Tagebuch vom Januar/Februar 2003

*** 26. Jan. 2003 ***

Im Moment  bekommt Xena Cortisontabletten ( Dexamethason 0,5 ) um dem Juckreiz am Körper Einhalt zu gebieten.

Außerdem behandle ich eigenmächtig ihre Stellen im Gesicht seit zehn Tagen mit Prurivet-Lösung, auf die sie ganz gut anspricht.

Prurivet ist ein polivalentes Hauttherapeutikum und enthält Chloramphenicol, Benzylbenzoat, Mepyraminmaleat, Lidocainhydrochlorid, Dimethylsulfoxid und ebenfalls Dexamethason.

Sie hat wieder gut an Gewicht zugenommen und im Moment bekommt sie ein Fertigfutter. Zusätzlich auch täglich eine hochdosierte Vitamin E Kapsel zur Unterstützung der Haut.

Die meisten Stellen in ihrem Gesicht sind verheilt,die Haut färbt sich größtenteils in hellrosa um und einige Härchen, zum ersten mal seit Monaten auch um die Augen herum, beginnen zu sprießen. Leider kratzt sie sich noch immer am ganzen Körper, aber immerhin nicht mehr blutig. Neuerdings knabbert und leckt sie sich an den Vorderpfoten, speziell im Bereich der Daumenkrallen.

Die am gesammten Körper ( außer Rücken ) schüttere Behaarung wächst noch nicht nach.

Ihre erste Läufigkeit hat sie gut hinter sich gebracht.

Vor etwa zwei Wochen hatte sie auch noch Ohrmilben, das haben wir aber wieder in den Griff bekommen.

Von einer Heilung ist sie aber noch immer weit entfernt, denn sobald ich die Mittel absetze, bricht alles in voller Stärke wieder aus.

*** Stand vom 2. Feb. 2003***

 Heute fing sie für mich grundlos wieder vermehrt an, sich das Fell auszureißen, bis die Haut blutig war.

Auf der Haut hat sie eine zähe, bräunliche Substanz, die dem Ohrmilbenbelag ähnlich sieht und riecht. Ebenfalls hat sie sich im Gesicht, genau oben auf dem Schnauzenansatz, blutig gekratzt, nachdem ich sie eine halbe Stunde unbeaufsichtigt draußen ließ. Die Stelle scheint aber lokal begrenzt.

Ein Auftragen von Prurivet brachte zwar durch das darin enthaltene Lidocain sofortige Besserung, aber ich bin auf die nächsten Tage gespannt.......

Da das Cortison nicht mehr die gewünschte Wirkung zeigt, schleiche ich es langsam aus. Die Stelle an der Schnauze weiche ich einmal täglich mit einer schwachen Meersalz - Lösung ein und mehrfach täglich mit Prurivet. Inzwischen bekommt sie auch Echinacea - Tropfen um ihre Abwehrkräfte zu stärken. Sie scheint versessen auf Alkohol zu sein und kann von den Tropfen nicht genug bekommen.

Zusätzlich stelle ich die Ernährung meiner Hunde um. Nur noch "frisches" kommt in den Napf. Fleisch roh. Gemüse und Kartoffeln gekocht, weil ich nicht solche Unmengen durch die Mulinette jagen kann.

*** Stand vom 8.Feb.2003 ***

 Am Montag habe ich einen Tierarzttermin mit ihr.

Sie kratzt und knabbert sich fast pausenlos. Ihr Körper ist übersäht mit Pusteln. Auffällig ist, daß sie wieder so extrem riecht. Im Gesicht kratz sie sich wieder vermehrt und in den Augen sammelt sich erneut Eiter.

Ihre Augen behandle ich nun wieder mit gutem Imkerhonig, der schon oft gute Dienste geleistet hat.

*** 15. Feb. 2003 ***

Am Montag ( 10. Feb.) war ich mit Xena bei einer Tierärztin. Dort wurde dann endlich eine Hautbiopsie gemacht.

Anfang nächster Woche kommt der Laborbericht. Auch diese Tierärztin hält die Impfung für eine mögliche auslösende Komponente, aber nur hinter vorgehaltener Hand!

 Die Züchter und ich sind schon mächtig auf das Ergebnis gespannt.............

Sie ist immerhin die erste Tierärztin, die eine "gründlichere" Untersuchung des Hundes für zwingend notwendig hält ! Bislang hielten es andere Tierärzte für pure Zeitverschwendung ein Blutbild oder gar eine Hautbiopsie machen zu lassen !!! Leider lehnte auch sie eine Blutuntersuchung unbegründet ab. Auf meine Fragen diesbezüglich blockte sie ab. Es ist mir rätselhaft, warum bei diesem Hund jeder Tierarzt ein einfache Blutuntersuchung ablehnt !

Zur Zeit bekommt Xena weiterhin Prurivet auf die am stärksten befallenen Stellen. Die Haare auf den Augenlidern und auf der Schnauze wachsen weiter !

Sie kratzt sich nicht mehr im Gesicht.

Leider sind die Augen aber immer noch geschwollen und sie hat schon wieder einen leichten Ohrmilbenbefall. Bedingt durch die anhaltende Schwellung der Augen hat sie die Unterlider nach innen gerollt. Noch möchte die Tierärztin nicht operieren, da die Schwellung noch nicht abgeheilt ist und somit nicht klar erkennbar ist, wieviel Haut weg muß.

Weiterhin behandle ich Xena`s Augen mit Honig und es bildet sich nur sehr geringfügig Eiter nach.

*** 18.Feb.2003***

 Seit gestern kratzt sich Xena wieder ihr Gesicht wund. Jetzt, wo alles gerade anfing zu verheilen...... Die Augen sind wieder besser geworden.

 Noch immer habe ich keinen Laborbericht von der Hautbiopsie.

*** 20. Feb.2003***

Abends am 18. Feb. rief mich die Tierärztin an. Es liegt kein Befall mit Demodex-Milben vor. Es sei etwas sehr kompliziertes, sie will es mir morgen in einem persönlichem Gespräch mitteilen.

Parallel dazu habe ich Kontakt zu einer Heilpraktikerin aufgenommen. Sie ist sich ziemlich sicher, daß ein Impfschaden vorliegt. Ein ausführliches Telefonat erfolgt am Sonntag.

( Ein Telefonat fand nicht statt, denn mein Mann kam als Notfall ins Krankenhaus und beanspruchte mich voll und ganz)

*** 21.Feb. 2003***

Nun habe ich den Befund: Es ist NICHTS !

Weder Demodex noch Sarkoptesmilben sind nachweisbar. Keine Autoimmunerkrankung, auch keine Allergie. Bakterien, Pilze und Hefen tummeln sich nicht auf Xena`s Haut. ( Einen Impfschaden schließt sie hinter vorgehaltener Hand nicht aus.)

Die Tierärztin will es mit Antibiotika, Cortison und einer Waschung gegen Pilze versuchen. Für mich eine verzweifelte Handlung. Schließlich steht sie dem "Nichts" gegenüber. Aber womit behandelt man das "Nichts" ?

*** 26. Feb.2003 ***

Seit Samstag ist Xena wieder bei ihren Züchtern abgeparkt. Dort sind einfach die Möglichkeiten, Xena die notwendigen Waschungen zukommen zu lassen, besser. Bei uns ist zur Zeit das Wasser eingefroren und mein Mann ist außerdem schwer erkrankt, sodaß es so unkomplizierter ist.

Momentan geht es Xena gut, nur die Augen machen ihr wegen der Rolllider zu schaffen. An vielen Stellen spriesen neue Häärchen.

Ich bin noch immer  skeptisch, was die Behandlung mit den Medikamenten angeht, aber sie scheinen anzusprechen. Ich bin gespannt, was passiert, wenn das Prednisolon ausgeschlichen wird......

Nachtrag: Xena ging es die ersten paar Tage relativ gut. Dann nahm der Juckreiz wieder zu und sie war wieder knallrot. Dennoch behaupteten Züchter und Tierärztin eine Besserung zu sehen. Die mühsam nachgewachsenen Häärchen fielen wieder aus. Die Ohren wurden wieder entzündet.

Zwei Wochen nach Behandlungsanfang trafen wir uns mit dem Züchter und Xena bei der Tierärztin und mein Mann fiel aus allen Wolken, als er den knallroten, verpustelten Hund sah. Und Züchter wie Tierärztin behaupteten auch noch, sie sähe jetzt viel besser aus !

Ich habe Xena mit Mühen nach weiteren drei Wochen Ende März zurückbekommen. Angeblich hätte sie soviel Streß bei mir.........

Sie freute sich sehr, wieder zu Hause zu sein und fügte sich problemlos in unser Rudel ein.

                           *** 28. April ***

 An Xenas Zustand hat sich fast nichts verändert. Sie kratzt und beißt sich weiterhin die Haut auf. Das Prednisolon hat überhaupt nicht gewirkt. Trotz Cortison sind nicht einmal die Symtome verschwunden, sogar der Juckreiz ist geblieben.

Um ihren Körper nicht weiter zu belasten, habe ich das Cortisonpräparat langsam ausgeschlichen.

Seitdem ich sie nicht mehr bade, ist sie zwar total verdreckt, aber sie kratzt sich weniger.

Eine letzte Chance erhoffe ich mir durch eine homöopathische Behandlung.

 

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