Offenes System und individueller Entwicklungsprozess

    Es gibt beim Systema weder besondere Kampfstellungen, noch formelle Übungen. Während des Kampfes werden die natürlichen Positionen, Reaktionen und Bewegungen des einzelnen genutzt. Dadurch lernt der Trainierende auch in heiklen Situationen entspannt zu bleiben und so jederzeit angemessen auf einen Angriff zu reagieren. In der Ruhe liegt die Kraft – dieses alte Sprichwort gehört zu den Dogmen des Systema. Da der Nahkampf nicht in Schablonen gepresst gelehrt wird, soll der Trainierende ein Feingefühl für seinen Gegner entwickeln. Um dieses Feingefühl zu entwickeln und aus einer ruhigen, entspannten Körperhaltung heraus agieren zu können, wird im Systema – neben der Entspannung – der Fokus auf die individuelle Aufmerksamkeit, das Reaktionsvermögen, die Beweglichkeit und eine achtungsvolle Haltung des Trainierenden seinem Gegner gegenüber gelegt. Das Trainingsziel besteht nicht etwa darin dem Gegner zuvorzukommen oder ihn zu besiegen, sondern viel mehr aus der eigenen Entspannung heraus angemessen auf die Aktionen des Gegners zu reagieren und dessen Aktionen zu lenken und zum eigenen Vorteil zu nutzen. Sieht man sich mehreren Gegnern gegenüber, ist es meistens nicht möglich durch den puren Kraftaufwand alle zu überwinden. In diesem Fall lehrt das Systema dem Trainierenden Möglichkeiten dennoch in einer solchen Situation erfolgreich zu bestehen und die Gefahr abzuwenden, indem man sich intelligent verteidigt.

 

Im Kern bedient sich Systema des Prinzips von Aktion und Reaktion. Es lehrt Aufmerksamkeit gegenüber dem Gegner und seine Reaktionen durch vollständige Entspannung zu erreichen. Deshalb erinnern die Trainingssituationen oftmals auch eher an einen Dialog, als an einen brutalen Kampf. Die Trainingsatmosphäre wird dadurch von Respekt, Freundlichkeit und Höflichkeit beherrscht. Das Ziel den Gegner zu lenken ermöglicht es in einer realen Situation den Kampf zu beenden, bevor er wirklich begonnen hat und so unbeschadet aus dieser Situation zu entkommen.

 

Im Training werden neben den körperlichen Möglichkeiten auch die charakterlichen positiven Eigenschaften, wie Respekt vor den Mitmenschen, Entspannung, Selbstbewusstsein und das Selbstwertgefühl gelehrt und gestärkt. Aufmerksamkeit und Höflichkeit gehören genauso zum Trainingsalltag, wie Freundlichkeit, Respekt und die Bereitschaft hilfsbedürftigen Menschen beizustehen. Die Zivilcourage wird nicht zuletzt durch die simulierten Trainingssituationen gestärkt, da die Trainierenden auch lernen, wie sie effektiv bedrohten Mitmenschen hilfreich zur Seite stehen können.


 

Trainingsziele

Die Kontrolle über unsere Atmung ist das wichtigste Instrument für uns, um stets aus völliger Entspannung heraus agieren zu können. So ist es für uns wesentlich einfacher, aufmerksam und reaktionsschnell auf unser Gegenüber zu reagieren. Auf diese Weise sind Atemübungen verbunden mit gymnastischen Übungen zur Stärkung der eigenen Physis stärkend und entspannend zugleich. Dadurch, dass die Atmung ein zentraler Bestandteil aller Systema-Techniken darstellt, ist es uns mit Übung möglich auch in Extremsituationen entspannt zu bleiben und so kreative, angemessene Lösungen für bedrohliche Situationen zu finden.


Durch die Vertiefung und das Training der Lehren des Systema wird in jedem Trainierenden ein individueller Prozess ausgelöst, der die persönlichen vorhandenen Fähigkeiten unterstützt und so die eigene Persönlichkeit und den Charakter nachhaltig formt und stärkt.


Bei uns erlernen Sie also eine effektive, persönlichkeitsbildende und individuelle Art der Selbstverteidigung!