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4. Was waren die Ziele der RAF?

 

 

Ziel der RAF war es, zu einem bewaffneten Klassenkampf, zu einer Art Bürgerkrieg gegen die Regierung und ihre Handlanger aufzurufen. Freilich hatte ihre Bildung 1970 eher spontaneistischen Charakter. Die Genossen, die sich der Untergrundguerilla anschlossen, sahen darin die einzige realisierbare Möglichkeit, ihre revolutionäre Pflicht zu erfüllen. Angeekelt von der totalen Verlogenheit und absoluten Vermarktung im System und zutiefst entmutigt von den Aktionen der Studentenbewegung der APO hielten die Mitglieder der RAF es für unumgänglich, die Idee des bewaffneten Kampfes zu propagieren.

Laut Erklärungen ging es ebenfalls darum den Erkenntnisstand der 68er Bewegung historisch zu retten; es ginge darum den Kampf nicht mehr abreißen zu lassen. Über die Jahre erwuchs aus der Baader-Meinhof-Gruppe bzw. der Roten Armee Fraktion eine Untergrundorganisation für den Aufbau einer revolutionären Gegenmacht, um ein menschenwürdiges selbstbestimmtes Leben entgegen der großdeutschen und westeuropäischen Pläne zur Unterwerfung und Ausbeutung zu führen. Man beklagte den Mangel an Idealismus und Prinzipien und stellte die selbstzufriedene Wohlstandsgesellschaft an den Pranger.

Die RAF startete eine Offensive gegen die Kontinuität des Nazi-Nachfolgestaates, gegen eine autoritäre Gesellschaftsform, für eine andere soziale und kulturelle Realität. Man habe die Konfrontation gegen die Macht gesucht.

 

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In wieweit konnte die RAF ihre Ziele verwirklichen?

 

Frage In wieweit konnte die RAF ihre Ziele verwirklichen? (Seit der Gründung bis zur Auflösung.) Gab es auf politischer Ebene positve Veränderungen? Oder gab es auch negative Veränderung, wie z.B. strengere Gesetze zur Überwachung usw.?
Frage von Alex (18.04.2003)

Antwort

Ziele wie etwa eine geforderte gesellschaftliche Veränderung haben nicht stattgefunden. Auch der Sturz des Systems hat nicht funktioniert - ganz im Gegenteil es kam eher zu einer Verstärkung des Sicherheits- und Staatsaparates. Es wurden z.B. neue Fahndungstechniken (Rasterfahndung) und Computersysteme wie etwa PIOS eingeführt. Es enstanden Hochsicherheitstrakte in Deutschland. Die persönlichen Rechte der Gefangenen (Baader, Enslin, Raspe) wie z.B. Vertrauensgespräche mit Anwälten wurden durch Abhörmassnahmen gebrochen.

Die meisten Ziele haben sich ins Gegenteil verkehrt: statt Freiheit Gefängnis. Wie auch bei den Anschlägen am 11.09.2001 wurden neue Sicherheitspakete geschnürt, die in vielen Fällen die Persönlichen Freiheiten stark einschränkten.

Gesellschaftliche Veränderungen wie der Stopp einer absoluten Verkommerzialisierung von Allem haben im Anblick zu der heutigen Gesellschaft ehrlich gesagt nicht mal ansatzweise stattgefunden.

Einer der Gründe zur Gründung war der Vietnamkrieg - der Krieg hörte zwar auf, aber nicht aus humanitären Gründen, sondern weil er für die Amerikaner militärisch einfach nicht mehr zugewinnen war.

Der bewaffnete Kampf gegen das System war in erster Linie - tut mir leid das so hart sagen zu müssen - eine unglaubliche Verschwendung menschlicher intellektueller Ressourcen. Es ist Schade das so viele Menschen sterben mussten für etwas was nicht unbedingt falsch ist, aber nicht wirklich mit Gewalt umgesetzt werden kann.



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