Tarotkarten dienen lediglich der Hilfestellung darauf, die richtige Richtung einzuschlagen. Es gibt keine entgültige Zukunft, sondern nur Hinweise auf den richtigen oder falschen Weg. Die Wahl liegt bei uns. Die kleinste Veränderung die wir vornehmen, kann schon wieder alles anders machen. Das sollte man nicht vergessen, wenn man sich die Karten legen lässt, bzw legt. Eine gute Kartenlegerin braucht mindestens 1 Stunde bei der ersten Legung. Alles andere ist herausgeschmissenes Geld. Achtet auch darauf, dass ihr alleine dorthin geht. Denn denkt immer daran, euer Leben wird da vor euch ausgebreitet. Wollt ihr wirklich das es jeder erfährt?
Hier einige Beispielkarten und ihre allgemeine Bedeutung. Falls euch mal irgendwas anderes gesagt wird, denkt nicht das ich unrecht habe oder die jeweilige Legerin. Am Ende sollten wir Leger einfach aus dem Gefühl heraus handeln und nicht nur nach Bildern und Legeformen.
Der Narr symbolisiert das Kind in uns. Er steht für spontanen Neubeginn und vorurteilsfreie Offenheit. Er ist Ausdruck spielerischer Unbekümmertheit, lebensfroher Sorglosigkeit und zeigt, dass wir einen neuen Lebensbereich staunend und ohne feste Erwartungen, und oft auch ohne Vorkenntnisse, betreten. Dabei kann er sowohl für ein kindliches Gemüt stehen und demzufolge Leichtsinn, törichte Naivität, Verspieltheit aber auch Dummheiten anzeigen oder aber die Schlichtheit weiser und demutsvoller Einsicht, zu der wir am Ende einer langen, oft mühevollen Suche gelangen können. Der Narr kann den Schalk und den Flegel in der Art Till Eulenspiegels verkörpern, aber auch den einzig ehrlichen Berater am Hofe als alter ego des Königs. In jedem Fall lebt er voll und ganz in der Gegenwart, ist Ausdruck von Offenheit und spontaner Ehrlichkeit, stets bereit, neue Erfahrungen zu machen. Ob diese Haltung jedoch unserer hartnäckigen Weigerung entspringt, je erwachsen zu werden, oder die lebenskluge Einsicht geistiger Reife ist, kann nur außerhalb der Karte beurteilt werden. Der Narr weist immer auf erfrischende Erfahrungen hin, die zwar manchmal tollpatschige oder chaotische Züge tragen, aber, selbst wenn wir »auf die Nase fallen«, keine wirkliche Gefahr bedeuten.
Das As der Kelche ist eine der größten Glückskarten des Tarots. Es zeigt, wie auch die anderen Asse, eine große Chance, die in uns liegt, und die uns in diesem Fall zu tiefster Erfüllung führen kann. Was das für den einzelnen bedeutet, hängt ganz von der persönlichen Lebenseinstellung ab. Das Spektrum dieser Karte reicht von Freude, Dankbarkeit und Zufriedenheit über die Hochgefühle der Seligkeit bis hin zu dem tiefsten Glück des Einsseins. Im Vordergrund steht zweifellos das Mysterium der Liebe in all seinen Ausdrucksformen als Nächstenliebe, Elternliebe, erotische Liebe, Selbstliebe und als Liebe zu Gott. Aber natürlich kann diese Karte auch andere, alltäglichere Formen des Glücks ankündigen, wobei die materielle Seite dieses Begriffes eher durch das As der Münzen ausgedrückt wird. In jedem Fall sollten wir uns vor Augen halten, dass es sich um eine große Chance handelt, die in uns oder für uns in unserem Vorhaben liegt, die sich nicht aufdrängt, sondern entdeckt und entfaltet werden will.
Wie auch die anderen Askarten steht das As der Stäbe für eine Chance, die in uns oder vor uns liegt, die wir entdecken und entfalten sollten. Bei diesem As geht es um Unternehmungslust, Mut und Risikofreude, aber auch um Enthusiasmus, Elan, und nicht selten verweist das Stab-As auf Bereiche der zentralen Selbstentfaltung. Dem Feuerelement entsprechend, das die Stäbe repräsentieren, kann es sich dabei um die Stärkung unseres Willens, unserer Überzeugungen und unserer moralischen Kraft handeln oder um andere innere Reife- und Wachstumsprozesse. Das As der Stäbe bedeutet ferner Lebensbejahung, Optimismus, Lebenslust und eine manchmal hitzige Phase fehlender Geduld.
Jedes As verkörpert eine Chance, die in uns liegt. Das As der Schwerter entspricht dem Prinzip der höheren Vernunft, die hier als erkennende Kraft zu Klarheit, Eindeutigkeit und Entschiedenheit führt. Im Gegensatz zur folgenden Karte (2 der Schwerter), die die zersetzende Kraft des Zweifels ausdrückt, wird das Wirken des Verstandes hier in seiner wertvollen, erhellenden, klärenden und befreienden Art gezeigt. Es geht darum mit aller gebotenen Schärfe ein Problem zu durchdringen und zu analysieren, ohne dabei den Blick für das Ganze zu verlieren, es zu zerreden oder zu bagatellisieren. Diese Karte steht für eine gute Chance, etwas zu klären, zu entscheiden oder besser zu verstehen.
Das As der Münzen zeigt, wie auch die anderen Asse, eine Chance, die in uns liegt. In diesem Fall geht es darum, eine Chance in uns oder in unserer gegenwärtigen Situation zu entdecken, die im Sinne des durch die Münzen dargestellten Erdelementes zu guten, greifbaren Ergebnissen, zu äußerem, aber nicht zuletzt auch zu innerem Reichtum kommen lässt. Neben dem As der Kelche ist dies die größte »Glückskarte« der Kleinen Arkana. Aber dieses Glück drängt sich nicht auf, es will entdeckt werden und es kann gut sein, dass die Sucharbeit, ähnlich wie bei dem berühmten Schatz im Weinberg, mit viel Mühen verbunden ist. Das Ergebnis aber ist nicht nur gediegen und beständig, sondern zutiefst beglückend und erhebend.