger spannend und es geschah auch nicht gerade viel. Wir waren tagsüber die ganze Zeit draußen unterwegs und hatten abends unseren Spaß. Bei der Gelegenheit lernte ich unsere neuen „Nachbarn“ kennen. Theo aus Frankreich und Jane aus der Schweiz, welche nur ca. 25 km entfernt leben und neu im ICYE Programm sind. Wie gesagt was großartig anderes ist eigentlich nicht geschehen, nur wenn ihr auf einem Bild genauer hinseht, erkennt ihr hoffentlich nen Unterschied.

Zurück zu Tui Ridge: Der Park liegt etwa 12-14 km außerhalb von Rotorua (etwa 60.00 Einwohner, Kurort), mitm Auto dauert es etwa 20 Minuten, aufm Rad kommt man schnell in die Stadt, muss dann aber den ganzen Weg zurück bergauf fahren. Da in Rotorua aber auch nicht soviel geht, ist dies eigentlich kein Problem. Falls man einkaufen muss, findet man immer jemanden, der einen in die Stadt bringt.

Ich wohne in einem Haus zusammen mit Aaron aus den USA. Alle Angestellte des Parks leben auf dem Grundstück in 2 Personen Häusern. Mit Ausnahme von Andrew, dem Chef, der mit seiner Familie ein größeres Haus besitzt, welches allerdings auch im Park liegt.

Am ersten Arbeitstag (Mittwoch) habe ich prompt vergessen, meinen Wecker zu stellen, weshalb ich das Morgenmeeting um 8.30 um gute drei Stunden verratzt habe. Peinlich, peinlich. Dies wurde mir erstmal als „East German Time“ angekreidet, wovon man sich auch nicht abbringen lässt, wenn ich anmelde, dass ich aus Westberlin bin.

An sich ist es hier natürlich eher mässig actionreich, dafür bin ich aber auch nicht hergekommen. Man ist, solange man nicht in der Küche hilft, den ganzen Tag draußen unterwegs und lässt sich in der Sonne verbrutzeln.

Unser erster Arbeitstag mit Gruppenbetreuung war am Freitag. Ich musste also am Donnerstag innem Schnellkurs Bogenschießen lernen, damit ich es am nächsten Tag den Kids vormachen und ihnen bei Problemen helfen konnte. Dabei habe ich nen neues Hobby entdeckt, wobei ich recht glücklich bin, dass ich hier die ganze Zeit schießen kann, weil mir die, doch recht teure, Ausrüstung hier gestellt wird. Jetzt muss ich also genug Bogenschießen, damit ich in Berlin keinen Bock mehr drauf habe.

 

Achja, mir fällt gerade auf, dass ich vergessen habe, zu schreiben, was ich am letzten Tag des Reisemonats gemacht habe. Ich war Fallschirmspringen, bei ca. 3km Höhe und etwa 40 Sekunden freiem Fall. War einfach nur geil und ich muss es unbedingt nochmal machen, dann aber bei 5 km Höhe und über 70 Sekunden freiem Fall. Auf den Fotos sieht man dank des Luftdrucks allerdings sehr übel aus, aber trotzdem: Habt Spaß an den Bildern. Das Video ist leider viel zu groß, um es hochzuladen (besonders, da ich nur nen 56k Modem habe), da müsst ihr also noch was drauf warten.

 

Zu den neuen Bildern: Dies ist nur eine sehr kleine Auswahl an Bildern (locker 2500 Bilder), damit ihr nen Eindruck kriegt, wie die Natur und Umgebung der Südinsel aussieht. Nen paar Bilder mit mir sind auch dabei, was man als selbstverliebte Person ja auch nicht vergessen darf. Das letzte Bild (ich auf Couch) ist nen Rätsel an euch zuhause. Mal sehen, wer als erstes von euch den Unterschied, zwischen alten und neuen Bildern von mir feststellt. (Bevor ich was höre: Ja, ich muss dieses Hemd zum Arbeiten tragen.)

(Nachtrag: Bilder kommen demnaechst. Muss in die Stadt in ein Internet Cafe, weil der Rechner hier leider zu alt fuer sowas ist.)

 

Sonntag, 8.4.07             

 

Auf geht es mit dem zweitem Teil des dritten Teiles des Jahresberichts:

 

Der Alltag ist nun auch endlich in Tui Ridge angekommen. Die Arbeiten sind sehr vielseitig. Ich wurde zum Mountain Bike Instructor ernannt und muss, wenn es die Gruppen buchen, die Gruppen durch den Park führen und anschließend die Räder säubern, reparieren, Ketten ölen und soweiter. Nicht immer besonders spannend, da manche Gruppen (Kinder 6-10 Jahre) einfach recht lahm sind. Trotzdem ist es doch ne recht gechillte Arbeit, die ich gern erledige. Als Nebeneffekt ist es natürlich sehr nett, dass man fit bleibt. Da ich an Wochenenden Radtouren mache steigert sich das noch etwas weiter.

Zum anderen muss ich nun auch die Wege durch den Wald instand- und auch für Anfänger passierbar halten. In der zweiten Märzwoche hatten wir ein riesiges Unwetter und so musste ich wiedereinmal mit Axt und Sägen in den Wald und zwei dicke Bäume vom Weg schufften. Abends konnte ich fast meine Arme nicht mehr fühlen.

Leider ist jetzt auch die zweite Hälfte unseres Aufenthalts als Freiwillige angebrochen, was bedeutet, dass ich nun die Morgenschicht in der Küche übernehmen muss, was frühes Aufstehen beinhaltet, zum Glück aber auch nen frühen Feierabend.

Schlimmer, als dies waren allerdings meine letzten zwei Wochen. Ich lag mit einer wirklich grausamen Mandelentzündung im Bett gefesselt. Es war tierisch langweilig, man kann hier ja nicht einfach mal rausgehen und sich ne Zeitung oder nen Buch kaufen, DVD leihen oder Ähnliches. Es war so langweilig, dass ich wirklich schon fast Depressionen gehabt habe. Davon will ich jetzt aber nichts großartig weiter schreiben.

In meiner Freizeit mache ich Radtouren, einmal die Woche gehen wir Badminton spielen und dank der Outdoorarbeit treibe ich auch so ne Menge Sport. Mal ganz angenehm wieder körperlich fit zu werden. Da mir Kantinenessen, auch wenn es dafür echt gut ist, nicht jeden (auch nicht jeden 2.) Tag zusagt, koche ich fast jeden Tag und ich meine nicht Tiefkühlzeug. Ich muss zugeben, ich hätte nie gedacht, dass ich mich so gut um mich selber sorgen kann. ;)

 

Jetzt fällt mir irgendwie nichts mehr ein, also wünsche ich euch alles Gute und ich riech euch dann später.

Ach doch, da fällt mir noch was ein: An euch Bengel, die jetzt demnächst ihr Abi schreiben: Viel Glück dabei, ich hoffe ihr habt ordentlich gebüffelt, also mehr als ich, und schafft das ganze reibungslos!

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