Zur aktuellen Gentechnik-Diskussion: Kann es in einer Welt mit »Gen-Food« Frieden geben?
F. William Engdahl
In Deutschland sind große Teile der Bevölkerung gegen die Verwendung von Genetisch Veränderten Organismen (GVO) für die Produktion in tierischer und menschlicher Ernährung. Die Verantwortlichen im Establishment interessiert das wenig. Offenbar haben Letztere aber vergessen, dass die GVO auch rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen …
Die Zeit drängt: Im April soll die Aussaat des Gen-Mais MON810 in Deutschland beginnen. Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner kann dies mit einem Verbot noch verhindern. Die Ministerin muss ihren Worten nun sofort Taten folgen lassen! Unterzeichnen Sie unseren Appell an Ministerin Aigner!
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In den 1970er Jahren verfügte Argentien über einen bemerkenswerten Lebensstandard. Das Landwirtschaftssystem war vielfältig, produktiv und hauptsächlich von kleinen Familienbetrieben bestimmt. Die Qualität des argentinischen Rindfleischs war damals so gut, daß es mit dem texanischen konkurrieren konnte. Der reiche Landbau und die Farmen erwirtschafteten einen großen Mehrertrag, der weit über den heimischen Nahrungsbedarf hinausging. Die Landwirtschaft brauchte keine staatlichen Subventionen, und die Schulden der Farmer waren minimal.
Zwischen 1988 und 2003 war die Zahl der argentinischen Milchviehalter auf die Hälfte reduziert worden. Zum ersten Mal mußte Milch eingeführt werden - aus Uruguay zu weit höheren Preisen. Weil der Anbau von Sojabohnen Hunderttausende von ihrem Land vertrieben hatte, nahmen Armut und Mangelernährung rapide zu. Noch in den 1970er Jahren galt Argentinien als ein Land mit einem der höchsten Lebensstandards der Welt. Prozentual lag 1970 der Anteil seiner Bevölkerung, der offiziell unter der Armutsgrenze lebte, bei 5 Prozent. 1998 war der Bevölkerunganteil unter der Armutsgrenze schon auf 30 Prozent gestiegen, und 2002 bereits auf 51 Prozent. Im Jahre 2003 stieg die Unterernährung, die man im früheren Argentinien nie gekannt hatte, auf eine geschätzte Höhe zwischen 11 Prozent und 17 Prozent bei einer Gesamtbevölkerung von 37 Millionen an.
Jetzt können sich die Gentechnikbefürworter nicht mehr rausreden. Mehrere Tierstudien beweisen: Gentechnik macht krank. Der US-Ärzteverband für Umweltmedizin fordert nun einen sofortigen Stopp für gentechnisch veränderte Lebensmittel.